Bücher mit dem Tag "aufarbeitung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "aufarbeitung" gekennzeichnet haben.

147 Bücher

  1. Cover des Buches Ich, Eleanor Oliphant (ISBN: 9783431039788)
    Gail Honeyman

    Ich, Eleanor Oliphant

     (317)
    Aktuelle Rezension von: MissSophi

    Was für ein Buch. Ich bin gerade sehr traurig, dass es zu Ende ist und muss daher meiner Begeisterung Ausdruck verleihen.


    Es geht in der Hauptsache um Eleanor, eine dreißigjährige Einzelgängerin die so ihre Marotten hat. Schnell hatte ich sie in mein Herz geschlossen und ich war gespannt, wie sich alles entwickelt. Sie ist vom Schicksal nicht gerade verwöhnt worden und hatte eine traumatische Kindheit, der man nach und nach auf die Spur kommt. Sie hat sich arrangiert und redet und trinkt sich das Allein- und Einsamsein schön. Zudem nimmt sie alles wortwörtlich und das ergibt nochmal einen ganz anderen Blick auf das Leben und auf Beziehungen im Allgemeinen. Sehr unterhaltsam und aufschlussreich.


    Dann treten ein paar Menschen in ihr Leben, allen voran ihr Arbeitskollege aus der IT Abteilung und allmählich scheint sich das Leben mit ihr auszusöhnen.


    Das Buch lebt von seinen Umschreibungen und von den gehörten Gedankengängen von Eleanor. Zauberhaft ge- und beschrieben. Unglaublich welch eine Kraft die Worte haben und fast unvorstellbar, dass es der Debütroman der Autorin ist. Ich hoffe, dass sie noch weiterschreibt und wir wieder von ihr lesen können.


    Alles in allem eine sehr kurzweilige Unterhaltung, die mich jedoch so ans Buch gefesselt hat, dass ich nicht aufzuhören vermochte. 

  2. Cover des Buches Nachtblumen (ISBN: 9783499291081)
    Carina Bartsch

    Nachtblumen

     (327)
    Aktuelle Rezension von: Talja

    Klappentext ->


    Auf jede Nacht folgt ein Tag
    Das Leben könnte so einfach sein. Wäre es manchmal nicht so verdammt schwer. Jana schläft am liebsten unter dem Bett. Collin friert gerne. Jana wünscht sich vertraute Menschen um sich herum. Collin möchte mit anderen Leuten nichts zu tun haben. Auf Sylt begegnen sich die beiden in einem Wohnprojekt und leben für die nächsten zwei Jahre Zimmer an Zimmer. Da ist eine Mauer, die sie trennt. Und eine Tür, die sie verbindet.
    Nach den Bestsellern «Kirschroter Sommer» und «Türkisgrüner Winter» erzählt Carina Bartsch hier eine sehr berührende Liebesgeschichte zwischen zwei Außenseitern: gefühlvoll,
    (Quelle: Amazon)
      

     


     Cover -> 


    Das Cover passt wunderbar zu dem Buch und ist wirklich sehr gelungen.
    Die Farben sind klasse und auch der Bezug zum Titel, aber durch diesen Farbklecks sehr passend zum Inhalt.
    Ein optisches Schmuckstück im Regal.
      

     


     Zusammenfassung -> 


    Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Jana, die nach vielen Schicksalsschlägen eine Chance auf Sylt bekommt.
    Dort wird sie 2 Jahre lang leben und ihre Ausbildung zur Bauzeichnerin in einem Architekturbüro absolvieren.
    Zusammen mit vier weiteren Jugendlichen bekommt Jana von ihrem Chef Klaas Völkner und seiner Frau Anke die Chance ihr Leben neu zu ordnen.
    Ein neuer Start ins Leben, was Jana nicht immer leicht fällt, die Vergangenheit wieder aufzurollen.
     Die Charaktere ihrer Mitbewohner könnten nicht unterschiedlicher sein und besonders verlieben stand nicht auf Janas Plan.

     

     


     Meine Meinung ->


    Ich muss gestehen, dass ich dieses Buch anhand seines Klappentextes nicht gekauft hätte.
    Es wirkt von außen wie eine "klischeehafte" Romanze, aber eine liebe Freundin legte mir dieses Buch ans Herz.
    Und genau da ging es auch direkt hin, ins Herz.
    Der Schreibstil von Carina Bartsch ist flüssig, leicht zu lesen und man verschmilzt förmlich in den Seiten.
    Der Einstieg in das Buch war wirklich leicht und ich konnte mich von Anfang an in die Geschichte einfinden.
    Das Hauptaugenmerkt liegt hier bei Jana und der Bewältigung ihrer Probleme, aber ein Hauch von Liebe ist auch dabei.
     Die Entwicklung der Charaktere fand ich großartig und für mich sind Jana und Collin ein ganz besonderes Paar.

     

     


     Mein Fazit ->


    Nachtblumen ist für mich ein Roman der direkt ins Herz geht, teils bedrückend, teils traurig schön.
    Aber für mich auch sehr realistisch im Bezug auf Traumata und dem hoffnungsvollen Neueinstieg ins Leben.

     Verdiente 5 von 5 Sternen !

  3. Cover des Buches Dear Amy (ISBN: 9783426654200)
    Helen Callaghan

    Dear Amy

     (215)
    Aktuelle Rezension von: Prinzesschn

    Die Lehrerin Margot Lewis schreibt nebenbei für eine Ratgeber-Kolumne namens "Dear Amy". Als eines Tages ein Mädchen aus ihrer Klasse verschwindet, ist sie extrem beunruhigt. Kurz darauf erhält sie einen Brief von einem vor Jahren verschwundenen Mädchen, deren Fall stark an das Verschwinden ihrer Schülerin erinnert.
    Doch ist der Brief des Mädchens echt? & warum schickt das Mädchen Margot den Brief?

    Die Geschichte wird aus mehreren Blickwinkeln beschrieben. Hin und wieder sind die Erzählenden die verschwundenen Mädchen, selten der Entführer, der Großteil wird jedoch aus Margots Sicht geschrieben. So erzählt die Leser*in einen allumfassenden Einblick in die momentanen Gefühlslagen oder sogar in die Vergangenheit der Charaktere.

    Die Charaktere sind nicht unbedingt rund beschrieben, sondern tauchen lediglich mit dem Kopf an die Wasseroberfläche, was für die Geschichte aber vollkommen ausreichend ist.

    Der Schreibstil hat mir wahnsinnig gut gefallen. Er plätscherte nur so dahin, hielt sich nicht mit unnötigen Füllwörtern auf und ließ es zu, dass ich mich voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren konnte.

    Die Spannung war nicht nonstop auf dem Höhepunkt und ließ manches Mal auch auf sich warten, jedoch reichte es für mich aus, um den Thriller in einem Rutsch zu lesen. Solide Geschichte, die hier und da ein paar Spannungsmomente misste, aber dennoch einen Twist am Ende bereithielt.

  4. Cover des Buches Idaho (ISBN: 9783446258532)
    Emily Ruskovich

    Idaho

     (98)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82

    „Wenn man jemanden liebt, der gestorben ist, und sein Tod nicht geschehen ist, weil man sich nicht mehr daran erinnert, bleibt nur noch der Schmerz von etwas Unerwidertem übrig.“

    Inhalt

    Ann ist die zweite Frau von Wade Mitchell, dessen erste Beziehung durch eine Tragödie zerbrach, die seine erste Frau Jenny verursacht hat. Eines warmen Tages im August 1995 ist das Ehepaar Mitchell mit den beiden Töchtern im Wald, um Holz zu schlagen, doch der Nachmittag ändert das Leben aller Familienmitglieder, denn Jenny erschlägt ihre jüngste Tochter mit dem Beil und die ältere verschwindet spurlos im Wald und bleibt unauffindbar. Wade steht fortan allein da, während Jenny ihre lebenslange Haftstrafe im Gefängnis antritt. Irgendwann lernt er die junge Lehrerin Ann kennen, bei der er Klavierunterricht nimmt und sie vermag es als einzige, sein gebrochenes Herz zu erweichen, auch wenn er die Ereignisse jenes Sommers nicht rekapitulieren möchte. Und so versucht Ann selbst Antworten auf ihre Fragen zu finden, insbesondere weil Wade mit Anfang 50 an schwerer Demenz erkrankt und bald nicht mehr weiß, dass er überhaupt Vater zweier Töchter war …

    Meinung

    Der Debütroman der aus Idaho stammenden Autorin steht bereits seit seinem Erscheinen 2018 in meinem Bücherregal und nun habe ich es endlich geschafft, mir die bewegende Geschichte der Familie Mitchell im Rahmen einer Challenge zu erlesen.

     Zunächst scheint es so, als würde Emily Ruskovich ganz tief in die Kiste der Tragödien greifen, denn hier sind es gleich mehrere, so dass man sich fragt, ob eine einzelne Familie wirklich so viel Unglück und Leid anziehen kann und das nicht nur als temporäre Erscheinung, sondern für den Rest ihres Lebens. Seltsamerweise passt es dennoch, denn eigentlich bleibt hier Vieles ungesagt und irgendwie im Dunkeln. Man erfährt nicht, warum die Mutter zur Mörderin wurde, man muss die Erkrankung des Mannes hinnehmen, weil es erbliche Veranlagung ist und die Töchter existieren nur in der Gedankenwelt der zweiten Frau.

    Trotzdem stören die zahlreichen Baustellen nicht, denn die Hauptprotagonistin des Buches macht deutlich, wie das menschliche Vergessen, mit den bitteren Erinnerungen, der unbegreiflichen Schuld und dem gnadenvollen Verzeihen funktioniert. Sie hinterfragt, stellt aber keine Bedingungen, sie akzeptiert ihr Schicksal und das ihres Mannes, sie bricht aber niemals die Brücken ab, sie sucht weiter nach der verschwundenen Tochter und kümmert sich um die Wiedereingliederung der straffälligen Ehefrau, als diese hochbetagt aus dem Gefängnis entlassen wird. Eigentlich ist Ann hier der Engel mit den zarten Flügeln, unschuldig aber voller Ängste, entschlossen aber machtlos gegen die Realität, tief verwurzelt und doch bereit zum Aufbruch. Der Leser wird hier in erster Linie mit ihren Sichtweisen vertraut gemacht und kann nur erahnen, wie sich die anderen Rädchen gedreht haben.

    Die Lektüre ist so voller Tragik und Emotionalität, dass sie mir gerade zu Beginn fast vollkommen erschien, absolut auf meiner Wellenlänge und fesselnd bis ins kleinste Detail. Nach dem ersten Drittel war ich mir fast sicher ein absolutes Highlight gefunden zu haben, aber dann kippt diese Perfektion, weil deutlich wird, dass die Hintergründe hier nicht aufgedeckt werden und weil sich der gesamte Verlauf fast auf ein ganzes Menschenleben konzentriert, denn ausgehend vom Jahre 1995, erlebt der Leser auch noch das Jahr 2024 mit den verbliebenen handelnden Personen. Das größte Manko ist aber das sprunghafte Wechseln zwischen den Jahren, den Orten und Menschen – ein wildes, undurchschaubares Durcheinander, was zunehmend den Charakter der Erzählung bestimmt, die sich dadurch verzettelt und viel von ihrer Aussagekraft einbüßt.

    Fazit

    Dieses Buch schafft es nach anfänglicher Begeisterung nicht, meine Erwartungen zu erfüllen, deshalb werden es nur 4 Sterne für diese Familientragödie, die ich voller Interesse verfolgt habe.

     Es gibt so vieles, was ich mir gewünscht hätte: eine klare Erzählstruktur, mehr Kontinuität, eine deutlich formulierte Aussage, mehr Wissen über die tatsächliche Welt der beiden Kinder, ein grundlegendes Verständnis für die mordende Mutter. Und es gibt gleichermaßen sehr viel, was die Geschichte hinterlässt: ein Gefühl für jedwede Veränderung auf diversen Lebenswegen, den Glauben an das Gute im Menschen, die Möglichkeit wie man mit Schuld umgehen kann und warum man trotz herber Rückschläge selbst im Dunkelsten noch Hoffnung schöpfen kann.

     Ich habe diesen Roman sehr gern gelesen, er ist angenehm anders und rüttelt auf, selbst wenn mir nicht jeder Fingerzeig der Autorin gefällt, hat mich ihr vielschichtiges, vernichtendes, unerschrockenes Weltbild überzeugt. Man sollte am besten ohne konkrete Erwartungshaltung in die Lektüre starten, sie spricht für sich selbst.

  5. Cover des Buches Nebenan funkeln die Sterne (ISBN: 9783736306882)
    Lilly Adams

    Nebenan funkeln die Sterne

     (175)
    Aktuelle Rezension von: Kleinbrina

    „Nebenan funkeln die Sterne“ besticht nicht nur mit einem wunderschönen Cover, sondern auch mit einer Kurzbeschreibung, die direkt mein Interesse wecken konnte. Meine Hoffnungen waren dementsprechend groß und ich wurde nicht enttäuscht.

    Lilly Adams thematisiert in „Nebenan funkeln die Sterne“ das Leben auf Instagram, das oftmals mehr Schein als Sein ist. So auch bei Emma, die ihren Followern ein perfektes, aufregendes Leben vorspielt und dies immer mit wunderschönen Bildern unter Beweis stellt. Dass die Realität jedoch komplett anders aussieht, weiß nur sie selbst, denn Emma leidet unter einer Sozialphobie, die ihr kaum ermöglicht, die Wohnung zu verlassen. Ihre Einsamkeit endet jedoch, als sie zum ersten Mal ihrem neuen Nachbarn Nathan begegnet, der ihr Herz direkt zum Schlagen bringt.

    Die Geschichte wird dabei sehr schön und flüssig erzählt. Die Scheinwelt Instagram wird immer wieder durchleuchtet, aber auch Emmas Sozialphobie, die von der Autorin sehr gut thematisiert und authentisch herübergebracht wird, sodass man sich direkt in Emma hineinversetzen kann. Allgemein ist Emma eine tolle Protagonistin, die authentisch, sympathisch und tiefgründig ist.

    Somit ist „Nebenan funkeln die Sterne“ insgesamt eine schöne, nachdenklich stimmende und unterhaltsame Geschichte, die mich aufgrund des angenehmen Schreibstils und den gut ausgearbeiteten Figuren begeistern konnte.

  6. Cover des Buches Was ich euch nicht erzählte (ISBN: 9783423145992)
    Celeste Ng

    Was ich euch nicht erzählte

     (338)
    Aktuelle Rezension von: Forti

    In Celeste Ngs Romanen (ich habe zuerst "Kleine Feuer überall" gelesen und nun endlich auch ihr Debüt "Was ich euch nicht erzählte") wimmelt es von Problemfeldern. Dabei wird die Autorin beeindruckenderweise allen Themen gleichermaßen gerecht und schafft es zudem, das ganze in einen sehr eingänglichen, gut lesbaren Text umzusetzen. Hier beschäftigt sie sich u.a. mit  Rassismus, fehlender Kommunikation, Geschlechterrollen und übersteigerten Erwartungen an die eigenen Kinder – keine schönen Themen, aber so umgesetzt, dass es bei der Lektüre weder trübsinnig, noch leichtfertig wirkt.

  7. Cover des Buches Schwestern für einen Sommer (ISBN: 9783596296620)
    Cecilia Lyra

    Schwestern für einen Sommer

     (85)
    Aktuelle Rezension von: nojules

    In dem Buch „Schwestern für einen Sommer“ von Cecilia Lyra geht es um Cassie und Julie, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Nach einer Tragödie haben sie 14 Jahre nicht mehr miteinander gesprochen. Doch als dann ihre Großmutter gestorben ist, müssen sie aufgrund ihres letzten Willens, zusammen einen ganzen Sommer verbringen.


    „Schwestern für einen Sommer“ ist eine leichte Sommerlektüre, die zum träumen einlädt. Cassie und Julie sind zwei sehr tolle Charaktere, die sich dem Leben und der Liebe stellen. Cassie ist die sachliche und stärkere von beiden. Julie ist sehr verträumt, romantisch und wird immer als die Hübsche bezeichnet. Ich persönlich mochte beide Schwestern sehr, doch Julie war heimlicher Liebling :)

    Das Buch ist einfach zu lesen und unkompliziert. Es hat keine überraschenden Wendungen und lässt sich somit super schön am Strand bzw. im Urlaub lesen. 

  8. Cover des Buches Träume, die ich uns stehle (ISBN: 9783426518977)
    Lily Oliver

    Träume, die ich uns stehle

     (118)
    Aktuelle Rezension von: Hortensia13

    Lara kann eines sehr gut, reden. Doch leider kann sie nicht damit aufhören. Die Worte müssen raus, egal wann, wie und wo. Freiwillig versucht sie in der Psychiatrie eines Krankenhauses eine Therapie zu machen, denn zusätzlich zu ihrem Rededrang hat sie nach einem Unfall ihr Gedächtnis verloren. Wer ist sie? Wieso hatte sie einen Unfall? Niemand scheint mehr ihr zuhören zu wollen. Bis Lara auf der Intensivstation zufällig Thomas begegnet. Er liegt im Koma und scheint auf ihre Stimme zu reagieren. Anlass genug für Lara sich alles von der Seele zu plaudern.

    Die Autorin Lily Oliver mag es über Geschichten im Rahmen von medizinischen Themen zu schreiben. Der Fokus liegt in diesem Buch auf dissoziativen Zuständen und Koma. Das fand ich sehr spannend, da man noch etwas dazulernt, während man der Liebesgeschichte folgt.

    Das Verhalten von Lara ist aufgrund ihres Krankheitsbildes etwas anstrengend. Manchmal hatte ich die Befürchtnis mich in ihren Geschichten zu verlieren. Aber es lohnt sich sehr ihr bis zum Ende der Erzählung zu folgen. Der Abschluss geht wirklich ans Herz.

    Mein Fazit: Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zweier Menschen in psychischen Ausnahmezuständen. 4 Sterne.

  9. Cover des Buches Naokos Lächeln (ISBN: 9783442744947)
    Haruki Murakami

    Naokos Lächeln

     (927)
    Aktuelle Rezension von: Nackt_und_Gluecklich

    Haruki Murakami beweist, dass man Liebesgeschichten schreiben kann, ohne dass es kitschig ist. ohne dass man sich als Leser vor all den Klischees gruseln muss. Absolute Leseempfehlung.

  10. Cover des Buches Ein Winter in Paris (ISBN: 9783552063778)
    Jean-Philippe Blondel

    Ein Winter in Paris

     (132)
    Aktuelle Rezension von: variety

    Auch diesen Blondel-Roman kann man nur in einem Zug durchlesen, allerdings mit kleinen Pausen dazwischen, denn der Stoff ist ziemlich berührend und man leidet mit den Hauptpersonen. Ein Schüler bringt sich um und der ganze Hintergrund sowie die Familiengeschichte entwickeln sich immer mehr zu einem Spinnennetz, das einen gefangen nimmt. Auch wenn einzelne Passagen (z. B. Besuch an der Atlantikküste) etwas gesucht und unrealistisch wirken, passen sie bestens zu den Protagonisten der Geschichte. Kein leichter Stoff, aber leicht zu lesen

  11. Cover des Buches Mein Sommer am See (ISBN: 9783442745555)
    Emylia Hall

    Mein Sommer am See

     (92)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin

    Nach dem Tod ihrer Mutter erhält die 30-jäirge Beth ein Päckchen aus Ungarn. Es enthält "Das Buch unserer Sommer", ein Album mit Foto und Erinnerungsstücken der Sommer, die Beth zusammen mit ihrer Mutter Marika in Ungarn verbracht hat. In einem Sommerurlaub 1990 am Balaton hatte die gebürtige Ungarin Marika, die erstmalig nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wieder in Ungarn war, beschlossen, in ihrer Heimat zu bleiben und damit ihren Mann und ihre Tochter verlassen. In den Jahren danach verbrachte Beth sodann ein bis zwei Wochen im Sommer in Ungarn in der Villa Serena bei Marika und ihrem Lebensgefährten, dem Künstler Zoltán. Es waren stets schöne, unbeschwerte Ferien, die viel zu schnell vorbei gingen, die Beth bei ihrer quirligen Mutter verbrachte, bis sie wieder zurück nach Devon zu ihrem Vater fuhr, der sie liebte, aber seit der Trennung sehr in sich zurückgezogen lebte. Ungarn wurde zu einem Sehnsuchtsort, an dem sich Beth trotz der kurzen Aufenthalte im Jahr bald mehr zu Hause fühlte als in dem traurigen Cottage in England.
    Während Beths siebten Sommeraufenthalt in Ungarn erfährt sie eine Wahrheit, die sie in eine tiefe Identitätskrise stürzte und sie derart erschütterte, dass Beth nie wieder zurück nach Ungarn wollte und den Kontakt zu Marika abgebrochen hat.
    Jahrelang hatte Beth die Vergangenheit verdrängt, doch mit dem Album kommen alle Erinnerungen wieder in ihr hoch - die schönen, aber auch die unschönen Momente, die ihr Leben für immer veränderten.

    Durch Beths Erinnerungen wird man als Leser in die 1990er-Jahre versetzt und erlebt die glücklichen Sommer der jungen Beth durch die bildhaften Beschreibungen lebendig mit. Beth war immer gern in Ungarn und fühlte sich bei Marika und Zoltán wohl, die sich in dieser Zeit ganz nach ihren Wünschen richteten. Für Beth brauchte es jedoch nicht viel, um glücklich zu sein. Sie genoss es durch die umliegenden Wälder zu streunen und den Nachbarsjungen Tamás zu treffen, in den sie verliebt war. Dennoch schwingt in den Erinnerungen immer eine bedrückende Melancholie mit, denn die unbeschwerte Zeit war endlich. Bis der Leser jedoch erfährt, was im Sommer 1997 in Ungarn passierte und was und ihre Mutter entzweite, schwelgt man in den kindlichen, nostalgischen Erinnerungen.

    In der Gegenwart ist spürbar, dass Beth nicht glücklich ist und diesen Teil ihrer Vergangenheit nicht verarbeitet hat. Auch das Verhältnis zu ihrem Vater, mit dem sie als Kind so eng verbunden war, wirkt gegenwärtig unbeholfen und distanziert und muss durch die Auswirkungen des Sommers 1997 erschüttert worden sein. Beths Verletzungen, Enttäuschungen und Bitterkeit treten deutlich zutage und machen neugierig darauf zu erfahren, was ihr widerfahren sein mag.

    "Mein Sommer am See" ist eine bittersüße Geschichte, die in schillernden, bunten Farben die Ferien eines jungen Mädchens bei ihrer Mutter beschreibt. Die Situation in der Gegenwart, in der es Beth zunächst kaum schafft, das Album durchzublättern, das sie an den alles verändernden Sommer erinnern wird, drückt jedoch die Stimmung. Es ist kein unbeschwerter Sommerroman, sondern eine tragische Familiengeschichte mit unversöhnlichen Charakteren, die sich durch jahrelanges, beharrliches Schweigen die Chance auf Versöhnung nahmen, bis es letztlich zu spät war.

  12. Cover des Buches Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry (ISBN: 9783596033744)
    Rachel Joyce

    Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

     (1.342)
    Aktuelle Rezension von: benfi

    KURZBESCHREIBUNG:
    Der sehr schlicht lebende Harold Fry wird aus seinem routinierten Leben gerissen, als ihn ein Brief von seiner einstigen Kollegin Queenie Hennessy erreicht, in der ihm mitgeteilt wird, dass sie bald an Krebs sterben werde. Die Erkenntnis wächst schnell in dem pensionierten Mann: Queenie hatte damals eine schüchterne Zuneigung zu Harold, welche dieser aber nicht wahrgenommen hatte. Eine freundliche, briefliche Antwort scheint ihm angemessen. Als er sein Schreibwerk zum Briefkasten bringt, möchte Harold dies herauszögern, läuft zum nächsten Briefkasten und dann zum folgenden. Es wird im wahrsten Sinne ein Selbstläufer und schließlich ist der gewiss nicht gerade sportliche Harold zu Fuß auf dem Weg in das über neunhundert Kilometer entfernt liegende Berwick Upon Tyne. Was nahezu alle für verrückt empfinden, wächst allmählich zu einer Begeisterung - und das landesweit. Harold Fry will doch nur eines: dass Queenie lebt und auf ihn wartet...

    KOMMENTAR:
    Es ist schon interessant, dass in nicht gerade wenigen Büchern sich der zentrale Handlungsrahmen um die urtypischste Fortbewegung des Menschen dreht: dem Gehen und Laufen. Spontan fallen mir da Hape Kerkelings Pilgerreise 'Ich bin dann mal weg' als Erfahrungsbericht sowie Stephen Kings unter seinem Pseudonym geschriebenen Buch 'Todesmarsch', in der diese Fortbewegung ein tödliches Spiel darstellt, ein. Ich habe mir mal zwei Bücher herausgepickt, die ebenfalls ganz schön viel Laufen beinhalten. Faszinierenderweise geht es in dem Buch 'Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry' von Cornwall nach Schottland und in dem folgenden 'Am Ende aller Zeiten' genau in die andere Richtung. Diese Pilgerreise wurde von der englischen Autorin Rachel Joyce niedergeschrieben, die sich mit dem Roman erstmals nach jahrelanger Drehbucharbeit bei der BBC an einen solchen wagte - und das direkt mit großem Erfolg. Die Geschichte von Harold Fry ist eine einfühlsame Angelegenheit; denn unser Reisender macht sich viele Gedanken über das Leben, welches einst so aufregend und nun, in die Jahre gekommen, irgendwie nur noch routiniert langweilig erscheint. Dazu hört der ziemliche Antiheld, welcher erst Meile um Meile charismatischer erscheint, viele Erzählungen von Menschen, die ihm auf seinen Weg über die Grenze nach Schottland begegnen. An vielen Stellen vermag das Buch wirklich zum eigenen Grübeln über sein eigenes Leben anregen. Ebenso stichelt es an den negativen Eigenschaften der heutigen Zeit, in der etwas sehr schnell hype und ebenso schnell wieder nicht mehr gefragt ist - die Oberflächlichkeit sowie die Profitgeilheit sind hier gewissermaßen die raumfüllenden Themen. Obwohl einiges der Handlung schon einen logischen Fortgang hat, überraschen die Seiten von Joyce doch immer wieder mal und es gelingt ihr sogar ein Finale auf das Papier zu bringen, welches man so gewiss auch nicht gedacht hatte. 'Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry' ist ein schönes Buch, was es gerade in der heutigen hektischen Zeit schafft, den Leser etwas abzulenken und runter zu bringen - alleine das ist schon sehr viel wert. 

    8,0 Sterne

  13. Cover des Buches Ein mögliches Leben (ISBN: 9783550081859)
    Hannes Köhler

    Ein mögliches Leben

     (85)
    Aktuelle Rezension von: Simi159

    Martins Großvater Franz hat einen letzten großen Wunsch. Er will eine letzte Reise machen, an den Ort, den er seit 1944 nicht mehr gesehen hat. Es ist ein verlassener Ort in Texas, Amerika, in dem Franz Kriegsgefangener war.

    Martin, der Enkel, hat keine enge Bindung an Franz, kennt ihn nur aus den Erzählungen seiner Mutter, doch er läßt sich auf die Reise ein. 

    Stück für Stück nähern sich Enkel & Großvater an. Auch weil Martin begreift, wie es für Franz in  der Fremde als Kriegsgefangener gewesen sein muss und warum er wieder zu Hause in Deutschland so schweigsam und gefühlskalt gegenüber seiner Frau und Martins Mutter war.


    Als Leser ist man gefordert, den ersten Teil durchzuhalten, denn es braucht etwas bis sich der Sog dieser Geschichte entwickelt, bis man nicht mehr aufhören kann zu lesen. Es ist spannend wie auch berührend, selbst wenn man weiß, dass Franz überlebt. 

    Hannes Köhler wird die Geschichte vieler Familien hier aufgeschrieben haben, auch wenn unsere Großväter nicht in den USA in Gefangenschaft waren, so waren sie doch vom Krieg gezeichnet und ebenso schweigsam und abweisend wie Franz. Viele fehlten wohl die Worte, das erlebte, das Grauen zu teilen. Nur selten blitzten diese Dinge bei meinen Großeltern auf. Doch nach der Lektüre dieses Buches habe ich das Gefühl sie ein bisschen besser zu verstehen, auch wenn ich nicht mehr fragen kann….



    4 STERNE

  14. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257261349)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

     (5.695)
    Aktuelle Rezension von: Alexa-Tim

    Manchmal echt verwirrend wie Bernhard Schlink geschrieben hat. Ich musste erst einmal damit klar kommen, dass er aus verschiedenen Zeitformen innerhalb eines Kapitels schreibt.
    Er schreibt aus der Sicht des Jungen.
    Einmal schreibt er von seiner Erinnerung mit Hanna, was in der Vergangenheit liegt und zum anderen wechselt er in die Gegenwart. Das war anfangs verwirrend, aber damit kam ich schnell zurecht und hatte begriffen, dass er seine Geschichte, die er erlebt hat erzählte.

    Die Geschichte ist in drei Teile geteilt und innerhalb der Geschichte geht ein roter Faden durch. Es ist zwar etwas anders geschrieben, aber dennoch sehr interessant. Die Protagonisten sind faszinierend geschildert.
    Das Ende hat mich echt überrascht und damit habe ich gar nicht gerechnet.

    Ich hätte nicht gedacht, dass ich das Buch gut finden würde. Die Story ist wirklich interessant und spannend. Der Sprachstil natürlich ein anderer als in der heutigen Zeit. Aber dennoch ein guter Klassiker.

    Von mir gibt es 4 Sterne.

  15. Cover des Buches Der Apfelbaum (ISBN: 9783548060866)
    Christian Berkel

    Der Apfelbaum

     (161)
    Aktuelle Rezension von: Viviliebtlesen

    Als ich dieses Buch las, hatte ich auf den ersten Seiten Tränen in den Augen. Die Bilder, die im Kopf entstanden, verfolgten einen durch die gesamte Lektüre. Hinzu kommt der Gedanke, dass es nach einer wahren Geschichte erzählt wird. Was ich hierzu aber mitteilen muss, ist, dass ich vermute, dass die Geschichte, die bewegende Erzählung, dieses Buch zu etwas besonderem macht. Leider empfinde ich das nicht unbedingt für die Schreibweise. Hätte der Autor an der Stelle etwas fiktives geschrieben, hätte er diesen Erfolg nicht gefeiert. Ich bin dankbar, dass ich diese bewegende Geschichte lesen durfte, hierbei allerdings um der Geschichte Willen. Dennoch gute Unterhaltung.

  16. Cover des Buches Was fehlt, wenn ich verschwunden bin (ISBN: 9783733500405)
    Lilly Lindner

    Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

     (496)
    Aktuelle Rezension von: _Sophia_

    Mit "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" ist Lilly Lindner ein wahres Meisterwerk gelungen. Das Buch regt zum Nachdenken an und verdeutlicht seinen Lesern, wie wichtig die eigene Gesundheit, nicht zuletzt die mentale ist. Die Thematik ist sehr heftig und ab und an kommen einem die Tränen, einfach weil Aprils Schicksal einen sehr berührt. Die Aufmachung mit den Briefen ist sehr authentisch und hat mir sehr gut gefallen, da die Gefühle und Gedanken der beiden Protagonistinnen dadurch gut dargestellt werden. 

    Das Buch ist nicht ohne Grund eines meiner Lieblingsbücher und ich kann es wirklich nur jedem empfehlen!

  17. Cover des Buches Leaving Paradise (ISBN: 9783570307939)
    Simone Elkeles

    Leaving Paradise

     (403)
    Aktuelle Rezension von: Lisa_lamp
    Das Buch hat einfach alles und wirkt trotzdem nicht überladen. Da gibt es den bad Boy, der im Grunde ein toller Kerl ist, und das schüchterne Mädchen, das hinter der Kulisse doch ziemlich cool ist. Eine geheimnisvolle Schwester, eine nervige Zicke und einen schleimigen Typ, der seine Freunde hintergeht. Viel Drama, viel Liebe und einiges an Romantik. Trotzdem ist das Buch keines Falls kitschig. Es setzt sich mit vielen Problemen wie Alkohol am Steuer, Jugendknast und vielem mehr auseinander. Für jugendliche leseratten ein absolutes Must-have
  18. Cover des Buches Der Fall Collini - Filmausgabe (ISBN: 9783442718665)
    Ferdinand von Schirach

    Der Fall Collini - Filmausgabe

     (482)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Caspar Leinen, ein junger Strafverteidiger, wird einen Monat nach Erhalt seiner Zulassung, das Mandat zur Strafverteidigung von Fabrizio Collini zugeordnet. Der gebürtige Italiener, der 34 Jahre lang völlig unauffällig bei Mercedes gearbeitet hat, hat in einem Berliner Luxushotel den 85-jährigen Hans Meyer ermordet. Nicht nur ermordet, sondern regelrecht hingerichtet - anschließend hat er sich widerstandslos verhaften lassen und schweigt seither. Weder seinem Verteidiger Leinen noch dem Gericht gibt er Auskunft über ein Motiv für den Mord. 

    Lange Zeit finden weder die Staatsanwaltschaft noch Leinen eine Antwort auf die Frage nach dem Warum. Eine Kindheitserinnerung Caspar Leinens lässt den Verteidiger in eine längst vergangen geglaubte Welt eintauchen und fördert nicht nur eine unschöne Seite des Mordopfers sondern auch das Versagen der deutschen Justiz in der Nachkriegszeit und der Aufarbeitung des NS-Regimes zu Tage. 

    Meine Meinung: 

    Der sachliche, schnörkellose Schreibstil des Autors, der weiß worüber er schreibt, gefällt mir außerordentlich gut. Ferdinand von Schirach ist Jurist, Strafverteidiger und Enkel des NS-Reichsjugendführers Baldur von Schirach. 

    Spannend ist der Einblick in das Gerichtsverfahren, das ja im Normalfall nicht mehr Gegenstand eines Krimis ist. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf Seiten der Verteidigung. Interessant ist auch, wie Caspar Leinens Vergangenheit und die Collinis in den Ablauf eingeflochten sind.  

    Der Autor lässt seinen Lesern jede Menge Spielraum für eigene Gedanken und Schlussfolgerungen. Durch die Ausführungen der Sachverständigen Dr. Sybille Schwan wird deutlich, wie die Rechtsprechung im (Nachkriegs-)Deutschland den Tätern und nicht den (mehrheitlich jüdischen) Opfern zugeneigt war. Dieser Justiz-Krimi zeigt die Irrwege und Nachlässigkeiten der Vergangenheitsbewältigung in Deutschland (und auch in Österreich) auf. 

    Diese Geschichte ist 2018 mit Franco Nero als Fabrizio Collini grandios verfilmt worden. 

    Fazit:

    Dieser Justiz-Krimi zeigt die Irrwege und Nachlässigkeiten der Vergangenheitsbewältigung in Deutschland (und auch in Österreich) auf. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

     

     

  19. Cover des Buches Neujahr (ISBN: 9783442770540)
    Juli Zeh

    Neujahr

     (289)
    Aktuelle Rezension von: Erdbeerhase22

    Neujahr ein Roman von Juli Zeh gelesen als E-Book im Luchterhand Verlag. Es erschien am 10. September 2018.

    Passend zum Jahreswechsel starteten wir in einer wundervollen Leserunde den Roman „Neujahr“. Es hat mir viel Spaß gemacht.

    Inhalt:

    Henning macht mit seiner Familie über den Jahreswechsel Urlaub auf Lanzarote. Dort steigt er auf ein Fahrrad und fährt einen Pass hinauf. Es wird für ihn eine Reise in seine eigene Vergangenheit. Dabei erfährt der Leser viel über Hennings traumatischen und verdrängten Erfahrungen, unter anderem auch in seiner Kindheit. 

    Fazit: 

    Die Geschichte wird sehr intensiv erzählt, ich hing an den Erzählungen, denn der Spannungsbogen riss nie ab. Ich musste aber auch öfters pausieren, da wirklich sehr viel (geballte Ladungen an) Rückblicke erzählt werden. Da brauchte ich etwas Pause, um das gelesene sacken zu lassen. Hennings Geschichte hat mich sehr berührt…

    Ein Buch unter 200 Seiten, dafür aber geballte Ladung, Spannung, Spannung, Spannung. 

    Ich gebe eine klare Leseempfehlung, lest das Buch, Ebook und folgt Henning auf seiner sehr speziellen Radtour! 


  20. Cover des Buches With(out) You (ISBN: 9783423230278)
    Maike Voß

    With(out) You

     (120)
    Aktuelle Rezension von: mirja94

    Inhalt: 

    Luna kehrt nach einiger Zeit nach Hamburg zurück, um dort zu studieren. Doch gleich zu Beginn trifft sie auf ihre große Jugendliebe Eli, den sie vor ihrer übereilten Abreise damals einfach hat stehen lassen. Auch sein Leben ging weiter, doch beim Zusammentreffen ist das Knistern von früher wieder da. Können sie ihre Vergangenheit aufarbeiten und wieder zueinander finden?

    Meinung:

    Ich muss erst einmal damit anfangen, wie ich zu diesem Buch gekommen bin, denn ich wollte gerne einen Buddy Read machen mit einem neuen Buch, das wir uns gemeinsam kaufen wollten. In der Buchhandlung nebenan. Wir hatten mehrere zur Auswahl, entschieden uns aber für With(out) you, weil es dazu eine neugierig-machende Notiz am Regal gab sowie den Hinweis, dass das Buch signiert ist. An der Kasse angekommen stellte sich dann heraus, dass die Autorin dort arbeitet und hat uns original ihr eigenes Buch verkauft. Deshalb wurde dann auch direkt losgelesen und man spürt einfach die durchgehend die Liebe, mit der es geschrieben wurde. 

    Die Handlung und die Charaktere konnten mich ab der ersten Seite mitnehmen und haben dafür gesorgt, dass noch am selben Wochenende das Buch beendet wurde. Besonders gefallen hat mir als Hamburgerin, wie leichtfüßig der Schauplatz (auch Hamburg) eingebaut wurde. Ich habe mich immer gefühlt, als wäre ich dabei, denn an fast jedem Ort bin ich auch schon des Öfteren gewesen. Man konnte sich dadurch alles ganz wunderbar vor Augen führen. Aber auch, wenn man noch nicht in dieser Stadt war, geht von den Orten eine gewisse Magie aus.

    Fazit:

    Ein Buch mit ganz viel Herz und Gefühl, das ich nur empfehlen kann.

  21. Cover des Buches Die Schwestern vom Ku'damm: Ein neuer Morgen (ISBN: 9783805200677)
    Brigitte Riebe

    Die Schwestern vom Ku'damm: Ein neuer Morgen

     (71)
    Aktuelle Rezension von: tigerbea

    In Berlin geht es im Jahre 1966 turbulent zu. Die Stadt ist geteilt und im Westen wollen die jungen Leute mehr Freiheit. Das zeigt sich auch in der Mode. Die Röcke werden enorm kurz und die Farben immer knalliger. Auch die Musik verändert sich. Nicht alle kommen damit klar. Auch Friedrich Thalheim, der Senior des Kaufhauses Thalheim, muß erst überzeugt werden, daß man mit der Zeit gehen muß, um im Geschäft zu bleiben. Das ist eine schwere Aufgabe für Miriam, die diese Mode entwirft. Auch privat hat sie einiges zu überstehen. Als sie mit vierzig schwanger wird plagen sie große Zweifel, ob das Kind gesund sein wird. Und wie wird Adoptivtochter Jenny reagieren? Doch dann trifft Miriam einen Mann, der ihr in den Kriegswirren sehr geholfen hat. Alte Erinnerungen kommen wieder hoch und bringen Miriams Gefühle aus dem Gleichgewicht.

    In dem Teil "Ein neuer Morgen" aus der Serie "Die Schwestern vom Ku'damm" geht es hauptsächlich um Miriam. Durch die Geschichten um ihr Leben können wir Zeuge werden, wie rasant sich in den 1960er Jahren alles verändert. Die Menschen wollen Freiheit und dafür rebelliert die Jugend. Brigitte Riebe beschreibt diese Zeit ganz hervorragend. Man spürt beim Lesen des Buches, daß die Veränderungen an keinem vorbei gehen. Dabei fällt es einigen besonders schwer, damit klar zu kommen. Trotzdem sind die Erinnerungen an die Kriegszeiten immer noch präsent. Für manche Menschen ist es ein Hin und Her zwischen glücklichen Momenten und traurigen Erinnerungen. Man kann merken, daß Brigitte Riebe sich mit der Nachkriegszeit in Deutschland sehr intensiv beschäftigt hat. Ihre Bücher sind wahre Zeitzeugen, auch weil reale Personen ihren Auftritt haben. Ich empfehle, alle Teile der Serie von Anfang an zu lesen.

  22. Cover des Buches Maus (ISBN: 9783596180943)
    Art Spiegelman

    Maus

     (211)
    Aktuelle Rezension von: Chris666

    Definitiv Hochkultur!!! Dieses Buch braucht sich hinter keinem Klassiker zu verstecken. Wer "Comics" für kinderkram hält, wird hier eines besseren belehrt. Ich habe selten ein Buch gelesen, dass mir die Schicksale der Juden im zweiten Weltkrieg und ihre Nachwirkungen bis ins Jetzt, besser und eindringlicher vor Augen geführt hat.

  23. Cover des Buches Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen (ISBN: 9783498064938)
    Jennifer Teege

    Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen

     (129)
    Aktuelle Rezension von: Frollein_Annika

    Vor fast sechs Jahren war ich auf der Lesung zu diesem Buch. 

    Jennifer Teege gehört zu der Sorte Frau, nach der man sich zwangsläufig umschaut (auch als Frau) und die Erinnerung bleibt. Und dieser Abend, an dem sie uns ihre Geschichte und damit ihr Buch vorgestellt hat, sind mir bis heute in Erinnerung geblieben.

    Warum lag das Buch so lange ungelesen im Regal? Weil ich Angst vor dem Inhalt hatte, vor all dem grausamen Details. All das, was die Autorin während der Lesung bereits verraten hat, war entsetzlich und Teil ihrer (und auch unserer) Geschichte. 

    Während des Lesens musste ich immer wieder Pausen einlegen, nachdenken und das Gelesene sacken lassen. Nachts habe ich davon geträumt, schreckliche Bilder im Kopf gehabt, mich gefragt, was wäre, wenn das meine Geschichte wäre?

    Selten hat mich ein Buch so nachhaltig berührt und schier fassungslos hinterlassen. Ich kann den Inhalt nur schwer zusammengefasst wiedergeben und möchte diesen schon gar nicht bewerten (die Bewertung gilt allein dem Aufbau und dem Schreibstil!). 

    Nur soviel: 

    Mein Großvater war ein Psychopath, ein Sadist. Er verkörpert all das, was ich ablehne: Was muss das für ein Mensch sein, dem es Freude macht, andere Menschen zu quälen und zu töten?
  24. Cover des Buches Ein Lied für die Vermissten (ISBN: 9783827013651)
    Pierre Jarawan

    Ein Lied für die Vermissten

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar

    «Schon ein Sandkorn genügt, um eine große Geschichte daraus zu machen.»


    15 Jahre dauerte der Bürgerkrieg im Libanon. Schätzungsweise 17.000 Menschen gelten seitdem als vermisst. Pierre Jarawan sagt: «Diese Zahl ist so abstrakt, dass sie bei uns nichts anderes als Verwunderung wird auslösen können. Aber wenn ich es Ihnen als Geschichte erzähle und dann auch noch als eine Geschichte, die sich leicht lesen lässt, auch unterhaltsam, mit Rätseln und Wendungen, dann bringe ich Ihnen das Thema näher, als wenn es hermetischer geschrieben wäre. Und wie beiläufig werden diese Zahlen zu Geschichten und zu Menschen.»


    «Unser Land ist ein Haus mit vielen Zimmern. In einigen Räumen wohnen die, die sich an nichts erinnern wollen. In anderen hausen die, die nicht vergessen können. Und oben wohnen immer die Mörder.»


    Und genau darum geht es. Eine Erzählung voller Geschichten. Amin ist bei seiner Großmutter in Deutschland aufgewachsen. Seine Eltern waren bei einem Autounfall im Libanon verstorben. Die Großmutter war in Kriegszeiten mit dem Kleinkind nach Deutschland geflüchtet, kehrt mit dem nun Jugendlichen 1994 in den Libanon zurück. Amin freundet sich mit dem einäugigen Jafar an und die beiden verzapfen einigen Blödsinn, erarbeiten sich Taschengeld, indem sie uralte Dinge für wenig Geld einkaufen, sie auf dem Flohmarkt weiterverscherbeln, indem sie erzählen, sie hätten diese angeblichen Schätze von einem Onkel aus Kanada geerbt, erfinden Geschichten über die wertvollen Gegenstände. Während des «Arabischen Frühlings» schreibt Amir seine Erinnerungen auf. Der Libanon bleibt Amin zunächst ein Rätsel. Er ist Libanese, er spricht die Sprache, aber irgendwie ist er es doch nicht. Denn er ist behütet in Deutschland aufgewachsen, hat diesen Krieg nicht erlebt. Beirut, die Heimat, ist zunächst fremd, ebenso seine Menschen. Um den Jungen herum herrscht Schweigen über Vergangenes. Die strikte Teilung der Stadt in Ost- und Westlibanon ist aufgehoben, doch in den Köpfen der Menschen bleiben Grenzen weiter gezogen. In Deutschland hatte die Großmutter nie ein Wort über den Libanon verloren, Amin weiß nicht viel über seine Familie. Doch zurück in Beirut fängt die Oma sich an zu öffnen. Amin erfährt, sie war damals Künstlerin, hatte viel Ausstellungen und sie besaß ein Café. Sie beginnt wieder zu malen, eröffnet ein Café. Ein Neuanfang, der an die alten Wurzeln anknüpft. Und gleich wird die alte Frau wegen ihrer neuen Bilder bedroht. Amir versteht es nicht. Vorsichtig verpackt klagt sie an – die Menschen, die wissen, was sie mit diesen Bildern ausdrücken will, wollen das nicht sehen, mächtige Leute. Amir glaubte, seine Großmutter zu kennen und auf einmal scheint er nicht mehr zu wissen, wer sie wirklich ist. Darum begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit, nach der wahren Geschichte seiner Familie, seiner Eltern und die der anderen; der Vermissten. Er begreift die Struktur dieses Landes, das schon immer in der Hand mehrerer mächtiger Familien lag, die es heute regieren – die nicht aufarbeiten wollen, was damals geschah.


    Pierre Jarawan beherrscht die Kunst des Schreibens, die arabische Art zu erzählen. Poetisch verpackt, mit viel Humor, lebendig und atmosphärisch präsentiert, umhüllt er die Sprachlosigkeit der Libanesen in eine Erzählung. Kurze Begegnungen und kleine Geschichten werden zu einem Ganzen miteinander verwoben, mit Düften und dem Licht von Beirut, vom Leben der unterschiedlichen Kulturen hinterlegt. Geheimnisse, Freundschaft, Liebe, Verrat, der Stoff, der einen guten Roman ausmacht. Aber manchmal neigt der Autor zum weit Ausschweifenden. Hier geht es um Verdrängung. Verdrängung nach Kriegszeiten, nach Katastrophen, eine ganz normale psychologische Taktik des Menschen, weiterleben zu können. Auch das Nachkriegsdeutschland war von Verdrängung geprägt und es hat lange Zeit gebraucht, bis sich der ein oder andere geöffnet hat – viele haben ihr Wissen mit ins Grab genommen. Unbeteiligte, nachfolgende Generationen arbeiten die Geschichte auf. Der inhaltliche Der Dreh- und Angelpunkt sind hier die über siebzehntausend Vermissten, die während des Bürgerkriegs, (1975 – 1990, bei dem es knapp 100 000 Tote zu zählen gab) im Libanon verschleppt worden, und ihr Schicksal ist größtenteils unklar. Nachfolgende Generationen erwarten Antworten auf ihre Fragen, doch bis heute weigert sich die heutige Führung, eine neutrale Aufarbeitung der Geschehnisse anzugehen; weil sie selbst darin verstrickt ist. Um diesen Unwillen, die Geschehnisse der eigenen Landesgeschichte aufzuarbeiten, geht es Pierre Jarawan in diesem Roman. 


    https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/ein-lied-fur-die-vermissten-von-pierre.html



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