Bücher mit dem Tag "athen"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "athen" gekennzeichnet haben.

42 Bücher

  1. Cover des Buches Papyrus (ISBN: 9783257248173)
    Irene Vallejo

    Papyrus

    (167)
    Aktuelle Rezension von: Alrik

    Beim Aufschlagen von Papyrus legt sich ein Sog über die Sinne: Werkstätten am Nil erscheinen vor dem inneren Auge, bleiche Rollen rascheln, und Hände falten Worte wie zarte Blätter. Die Lektüre fühlt sich an wie eine Entdeckungsreise durch eine Welt, in der Bücher nicht nur Gegenstände, sondern lebendige Brücken zwischen Zeiten sind. Vallejo schreibt mit einer Wärme, die Wissen tragbar macht; ihre Szenen sind anschaulich, voller kleiner Helden — Buchhändler, Schreiber, eine Nonne, die Schriften bewahrt — und jede von ihnen hinterlässt ein Bild, das nachklingt.


    Die Verbindung von erzählerischem Schwung und fundierter Forschung beeindruckt: Fakten werden nicht trocken aufgereiht, sondern in Geschichten eingebettet, so dass das Lesen selbst zur Handlung wird. Manchmal verlangt die Fülle an Exkursen aktive Aufmerksamkeit; der rote Faden löst sich stellenweise auf, und gelegentliche Abschweifungen fordern Geduld. Genau hier liegt aber auch der Reiz: Wer bereit ist, sich treiben zu lassen, wird mit überraschenden Einsichten belohnt.


    Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Bücher mehr sind als Information — sie sind Überlieferung, Rettung und Widerstand gegen das Vergessen. Für alle, die Geschichte fühlen möchten und Lust auf ein leidenschaftlich erzähltes Sachbuch haben, ist Papyrus ein bereichernder Schatz. Wer eine streng lineare Darstellung sucht, könnte sich stellenweise geordnetere Strukturen wünschen. Insgesamt aber hat dieses Buch den Blick auf das geschriebene Wort vertieft und lange nachklingen lassen.

  2. Cover des Buches Der Fall des Präsidenten (ISBN: 9783734111099)
    Marc Elsberg

    Der Fall des Präsidenten

    (146)
    Aktuelle Rezension von: JourneyGirl

    Ich war absolut begeistert von diesem Buch!!! Es ist spannend bis zur letzten Seite und das Ende finde ich sehr gut! Der Ex-Präsident, der verhaftet wird, heißt Douglas Turner. Initialen: D.T.!!! Es gibt aktuell auch einen amerikanischen Ex-Präsidenten mit den selben Initialen. Das hat mir ein Schmunzeln entlockt! Die Person in dem Buch ist frei erfunden. Aber meiner Meinung nach ist Turner charakterlich schon ähnlich beschrieben wie der reale aktuelle Ex-Präsident. Grins! Die Geschichte ist absolut durchdacht und ich finde das Buch super geschrieben. Die Kapitel sind recht kurz, was ich angenehm finde. Ein absolutes Meisterwerk, das ich nur weiterempfehlen kann!!! Realität und Fantasie sind so genial miteinander verschmolzen, dass man nicht erkennen kann, wo die Realität aufhört und die Fantasie anfängt. Wahnsinnig gut umgesetzt. Die Charaktere der Hauptpersonen sind sympathisch. Ich habe das  Buch so schnell gelesen, weil ich es nicht mehr weglegen konnte! Sogar über verschiedene Kapitel habe ich hinweg gelesen, so spannend, wie es war! Top! Daumen hoch!

  3. Cover des Buches Percy Jackson erzählt: Griechische Heldensagen (ISBN: 9783551556714)
    Rick Riordan

    Percy Jackson erzählt: Griechische Heldensagen

    (124)
    Aktuelle Rezension von: wordworld

    Als Fan von Rick Riordans Percy Jackson Universum kommt man um die beiden Bände "Percy Jackson erzählt" nicht herum, weshalb ich sie in den letzten Tagen als Hörbücher gehört habe. In den Bänden rund um Götter- und Heldensagen liefert er eine urkomische, zugleich lehrreiche Nacherzählung der griechischen Mythen. Dabei decken die Bücher den gesamten Bogen der griechischen Mythologie ab: Beginnend bei der Entstehung des Universums und der Geburt der Titanen, über den Aufstieg der zwölf Olympier, den ersten Monstern bis zu den Halbgöttern, die zu bekannten Heldinnen und Helden werden, werden die wichtigsten Mythen und Figuren abgedeckt. Vieles wusste ich dabei schon, einiges war mir aber auch neu, sodass die beiden Bände mindestens so lehrreich wie kurzweilig sind. 

    "Also los geht’s. Zuerst werde ich euch erzählen, wie die Welt erschaffen wurde. Dann gehe ich eine Liste von Göttern durch und gebe zu jedem meinen Senf dazu. Ich hoffe nur, ich mache sie nicht so wütend, dass sie mich einäschern, ehe … AAAHHHHHHHHHH! War nur ein Witz. Bin immer noch hier. Also, jedenfalls fange ich jetzt mit dem griechischen Schöpfungsbericht an, der übrigens das totale Chaos ist. Setzt eure Schutzbrillen auf und zieht einen Regenmantel an. Es wird Blut fließen!"

    Das Beste an den Büchern: Sie werden wie der Titel schon sagt aus der Perspektive unseres Lieblingshelden Percy erzählt. Das gibt dem Erzählstoff einen unterhaltsamen, persönlichen Touch. Mit typisch schwungvollen Schreibstil mit grandiosem Humor, der weder die Handlung noch seine Figuren zu ernst nimmt wird die griechische Mythologie augenzwinkernd zum Leben erweckt. Wo man an der passgenauen Darstellung der Mythologie Rick Riordans frühere Tätigkeit als Geschichtslehrer ablesen kann, erkennt man in seinem Schreibstil wieder, dass er auch Englisch unterrichtet hat. Der vielfach ausgezeichnete Jugendbuchautor sorgt hier mit ganz viel Charme dafür, dass Groß und Klein sich für jahrhundertalte Mythen begeistern. Mit von der Partie sind natürlich auch wieder die irrwitzigen Kapitelüberschriften, die Percys Markenzeichen sind. So lesen wir beispielsweise Kapitel mit den Titeln "Artemis lässt das Todesschwein los", "Psyche zweckentfremdet eine Dose Schönheitscreme", „Apollo singt, tanzt und erschließt Leute“, "Atalante vs. drei Stück Obst: der tödlichste Kampf aller Zeiten" oder „Zeus killt sie alle“. Wer möchte da nicht sofort losstöbern?!? 

    "Trotzdem schrie er: »Meine Geschwister, ein Prosit! Mit uns beginnt ein goldenes Zeitalter!" Und wenn ihr auf jede Menge Lügen, Diebstahl, Verrat und Kannibalismus steht, dann lest weiter, denn in dieser Hinsicht war es definitiv ein goldenes Zeitalter."

    Allerdings sollte man sich nicht von der lustigen, kindlichen Aufmachung täuschen lassen - da die griechischen Mythen bekanntermaßen recht brutal sind, sollte man die Altersempfehlung einhalten. Auch wenn einige Szenen entschärft und in den Worten eines Teenagers verpackt werden, geht es nun mal immer wieder um mit der Sense zerstückelte Körper, lebendig verschlungene Götter oder abgezogene Haut. So sollte man durchaus ernst nehmen, wenn Percy uns warnt, bevor es ans Eingemachte geht: „Wenn ihr wollt, könnt ihr euch jetzt übergeben. Oder wartet noch, es wird noch schlimmer...“. Auch wenn dem Autor an den allermeisten Stellen die Balance zwischen jugendlicher Verpackung und realistischer Wissensvermittlung sehr gut gelingt, muss ich allerdings ergänzend kritisch anmerken, dass er es manchmal leider verpasst, das Verhalten der Götter in den richtigen Kontext zu setzen. Besonders übergriffiges Verhalten und Machtmissbrauch der Götter wird oft verharmlost. Wenn hier Titaninnen, Göttinnen oder Sterbliche sexuelle Gewalt erfahren, darf diese gerne auch als solche benannt werden. Dennoch: Trotz kleiner Schwächen gelingt Rick Riordan hier eine erfrischende, pointierte und äußerst unterhaltsame Nacherzählung der griechischen Mythologie.

    "Aber der beste Grund, über die alten griechischen Götter zu lesen, ist, dass ihr euch danach besser fühlt. Egal, wie übel das Leben euch gerade mitspielt, diese Jungs und Mädels waren noch viel schlimmer dran. Die haben bei den himmlischen Strohhalmen wirklich den kürzeren gezogen"

     

    Fazit

    Mit "Percy Jackson erzählt Götter- und Heldensagen" beweist Rick Riordan einmal mehr, dass er Geschichten wie kein Zweiter zum Leben erwecken kann. Wer Percy Jackson liebt, wird auch diese beiden Bände verschlingen. Und selbst wer die Mythen schon kennt, entdeckt sie hier neu: chaotisch, brutal, – und vor allem urkomisch.

     

  4. Cover des Buches Der große Plan (ISBN: 9783462053364)
    Wolfgang Schorlau

    Der große Plan

    (38)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Eigentlich will und kann man es nicht mehr hören: Griechenlandkrise, drohende Staatspleite, Korruption und Schattenwirtschaft und über allem verschiedene Euro-Rettungsschirme zur Rettung Griechenlands. Zu lange geht bereits diese ewige hin und her – und oft versteht man nur noch Bahnhof. Irgendwie kann man sich noch daran erinnern, dass Griechenland bei den Zahlen, die als Aufnahmekriterien für den Euro-Beitritt von der EU festgelegt worden waren, „getürkt“ hat. Kann hier ein Krimi die möglicherweise entstandene Lethargie ein wenig aufmischen?

    Wer die bisherigen „Dengler-Fälle“ kennt, wird hier relativ verlässlich Zustimmung signalisieren, die in dieser Hinsicht noch unbedarften Leser werden durch die gekonnte Verschmelzung von Realität und Fiktion wohl ebenfalls schnell in den Bann einer Mischung aus Spannung, Aktualität und Rückblick hineingezogen werden. In diesem für Dengler-Verhältnisse „großen Fall“ (das Außenministerium ist Auftraggeber) gibt es neben einer neuen Mitarbeiterin (natürlich so hübsch und intelligent, dass Dengler zwischen ihr und seiner Olga hin und her gerissen ist …) ein ganzes Team von Zuarbeitern – in Person seiner altbekannten Freunde sowie seinem Sohn. 

    Durch eine geschickt inszenierte Aufgabenverteilung innerhalb des Teams gelingt es dem Autor nicht nur Hintergrund und Lösungsbemühungen der Entführung einer Mitarbeiterin des Auswärtigen Amtes spannend in Szene zu setzten, sondern auch Details der sogenannten Griechenlandkrise (nebst den Vorurteilen zur griechischen Mentalität) verständlich darzustellen. Zwar geschieht dies in einer abgespeckten Version, aber insgesamt wohl so gut recherchiert (wird am Schluss des Buches dargestellt), dass die Kernaussagen wohl korrekt sind. So erfährt man etwas über die Zusammenhänge von Real- und Finanzwirtschaft, von Geldströmen, dem von Gier und Macht vernebelten Vorgehen der internationalen Banken (die „Großen 14“), von sogenannten Swaps   und anderen Möglichkeiten sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern.

    Eigenbunden ist der Fall in die Verbrechen der deutschen Wehrmacht in Griechenland im zweiten Weltkrieg – und deren Auswirkungen bis in die Jetztzeit (Stichwort: Zwangsanleihen). Es tut körperlich weh, sich mit den von deutschen Soldaten verübten Gräueltaten auseinanderzusetzten. Aber es hilft, die berechtigten Anliegen der Griechen besser zu verstehen. Zumal offensichtlich die Entschädigungszahlungen durch geschickte Formulierungen (wer da auch immer mit wem gekungelt hat …) im „Zwei-plus-Vier-Vertrag“ (kein Friedensvertrag) bislang vermieden werden konnten.

    Nach der Lektüre dieses Krimis wird man wohl mit etwas anderen Augen auf die Griechen und die sogenannte Griechenlandkrise blicken. Hut ab für eine gekonnte Mischung aus Spannung und Aufklärung.

    (19.11.2018)

  5. Cover des Buches Einmal mit der Katze um die halbe Welt (ISBN: 9783833871238)
    Martin Klauka

    Einmal mit der Katze um die halbe Welt

    (74)
    Aktuelle Rezension von: Carry1980

    Eigentlich habe ich mit Motorrädern und Katzen nicht viel am Hut - eigentlich :-) Aber der Inhalt und vor allem auch die Fotos dieses Romanes haben mich geflasht, so dass ich es mir geholt habe. Und was soll ich sagen - direkt von Seite 1 war ich mitten im Abenteuer von Martin, seinem Motorrad (Königin) sowie der süßen Mogli (Prinzessin), Fundkatze und Reisebegleiterin.

    Ein ganz toller Reisebericht und ich habe bei den einzelnen Ländern mitgefiebert und Mogli hat einige Herzen im Sturm erobert und die eine oder andere Türe geöffnet, auch wenn es nicht nur Katzenliebhaber gab. Und wer bringt schon sein Haustier mit in den Supermarkt. Da Mogli eine Freigängerin ist, hat sie  - wie ich finde - ein absolut perfektes Katzenleben! Die beiden sind ein unschlagbares Team. Die Fotos dazu fand ich eine totale Bereicherung der Geschichte. Auch das Martin auf so viele hilfsbereiten und sehr gastfreundlichen Bewohner getroffen hat! Ich habe keine 3 Tage für das Buch gebraucht und freue mich schon auf den Fortsetzungsroman!

  6. Cover des Buches Faule Kredite (ISBN: 9783257242065)
    Petros Markaris

    Faule Kredite

    (30)
    Aktuelle Rezension von: lesezeitmitmama

    Griechenland steckt in der Krise. Die hohe Staatsverschuldung führt dazu, dass diverse Sparmaßnahmen getroffen werden müssen. Auch die Familie Charitos ist davon betroffen und muss den Gürtel enger schnallen. Währenddessen kommt es innerhalb von wenigen Tagen zu zwei Morden. Beides Banker und enthauptet. Wer ist für ihren Tod verantwortlich?

    "Faule Kredite" ist der sechste Fall von Kommissar Kostas Charitos. Nachdem die letzten beiden Bände mich nicht überzeugen konnten, ist es Petros Markaris hier wieder gelungen. Ein spannender Kriminalfall auf ganzer Linie - ich bin begeistert! 

    Ich werde definitiv bald den siebten Band lesen. :⁠-⁠)

  7. Cover des Buches Griechisches Geheimnis (Nick-Zakos-Krimi 3) (ISBN: 9783548289090)
    Stella Bettermann

    Griechisches Geheimnis (Nick-Zakos-Krimi 3)

    (9)
    Aktuelle Rezension von: Sigismund
    Nach "Griechischer Abschied" und "Griechische Begegnung" ist dieser im Mai 2017 im Ullstein-Verlag erschienene Urlaubs-Krimi "Griechisches Geheimnis" schon der dritte Roman von Stella Bettermann um den in München lebenden griechisch-deutschen Kommissar Nick Zakos. Diesmal muss er in Piräus seiner Stiefmutter Dora helfen, die unter dem Verdacht steht, den am selben großen Fall arbeitenden Staatsanwalt ermordet zu haben. Natürlich unterscheidet sich dieser Urlaubs-Krimi kaum von anderen Büchern dieses beliebten Genres, doch ist es der als Griechenland-Kennerin ausgewiesenen Autorin nicht nur gelungen, dem Leser die entsprechende Atmosphäre des Landes durch Landschafts- und Ortsbeschreibungen authentisch zu vermitteln, sondern die Bestseller-Autorin ("Ich trinke Ouzo, was trinkst du so?") schaffte es zugleich, einen durchaus spannenden Krimi zu schreiben. Natürlich darf man bei Stella Bettermann nicht alles allzu ernst nehmen. Der Schreibstil mit deutlichem Augenzwinkern macht auch dieses Buch zu einer lockeren und vergnüglichen Feierabend-Lektüre. Ich habe den Roman jedenfalls gern gelesen.
  8. Cover des Buches Der Römer (Demetrios-serien 1) (ISBN: 9788711461587)
    Lasse Holm

    Der Römer (Demetrios-serien 1)

    (5)
    Aktuelle Rezension von: anke3006
    Rom, 91 v. Chr.: Senator und Volkstribun Marcus Livius Drusus bricht auf der Türschwelle seines Hauses tot zusammen. Man hat ihn vergiftet! Der griechische Arzt Demetrios erklärt sich widerwillig bereit, das Verbrechen aufzuklären. Seine Ermittlungen führen ihn durch alle Gesellschaftsschichten Roms. Vor dem Hintergrund eines beeindruckenden Panoramas entfaltet sich eine Welt voller Intrigen, Verrat und politischer Verschwörungen. Lasse Holm hat hier einen sehr spannenden, historischen Krimi geschrieben. Es ist gut recherchiert und man erlebt ganz direkt das antike Rom. Die verschiedenen sozialen Schichten sind wirklich sehr gut beschrieben. Die Figur des griechischen Arztes hat mir gut gefallen, ihn bei diesem Fall zu begleiten war sehr spannend. Die Kapitel sind sehr kurz, man wird immer wieder verführt "nur noch kurz ein Kapitel" zu lesen. Mir hat es gut gefallen und ich freue mich auf neue Fälle von Demetrios.
  9. Cover des Buches Perikles (ISBN: 9783406763007)
  10. Cover des Buches Hellas Channel (ISBN: 9783257603224)
    Petros Markaris

    Hellas Channel

    (53)
    Aktuelle Rezension von: lesezeitmitmama

    Janna Karajorgi, Reporterin für Hellas Channel wird tot aufgefunden - kurz bevor sie auf Sendung gegangen wäre um einen Skandal aufzudecken. Wovon handelt ihr Bericht und wem ist sie dabei auf die Füße getreten?

    Das Buch "Hellas Channel" ist der erste Fall von Kostas Charitos. Tatsächlich ist der Kommissar hier ganz anders als im dreizehnten Band. Er ist ein Mann mit Stärken und Schwächen aber so derb und vulgär ist er im späteren Verlauf der Reihe nicht. Ehrlicherweise hat er das gar nicht notwendig und würde somit wesentlich sympathischer erscheinen. Auch die Ehe mit seiner Frau Adriani gefällt mir in "Das Lied des Geldes" weitaus besser. Nichtsdestotrotz ist der Kriminalfall derart genial konstruiert, dass man Kostas Ausdrucksweise durchaus verzeihen mag. Vom Anfang bis zum Ende spannend und unvorhersehbar - so soll es sein!

    Ich freue mich schon auf den zweiten Band "Nachtfalter". :-)

  11. Cover des Buches Von der Wildnis zum urbanen Raum: Zur Logik der peripheren Verstädterung am Beispiel Athen (ISBN: 9783593348735)
  12. Cover des Buches Xanthippe, Schöne Braut des Sokrates (ISBN: 9783596117376)
    Maria Regina Kaiser

    Xanthippe, Schöne Braut des Sokrates

    (2)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Ganz nach dem Motto „Back to childhood“ habe ich endlich wieder zurück zu den alten Griechen gefunden. Als Kind stand ich auf die Sagen von Odysseus und las erstaunt über die zahlreichen Fähigkeiten der griechischen Götter und deren Abenteuer.

     

    Mit Maria Regina Kaiser bin ich nunmehr zu den alten Philosophen vorgedrungen. Doch hier geht es nicht um die Philosophen selbst, sondern um die Frauen in ihrem Leben.

     

    Xanthippe lebt bescheiden mit ihrem Vater und ihrem Zwillingsbruder in Athen. Die Zeiten stehen auf Sturm. Der unmittelbare Krieg steht kurz bevor.

     

    Während sich die Jungen tagtäglich auf den Krieg vorbereiten, opfern die Alten in den zahlreichen Tempeln.

     

    Immer häufiger schlägt der schon etwas in die Jahre gekommene Sokrates bei Xanthippe auf und hält sie davon ab, ins Leid zu fallen.

     

    Die Hochzeit zwischen den Beiden wird spruchreif. Der Krieg jedoch verläuft für die Athener völlig anders als erwartet und düstere Zeiten legen sich über Athen.

     

    Xanthippe muss sich erneut mit dem Tod beschäftigen. Ihr Bruder gefallen, die beste Freundin im Kindbett gestorben. Ihr bleibt wie schon so oft nur noch Sokrates. Doch der hat noch Myrto im Gepäck, die Xanthippe zu einem anderen Menschen werden lässt.

     

    Maria Regina Kaiser lässt uns die sagenumwobene Xanthippe aus einem ganz anderen Licht betrachten. Führsorglich gegenüber ihren Lieben und mit zahlreichen Verlusten kämpft diese sich durchs Leben. Sie steht also keineswegs für das altbekannt gezeichnete zänkische Weib, sondern für eine moderne junge Frau, die weder die Hoffnung noch ihren Mut aufgibt.

  13. Cover des Buches Rebeccas Traum (ISBN: 9783641121105)
  14. Cover des Buches Die zwei Gesichter des Januars (ISBN: 9783257603927)
    Patricia Highsmith

    Die zwei Gesichter des Januars

    (31)
    Aktuelle Rezension von: Sanne54

    "Die zwei Gesichter des Januar" gehörte zu den Büchern, die ich ob ihres Klassikerstatus unbedingt lesen wollte. Endlich hab ich es geschafft und bin gleich Mitten in einer höchst eigenartigen Situation: Ein Mann schleift eine Leiche über einen Hotelflur, um ihn in der Besenkammer zu verstecken und ein anderer, der dazu kommt, hilft ihm und wird so zum Komplizen. Der Mörder ist ein Aktienbetrüger aus den USA, der dem Scotch nicht abgeneigt ist, namens Chester MacFarland, der Dank einem Passfälscher mehrfach die Identität wechseln wird. Der andere ist ein Yale-Absolvent, der aufgrund einer missglückten Affäre mit seiner gleichaltrigen Cousine als 15-jähriger der Vergewaltigung bezichtigt und vom Vater verstoßen und nur von einer Großmutter nicht aufgegeben wurde namens Rydal Keener. Als der junge Mann Chester das erste Mal zufällig auf der Straße trifft, ist sein Vater gerade verstorben und er der Beerdigung ferngeblieben. Zufällig sieht der ihm unbekannte Amerikaner seinem Vater mit Anfang 40 sehr ähnlich. Da Chesters junge Frau Colette zufällig auch der Cousine, mit der für Rydal, das Unglück begann, ähnelt, heftet er sich an deren Fersen und kommt so eben dazu, als Chester den Polizisten, den er soeben im Affekt getötet hat, verstecken möchte. Rydal entpuppt sich als hervorragender Fremdenführer für seinen Komplizen, ob seines Sprachentalents und einem Gespür dafür, wie man untertaucht. Dabei geraten die drei immer tiefer in einen Strudel illegaler Aktivitäten und in den Fokus der Polizei. Was ihnen aber tatsächlich zum Verhängnis wird, ist das Zwischenmenschliche: Rydal fühlt sich zu Colette hingezogen, die beiden verstehen sich für Chesters Geschmack definitiv zu gut. Das ist doppelt schwierig, da Rydal über Chester eine gewisse stellvertretende Versöhnung mit seinem Vater sucht usw. 

    Nachvollziehbar sind die Beweggründe Rydals nur auf dieser Ebene, aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch und man verfolgt den Weg der Protagonisten durch Athen, auf Kreta und durch Paris mit Spannung, was auch mit dem großartigen Erzählstil Highsmiths zusammenhängt. Der eine oder andere nostalgische Moment kommt hinzu, z.B. wenn Rydal Telefonzellen benutzt oder die Neuigkeiten vom Festland Kreta mit der Zeitung erst mit einem Tag Verspätung erreichen. Gefälschte Ausweise, verändertes Aussehen, Geld im Futter des Koffers, ...  sind Elemente eines Agentenromans. Prominente Schauplätze werden v.a. auch von ihrer anderen Seite gezeigt, also neben den bekannten Hotspots geht es es auch in die abseitigen Gegenden, was das Geschehen nahbarer und authentischer macht - trotz des ungewöhnlichen Plots und der undurchschaubaren Motive.

    Am Ende fügt sich dann das Ganze dann zu einer Art Parabel aufs Leben und einer indirekten Wiedergutmachung in einer der alternativen Erzählung von Rydals Beziehung zu seinem Vater. An der Stelle wurde mir klar, warum das Buch nicht unter einer Kriminalgeschichte sondern unter der Kategorie Literatur bei LB einsortiert wurde.

    Also: Das Buch gilt zurecht als Klassiker, den man gelesen haben sollte.

  15. Cover des Buches Drei Grazien (ISBN: 9783257245196)
    Petros Markaris

    Drei Grazien

    (14)
    Aktuelle Rezension von: BayLissFX

    … weil wie immer das Thema gesellschaftspolitisch exzellent ausgeführt wurde. Auch werden von Buch zu Buch die Charaktere noch feiner gezeichnet. Die Handlungen aller beteiligten Bekannten sind schlüssig. Ich betone es so, weil das für mich ein Buch erst lebendig macht. Dazu eben die genial gewählten Themen… ich mag Markaris Bücher sehr und bei meinem kürzlichen Urlaub in Heraklion durch die Strassen geschlendert und verstanden, wie er die Orte sieht. Der einzige kleine Makel, der mich irritiert hat.. ich und Zuhause - heilig. Griechen auch sehr familienbezogen.. wie die Löwen teilweise. Und wenn mir jemand so nah kommt im häuslichen Umfeld, ich annehme, dass es Mörder sind.. ich noch gar nicht die Motive verstehe. Dann würden da Emotionen mich zumindest zwischenzeitlich unpässlich machen. Das wurde kaum beschrieben. Adriani wurden einige Gefühlsregungen überlassen, aber die waren auch sehr serh - gemäßigt. Keine Spur von Wut, Enttäuschung oder Sorge.. dabei ist das in Momenten, wenn jemand schwanger ist oder Nachwuchs sich ankündigt irrational überdimensioniert. Das kam einfach zu kurz, vor allem weil es noch nie so nah an seinem Zuhause war.

    Trotzdem - wie immer ein Wohlfühlkrimi aus Griechenland..

  16. Cover des Buches Athen (ISBN: 9783406397585)
  17. Cover des Buches Winterzauber in Athen (ISBN: 9783442495801)
    Mandy Baggot

    Winterzauber in Athen

    (26)
    Aktuelle Rezension von: SonjasBookWorld

    Inhalt: 

    Jen liebt Weihnachten und hat sogar ihre  Firma darauf aufgebaut. Deswegen fällt es ihr nicht leicht zuzustimmen mit ihrem Freund während der Weihnachtszeit nach Paris zu reisen. Doch kurz vorher sagt er ab, weil er beruflich nach Athen muss. Kurzerhand beschließt sie ihn dort zu überraschen. Kurz nach ihrer Ankunft stellt sie jedoch fest, dass ihr Freund sie belogen hat. Zum Glück ist ihre Freundin dabei und sorgt dafür, dass Jen den Kopf nicht hängen lässt. Und so lässt sie sich von Athen zur Weihnachtszeit und seinen Bewohnern verzaubern...


    Meinung: 

    Athen als Weihnachtssetting ist ungewöhnlich. Aber genau das fand ich reizvoll. Ich fand es spannend zu lesen, wie es zur Weihnachtszeit in Griechenland ist. Und ja, auch dort kann es kalt werden und schneien, aber genauso auch mild sein. 😊


    Zwischen Weihnachtsdeko und Akropolis, netten griechischen Einwohnern und leckerem Essen habe ich Jens Geschichte verfolgt. Ich möchte nicht Spoilern, aber ich fand es super, dass sie ihrem Freund ganz klar die Meinung gesagt hat und dabei nicht wankelmutig war. Aber wie es dann weiterging war für mich doch teilweise etwas unglaubwürdig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man so schnell weitermacht. 

    Trotzdem habe ich die Geschichte mit ihrem lieben Charakteren gerne verfolgt. Schön und ungewöhnlich fand ich auch den Kunstaspekt. 


    Alles in allem ein schöner Roman, den ich empfehlen kann mit kleinen Schwachstellen. 


    Fazit: 4/5 Sternen 

    Ich gebe gerne eine Empfehlung für alle, die sich auf Griechenland während der Weihnachtszeit einlassen können. 


  18. Cover des Buches Götterflüstern. Gefundene Liebe (ISBN: 9783754359471)
    Jenny Völker

    Götterflüstern. Gefundene Liebe

    (44)
    Aktuelle Rezension von: 18honey18

    Wir begleiten Elli,sie ist mit Herz und Seele Archäologie und gräbt wie jedes Jahr in Delphi. Leider ist ihr Partner nicht so begeistert aber das stört Elli wenig vor allem nachdem sie eine Statue der griechischen Göttin Athena findet und diese sehr leicht wirkt obwohl sie aus Mamor ist.

    Welches Geheimnis verbirgt die kleine Statue? Was hat es mit diesem geheimnisvolle aber doch sehr attraktiven Gutachter auf sich? Woher kommen plötzlich die Stimmen? Wem kann Elli noch vertrauen?

  19. Cover des Buches (K)ein Milliardär für eine Nacht (ISBN: 9783960878247)
    Katie MacAlister

    (K)ein Milliardär für eine Nacht

    (42)
    Aktuelle Rezension von: Mika2003

    Auch das Buch habe ich tatsächlich nur gelesen, weil ich neugierig war, wie es mit der griechischen Familie weitergeht und weil ich wissen wollte, wie das dritte Pärchen sich gefunden hat.

    Auch hier aber leider: eine unglaubwürdige Geschichte

    Ich mag es, wenn es in einem Buch zu einem glaubhaften Plot eine fesselnde Story mit sympathischen Protagonisten. Wenn es Buch bezaubern und verzaubern kann und die perfekte Mischung aus vielen „Eigenschaften“ wie Humor und Witz, Spannung, Drama, Leidenschaft und anderen hat.

    Aber hier? Hier fehlte genau das. Auf das ein oder andere kann ich gut verzichten und das ein solcher Roman nicht unbedingt einen glaubhaften Plot hat, gut, das kann ich nachvollziehen. Aber diese Geschichte war schlimm. Teilweise regelrecht niveaulos, an den Haaren herbeigezogen und ohne eine glaubhafte Geschichte nur auf eines aus. Sorry, aber da gibt es durchaus besseres.

    Für mich war dieses Buch noch mehr Zeitverschwendung als (K)ein Womanizer für eine Nacht und bekommt ebenfalls 2 Sterne.

  20. Cover des Buches Die Chroniken der Seelenwächter - Band 6: Spiel mit dem Feuer (ISBN: 9783958340664)
    Nicole Böhm

    Die Chroniken der Seelenwächter - Band 6: Spiel mit dem Feuer

    (145)
    Aktuelle Rezension von: Pegasus1989

    Immer wenn man denkt, es könnte nicht noch spannender in dieser Reihe werden, setzt Nicole Böhm einen drauf. Unfassbar, wie sie dies tut.

    Das Böse scheint übermächtig in diesem Teil zu sein. Sowohl die Seelenwächter als auch Jas tun mir grade mehr als nur leid und ich hoffe sehr, dass sich bald das Blatt für sie zum Positiven wenden wird.

    Ein recht feuriger sowie sportlicher Teil dieses Mal, der an übernatürlichen Kämpfen sowie an Intrigen und Verrat leider nicht spart.

    Was ich nicht so schön finde, sind die Foltermethoden bei dem Tätowierer. Da finde ich den Horror etwas zu hoch gegriffen, obwohl klar ist, dass in diesen Situationen der Charakter so handeln muss, um an sein Ziel zu gelangen.

    Ich bin mehr als nur gespannt, wie sich die kritische Situation der Freunde entwickeln wird.

  21. Cover des Buches Unnützes Wissen Olympia (ISBN: 9783742326690)
    Moritz Wollert

    Unnützes Wissen Olympia

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Aischa

    Obwohl ich kein großer Fan der olympischen Spiele bin, ich mich ehrlich gesagt nicht mal sonderlich für Sport im Allgemeinen interessiere, hat dieses Sammelsurium rund um die Sommerspiele meine Neugier geweckt.

    Auf gut 160 Seiten hat Sportmanager und Autor Moritz Wollert reichlich Überraschendes, Witziges und Berührendes zu den größten internationalen Amateurwettbewerben zusammengetragen. Die Einteilung in magische Momente, Zahlen und Rekorde, Anekdoten und Kurioses sowie Emotionales ist dabei etwas willkürlich geraten, viele Beiträge hätten auch in einer anderen als der gewählten Rubrik aufgeführt werden können.

    Es gibt unheimlich Mut machende Geschichten, wie die des ungarischen Schützen Károly Takács: Durch die Explosion einer Granate verliert er seine rechte Hand, nicht aber sein Ziel aus den Augen. Fortan trainiert er mit links und gewinnt zehn Jahre später olympisches Gold mit der Schnellfeuerpistole.

    Das Kapitel "Zahlen und Rekorde" bringt einen ebenfalls zum Staunen, allerdings können viele dieser Daten naturgemäß bereits bei den nächsten Wettbewerben überholt sein. Viel interessanter fand ich denn auch so manche Anekdote. Wussten Sie, dass beim Taubenschießwettbewerb der Spiele von Paris im Jahr 1900 noch auf echte Vögel geschossen wurde? Oder dass der Sieg des Luxemburgers Josy Barthel beim 1500-Meter-Lauf 1952 in Helsinki derart überraschend war, dass die Kapelle bei der Siegerehrung die luxemburgische Nationalhymne nicht spielen konnte ...?

    Ein paar sprachliche Mängel haben meinen Lesegenuss jedoch getrübt: "Feiern tut er ..." lasse ich einem Grundschüler durchgehen, nicht aber einem studierten Autor. Und "alle repressive Finsternis vermag den Auftritt ... nicht zu überstrahlen" ist ein sehr schiefes Bild. Finsternis kann nichts überstrahlen, überschatten wäre hier das passende Verb.

    Alles in allem dennoch ein unterhaltsames und informatives Büchlein, das man ohne große Ansprüche schnell mal zwischendurch lesen kann.

  22. Cover des Buches Prinzessin Alice (ISBN: 9783548074849)
    Irene Dische

    Prinzessin Alice

    (65)
    Aktuelle Rezension von: Ulf_Borkowski

    Es gehört zu den stillen Ironien der Windsors, dass die vielleicht faszinierendste Gestalt dieser bis zur Erschöpfung durchleuchteten Familie kaum jemand kennt. Prinzessin Alice von Battenberg, verheitatete Prinzessin von Griechenland und Dänemark – Mutter von Prinz Philip, Schwiegermutter Elisabeths II., Großmutter des heutigen Königs Charles III. – hat in ihrem Leben mehr Umbrüche, Grenzüberschreitungen und Zumutungen versammelt, als ein Drehbuchautor sich zu erfinden trauen würde. Dass Irene Dische diesen Stoff aufgreift, ist ein Glücksfall. Dass daraus kein rundum gelungenes Buch geworden ist, ist das eigentliche Ärgernis dieser Besprechung.

    Denn das Material trägt mühelos. 1885 in Windsor Castle gehörlos geboren, lernte Alice, in fünf Sprachen von den Lippen zu lesen; sie heiratete nach Griechenland und wurde Prinzessin eines Hauses, das Revolutionen und Exil kaum überstand. Verarmt schlug sie sich in Paris durch, geriet in eine religiös-erotische Ekstase, die ihre Umgebung erschreckte, wurde – Sigmund Freud stand Pate bei der Diagnose – als schizophren in eine Anstalt am Bodensee gesperrt und entkam von dort unter abenteuerlichen Umständen. Während ihre Töchter in Deutschland ranghohe Nationalsozialisten heirateten und ihr einziger Sohn mutterlos in England aufwuchs, versteckte sie im besetzten Athen eine jüdische Familie vor dem Holocaust und gründete am Ende einen Orden und eine Suppenküche. Eine irdische Heilige, hielten die einen sie; eine Verrückte, die anderen. Reicher lässt sich ein Frauenleben des 20. Jahrhunderts kaum denken.

    Dische begegnet dieser Fülle mit einer klugen Grundentscheidung: Sie lässt Alice selbst sprechen, in einem einzigen, ungestümen Monolog, der deftig, mitunter vulgär und fast durchweg komisch ist. Die Prinzessin betet sich in lautstarke Verzückung, kommentiert die eigene Familie mit grimmigem Witz und behauptet ihre Deutungshoheit über ein Leben, das andere längst für sie sortiert hatten. Diese Stimme hat Kraft, und in ihren besten Momenten ist der Roman genau das, was er sein will: die Rückeroberung einer Biografie durch die Frau, der man sie weggenommen hatte.

    Und doch trägt das Buch nicht bis zum Schluss. Auf gerade einmal 155 Seiten soll ein Jahrhundertleben Platz finden, und man spürt fortwährend, wie der Text unter dieser Last ins Hetzen gerät. Ereignisse werden angerissen und fallen gelassen, ganze Lebensabschnitte huschen vorbei, während anderes – oft das Nebensächlichere – auffällig breit ausgestellt wird. Diese Schwerpunktsetzung bleibt schwer nachvollziehbar; sie folgt weniger einer erkennbaren erzählerischen Notwendigkeit als der sprunghaften Laune der Erzählerin, was als Kunstgriff durchgehen mag, in der Summe aber eher fragmentarisch als kunstvoll wirkt.

    Am deutlichsten zeigt sich die Schwäche dort, wo der Roman den Leser mit seinen Personaltableu allein lässt. Fürstenhäuser, Onkel, Cousinen, verschwägerte Dynastien von den Romanows, die Hessen bis zu den WIndsors ziehen in solcher Dichte vorüber, dass man ohne Nachschlagewerk kaum noch weiß, wer hier mit wem verwandt, verfeindet oder verheiratet ist. Was eine Einladung zum Weiterlesen sein könnte, kippt so in eine Bringschuld: Ohne parallele Recherche bleiben zu viele Bezüge, Anspielungen und Wendungen schlicht undurchsichtig. Ein Roman aber sollte seine Welt selbst tragen und nicht darauf angewiesen sein, dass man nebenher den halben Gotha konsultiert.

    So bleibt am Ende der zwiespältige Eindruck einer verschenkten Möglichkeit. Der Stoff ist grandios, die Erzählstimme reizvoll, die Absicht ehrenwert – und trotzdem fügt sich das alles nicht zu jenem Roman, den dieses außergewöhnliche Leben verdient hätte. Prinzessin Alice macht neugierig auf Alice von Battenberg. Nur eben, und das ist das Verdikt, mehr auf die historische Frau als auf das Buch, das Irene Dische von ihr erzählt.

  23. Cover des Buches Quer durch Athen (ISBN: 9783257242485)
    Petros Markaris

    Quer durch Athen

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania
    Zur Vorbereitung und Einstimmung auf einen Trip nach Athen ist dieser kleine, niedliche Reisebericht von Krimiautor Petros Markaris eine tolle Wahl.
    Er folgt der Metrolinie 1 von Endstation zu Endstation und erzählt humorvoll und kundig die Geschichte Athens, der Stadtviertel und seiner Bewohner. Immer wieder macht er auf schöne, sehenswerte Straßen, Plätze und Parks aufmerksam und es wird auf jeder Seite deutlich, dass Petros Markaris diese Stadt liebt.
    Gleichzeitig werden aber auch die Probleme Athens sichtbar. Der Autor beschönigt nicht nur, er zeigt auch auf.
    Jede einzelne Station hat seine kleinen Wunder und interessanten Geschichten, die fast an jedem Kapitelanfang (jede Station) eine kleine Karte zur Orientierung bietet. Schön wären vielleicht auch ein paar Photos gewesen, die es leider nicht gibt, aber der Annäherung an die griechische Hauptstadt keinen Abbruch tut.
    Da für mich ein Besuch Athens vor der Tür steht, war es für mich die perfekte Einstimmung. Reiseberichte zu Athen sind leider rar gesät, so dass ich mich für den Krimiautor entschieden habe. Außerdem hat es meine Neugier geweckt nun vielleicht doch mal einen Fall mit Kostas Charitos zu lesen...
  24. Cover des Buches Athen - Das Kochbuch (ISBN: 9783517097978)
    Elissavet Patrikiou

    Athen - Das Kochbuch

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Hexchen123

    Wer denkt, er kauft hier ein übliches Kochbuch, irrt sich gewaltig. Denn dieses Buch ist weitaus mehr, als nur eine Ansammlung von Rezepten. Schon beim ersten Durchblättern wird einem klar, dass es in diesem farbenprächtigen Bildband sehr viel mehr zu entdecken gibt. 

     

    Die Autorin Elissavet Patrikiou zeigt uns in diesem Buch ihr Herzensprojekt. So warm und voller Farben wie die Stadt selbst. Die Rezepte reichen von einfacher Hausmannskost wie auch etliches aus der gehobeneren Küche. Es ist ein Ausflug durch Athen und zeigt Land und Leute so vielfältig wie das pulsierende Leben. 

     

    Neben den vielen leckeren Rezepten werden hier auch Bewohner der Stadt vorgestellt. Die Autorin gibt Insidertipps, zeigt uns besondere Restaurants und Bars und stellt uns die Stadtviertel in Athen vor. So kann man sich auch auf den vielleicht geplanten Städtetrip vorbereiten.

     

    Die Rezepte sind alles sehr ansprechend bebildert, übersichtlich gegliedert und verständlich in der Zubereitung. Man findet neben Fleisch- und Fischgerichten auch vegetarische Speisen, Desserts und Getränke. Nachgekocht habe ich schon „Grüne-Bohnen-Karotten-Eintopf“, den „Griechischen Bauernsalat“ und die „Zwiebelküchlein“.  Alle drei Gerichte sind super gelungen und haben allen geschmeckt.

     

    Wer auf der Suche nach einem etwas anderen, griechischen Kochbuch ist, der ist mit „Athen“ genau richtig. Es inspiriert und mach Lust, nicht nur griechisch zu kochen, sondern auch Griechenland mit in die Reiseplanung aufzunehmen. Das Buch ist mit soviel Liebe und Freude gestaltet, dass es einfach Spaß macht, darin zu schmökern. 

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