Bücher mit dem Tag "aufwachsen"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "aufwachsen" gekennzeichnet haben.

70 Bücher

  1. Cover des Buches Meine geniale Freundin (ISBN: 9783518473863)
    Elena Ferrante

    Meine geniale Freundin

    (687)
    Aktuelle Rezension von: Egata

    Eines meiner Lieblingsbücher. Die Inhaltsangabe klingt wenig aufregend. Elena und ihre Freundin Lila wachsen im Neapel in der Nachkriegszeit auf, zwischen Mafia und Familienfehden. Aus der Sicht des Kindes und der Jugendlichen erzählt Elena von Höhen und Tiefen des täglichen Lebens, vom Erwachsenwerden und der Armut, aus der sie versucht herauszukommen, indem sie um gute Bildung kämpft. Die Autorin wechselt öfter die Perspektive und erzählt scheinbare Kleinigkeiten so spannend, dass man das Buch nicht weglegen kann. Ich hatte es mir geliehen, aber dann sofort den Folgeband gekauft, auch, weil so viele Fragen offen blieben. 

  2. Cover des Buches To Kill A Mockingbird (ISBN: 9781784752637)
    Harper Lee

    To Kill A Mockingbird

    (478)
    Aktuelle Rezension von: i1arie

    Ich muss gestehen, dass „How to kill a Mockingbird“ von Harper Lee schon einige Jahre in meinem Regal stand.

    Dennoch war ich überrascht, wie aktuell dieses Buch trotz seines Alters wirkt. Die Geschichte wird aus der Sicht der jungen Scout erzählt, die mit ihrem Bruder Jem und ihrem Vater Atticus in der kleinen Stadt Maycomb aufwächst. Besonders beeindruckt hat mich Atticus Finch, der als Anwalt einen schwarzen Mann verteidigt und dabei Mut, Moral und Gerechtigkeit zeigt – auch wenn viele Menschen in der Stadt dagegen sind.

    Das Buch zeigt sehr gut, wie Vorurteile entstehen und wie wichtig es ist, andere Menschen zu verstehen, bevor man über sie urteilt. Gleichzeitig sieht man die Welt durch Scouts kindliche Perspektive, was viele ernste Themen noch eindrucksvoller macht.

    Mir hat besonders gefallen, wie sich die Figuren im Laufe der Geschichte entwickeln und wie sich am Ende viele Dinge aus den ersten Kapiteln zusammenfügen. Insgesamt ist es eine sehr bewegende Geschichte über Empathie, Mut und Gerechtigkeit. Für mich ein Klassiker, der auch heute noch zum Nachdenken anregt.

  3. Cover des Buches Anne auf Green Gables (ISBN: 9783732005857)
    Lucy Maud Montgomery

    Anne auf Green Gables

    (411)
    Aktuelle Rezension von: RheaWinter

    Die Serie um "Anne auf Green Gables" ist einer DER kanadischen Jugendbuchklassiker schlechthin und erzählt vom Leben des Waisenmädchens Anne, das zu den Geschwistern Marilla und Matthew Cuthbert auf die Farm Green Gables kommt. Matthew schließt sie schnell ins Herz, doch bei Marilla ist Anne zunächst nicht besonders erwünscht, da sie aus dem Waisenhaus eigentlich einen Jungen für die Farmarbeit erwartet hat. Auch mit dem smarten Gilbert, dessen Versuche, ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, erstmal fehlschlagen, und der schadenfreudigen Josie hat sie es nicht leicht, doch mit Hilfe ihrer Seelenverwandten Diana lebt sich Anne schließlich auf Green Gables und der Dorfgemeinschaft von Avonlea ein.

    Das bekannte Buch von Lucy Maud Montgomery wurde 1908 veröffentlicht, weshalb die Autorin authentisch vom Leben der damaligen Zeit berichten kann. Die Figur der mutigen Anne, die dem frechen Gilbert sogar ihre Schiefertafel über den Kopf zieht, war für die damalige Zeit außerdem außergewöhnlich, da sie einen Gegenentwurf zum braven Mädchen, das alles erdulden muss, bietet. Außerdem überzeugt das Buch mit den wundervollen Schauplätzen Kanadas, so zum Beispiel der Insel Prince Edward Island.

  4. Cover des Buches Das verborgene Wort (ISBN: 9783328105404)
    Ulla Hahn

    Das verborgene Wort

    (177)
    Aktuelle Rezension von: la_vie

    Ich war wirklich sehr gespannt auf "Das verborgene Wort" von Ulla Hahn. Ein Mädchen, das im Nachkriegsdeutschland um ihr Recht auf Bildung kämpft. Die Idee fand ich wirklich gut und wichtig. Leider konnte mich die Autorin gar nicht erreichen. Die Geschichte war eine Aneinanderreihung von völlig unzusammenhängenden Momentaufnahmen. Erst geht es um ein verschwundenes Kaninchen, das dann auf dem Essenstisch landet, dann wird von einem Besuch eines Glasbläsers in der Schule erzählt, im nächsten Moment geht es um die Erfahrungen der Menschen im Nationalsozialismus. Ich habe einfach nicht verstanden, was mir die Autorin sagen wollte. 

    Was aber das Lesen noch viel anstrengender gemacht hat, war der ständige Wechsel zwischen Hochdeutsch und rheinischem Platt. Es fiel mir total schwer, den Dialekt zu verstehen. Teilweise kam ich mir richtig doof vor, weil ich ständig in den Fußnoten nachlesen musste, was das bedeuten soll. Hat den Lesefluss leider total kaputt gemacht.

    Ich breche wirklich selten Bücher ab. Aber bei diesem könnte ich nach 100 Seiten nicht mehr. 

  5. Cover des Buches Sonne und Beton (ISBN: 9783548066943)
    Felix Lobrecht

    Sonne und Beton

    (131)
    Aktuelle Rezension von: Rabenprinzessin

    Der Roman ist inzwischen längst Schullektüre und meine Klasse hat sich diese Lektüre gewünscht. Für mich hat die Sprache es sehr anstrengend gemacht, da das ganze "Dings" etc. mich beim Lesen ganz aggressiv gemacht hat. Aber natürlich weiß ich, dass Jugendlich lieber so sprechen und sie dafür bei der Lektüre älterer Texte wie z.B. Faust leiden. 

    Also ausgleichende Gerechtigkeit. Die Hauptfigur Lukas wird zwar beschrieben, war für mich aber keine richtige Identifikationsfigur. Dafür enthält der Roman sehr viele Themen wie Rassismus, Jugendkriminalität, Armut, Gewalt und Perspektivlosigkeit. Damit werde ich auf jeden Fall viele Anknüpfungspunkte finden, um im Unterricht sinnvoll zu dem Buch zu arbeiten. Ich bin gespannt auf das Feedback der Klasse, denn natürlich ist mir klar, dass ich nicht die Zielgruppe des Buches bin. 

  6. Cover des Buches Wer die Nachtigall stört ... (ISBN: 9783839894316)
    Harper Lee

    Wer die Nachtigall stört ...

    (41)
    Aktuelle Rezension von: TWDFanST

    Inhalt

    Die friedliche Kondheit von Scout und ihrem Bruder Jem wird gestört, als ihr Vater, ein Anwalt, einen neuen Fall übernimmt. Atticus vertritt einen Schwarzen, der beschuldigt wird, ein weißes Mädchen vergewaltigt zu haben. Obwohl Atticus selbst weiß ist, setzt er sich für den Schwarzen ein. Er ahnt nicht, dass er dadurch auch seine Kinder in Gefahr bringt. Denn die weiße Bevölkerung ist über Atticus' Verhalten empört...


    Bewertung

    "Wer die Nachtigall stört" von Harper Lee ist ein zeitloser Klassiner, den jeder einmal gelesen bzw. gehört haben sollte. Der Roman zeigt deutlich die Vorurteile auf, die in den 1930er Jahren herrschten und die es auch heute noch gibt. Allerdings zeigt sich in der Geschichte, dass auch Scout und Jem nicht ganz vorurteilsfrei sind. So glauben sie ohne mehr zu wissen die Gerüchte über einen Nachbarn, nur um später zu merken, dass alles ganz anders ist. "Wer ist Nachtigall stört" zeigt aber auch auf, wie schwer es ist, gegen Vorurteile anzukämpfen und warum manche den Kampf lieber aufgeben...

  7. Cover des Buches Der Zopf meiner Großmutter (ISBN: 9783462004564)
    Alina Bronsky

    Der Zopf meiner Großmutter

    (190)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Es ist lustig, es ist tragisch, es ist gemein und es ist lieb. So würde ich das Buch beschreiben.

    Ich habe mich köstlich amüsiert, obwohl vieles unbeantwortet blieb und das Ende mich aus dem Nichts überrascht hat. Ganz ehrlich: Das Ende ist richtig Kacke! Da hat es sich die Autorin einfach gemacht und das liegt vermutlich daran, dass das Buch wahrscheinlich sonst nie geendet hätte.

    Die Oma ist dabei die zentrale Figur, die völlig verrückt ist und ich immer noch nicht begreifen kann, wie ein Mensch so sein könnte. Fast schon wie meine eigene Oma. Aus irgendeinem Grund zieht der Enkel bei seinen Großeltern ein und die Oma erklärt ihn gleich für unheilbar krank, um ihn auf eine Diät zu setzen mit der Begründung, alles ändere könnte ihn töten.

    Natürlich glaubt das der Enkel und der Großvater ist zu feige, um ihn aufzuklären. Dabei hat der Opa andere Probleme: Er verliebt sich in seine Nachbarin und der Enkel kriegt es mit. Als es zu einem Seitensprung kommt, deckt ihn der Enkel mit aller Macht, wobei die Tochter des Seitensprungs fies zu dem Enkel ist. Das war echt gelungen.

    Mit viel Witz erzählt die Autorin die ganze Geschichte und ich habe gemerkt, wie ich beim Lesen mich kaum zurückhalten konnte. Auch wenn mir vor Müdigkeit die Augen zufielen, wollte ich nicht aufhören, und das sagt was aus.

    Trotz des schlechten Endes habe ich das Buch gern gelesen. Ich bin den Figuren gerne gefolgt, ich habe mitgefiebert, ich habe gehofft, gelitten, war traurig und glücklich! Das schaffen nicht viele Bücher.

  8. Cover des Buches Bluterben (ISBN: 9789963525195)
    Sandra Florean

    Bluterben

    (68)
    Aktuelle Rezension von: kointa

    Auch der zweite Teil der Nachtahn-Reihe hat mich von der ersten Seite in den Bann gezogen. Die Geschichte ist spannend geschrieben und ich musste einfach immer weiterlesen. Habe mit Louisa und Dorian mit gebangt und gelitten. der Schreibstil ist auch hier wieder sehr flüssig und leicht. Ich konnte mich wunderbar in die Story hinein versetzten und mir alles bildlich vorstellen. Sehr schön finde ich, dass sich die einzelnen Charaktere weiter entwickeln. Und damit meine ich nicht nur Louisa und Dorian, sondern auch Eric und Jayden. sie stehen genauso wie die kleine Zoe im Mittelpunkt. es wird auch in diesem Teil wieder in den einzelnen abschnitten die Perspektiven gewechselt, so dass man einen guten Eindrücke in aller Gefühlswelt erhält und sich in (fast) jeden einzelnen Charakter gut hineinversetzten kann.

    Ich finde die reihe ist auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

  9. Cover des Buches So wie die Hoffnung lebt (ISBN: 9783426519059)
    Susanna Ernst

    So wie die Hoffnung lebt

    (255)
    Aktuelle Rezension von: AlineCharly

    Nach einer schrecklichen Familientragödie hat Katie aufgehört zu sprechen und verschließt sich auch vor den anderen Kindern im Heim. Bis eines Tages Jonah einzieht. Er scheint der einzige zu sein der zu Katie durchdringen kann. Die beiden beginnen eine innige Freundschaft und bald schafft Katie es auch wieder mit anderen zu sprechen. Aus Freundschaft wird irgendwann Liebe und die beiden planen eine gemeinsame Zukunft. Doch dann schlägt das Schicksal wieder zu und die beiden werden sich eine lange Zeit nicht wiedersehen.

    Die Geschichte zwischen Katie und Jonah ist eine wirklich emotionale. Beide haben in ihrer Kindheit schreckliches erlebt und müssen lernen damit umzugehen. Die Entwicklung zwischen den beiden ist wirklich rührend und man kann total mit ihnen mitfühlen. Nachdem sie so viel zusammen erlebt haben, wundert es mich auch nicht, dass Jonah auch Jahre später die Suche nicht aufgegeben hat. Auch das Wiedersehen der beiden fand ich wunderschön und man konnte wirklich gut erkennen, dass auch jetzt die Gefühle füreinander noch vorhanden sind. Allerdings ist mir das ganze drum herum viel zu übertrieben und dadurch auch unglaubhaft. Statt der vielen unrealistischen Wendungen, hätte ich mir gewünscht, dass sich die Autorin mehr auf die Emotionen und das Wiedersehen der beiden konzentriert. Das hätte für mich auch besser zum ersten Teil der Geschichte gepasst.

    Vor allem der erste Teil hat mich emotional total berührt, aber danach wurde die Handlung leider etwas übertrieben. Von mir gibt es daher 3,5 Sterne und eine Empfehlung für alle, die sich nicht an unrealistischen Umständen stören.

  10. Cover des Buches Niemals ohne sie (ISBN: 9783458364801)
    Jocelyne Saucier

    Niemals ohne sie

    (99)
    Aktuelle Rezension von: Caro_Lesemaus

    Nach vielen Jahren treffen die Cardinals mit ihrer schier unglaublichen Anzahl an Kindern wieder aufeinander und das unausgesprochene Unheil droht, diese Familie zu überrollen. Schuldgefühle, Unwissenheit, bewusstes Verschweigen - das findet man wohl in vielen Familien vor. In diesem Roman gründet sich dieser zerstörerischer Mix auf ein Jahre zurückliegendes Vorkommnis, über das nie offen gesprochen wurde.

    Die Autorin lässt in jedem Kapitel ein anderes Kind der Familie zu Wort kommen und seine Erinnerungen an die Dinge schildern. Man erhält nicht von allen eine Perspektive (aber dafür sind es auch einfach zu viele...), aber sicherlich von den Schlüsselfiguren. Nach und nach setzt sich ein Bild zusammen ohne dass man so ganz genau weiß, wie das alles zustande kam. Die Autorin spielt mit den verschiedenen Gefühlswelten der Figuren, die sich teils schuldig fühlen, teils "nur" Mitwisser sind, teils gar nichts so richtig wissen. Diese Mischung ist wirklich interessant. Lange Zeit tänzeln die Familienmitglieder förmlich umeinander herum, warten auf den großen Knall oder hoffen inständig, er möge nicht kommen. 

    Fazit:

    Eine interessante Familiengeschichte rings um ein Vorkommnis, das jahrelang tot geschwiegen wurde und angesichts eines Familientreffens förmlich ans Licht drängt. Sprachlich toll und empfehlenswert.

  11. Cover des Buches Irgendwann werden wir uns alles erzählen (ISBN: 9783257072198)
    Daniela Krien

    Irgendwann werden wir uns alles erzählen

    (217)
    Aktuelle Rezension von: i1arie

    Ich hatte das Buch tatsächlich auf eine Empfehlung gekauft und wusste daher auch nicht was mich erwarten würde.

    Zu Beginn war ich skeptisch, es spielt um die Zeit der Wiedervereinigung und das ist nicht unbedingt meine Zeit / mein Genre.

    Es geht um Maria, welche sich als 16 jährige in einen 40 jährigen verliebt. Sie belügt ihre ganze Familie und auch ihren Freund. Die Affäre zwischen den beiden ist der Mittelpunkt des Buches.

    Ich konnte es tatsächlich nicht aus der Hand legen, da ich so im Lesefluss gefangen war. Fragwürdig war die Geschichte ganz klar. Dennoch konnte man das Buch nicht aus der Hand legen.

    Mir persönlich fehlt der Bezug. Ich kann weder persönlich, noch zeitlich mich in die Geschichte hineinversetzen. Dennoch war sie spannend und schön geschrieben.

    Das Ende war traurig aber auch vorhersehbar. 

  12. Cover des Buches Die Erfindung der Sprache (ISBN: 9783499003899)
    Anja Baumheier

    Die Erfindung der Sprache

    (105)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Adam Riese arbeitet als Dozent an einer Berliner Hochschule. Sein Leben braucht Ordnung, Einatmen, Ausatmen und die Zahl Sieben. Alles kommt durcheinander als seine Großmutter anruft und berichtet, dass seine Mutter im Krankenhaus ist. Adam muss sofort nach hause, um sich zu vergewissern, dass es seiner Mutter nicht zu schlecht geht. Was ist passiert? Sie hat in einem Buchladen eine Veröffentlichung entdeckt, die einen Hinweis auf den Verbleib von Adams Vater geben könnte. Das hat sie aus der Bahn geworfen. Natürlich ist Adam auch ziemlich aufgelöst. Sein Vater ist verschwunden als der Junge dreizehn war und das ist schon etliche Jahre her.


    Adam ist schon etwas speziell, ein wenig mehr als die anderen Familienmitglieder. Seine Großeltern von der Nordseeinsel Platteoog, die sich in Tschechien kennengelernt haben. Deren einzige Tochter Oda und Hubert Riese, der als Leutturmrestaurator auf die Insel kam. Und Adam, der Sprachwissenschaftler, der nicht gerne reist, für den alles am liebsten immer gleich laufen soll. Und nun reist er unerwartet von Berlin nach Platteoog. Und bei den Hinweisen, die er findet, wird das nicht die letzte Reise sein. Einatmen. Ausatmen. Fremde Menschen, wie anstrengend und Probleme an der Uni machen noch mehr Streß. 


    Welch ein liebenswertes Buch voller eigenartiger Charaktere, die man sofort umarmen und ins Herz schließen möchte. Adam rudert durchs Leben und manchmal scheint er nicht der Kapitän auf seinem Boot zu sein. Aber er gibt nicht auf. Um seiner Mutter zu helfen und auch weil er es endlich wissen will, versucht er zu klären, was aus seinem Vater geworden ist. Seine Reise wird richtiggehend spannend als er herausfindet, dass Hubert auch in anderen Leben Spuren hinterlassen hat. So wie Adam denkt und spricht, regt er beim Lesen an, die eigenen Denk- und Sprechweise anzupassen. Die besondere Sprache dieses Romans ist etwas Besonderes, durch einem Adams Begrenzungen näher gebracht werden, man aber auch merkt, dass seine Welt in Teilbereichen reicher ist als die vieler anderer. Ein richtig schöner Roman.


    4,5 Sterne

  13. Cover des Buches Die zwei Leben der Florence Grace (ISBN: 9783548291857)
    Tracy Rees

    Die zwei Leben der Florence Grace

    (112)
    Aktuelle Rezension von: AmberStClair

    Klappentext:

    Der emotionsgeladene neue Roman der Bestsellerautorin von "Amy Snow"

    Die Waise Florrie Buckley wächst wild und glücklich bei ihrer Großmutter in den weiten Mooren von Cornwall auf. Kurz vor dem Tod offenbart die alte Frau das Geheimnis ihrer wahren Herkunft: Florrie ist Teil der reichen Grace-Familie. Mit dem Umzug zu ihrer unbekannten Familie nach London, verändert sich ihr ganzes Leben.
    Fortan ist sie für alle nur noch Florence Grace. Doch in der großen Stadt bei der fremden Familie fühlt sie sich nicht willkommen. Als ihr vermeintlicher Cousin Turlington auf der Bildfläche erscheint, findet sie in ihm endlich einen Freund. Über die Jahre entwickeln sich zwischen den beiden leidenschaftliche Gefühle. Aber der charismatische Turlington hat dunkle Geheimnisse.


    Meine Meinung:

    Gefühlvoll und mit viel Liebe wird hier die Geschichte von Florie Buckle erzählt. Als sie nach London zu der Familie ihrer verstorbenen Mutter muß, wird sie sie zu Florence Grace. Man durchlebt jeden Abschnitt ihres Leben, das Höhen und Tiefen hat. Ihre erste große Liebe und den Schmerz das sie nicht in Erfüllung gehen kann. Am Ende jedoch findet sie ihr Glück und ihre Liebe zu ihrer Heimat in Cornwall geben ihr halt.

    Ein wunderbares Buch mit viel Herzenswärme geschrieben. Jeden Abschnitt durchlebte man mit und man konnte sich alles klar vorstellen. Die Autorin hat in einem guten Erzähler Stil diese Geschichte nieder geschrieben. Die ganzen Emotionen der einzelnen Personen gut beschrieben. Die malerische Landschaft Cornwalls sehr gut wiedergegeben. Man fühlte und man litt mit.

    Ein fesselnde Geschichte und ein gut durchdachtes Ende!

    Ich habe jede Seite mit Begeisterung gelesen.

  14. Cover des Buches Unzertrennlich (ISBN: 9783466346714)
    Joyce Scott

    Unzertrennlich

    (1)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin
    "Unzertrennlich" ist der autobiografische Roman von Joyce Scott, der das Leben der beiden Zwillingsschwestern Judith und Joyce Scott beschreibt. 1943 geboren, wachsen beide Mädchen die ersten sieben Jahre unzertrennlich bei ihren Eltern in Cincinnati auf. Als Joyce eingeschult wird und die am Down Syndrom erkrankte Judith zu Hause bleiben muss, ist die Mutter überfordert mit der Tochter, die unruhig auf der Suche nach ihrer Schwester durch das Haus tigert. Judith wird daraufhin in einer Einrichtung für Behinderte untergebracht, wobei den Eltern attestiert wird, dass die Tochter in ihren Fähigkeiten so eingeschränkt ist, dass keine Förderung möglich ist. 
    Für Joyce, die ihre Schwester auch ohne Worte verstanden hat, ist nicht nachvollziehbar, dass Judith in eine Einrichtung voller Fremder gegeben wurde. Die mehrstündige Fahrt in einen anderen Bundesstaat ist den Eltern bald zu aufwändig, weshalb die Besuche sukzessive weniger werden. Später kann Joyce mit Hilfe ihres älteren Bruders Judith besuchen. Mit Entsetzen muss sie feststellen, dass Judith alle Zähne gezogen worden sind, um sie prophylaktisch vor Zahnarztbesuchen zu schützen. 
    Joyce hat bald eine eigene Familie, zwei Töchter von zwei verschiedenen Männern, neben der ältesten Tochter, die sie zur Adoption freigegeben hat. Mit Anfang 40 beschließt sie, die Vormundschaft für Judith zu beantragen und aus der Behinderteneinrichtung zunächst zu sich nach Hause zu nehmen und dann bei einem betreuten Wohnen unterzubringen. Erst da stellt sich heraus, dass Judith gehörlos ist und sie deshalb nie zu sprechen gelernt hat., Joyce möchte, dass Judith eine Aufgabe hat, sie mehr gefordert wird und ihr Tag damit auch eine sinnvollere Struktur bekommt. Sie hört von dem "Creative Growth Center", wo Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit gegeben wird, sich frei durch Kunst auszudrücken. Judith erfindet dort ihre ganz eigene Kunstform, in der sie Gegenstände mit Fäden umwickelt und damit zu einer gefeierten "Art brut"-Künstlerin wird. 
    Joyce Scottt schildert in dem Roman ihr Schicksal von zwei entzweiten Zwillingsschwestern und wie Judith so sträflich vernachlässigt worden ist, ihr in jungen Jahren jede Möglichkeit einer Weiterentwicklung durch individuelle Förderung genommen wurde. 35 Jahre musste sie ohne Therapie in Einrichtungen für Behinderte verbringen, bis sie die Chance bekam, ihre Gefühle durch Gestalten zum Ausdruck zu bringen. 
    Traurig und erschreckend ist zu lesen, wie noch vor wenigen Jahren in Amerika mit behinderten Menschen umgegangen wurde, sie letztlich regelrecht als abseits der Norm eingestuft weggesperrt worden sind. Genauso berührend ist aber auch Joyces Schicksal, die ohne ihre Schwester stets eine innere Leere verspürt hat, die sie weder durch Heiraten noch durch ihr soziales Engagement für Menschen mit Behinderungen füllen konnte. 
    "Unzertrennlich" ist ein Roman über das unzertrennliche Band zweier Zwillingsschwestern, der unaufhörlichen , bedingungslosen Liebe zueinander und der Beweis, dass jedes Leben lebenswert ist und jeder Mensch - auch diejenigen, die mehr Unterstützung benötigen - einen Platz in der Gesellschaft haben. 
    Judith Scott konnte letztlich mit der von ihr kreierten Faserkunst eine Stimme finden, die auch von Kunstsammlerin gehört wurde. Ihr Kunstwerke sind auch zwölf Jahre nach ihrem Tod in Sammlungen vieler Museen ausgestellt. 
  15. Cover des Buches Meine Vagina (ISBN: 9783910320147)
    Galina Rymbu

    Meine Vagina

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77

    Bevor ihr dieses Buch öffnet, seid gewarnt: es wird euch umhauen. Mit einer Umarmung, mit Kinnhaken, mit Wollust und Wut, euch umklammernd vor Angst, haltlos, heftig, wie ein Schlag in die Magengrube, mit Küssen, Bissen, Gedankenblitzen, einer Kopfnuss.

    Ja, was die von Tillmann Severin übersetzten Gedichte von Galina Rymbu auf diesen knapp 150 (+150 Originaltext) Seiten entfalten ist im Prinzip nicht weniger als ein Fanal; eine breit angelegte, final anmutende Erschütterung des Status Quo, letzterer verkörpert durch Patriarchat, Staat, Kapitalismus and some other fucked up entities.

    Obwohl diese ausufernden Rhapsodien sehr dicht sind und einer sich selbst (im buchstäblichen Sinne) entfesselnden Sprache entspringen, haben sie nichts Hermetisches. Selbst da, wo sie größere Zusammenhänge aufklappen oder das Sujet bis zum Knochen abnagen, verirrt man sich als Leser*in nicht, ist höchstens gebannt von der Fülle, die Rymbu aufzutischen vermag, von aufragenden Begehrlichkeiten, über viele Schichten Aufbegehren bis hin zum tiefgeschöpften Zagen, dem tröpfelnden Ekel, dem zähen Verzug.

    Wer sich für eine Poetik interessiert ist, die das Politische neben dem Persönlichen nicht ausblendet, beides manifestiert, ohne bloß zu verlautbaren, sich ästhetisch und wuchtig damit auseinandersetzt, dessen Herz schlägt wohl eh schon ein bisschen im Takt von Rymbus Zeilen. So kann er*sie sich dieses Buch auch gleich zulegen und sein Denken und Fühlen auf den Pisten dieser Gedichte mal so richtig beschleunigen. Obacht, es gibt auch einige Schanzen. Chancen, innezuhalten, den Aufprall zu erwarten.

  16. Cover des Buches Ein fauler Gott (ISBN: 9783518468722)
    Stephan Lohse

    Ein fauler Gott

    (95)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Jonas ist tot. Mami und Ben sind sehr traurig. Der Elfjährige glaubt, „Gott selbst ist faul in seiner Allmacht, und es bereitet ihm Freunde, den Brüdern die Brüder zu stehlen und den Müttern ihre Kinder. Er ist unersättlich. Es gibt im Himmel immer mehr Tote als Lebende auf der Erde.“ (Seite 8)


    Der deutsche Schauspieler und Theaterregisseur Stefan Lohse ist 1964 in Hamburg geboren und veröffentlichte mit „Ein fauler Gott“ 2017 seinen ersten, mit guten Kritiken überhäuften, Roman.

    Darin nähert er sich dem Schmerz von Mutter und Bruder an und zeigt, wie sich das Leben durch den Tod verändert. Doch der Alltag fordert weiterhin seinen Tribut. Ben findet neue Freunde, die ihm beim Weiterleben helfen, was schließlich auch seiner Mutter zugute kommt. 

    Dieser Entwicklungsroman spielt zu einer Zeit, als es noch Fotoapparate mit Blitzwürfeln gab und sich Jungs zu Weihnachten noch Plattenspieler wünschten. Und Reisen in die Ostzone gab es auch noch. Dieser Rückblick hat mir persönlich sehr gefallen, da er mich in meine eigene Jugend zurückgeführt hat.

    Das Buch ist zwar oft traurig, es enthält jedoch auch zahlreiche Stellen, die zum Schmunzeln und Lachen einladen. Noch nie war ich den Gedanken eines Jungen so nah wie in diesem Buch. Was mich beim Lesen allerdings etwas überforderte, waren die Erinnerungen der Mutter an die eigene Kindheit während der Nazizeit. Sie passten in meinen Augen nicht so recht zum sonstigen Buch, weshalb ich einen Stern von der Höchstpunktzahl abziehe.

  17. Cover des Buches Geile Zeit (ISBN: 9783608505368)
    Niclas Seydack

    Geile Zeit

    (99)
    Aktuelle Rezension von: Theblackswan

    Wer ein Loblied und einen Walk Down Mwmory Lane der Millenials erwartet, wird von diesem Buch bestimmt enttäuscht.

    Ja, vor allem in der ersten Hälfte bringt und Niclas noch ein paar nostalgische Momente, die einen schmunzeln lassen. In der zweiten Hälfte ist es dann aver vor allem jammern und eine poor us Mentalität, die bestimmt alle Generationen an den Tag legen. Was am Ende des Tages gefehlt hat war ein gutes Konzept und ein roter Faden, der alles miteinander verbindet.

    Was mir gar nicht gefallen hat war der Schreibstil. Er hat sich weder über die Alterssprunge sehr verändert, noch war er sehr unterhaltsam. Für mich hat er sich leider etwas holprig gelesen.

  18. Cover des Buches Wir und Es (ISBN: 9783750254862)
    Larissa Schwarz

    Wir und Es

    (14)
    Aktuelle Rezension von: dia78
    Das Buch „Wir und Es“ wurde von Larissa Schwarz verfasst und erschien 2018. Wir begleiten in diesem Buch sechs Charaktere, die ihren Weg im Leben finden oder ihn auch mit einigen Problemen gehen. Der Autorin gelingt es ein berührendes und aufrüttelndes Buch zu schreiben, das einem als Leser aufzeigt, wie wichtig es sein kann, an genau der richtigen und schwer zu findenden Stelle einzugreifen, damit gewissen Dynamiken nicht außer Kontrolle geraten. Es werden so viele Themen aufgezeigt, dass man gar nicht weiß, auf welche man hauptsächlich eingehen soll. Auf jeden Fall aber lädt dieses Buch zum Nachdenken ein. Denn Probleme mit Mobbing in der Schule oder auch im privaten Bereich, wegen des Auslebens von Trans- oder Intersexualität, kommt indirekt öfter vor, als uns lieb ist. Die Wortwahl und den Sprachstil möchte ich als kurz und prägnant beschreiben, der die Geschehnisse ohne ein Wort zu viel auf den Punkt bringt. Ein Buch das zum Nachdenken anregt und einiges ankreidet, was in der heutigen Zeit schief läuft.
  19. Cover des Buches The Bone Season - Die Träumerin (The Bone Season 1) (ISBN: 9783869522883)
    Samantha Shannon

    The Bone Season - Die Träumerin (The Bone Season 1)

    (17)
    Aktuelle Rezension von: paperlove
    Meine Rezension findet ihr auch auf:
    https://mrspaperlove.blogspot.com

    Der erste Band der "The Bone Seasons"-Reihe liegt schon eine gefühlte Ewigkeit auf meinem SuB. Im Zuge einer SuB-Abbau-Challenge musste es dieses Jahr endlich gelesen werden. Als ich gesehen hatte, dass das Hörbuch auf Audioteka erhältlich ist, habe ich mich für die Hörbuchversion entschieden. Praktischerweise wird es sowohl in der gekürzten, als auch in der ungekürzten Version angeboten. Ich musste zwar bei über 16h Hörzeit einmal schwer schlucken, habe mich aber dann trotzdem für die ungekürzte Version entschieden. Der Grund war vor allem der, dass ich im Vorfeld ein paar Meinungen zum Buch überflogen hatte, in denen immer wieder die Rede davon war, dass das Worldbuilding sehr komplex und damit schwierig zum Verstehen ist. Ich dachte mir, dass bei der gekürzten Version vielleicht Details weggelassen wurden, die beim Verständnis helfen. Rückblickend muss ich aber sagen, dass ich das Worldbuilding auch in der ungekürzten Version bis zuletzt nicht so richtig verstanden habe. Und das war vermutlich auch einer der Gründe, dass ich das Hörbuch im letzten Viertel abgebrochen habe.


    Die Grundidee um die junge Paige, die übernatürliche Fähigkeiten hat und in der Folge als Sklavin eines Rephait gehalten wird, wäre an und für sich zwar sehr interessant gewesen, aber die Story wurde einfach viel zu sehr in die Länge gezogen und fühlte sich stellenweise sehr träge an. Ich hatte zudem Mühe, einen Überblick über die verschiedenen Charakternamen zu behalten und wusste manchmal nicht so richtig, ob die Erzählung in der Gegenwart spielt oder ob es sich um einen Rückblick in die Vergangenheit handelt.

    Die Dialoge zwischen Paige und Warden fand ich sehr anstrengend und ich wurde den Verdacht nicht los, dass aus dieser anfänglichen Feindschaft im weiteren Verlauf auf Biegen und Brechen eine Liebesbeziehung entstehen sollte. Mein Hauptproblem lag vor allem darin, dass ich Warden einfach unglaublich unsympathisch fand und ich bis zuletzt nicht warm mit ihm werden konnte.


    Zur Sprecherin: Ich kenne Laura Maire als Erzählerin bereits von zahlreichen anderen Young Adult (Fantasy) Bücherreihen und bin mittlerweile ein grosser Fan von ihr geworden. Sie macht ihre Sache trotz teilweise trägem Plot auch hier sehr gut.


    Fazit:

    Eine interessante Idee, mit einem leider zu komplexen Worldbuilding, bei dem die eigentliche Story in den Hintergrund rückt. Nachdem die Geschichte nach fast 12h Hörzeit immer noch nicht so richtig in Fahrt gekommen ist (und ich urlaubsbedingt nach 2-wöchiger Hörpause keinen Zugang mehr zur Geschichte hatte), habe ich das Hörbuch abgebrochen. Vielleicht hätte ich die gekürzte Version spannender gefunden, weil dann die ganzen (unnötigen) Details wegfallen und der Fokus mehr auf der eigentlichen Handlung liegt.

  20. Cover des Buches Schlacht und Blut - Die Napoleon-Saga 1769 - 1795 (ISBN: 9783453471726)
    Simon Scarrow

    Schlacht und Blut - Die Napoleon-Saga 1769 - 1795

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Simon Scarrow penibler Rechercheur und opulenter Erzähler hat, mit diesem historischen Roman,  die ersten 26 Jahre von Napoleon und seinen britischen Widersacher Arthur Wellesley beschrieben. Das Buch ist der erste Teil einer vierbändigen Saga rund um die beiden Männer, die im selben Jahr (1769) geboren worden sind und die das Schicksal Europas mehr als 25 Jahre in Händen gehalten haben. Es handelt sich hier allerdings nicht um eine echte Doppelbiografie wie er in seinem Vorwort schreibt. Er weist darauf hin, „nur“ einen Roman rund um historische Fakten verfasst zu haben. Einiges, was Napoleon-Kenner aus Büchern von Günther Müchler, Johannes Willms, Adam Zamoyski, Franz Herre oder Eckard Kleßmann kennen, ist weggelassen worden, da es den Umfang der Reihe von ohnehin rund 3.300 Seiten vollends gesprengt hätte. 

    Im Jahr 1769 wird in Irland der verarmte englische Adlige Arthur Wellesley (der spätere Duke of Wellington) geboren. Als er auf die Welt kommt sieht es so aus als würde er nicht überleben. Weder schulisch noch sportlich begabt ist sein weiteres Leben auch nicht leicht. Obwohl er ein großes Talent als Musiker ist, bleibt ihm, als dritten Sohn eines verschuldeten Landadeligen nur die militärische Laufbahn. 

    Im gleichen Jahr wird auf Korsika Napoleon Bonaparte geboren. Korsika war eine Provinz von Genua und die Eltern von Napoleon kämpften für die Unabhängigkeit. Im Jahr der Geburt von Napoleon besiegt Frankreich Genua und Korsika fällt an den Sieger. Durch einen Zufall kommt Napoleon mit Soldaten in Kontakt und landet später auf der in ganz Europa bekannten Militärakademie von Angers. 

    Anschließend verfolgen wir die Lebenswege der beiden, die sich ähneln und auch doch wieder stark unterscheiden bis zum Jahr 1795. 

    Interessant ist der Einblick in die Struktur des Militärs von England. Hier zählt nur die Herkunft und das Vermögen, denn man kauft sich das Offizierspatent und alle seine militärischen Ränge unabhängig von der tatsächlichen Begabung für Taktik und Menschenführung. Während es im revolutionären Frankreich möglich ist, auch als „Mann aus dem Volk“ (der Adel wurde ja ziemlich dezimiert) durch besondere Leistungen zum Leutnant, Oberst und General aufzusteigen. Das bekannteste Beispiel dafür ist Jean Lannes (1769-1809), der als Sohn eines Stallknechts bis zum Marschall des Kaiserreiches aufgestiegen ist, bevor er in der Schlacht von Aspern 1809 tödlich verwundet worden ist.  

    Für Zartbesaitete ist dieser Roman über Napoleons Aufstieg vielleicht nicht ganz geeignet, denn es wird gekämpft und gestorben sowie viel verbrannte Erde hinterlassen und die Zivilbevölkerung nicht verschont. Der Titel „Schlacht und Blut“ verschweigt da wenig. 

    Fazit: 

    Ein detailliert beschriebener historischer Roman, in dessen Mittelpunkt zwei höchst unterschiedliche Personen stehen, die mehr gemeinsam haben, als ihnen lieb ist. Gerne gebe ich hier 5 Sterne. 

     

  21. Cover des Buches The Betsy-Tacy Treasury (ISBN: 9780062095879)
  22. Cover des Buches Junge Giganten Sonderalbum Nr. 02 Doppelter Angriff - Feuer und Wasser (ISBN: B01644Q4EG)
    H. J. Meyer

    Junge Giganten Sonderalbum Nr. 02 Doppelter Angriff - Feuer und Wasser

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Die Superhelden im Teeniealter (aber ohne Pubertätsakne) stellen fest, daß in New York und in Gotham City rätselhafte und spektakuläre Überfälle stattfinden, bei denen die beteiligten Verbrecher über Superkräfte und das genaue Gegenteil verfügen, als kann "Flammenwerfer" mit Feuer und mit Wasser auf seine Feinde losgehen. Manche der Superhelden fühlen sich von Harlekin hintergangen, die durch ihre Psi-Kräfte auf die Gefahren aufmerksam machte, und ist sie nicht die Tochter des Jokers? Während sich die Pubertierenden streiten, taucht ein Staatsanwalt a.D. auf, der im Hintergrund die Strippen zieht...Jugendliche Helden, mit den sich jugendliche Comicleser bestimmt gut identifizieren können.
  23. Cover des Buches Die Fremde (ISBN: 9783552072008)
    Claudia Durastanti

    Die Fremde

    (40)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Dieses Buch hat eine sehr interessante Schreibweise: die Kindheit und Jugend der Protagonistin und der Eltern werden parallel erzählt und verglichen. Fokus scheint hier das Unausweichliche zu sein, von eigenen Fehleinschätzungen, die Unklarheiten wie man lieben kann und sollte bis hin zum Umgang mit eigenen Behinderungen und Gehörlosigkeit. Ist man selbstbestimmt wenn man rebellisch ist wie die Welt um einen herum? Wer bestimmt eigentlich wer oder was wir sind? Die Beschreibungen wechseln zwischen Ekel und Harmonie. Über das Lügen, dem Gefühl dass Rebellion immer mit illegalen Inhalten zu tun haben müssten und die Fertigkeit selbstständig und doch ungeliebt zu sein. "Früher oder später sind wir alle behindert."

  24. Cover des Buches Fever (ISBN: 9783945733318)
    Deon Meyer

    Fever

    (7)
    Aktuelle Rezension von: SalanderLisbeth
    Ich will euch vom Mord an meinem Vater erzählen. Ich will euch erzählen, wer ihn ermordet hat und warum. Denn dies ist die Geschichte meines Lebens. Und es ist auch die eures Lebens, ihr werdet sehen. Auszug Anfang


    Deon Meyer, eigentlich bekannt für seine gesellschaftskritischen Südafrika-Krimis, hat 2017 eine Dystopie geschrieben. Wobei das viel zu kurz greift. Es ist eher eine Mischung aus postapokalyptischen Endzeitroman, Coming-of-Age-Roman, Roadmovie und Abenteuerroman. Deon Meyer bedient sich eines für Dystopien klassischen Ausgangspunktes: Durch eine Fieberepidemie wurde in rasanter Geschwindigkeit 95 % der Weltbevölkerung ausgelöscht. Man vermutet, dass durch die Verschmelzung eines menschlichen Virenstammes mit dem einer kranken Fledermaus das Fieber erstmals in Afrika ausgebrochen ist.

    Der dreizehnjährige Nicolaas Storm und sein Vater Willem sind einige der wenigen Überlebenden.  Am Anfang des Buches sind die beiden in ihrem großen Truck in einer unwirtlichen Landschaft unterwegs. Das Land befindet sich in einem Zustand der Gesetzeslosigkeit, es gibt keinen Strom, keine Geschäfte mehr und sie sammeln alles, was sie an Nahrungsmitteln (ganz wichtig ist Kaffeepulver) und anderen Versorgungsgütern finden können in ihren Anhänger. Auch Treibstoff existiert nur noch begrenzt und beim Tanken werden sie von einer wilden und hungrigen Hundemeute angegriffen. Ein hochdramatischer, packender Anfang, der mich an „The Walking Dead“ erinnerte und unwiderruflich in die Geschichte hineinzog. 

    Amanzi wird gegründet

    Nico und sein Vater sind auf der Suche nach einem Fleckchen Erde und in dem verlassenen Ort Vanderkloof finden sie den idealen Ort, um sich niederzulassen. Denn Willem Storm hat eine Vision: Er will eine neue Gemeinschaft gründen. Unbeirrt hält er an diesem Plan einer neuen Zivilisation fest. Flugblätter werden verteilt, um in dem weiten Land noch andere Überlebende zu finden. Doch lange tut sich nichts. Als die beiden schon fast alle Hoffnungen aufgegeben haben, setzt endlich ein Strom von Menschen ein. Aus allen Himmelsrichtungen, und das war für mich ein Gänsehautmoment, kommen große und kleine Gruppen. Immer mehr Menschen werden in die Gemeinschaft, die sich ab jetzt Amanzi nennt, aufgenommen und durch ihre unterschiedlichen Fähigkeiten und Talente entsteht eine Insel der Zivilisation in dem verlassenen Land. Völlig authentisch wirken die Herausforderungen, die aufgrund des Zusammenlebens der unterschiedlichen Charaktere entstehen. Viel Konfliktpotenzial ergibt sich wegen diverser Ansichten über Religion, Politik und ein Ringen um die alle zufrieden stellenden Strukturen und Regeln entsteht. Diesen mühsamen Wiederaufbau mit vielen Rückschlägen und internen Spannungen ist wie ein gesellschaftliches Experiment spannend und interessant zu verfolgen.

    Dabei sind wilde Tiere nur eine Gefahr, die größere Bedrohung sind die Menschen und ihre Abgründe selbst. Es gibt plündernde Gangs auf Motorrädern und diese marodierenden Banden ziehen mordend und raubend durch das ganze Land und auch Amanzi wird zu ihrem Ziel. So beschließen die Einwohner von Amanzi Verteidigungsanlagen und eine eigene Sicherheitstruppe unter der Führung des ehemaligen Soldaten Domingo aufzubauen. Auch Nico lernt schießen und schließt sich gegen den Willen seines Vaters dieser Armee an. 

    Die Katastrophe 

    Der siebenundvierzigjährige Nico erzählt die Geschichte im Nachhinein und verrät gleich, dass es zu einer großen Katastrophe kommt und sein Vater ermordet wird. In weiteren Erzählperspektiven werden die Aufzeichnungen anderer Überlebender hineingestreut, die in dem von Willem Storm gegründetem Amanzi-Geschichtsprojekt Gehör finden. Storm sammelte unermüdlich Eindrücke und Erfahrungen seiner Mitmenschen und nach seinem Tod wird dieses Projekt von anderen weitergeführt. Dadurch bekommt man ein umfassendes Bild des Überlebenskampfes.  

     

    Glaubhaft und verständlich wird auch der Konflikt zwischen dem Teenager Nico und seinem Vater herausgearbeitet. Nico empfindet seinen sanftmütigen, liebevollen Vater als schwach, interpretiert seine Menschenfreundlichkeit als Manko. Der liberale Storm glaubt an das Gute im Menschen und Bildung und Wissen sind für ihn sehr wichtig. Der pubertierende Nico ist dagegen von dem düsteren, martialischen Ex-Soldaten Domingo fasziniert. Als er seinen Fehler einsieht   und er und Willem sich wieder  annähern, ist es fast schon zu spät.

    Deon Meyer versteht es, seine Figuren mit Leben zu füllen. Alle Charaktere sind wunderbar mit viel Empathie herausgearbeitet und der südafrikanische Autor hat jedem eine Geschichte mitgegeben. Es gab so viele berührende Momente. Trotzdem folgt die Geschichte einem stabilen Aufbau, in der durch die geschickte Dramaturgie Spannung erzeugt und der rote Faden nie verloren wird. Düstere Landschaftsbilder erzeugen Atmosphäre und mit seiner bildhaften sowie poetischen Sprache wird alles vorstellbar und fesselnd geschildert. 

    Hastiges Ende

    Selten hat mich eine Geschichte so bewegt und sind mir die Charaktere so ans Herz gewachsen. Ich habe auch auf meinem Arbeitsweg das Hörbuch, wunderbar interpretiert von Martin Bross, gehört und wollte einfach nicht aus dem Auto aussteigen und aus Amanzi auftauchen. 

    Bis zum Ende ist der Plot realistisch und vorstellbar. Das Zusammenbrechen der Infrastruktur, das Aufbauen einer neuen Zivilisation, das Ringen um eine neue politische und wirtschaftliche Ordnung. Zum Schluss mündet der Roman in einem actiongeladenen Finale und es kommt noch zu einem Twist, mit dem ich nicht gerechnet und den es für mich auch nicht gebraucht hätte. Auch geht alles dann sehr schnell und wird hastig abgehandelt. Deshalb muss ich ein halbes Pünktchen abziehen. Trotzdem war das Buch für mich ein Highlight, das auch nach der Lektüre noch lange im Gedächtnis blieb. Wie die Welt an den Rand einer Apokalypse gerät, wie langsam eine Siedlung entsteht, die Konflikte in der Vater-Sohn-Beziehung, das hat der Ausnahmeschriftsteller Deon Meyer in eine tiefgründige und genre-übergreifende Geschichte packend zusammengefügt.

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