Bücher mit dem Tag "aufarbeitung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "aufarbeitung" gekennzeichnet haben.

90 Bücher

  1. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257073690)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

    (5.819)
    Aktuelle Rezension von: Naniboerger

    Der Vorleser zeigt auf, womit sich wohl teilweise auch noch heutige Generationenj auseinander setzen müssen: Böses ist zu verurteilen - was aber, wenn dir nahestehende und geliebte Personen bei diesem bösen Handeln mitbeteiligt waren? Wann kann man verzeihen, wann soll man verzeihen und vergeben? Wer trägt die Schuld?

    Die Geschichte ist in drei Teile geteilt, welche sich zeitlich unterscheiden. Die Erzählform ist aus der Perspektive des jungen Michaels, der mit 15 Jahren durch einen Zufall auf eine 36-jährige Frau, Hanna, trifft und mit ihr eine Liebesbeziehung eingeht. Diese zerbricht und sie begegnen sich Jahre später nichtsahnend in einem Gerichtssaal: Michael als Student und Zuschauer des Prozesses, Hanna als angeklagte. Es stellt sich heraus, dass sie KZ-Aufseherin war und Analphabetin ist (dadurch kann sie sich schlecht verteidigen). Hanna wird verurteilt und landet im Bau. Dort spielt der letzte Teil des Buches: Michael sendet Hanna Kassetten, auf welchen er Geschichten vorliest. Sie lernt lesen und schreiben und bedankt sich mit einer kurzen Dankesbotschaft. Als ihre Entlassung bevorsteht, hat Michael alles für eine Wiedereingliederung organisiert - daraus wird dann nichts (warum, wird an dieser Stelle nicht verraten, sonst droht Spoileralarm). 

    Das Buch ist ansprechend geschrieben, die deutsche Sprache wird vielfältig genutzt ohne schnörkelig zu sein. Der Grundgedanke der Geschichte, das Geflecht aus Schuld und Schuldzuweisung sowie Vergebung in Verbindung mit der Zeit des NS ist eine gute Ausgangslage, dies jedoch an einer Liebesgeschichte zwischen einem Minderjährigen und einer erwachsenen Frau, welche gut 20 Jahre älter ist als ihr Liebhaber, aufzuziehen, gefällt mir persönlich gar nicht. Michael leidet sein ganzes Leben lang darunter. Hanna wird aufgrund ihrer fehlenden Bildung als unmündig dargestellt, als könne sie nichts für ihr Handeln und als hätte sie das Ausmass ihrer Handlung erst im Gefängnis mit dem Erlernen von Lesen und Schreiben verstanden. Das ist mir zu kurz gefasst und verfälscht das Bild der NS. 

    Im Buch selber wird der Leserschaft offen gelassen, wie sie über die Geschehnisse denken - es wird nicht verurteilt oder moralisiert. Daher würde sich das Buch wohl für eine Leserunde mit anschliessender Diskussion eignen. 

    Obschon das Buch als Klassiker gilt, bin ich nicht begeistert davon. Sprachlich ist es toll, inhaltlich weniger - keine Leseempfehlung. 

  2. Cover des Buches Was fehlt, wenn ich verschwunden bin (ISBN: 9783733500405)
    Lilly Lindner

    Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

    (521)
    Aktuelle Rezension von: trollchen

    Was felhlt, wenn ich verschwunden bin

    Herausgeber ist Fischer Sauerländer, 2017 und hat 400 Seiten.

    Kurzinhalt: »Warum isst du nicht mehr, April?«

    April ist fort. Seit Wochen kämpft sie in einer Klinik gegen ihre Magersucht an. Und seit Wochen antwortet sie nicht auf die Briefe, die ihre Schwester Phoebe ihr schreibt. Wann wird April endlich wieder nach Hause kommen? Warum antwortet sie ihr nicht? Phoebe hat tausend Fragen. Doch ihre Eltern schweigen hilflos und geben Phoebe keine Möglichkeit, zu begreifen, was ihrer Schwester fehlt. Aber sie versteht, wie unendlich traurig April ist. Und so schreibt sie ihr Briefe. Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.

    Meine Meinung: Ich liebe die Bücher Autorin, dies sind einfach so emotional und mit so viel Herzschmerz geschrieben, dass man immer nah am Weinen ist. Diese Bücher muss man selbst lesen , um dies zu erahnen, wieviele gefühle hier drin stecken. Im grossen und ganzen geht es um Magersucht, ich kenne sehr vieel, die aus dieser schiene nicht mehr herauskommen, weil sie sie sich selbst gar nicht mehr richtig sehen und ihnen ist egal, was andere dazu sagen. Aber was bleibt wirklich von einem, wenn man so eine Krankheit hat und sie evtl. nicht besiegen kann? Ich kann es nur aus nächster Nähe sehen, wenn unsere Patienten es leider nicht so hinbekommen, wie es sein sollte. ( Ich arbeite in der Psychiatrie) 

    Mein Fazit: Einfach nur wow, herzerwärmend und super toll geschrieben. Jeder Satz ein Meisterwerk der Gefühle. Ich vergebe 5 top Sterne und kann das Buch jedem wärmstens empfehlen. 

  3. Cover des Buches Der Glasmurmelsammler (ISBN: 9783596521418)
    Cecelia Ahern

    Der Glasmurmelsammler

    (419)
    Aktuelle Rezension von: Buecherliebe_19

    Auch wenn "Der Glasmurmelsammler" von Cecelia Ahern schon etwas älter ist, war es mir eine große Freude, dieses Buch zu lesen. Ich habe bereits mehrere Werke der Autorin verschlungen und bin immer wieder beeindruckt davon, wie sie scheinbar leichte Geschichten mit viel Gefühl und Tiefe erzählt. Auch dieses Buch entfaltet mit jeder Seite mehr Wirkung und regt intensiv zum Nachdenken an.

    Im Zentrum stehen Fergus und seine Tochter Sabrina. Fergus lebt nach einem Schlaganfall in einem Pflegeheim. Er ist körperlich eingeschränkt, leidet unter Gedächtnislücken und erinnert sich kaum an seine Vergangenheit. Nach der Wohnungsauflösung tauchen plötzlich einige Kartons mit persönlichen Gegenständen auf. Darunter eine sorgfältig geführte Murmelsammlung. Weder Sabrina noch ihre Mutter ahnten etwas von dieser Leidenschaft. Eine handgeschriebene Inventarliste lässt erkennen: ausgerechnet die wertvollsten Murmeln fehlen. Sabrina beginnt der Spur dieser Murmeln zu folgen und begibt sich damit auf eine Reise in das unbekannte Leben ihres Vaters.

    Die Geschichte wird in zwei miteinander verwobenen Handlungssträngen erzählt: Die Gegenwart schildert Sabrinas Suche nach den verschwundenen Murmeln und nach Antworten, während der zweite Strang in die Vergangenheit zurückführt und Fergus’ Leben von seiner Kindheit bis ins Erwachsenenalter beleuchtet. Diese Rückblicke zeigen, wie Fergus zu dem Menschen wurde, der er ist mit all seinen Widersprüchen, Geheimnissen und inneren Kämpfen.

    Cecelia Aherns Schreibstil ist wie gewohnt klar, einfühlsam, bildhaft und leicht zu lesen. Besonders gelungen finde ich die ruhige Erzählweise, die trotzdem fesselt. Auch humorvolle Momente sind geschickt eingestreut und lockern die eher ernste Thematik auf.

    Die zentrale Botschaft des Romans hat mich sehr berührt: dass es Mut erfordert, zu sich selbst zu stehen und seine Leidenschaften nicht zu verstecken und dass echte Liebe und Akzeptanz all unsere Ecken und Kanten mit einschließen. Außerdem, dass es Dinge gibt, die wir eigentlich nicht vergessen wollen und es daher wichtig ist, dass es Menschen gibt, die diese Erinnerungen stetig für uns am Leben halten.

    "Der Glasmurmelsammler" ist ein stilles, emotionales Buch mit viel Tiefe, dass mich noch lange beschäftigt hat. Eine klare Leseempfehlung für alle, die leise, aber eindringliche Geschichten lieben.

  4. Cover des Buches Hold Me - New England School of Ballet: Special Edition (ISBN: 9783736327337)
    Anna Savas

    Hold Me - New England School of Ballet: Special Edition

    (383)
    Aktuelle Rezension von: Nika488

    Wer New-Adult Romance und Geschichten voller Gefühl liebt, ist hier genau richtig. Anna Savas hat mich emotional komplett abgeholt. 


    Schon ab den ersten Seiten war ich vollkommen in der Welt der New England School of Ballet gefangen. Das Ballett-Setting ist wunderschön ausgearbeitet und verleiht der Geschichte eine ganz besondere Atmosphäre. Hier hab ich sofort die Leidenschaft, die Disziplin und den Druck, unter dem die Tänzerinnen und Tänzer stehen, in jeder Szene gespürt. 


    Zoe war für mich eine unglaublich starke und gleichzeitig verletzliche Protagonistin. Ihr Traum vom Tanzen, sowie ihre Vergangenheit und die Geheimnisse, die sie mit sich trägt, machen sie zu einer Figur, mit der ich sofort mitfühlen konnte. Ich habe ihre Ängste, aber auch ihre Hoffnungen und ihre Entscheidungen jederzeit nachvollziehen können.


    Hinter Jase‘s Wut und Enttäuschung steckt so viel Schmerz, aber auch so viel Liebe. Seine Geschichte hat mich unglaublich berührt und mein Herz bluten lassen. Es ist Wahnsinn, wie er ständig zwischen seinen eigenen Träumen und den Erwartungen seiner Familie steht.


    Die Dynamik zwischen Zoe und Jase ist einfach wunderschön. Es erwarten einen beim lesen ein Wiedersehen nach einem schmerzhaften Kontaktabbruch, große Gefühle und viele unausgesprochene Wahrheiten. Mich hat diese  emotionale Intensität komplett gefesselt. 

    Jede Begegnung zwischen den beiden war voller Spannung und Herzklopfen.


    Besonders geliebt habe ich, wie sich ihre gemeinsame Vergangenheit nach und nach entfaltet. Mit jeder neuen Wahrheit versteht man die Charaktere ein Stück besser und fiebert noch mehr mit ihnen mit. Die emotionalen Twists haben mich mehrfach überrascht und teilweise wirklich sprachlos zurückgelassen.


    Auch die Nebenthemen sind nicht zu verachten. Hier das Buch auch Themen wie familiäre Erwartungen, Selbstfindung, Verlustängste und den Mut, für die eigenen Träume einzustehen.


    Für mich ist „Hold Me“ ein grandioser Auftakt der New England School of Ballet Reihe. Und ich freue mich auf die weiteren Bücher der Reihe mit ihrem wundervollen Ballett-Vibes. 

  5. Cover des Buches Eleanor Oliphant Is Completely Fine (deutsche Ausgabe) (ISBN: 9783404015108)
    Gail Honeyman

    Eleanor Oliphant Is Completely Fine (deutsche Ausgabe)

    (395)
    Aktuelle Rezension von: EllenKnorr

    Das Buch hat mich positiv überrascht. Ich habe jede Seite geliebt. Eleanor ist seltsam, aber so charakterstark. Gerade ihre schräge Sicht auf die Welt hat mir total gut gefallen und mich an manchen Stellen schmunzeln lassen. Die Story ist emotional, hat Tiefgang und bleibt an einem haften. Wirklich ein klasse Buch. Von mir eine klare Leseempfehlung. 

  6. Cover des Buches Nachtblumen (ISBN: 9783989425392)
    Carina Bartsch

    Nachtblumen

    (342)
    Aktuelle Rezension von: anni_99

    Es geht in dem Buch um die neunzehnjährige Jana, die eine schwierige Vergangenheit hatte und jetzt in einem Wohnprojekt auf Sylt einen Neuanfang sucht. Dort wohnt sie mit anderen jungen Erwachsenen zusammen, die ebenfalls ihre eigenen Geschichten mit sich herumtragen und fängt währenddessen eine Ausbildung an. Unter anderem ist da auch Collin, der gerne alleine ist und niemanden an sich heranlässt. Doch mit der Zeit entwickelt sich langsam eine Verbindung zwischen den beiden.

    Die Beziehung entwickelt sich nur sehr langsam, was sehr echt wirkt und sich sehr entspannt verfolgen lässt. Alle Charaktere sind wirklich detailliert und authentisch entwickelt und auch die Nebenfiguren haben alle ihre kleine, aber durchaus wichtige Rolle in dem Entwicklungsprozess von Jana. Besonders gut hat mir auch der atmosphärische und bildliche Schreibstil gefallen, sodass sich beim Lesen fast dauerhaft ein Film vor meinen Augen abgespielt hat. Ich konnte richtig in die Geschichte und das Inselfeeling abtauchen, alles ist sehr realistisch und schön zu lesen.

    Einen Stern Abzug gibt es dafür, dass meiner Meinung nach wirklich relativ wenig auf den immerhin knapp 550 Seiten passiert. Es fehlt dadurch ein bisschen die Spannung, trotzdem hat mich die Geschichte nicht losgelassen und ich habe dauerhaft mit Jana mitgefühlt. Letztendlich ist es nämlich wirklich schön gewesen zu sehen, wie sich die Persönlichkeit von Jana immer weiter entwickelt hat.

    Fazit: Ruhige, gefühlvolle Geschichte mit sehr angenehmer Atmosphäre, klare Leseempfehlung für jeden, der nichts gegen ein bisschen weniger Spannung einzuwenden hat.

  7. Cover des Buches Meine dunkle Vanessa (ISBN: 9783328108986)
    Kate Elizabeth Russell

    Meine dunkle Vanessa

    (321)
    Aktuelle Rezension von: naevia

    Über den Inhalt von "meine dunkle Vanessa" ist erstmal nicht viel zu sagen, doch die Dinge, die passieren dann explizit zu lesen, fällt dann doch schwer (Triggerwarnungen beachten).

    Was mir aber an dem Buch immer im Gedächtnis bleiben wird, ist der psychologische Aspekt. Wenn nämlich das Umgehen mit dem was geschehen ist, eben nicht so ist, wie man es erwarten würde. Wenn das Verhältnis zum Täter dann doch ganz anders ist. Es zeigt eine Machtausübung und eine Abhängigkeit über viele Jahre auf und die haben mich persönlich noch viel mehr bewegt. Wenn einem eben nicht bewusst ist, dass das eigene normal, eben nicht normal ist und was bleibt dann noch, wenn man dann diese Person aus dem Leben nimmt.

  8. Cover des Buches Deutsches Haus (ISBN: 9783548061177)
    Annette Hess

    Deutsches Haus

    (240)
    Aktuelle Rezension von: Pepale

    Frankfurt 1963: Eva ist Dolmetscherin. Durch einen Zufall kommt sie an eine Job als Übersetzerin für Polnisch beim Auschwitz Prozess. Unbedarft und naiv stürzt sie sich in ihre Arbeit, ohne zu ahnen was sie dort erwartet. Die Berichte der Zeugen wie Juden ermordet, gedemütigt, gefoltert wurden, setzen Eva schwer zu. Evas Eltern hatten ihr abgeraten diesen Job zu übernehmen. Am Ende sind ihre Eltern in das ganze Geschehen verknüpft und die Familie zerstört.

    Mit ihrem Verlobten führt sie eine typische Beziehung, wie es in den 1960er Jahren verbreitet war, sie ordnet sich ihm unter. Das Gesellschaftliche Rollenbild sah es so vor, sonst galten Frauen als „unweiblich“.

    Annegret, die ältere Schwester von Eva, leidet unter dem Helden-Syndrom (Profilneurose). Als Säuglingsschwester infiziert sie Babys mit Bakterien um sie hinterher wieder gesund zu pflegen und dafür Lob und Geschenke zu bekommen.

    Die Autorin hat gut recherchiert.

    Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Die Geschichte ist fesselnd und bewegend. Die Protagonisten sind gut beschrieben und entwickeln sich weiter.

    Es handelt sich um eine gelungene Geschichte.



  9. Cover des Buches Deutschstunde (ISBN: 9783455009484)
    Siegfried Lenz

    Deutschstunde

    (306)
    Aktuelle Rezension von: dunis-lesefutter

    Wer von euch hält sich für pflichtbewusst? Finger hoch!👆🏻

    Uwe Jepsen ist ein Ausbund an Pflichtbewusstsein. So sehr, dass er sogar über die Gültigkeit der Pflicht hinaus es für seine Aufgabe hält, ihr nachzukommen.


    Er ist Polizist im fiktiven Rugbüll unter der Herrschaft der Nationalsozialisten, die gegen den Maler Max Ludwig Nansen (eine Reminiszenz an Nolde/Beckmann/Kirchner) ein Malverbot verhängt haben. Jepsen überbringt die Botschaft und beaufsichtigt gewissenhaft die Entsorgung der Kunstwerke und die Einhaltung des Verbots. Sein Sohn Siggi versteht die Hartherzigkeit des Vaters nicht. Er versteckt Bilder des Malers. Als die Schreckensherrschaft endet fühlt sich Uwe Jepsen nach seiner Entnazifizierung immer noch dafür verantwortlich, den Maler zu schikanieren und seine Bilder zu vernichten. Als er seinem Sohn auf die Schliche kommt, der gegen ihn arbeitet, nimmt er auch diesen in die Mangel. Siggi entwickelt daraufhin die Manie die Bilder des Malers entwenden und verstecken zu müssen. Er wird erwischt und landet in einer Erziehungsanstalt. Dort schreibt er einen Aufsatz über die „Freuden der Pflicht“ und das Ergebnis lesen wir in dem Roman.


    Siegfried Lenz Meisterwerk wurde nach seinem Erscheinungsjahr 1968 eins der meistverkauften Bücher in der die Deutschstunde nicht nur einen Aufsatz darstellt, sondern auch deutsche Geschichte aufarbeitet. Schnell wurde es zur Schullektüre. Ich habe es allerdings jetzt zum ersten Mal gelesen.


    Lenz hat hier gleich dreimal Menschen in die Pflicht genommen. Uwe Jepsen, der aus blindem Gehorsam Macht ausübt und sie in Pflichtbewusstsein verkleidet, den Maler Nansen, der es unermüdlich als seine Pflicht ansieht sich dem Druck des Polizisten nicht zu beugen und letztendlich Siggi, der sie umkehrt und eine pathologische Pflicht entwickelt, die Bilder zu retten.

    Uwe Jepsen ist ein kalter, von sich selbst und den Menschen enttäuschter Mann, der sogar seine Söhne opfern würde, um nach außen hin als fleißiger und gewissenhafter Staatsdiener dazustehen. Er ist blind für Veränderung und die Gefühle seiner Familie.


    Der Plot ist in Norddeutschland angesetzt, und der Menschenschlag ist auch durch die Sprache gut wiedergegeben. Mir war’s allerdings das ein ums andere Mal zu ausschweifend und 200 Seiten weniger hätten dem Roman ganz gut getan.

    Durch die Fülle an direkten und indirekten Dialogen, in denen sich Sätze wiederholten und Gespräche stattfanden, die nichts zur Handlung beitrugen, wich die Handlung immer wieder ab, was dem Spannungsbogen schadet. Lenz bediente sich da beides stilistischen mittels wörtliche Rede nicht durch Anführungszeichen zu kennzeichnen, also damals gab’s das auch schon.


    Die Geschichte wird in zwei Perspektiven erzählt, jeweils von Siggi‘s Ich ausgehend: im Rückblick und in der damaligen Gegenwart der Besserungsanstalt. 


    Zum Schluss hätte ich mir den Plot etwas runder gewünscht, wobei ich mit dem offenen Ende gut leben kann.


    Inhaltlich ist dies aber ein wichtiges Buch und die Frage danach, wann Verantwortungsbewusstsein endet und Machtmissbrauch beginnt, ist auch heute wieder aktueller geworden.


    Die Parallelen zu realen Malern sind mir sofort ins Auge gefallen. Allerdings scheint Lenz, als er den Roman geschrieben hat, die nationalsozialistische Vergangenheiten Noldes noch nicht klar gewesen zu sein.


    Ein wichtiger, moderner Klassiker, der manchmal etwas ausufert, trotzdem aber lesenswert deutsche Geschichte aufarbeitet.

  10. Cover des Buches Als Großmutter im Regen tanzte (ISBN: 9783596523740)
    Trude Teige

    Als Großmutter im Regen tanzte

    (356)
    Aktuelle Rezension von: DankeAnke

    ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ 5/5 Sterne


    „Als Großmutter im Regen tanzte“ hat mich tief berührt und ist eines dieser Bücher, das man lange nach dem Zuklappen noch mit sich trägt. Obwohl es schon einige Zeit her ist, dass ich die Geschichte gelesen habe, begleiten mich Tekla, Otto und Juni bis heute.


    Besonders die Rückblenden rund um Teklas Leben haben mich emotional sehr getroffen. Ihre Geschichte ist so eindringlich, bewegend und authentisch erzählt, dass ich mir mehr als einmal ein Tränchen wegwischen musste. Die Autorin schafft es auf beeindruckende Weise, Schmerz, Verlust, Hoffnung und Liebe miteinander zu verweben.


    Alle Figuren sind mir unglaublich ans Herz gewachsen. Sie wirken lebendig, nahbar und echt – mit all ihren Stärken, Schwächen und Geheimnissen. Gerade diese Tiefe macht die Geschichte so besonders.


    Es ist eine harte, oft schmerzhafte, aber gleichzeitig wunderschöne Erzählung, die durch den wunderbaren, einfühlsamen Schreibstil von Trude Teige getragen wird. Die Geschichte regt zum Nachdenken an, bewegt und bleibt nachhaltig im Gedächtnis.


    Für mich eine absolute Leseempfehlung und ein Buch, das ich nicht so schnell vergessen werde. 🤩📚❤️


  11. Cover des Buches Munk (ISBN: 9783453443174)
    Jan Weiler

    Munk

    (60)
    Aktuelle Rezension von: Alexandra1102

    In "Munk" von Jan Weiler geht es um den Architekten Peter Munk, der nach einem Herzinfarkt sein Leben Revue passieren lässt. Die Frage, warum keine Frau an seinem Krankenhausbett steht, lässt ihn nicht locker. Auf Rat seines Psychologen geht er also chronologisch alle Partnerinnen seines Lebens durch und versucht zu ermitteln, woran es gescheitert ist... 

    Liegt es eigentlich immer an einem selbst? Inwieweit kann man Beziehungen retten, wann ist der Zeitpunkt um auszusteigen und ist manchmal einfach der andere nicht die richtige Person? 

    Liebe ist keineswegs einfach. Dies wird in "Munk" wunderbar dargestellt. Es regt auch zum Nachdenken über das eigene Leben an. Im Endeffekt habe ich dann schon wirklich mitgefühlt mit dem Peter, überhaupt Penelope und Fanny haben mir ein kleines Loch ins Herz gerissen. Aber vermutlich ist auch die Realität so, gerade deswegen fand ich die Geschichten so schön dargestellt. Das Ende mit Claudia hat mich aus allen Wolken gerissen...

    Unbedingt lesen!

  12. Cover des Buches Ein Lied für die Vermissten (ISBN: 9783492317887)
    Pierre Jarawan

    Ein Lied für die Vermissten

    (55)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Der Libanon war einst die Schweiz des nahen Ostens, mit Skipisten in den Bergen und Jetskis am Strand. Allerdings, so führt der Autor aus, hat die Bevölkerung noch keinen Tag echte Demokratie erlebt. Unter der schönen Oberfläche brodelt es.

    Das spürt man deutlich in diesem Roman, in dem Amin 1994 als Zwölfjähriger nach Beendigung des Bürgerkriegs (1975 bis 1990) in sein Geburtsland zurückkehrt. Nach dem Tod seiner Eltern hatte seine Großmutter mit ihm das Land verlassen. Zuviel war ihr genommen worden und sie wollte das Kind in Sicherheit aufwachsen lassen.

    Im Buch begleiten wir Amin durch die Straßen von Beirut, wo er vieles entdeckt, das ihm fremd ist. Diese Fremdheit macht sich auch beim Lesen breit. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich an manchen Stellen überlegte, ob ich überhaupt weiterlesen soll. Denn über weite Strecken war ich enttäuscht, weil das Buch so ganz anders war, als Pierre Jarawans erster Roman „Am Ende bleiben die Zedern“ (zwar ging es auch darin um den Libanon, war aber sehr viel einfacher zu lesen). Allerdings kamen dann auch immer wieder Abschnitte, die mein Interesse so sehr auf sich zogen, dass sich alles in mir gegen einen Abbruch wehrte. Letztendlich bin ich froh, durchgehalten zu haben.

    Obwohl ich den Libanon schon in anderen Büchern kennenlernen durfte, erfuhr ich viele neuen Tatsachen über die Geschichte dieses kleinen Landes im Osten des Mittelmeeres, das mit Syrien eine lange gemeinsame Grenze hat. Zum Beispiel verschwanden hier während des Bürgerkriegs über 17.000 Menschen spurlos. Auch die Zerstörung Beiruts wird auf Amins Erkundungszügen deutlich. Dabei begleitet ihn sein Freund Jafar, der sich ihm nach und nach immer mehr entzieht und eines Tages unauffindbar ist.


    Pierre Jarawan (*1985) wurde als Sohn eines libanesischen Vaters und einer deutschen Mutter in Jordanien geboren. Beide Eltern waren vor dem Bürgerkrieg geflohen und nahmen ihn im Alter von drei Jahren mit nach Deutschland, wo er bereits 2012 Meister im deutschsprachigen Poetry Slam wurde. Heute lebt er mit seiner Familie in München.


    Fazit: Das Buch erfordert Zeit und Aufmerksamkeit. Es eignet sich nicht zum Nebenbeilesen. Aber es lohnt sich, und es bleibt in Erinnerung!

  13. Cover des Buches Bösland (ISBN: 9783442719211)
    Bernhard Aichner

    Bösland

    (296)
    Aktuelle Rezension von: SonGoku

    Bösland fand ich nicht besonders gut.

     Es geht darum das der  Hauptprotagonist wegen eines Mordes beschuldigt wird der geschehen ist. Da er schwer traumatisiert ist und sich an nichts erinnern kann will er seinen Freund zu reden stellen der wohl dabei war, dann wendet sich das Blatt.

    Nichts besonders neues.

    Ich fand die Eigendynamik die sich mit seinem Freund entwickelt, der reich ist, ist recht Amüsant. Das Buch habe ich nur fertig gelesen um zu erfahren wie dieses Machtspiel von beiden ausgeht. Da sich beide wirklich ein Kopf an Kopf rennen liefern.

    Wer den Mord begangen hat und warum ist nicht besonders überraschend.

    Ich fand es zu kurzweilig geschrieben. Ich mag seichte Literatur aber aus der Story hätte man mit der richtigen Schreibweise, Atmosphäre und Innovation eindeutig mehr rausholen können.

    Schade

  14. Cover des Buches Beloved: A Novel (Vintage Classics) (ISBN: 9781448103621)
    Toni Morrison

    Beloved: A Novel (Vintage Classics)

    (42)
    Aktuelle Rezension von: Linda-Odd

    Gerade bei einem Klassiker wie Beloved finde ich es schwer eine Rezension zu verfassen. Besonders als weiße Person.

    Ich habe es über einen Zeitraum von 3 Monaten gelesen, was hauptsächlich an den unterschiedlichen Stilen innerhalb des Buches lag. Manche Stile haben mich so sehr aus dem Lesefluss gerissen, dass ich am Ende kaum noch die Charaktere zuordnen konnte.

    Die Beschreibung "magical realism" trifft hier ganz gut zu. Allerdings fand ich das Ende nicht eindeutig genug.

  15. Cover des Buches Da, wo ich dich sehen kann (ISBN: 9783847902232)
    Jasmin Schreiber

    Da, wo ich dich sehen kann

    (223)
    Aktuelle Rezension von: auszeit_lesen

    Worum geht’s?

    Am Morgen nachdem Emma von ihrem Mann ermordet wurde, findet ihre gemeinsame Tochter Maja sie. Ein Jahr später sitzen die Wunden, die Schuldgefühle und die Wut bei Maja, Emmas Eltern und ihrer Freundin Liv immer noch tief. Maja lebt vorerst bei ihren Großeltern und auch Liv besucht sie regelmäßig. Sie alle versuchen für Maja da zu sein, während sie gleichzeitig selbst den Verlust von Emma noch verarbeiten müssen.

    Wie war’s`?

    Puh, dieses Buch hat mich sowas von runtergezogen. Es ist toll geschrieben, ich habe es in wenigen Tagen gelesen, weil ich es auch nur schwer weglegen konnte. Gleichzeitig ist die Thematik so deprimierend real und auch sehr emotional, dass es mich wahnsinnig mitgenommen hat. Ich bin grundsätzlich niemand, der bei Büchern weint. Aber mindestens einmal war es immerhin fast so weit.

    Trotz dessen, dass die Autorin sehr feinfühlig und sensibel mit der Thematik umgeht, ist es harter Tobak. Immer wieder liefert das Buch auch Fakten und reale Zahlen zu Femiziden und Gewalt an Frauen. Das zu lesen hat mich immer wieder wütend gemacht und gleichzeitig an der Welt zweifeln lassen…

    Die Handlung selbst setzt nach der eigentlichen Tat an und wird immer wieder aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Wir begleiten Freunde und Familienmitglieder dabei wie sie selbst den Trauerprozess durchlaufen. Das funktioniert sehr gut. Durch die verschiedenen Perspektiven werden auch verschiedene Umgänge mit der Trauer deutlich, aber ebenso Gemeinsamkeiten. Besonders gut gefallen haben mir die alternativen Kapitel, die sich mit einem „Was wäre, wenn...“ aus Sicht von Liv und Emmas Eltern beschäftigt haben. 

    Etwas unstimmig habe ich die Kapitel von Maja beim Lesen empfunden. Sie ist 10, durch den Schreibstil und die Wortwahl hat sie für mich aber eher den Eindruck einer 6 jährigen gemacht.

    Dieses Buch ist wichtig! Aber stellt euch darauf ein, dass es emotional keine leichte Kost ist.  4,5 Sterne

  16. Cover des Buches Vom Flüchtling zum Spion (ISBN: 9783947738595)
    Marty Karbassion

    Vom Flüchtling zum Spion

    (26)
    Aktuelle Rezension von: OsnabrueckerLeseratte

    Die Geschichte ist spannend und ich habe eine Menge über die Iranische Kultur und einiges aus der Geschichte gelernt. Das Buch lebt davon, dass hier eine wahre Geschichte erzählt wird. Ich bin soweit begeistert.
    Doch hat mich der Schreibstil des Buches nicht überzeugt. Manchmal war ich verwirrt, bin nicht hinterhergekommen und manchmal war ich von den Details gelangweilt. Tolle Geschichte, die im Stil noch Potential hat.

  17. Cover des Buches Der Apfelbaum (ISBN: 9783548060866)
    Christian Berkel

    Der Apfelbaum

    (183)
    Aktuelle Rezension von: Marw

    In diesem Buch reist Christian Berkel, deutscher Schauspieler, weit in die Zeit zurück,ca 100Jahre und erzählt die Lebensgeschichten und Abschnitte seiner Familie.
    Zusammen mit seiner dementkranken Mutter versucht er die Geschichte aufzuschreiben und zusammenzufügen.

    Gerne lese ich Geschichten und Geschehnisse aus dem 2ten Weltkrieg, auch in diesem kleinen Epos wurde ich zeitweise in die Geschichte gesogen,wurde dann aber wieder rausgerissen,wenn ich zurück in die Gegenwart musste.
    Auch die Wortwahl,war für meinen Lesefluß nicht optimal,aber das ist ja Gott sei dank ansichtssache.Viele Metaphern führten mich aufs Glatteis und ich musste den Absatz wiederholt lesen.

    Vielleicht war nicht der richtige Zeitpunkt und manchmal passen Autor und Leser nicht zusammen,trotzdem gab es in diesem Buch Zeiträume, in denen ich mitgefiebert habe oder mich tief in Gedanken befunden habe.

    Kein Buch für mal eben zwischendurch.

  18. Cover des Buches Das Lächeln meiner Mutter (ISBN: 9783426304129)
    Delphine de Vigan

    Das Lächeln meiner Mutter

    (62)
    Aktuelle Rezension von: EmmaWinter

    "Wenn ich sie [Luciles Texte] heute lese, scheint mir, dass Lucile nichts so sehr geliebt hat wie Trinken, Rauchen und Sichschaden." (S. 337)

    Die Autorin Delphine de Vigan versucht mit diesem Buch eine Annäherung an ihre Mutter Lucile, die sich 2008 mit 61 Jahren das Leben nahm, welches über lange Zeiträume geprägt war von einer psychischen Erkrankungen. Was als Beschreibung einer turbulenten Großfamilie beginnt, entwickelt sich rasch zu einer Bestandsaufnahme von zahlreichen Unglücken, Todesfällen, Erkrankungen und Verdrängungen. De Vigan läßt auch den eigenen Schreibprozess zum Thema werden. Sie arbeitet die Gespräche, Briefe und Tonaufnahmen von Verwandten und Bekannten ein und weiß zugleich, dass sie sich auch den Lebenden damit annähert. Wie werden die anderen über den Text denken? Aber letztlich ist es der Text von Delphine und ihre Sicht auf die unkonventionelle Mutter und zugleich auf die ganze verzweigte Familie.

    Der erste Teil (Kinderheit der Mutter bis zur Heirat) liest sich geschmeidiger, möglicherweise, weil sich die Autorin allein auf die Berichte anderer verlassen musste. Im zweiten Teil kommen mehr Zweifel am Schreibprozess hinzu, und durch die nun persönliche Beziehung zur Mutter bekommt der Text eine andere Nuance. Delphine schreibt aus eigenem Erleben.

    Das autofiktionale Buch ist erschütternd, berührend und hat für mich einen Sog entwickelt und mich noch lange beschäftigt.

    Triggerwarnung: Es um Depression, psychische Erkrankungen, Suizid. Lesen sollte das Buch nur, wer sich psychisch stabil fühlt.


  19. Cover des Buches Das Fest (ISBN: 9783548073613)
    Lucy Fricke

    Das Fest

    (91)
    Aktuelle Rezension von: Loukia

    Jakob wird 50 und hat keine Lust, das zu feiern. Er fühlt sich gescheitert, müde und resigniert. Doch seine beste Freundin Ellen sorgt dafür, dass er im Laufe des Tages einer Reihe von Menschen begegnet, die für ihn wichtig waren. Eine Reise in die Vergangenheit, die gleichzeitig neue Impulse für die Gegenwart liefert.

    Diese wunderschöne Geschichte bewegt sich zwischen Melancholie und Heiterkeit, sie erzählt von Freundschaft und Liebe, Verlust und Gewinn, vom Verzeihen und von der neu erwachenden Lust auf die Zukunft. Sehr leicht erzählt und doch voller Tiefe, amüsant und gleichzeitig berührend.


  20. Cover des Buches Geister (ISBN: 9783492311984)
    Nathan Hill

    Geister

    (136)
    Aktuelle Rezension von: Eva_Reichmann

    Ich muss dazu sagen, dass ich es in im Original gelesen habe und nicht weiß, wie gut die Übersetzung ist. Ich möchte Hill in einer Reihe mit Jonathan Frantzen oder Michael Chabon einordnen. Manche nennen es Mutter-Sohn-Geschichte, andere sehen darin Kritik an den Millenials. Für mich war es einfach ein großartiger Roman, bei dem ich immer wieder herzlich lachen musste (z.B. über die unsäglich dumme Studentin Laura, die es im Leben wegen ihrer Lügen und Betrügerein im jetzigen Amerika zu etwas bringen wird - oder über die Spielsucht der Elfscape-Spieler).

    Ich hoffe, dass bald ein neues Buch kommt!

  21. Cover des Buches Dear Amy (ISBN: 9783426654200)
    Helen Callaghan

    Dear Amy

    (223)
    Aktuelle Rezension von: BookLooker

    Die Lehrerin Margot Lewis, die nebenbei eine Kolumne mit dem Titel „Dear Amy“ schreibt, bekommt von einem Mädchen einen beunruhigenden Leserbrief.
    Liebe Amy,

    Ich bin von einem fremden Mann entführt worden.
    Ich weiß nicht, wo ich bin. Er wird mich töten, wenn du mich nicht findest.
    Bitte hilf mir.
    Bethan Avery

    Der Absender ist ein Mädchen, das schon vor 19 Jahren entführt wurde.
    Margot Lewis macht sich auf die Suche nach dem Mädchen, bis die Geschichte eine unerwartete Wendung nimmt.

    Mich hat der Psychothriller schon vom Cover her angesprochen. Es ist in Grautönen und mit giftgrüner Farbe gestaltet, was sofort ins Auge fällt.
    Der Schreibstil der Autorin lässt sich gut, flüssig lesen und es wir in dem ersten Drittel des Buches schon von Anfang an Spannung aufgebaut. Das zweite Drittel ist etwas langatmig, weil eher die Beziehung zu dem Mann und zu der Freundin der Protagonistin im Mittelpunkt steht.
    Darüber sieht man aber gerne hinweg, wenn man den letzen Teil des Buches, mit der unerwarteten Wendung liest, der nur so von Spannung trotzt.
    Alles in einem gibt es einen großen Spannungsbogen, der sich über den ganzen Thriller hin zieht und lediglich von kleinen Stellen, in denen interpersonale Bezüge im Vordergrund stehen unterbrochen wird.
    Die Autorin hat es geschafft eine sehr interessante Protagonistin zu erschaffen die sehr gut mit den passenden Charakterzügen ausgeführt ist.
    Ich war zum Ende des Buches so perplex, dass ich es am liebsten gleich nochmal gelesen hätte um nochmal genauer auf die Protagonistin zu achten, und das ist eine tolle Leistung der Autorin.

  22. Cover des Buches Neujahr (ISBN: 9783442770540)
    Juli Zeh

    Neujahr

    (402)
    Aktuelle Rezension von: Kaaathi

    In 𝗡𝗲𝘂𝗷𝗮𝗵𝗿 von 𝗝𝘂𝗹𝗶 𝗭𝗲𝗵 geht es um Henning, einen Familienvater, der seit Geburt seiner Kinder unter Angstzuständen und Panikattacken leidet. Im Familienurlaub auf Lanzarote kommt er dem Ursprung seiner Dämonen auf die Spur und erinnert sich plötzlich an die schrecklichen Ereignisse, die er als Kind auf der Insel erlebt hat.

    Was als seichter Familienroman beginnt, endet als Thriller mit Gänsehaut-Garantie! Die Geschichte hatte so eine Sogwirkung auf mich, dass ich mit den knapp 200 Seiten schnell durch war ☺️

    Juli Zeh beschreibt in grandioser Sprache ein Kindheitstrauma und seine Auswirkungen im Erwachsenenalter. Und ich hab einfach nur mitgelitten. Wollte irgendwie dass es aufhört und hab deswegen weitergelesen. Teilweise saß ich mit offenem Mund da und war schockiert über die Ereignisse. Das Buch ist nichts für schwache Nerven, obwohl das Cover so unscheinbar ist…ich verrate natürlich nicht warum ☺️ Das Buch ist heftig, aber einfach meisterhaft erzählt und hat mich tief berührt und ab der ersten Seite gepackt!

    Wer ein intensives Leseerlebnis mit nachhaltiger Wirkung sucht, ist hier gut aufgehoben👌

  23. Cover des Buches Autorität #2 Southern-Reach-Trilogie (ISBN: 9783426518052)
    Jeff VanderMeer

    Autorität #2 Southern-Reach-Trilogie

    (67)
    Aktuelle Rezension von: Japanophilie

    „Autorität“ von Jeff VanderMeer setzt nach den Ereignissen von Auslöschung an und verlagert den Fokus von der Expedition ins rätselhafte Area X auf die bürokratische und psychologische Ebene der Krise. Im Zentrum steht John „Control“ Rodriguez, ein neuer Mitarbeiter einer geheimnisvollen Regierungsbehörde, die mit der Erforschung und Eindämmung von Area X beauftragt ist. Während er versucht, Ordnung in widersprüchliche Berichte, interne Machtspiele und verstörende Hinweise zu bringen, verdichten sich Misstrauen und Unsicherheit.

    Es sind erst einige Wochen vergangen, seit ich den Vorgänger Auslöschung gelesen habe. Aus diesem Grund hatte ich die vorherigen Ereignisse noch gut im Kopf. Jeder, der Autorität liest, sollte vorher auch Auslöschung gelesen haben. Anders als im ersten Teil der Reihe spielt die Geschichte nicht in Area X, sondern im Southern Reach. Dort befindet sich der Verwaltungskomplex, der mit der Untersuchung von Proben, der Befragung der Rückkehrer und der Organisation neuer Expeditionen beauftragt ist.

    Der Protagonist John Rodriguez, der den Spitznamen „Control“ trägt, wird im Southern Reach eingesetzt, um die chaotische Situation nach der zwölften Expedition zu ordnen und die rätselhaften Vorgänge rund um die verschwundene Direktorin besser zu verstehen. Schnell merkt er, dass die stellvertretende Direktorin über seine Anwesenheit alles andere als erfreut ist. Um die aktuelle Lage und die mysteriösen Aussagen der Biologin einzuordnen, beschäftigt er sich mit früheren Expeditionen nach Area X und stößt dabei auf immer mehr beunruhigende Zusammenhänge.

    Anders als in Auslöschung wirkt die Umgebung fast steril beschrieben, da wir uns nicht in einem natürlichen Gebiet, sondern in einem Verwaltungsgebäude befinden. Dadurch fehlen für mich die detailreichen, surrealen Beschreibungen, die mir im Vorgänger besonders gefallen haben. Stattdessen liegt der Fokus stärker auf dem Innenleben von Control und den oft rätselhaften Gesprächen mit den wenigen Figuren, die in dieser Geschichte eine wichtige Rolle spielen. Area X bleibt weiterhin faszinierend, und man erfährt etwas mehr über die Hintergründe der Expeditionen. Dennoch wirkte der sterile Aufbau der Erzählung auf mich stellenweise langatmig, weniger fesselnd und fast schon ermüdend.

    Erst gegen Ende gewinnt der Handlungsstrang für mich deutlich an Spannung und liefert neue, interessante Perspektiven auf die Ereignisse rund um die Direktorin. Aufgrund des für mich schwierigen Einstiegs und der insgesamt deutlich ruhigeren Erzählweise blieb Autorität für mich spürbar schwächer in seiner Wirkung als Auslöschung. Deshalb vergebe ich drei Sterne.

    Für Neueinsteiger lohnt sich Autorität meiner Meinung nach nicht, da man die Reihe unbedingt mit Auslöschung beginnen sollte. Auch die Verfilmung ersetzt die Lektüre nicht, da sie sich in Aufbau und Wirkung deutlich von der Buchvorlage unterscheidet. Wer sich jedoch für Area X interessiert, kann mit dem zweiten Teil tiefer in die Welt der Reihe eintauchen und sich auf den Abschluss vorbereiten.

  24. Cover des Buches Das Winterhotel (ISBN: 9783365007587)
    Sarah Morgan

    Das Winterhotel

    (40)
    Aktuelle Rezension von: skloane

    Ein Buch um abzuschalten.  Ein toller Schreibstil wo man von der ersten Seite an hineinversinkt. Drei Freundinnen die unterschiedlicher nicht sein könnten, planen einen Urlaub im Winterhotel um ihren Lesezirkel  abzuhalten. Erika hat dieses Hotel gebucht. Es passt so gar nicht zu den Hotels die sie sonst  aussucht. Was steckt dahinter?  Wird nicht das letzte Buch sein das ich von Sarah Morgan lesen werde.....es wurde tolle Weihnachtstimmung verbreitet ... bin am überlegen ob ich  auch einmal einen Leseurlaub planen sollte?

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