Bücher mit dem Tag "auschwitz"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "auschwitz" gekennzeichnet haben.

99 Bücher

  1. Cover des Buches Tagebuch (ISBN: 9783596715237)
    Anne Frank

    Tagebuch

    (2.729)
    Aktuelle Rezension von: Aukje

    Anne Frank, die aus einer jüdischen Familie stammt, muss während des zweiten Weltkriegs von ihrer Heimat Frankfurt am Main, 1933 mit ihrer Familie nach Amsterdam flüchten. Während dieser Zeit führt sie über zwei Jahre lang ein Tagebuch, das deutlich die Ängste und wünsche einer Jugendlichen zeigt, die in diesen schweren Zeiten aufwächst. Und wenn das nicht schon ausreicht erhält man auch noch einen guten Einblick über eine jüdische Familie, die versucht eine einigermaßen erträgliche Normalität aufrecht zu erhalten während sie versuchen zu überleben, in ständiger Angst vor den Nationalsozialisten.

    Da meine 13jährige Nichte sich zurzeit mit der Zeit des zweiten Weltkriegs auseinander setzt, habe ich ihr dieses Buch gegeben und es selber nach vielen Jahren noch mal gelesen. Auch nach all den Jahren als ich es zum ersten Mal gelesen habe, hat es mich wieder sehr bewegt. Nach wie vor halte ich dieses Buch wichtig, damit Jugendliche beginnen sich mit dieser Zeit zu beschäftigen, da es ein autobiografisches Buch einer Jugendlichen ist, die sie nachvollziehen können.

  2. Cover des Buches Der Junge im gestreiften Pyjama (ISBN: 9783733507275)
    John Boyne

    Der Junge im gestreiften Pyjama

    (2.398)
    Aktuelle Rezension von: Karandi


    Selbst wenn dieses Buch nicht auf Zustände zurückgreifen würde, wie sie in Deutschland einmal gewesen sind, wäre es eine der mitreißendsten Geschichten, die ich bisher gelesen habe. Das Buch fängt die kindliche Unschuld auf besondere Weise ein. Bruno, der Hauptprotagonist, kann weder „Führer“ noch „Auschwitz“ richtig aussprechen. Wir erleben die Nazizeit aus Kinderaugen – aus der Sicht eines Jungen, dessen Vater SS-Offizier ist und damit beauftragt wird, eines der bekanntesten Konzentrationslager zu leiten.


    Anfangs ist die Geschichte sehr rührend, und man muss sogar leicht lächeln, wenn man die kindliche Naivität und Hoffnung sieht, die Bruno trotz dieses bitteren Umfelds in sich trägt. Die Augen eines Kindes sind einfach dazu berufen, noch das Gute in der Welt zu sehen. Dann folgt die Begegnung mit Schmuel, dem Jungen auf der anderen Seite des Zauns, der angeblich nicht gut genug war, um mit Bruno spielen zu dürfen.


    Bruno, der gesunde Junge, der im Buch im Gegensatz zu Schmuel sogar etwas dicklich beschrieben wird, trifft auf den Jungen im gestreiften Pyjama, dessen Hände nur noch aus Knochen zu bestehen scheinen, dessen Haut grau geworden ist und dessen Adern deutlich hervortreten. Trotzdem entwickelt sich zwischen ihnen eine Freundschaft. Denn wie könnte es anders sein? Kinder entwickeln Freundschaften ganz selbstverständlich – es sind die Erwachsenen, die Unterschiede zwischen Menschen sehen.


    Obwohl einige Situationen entstehen, in denen Bruno erkennen könnte, dass er und Schmuel nicht gleich behandelt werden, bewahrt er bis zum Schluss seine kindliche Unschuld. Und dann folgt das Ende. Es hat mir schlichtweg die Sprache verschlagen. Für Kinder ist es ein unglaublich ungerechtes Ende. Doch für einen Vater, der verantwortlich ist für den Tod so vieler Menschen, der so viele Kinder zu Waisen und so viele Eltern kinderlos gemacht hat, wirkt es vielleicht sogar wie eine gerechte Strafe.


    „Der Junge im gestreiften Pyjama“ steht zwar auf dem Lehrplan vieler Schulen, doch eben nicht an jeder. Dabei sollte es Pflichtlektüre sein – bundesweit vereinheitlicht, sodass jeder dieses Buch einmal in seinem Leben lesen muss. Nicht nur wegen der Geschichte selbst, sondern um zu verhindern, dass sich solche Taten jemals wiederholen.


    Denn auch wenn dies eine fiktive Geschichte ist, wissen wir anhand der Videoaufnahmen und Berichte aus jener Zeit alle, dass die dargestellten Ereignisse keineswegs weit hergeholt sind, sondern der Realität erschreckend nahekommen.

  3. Cover des Buches Die Hauptstadt (ISBN: 9783518469200)
    Robert Menasse

    Die Hauptstadt

    (169)
    Aktuelle Rezension von: Eva_Reichmann

    Vorweg: ich lese gern Menasse. Aber dieses Buch ist angenehm anders als die Menasse-Romane davor. 

    Eine Kommission der EU benötigt ein besseres Image - und natürlich geht es um die EU. Aber es geht noch um so Vieles mehr (Geschichte aus Europa - um es abzukürzen). Das wirklich großartige an dem Buch aber ist, dass es weder um politische Thesen noch Geschichtsbelehrung geht - sondern um die Geschichten der beteiligten Personen (die halt wegen Beruf oder persönlicher Beziehungen mit der EU-Kommission zu tun haben).

    Gut gefallen hat mir die Idee, eine europäische Hauptstadt in Auschwitz einzurichten.

    Als Menasse das Buch 2017 veröffentlichte, war es noch möglich von der "Langeweile des Friedens" als Glück und Segen zu sprechen - hätten mehr Politiker das Buch gelesen und ernst genommen, hätten wir diesen zustand heute noch.


  4. Cover des Buches Deutsches Haus (ISBN: 9783548061177)
    Annette Hess

    Deutsches Haus

    (240)
    Aktuelle Rezension von: Pepale

    Frankfurt 1963: Eva ist Dolmetscherin. Durch einen Zufall kommt sie an eine Job als Übersetzerin für Polnisch beim Auschwitz Prozess. Unbedarft und naiv stürzt sie sich in ihre Arbeit, ohne zu ahnen was sie dort erwartet. Die Berichte der Zeugen wie Juden ermordet, gedemütigt, gefoltert wurden, setzen Eva schwer zu. Evas Eltern hatten ihr abgeraten diesen Job zu übernehmen. Am Ende sind ihre Eltern in das ganze Geschehen verknüpft und die Familie zerstört.

    Mit ihrem Verlobten führt sie eine typische Beziehung, wie es in den 1960er Jahren verbreitet war, sie ordnet sich ihm unter. Das Gesellschaftliche Rollenbild sah es so vor, sonst galten Frauen als „unweiblich“.

    Annegret, die ältere Schwester von Eva, leidet unter dem Helden-Syndrom (Profilneurose). Als Säuglingsschwester infiziert sie Babys mit Bakterien um sie hinterher wieder gesund zu pflegen und dafür Lob und Geschenke zu bekommen.

    Die Autorin hat gut recherchiert.

    Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Die Geschichte ist fesselnd und bewegend. Die Protagonisten sind gut beschrieben und entwickeln sich weiter.

    Es handelt sich um eine gelungene Geschichte.



  5. Cover des Buches Der Tätowierer von Auschwitz (ISBN: 9783492061377)
    Heather Morris

    Der Tätowierer von Auschwitz

    (269)
    Aktuelle Rezension von: julia-elysia

    Ich habe schon viele Bücher und Quellen über den Holocaust gelesen, was auch einer der Gründe ist, warum das Buch nicht so gut bei mir abgeschnitten hat.

    Zuallererst will ich anmerken, dass mit dem Buch zwar die Geschichte von Lale Sokolov erzählt wird, es sich dabei aber um eine Erzählung handelt, die weder autobiografisch noch quellenhistorisch genau ist. Dabei will ich nicht die Erlebnisse des Mannes absprechen - ich möchte lediglich einen Hinweis auf die Genauigkeit geben.

    Die Journalistin Heather Morris trifft Solokov wenige Jahre vor seinem Tod. Seine Frau ist mittlerweile verstorben und er ist bereit, von seinen Erlebnissen und Erfahrungen im KZ Auschwitz zu erzählen. Dazu muss man wissen, dass zwischen seiner Befreiung und dem Interview viel Zeit vergangen ist. Hierbei spielen also vermutlich nicht nur Rückschaufehler eine Rolle, sondern mittlerweile auch eine völlig andere Einordnung und Betrachtung der Geschehnisse.

    Das Buch erzählt von Lales Ankunft und Aufenthalt in Auschwitz sowie von seiner Arbeit als Tätowierer. Von dieser wird allerdings im Verlauf nicht allzu viel erzählt - viel eher steht die Liebesgeschichte zwischen ihm und seiner späteren Frau Gita im Vordergrund.

    Für jemanden, der sich bereits viel mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust auseinandergesetzt hat, fand ich, dass die wirkliche Grausamkeit der Taten und des KZs nicht ganz im Buch hervorkam. Die Geschichte war sehr neutral geschrieben, enthielt viele Dialoge und war tatsächlich auch mit einigen dunklen "humorvollen" Interaktionen versehen, wodurch zwischenzeitlich seltener der Eindruck erschien, dass sich die Beteiligten und Figuren in Auschwitz befanden. Meiner Meinung nach kam durch die Erzählart der Geschichte kaum hervor, wie schrecklich es wirklich in den KZs vor sich ging - und das schreibe ich aus der Perspektive einer Person, die bereits autobiografische Bücher von Überlebenden gelesen hat. Demnach hat das nichts mit Lales Solokovs Geschichte und Erfahrungen zu tun - viel eher störe ich mich an dem Schreibstil und der Erzählart, die weniger die Umstände beschrieben, als ständig Dialoge und Gespräche aufgeführt haben.

    Das ist auch der Grund, warum ich nur 3 Sterne vergebe. Ich rate jedem, dieses Buch nicht als Lektüre und vor allem nicht als Quelle für den Holocaust und die Verbrechen in den KZs zu lesen - da gibt es deutlich bessere Bücher und Quellen.

  6. Cover des Buches Roman eines Schicksallosen (ISBN: 9783499253690)
    Imre Kertész

    Roman eines Schicksallosen

    (239)
    Aktuelle Rezension von: dasbuchzuhause

    In "Roman eines Schicksallosen" geht es ums Überleben, ums Überleben der Schrecken von Ausschwitz und Buchenwald.


    Der ungarische Autor Imre Kertész erzählt die Geschichte eines 14-Jährigen, der erst nach Ausschwitz und dann nach Buchenwald und ins Arbeitslager Zeitz deportiert wird und die Lager überlebt. 


    Der Roman beginnt damit, dass der Vater des Jungen, György Köves, Vorbereitungen trifft, da er weiß, dass er in eines der Arbeitslager kommen wird. Schon bald wird auch der Junge zum Arbeitsdienst eingeteilt und irgendwann nach Ausschwitz verschleppt, wo er sich als 16-Jähriger ausgibt, der arbeiten kann. So kommt er dann nach Zeitz.


    György ist ein Junge, dessen Beschreibungen erst einmal sehr naiv und angepasst wirken. Er ist sehr gehorsam und es wirkt so, als ob er vieles, was um ihn herum passiert nicht versteht. Nach und nach wird die Situation auch im Arbeitslager schlimmer - die sowieso nicht gute Versorgung schlechter und es besteht immer die Möglichkeit körperlicher Gewaltanwendung. Der Junge wird krank und schafft es wie durch ein Wunder auf die Krankenstation in Buchenwald und bleibt dort bis zur Befreiung.


    Das Buch geht an menschliche Grenzen und beschreibt das Überleben des Unsagbaren, des Schicksals, das nicht das eigene ist, sondern ein von außen aufgezwungenes Schicksal. Und darum dreht es sich. Wie damit leben, wie es überleben? 


    Es ist keine leichte Kost, aber ein wichtiges Buch, großartig übersetzt von Christina Viragh. Imre Kertész beschreibt die Grenzen, an die der Junge György gebracht wird und lässt auch die Zeit nach der Befreiung nicht außen vor. Denn da beginnt ein neuer Kampf für ihn - die, die zuhause überlebt haben, wollen alles vergessen und auch ihn davon überzeugen, aber wie soll das gehen? 


    Das Buch hat mich emotional mitgenommen und ich habe es zum Glück nicht alleine gelesen, sondern hatte jemanden, mit dem ich mich dazu austauschen konnte. 


    Trotzdem, oder besser gerade deshalb empfehle ich es, denn mehr denn je gilt Hashtag#NieWiederIstJetzt und dieses Buch macht das noch einmal sehr deutlich.

  7. Cover des Buches Die Postkarte (ISBN: 9783492321051)
    Anne Berest

    Die Postkarte

    (78)
    Aktuelle Rezension von: ManfredLiest

    Die Postkarte ist ein monumentales Werk, das mich tief bewegt und lange beschäftigt hat. Anne Berest gelingt es, eine Familiengeschichte zu erzählen, die weit über das Private hinausreicht. Sie verbindet akribische Recherche mit emotionaler Wucht und schafft damit ein literarisches Zeugnis, das sowohl erschüttert als auch fasziniert.

    Ich war beeindruckt vom Mut einzelner Menschen, die sich in Zeiten absoluter Unmenschlichkeit behaupteten. Gleichzeitig machte mich die detaillierte Darstellung der Kollaboration, der Gleichgültigkeit und der Brutalität der Nazis – und Teilen der damaligen deutschen und französischen Bevölkerung – wütend und fassungslos. Die Vielzahl an bekannten Persönlichkeiten, die in dieser Familiengeschichte auftauchen, zeigt, wie eng verflochten Biografien in jener Zeit waren.

    Besonders eindrücklich ist, wie das Buch die Kontinuität antisemitischer Denkmuster sichtbar macht. Es zeigt nicht nur die historischen Leiden der jüdischen Bevölkerung, sondern auch die Herausforderungen, mit denen jüdische Menschen heute konfrontiert sind. Die zentrale Frage, die sich durch das Buch zieht – Wie kann ein jüdischer Mensch leben, ohne anzuecken? – bleibt bedrückend aktuell und scheint leider kaum beantwortbar.

    Die Postkarte ist ein Werk, das Erinnerung lebendig hält, das mahnt und das uns zwingt, hinzusehen. Ein Buch, das man nicht einfach liest, sondern erlebt – und das lange nachhallt.

  8. Cover des Buches ... trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager (ISBN: 9783328102779)
    Viktor E. Frankl

    ... trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager

    (134)
    Aktuelle Rezension von: Zams

    Ich glaub diese Buch ist nicht essentiell was für mich.

    Ich will mit meiner Rezension weder die Geschehnisse, noch die Erfahrungen des Autors schlechtreden, meine Meinung bezieht sich rein auf das literarische Werk.

    Ich denke, der Schreibstil war einfach nichts für mich, es war um einiges mehr philosophosch, als ich erwartet hatte, und das Lesen fühlte sich, vor allem in den ersten beiden Teilen, fast wie Hausaufgaben an. Die letzten paar Kapitel haben mir im Gegensatz dazu um einiges besser gefallen.

  9. Cover des Buches Maus (ISBN: 9783103975352)
    Art Spiegelman

    Maus

    (241)
    Aktuelle Rezension von: jacky_liest

    Maus von Art Spiegelman ist mittlerweile ein Klassiker der Comickultur und hat diesen Status zurecht. Spiegelman öffnet Perspektiven auf den Holocaust und das Überleben dessen, die es zuvor nur selten gab. Die Besonderheit des Comics ist dabei das Verhältnis zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie die Vater-Sohn-Beziehung. Bezeichnet ist, dass Spiegelman seinen Vater weder glorifiziert noch durchweg positiv als Helden stilisiert. Im Gegenteil: der Vater wird als manischer Zwangsneurotiker gezeichnet, dessen Verhaltensweisen sowohl die Figur Art(ie) als auch die Rezipient:innen fragend zurücklassen. Der Comic handelt von unbehandelten Trauma des Erlebten und dessen Übertragung auf die sogenannte zweite Generation. Verhandelt werden hier nicht nur geschichtliche Ereignisse, sondern auch deren Auswirkungen: ein lebenslanges und transgenerationales Trauma. 

    Besonders die Tiermetaphorik ist bezeichnend für den Stil des Zeichners und für die Handlung: nicht nur mit der Zeichnung der Figuren wird diese Metaphorik wiederholt aufgenommen, sondern auch innerhalb des Comics reflektiert und wiederholt in Szene gesetzt. Die Tiermetaphorik versteckt nicht, sie macht deutlich. Sie zeigt das, was sich unserer Vorstellungskraft entzieht. 

    Ein weiterer besonderer Aspekt des Comics ist dessen Selbstreflexion: der zeichnerische Prozess und vor allem die Umsetzung werden hier aufgezeigt und reflektiert. Besonders der zweite Band bringt dies auf den Punkt. Wie zeichnet man eine Geschichte, die man selbst nicht erlebt hat, aber dessen Auswirkungen einen geprägt und traumatisiert haben? Wie bringt man einen Diskurs zu Papier, über den so wenig gesprochen wird? Und genau setzt Spiegelman an und macht sich das Medium des Comic zunutze: er fabriziert hier eine neue Erzählung über den Holocaust, die zum Nachdenken anregt und nicht vergessen werden kann. 

    Maus ist ein herausragender Comic, eine emotionale Achterbahn und ein Medium gegen das Vergessen. 

  10. Cover des Buches Bis ans Ende der Geschichte (ISBN: 9783328100515)
    Jodi Picoult

    Bis ans Ende der Geschichte

    (213)
    Aktuelle Rezension von: Lilli_Marleen_Art

    Die junge Sage trägt ein schweres Schicksal mit sich herum. Eine Narbe im Gesicht, lässt sie immer daran denken. Doch eines Tages lernt sie den hochbetagten Josef kennen und freundet sich mit ihm an. Doch schließlich macht Josef ihr ein schreckliches Geständnis und damit gerät die Welt für Sage völlig aus den Fugen.

    Das Buch ist immer wieder in 3 Abschnitte aufgeteilt. Gegenwart, Zeit des Nationalsozialismusses und eine Fantasiegeschichte, welche man zuerst nicht recht einzuordnen weiß, es aber später klar wird. 

    Ich habe den Teil, welcher die Jugend von Sages Großmutter behandelt, sehr gerne gelesen. Er stellt die Grausamkeit dieser Zeit erschreckend realistisch da und hat mich wirklich sehr berührt. Auch deshalb kann ich das Buch wirklich weiterempfeheln. Gefühlt nimmt dieser Part auch den größten Teil des Buches ein. Die Gegenwart mit der Geschichte von Sage, fand ich hingegen eher langweilig und vieles vorhersehbar. Auch war mir die Figur von Sage eher unsympatisch.

    Aber wie schon gesagt, die Geschichte um ihre Großmutter ist einfach lesenswert.

  11. Cover des Buches Auschwitz: Geschichte eines Verbrechens (ISBN: 9783843701891)
    Laurence Rees

    Auschwitz: Geschichte eines Verbrechens

    (20)
    Aktuelle Rezension von: CarinaElena
    Meine neue #errungenschaft 🤗 war gar nicht so einfach dieses Buch in dieser Ausgabe zu einem verünftigen Preis und Zustand zu bekommen
    ☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆
    In dieser ebenso fundierten wie erschütternden Darstellung gelingt es Laurence Rees, dem Leser die unfaßbaren Geschehnisse des Holocaust nachvollziehbar vor Augen zu führen – mit einem beunruhigenden Fazit: Der Holocaust ist kein düsterer Alptraum, kein singulärer Exzeß, sondern Ergebnis der menschlichen Veranlagung. ☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆
  12. Cover des Buches Partitur des Todes (ISBN: 9783499245350)
    Jan Seghers

    Partitur des Todes

    (116)
    Aktuelle Rezension von: Igno

    Paris im Jahr 2005. Im Rahmen einer arte-Dokumentation stößt die Journalistin Valerie Rouchard auf Georges Hofmann, dessen Eltern im Dritten Reich nach Auschwitz verschleppt wurden. Durch die Öffentlichkeit der Dokumentation taucht ein bisher unbekannter Brief seines Vaters an ihn auf. Darin ein unveröffentlichtes Werk von Jaques Offenbach.
    Wenig später werden am Frankfurter Mainufer fünf Menschen in einem Imbiss-Boot kaltblütig hingerichtet. Hauptkommissar Robert Marthaler steht unter Zeitdruck und vor einem Rätsel, denn es bleibt nicht bei den fünf Toten.

    Partitur des Todes ist der dritte Band in Jan Seghers Reihe Kommissar Marthaler ermittelt. Das Buch umfasst 480 Seiten und wird bei Rowohlt verlegt.

    Marthalers dritter Fall spielt im Sommer 2005, etwa zwei Jahre nach Die Braut im Schnee. Nach den Geschehnissen des vorhergehenden Bandes wird Abteilungsleiter Herrmann durch Charlotte von Wangenheim ersetzt, er bekommt im Buch aber noch ein paar Auftritte. Privat hat Marthaler wieder einige Sorgen, denn sein Engagement im Beruf steht sich und Tereza nach wie vor im Weg.

    Aus meiner Sicht ist Partitur des Todes der bis dahin stärkste Band der Reihe, das mag aber auch am Thema liegen. Die Entwicklung, die man schon im vorhergehenden Band bei Jan Seghers beobachten konnte, setzt sich fort – er wird immer besser. Er konstruiert einen verworrenen Fall rund um die Aufarbeitung des Nationalsozialismus’, dabei geht er nicht zimperlich vor. Der Fall ist bis kurz vor Schluss schwer zu durchschauen, das wiederum kennt man ja schon aus den anderen Bänden, auch wenn es diesmal früher im Buch Andeutungen gibt.

    Ebenfalls nicht neu ist Seghers Kritik an Presse und Politik. Der City-Express als Inbild unethischer Auswüchse im Journalismus bekommt wieder eine Sonderrolle, für die Kritik am karrieristischen Charakter der Politik darf diesmal der Hessische Innenminister herhalten. Das LKA hingegen, in Krimis oftmals für überhebliches Verhalten gescholten, kommt bei Seghers ausdrücklich gut weg. Oliver Frantisek, der vom LKA als stilisierter Superpolizist in die SoKo entsandt wird, nimmt eine ganz andere Rolle ein, als man normalerweise erwarten darf.

    Der Fall und die Geschichte darum sind durchgehend schlüssig. Gut finde ich, dass Seghers eine ganze Reihe Faktenwissen um die Frankfurter Auschwitzprozesse einfließen lässt. Die für die Geschichte relevanten Namen wurden zwar geändert und die Lebensläufe, nehme ich an, frei erfunden, trotzdem geizt Seghers nicht mit Reellem, gerade im Hinblick auf das Fritz-Bauer-Institut. Seghers Charaktere könnte es gegeben haben und sie könnten auch diese Lebensläufe gehabt haben. Das gibt dem Buch stellenweise durchaus etwas Beklemmendes. Auch Marthalers Umgang mit diesem Teil der Deutschen Geschichte ist für Teile seiner Generation gut aufgefangen und birgt durchaus ein Stück Kritik, aber auch etwas Versöhnliches – und es passt schlussendlich zu seiner Persönlichkeit.

    Partitur des Todes ist ein weiterer lesenswerter Band der Reihe. Seghers geizt weiterhin nicht mit Lokalkolorit und verbessert sich stetig – wobei ich sagen möchte, dass er einen Punkt erreicht hat, an dem es nicht mehr viel zu verbessern gibt. Ein einigermaßen kurzweiliges Krimivergnügen, nicht nur für Menschen aus dem Frankfurter Raum.

  13. Cover des Buches Aimee und Jaguar (ISBN: 9783462023350)
    Erica Fischer

    Aimee und Jaguar

    (45)
    Aktuelle Rezension von: Wolf-Macbeth

    In 'Aimée und Jaguar: Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943' von Erica Fischer taucht man in eine außergewöhnliche Liebesgeschichte ein, durchwoben mit wunderschönen Gedichten und zutiefst berührenden Liebesbriefen. Doch das Buch ist mehr als nur eine Liebeserzählung. Es vermittelt auf eindrückliche Weise, wie es war, im Schatten des Nazi-Regimes zu leben. Die Autorin zeichnet ein präzises Bild der schleichenden Verschärfung der Judenverfolgung bis hin zur grausamen Deportation. Dieses Werk berührt die Seele und erinnert daran, wozu menschliche Abgründe führen können, wenn blind einem Demagogen gefolgt wird. Eine bewegende Lektüre, die die Bedeutung des Erinnerns unterstreicht und ein Zeugnis der Liebe und des Widerstands in dunkelster Zeit ist.

  14. Cover des Buches Schindlers Liste (ISBN: 9783570300046)
    Thomas Keneally

    Schindlers Liste

    (287)
    Aktuelle Rezension von: Cherubium

    Vorab: Ich kann jeden verstehen, dem es schwer fällt, Schindlers Liste komplett zu lesen.

    Denn Schindlers Liste list sich weniger wie ein Roman, sondern vielmehr wie ein Sachbuch, das in Romanform aufgearbeitet wird.

    Wer setzt sich schon hin, und liest einfach mal 300 Seiten im Brockhaus...

    Auch mir fiel es mitunter schwer, dran zu bleiben. Aber die in dem Buch geschilderten Hintergründe habe ich in dieser Form noch niemals irgendwo gesehen, gehört oder gelesen. Nicht in der Schule, nicht in unzähligen Dokus, nicht in der Verfilmung, nirgends.

    Das Buch erweitert den Horizont und öffnet einem auf schockierende Weise die Augen, was einem bis heute über die Schicksale der Juden nicht nur in Deutschland verschwiegen wird.

    Schindlers Liste ist ein historisches Manifest und Dokument.

    Mich hat, so schwer es auch wegen dem Inhalt und der Erzählweise zu lesen war, so viel wissen vermittelt und berührt, dass ich noch bevor ich das Buch zuende gelesen hatte, nach Krakau reisen musste, um die historischen Schauplältze vor Ort kennen zu lernen.

    Krakau ist durch und durch geprägt von seiner Geschichte und ich kann es nur jedem empfehlen, selbst diese Reise anzutreten.

    Das Buch, gerade weil es kein Vergnügen ist zu lesen, sollte in jeder höheren Jahrgangsstufe zur Pflichtlektüre werden.

  15. Cover des Buches Desintegriert euch! (ISBN: 9783442719143)
    Max Czollek

    Desintegriert euch!

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Ein tiefschürfendes Buch über die deutsche Schande, wirklich allen ans Herz gelegt. Sehr inhaltsschwer, so daß man nur langsam und mit Bedacht lesen kann. An die Walser-Rede konnte ich mich noch erinnern, sein Buch "Tod eines Kritikers" hätte vielleicht auch Erwähnung in diesem Appell finden können.

  16. Cover des Buches Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte (ISBN: 9783426302309)
    Jeremy Dronfield

    Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte

    (39)
    Aktuelle Rezension von: AnnaLovesBooks

    Eigentlich hätte ich nie gedacht, dass ausgerechnet dieses Buch meine erste Geschichte über den Zweiten Weltkrieg werden würde. Ich war immer der Meinung, dass dieses Genre nichts für mich ist. Aber Titel, Cover und Klappentext haben mich neugierig gemacht. Im Nachhinein bin ich wirklich froh, dass ich mich darauf eingelassen habe.

    Ich war von Anfang an in der Geschichte. Der Schreibstil ist angenehm und leicht verständlich, sodass ich sofort mitgekommen bin. Besonders gefallen hat mir, dass das Buch auf den Tagebüchern von Gustav Kleinmann basiert. Dadurch fühlt sich alles unglaublich nah an. Gleichzeitig bleibt es nicht nur bei seiner Geschichte. Man begleitet auch Fritz und bekommt immer wieder Einblicke in das Schicksal der restlichen Familie. Gerade diese verschiedenen Perspektiven haben die Geschichte für mich noch eindrucksvoller gemacht.

    Die Tagebuchform hat mir richtig gut gefallen. Obwohl man weiß, welche grausamen Ereignisse damals passiert sind, war es etwas ganz anderes, sie auf diese persönliche Weise zu erleben. Es sind nicht einfach nur geschichtliche Ereignisse, sondern die Erlebnisse einer Familie, die auseinandergerissen wird und trotzdem nie aufhört, füreinander da zu sein.

    Besonders bewegt hat mich die Beziehung zwischen Gustav und Fritz. Dass Fritz sich freiwillig entscheidet, seinen Vater nach Auschwitz zu begleiten, obwohl ihm bewusst ist, was das bedeuten könnte, hat mich tief beeindruckt. Ihr Zusammenhalt und ihr unglaublicher Überlebenswille haben mich immer wieder sprachlos gemacht.

    Natürlich gab es einige Momente, in denen ich schlucken musste. Manche Dinge kann man kaum begreifen und noch viel weniger aussprechen. Gerade deshalb finde ich solche Bücher so wichtig. Sie erinnern daran, was damals geschehen ist und warum wir niemals vergessen dürfen. So etwas darf sich nie wieder wiederholen.

    Auch das Hörbuch selbst hat mir sehr gut gefallen. Der Sprecher hat die Geschichte ruhig und passend erzählt. Ich habe unglaublich gerne zugehört und das Hörbuch viel schneller beendet, als ich gedacht hätte. Das Ende hat sich für mich stimmig angefühlt und der Epilog war noch einmal eine schöne Ergänzung.

    Für mich war dieses Buch der Einstieg in ein Genre, um das ich bisher eher einen Bogen gemacht habe. Jetzt weiß ich, dass es sicher nicht meine letzte Geschichte über diese Zeit gewesen sein wird. Dieses Hörbuch hat mich bewegt, nachdenklich gemacht und mir gezeigt, wie wichtig es ist, solche Schicksale nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

  17. Cover des Buches Ist das ein Mensch? (ISBN: 9783423123952)
    Primo Levi

    Ist das ein Mensch?

    (59)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Diese Geschichte des jüdisch-italienischen Autors Primo Levi über sein Jahr in Auschwitz erschien erstmals 1947 unter dem Originaltitel „Se questo è un uomo“. 

    Ein Buch, das eher Pflichtlektüre ist, auch für mich, der ich mich für Geschichte interessiere. Es macht keinen Spaß, darin zu lesen, aber es ist wichtig. Von Anfang an bewundernswert is es, wie Levi fast emotionslos, sehr analytisch berichtet, als hätte er das Geschehen nur von außen betrachtet, auch wenn er die Ich-Form benutzt.

    Die Situation, in der der Autor die Häftlinge und sich selbst in der Retrospektive sieht, möchte ich mit einigen, wie ich hoffe, deutlichen Zitaten beschreiben, die den wesentlichen Inhalt des Buches in wenigen Zeilen vermitteln.

    „Sich an diesem Ort Tag für Tag mit dem trüben Wasser in den verdreckten Becken zu waschen, um der Reinlichkeit und um der Gesundheit willen, ist praktisch zwecklos; ungeheuer wichtig aber ist es als Symptom verbliebener Vitalität und als Hilfsmittel für das moralische Überleben.“ (dtv Tb, 12. Aufl. 2021, S. 37/38)

    „Von hier darf keiner fort, denn er könnte mit dem ins Fleisch geprägten Mal auch die böse Kunde in die Welt tragen, was in Auschwitz Menschen aus Menschen zu machen gewagt haben (ebd., S. 53)

    Der Glaube an den Sinn des Lebens ist in jeder Faser des Menschen verwurzelt, ist ein Wesenszug der menschlichen Natur. Die Menschen in der Freiheit geben diesem Sinn viele Namen, so manche grübeln und debattieren auch darüber. Für uns liegt das Problem einfacher. Heute und hier liegt der Sinn darin, das Frühjahr zu erleben. (ebd., S. 68)

    „Die hier beschriebenen Personen sind keine Menschen. Ihr Menschentum ist verschüttet, oder sie selbst haben es unter der erlittenen oder den anderen zugefügten Unbill begraben.“ (ebd., S. 117)

    Ich weiß es eigentlich, ich habe schon früher davon gelesen, ich habe davon gehört, in der Schule war es ein Thema, ich habe mich damit beschäftigt, ich habe sogar Konzentrationslager besucht und doch ist es immer wieder eine unglaubliche Anstrengung, ein riesiges Entsetzen, wenn ich mich erneut damit konfrontiere.

    Es ist ein Buch, so empfinde ich es, das man nicht so ohne weiteres literarisch bewerten kann, da es sich eine im Grund unfassbare wahre Geschichte handelt. Man kann dem Autor nicht vorwerfen, an bestimmten Stellen unglaubwürdig zu sein, man kann ihm nicht vorwerfen, nicht genau genug oder zu detailreich zu erzählen, weil es seine ureigenen Erinnerungen sind. Man kann ihn ja nicht tadeln, weil er das ein oder andere mittlerweile verdrängt hat oder weil er bestimmte Sachverhalt überbetont. Es ist allein sein Kopf, aus dem das alles kommt, sein Werk. Es ist allein schon aller Ehren wert, sich nach 1945 so intensiv mit den eigenen Erlebnissen zu beschäftigen und es ist schier unvorstellbar, wie der Autor es schafft, so nüchtern und sachlich zu berichten.

    Was ich aber sagen kann: es ist unfassbar wichtig, dass möglichst viele Menschen auch heute und immer wieder die abartige Zeit erinnern, damit Ähnliches nie mehr geschehen kann. Fünf Sterne.

  18. Cover des Buches Mischling (ISBN: 9783746634555)
    Affinity Konar

    Mischling

    (28)
    Aktuelle Rezension von: Anni121
    Perle und Stasia sind zwölf und unzertrennlich, als sie 1944 deportiert werden. Doktor Mengele sucht eineiige Zwillinge für seine grausamen Forschungen. Um zu überleben, flüchten sich die Geschwister in magische Welten, schmeicheln sich sogar beim Arzt ein. Doch eines Tages, kurz vor der Befreiung, verschwindet Perle. Ein Verlust, den Stasia nicht zu verwinden vermag. Zusammen mit Feliks, einem weiteren Opfer Mengeles, reist sie durch die verwüsteten Landschaften Polens auf der Suche nach ihrer Schwester.

    Das Buch von Affinity Konar nimmt sich einem sehr ernsten Thema an, welches einem aufzeigt, wie wichtig es ist, die Vergangenheit nicht zu vergessen, damit solche Grausamkeiten nie wieder geschehen.
    Mir hat das Buch gut gefallen, allerdings musste ich aufgrund des doch sehr bedrückenden Thema immer wieder Pausen machen.  Mich hat das Buch sehr mitgenommen und die darin geschilderten Grausamkeiten waren erschreckend. Der Sprachstil ermöglichte es mir weiterzulesen, denn er war sehr poetisch und verschleierte das ein oder andere mal die ganzen Ausmaße der Gräueltaten.
    Auch wenn ich ihn manchmal nicht ganz passend für zwei zwölfjährige Mädchen empfand.
    Ein gutes Buch über ein dunkles Kapitel der Geschichte, das nachhallt und einen auch noch nach dem Lesen beschäftigt.
  19. Cover des Buches Marlene (ISBN: 9783492309479)
    Hanni Münzer

    Marlene

    (142)
    Aktuelle Rezension von: Azyria_Sun

    Worum geht’s?

    Marlene arbeitet als Spionin. Sie tut alles, um gegen Hitlers Regime anzukämpfen. Doch ihre Tarnung fliegt auf und sie wird nach Auschwitz deportiert. Dort hat sie unter grausamen Bedingungen täglich um ihr Überleben zu kämpfen. Um ihr Überleben und das der ihr nahestehenden Frauen.

     

    Meine Meinung:

    Mit „Marlene“ endet schon die Honigtot-Dilogie von Hanni Münzer. Und wie auch der erste Teil ist dieses Buch wieder unheimlich eindrucksvoll geschrieben. Die Autorin erschafft Bilder mit Worten, erzeugt Grauen und schreibt die Geschichte tief unter die Haut ihrer LeserInnen.

     

    In diesem Teil begleiten wir Marlene, die wir schon im ersten Teil kennenlernen durften. Sie hatte mir bereits damals gefallen und umso mehr habe ich mich darauf gefreut, über ihr Leben lesen zu dürfen. Marlene ist wirklich eine eindrucksvolle Person. Auch einigen alten Bekannten begegnen wir wieder, u.a. Deborah, die im ersten Teil eine Hauptrolle hatte. Ernst, den ehemaligen Liebhaber von Marlene. Und Ottilie, für die ich mich am Ende besonders gefreut habe. Auch Wolfang dürfen wir wiedersehen und daneben lernen wir viele weitere, starke Charaktere kennen, wie z.B. Jolanta und Olga.

     

    Die Geschichte von Marlene und den anderen ist wirklich intensiv. Es war fast noch emotionaler und erschreckender, als der erste Band. Hier lässt uns die Autorin die dunklen Seiten des Krieges wirklich hautnah miterleben. Es ist erschreckend, wieviel Grauen wir hier erleben müssen. Wir kommen nach Auschwitz. Erleben eine Deportation mit. Ein Bombenattentat. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll und ich möchte auch nicht spoilern, daher nur so viel: Die Mischung von Fakten und Fiktion ist wieder absolut perfekt. Dieses Buch ging mir total unter die Haut! Es hat mich in meinen Träumen verfolgt und das Grauen, das die Menschen damals erleben mussten, erschreckende Realität werden lassen. Auch das Kriegsende erleben wir mit und wie Marlene und ihre Freundinnen sich durchgeschlagen haben. Hunger, Verlust, Ängste, Vergewaltigungen. Aber auch Freude dürfen wir miterleben. Hoffnung. Neuanfänge. So schrecklich die Schicksale in diesem Buch sind, so viele schöne Momente bekommen wir doch auch. Es ist grausam, diese vielen Szenen mitzuerleben und gedanklich mit zu durchleben. Und umso mehr konnte ich mich am Ende mit Marlene, Jolanta und all den anderen freuen. Ein intensives Buch, das es wirklich in sich hat und das den Krieg erschreckend und beängstigend real werden lässt. Von mir eine klare Leseempfehlung und ich freue mich schon auf die nächsten Bücher der Autorin, die bereits lesebereit neben mir liegen.

     

    Fazit:

    Mit „Marlene“ hat mich Hanni Münzer wirklich umgehauen. Wir treffen liebgewonnene Personen wieder und insbesondere Marlene, die mich schon im ersten Teil der Dilogie beeindruckt hat, dürfen wir näher begleiten. Dabei erleben wir viele intensive, erschreckende und grausame Szenen mit. Aber auch, wie Hoffnung und Liebe in den Menschen wieder erstarken. Das Buch ging mir wirklich unter die Haut und hat mich in meinen Träumen verfolgt, aber es war auch schön zu lesen, wie gerecht das Schicksal am Ende mit allen Personen war. Fakt und Fiktion waren wieder perfekt vermischt und ich habe das Buch regelrecht verschlungen.

     

    5 Sterne von mir und ich bin mir sicher, dass mich Marlenes Geschichte noch eine Weile verfolgen wird.

  20. Cover des Buches Ich war eine Ärztin in Auschwitz (ISBN: 9783737411547)
    Gisella Perl

    Ich war eine Ärztin in Auschwitz

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Fuchur

    Ich würde dieses Buch jeden empfehlen, der den Mut aufbringt sich mit dem brutalen und grausamen Alltag einer Frau im Konzentrationslager Auschwitz reinfühlen und erleben möchte. Das Ganze ist wie der Titel schon vermuten lässt in der Ich-Perspektive geschrieben und wirkt so noch eindringlicher. Der Inhalt kann durchaus als verstörend wahrgenommen, hat für mich aber auch immer einen Hoffnungsschimmer getragen. Selbst in solch einer unwirklichen und auswegslos scheinenden Situation haben die Leute überlebt und sich Hoffnung bewahrt. Für mich war es auch eine Therapie wieder an die inneren Widerstandskräfte zu glauben. Dass nach dunklen Stunden, auch wieder schöne kommen.

  21. Cover des Buches Charlotte Salomon (ISBN: 9783813507218)
    Margret Greiner

    Charlotte Salomon

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Anlässlich des 100. Geburtstags von Charlotte Salomon am 16. April 2017 rückt diese Biografie von Margret Greiner erstmals die vielen Bilder der jüdischen Malerin in den Blickpunkt. Zuvor hat das kurze Leben der Malerin Stoff für einen Roman (David Foenkinos), Filme und eine Oper (Regie Luc Bondy) geboten.  

    Penibel, wie es Margret Greiners Arbeitsweise ist, hat sie sich auf die Spurensuche nach Charlotte Salomon begeben.   

    Wer ist sie nun, diese Charlotte Salomon?  

    Charlotte ist ein typisches Kind ihrer Zeit: 1917 in die bürgerliche Welt eines jüdischen Arztes in Berlin hinein geboren. Aufgewachsen mit der Lüge, dass ihre Mutter an der Grippe verstorben wäre. Eines der zahlreichen Kindermädchen weckt in Charlotte die Lust, zu zeichnen und zu malen. Später wird der Vater die Sängerin Paula heiraten. Der latente Antisemitismus, der in Deutschland herrscht führt dazu, dass Charlotte die Schule kurz vor dem Abitur abbricht. Die Kunsthochschule wird sie dann ebenfalls ohne Abschluss verlassen. 

    Als die Nazis 1933 an die Macht kommen, teilt die Familie Salomon das Schicksal der meisten jüdischen Familien: Ausgegrenzt, verspottet und ihrer Besitztümer beraubt. Die Großeltern sind rechtzeitig nach Frankreich emigriert und leben auf dem Anwesen der Ottilie Moore.  

    Charlotte reist widerwillig zu ihren Großeltern. Der Selbstmord ihrer Großmutter und die Internierung im Lager Gurs stürzen Charlotte in eine tiefe Krise. Denn hier, im französischen Exil, erfährt sie von ihrem Großvater, dass es in ihrer Familie bereits acht Suizide gegeben hat. Ihre Mutter war auch eine dieser Selbstmörderinnen. Sie muss einfach malen, um nicht verrückt zu werden. In den Jahren 1940-1942 malt sie rund 1.300 Bilder, die einem Tagebuch ähnlich, ihre Geschichte zeigen. 

    Im Juni 1943 heiratet Charlotte Salomon den österreichischen Emigranten Alexander Nagler. Im Herbst werden sie von Spitzeln der Vichy-Regierung verraten und nach Auschwitz deportiert. Charlotte ist schwanger und wird vermutlich noch am Ankunftstag ermordet. Ihr Mann stirbt 1944 an den Folgen der unmenschlichen Bedingungen. 

    Meine Meinung: 

    Margret Greiner ist wieder eine eindrucksvolle Biografie gelungen. Sie nähert sich behutsam, aber bestimmt der Malerin an. Die Stimmung in Berlin der Zwischenkriegszeit ist authentisch wiedergegeben. In klaren, präzisen Worten beschreibt sie das kurze Leben der Charlotte Salomon und ihr beeindruckendes Werk. Ihre Bilder sind von Malern wie Matisse, Picasso oder van Gogh inspiriert. Dennoch hat sie einen eigenen, eindrucksvollen Malstil, den man ihr fast nicht zutraut. Sie malt wie besessen, als wenn sie wüsste, dass ihr nicht mehr viel Zeit bliebe.  

    Gleich zu Beginn der Biografie finden wir einige der Gouachen aus jenem Konvolut, das Charlottes Eltern Ottilie Moore abgekauft haben. Im Anhang finden die Chronologie von Charlotte Salomons Leben und Literaturhinweise. 

    Fazit: 

    Eine gelungene Biografie einer fast vergessenen Künstlerin. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

  22. Cover des Buches Und du bist nicht zurückgekommen (ISBN: 9783518467664)
    Marceline Loridan-Ivens

    Und du bist nicht zurückgekommen

    (74)
    Aktuelle Rezension von: buchstaeblichverliebt

    📌 "Überleben macht einem die Tränen der anderen unerträglich. Man könnte darin ertrinken." (S. 33)

    Über Tatsachen- und Erfahrungsberichte aus den Lagern werde ich kein Urteil abgeben. 

    Alle diese Geschichten sind immer wieder aufs neue grausam, traurig und erschütternd und verdienen es gelesen und gewürdigt zu werden. 

    #gegendasvergessen

  23. Cover des Buches Schuhhaus Pallas (ISBN: 9783423624640)
    Amelie Fried

    Schuhhaus Pallas

    (41)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Amelie Fried hat die Geschichte ihrer Familie nieder geschrieben. Anhand von Zeitdokumenten und begleitet von Bildern wird es besonders deutlich. Ein wichtiges SAchbuch zum Thema Juden im dritten Reich von der Bestsellerautorin Amelie Fried. Ganz nah bei uns ums Eck in Ulm, das macht das Buch noch wichtiger

  24. Cover des Buches Fluch der Träume (ISBN: 9783748530206)
    Stephan Fölske

    Fluch der Träume

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte61

    Klappentext:

    Michael erliegt immer wieder realistischen Träumen und erlebt diese zudem auch aus den Perspektiven der Protagonisten.

     Sein Freund Flocke versucht ihm zur Seite zu stehen und gerät zwischen die Fronten, die keiner erahnt zu haben scheint. Eine Mischung aus Thriller und Krimi, die aber scheinbar im Warschauer Ghetto beginnt und versucht, die Schicksale, Gräueltaten und Befehlswahnsinn hautnah zu beschreiben.

    Fazit:

    Als Michael immer häufiger seine seltsam realistischen Albträume erlebt und dadurch auch noch einen Unfall erleidet, zieht er seinen Freund Flocke ins Vertrauen. Nun steht Michael nicht mehr alleine da, weil er nun einen Freund an seiner Seite hat, der ihm die Träume glaubt und der ihn unterstützen will. Als Flocke dann auch noch von den Träumen heimgesucht wird, tragen sie ihre Träume zusammen und begeben sich auf Spurensuche, um herauszufinden, was hinter den Träumen steckt und wer diese Menschen, die sie erleben, sind. Die Träume zeigen ihnen die grausame Realität aus dem Vernichtungslager Auschwitz und Michael und Flocke können nicht ahnen, in welcher Gefahr sie schweben. Mehr möchte ich nicht verraten, da ich euch die Spannung erhalten will.

    Die Wechsel zwischen Realität und den Träumen sind fließend und ich musste mich erst einmal daran gewöhnen. dann fand ich sie sehr gut gemacht. Die Handlung war für mich packend und schlüssig, so dass ich auch die weiteren Folgen lesen möchte. Durch den flüssigen Schreibstil konnte ich das Buch sehr schnell lesen und in die Handlung eintauchen. Die Handlung konnte mich schnell in ihren Bann ziehen, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Die Idee für diese Handlung ist ungewöhnlich und regt zum Nachdenken an, da sie ohne den erhobenen Zeigefinger daherkommt, der bei diesem Thema sonst üblich ist. Die Atmosphäre der heutigen Zeit und der Zeit in Auschwitz wurde sehr gut eingefangen und vermittelt.

    Um das Buch allerdings richtig rund zu machen, empfehle ich noch ein Korrektorat, da mich die Fehler doch gestört haben. Teilweise wiederholten sich auch Textpassagen und ich konnte sie im ersten Moment nur schwer zuordnen.

    Von mir eine Leseempfehlung an alle Leser, die sich für die Nazi-Zeit interessieren und auf spannende Art mehr erfahren möchten.

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