Bücher mit dem Tag "asyl"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "asyl" gekennzeichnet haben.

129 Bücher

  1. Cover des Buches Numbers - Den Tod im Blick (ISBN: 9783551311511)
    Rachel Ward

    Numbers - Den Tod im Blick

     (1.143)
    Aktuelle Rezension von: Bellasie

    Wie geht man damit um, wenn man das Todesdatum seiner Mitmenschen sehen kann und es bei allen gleich lautet? 

    Das ist ein interessante Frage, die mich dazu bewog, das Buch zu kaufen. Der etwas derbere Schreibstil, der jedoch zu den Hauptfiguren passte, gefiel mir. Es war mal etwas anderes. Die 2-Sterne Bewertung lässt sich für mich auf das ungenutzte Potential zurückführen. Die Autorin hat ein interessantes Thema aufgeworfen, sich dann aber für eine zähflüssige Verfolgungsjagd entschieden, die sooo unspektakulär war, dass man von einer wirklichen Jagd nicht mehr sprechen kann. Die Handlungen sind einfallslos und manchmal stellte ich mir die Frage, ob die Autorin beim Schreiben überhaupt Spaß verspürt hatte. Es wirkte gequält. So war es sehr anstrengend für mich, in Jems "Kopf zu stecken". Sie ist mir sehr unsympathisch, viel mit sich selbst beschäftigt und ständig am Jammern. Das machte das Buch sehr langweilig. Ab und ab fehlte es auch an Logik. Einmal kann Jem ein gesamtes Frühstück in sich reinhauen, danach kann sie Essen nicht mal mehr riechen und ihr ist ständig schlecht? Ich dachte echt, wenn ich das mit dem Essen noch einmal lesen muss, dann lege ich das Buch für immer zur Seite- Doch es gab eine Figur, die ich sehr sympathisch fand und ich wollte unbedingt wissen, was passieren würde. Leider wurde ich dahingehend aber so enttäuscht, dass es mir die Sprache verschlug. Ich kann verstehen, dass es so enden "muss" - aber ganz ehrlich, hier werden Stellen ins Lächerliche gezogen, die ernst bleiben sollten. Auch gibt die Wahl der Todesursachen in diesem Buch mir echt zu denken. Es erinnert mich an "1000 Wege ins Gras zu beißen", was für mich in einem Buch, wo man Charaktere kennt, absolut deplatziert ist. Ich ärgere mich sehr, dass ich mir direkt beide Teile gekauft habe, denn die Fortsetzung werde ich nicht lesen. .


  2. Cover des Buches Sternenschimmer (ISBN: 9783522502788)
    Kim Winter

    Sternenschimmer

     (414)
    Aktuelle Rezension von: Ruby-Celtic

    Ein Buch, dass mich in meinen jüngeren Jahren bestimmt unglaublich begeistert hätte. Noch jetzt hat es mir durchaus Freude bereitet in die Geschichte einzutauchen, diese zu genießen und die Idee und die Umsetzung zu verfolgen.

    Erzählt wird die Geschichte aus Sichtweise von Mia, welche ein schönes und ruhiges Leben lebt. Sie hat ihre Mutter, ihre Freunde und ein geregeltes Leben. Ihr Charakter ist sehr wandelbar, was auch mit an ihrem Alter liegt. Mit 17 Jahren ist sie noch sehr jung, hat noch Flausen im Kopf, möchte die Welt retten und übersieht dass das manchmal mehr Arbeit ist als man glaubt ;)

    Iason ist ihr Gegenpart und schon wesentlich weiter und erfahrener, was leider auch an seiner Vergangenheit liegt und daran was er und seine Schwester durchmachen mussten. Er ist sorgsam, vorsichtig und wägt immer wieder ab wie er vorzugehen hat. Ein Kopfdenker, welcher nur nach und nach auch sein Herz mit einbindet.

    Insgesamt ist die Story nicht ganz neu, hat aber dennoch interessante und neue Richtungen. Dennoch hat mir persönlich etwas mehr Information zum Planeten Loduun gefehlt, aber es kann natürlich gut sein, dass dies im zweiten Band höhere Priorität hat.

    Die Umsetzung der Geschichte ist einfach, aber dennoch gefühlvoll und mitreisend aufgebaut. Gerade für die jüngeren Leser ein perfektes Buch um sich wiederzuerkennen und sich fallen lassen zu können. Mir waren manche Situationen etwas zu irritierend und vorhersehbar, aber ich denke dass das eher am Alter und den schon gelesenen Büchern liegt.

    Im Großen und Ganzen ein tolles Buch, welches zum Träumen verleitet und dafür sorgt dass man sich fallen lassen kann.

    Mein Gesamtfazit:

    Mit „Sternenschimmer“ hat Kim Winter einen schönen, gefühlvollen und jugendlichen Auftaktband geschaffen, der verzaubert und ans Herz geht. Die Charaktere sind insgesamt ganz schön gezeichnet, auch wenn sie mir manches Mal zu sprunghaft erschienen wobei dies wieder zum Alter gepasst hat. Ich denke, dass diese Reihe vor allem für junge Leser genau das richtige ist.

  3. Cover des Buches Die Analphabetin, die rechnen konnte (ISBN: 9783328100157)
    Jonas Jonasson

    Die Analphabetin, die rechnen konnte

     (676)
    Aktuelle Rezension von: MartinWesendonck

    Jonasson trifft allerdings genau mein Geschmack! Ich musste zwischendurch im Auto so laut lachen, dass ich froh war keine Beifahrer im Auto zu haben. Ich bin lange an seinen Büchern vorbeigeschlichen und habe mich immer gewundert, wie absurd die Titel klingen. Aber fast alle seine Bücher haben es ja auf die Bestsellerlisten geschafft und so kam ich daran nicht vorbei. Nun muss ich sagen, zu Recht! Absurd ist auch das Stichwort, denn die Geschichten sind so intelligent absolut verzahnt, dass man es kaum glauben kann. Und mehrfach den Kopf schüttelt, wie kreativ dieser Humor und diese intelligenten Geschichten sind. Meine Bewertung: fünf von fünf Sternen aber mit Ausrufezeichen und Herzchen.

  4. Cover des Buches Am Ende bleiben die Zedern (ISBN: 9783827013026)
    Pierre Jarawan

    Am Ende bleiben die Zedern

     (119)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Was passiert mit Kindern, wenn sie urplötzlich von ihrem Vater verlassen werden, den sie vergöttert haben? Der der beste Geschichtenerzähler der Welt war? Der in der Nachbarschaft als eine Art stiller Held gefeiert wurde? Samir muss genau dieses Schicksal erfahren und gibt sich, wie viele Kinder, selbst die Schuld. Er baut sich in Gedanken einen Vater auf, der eigentlich unfehlbar war und aus einem Land kam, dass er meinte wie sein eigenes zu kennen, obwohl er selbst nie dort war. Als schließlich die Familie aufgrund weiterer tragischer Umstände komplett auseinanderbricht, wird Samir von unvorstellbaren Sehnsüchten getrieben. Er will, nein, er muss es wagen, die Wahrheit herauszufinden. Eine Reise mit unvorhersehbaren Ereignissen ist das Ergebnis …

    Man muss sich schon einlassen wollen auf dieses Buch, den Libanon und den jungen Mann Samir, der auf der Suche nach seinem Vater aber vor allem auch nach sich selbst eine Reise in ein fremdes Land aber auch in sein tiefstes Inneres antritt. Aber als Belohnung wartet ein Roman, der einfühlsamer schwer zu erzählen ist. „Der Libanon“, das unbekannte Land, dass immer wieder geschüttelt und gebeutelt wird von Krieg und Zerstörung und das doch auch so viele Menschen hervorbringt, die eine Zufriedenheit und ein Vertrauen ausstrahlen, das ihresgleichen sucht. Mir hat sie gut gefallen, die Exkursion in ein für mich unbekanntes Land. Es wird nicht immer alles gut, aber man muss lernen, die Dinge so zu nehmen wie sie kommen und Schuld ablegen können zum glücklich werden. „Ein Lied für die Vermissten“, der neueste Roman des Autors, ist schon auf mein Wunschliste gewandert. 

  5. Cover des Buches Gehen, ging, gegangen (ISBN: 9783328101185)
    Jenny Erpenbeck

    Gehen, ging, gegangen

     (113)
    Aktuelle Rezension von: benuttezername

    Der Protagonist Richard ist im ganzen Buch durchweg verwirrend und unstrukturiert gestaltet, weshalb man an vielen Stellen nicht folgen kann oder einem das Buch so schnell zu langweilig wird, dass man es am liebsten in die Ecke donnern würde und nie wieder anfassen müsste. Auch gibt es teilweise Themen irrelevante Aspekte, die man sich hätte einfach sparen können wie z.B Richards sexuelle Zuneigung der Lehrerin gegenüber. Also jeder der mit Hilfe dieses Buches auf die Flüchtlingskrise, die darauß resultierenden sozialen Unterschiede und  den Rassismus aufmerksam machen möchte und sich oder andere belehren möchte, ist mit Google dem treuen Freund und Helfer deutlich besser aufgehoben, denn da finden man alle Infos, lernt viel mehr und liest eindeutig mit mehr Interesse

  6. Cover des Buches Breathless - Geheime Lust (ISBN: 9783802591303)
    Maya Banks

    Breathless - Geheime Lust

     (201)
    Aktuelle Rezension von: Isis99
    Bethany muss ihr Dasein auf der Straße fristen, hat keine Wohnung, kein Geld, nur der drogenabhängige Jack kümmert sich um sie und sie hatte keine schöne Kindheit. Bei einem Aushilfsjob fällt der Blick von den Millionären Jace und Ash auf sie und dieses bieten ihr an, dass sie ein erotisches Abenteuer mit ihnen erleben kann. Aufgrund ihrer prekären Lage stimmt sie zu, doch für Jace ist sie  mehr als ein One- Night-Stand. Bethany verschwindet nach dieser Nacht spurlos, doch Jace gibt nicht so leicht auf und sucht überall nach ihr. Bethany wird von Männern überfallen, wegen den Drogengeschäften von Jack, den sie als ihren Bruder betrachtet. Jace findet sie, hilft ihr wieder auf die Beine und hofft, dass sie seine Gefühle erwidern wird bzw. kann. Aber kann die Beziehung der beiden halten, wie geht es mit Jack weiter und wird Bethany ihr neues Leben akzeptieren können?
    Die Story ist tiefgreifend und voller Emotionen!!! Auch die expliziten Szenen wurden sehr detailreich und verspielt beschrieben. Alle Charaktere beweisen Tiefe und haben ihre kleinen aber doch eigensinnigen Marotten wie z.B. Bethany, die sich immer einen Kakao macht wenn sie nervös ist. Bis zum Ende hatte mich dieses Buch vollkommen in seiner Gewalt😘😘
  7. Cover des Buches Sommer unter schwarzen Flügeln (ISBN: 9783789142970)
    Peer Martin

    Sommer unter schwarzen Flügeln

     (133)
    Aktuelle Rezension von: book1
    WOW. Ich hatte Gänsehaut und es hat mich mega mitgenommen, das was dort im Buch steht ist pure Wahrheit. Die Menschheit heute ist unglaublich. Ich freue mich die zwei andere Bücher zu lesen. In der Schule wird das Thema in diesem Buch täglich angesprochen und umso mehr finde ich das sehr wichtig. Ich liebe kitschige Bücher und das ist auch kitschig, ich Liebs.. Aber sie sind nicht gestorben?? 
    Bei mir war nicht alles klar... Aber mein Lieblings Buch....
  8. Cover des Buches Die Nachtigall (ISBN: 9783746636337)
    Kristin Hannah

    Die Nachtigall

     (472)
    Aktuelle Rezension von: LottenTotten

    Gerne lese ich historische Romane, die nicht vollgepackt sind mit Fakten, Namen und vielen politischen oder geschichtlichen Erklärungen.  Dazu gehört ,,Die Nachtigall,, 

    Man erlebt eine einzelne mitreißende Geschichte.

     Jedoch hat es mich nicht überaus emotional überrumpelt, weil mir auf poetischer Seite etwas gefehlt hat.  Jedoch gibt es davon genügend andere Literatur.  


  9. Cover des Buches Winter so weit (ISBN: 9783841503985)
    Peer Martin

    Winter so weit

     (37)
    Aktuelle Rezension von: buchfeemelanie

    Der erste Band hat mir sehr gut gefallen. Das Coverbild ist okay und den Titel finde ich gut.

    Von der Fortsetzung war ich dann doch sehr enttäuscht und ich habe es abgebrochen. Es war mir einfach zu langatmig geworden obwohl der Schreibstil immer noch gut ist.

    Nuri kann ich mit ihrer Sehnsucht und Rastlosigkeit gut verstehen. Aber gerade die Zeit in Syrien hat mich irgendwie so gar nicht gepackt.

    Ich habe es jetzt erst einmal abgebrochen und werde es in einiger Zeit noch mal lesen. 

    Gut gefällt mir, dass immer zum Ende eines Kapitels Stichworte zum googlen aufgelistet sind. 



  10. Cover des Buches Zeit zu leben und Zeit zu sterben (ISBN: 9783462019841)
    Erich M. Remarque

    Zeit zu leben und Zeit zu sterben

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Brian Brazzil
    Der junge Soldat Ernst Gräber hat keine wirkliche Hoffnung mehr, jemals seinen schon zweimal verschobenen Urlaub zu bekommen. Während er in einem russischen Dorf sitzt, Partisanen erschießen muss und tiefgründige Gespräche mit seinen Kameraden führt, die sich meistens um Leichen und Russen drehen, denkt er, obwohl betäubt vom Krieg, intensiv über seine Erlebnisse nach. Dann wird er abberufen, 3 Wochen Heimaturlaub. Er kommt mit großen Erwartungen, die schnell ernüchtert werden, in ein zerstörtes Werden, in eine Stadt mit Ruinen, voller Schutt, Dunkelheit und Angst. Die Suche nach seinen Eltern bleibt erfolglos, dafür lernt er Elisabeth kennen. Ihr Vater ist im KZ und sie wohnt mit einer Funktionärin der Nazis unter einem Dach. Aus einer zarten Annäherung wird schließlich eine Freundschaft, dann eine Zweckgemeinschaft. Die beiden heiraten, damit Elisabeth Geld vom Staat bekommt. Auch lernt Gräber einige weitere Personen und mit ihnen den Mikrokosmos der Schuttwelt kennen: Einen SS-Funktionär, der ihn mit Essen überhäuft, einen verrückter Luftschutzwart und einen Lehrer, der für der Untergrund arbeitet, um nur einige zu nennen. Sein Urlaub ist fast um, als Elisabeth und er sich plötzlich ineinander verlieben. Die beiden schaffen sich eine Idylle und finden Glück im Gegenüber. Doch Ernst muss wieder an die Front, die sich inzwischen der deutschen Grenze um 120 Kilometer genähert hat. Obwohl der größte Teil des Romans in der zerstörten Stadt Werden spielt, ist der Teil der an der Front spielt um einiges belebter, spannender und näher am Geschehen dran, was nicht heißt, dass der Rest schlecht ist, im Gegenteil. Er ist eben seicht, mit vielen Darstellungen des einfachen Glückes und mit vielen philosophischen Ausflügen, in die Herzen des Protagonisten und der anderen handelnden Figuren. Remarque zeichnet das Leben, welches in den Trümmern der Stadt weiter besteht, so genau, als hätte er es noch am selben Tag gesehen und sogleich niedergeschrieben. Einige Wiederholungen schmücken das Buch, als wären es spezielle remarquesche Stilmittel: Luftangriffe, das Trinken von Alkohol, das Reden über das Ende des Urlaubs, das Reden über die Liebe, das Leben und das Glück. In vielen Dialogen stellt Remarque die Beziehung zwischen Ernst und Elisabeth dar. Er schafft es dabei, das Thema Schuld ziemlich flach und unterschwellig zu halten und geht eher auf grundlegende Dinge ein. Die Dialoge sind teilweise wirkliche Meisterleistungen der Philosophie und des geschrieben Dialogs: “'Ich habe viel über sie nachgedacht Gräber. Und ich habe auch über das nachgedacht, was sie mir neulich gesagt haben. Es gibt keine Antwort darauf.' Pohlmann stockte und sagte dann leise: ' Nur eine. Man muss glauben. Glauben. Was bleibt uns sonst?' 'Woran?' 'An Gott. Und an das Gute im Menschen.' 'Haben sie nie daran gezweifelt?' fragte Gräber. 'Doch', erwiderte der alte Mann. 'Oft. Wie könnte ich sonst glauben?' „ Insgesamt wirkt der der Roman trotz, oder gerade wegen dieser Fülle, seltsam langatmig, aber man kann immer wieder in ihm versinken. Ein bisschen eintönig sind auch die kunstvollen Metaphern und Beschreibungen der Umwelt, doch wenn man auf den Roman zurückblickt, spürt man, dass sie ein nachhaltiges Bild hinterlassen haben. Alles in allem, bleibt Remarque ein Mann, der über den Krieg und seine Welt schreiben kann, ohne allzu offensichtlich zu kritisieren und ein Mann der über die Liebe schreiben kann, ohne sie zu kitschig oder pompöse auszuschmücken. Gerade letzteres, macht ihn zu einem wirklich lesenswerten Schriftsteller.
  11. Cover des Buches Der Koch (ISBN: 9783257239997)
    Martin Suter

    Der Koch

     (464)
    Aktuelle Rezension von: Milagro

    Die Geschichte an sich ist schon recht interessant. Mich hatte das Leben in der Fremde, das ungewöhnliche Arbeiten des Protagonisten angezogen. Die Idee mit dem genialen Koch, der auf Familienrezepte zurückgreift und still und ruhig die köstlichsten Gerichte für merkwürdige Leute schafft. Das ist insgesamt sicherlich  gut beschrieben, insbesondere die zugrundeliegende politische Situation in Sri Lanka, aufgrund derer der junge Mann in die Schweiz gekommen ist,  wird hier zeitgleich beleuchtet. Die Nöte der Familien, die inmitten der gewalttätigen Auseinandersetzungen verzweifelt auf den in der Schweiz arbeitenden Verwandten vertrauen. Der gesellschaftliche Druck, der auf diesem liegt, ist enorm. Das ist doch ein spannendes Thema, mit tollem Ansatz. Aber..... Ich wunderte mich, warum ich so wenig mitfühlend war, diese Geschichte ist doch traurig, das Leben für den Protagonisten ist schwer, er sehnt sich zurück in die Heimat, er versucht sich zu arrangieren. Da könnte man doch Mitleid empfinden. Ich hab all das lediglich verfolgt, ohne dass ich berührt wurde von der Geschichte. Mir schreibt Suter zu distanziert, ich lese den Text ohne viel Mitgefühl. Ich fand es unpassend, dass sich alles in  Wohlgefallen auflöst. 

    Ich hadere weiterhin mit Suter. Ich denke, das wird nichts mehr mit uns. 

  12. Cover des Buches Alles, was passiert ist (ISBN: 9783351050672)
    Yrsa Daley-Ward

    Alles, was passiert ist

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Buchstabenliebhaberin

    Ein Buch wie ein Gedicht. Edles Cover, wunderschön. Spiel mit Sprache, mit Worten und Raum, luftige Seiten.

    Yrsa erzählt ihre Geschichte, wie sie als Kind einer Jamaikanerin und eines Afrikaners im Nordwesten Englands groß wird. Die Mutter, Marcia, hat drei Kinder von verschiedenen Männern, die alle abwesend sind. Die Männer in ihrem Leben: Flaschen, unberechenbar, wenig hilfreich. Marcia schuftet, um Geld zu verdienen gibt sie die Kinder zu den Großeltern.

    Die Großeltern: ultra-fromme Siebenten-Tags-Adventisten. Eine Qual für die Kinder. Peinlich, sie können es kaum abwarten, wieder zurück zur Mutter zu kommen.

    Bis dahin ein wunderbares Buch, gut zu lesen. 

    Mit Yrsas Pubertät driftet das Buch allerdings ab. Die ungewöhnliche Schönheit, die ihre Macht als Lolita erkennt und benutzt. Die trinkt und Drogen konsumiert, Parties feiert. Hemmungslos, grenzenlos. Viel beliebiger Sex. Hier verschwimmt für mich auch das Geschehen im Buch, alles ist irgendwie rauschhaft, ungenau. Irgendwie belanglos, Yrsa triftet ab. So vorhersehbar. Oft schon so oder ganz ähnlich gelesen. Nichts besonderes mehr. Schade.

  13. Cover des Buches Submarino (ISBN: 9783453675957)
    Jonas T. Bengtsson

    Submarino

     (48)
    Aktuelle Rezension von: DarthEni
    Wir sehen die Welt so, wie wir sie sehen wollen. Wir ignorieren die Wahrheit und verdrängen alles Negative. Doch dieses Buch öffnet uns die Augen. Jonas T. Bengtsson knallt uns die Wahrheit, die Realität, das Leben knallhart auf den Tisch.

    Anfangs erfahren wir etwas über Nick, in dessen Leben sich alles um Gewalt, Kriminalität und Alkohol dreht. Er saß bereits im Gefängnis und wohnt jetzt in einem Wohnheim. Sein Leben verläuft trost- und hoffnungslos, der Alltagstrott ist nicht zu durchbrechen. Jeder Tag läuft ähnlich ab: Erst geht er ins Fitnesscenter, dann trinkt er Alkohol. Und fast jeden Tag denkt er an seine Ex-Freundin Ana, die ihn verlassen hat, nachdem sie ihm erzählt hat, dass sie schwanger ist. Nick erstickt diese Gedanken durch Alkohol.

    Ein kleiner Lichtblick in seinem Leben sind Sofie und Ivan, der Bruder seiner Ex. Sofie hat einen kleinen Sohn, den sie nicht sehen darf, und Nick versucht sie zu trösten - eben auf seine Weise. Auch den obdachlosen Ausländer Ivan, der die Erlebnisse während des Krieges nicht verkraftet hat, unterstützt er so gut es geht. Es scheint leicht aufwärts zu gehen, da geschieht etwas, was Nick wieder in ein tiefes, schwarzes Loch stürzen lässt ...

    Aber auch Nicks Bruder hat es nicht leicht. Alles, was für ihn zählt, sind die Drogen. Fast alles. Denn da ist noch sein kleiner Sohn Martin, um den er sich so gut es geht kümmert. Es gelingt ihm jedoch nicht immer so, wie er es sich wünscht, denn im Drogenrausch kann er sich ja kaum um sich selbst sorgen. Er hat ständig Angst, dass ihm sein Sohn weggenommen werden könnte. Nicht nur Nicks Leben scheint winzige, kaum sichtbare Lichtblicke zu haben, auch bei seinem Bruder schien es bergauf zu gehen. Als seine Frau mit Martin schwanger war, hörten die beiden damit auf, Drogen zu nehmen. Doch seine Frau hielt nicht langfristig durch und starb, als sie im Drogenrausch vor ein Auto lief. Das hat Nicks Bruder nicht verkraftet - er nahm wieder Heroin. Und von Zeit zu Zeit geht es immer wieder bergab, obwohl er selbst denkt, dass er dabei ist, sein Leben auf die Reihe zu kriegen.

    Dieses Buch zeigt deutlich, dass Menschen sowohl von der Gegenwart, aber auch von der Vergangenheit geprägt werden. Sie bestimmen nicht nur selbst über ihr Handeln, sondern werden von ihrer Umwelt, von ihrem sozialen Umfeld beeinflusst. Was wird aus einem Menschen, der schon seit seiner Kindheit nichts anderes als Gewalt, Einsamkeit, Drogen und Alkohol kennen gelernt hat? Die Antwort auf diese Frage wird durch "Submarino" beantwortet.

    Obwohl das Buch von der Stimmung her negativ ist, kann man es nicht aus der Hand legen. Manche Stellen sind so bildhaft beschrieben, dass man eigentlich erst einmal ein wenig Abstand von dem Buch bekommen möchte, aber man kann mit dem Lesen nicht mehr aufhören.

    Der Schreibstil ist anfangs gewöhnungsbedürftig, da die Sätze ziemlich abgehakt sind, passt aber zum Inhalt. Auf den ersten Seiten muss man sich noch durchbeißen, weil noch nicht ganz klar ist, um wen es überhaupt geht. Aber irgendwann lässt einen das Buch nicht mehr los. Spätestens im zweiten Kapitel wird es interessant, weil man erfährt, warum die Brüder so geworden sind, wie sie jetzt sind.

    Fazit: Wer keine Angst vor der rücksichtslosen Realtität, vor der hoffnungslosen, düsteren Seite des Lebens hat, der kann dieses Buch lesen. Menschen, die in ihrer Traumwelt leben und das Offensichtliche - die Wahrheit - verdrängen, obwohl sie uns von allen Seiten umgibt, sollten dieses Buch eher nicht lesen, da es brutal und schonungslos die Seite des Lebens zeigt, die viele von uns selbst noch nicht erlebt haben und hoffentlich auch nie selbst näher kennen lernen werden.
  14. Cover des Buches Mörder ohne Gesicht (ISBN: 9783423212120)
    Henning Mankell

    Mörder ohne Gesicht

     (969)
    Aktuelle Rezension von: Peradan
    Ein Polizist mit Macken und Makeln, macht ihn irgendwie Sympathisch. Die ganze Story ist wohl eher eine Gessellschaftskritik, diese Meinungsbildung hat mich ein wenig gestört. Wozu der zweite Fall dann noch eingebaut werden musste, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ausserdem mag ich Krimis bei denen man miträtseln kann, hier baut sich das eigentliche Ende auf den letzten 30 Seiten auf.
  15. Cover des Buches Der Russe ist einer, der Birken liebt (ISBN: 9783423142465)
    Olga Grjasnowa

    Der Russe ist einer, der Birken liebt

     (171)
    Aktuelle Rezension von: Catastrophia

    Das Buch hat gerade eine etwas traurige Aktualität,  denn der zurzeit wieder aufgeflammte Konflikt um Bergkarabach war der Grund für die Flucht der Protagonistin. Mascha kam mit ihrer Familie als Kleinkind aus Aserbaidschan nach Deutschland. Sie ist Jüdin, angehende Übersetzerin, spricht verschiedenste Sprachen fließend und möchte eigentlich zur UNO. Dann aber hat ihr Freund Elias einen Unfall, was sie komplett aus der Bahn wirft. Überstürzt fliegt sie nach Israel und muss sich zunehmend mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen.Sie flieht vor sich selbst, vor ihrer Vergangenheit, ihren Ängsten und Wünschen. Die Erfahrung mit früheren Erlebnissen beeinflusst ihren Umgang mit aktuellen Ereignissen.
    Mascha selbst ist nur schwer greifbar. Ich habe ihr gleichzeitig gewünscht, dass sie zur Ruhe kommt, weil ihre Rastlosigkeit auf fast jeder Seite deutlich wird, und doch fiel es mir schwer sie zu mögen. Ihre Flucht in Beziehungen und ihr Blick und Fokus auf Männer hat mich teilweise geärgert, manchmal wirkte sie egozentrisch auf mich, dann wieder vor allem verzweifelt, mal zielstrebig und mal verloren. Der Roman legt es aber auch nicht darauf an, die Protagonistin liebenswert darzustellen, sondern spielt mit dieser Ambivalenz und ständigen Suche. Gerade darin liegt eine ziemliche Stärke des Buchs. Am Ende geht es auch nicht darum, Maschas Umgang mit Trauer zu verurteilen, denn ihr Handeln hat Ursachen und ihr Charakter ist sehr komplex. Lediglich die teilweise stereotype Darstellung mancher Nebenfiguren hat mich etwas gestört.

  16. Cover des Buches Nach der Empörung (ISBN: 9783552063136)
    Klaus Werner-Lobo

    Nach der Empörung

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Sommerregen
    Laut einer Studie der Freien Universität Berlin denken "mehr als 60% der Deutschen, dass in ihrem Heimatland keine echte Demokratie herrsche, da die Wirtschaft und nicht die WählerInnen das Sagen hätten". (S. 44) Doch wie soll man der Politikerverdrossenheit entgegenwirken, wie kann man mit eigenem Engagement in Themen wie Tier-, Umwelt- und Klimaschutz, Asylpolitik, Arbeitsrecht oder Gleichberechtigung etwas bewegen?
    Auf 208 Seiten widmet sich der Aktivist und Autor Klaus Werner-Lobo dieser Thematik in vier Kapiteln. Dabei wird zuerst in dem wachrüttelnden Kapitel "Was kommt nach der Wut" auf die Missstände in unserer Gesellschaft und die allgemein herrschende Stimmung in Bezug auf Politik und Politiker eingegangen. Von Korruption und Misswirtschaft über Umweltzerstörung, Kriege und Flüchtlingspolitik bis hin zu der Frage, ob Politiker und Partein in der Lage sind, solche gesellschaftlichen Probleme zu lösen in der Lage sind, ist hier eine große Bandbreite an Aspekten verteten.
    In dem darauf folgenden Kapitel "Was tun?" werden zahlreiche Möglichkeiten aufgezeigt, wie man selbst aktiv werden und somit etwas bewegen kann. Dazu wird unter anderem darauf eingegangen, wie man sich organisiert oder welche Aktionsmethoden (z.B. Boykotte, Kulturveranstaltungen, Demonstrationen oder ziviler Ungehorsam) es gibt, welche Gefahren sie bergen, wann sie überhaupt in Betracht zu ziehen sind und so weiter. Dabei wird auf auch Aktionen verwiesen die bereits etwas bewirken konnten, was dem Leser Mut zu handeln vermittelt.
    Im nächsten kurzen Kapitel "Demokratie neu gestalten" werden Alternativen für eine Demokratie wie sie zur Zeit praktiziert wird gegeben und zur Entmachtung der Herrschenden und Ermächtigung der Zivilbevölkerung aufgerufen.
    Schließlich befasst sich das letzte Kapitel mit erfolgreichen Initiativen und Aktionen verschiedener Tätigkeitsbereiche. Diese werden sehr anschaulich, übersichtlich und verständlich vorgestellt, wobei auch auf Aktionsraum, Träger, Gegner, Ziele, Aktionsmethoden, Erfolge, die Frage wie man sich dort einbringen kann und ähnliche Initiativen eingegangen. So erhält man einen guten Überblick und kann sich darüber hinaus noch weiter informieren, was mir sehr gefällt.

    Mir gefällt das Buch aufgrund der sachlichen Schreibweise sehr, auch die vielen Studien und anderen Belege zeigen, dass sich der Autor intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt hat. Auch ist das Buch sehr verständlich und macht Mut, endlich aktiv zu werden.

    Deswegen kann ich dieses Buch jedem, der etwas verändern möchte sehr ans Herz legen und vergebe 5/5 Sterne
  17. Cover des Buches Die Nacht, die Lichter (ISBN: 9783596511341)
    Clemens Meyer

    Die Nacht, die Lichter

     (63)
    Aktuelle Rezension von: Konrad22
    Clemens Meyer kann schreiben - ohne Frage!
    Aber seine Inhalte - sorry, ich möchte sie nicht lesen.
  18. Cover des Buches Marionetten (ISBN: 9783939716815)
    John le Carré

    Marionetten

     (66)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    ... handelt von einem jungen Tschetschenen, der auf dubiosen Wegen nach Hamburg und zwischen alle Fronten gelangt.

    Issa Karpow, Sohn eines korrupten russischen Generals kommt nach Hamburg, um dort sein Erbe - das Schwarzgeld seines Vaters - anzutreten. Schnell stellt sich heraus, dass Issa in verschiedenen Ländern in Gefängnissen sass. Ebenso schnell werden deutsche, britische und amerikanische Geheimdienste auf ihn aufmerksam. Zumal Geheimdienste auch bei der Einrichtung des Schwarzgeldkontos ihre Finger im Spiel hatten.

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    Le Carre baut hieraus eine vielschichtige Geschichte auf, die den Leser dazu zwingt, sich Gedanken zu machen.

    Neben Issa  spielen 

    • + eine junge Anwältin, die die Interessen von Flüchtlingen in Deutschland vertritt,
    • + ein alternder britischer Privatbankier, der die Schwarzgeldkonten als eine Belastung aus der Vergangenheit empfindet,
    • + die ineffizienten deutschen Geheimdienste, die aus dem Schatten ihrer angelsächsischen Kollegen hervortreten wollen und nach den Attentaten von 2001 "alles richtig machen" möchten und
    • + ein geheimnisvoller, islamischer Gelehrter die Hauptrollen.

    Alle Personen werden gut charakterisiert - ich konnte mich leider mit keiner Person identifizieren.

    Le Carre beschäftigt sich zu weilen ein wenig langatmig mit den Beweggründen einer jeden Fraktion und man fragt sich, ob nicht alle Marionetten sind.

    Am Ende kommt es zu einem recht überraschenden und plötzlichen Showdown und der Leser bleibt mit der Frage zurück, ob man nun tatsächlich Terroristen dingfest gemacht hat oder Unschuldigen terroristische Aktivitäten untergeschoben hat.

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    Mein Fazit: lesenswert

    Ein gut geschriebener Roman, um das auch Jahre später noch aktuelle Thema, wie weit dürfen Geheimdienste gehen dürfen, um unseren westlichen Lebensstil zu schützen. 

    Punkteabzug gibt es von mir dafür, dass der Roman seine Längen hat und leider nur mäßig spannend ist.


  19. Cover des Buches Als der Teufel erwachte (ISBN: 9783954519804)
    Jennifer B. Wind

    Als der Teufel erwachte

     (39)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin

    In einer Werkstatt in Wien finden zwei Mechaniker bei einer Reparatur zwei Leichen im Kofferraum eines Autos. Die Halterin des Wagens hat keine Ahnung, wie diese in ihr Fahrzeug gelangen konnten. Es stellt sich heraus, dass es sich bei den männlichen Leich um zwei Flüchtlinge handelt. In Mordverdacht gerät alsbald ihr gewalttätige Exmann, der Serben Milanovic, der jede Schuld von sich weist. Er räumt ein, mit Schmugglern zu kooperieren und dafür heimlich den Wagen seiner Exfrau benutzt zu haben, mit Schleppern habe er allerdings nichts zu tun. Im Zuge der Ermittlungen werden weitere tote Flüchtlinge aufgefunden. 

    "Als der Teufel erwachte" ist der Nachfolger des Kriminalromans "Als Gott schlief" um die Kriminalkommissarin Jutta Stern, Polizeipsychologe Tom Neumann und ihren Chef Georg Kunze. Der zweite Band der Reihe setzt wenige Wochen nach dem Klerikerfall ein. Tom ist frisch zurück aus den USA von seiner Hospitation beim FBI, Georg nach seinen Verletzungen genesen - nur Jutta weilt noch in Asien, um ihren Vater zu suchen, benötigt aber auch eine Auszeit, um den Fehler aus dem letzten Fall zu verdauen und den Tod ihres Ehemanns zu verarbeiten. 

    Der Roman setzt sich aus drei Handlungssträngen zusammen: Die Ermittlungen im aktuellen Fall der Schleuserkriminalität, Juttas tragisches Privatleben und die dramatischen und brutalen Umstände für die Millionen von Flüchtlingen auf ihrem Weg nach Europa, die anhand herausgehobener Einzelschicksale geschildert werden. Band 2 klärt damit die noch offenen Fragen in Bezug auf Juttas Privatleben aus Band 1 und ist mit der Thematik um die Flüchtlinge gerade wieder brandaktuell. 

    Das Buch ist eine Mischung aus Drama und Kriminalroman. Aufgrund der sehr eindringlichen Schilderungen der Situation der Flüchtlinge auf der Flucht, in Auffanglagern oder als Asylsuchende in ihren Zielen in Europa ist spürbar, wie sehr dieses Thema die Autorin bewegt hat. Jedes einzelne Schicksal, das nur ein Beispiel für viele Flüchtende ist, ist bewegend. Die Autorin beschönigt nichts, die Route nach Europa, die Grausamkeit der Schlepper und die schier unerträglichen Bedingen in den Flüchtlingslagern wird auf brutale Art und Weise wiedergegeben. 

    Die Aufklärung der Todesfälle gerät dabei fast ein wenig in den Hintergrund, ist jedoch dennoch spannend, da lange nicht durchschaubar ist, wie die einzelnen Fälle miteinander zusammenhängen. Die Ermittlungen und die dazu gehörigen Protagonisten sind glaubwürdig dargestellt. Jede Hauptfigur hat ihre persönlichen Eigenarten, die sie menschlich und authentisch machen. 

    "Als der Teufel erwachte" ist für mich kein Thriller, aber ein spannender Kriminalroman, der realitätsnah und (leider) nach wie vor aktuell ist und mit der zwischen den Zeilen zu lesenden Sozialkritik dem Krimi noch eine zusätzliche Komponente gibt, die ihm mehr Tiefe verleiht. 

  20. Cover des Buches Es muss brennen: Geschichten zu den Themen Asyl und Culture Clash (ISBN: 9781535183451)
    Mart Schreiber

    Es muss brennen: Geschichten zu den Themen Asyl und Culture Clash

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Waschbaerin
    Bei diesem Buch handelt es sich um ein recht dünnes Exemplar, welches auch noch zwei Kurzgeschichten zum Thema Flüchtlinge enthält. Dass diese Kurzgeschichten nur an der Oberfläche kratzen, ergibt sich durch die Kürze von selbst.

    Bei der ersten Story geht es um Gewalt, genauer gesagt um eine versuchte Vergewaltigung durch Flüchtlinge an einem jungen Mädchen, die neue, noch schlimmere Gewalt nach sich zieht. Am Ende gibt es nur Verlierer.

    Das Thema ist brisant und ganz sicher von Interesse. Leider vermisse ich bei dieser Kurzgeschichte etwas den Tiefgang. Mir bleibt das alles  zu sehr an der Oberfläche. Jemand, der sich der rechten Szene zuwendet, wird sicherlich nicht morgens wach und sagt: "Ich tue meinem Freund einen Gefallen und werfe einen Brandsatz". Woher stammt diese kriminelle Energie? Alles im Leben hat eine Vorgeschichte, die hier nicht erzählt wird. Es wäre in meinen Augen wünschenswert, wenn der Autor die jungen Männer - in ihrer Persönlichkeit - dem Leser näher bringen würde.

    Schwierigkeiten bereiteten mir mehrere Ausdrücke, bzw. Sätze, die für mich keinen Sinn ergaben. Nach der Anfrage beim Autor wurde mir erklärt, diese seien aus der Umgangssprache (in Österreich) entnommen. Mein Vorschlag wäre, kurze Erklärungen für diese Wörter am Ende des Buches zu geben. Der Verständlichkeit wegen.

    Die zweite Kurzgeschichte ist etwas fürs Herz - ganz so, wie man es liebt, damit man am Ende des Buches den Deckel schließen kann und zufrieden ist.

    Ein junger Mann verliert einen größeren Geldbetrag auf der Straße. Ein Flüchtlingsjunge sieht es, hebt die Scheine auf und gibt sie dem jungen Mann zurück. Anstatt des Finderlohns bekommt der Junge eine Visitenkarte und steht kurze Zeit später mit seiner ganzen Familie bei der angegebenen Adresse vor der Haustür. Diese Menschen bekommen kein Asyl in Österreich, wollen aber nicht mehr zurück und wissen nun nicht wie es weiter geht.

    Der junge Mann, der zuvor wohl mehr mit sich und seiner Freundin, einer unterkühlten Anwältin, beschäftig war und nicht sonderlich über Flüchtlinge nachgedacht hatte, wird nun gefordert und muss sich entscheiden, wie er sich verhält. Welchen Weg geht er? Das will ich hier nicht verraten.

    Auch diese Geschichte ist mir für das, was darin steckt, etwas zu kurz geraten, wodurch sie  plakativ bleibt. Wie gesagt, es ist im Grunde etwas fürs Herz.

    Beide Kurzgeschichten haben Potential, was aber in keinster Weise ausgeschöpft wurde. Vieles verharrt im Klischeehaften.

    Insgesamt entsprechen die Kurzgeschichten nicht so meinem Lesegeschmack. Mit 2,5 Sternchen wäre das Büchlein für mein Dafürhalten richtig bewertet. Doch da dies nicht möglich ist, will ich positiv entscheiden und gebe 3 Sternchen.

  21. Cover des Buches Korrosion (ISBN: 9783740800406)
    Peter Beck

    Korrosion

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Magicsunset
    „Die Frage war der Bluthund der Intelligenz.“ (Zitat Seite 55)

    Inhalt:
    1971 stirbt ein Bäcker in seinem Backofen. Mehr als vierzig Jahre später wird seine Witwe während der Weihnachtstage ermordet. Ihr Aktiendepot in zweistelliger Millionenhöhe wird seit Jahrzehnten von einer angesehenen Schweizer Privatbank verwaltet. Ihre Anweisungen für den Todesfall legen fest, dass ihr Testament erst vollstreckt werden darf, wenn geklärt ist, welches ihrer drei Kinder damals für den Tod ihres Ehemannes verantwortlich war. Tom Winter, dem erfahrenen Sicherheitschef der Bank fällt die schwierige Aufgabe zu, die drei möglichen Erben zu finden und den Sachverhalt zu klären.

    Thema und Genre:
    In diesem spannenden Buch, einzuordnen zwischen Roman und Thriller, geht es um aktuelle, wichtige Themen wie Flüchtlinge, Missbrauch und Umwelt, aber auch um Familie. Eine Kernfrage dreht sich um Ursache und Wirkung und den Graubereich zwischen Schuld und Gerechtigkeit. Die Finanzwelt bleibt im Hintergrund.

    Charaktere:
    Tom Winter ist ein erfahrener Ermittler und sein Einsatz bewegt sich zwischen psychologischen und körperlichen Herausforderungen, die ihn an seine Grenzen bringen. Private Befindlichkeiten setzt der Autor maßvoll und nur dort ein, wo es für die Handlung wichtig ist.

    Handlung und Schreibstil:
    Orte der Handlung sind neben der Schweiz die Azoren, England und Deutschland und der Handlungszeitraum erstreckt sich über wenige Wochen zwischen Ende Dezember und Ende Januar. In einem zweiten Handlungsstrang wird der abenteuerliche Weg eines Flüchtlings aus dem Sudan bis nach Europa beschrieben. Beide Erzählstränge sind trotz der intensiven Schilderungen knapp und rasant geschrieben, was die Geschichte dicht und packend macht.

    Fazit:
    Ein anspruchsvoller Thriller mit Tiefgang und Themen, die den Leser nachdenklich stimmen. Dazu eine spannende Handlung mit rasanten Abläufen und einem smarten Ermittler, eine sehr gelungene Kombination.

  22. Cover des Buches Funkenflieger (ISBN: 9783423260190)
    Rita Falk

    Funkenflieger

     (81)
    Aktuelle Rezension von: Sewsteffireads

    Das Buch Funkenflieger  ist ein sehr lesenswerter Roman. Die Geschichte ist eine Liebesgeschichte und gleichzeitig auch eine Geschichte über Freundschaft,  Familie und Zusammenhalt. Es macht wirklich Spaß dieses Buch zu lesen und am Ende freut man sich über ein klassisches happy end. 

  23. Cover des Buches Eine Handvoll Rosinen (ISBN: 9783218009973)
    Daniel Zipfel

    Eine Handvoll Rosinen

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Sikal

    Traiskirchen 2003: Jedem Österreicher ist das größte Flüchtlingslager des Landes ein Begriff. Ludwig Blum, penibler Beamter bei der Fremdenpolizei entscheidet in seiner Funktion über das Hier und Jetzt von Menschen. Menschen voller Angst, Hang zur Selbstverstümmelung und der Suche nach Heimat. Sein Gegenspieler ist der Afghane Nejat Salarzai, Schlepper und Organisator für neue Dokumente & Co.

    Während Blum sich wie ein Ertrinkender an Paragraphen klammert, für seine Handlungen den Staat vorschiebt, erfährt man, dass auch er bereit war Grenzen zu überschreiten und für einen kurzen Moment die Bürokratie zu vergessen.

    „Eine moralische Verpflichtung haben wir gehabt! Denn niemals darf der Dienst über die Moral gestellt werden! Wir sind zuallererst nämlich Menschen.“

    Nejat Salarzai erzählt ruhig und lächelnd seine Vorstellungen, seine Forderungen (oder sind es Drohungen) und betont laufend, dass er sich um sämtliche Probleme kümmert. Er zieht Blum in einen schmutzigen Strudel der Mittäterschaft, verleitet ihn zum Amtsmissbrauch um letztendlich wieder alles in die richtige (seine) Richtung laufen zu lassen.

    Der Autor, Daniel Zipfel, arbeitet als Rechtsbeistand für Flüchtlinge und leitet sie durch die Bürokratie unseres Landes. Durch seine Erfahrungen wirkt die Geschichte nicht konstruiert sondern authentisch, seine Charaktere nicht überlegen und platt sondern menschlich mit sämtlichen Fehlern und Schwächen, die dazu gehören. Nicht alles wird erklärt, vieles liest man zwischen den Zeilen.

    Diese fiktive Schacherei über das Schicksal und das Leben von Menschen - nur ein Geschäft, nicht mehr. Rosinen als Zahlungsmittel innerhalb dieser Gruppe, Entscheidungen über Leben und Tod ohne mit der Wimper zu zucken.

    Traiskirchen 2016: Die Geschichte könnte genauso in der heutigen Zeit spielen. Es hat sich nichts verändert, die Aktualität ist ungebrochen. Was wir leider häufig vergessen: Wir sind zuallererst nämlich Menschen …

  24. Cover des Buches Ein Mitbewohner zum Verlieben (ISBN: 9783960870500)
    Fiona Winter

    Ein Mitbewohner zum Verlieben

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Aloegirl

    Das Buch ist die Neuauflage von: Ein Mitbewohner zum Verlieben. Es ist eine witzige sowie eine humorvolle Geschichte, die auch das Thema der Selbstfindung sowie die Erwartung der Gesellschaft an einem aufgreift. Ich mochte Maya und Felix von Anfang an. Ich musste bei ihren Streitereien oft lächeln. Maya tat mir leid, denn sie hat es nicht verdient von anderen blöd angemacht zu werden, nur weil sie noch kein Studium fertig hat und auch keinen standesgemäßen Beruf hat. Feliss und Mayas Vergangenheit hat mich berührt.

    Mir hat das Buch sehr gefallen. Man hat das Prickeln zwischen Maya und Felix richtig gespürt. Ich mochte die Beiden sehr. Auch mein Kopfkino kam nicht zu kurz. Holt euch das Buch, denn sonst entgeht euch eine tolle Geschichte.

     

     

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