Bücher mit dem Tag "attentat"
267 Bücher
- Stephen King
Der Anschlag
(753)Aktuelle Rezension von: NikoVoss»Der Anschlag« hat mich vollkommen überzeugt. King schafft es hier, eine enorme Geschichte sauber einzurahmen: Er wirft von Anfang an kleine erzählerische Samen, die er später kunstvoll auflöst. Dadurch wirkt der Plot trotz seiner Länge sehr geschlossen und durchdacht.
Besonders beeindruckt hat mich die starke Metaebene, die sich durch den ganzen Roman zieht. Immer wieder kommuniziert King moralisch unterschwellig, ohne belehrend zu wirken. Eine Szene, die mich berührt hat, ist die mit Mike Coslaw, dem Footballspieler, dem der Protagonist Schauspielunterricht gibt: Hier richtet King einen stillen Appell an alle Lehrkräfte, Talente zu erkennen und zu fördern statt kleinzuhalten – ein schönes Bild vom „rohen Diamanten“.
Generell schwingt eine tiefe Lebenshaltung mit: Alles hat Vor- und Nachteile, jede Veränderung trägt Risiken, und vielleicht ist es gut, dass die Welt so geworden ist, wie sie ist. Diese Nachdenklichkeit gepaart mit Spannung, Historie und Zeitreise-Drama macht »Der Anschlag« für mich zu einem seiner besten Romane.
- Dan Brown
Origin
(625)Aktuelle Rezension von: ScriptumFelicisUnd täglich grüsst das Murmeltier. Ja, als Leser von Dan Brown ist man es sich gewohnt, dass seine Geschichten um Robert Langdon immer nach dem gleichen Schema ablaufen. Langdon gerät ungewollt in ein Abenteuer, muss mit einer attraktiven Frau fliegen und das halbe Land ist im dicht auf den Fersen, aber immer wieder gelingt ihm die Flucht ach und er löst zwischendurch wieder ein paar Rätsel.
Doch in diesem Band ist mir sehr negativ aufgefallen, dass die Örtlichkeiten bis zum Erbrechen beschrieben wurden, was die Handlung enorm in die Länge zieht und die Spannung in den Keller sinken lässt. Genau dasselbe wie mit Gaudis Kunst. Es war einfach zu viel des Guten. Teilweise hatte ich eher das Gefühl, eine Art Reiseführer in Kunstgeschichte in der Hand zu halten. Hie und da wird mal wieder jemand umgebracht, damit das Ganze doch schön mysteriös bleibt und man nicht vergisst, dass es sich hierbei um einen Thriller handelt.
Genauso langatmig ist der Nebenplot, in dem es um das spanische Königshaus ging. Da wurde versucht, irgendwelche falschen Fährten zu streuen, was anfangs auch geklappt hat aber danach, recht schnell langweilig wurde.
Der Schluss… Die Lösung des Rätsels… Ich krieg gleich Schnappatmung. In den Vorgängern wusste man ziemlich schnell, worum es eigentlich geht aber hier wurde man bis zum Schluss im Dunkeln gelassen. Dieses ach so grosse Geheimnis war das einzige, was mich hat durchhalten lassen. Ich wollte unbedingt wissen, worum es in diesem grossen erschütternden und weltverändernden Geheimnis ging und wurde dabei bitter enttäuscht. Die grosse Auflösung ist gespickt mit elendslangen Erklärungen über die Chemie, Physik, Biologie und Informatik. Als Normalsterbliche, die mit solchen Dingen kaum Berührungen hat, war es enorm anstrengend zu lesen. Man wurde schlicht und ergreifend davon erschlagen.
Kommen wir nun zu den Charakteren, an denen ich leider auch nicht viel Gutes auszusetzen habe. Robert Langdon war in diesem Buch komplett austauschbar. Im Gegenzug zu den anderen Büchern, in denen man sein Wissen benötigt hat, war es hier kaum wichtig. Und was ist mit der Dame an seiner Seite? Na ja, sie war durchaus ein sympathischer Charakter aber eben auch austauschbar. Und sie gehörte ins selbe Schema wie alle anderen Frauen vor ihr.
Fazit:
Ich glaube, mit diesem Band ist meine Dan Brown-Ära zu Ende und ich wende mich lieber anderen Autoren zu.
- Renée Ahdieh
Zorn und Morgenröte
(930)Aktuelle Rezension von: Leni_Katharina„Zorn und Morgenröte" von Renée Ahdieh ist eine bezaubernde Neuinterpretation von "1001 Nacht". Shahrzad, eine entschlossene junge Frau, und Chalid, der schwer belastete Kalif, führen den Leser durch eine magische und exotische Welt. Die Mischung aus traditionellem Märchen und moderner Erzählweise schafft eine fesselnde Geschichte, die von Anfang bis Ende begeistert. Renée Ahdieh verleiht der Geschichte einen einzigartigen Charme, der jeden Märchenliebhaber verzaubert.
- Brandon Sanderson
Der Weg der Könige
(303)Aktuelle Rezension von: Yvonne_GeiselerIch schaue meist bevor ich lese. Gott sei Dank! Nichts ist so furchtbar, wenn man eine so lange Serie beginnt und dann ist sie noch nicht fertig geschrieben. Diese schon und sie ist von Anfang bis Ende fesselnd. Sie gehört zu den Reihen, an deren Ende man das Gefühl hat eine liebgewordenen Begleiter zu verlieren....
- Sarah A. Parker
When The Moon Hatched
(358)Aktuelle Rezension von: sumaDas Worldbuilding war definitv eine der Stärken des Buches. Dank des Glossars war der Einstieg recht einfach und die Welt war gut beschrieben.
Leider war das gleichzeitig auch eine Schwäche. Durch die vielen Beschreibungen hatte das Buch sehr wenig Handlung und zog sich. Zudem konnte mich die Enthüllung überhaupt nicht überraschen.
- Lena Kiefer
Ophelia Scale - Die Welt wird brennen
(850)Aktuelle Rezension von: LiaLee123Es ist ein grandioser Auftakt einer unglaublich schönen Reihe. Die Chemie der beiden ist so echt und nahbar das ich mitfühlen und mitweinen konnte. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe es innerhalb weniger Tage durchgelesen. Die Welt von Ophelia Scale ist so gut beschrieben, ein grandioser Schreibstil und eine tolle Geschichte mit Gefühl, Spannung und Wendungen. Meine Lieblingsbuchreihe!
- Malala Yousafzai
Ich bin Malala
(294)Aktuelle Rezension von: SlothreadyMalala Yousafzai kämpft mutig dafür, dass alle Menschen die Chance auf Bildung haben, Lesen und Schreiben lernen dürfen und in Freiheit und selbstbestimmt leben können. Sie kämpft mit allen Mitteln, riskiert dabei ihr eigenes Leben und wird von den Taliban beinahe getötet. In "Ich bin Malala" erzählt sie ihre Geschichte. Sie erzählt ihre Kindheit im Tal Swat in Pakistan, sie berichtet über die Verhältnisse dort und den Kampf der Menschen ums Überleben, sie erzählt von dem Tragischen Zwischenfall, bei dem sie beinahe gestorben wäre, von ihrem Weg zurück ins Leben und von ihrem Neubeginn im sicheren England.
Das Buch ist ein beeindruckendes Zeugnis eines sehr mutigen Mädchens. Es eröffnet neue Perspektiven und lässt einen die Gegebenheiten in Pakistan, das Leben der Menschen dort und die Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben, etwas besser verstehen. Es hat mich mit Respekt dem jungen Mädchen gegenüber erfüllt, das für Dinge kämpft, die für uns selbstverständlich sind und es ließ mich dankbar zurück, dass ich in einem Land leben darf, in dem der Zugang zu Bildung für alle möglich ist, in dem Frieden herrscht und in dem die Menschen nicht täglich aufs Neue bedroht werden.
Der Inhalt von "Ich bin Malala" war großartig und beeindruckend, der Schreibstil war leider zu langatmig und und durch die vielen Eigennamen etwas mühsam zu lesen. Man hätte auch das ein- oder andere Kapitel ruhig etwas kürzer fassen können. Insgesamt war es aber ein tief bewegendes Buch, das einem neue Blickwinkel eröffnet und das ich sehr gerne weiterempfehle, um so manches Geschehen auf der Welt besser verstehen zu lernen.
- Geneva Lee
Royal Love
(611)Aktuelle Rezension von: Aileen_liest》Ꭼꮖɴ ᴠᴇʀsᴘʀᴇᴄʜᴇɴ ғᴜ̈ʀ ᴅɪᴇ Eᴡɪɢᴋᴇɪᴛ …
Iɴʜᴀʟᴛ:
Die Geschichte von Clara und Alexander geht vorerst in die letzte Runde. Clara und Alexander planen ihre Hochzeit, doch Alexanders Vater gibt den beiden nicht seinen Segen. Nicht nur das beschattet das Leben der beiden, sondern auch Alexander hat immer noch Geheimnisse vor Clara und auch Claras Vergangenheit macht einen gewaltigen Schlag. Können die beiden sich vertrauen und sich gemeinsam gegen ihre Feinde stellen?
Mᴇɪɴᴜɴɢ:
Dieses Buch hat sich wieder so schnell durchlesen lassen, da so viel passiert ist. Ich konnte das Buch teilweise echt nicht weglegen, weil es so spannend ist. Dieser Teil ist bisher für mich der beste der 3 Bänder. Meine Emotionen hatte auch hier wieder ein auf und ab. Ein paar Tränen vor Freude und vor Trauer sind auch geflossen. Ich habe mit vielen Geschehnissen nicht gerechnet.
Hier wird diesmal auch häufiger aus der Sicht von Alexander geschrieben, das fand ich wirklich toll. Clara und auch Alexander entwickeln sich zu so tollen Protagonisten, man merkt wirklich, wie sie sich immer mehr gegenüber öffnen und auch sich selber besser kennenlernen.
Jetzt bin ich sehr gespannt, was uns in Belles Geschichte erwartet.
- Audrey Carlan
Trinity - Gefährliche Nähe (Die Trinity-Serie 2)
(289)Aktuelle Rezension von: LeoLorisLifeAlter war das Buch spannend. Gillian und ihre Freunde werden von einem Stalker bedroht, der absolut von ihr besessen ist. Als wenn der Stalker nicht schon reichen würde, muss Gill sich noch mit einigen zusätzlichen Problemen auseinandersetzen. Ihre Hochzeit wird dabei von den ganzen negativen Ereignissen vollkommen überschattet. Mit dem Stalker hab ich jedenfalls nicht gerechnet, ich hatte jmd anderen im Sinn. Das wir auch seine Sicht bekommen haben ist ebenfalls ein großer Pluspunkt. Der Cliffhänger am Ende war jedoch sehr unbefriedigend😫
- Jo Nesbø
Rotkehlchen (Ein Harry-Hole-Krimi 3)
(332)Aktuelle Rezension von: Alexia_Dieses Mal befinden wir uns tatsächlich in Norwegen. Nach einem Vorfall wird der Kommissar vom Dienst erst einmal abgezogen. Was ihn nicht davon abhält einem Fall der damit zusammenhängt nachzugehen. Nur sitzt der Feind auch in den eigenen Reihen…
Wow was für ein Fall! Sehr komplex und sehr nervenaufreibend. Wenn der Autor etwas kann, dann mit Schreib- und Erzählstil hochspannende Geschichten erzählen. Harry Hole wie immer mit seinen Eskapaden mehr oder weniger vertreten jagt einen Täter mit Nazi-Vergangenheit. Das Ganze ist sehr komplex und vielschichtig, so dass ich das ein oder andere Mal mit den Namen etwas durcheinandergekommen bin und nicht mehr ganz folgen konnte. Dennoch ist Spannung pur geboten und die Nazi-Thematik bietet hier sehr viel Stoff. Anders als in den vorherigen Fällen, haben wir hier auch immer Zeitsprünge an die Front integriert. Das bringt Abwechslung und zeigt Hintergründe der Protagonisten und auch des Täters näher. Die Wendungen in diesem Fall überschlagen sich teilweise schon und alles geschieht manchmal etwas sehr schnell. Bei diesem Buch hat mir die Verknüpfung zwischen Titel und Fall wirklich sehr gut gefallen. Nicht wie es auf den ersten Blick scheint, denn man muss ein zweites Mal hinsehen. Wie schon gesagt ist alles sehr verzweigt und die Dramatik kommt auch auf ihren Höhepunkt. Da habe ich mir schon, dass ein oder andere Tränchen verdrücken müssen. Weil in diesem Fall die Emotionen tatsächlich durch die Zeilen spürbar waren. Das passiert bei diesen Büchern nicht häufig und muss in meinen Augen auch nicht sein. Aber an dieser Stelle war es genau richtig und sehr bewegend. Wie immer führt der Autor den Leser etwas an der Nase herum, weswegen das Ende natürlich nicht so kommt wie man es vielleicht erwartet.
Insgesamt ein solider, spannender Thriller der 4 von 5 Sternen verdient.
- Nele Neuhaus
Unter Haien
(356)Aktuelle Rezension von: Andreas64Der verbrecherische Protagonist ist mir zu gut vernetzt, das sehe ich als etwas übertrieben. Die gute Hauptperson ist keine große Sympathieträgerin, ihre Empathie zeigt sie spät, das ist nicht so richtig glaubwürdig, trotz ihrer hohen Intelligenz ist sie ein bißchen unrealistisch blind für die Realität.
- Erika Johansen
Die Königin der Schatten
(369)Aktuelle Rezension von: Sonjja_wIch habe das Buch schon einmal vor zehn Jahren gelesen. Ich weiß nicht warum es so lange im Regal stand und ich nie den zweiten Band gelesen habe, aber das werde ich nun definitiv nachholen!
Es gibt mehrere POV's, aber wir erleben die Geschichte hauptsächlich aus Sicht der Protagonistin Kelasea. Man kann so gut mit ihr mitfühlen, ihre Gedanken und Gefühle sind nahbar geschildert und ihre Handlungen immer nachvollziehbar. Sie wächst im Laufe der Handlung immer mehr über sich hinaus. Auch die anderen Figuren sind spannend und gut aufgebaut.
Es spielt in einer Welt, die zeitlich nach unserer realen Welt aufgebaut worden ist. Es wird oft die große Überfahrt erwähnt und dass es früher Technik etc gab, aber im Detail erklärt wird das nicht. Die Zustände sind nun eher wie im Mittelalter und es gibt auch ein bisschen Magie.
Spicy ist die Geschichte nicht und auch wenig romantisch.
Toll finde ich auch, dass Kelasea ihr Umfeld mit ihrer Charakterstärke überzeugt, nicht mit Schönheit oder besonderen Fähigkeiten.
Kann das Buch allen empfehlen, die spannende Geschichte mit etwas Magie und einer starken Protagonistin lieben.
Ich freue mich auf die. Eiden Fortsetzungen.
- Marie Niehoff
The Queen Will Rise
(380)Aktuelle Rezension von: Daria_EckertThe Queen Will Rise ist im Grunde wirklich ein gutes Buch. Der Schreibstil ist angenehm, man kommt schnell rein und es gibt immer wieder spannende Momente, die einen dranbleiben lassen. Ich hatte beim Lesen nie das Gefühl, dass es langweilig wird – die Geschichte hat definitiv ihren Reiz.
Trotzdem muss ich sagen, dass der zweite Teil für mich nicht ganz an den Zauber des ersten Bandes herankommt. Im Auftakt war einfach mehr von dieser besonderen Spannung und diesem gewissen Etwas da, das einen komplett mitgerissen hat. Hier wirkt manches ein bisschen vorhersehbar oder nicht ganz so intensiv, wie ich es mir gewünscht hätte. Auch die Atmosphäre, die im ersten Teil so stark war, kommt hier etwas schwächer rüber.
- Jeaniene Frost
Kuss der Nacht: Roman
(879)Aktuelle Rezension von: ZahirahDie Autorin hat eine überzeugende fantastische Welt erschaffen, in der Cat & Bones aber auch ihre Freunde die verschiedensten Situationen zu meistern haben.
Die Mischung aus rasanten Kämpfen und Verfolgungsjagden mit den Widersachern und romantischen und sehr erotischen Passagen des leidenschaftlichen Paares machen den Reiz des Buches aus. Alle auftretenden Figuren sind wunderbar charakterisiert.
Der Schreib- und Erzählstil ist dabei so gelungen, dass sich bei mir das Kopfkino eingeschaltet hat und ich voll in diese Welt eingetaucht bin. Von mir gibt es deshalb auch eine absolute Leseempfehlung und volle 5 Sterne. - Brandon Sanderson
Der Pfad der Winde
(204)Aktuelle Rezension von: DrachenbuecherhortMit „Der Pfad der Winde“ präsentiert Brandon Sanderson den zweiten Teil seiner epischen Fantasy-Saga, den Sturmlicht-Chroniken, die die Leser in die faszinierende Sturmwelt Roschar wirft. Dieser Band setzt direkt dort an, wo der erste Teil mit spannenden Cliffhangern endete, und wirft uns unmittelbar in das Geschehen.
Kaladin überlebt den Großsturm auf wundersame Weise, doch seitdem scheint etwas anders an ihm zu sein. Teft beobachtet Kaladins Genesung aufmerksam und löchert ihn mit – aus Kaladins Sicht – merkwürdigen Fragen, die ihn zunehmend irritieren. Auch Syl, das kleine Windsprengsel, zeigt ein immer seltsameres Verhalten, das Kaladin vor neue Rätsel stellt. Gleichzeitig wächst der Druck auf Kaladin weiter: Seine Brückenmannschaft bekommt einen neuen Hauptmann, der zusammen mit seiner Frau nichts lieber sehen würde, als Kaladin und seine Männer tot. Kaladin muss sich diesen Gefahren stellen, während er mit seinen eigenen Veränderungen und den immer größeren Herausforderungen zu kämpfen hat.
Durch die Entscheidung, den zweiten Part des englischen Originals in einem eigenständigen Buch zu veröffentlichen, gelingt ein nahtloser Übergang in die Handlung. Ohne unnötige Wiederholungen oder lange Einleitungen können Fans der Reihe genau dort weiterlesen, wo sie zuletzt gebannt aufgehört haben – mitten in der dynamischen Entwicklung der Geschichte und den packenden Konflikten der Charaktere.
Da man inzwischen tief in die Welt von Roschar eingetaucht ist, wirken die spezifischen Begriffe und Eigenheiten dieser fantastischen Welt vertraut und intuitiv. Ohne lange Eingewöhnungszeit versteht man die Handlung sofort und findet sich mühelos in der Geschichte zurecht. Brandon Sanderson beweist erneut sein meisterhaftes Geschick in der Gestaltung von Dialogen. Diese sind nicht nur lebendig und fesselnd, sondern auch ein Schlüssel, um die Welt von Roschar noch besser zu begreifen. Die Unterschiede zwischen den gesellschaftlichen Ständen, Kulturen und sogar den regionalen Dialekten treten in den Gesprächen besonders klar hervor. Zudem spiegelt sich in den Dialogen die Persönlichkeit jeder Figur wider – von den charmanten Nuancen bis hin zu den tiefsten Konflikten. Es ist genau diese Detailverliebtheit, die Sandersons Welt so lebendig und seine Charaktere so glaubwürdig macht.
Die Charaktere verleihen dem Roman eine besondere Stärke und Tiefe. Kaladin sticht dabei als herausragende Figur hervor, doch es geht nicht nur darum, seine Kapitel zu verfolgen – jede Perspektive ist faszinierend und trägt auf ihre Weise zur Geschichte bei. Die Figuren sind auf beeindruckende Weise ausbalanciert: Zwar gibt es Momente, in denen man einen besonders spannenden Handlungsstrang weiterverfolgen möchte, doch schnell wird klar, dass alle Erzählstränge gleich bedeutend sind und auf ein gemeinsames Ziel zusteuern. Mit jedem Kapitel wachsen die Charaktere einem mehr ans Herz, und ihre Herausforderungen und Konflikte lassen einen mitfiebern und mitfühlen. Interessanterweise sind längst nicht alle Figuren einander begegnet, doch es zeigen sich bereits subtile Verbindungen und Parallelen zwischen ihnen, die die Geschichte umso spannender machen.
„Der Pfad der Winde“ ist, wie bereits sein Vorgänger, eine klare Empfehlung für Fans epischer High-Fantasy-Romanreihen, die Wert auf eine detailliert ausgearbeitete Welt und tiefgründige Charaktere legen. Das Buch bietet eine fesselnde Leseerfahrung und überzeugt auf ganzer Linie. Aufgrund der Komplexität der Handlung und der zahlreichen Verbindungen zwischen den Figuren und Ereignissen ist es jedoch ratsam, mit „Der Weg der Könige“ zu beginnen, um die Geschichte in ihrer ganzen Tiefe zu verstehen.
- Tatjana Flade
Herz im Fadenkreuz
(18)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDas Buch wurde bereits 2016 veröffentlicht, doch ist es jetzt aktueller denn je.
Tatjana Fade beleuchtet in dieser Liebesgeschichte, wie Überzeugungen Menschen zu radikalen Terrorakten treiben können. Ganz nach dem Motto: "Jemand muß doch den brutalen Rechtsradikalen entgegentreten. Wir werden es sein." Ein Thema, dass ich so noch nicht gelesen habe.
Es geht um die Liebe zwischen Esther und Lys. Sie, die schüchterne Studentin, verliebt sich Hals über Kopf in Lys, liebevoll und doch geheimnisvoll. Doch trägt er Geheimnisse mit sich. Als Esther begreift welcher Art diese sind, greift sie zu unerwarteten Mitteln.
Schon viel habe ich über Rechtsradikale, Nazis und deren Anhänger gelesen. Ihre Brutalität und Menschenverachtung findet leider keine Grenzen. Über Linksradikale wußte ich bisher nur, dass sie sich den Rechtsradikalen entgegenstellen - auch mit Gewalt. Doch wie die Denke dieser Menschen ist, war mir nicht bewußt.
Tatjana Fade hat mir einen Blick in diese Welt ermöglicht. Sie gefällt mir nicht. Dennoch kann ich die Vorgehensweise der jungen Leute verstehen. Doch rechtfertigt Terror keinen Gegenterror, oder?
Fazit: Eine absolut spannende, stimminge Geschichte mit gut ausgearbeiteten Charakteren. Das Thema wird aus verschiedenen Sichtweisen beleuchtet. Lesenswert!
Den Verlag edition Oberkassel habe ich erst vor kurzem entdeckt. Er hat viele Romane mit Grenzthemen im Programm. Es lohnt sich mal im Angebot zu stöbern.
- Brandon Sanderson
Die Worte des Lichts
(144)Aktuelle Rezension von: DrachenbuecherhortMit „Die Worte des Lichts“, dem dritten Band der deutschen Ausgabe der Sturmlicht-Chroniken, gelingt Brandon Sanderson erneut ein Geniestreich der High Fantasy. Obwohl es sich im englischen Original um den zweiten Band (Words of Radiance) handelt, ist es in der deutschen Reihenfolge Band 3 – da der erste englische Band (The Way of Kings) in Deutschland auf zwei Bände aufgeteilt wurde. Nach „Der Weg der Könige“ und „Der Pfad der Winde“ geht die epische Reise in der Welt Roschar nun in eine neue, noch tiefere Phase über. Der Roman erweitert nicht nur die komplexe Welt, sondern bietet auch bewegende Charakterentwicklungen und einen fesselnden Plot, der sich immer weiter zuspitzt.
Schon in den ersten beiden Bänden hat Brandon Sanderson eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er zu den größten Architekten fantastischer Welten unserer Zeit zählt. Seine Welt Roschar ist nicht nur eine bloße Kulisse für epische Abenteuer, sondern ein atmendes, schlagendes Herzstück der gesamten Erzählung – ein Ort voller Sturm, Stein und Seele. In „Die Worte des Lichts“ gelingt es ihm erneut – und mehr denn je –, diese Welt auf vielschichtige Weise zu erweitern. Geografisch werden neue Landschaften und Städte erschlossen, die ebenso visuell wie atmosphärisch greifbar werden. Kulturell tauchen wir tiefer in die Eigenheiten der Völker ein, entdecken alte Bräuche, Gebräuche und Weltanschauungen, die in ihrer Vielfalt und Tiefe echtes anthropologisches Gewicht haben. Und auf mythologischer Ebene öffnet Sanderson Türen zu uralten Wahrheiten, vergessenen Göttern und einem Kosmos voller Rätsel, der immer mehr seine Schleier lüftet. Dabei ist es gerade seine Liebe zum Detail, die Roschar zu einem der glaubwürdigsten und faszinierendsten Weltenkonstrukte der modernen Fantasy macht. Kein Name, kein Symbol, keine Redewendung steht isoliert – alles ist durchzogen von Geschichte, Bedeutung und innerer Logik. Selbst beiläufige Hinweise entfalten später enorme Bedeutung, was dem Leser das Gefühl gibt, Teil eines viel größeren Ganzen zu sein.
Roschar wirkt uralt, mit Narben und Geheimnissen aus Jahrtausenden – und zugleich frisch und voller Überraschungen. Es ist eine Welt, die man nicht nur betrachtet, sondern erlebt. Und wenn man einmal eingetaucht ist, möchte man sie nicht mehr verlassen. Vielmehr wächst mit jeder Seite der Wunsch, noch tiefer zu graben, noch mehr zu verstehen – bis man sich völlig in diesem gewaltigen, stürmischen Universum verloren hat.
So beeindruckend Sandersons Weltbau auch ist – es sind seine Charaktere, die die Sturmlicht-Chroniken zu einem emotional so intensiven Erlebnis machen. Die Geschichte lebt nicht nur von epischen Schlachten und uralten Mysterien, sondern vor allem von den Figuren, die in dieser sturmgepeitschten Welt ihr Schicksal suchen und formen. In diesem Band rücken vor allem zwei Figuren ins Zentrum des Geschehens: Kaladin und Schallan – beide auf ganz unterschiedliche Weise zerrissen, und beide auf dem Weg zu etwas Größerem, als sie selbst begreifen können.
Kaladin, der ehemalige Sklave, Soldat, Heiler und nun Hauptmann der Leibgarde, bleibt eine der eindrucksvollsten Figuren moderner Fantasy. Er kämpft nicht mehr nur gegen äußere Feinde, sondern vor allem gegen die Schatten in sich selbst – gegen Misstrauen, Zorn, Schuld und die lähmende Angst zu versagen. Sanderson führt uns tief in Kaladins Gedankenwelt, lässt uns seine inneren Konflikte miterleben, seine Zweifel, seine Opfer. Und dennoch – oder gerade deshalb – bleibt er ein Fanal der Hoffnung, ein Symbol für Integrität in einer Welt, die von Verrat, Machtgier und Zynismus geprägt ist.
Schallan Davar wächst in diesem Band regelrecht über sich hinaus. Was in den vorherigen Bänden noch wie ein faszinierender, aber teils verspielter Nebenstrang wirkte, entwickelt sich nun zu einem der emotionalen und inhaltlichen Kernstücke des Romans. Schallan ist klug, kreativ und innerlich zutiefst zerrissen – ihre Reise ist ebenso mutig wie schmerzhaft. Sie konfrontiert nicht nur äußere Gefahren, sondern vor allem ihr eigenes zersplittertes Selbstbild, ihre verdrängten Erinnerungen und die Masken, hinter denen sie sich zu verstecken versucht. Ihre Fähigkeit, durch Illusionen Wahrheit zu offenbaren, ist nicht nur Magie, sondern Metapher – und ihre Kapitel gehören zweifellos zu den stärksten des gesamten Buches. In beiden Figuren steckt eine enorme psychologische Tiefe, die selten in diesem Genre zu finden ist. Sanderson scheut sich nicht, seine Helden zerbrechlich zu zeigen – menschlich, fehlerhaft, aber gerade deshalb so greifbar. Ihre Entwicklung ist kein plötzlicher Wandel, sondern ein glaubwürdiger, oft schmerzhafter Prozess, der den Leser tief berührt.
Brandon Sanderson ist ein Autor, der seine Geschichten nicht überstürzt erzählt. Er verzichtet auf hastige Wendungen oder Effekthascherei – stattdessen baut er Spannung mit der Präzision eines Architekten. „Die Worte des Lichts“ ist kein Buch, das von einer einzigen Explosion zur nächsten hetzt, sondern eines, das seine Wucht aus dem stetigen, druckvollen Aufbau seiner Konflikte bezieht. Der Plot dieses Bandes ist geprägt von leisen Tönen und schwelenden Spannungen, die sich langsam, aber unaufhaltsam in Richtung eines gewaltigen Höhepunkts bewegen. Intrigen spinnen sich enger, politische Fronten verhärten sich, und der Schatten der kommenden Katastrophe wird mit jeder Seite greifbarer. Es ist, als würde sich ein Sturm am Horizont sammeln – man sieht ihn noch nicht ganz, doch man spürt schon die ersten Böen, das Knistern in der Luft, das leise Grollen in der Ferne. Dabei schafft Sanderson es meisterhaft, verschiedene Handlungsstränge elegant miteinander zu verweben. Was anfangs wie separate Erzählfäden wirkt, verschmilzt im Laufe des Romans zu einem kunstvoll geknüpften Netz aus Ursachen und Wirkungen, Geheimnissen und Enthüllungen. Jeder Schritt, den die Figuren machen, hat Konsequenzen – manchmal unerwartet, manchmal verheerend, aber immer bedeutungsvoll. Besonders gelungen ist dabei die Art und Weise, wie Sanderson Andeutungen streut, falsche Fährten legt und den Leser dazu einlädt, mitzudenken, zu spekulieren, mitzufiebern. Wenn sich dann am Ende einzelne Puzzleteile zusammenfügen, ergibt sich ein Bild von epischer Tragweite, das nicht nur überrascht, sondern regelrecht erschüttert.
Mit knapp 976 Seiten ist „Die Worte des Lichts“ ein echter Brocken. Doch Sanderson beweist erneut, dass Umfang und Spannung sich nicht ausschließen müssen. Selbst die ruhigeren Momente – sei es eine innere Reflexion, ein strategisches Gespräch oder eine unerwartete Entdeckung – sind voller Substanz und tragen zur Gesamterfahrung bei. Die Kapitel sind so konstruiert, dass man immer weiter lesen muss. Kaum ein anderer Autor versteht es so gut, den Leser auf ein literarisches Abenteuer mitzunehmen, das keine Seite zu viel hat.
„Die Worte des Lichts“ ist nicht einfach nur ein guter Fantasy-Roman – es ist ein literarisches Erlebnis. Die Charaktere wachsen, die Welt entfaltet sich, und der übergeordnete Konflikt beginnt seine volle Wucht zu entfalten. Wer High Fantasy liebt, die sowohl epische Dimensionen als auch intime Charakterdramen vereint, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Brandon Sanderson liefert ein Buch ab, das zum Träumen, Mitfühlen und Staunen einlädt – und am Ende will man nichts sehnlicher, als sofort mit dem nächsten Band weiterzumachen.
- Melanie Naumann
Der Fedora Attentäter: Das erste Buch der Hydra-Detonation-Reihe
(18)Aktuelle Rezension von: oztrailDas Cover gefällt mir sehr gut. Der Mann mit dem Fedora auf einem Schachbrett, Toronto im Hintergrund und auf den Kopf gestellt. Der Attentäter hat die Zügel in der Hand.
Klappentext:
Seit dem Attentat auf ihren Mann wird Marly verfolgt. Rastlos reist sie durch die Welt, bis sie den kanadischen Bombenentschärfer Picasso kennenlernt. An seiner Seite wird ihr Leben noch gefährlicher.
Ein Spiel aus Explosionen und Irreführungen bringt die beiden an die Grenze von Leben und Tod. Sie müssen sich entscheiden: Können sie sich gegenseitig vor ihrer grausamen Vergangenheit schützen oder ist der Eine des Anderen Untergang?
Mein Fazit:
Thriller mit sehr viel Spannung und Herz. Sehr rasant geschrieben. Man muss aufpassen, den Faden nicht zu verlieren. Tja und genauso ist es passiert. Ich hatte den Faden nicht nur einmal verloren. Musste wieder fast auf Anfang zurück. Einiges hat mich immer wieder verwirrt ich konnte mich nicht drauf einstellen. Nachdem ich fertig war, musste ich das Buch erstmal sacken lassen.
Hier ergeht es mir so, dass ich es ein zweites Mal zu lesen begonnen habe, den roten Faden musste ich aber immer wieder verknoten.
Zu den Protagonisten muss ich festhalten, Marly ist eine nerv tötende Frau. Die kleine Lana, das Kind von Marly finde ich wieder süß. Mir der altklugen Kindlichkeit hat sie Humor in die Geschichte gebracht. Aber ich frage mich, 6 Jahre und keine Schule, na gut, ist ja nur ein Buch. Luke ist Prinz Charming, muss aber bei Marly Nerven wie Drahtseile haben, da sind die Bombenentschärfungen harmlos.
Aber nichts destotrotz, bei der zweiten Lesung, war die Story schon besser. Daher freue mich auf die Fortsetzung des Attentäters 2.0. Ach noch was, die Story erinnert mich ein wenig an die Filme Stirb langsam 1.0 bis 5.0.
- Haruki Murakami
Die Ermordung des Commendatore Band 2
(341)Aktuelle Rezension von: rkuehneDer zweigeteilte Roman "Die Ermordung des Commendatore" - ist ein typischer, klassischer Murakami. Die Geschichte um den Portraitmaler, der nach der plötzlichen Trennung von seiner Frau und einem Roadtrip im verlassen Haus eines früheren Malers einzieht und sich dort mystischen oder übernatürlichen Begegnungen stellen muss. Die Sprache Murakamis ist und bleibt wunderbar und eine wahre Lesefreude. Ich persönlich mag mehr die realistischen als die phantastischen Murakami -Romane, weshalb ich hier nicht volle Punktzahl geben kann. Außerdem fand ich die fixierung auf die Oberweite eines dreizehnjährigen Mädchens am Ende des Buches etwas befremdlich.
- Sally Green
Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant
(302)Aktuelle Rezension von: Kati21Kingdoms of smoke entführt in eine düstere Fantasywelt mit politischen Intrigen, Magie und einer Vielzahl an interessanten Charakteren. Das Buch schafft es verschiedene Handlungsstränge und Perspektiven geschickt miteinander zu verweben, sodass es nie langweilig wird.
Besonders gut haben mir die komplexen Figuren gefallen, da jede*r seine eigenen Motive, Stärken und Schwächen mitbringt, was die Geschichte sehr lebendig macht. Man trifft auf ein dichtes Netz aus Intrigen, Machtspielen und persönlichen Konflikten.
Die Welt ist düster, politisch aufgeladen und mit magischen Elementen angereichert, ohne überladen zu wirken. Der Schreibstil ist flüssig und atmosphärisch, auch wenn es an manchen Stellen etwas länger dauert, bis die Handlung richtig Fahrt aufnimmt. Manche Entwicklungen wirken etwas vorhersehbar oder bleiben noch oberflächlich, aber das Buch legt definitiv eine solide Grundlage für die Fortsetzung.
Insgesamt ein packender Auftakt mit viel Potenzial. Ich bin gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickelt! - Douglas Smith
Und die Erde wird zittern
(9)Aktuelle Rezension von: Andreas_Oberender"Dienstag. Ein kalter, windiger Tag. Ich war den ganzen Vormittag beschäftigt. Mittagessen mit Fürst Orlow und Resin. Ging spazieren. Um 4 Uhr fuhren wir nach Sergejewka. Tee mit Miliza und Stana. Wir lernten einen Mann Gottes kennen, Grigori aus dem Gouvernement Tobolsk."
Mit diesen lapidaren Worten hielt Zar Nikolaus II. am 1. November 1905 in seinem Tagebuch die erste Begegnung mit dem sibirischen Bauern Grigori Rasputin (1869-1916) fest. Wie sehr das Treffen ihr Leben prägen und verändern sollte, ahnten der Zar und seine Gemahlin Alexandra an jenem Tag nicht. Rasputin gehört zu den berühmtesten – oder wohl eher berüchtigtsten – Figuren der russischen Geschichte. Über Rasputin dürfte ähnlich viel geschrieben worden sein wie über Peter den Großen, Katharina die Große, Lenin und Stalin. Bis heute wird dem Mann aus Sibirien eine erhebliche Mitschuld am Niedergang der Romanow-Monarchie und am Zusammenbruch des Zarenreiches zugeschrieben. Kaum eine andere Gestalt hat im vorrevolutionären Russland derart viel Hass auf sich gezogen wie Rasputin. In den Augen seiner Zeitgenossen war der Sibirier ein religiöser Fanatiker und Sektierer; ein Hochstapler und Scharlatan, der sich als Wunderheiler ausgab; ein reaktionärer Einflüsterer, der die Politik des Zaren verhängnisvoll beeinflusste; ein unersättlicher Lustmolch und Frauenschänder; ein Landesverräter und Spion im Sold der Deutschen. Wie Douglas Smith in der Einleitung seines Buches hervorhebt, wurde über kaum eine andere Figur der russischen Geschichte so viel Unsinn verbreitet wie über Rasputin. Smith hat es sich zum Ziel gesetzt, den Wust von Gerüchten und Legenden beiseite zu schieben, der das Rasputin-Bild bis heute prägt.
Smith ist nicht der erste Autor, der das gängige Zerrbild von Rasputin durch ein realistisches Porträt ersetzen möchte. Alle anderen Versuche aus jüngerer Zeit, ein an überprüfbaren Fakten orientiertes Bild von Rasputin zu entwerfen, übertrifft Smith durch die ungeheure Breite und Tiefe seiner Darstellung. Mit seiner Biographie leistet er mehr, als nur Rasputins Lebensweg zu rekonstruieren, von den obskuren Anfängen in Sibirien bis zum gewaltsamen Tod im Dezember 1916. Smith bietet ein beeindruckendes Panorama der russischen Gesellschaft am Vorabend des Ersten Weltkrieges und der Revolution. Rasputin lebte in einem Land, das aus den Fugen zu geraten drohte. Die Abneigung, die er auf sich zog, kaum dass er zum Vertrauten der Zarenfamilie aufgestiegen war, ist nur vor dem Hintergrund der Krise verständlich, in der sich das späte Zarenreich befand. Das Verhältnis zwischen der Krone und den gebildeten Ständen war nachhaltig gestört und von wechselseitigem Misstrauen geprägt. In der Presse regte sich immer wieder Kritik am Zaren und an der ominösen "Hofpartei", die angeblich den Gang der hohen Politik bestimmte. Im Regierungsapparat, aber auch in der Leitung der Orthodoxen Kirche waren Machtkämpfe und Intrigen an der Tagesordnung. Rasputin betrat ein Minenfeld, als er 1905 nach Petersburg kam. Ehe er sich versah, wurde er in die Konflikte und Spannungen hineingezogen, die das politische, gesellschaftliche und religiöse Leben Russlands bestimmten.
Konsequent gibt Smith jenen Quellen den Vorzug, die zu Rasputins Lebzeiten entstanden sind, nicht erst nach seinem Tod. Für die Biographie hat Smith umfangreiche Aktenbestände aus russischen, europäischen und amerikanischen Archiven ausgewertet. Skeptisch betrachtet er die Memoiren von Zeitgenossen, die erst nach Rasputins Tod verfasst wurden. Nach dem Ende der Romanow-Monarchie waren der Diffamierung und Dämonisierung des Sibiriers keinerlei Grenzen mehr gesetzt. Viel zu lange, so Smith, haben fragwürdige und problematische Quellen, die aus der Zeit nach Rasputins Tod stammen, das Rasputin-Bild bestimmt. Für die Biographie hat Smith außerdem die zeitgenössische russische Presse und die Korrespondenzen zahlreicher Persönlichkeiten ausgewertet. Es liegt auf der Hand, dass sich eine Rasputin-Biographie nicht damit begnügen kann, die gesicherten Fakten über Rasputins Leben zusammenzufassen. Smith schildert das Leben seines Protagonisten, und zugleich analysiert er, welches Bild sich die russische Gesellschaft von dem Emporkömmling Rasputin zusammenphantasierte. Was hat Rasputin tatsächlich getan, und was wurde ihm von der Öffentlichkeit angedichtet und unterstellt? Smiths Bemühungen laufen auf die Demontage eines zählebigen Mythos hinaus, auf die Widerlegung oder zumindest Abschwächung vieler Legenden, die seit über hundert Jahren im Umlauf sind. Smith geht dabei allerdings nicht so weit wie manche russische Autoren der Gegenwart, die den negativen Rasputin-Mythos in sein Gegenteil verkehren und Rasputin zum Unschuldslamm und Märtyrer stilisieren.
Über Rasputins Leben bis zum Alter von etwa 30 Jahren ist so gut wie nichts bekannt. Rasputin erhielt keine Schulbildung; er lernte erst als Erwachsener Lesen und Schreiben. Kurz vor der Jahrhundertwende hatte er ein religiöses Erweckungserlebnis. Obgleich Ehemann und Vater, begann er ein neues Leben als Pilger und religiöser Wanderer (strannik). In seinem sibirischen Heimatdorf Pokrowskoje und später in Petersburg gewann er als spiritueller Mentor viele Anhänger und Verehrer. Anders als oft behauptet, trat Rasputin nicht als Wunderheiler und Hypnotiseur auf. Bald nach seiner Ankunft in Petersburg (1905) wurde er dem Zarenpaar vorgestellt. Auch Nikolaus und Alexandra lernten Rasputin als geistlichen Beistand schätzen, wie Tagebuchnotizen und Briefe belegen. Die Bluterkrankheit des Thronfolgers Alexej spielte eine geringere Rolle als traditionell angenommen. Die Begegnungen und Gespräche mit Rasputin hatten auf das Zarenpaar eine tröstende und aufbauende Wirkung. Besonders die Zarin konnte mit "Vater Grigori" ihre inbrünstige Religiosität ausleben. Sie war überzeugt, dass Rasputins Gebete segensreich für ihre Familie waren. Rasputin hatte kein Interesse an Theologie. Der christliche Glaube war für ihn eine Sache des Herzens, nicht des Verstandes. Mit dieser Haltung traf er den Nerv der Zarin und seiner mehrheitlich weiblichen Anhängerschaft. Rasputin zog Menschen an, die mit der in pompöser Routine erstarrten Amtskirche unzufrieden waren und sich nach emotional intensiven Glaubenserlebnissen sehnten. Smith zitiert aus Briefen, die Rasputin an die Zarenfamilie schrieb, und aus einigen Interviews, die er russischen Zeitungen gab. Diese Quellen zeigen Rasputin als Mann von schlichtem Gemüt. Seine Denk- und Ausdrucksweise war naiv und schwärmerisch.
Wie Smith mehrfach betont, hielt sich Rasputin nie dauerhaft am Zarenhof auf. Erst 1914 nahm er sich eine eigene Wohnung in der Hauptstadt. Er kehrte immer wieder für längere Zeit in seine sibirische Heimat zurück. Oft vergingen mehrere Monate zwischen seinen Begegnungen mit Nikolaus und Alexandra. Und doch wurde die Öffentlichkeit schon bald nach Rasputins Ankunft in Petersburg argwöhnisch. Was hatte dieser ungehobelte und schmutzige Bauer im Palast zu suchen? Wie konnte es sein, dass er mit der Zarenfamilie auf vertrautem Fuße stand? Höflinge und Minister, Kirchenleute und Journalisten stellten die abenteuerlichsten Vermutungen über Rasputin und seine Rolle im Umfeld des Herrscherpaares an. Die Presse inszenierte im Lauf der Jahre mehrere Kampagnen gegen den Sibirier. Kleinere, an sich harmlose Skandale, an denen Rasputin beteiligt war, wurden von den Medien gezielt ausgeschlachtet und aufgebauscht, um Rasputin in Verruf zu bringen (Kap. 40 und 45). Auch das Parlament, die Duma, debattierte mehrfach erregt über die Frage: Wer ist dieser Rasputin, und was führt er im Schilde? Es gab etliche Gründe, warum die Spekulationen aus dem Ruder liefen und die Anfeindungen von Jahr zu Jahr bösartiger wurden. Die selbstgewählte Abschottung des Zarenpaares führte zwangsläufig zur Entstehung von Gerüchten. Mit ihrer hartnäckigen Weigerung, Rasputin fallenzulassen und wegzuschicken, fachten Nikolaus und Alexandra den Zorn all derer an, denen der Sibirier ein Dorn im Auge war. Allzu bereitwillig glaubte die Öffentlichkeit, der Thron werde von "dunklen Kräften" kontrolliert. Irgendjemand musste ja schuld daran sein, dass die Kluft zwischen Krone und Gesellschaft immer tiefer wurde. Im Ersten Weltkrieg führte die allgegenwärtige Spionage- und Verschwörungsmanie dazu, dass Rasputin und die Zarin verdächtigt wurden, im Auftrag der Deutschen die russischen Kriegsanstrengungen zu sabotieren. Auch das spannungs- und widerspruchsreiche kulturelle Klima des russischen Fin de siècle, der Zusammenprall von Aufklärung und Obskurantismus, wurde Rasputin zum Verhängnis. Scharlatane aller Art hatten um die Jahrhundertwende Hochkonjunktur in Russland, Wahrsager und Hypnotiseure, Gurus und selbsternannte Wunderheiler. In den Augen kritischer Zeitgenossen stand Rasputin stellvertretend für alle irrationalen und "mittelalterlichen" Kräfte, die Russland daran hinderten, endlich in der Moderne anzukommen (Kap. 11).
Doch damit nicht genug: Aus Sicht der russischen Gesellschaft verkörperte Rasputin den Archetyp des "bösen Ratgebers", der einen willensschwachen Herrscher nach Belieben manipuliert. Aber war der Mann aus Sibirien wirklich die Graue Eminenz hinter dem Thron? Wie Smith herausarbeitet, kann überhaupt keine Rede davon sein, dass Rasputin systematisch Einfluss auf die Staatsgeschäfte genommen hätte. Einem gänzlich ungebildeten Mann wie Rasputin fehlten alle Voraussetzungen für eine ernst zu nehmende politische Betätigung. Rasputin, zeitlebens auffallend unehrgeizig, besaß kein wie auch immer geartetes politisches Programm, und er war auch nicht das Haupt einer Gruppe oder Clique, die nach der Macht im Staate strebte. Seine Möglichkeiten, auf die Regierung und die Kirchenleitung einzuwirken, waren nicht zuletzt deshalb sehr begrenzt, weil seriöse Politiker und Kirchenführer von Anfang nichts mit ihm zu tun haben wollten. An mehreren Beispielen zeigt Smith, dass der Zar Rasputins gelegentliche Vorschläge in Sach- und Personalfragen ignorierte. Rasputin hob sich noch in anderer Hinsicht von fürstlichen Günstlingen früherer Jahrhunderte ab: Er strebte nicht nach Ämtern und Titeln, und er nutzte seine Stellung nicht, um ein riesiges Vermögen zusammenzuraffen. Geld interessierte ihn nicht. Die Besitztümer, die er seiner Familie hinterließ, hatten einen Wert von gerade einmal 23.500 Rubeln (Kap. 74). Rasputins angebliches Millionenvermögen existierte nur in der Phantasie seiner Feinde.
Was bleibt vom Rasputin-Mythos? Hatte Rasputin am Ende eine saubere Weste? Wurde ihm von seinen Kritikern durchweg Unrecht getan? Smith stellt klar, dass manche Vorwürfe berechtigt waren. Ähnlich wie die Zarin und andere konservativ gesinnte Personen bestärkte Rasputin Nikolaus II., an der Autokratie als Herrschaftsform festzuhalten und eine Parlamentarisierung des politischen Systems nicht zuzulassen. Das ist jedoch keine Überraschung. Denn warum hätte ausgerechnet ein sibirischer Bauer als Verfechter des Parlamentarismus auftreten sollen? Auch der Vorwurf sexueller Promiskuität lässt sich nur zum Teil entkräften. Rasputin, daran lässt Smith keinen Zweifel, war ein zwanghafter Fummler und Grabscher. Er konnte seine Hände nicht von den Frauen lassen, die in seinen Dunstkreis gerieten. Liebhaber der Zarin und Vater des Thronfolgers war er aber nicht. Im Krieg hatte Rasputin tatsächlich Anteil an etlichen fatalen Personalentscheidungen des Zaren. Dennoch gelangt Smith zu dem Schluss, dass nicht Rasputins Aktivitäten zu dem rapiden Ansehensverlust führten, den die Monarchie in den letzten Jahren ihres Bestehens erlitt. Ausschlaggebend war vielmehr die grotesk verzerrte Wahrnehmung Rasputins in der russischen Gesellschaft. Dem Sibirier wurden finstere Absichten unterstellt, die er nicht hatte, und ihm wurde ein Einfluss zugeschrieben, den er nicht besaß. Nach den militärischen Rückschlägen der Jahre 1915 und 1916 wurde Rasputin die Schuld an allem angelastet, was in Russland im Argen lag. Seine Mörder rechtfertigten ihre Tat damit, sie hätten die Monarchie und das Reich retten wollen. Doch kaum drei Monate nach Rasputins Tod brach das alte Russland wie ein Kartenhaus zusammen.
An Douglas Smiths Buch wird künftig niemand vorbeikommen, der sich mit dem Untergang der Romanow-Monarchie beschäftigt. Fachhistoriker und historisch interessierte Laien können die Biographie gleichermaßen mit großem Gewinn lesen. Warum nur vier Sterne? Das Buch zeigt anschaulich, wohin es führt, wenn ein Autor zu viel über sein Thema weiß und der Versuchung nachgibt, sein gesamtes Wissen vor dem Leser auszubreiten. Über weite Strecken ist die Fülle und Dichte der vermittelten Informationen schlichtweg erdrückend. Die Erzählung wird umso minutiöser und detailreicher, je mehr sich Smith auf Rasputins Ende zubewegt. Auf die Jahre 1914 bis 1916 entfällt die Hälfte der 74 Kapitel. Es kommen Hunderte und Aberhunderte von Personen vor. Selbst unwichtige Nebenfiguren werden von Smith mit vollem Namen eingeführt, etwa die Polizisten, die Rasputin im Auftrag des Innenministeriums überwachten, oder die Prostituierten, mit denen Rasputin in Petersburg Umgang hatte. In diesem Gewimmel der Personen und Namen geht rasch jeglicher Überblick verloren. Für Leser, die mit der Geschichte des späten Zarenreiches nicht oder nur flüchtig vertraut sind, ist die Lektüre kein Spaziergang. Ohnedies braucht man gutes Sitzfleisch und Durchhaltevermögen, um den 800-seitigen Text zu bewältigen. Es handelt sich um ein anspruchsvolles Buch, das sich nicht als Gelegenheits- oder Unterhaltungslektüre eignet.(Hinweis: Diese Rezension habe ich zuerst im Oktober 2017 bei Amazon gepostet)
- Jussi Adler-Olsen
Das Washington-Dekret
(223)Aktuelle Rezension von: Buecherwurm_16Dieses Buch ist wohl ein Klassiker unter den Politthrillern, immerhin ist es bereits vor 20 Jahren erschienen. Die Geschichte folgt einer kleiner Gruppe von Menschen, die zufällig eine Reise gewinnen: eine junge Frau, die sich politisch engagiert, eine alleinerziehende Mutter aus der Bronx, ein Provinz-Sheriff, einen Pressesprecher und einen Journalisten. Am Anfang haben sich die Ereignisse sehr überschlagen und haben sich teilweise konstruiert angefühlt. Je tiefer ich aber in die Geschichte eingetaucht bin, desto vielschichtiger wurden die Charaktere und die Geschichte konnte mich mehr und mehr von sich überzeugen. Die über 600 Seiten gingen durch die ständigen Perspektivwechsel sehr schnell rum.
Auch wenn ich schon bessere (Polit)Thriller gelesen habe, würde ich das Buch trotzdem empfehlen! Das Thema ist fast aktueller als damals und wie nah die gesetzliche Grundlage hinter dem dargestellten Szenario ist, hat mich echt erschreckt! - Sam Bourne
Der Präsident
(106)Aktuelle Rezension von: JourneyGirlDer Name wird zwar nicht erwähnt und der Präsident im Buch heißt auch anders, aber irgendwie erinnert der im Buch beschriebene Präsident einem ehemaligen Präsidenten der USA, vom Charakter und auch vom Verhalten her... Und schon auf den ersten Seiten wird einem Angst und Bange! Zum Glück ist das nur ein Buch und wir haben den echten Präsidenten 4 Jahre lang überlebt! Sehr spannend ist, dass eine Mitarbeiterin im Weißen Haus mitbekommt, dass ein Anschlag auf den Präsidenten geplant ist. Und bei diesem Präsidenten steht sie nun vor dem Dilemma : Soll sie das Attentat verhindern und die Welt einem Tyrannen überlassen oder lässt sie den Mord geschehen... Megaspannend und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen! Geniale Idee für einen Thriller!
- Brent Weeks
Am Rande der Schatten
(211)Aktuelle Rezension von: Drachenbuecherhort„Am Rande der Schatten“ ist der zweite Band der Schatten-Trilogie von Brent Weeks. Nach dem packenden ersten Teil, „Der Weg in die Schatten“, setzt Weeks die Geschichte des ehemaligen Gassenjungen Azoth, der nun als Kylar Stern bekannt ist, fort.
Die Geschichte beginnt mit Kylars Versuch, ein normales Leben als Kräuterkundiger zu führen, nachdem er dem Leben als Assassine den Rücken gekehrt hat. Doch die Schatten seiner Vergangenheit lassen ihn nicht los. Als er erfährt, dass sein bester Freund Logan möglicherweise noch lebt, wird Kylar erneut in die dunklen Machenschaften der Stadt Cenaria hineingezogen. Der Gottkönig von Khalidor hat die Stadt erobert und führt eine Schreckensherrschaft, die Kylar dazu zwingt, seine Fähigkeiten als Assassine wieder einzusetzen.
Weeks’ Schreibstil ist packend und atmosphärisch. Die düstere und oft brutale Welt von Cenaria wird lebendig beschrieben, und die actionreichen Szenen halten den Leser in Atem. Weeks’ Fähigkeit, Spannung aufzubauen und zu halten, ist bemerkenswert. Ob es sich um einen tödlichen Kampf, eine heimliche Mission oder eine magische Auseinandersetzung handelt, die Action ist stets dynamisch und mitreißend. Man kann die Anspannung und das Adrenalin förmlich spüren, während man Seite um Seite umblättert. Die komplexen politischen Intrigen und die ständigen Machtkämpfe sorgen dafür, dass es nie langweilig wird. Auch die magischen Elemente sind geschickt in die Handlung integriert und verleihen der Geschichte eine zusätzliche Ebene der Faszination. Jede Wendung und Überraschung hält den Leser gespannt und neugierig auf das, was als Nächstes kommt. Wenn auch der Anfang etwas langatmig ist, lohnt es sich, durchzuhalten. Weeks nimmt sich die Zeit, die Welt und die Charaktere gründlich einzuführen, was anfangs etwas langsam erscheinen mag. Doch diese sorgfältige Einführung zahlt sich aus, da sie eine solide Grundlage für die komplexe und vielschichtige Handlung schafft.
Brent Weeks zeichnet seine Charaktere mit großer Tiefe und Komplexität. Kylar Stern, der Protagonist, kämpft ständig mit seiner eigenen Identität und seinem Platz in der Welt. Er ist hin- und hergerissen zwischen seinem Wunsch nach einem friedlichen Leben und seiner Rolle als Assassine. Diese innere Zerrissenheit macht ihn zu einer vielschichtigen und faszinierenden Figur. Die Entscheidungen, die die Charaktere treffen müssen, sind oft nicht einfach und haben weitreichende Konsequenzen. Weeks zeigt, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse oft verschwimmen und dass selbst die besten Absichten zu schrecklichen Taten führen können. Diese moralische Komplexität verleiht der Geschichte eine Tiefe, die den Leser lange nach dem Lesen noch beschäftigt.
„Am Rande der Schatten“ behandelt Themen wie Macht, Verrat, Freundschaft und die Suche nach Identität. Weeks stellt die moralischen Dilemmata seiner Charaktere in den Vordergrund und zwingt den Leser, über die Natur von Gut und Böse nachzudenken. In einer Welt, in der Vertrauen selten und Verrat allgegenwärtig ist, müssen sie lernen, wem sie trauen können und wem nicht. Diese ständige Unsicherheit schafft eine Atmosphäre der Spannung und des Misstrauens, die den Leser in ihren Bann zieht. Trotz der düsteren und oft brutalen Welt, in der sie leben, finden die Charaktere Trost und Unterstützung in ihren Freundschaften. Diese Beziehungen bieten einen Lichtblick in der Dunkelheit und zeigen, dass selbst in den schwierigsten Zeiten Hoffnung und Menschlichkeit bestehen können.
„Am Rande der Schatten” ist eine gelungene, wenn auch etwas schwächere Fortsetzung der Schatten-Trilogie und empfehlenswert für alle Fans düsterer High Fantasy. Wer auf der Suche nach einer spannenden und tiefgründigen Fantasy-Geschichte ist, kann mit dieser Reihe nichts falsch machen.























