Bücher mit dem Tag "ausreißer"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ausreißer" gekennzeichnet haben.

92 Bücher

  1. Cover des Buches Tschick (ISBN: 9783499256356)
    Wolfgang Herrndorf

    Tschick

     (2.796)
    Aktuelle Rezension von: Freedom4me

    Ich hab das Buch schon einmal in der Schule gelesen und fand es da nicht so gut. Weil ein Freund von mir so begeistert von dem Roman ist, habe ich ihm jetzt noch mal eine zweite Chance gegeben. Allerdings wusste ich dadurch schon, was passiert.

    Geschrieben wird das ganze in der Ich-Form. Vom Stil her ist es betont umgangssprachlich und jugendlich. Gleichzeitig kommen öfter mal Beschreibungen und Referenzen vor, die man als Jugendlicher eigentlich gar nicht versteht und die eben auch nicht der Altersgruppe entsprechen. Man merkt hier einfach, dass der Autor ein Kunstwerk schaffen wollte und keinen 'normalen' Jugendroman.
    Durch diesen komischen Schreibstil wirkte mir der Protagonist sehr fremd. Zusätzlich fehlen ihm oftmals 'normale' Gedanken. Wer mit einem geklauten Wagen durch die Gegend fährt, macht sich doch viel mehr Sorgen und was-passiert-wenn-...Gedanken. Das hat mir einfach gefehlt und dadurch wirkte der Protagonist unwirklich. Generell fühlen sich seine Gedanken einfach nicht wie die von einem Jugendlichen an.

    Die Handlung ist total skurril und abgedreht. Es ist ein Road-Trip, aber bei fast allen Sachen, die passieren, hat man das Gefühl, dass sie total unrealistisch sind und so etwas in der Realität niemals passieren würde. Besonders die erwachsenen Charaktere, die auftauchen, handeln einfach nicht wie echte Erwachsene. Ein Ereignis jagt das nächste und dabei ist eins unglaubwürdiger und abgedrehter als das vorherige..

    Trotzdem gelingt es dem Buch, eine schöne Stimmung zu erzeugen und einige Gedankengänge vom Protagonisten treffen dann doch ins Schwarze. Aber der Großteil der Charaktere und Ereignisse bleibt einfach unrealistisch-unwirklich.

    Was mir gut gefallen hat: Es gibt in dem Buch quasi ein Danach und ein Wie-es-dazu-kam. Das wird zwar nicht so benannt, aber diese beiden Zeitebenen haben es etwas interessanter gemacht.


    Fazit: Überzeugen kann mich dieser Jugendroman immer noch nicht. Man merkt einfach, dass es so ein typisches Buch ist, das in der Schule gelesen wird. Es fehlen glaubwürdige Charaktere, in die man sich hineinversetzen kann und die Handlung ist skurril und unglaubwürdig.
    Stattdessen wird mit der Sprache gespielt und das ganze ist literarisch angehaucht. Charakterentwicklung wie in anderen Jugendromanen gibt es nicht und es war auch keine Geschichte, die mich wirklich in ihren Bann zieht.

    Tschick bekommt von mir 3,4 (also gerundet 3) / 5 Sterne.

  2. Cover des Buches Numbers - Den Tod im Blick (Numbers 1) (ISBN: 9783551311511)
    Rachel Ward

    Numbers - Den Tod im Blick (Numbers 1)

     (1.155)
    Aktuelle Rezension von: lucatrkis

    Anfangs fand ich Jem und Spinne richtig unsympathisch und der Name „Spinne“ nervte mich richtig. Ich war sogar kurz davor das Buch abzubrechen, aber jetzt bin ich froh, dass ich es nicht getan habe. Nachdem man sich durch die ersten ungefähr 70 Seiten gequält hat, nimmt das Buch an Fahrt auf. Es entwickelt sich eine tolle, romantische Geschichte. Gegen Ende in der Kirche wird es wieder ein bisschen weniger spannend, aber trotzdem ist es noch nicht langweilig. Das Ende ist dann sehr traurig und konnte mich sehr berühren. 

  3. Cover des Buches Der Fänger im Roggen (ISBN: 9783499235399)
    J. D. Salinger

    Der Fänger im Roggen

     (1.516)
    Aktuelle Rezension von: SorenVC

    Vielleicht bin ich zu kritisch, aber die Geschichte hat mir gar nicht gefallen. Liegt vielleicht an allen Charakteren, wobei mir der Hauptcharakter auch wenig zusagt. 2 Sterne, da die Sätze leicht und schnell zu lesen sind. Ich schließe mich mit dieser Bewertung dem Protagonist aus Der Sammler von John Fowles an. Es ist Schrott. ^^

    Das Einzige, das ich mit dem Hauptcharakter gemeinsam habe, ist der Schulhass, den er am Ende leider los wird also noch ein Minuspunkt. ^^ Ich frag mich manchmal was sich der Autor gedacht hat, als er dieses Buch geschrieben hat. Vielleicht verstehe ich es nicht. Ich könnte es nie verstehen. Ich will es nicht. Hoffentlich wird mich mein Gehirn niemals zwingen es nochmal zu lesen.

  4. Cover des Buches Kafka am Strand (ISBN: 9783442740437)
    Haruki Murakami

    Kafka am Strand

     (1.060)
    Aktuelle Rezension von: Countofcount

    Für mich ist „Kafka am Strand“ sicherlich eines DER Bücher.

    Murakami breitet seine surreale und kafkaeske Welt so dicht und verwoben aus wie das allenfalls noch in „Die Aufziehvogel-Chroniken“ und „1Q84“ geschieht. 

    Mehrere Handlungsstänge, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben (und jeweils für sich schon „verrückt“ genug sind), werden kunstvoll verwoben.

    Wie immer bei Murakami kann man das Ganze entnervt nach wenigen Seiten (oder einigen Kapiteln) in die Ecke pfeffern, oder aber man lässt sich drauf ein und erlebt ein (wie ich finde) sehr sensibel gezeichnetes Werk. Natürlich sind sprechende Katzen (oder gar Kühlschränke mit Katzenköpfen), regnende Meeresbewohner oder UFO-ähnliche Geschehnisse nicht jedermanns Sache, ist aber letztlich auch egal, weil Murakami das in der Summe total kunstvoll kombiniert und atmosphärisch verwebt. 

    Und so ist -wie eigentlich so oft bei Murakami- das Thema „Einsamkeit“ / „Suche“ / „Sehnsucht nach Ankommen“ vorherrschend. 

    Für mich persönlich -wie gesagt- eines DER Bücher. Möglicherweise sogar DAS Buch.

  5. Cover des Buches Mädchenfänger (ISBN: 9783499266799)
    Jilliane Hoffman

    Mädchenfänger

     (1.000)
    Aktuelle Rezension von: Pajanka

    Dies war mein erstes Buch der recht bekannten Autorin, sodass ich neugierig mit Lesen begonnen habe. Die Vorfreude wurde aber relativ schnell getrübt, der für mich relativ vorhersehbare Handlungsverlauf wies kaum Spannung auf und die Seiten zogen sich zäh dahin. Die vielen Passagen über die ganzen Dienststellen, Behörden und die trockenen Details der Polizeiarbeit fand ich wirklich langweilig, sie ziehen sich wie Kaugummi immer wieder durch das gesamte Buch. Auch die ganzen „Zufälle“ fand ich wirklich unrealistisch, unlogisch und wenig aufregend. Das Grundthema über die Leichtfertigkeit junger Menschen im Umgang mit dem Internet hätte guten Stoff für eine spannende Geschichte geliefert, leider konnte dies hier, meiner Meinung nach, nicht zur Genüge umgesetzt werden. Auch das Ende bzw. die Auflösung glänzen hier nicht durch Originalität. Schade drum!

  6. Cover des Buches Der Kinderdieb (ISBN: 9783426506882)
    Brom

    Der Kinderdieb

     (608)
    Aktuelle Rezension von: rye_roll

    Spoilerwarnung


    Das formlose Böse

    In meinen Augen ein Problem, das die Grundlage für jeden der dunklen Aspekte des Buches war.

    Die fanatischen Siedler waren fanatisch, die Pissnelke Ulfger war und blieb eine Pissnelke, die böse Sumpfhexe Ginny war eine böse menschenfressende Sumpfhexe, die gewalttätigen Menschen töteten und misshandelten. 

    Mir fehlte die Heranleitung an dieses "Böse". Nehmen wir mal die Figur Ulfger als Beispiel. Am Ende stellt er sich gegen die, die er eigentlich beschützen soll. Das Problem ist hier, er wurde halt schon als mieser Charakter (Pissnelke) eingeführt. Also warum soll es mich berühren, dass er eine angebliche Kehrtwende macht und seine eigenen Verbündeten abschlachtet? Der Typ hätte schon als Teenager Kinder gemordet. Die "Entwicklung" zu "ich bringe jeden um" finde ich da nun wirklich nicht sonderlich überraschend (oder bewegend).


    Was ist der Zauber?

    "Don't let them win. Don't let them beat you. Don't let them steal your magic."

    Etwas, was ich das ganze Buch verzweifelt versucht habe zu greifen. WAS IST DIESER ZAUBER?

    Es hieß immer, dass die Kinder diesen Zauber noch nicht verloren haben und sie daher noch besonders sind, aber ich habe weder einen Unterschied in der Weltsicht noch im Verhalten feststellen können. Die Magie, die Avalon inne hat ist noch unverständlicher für mich. Die Magie macht die verlorenen Kinder unsterblich. Sind diese jedoch zu alt, kann es passieren, dass die Magie sie verwandelt. Aus einem Kind wird ein Wesen aus reiner Mordlust. (Wieder formlos, weil böse halt) Die Siedler, die die große Bedrohung für Avalon sind, sind definitiv über dem verträglichen Alter. Die einzige Veränderung, die mit ihnen vorgeht ist jedoch rein körperlich. Nicht mehr Mordlust als sowieso schon. Also was ist der entscheidende Faktor hier? Und nochmal, was ist dieser Zauber? Beim Lesen verglich ich ihn mit Milchzähnen. Die Kinder haben sie und die Erwachsenen nicht mehr. Man verliert sie irgendwann im Leben, aber der Unterschied zu vorher ist gering.


    Was bedeutet "Kindsein" und was heißt "Erwachsen".

    Im ersten Teil wird von Peter ein unglaublicher Hass auf alle Erwachsenen geäußert. Als wären alle Erwachsenen nur gewalttätige leere Hüllen, die ihre Kinder missbrauchen. Alle.

    (Dieser Hass allerdings wird augenblicklich fallengelassen, sobald das Buch nach Avalon wechselt. Obwohl auch hier Erwachsene rumlaufen und sogar genau diesem Bild entsprechen oder in Form der Dame idealisiert werden, wird der Hass auf Erwachsene plötzlich nicht mehr zur Sprache gebracht.) Da es so prägnant mit dem Hass auf Erwachsene beginnt, hatte ich erwartet, dass sich das Buch auch damit beschäftigt, was es heißt erwachsen zu sein. Insbesondere, da jedes der Kinder teils schwere Traumata aufweist und Peters Alter vierstellig ist. Wie viel kindliches bleibt nach tausend Jahren Lebenszeit? Wie kindlich bleibt man, nachdem man sexuelle Gewalt durchlebt hat, physische Gewalt, Krieg und Sklaverei? Oder sind nicht genau das, die Dinge, die das Kind/den Zauber in einem töten?

    Auf S. 303 heißt es: "In ihren Gesichtern war keine Spur von Verspieltheit zu erkennen, kein Mitgefühl, nur die Blicke von Kindern, die mehr als genug Grausamkeit und Tod gesehen hatten."


    Da ich die Tendenz habe, immer ganze Romane aus meinen Rezensionen zu machen und das recht viel Zeit frisst, belass ich es bei diesen paar Punkten. Mir hat das Buch nur wenig gefallen und das Ende fand ich alles andere als zufriedenstellend.

  7. Cover des Buches Das Mädchen mit dem Fingerhut (ISBN: 9783446250550)
    Michael Köhlmeier

    Das Mädchen mit dem Fingerhut

     (97)
    Aktuelle Rezension von: Greedyreader
    Michael Köhlmeiers Roman „Das Mädchen mit dem Fingerhut“ erinnert vom Titel her an Andersens berühmtes Märchen, ist aber keins. Der Roman erzählt von einem 6jährigen Mädchen, das sich Yiza nennt, aber seine Identität nicht wirklich kennt. Das Kind ist offensichtlich unbegleitet in einer namenlosen Stadt in einem europäischen Land angekommen und wird von einem „Onkel“ betreut, der nicht wirklich sein Onkel ist. Er bringt Yiza mit genauen Verhaltensmaßregeln täglich auf einen Markt, wo sie stumm sitzen und lediglich laut und anhaltend kreischen soll, wenn jemand das Wort Polizei ausspricht. Irgendwann kommt der Onkel nicht mehr wieder, und das Mädchen ist auf sich allein gestellt. Yiza versteht die Menschen nicht und hat bisher lediglich überlebt, weil sie niedlich aussieht und die Passanten und Geschäftsleute ihr gern helfen. Eines Tages wird sie in ein Heim gebracht, wo sie zwei Jungen in derselben Situation kennenlernt: Arian und den 14jährigen Schamhan, der die Sprache des Mädchens versteht und für Arian dolmetscht. Die drei bilden zeitweise eine Kleinfamilie, geben einander Schutz und Wärme, bis sie nach einem Einbruch gefasst werden. Arian und Yiza können entkommen und in einem eiskalten leer stehenden Gewächshaus kurze Zeit überleben. Dann erkrankt Yiza schwer. Die Besitzerin des Grundstücks pflegt sie im Haus gesund, sperrt das Mädchen jedoch ein und will es für sich behalten. Bei Arians Versuch, seine Gefährtin zu befreien, kommt es zur Katastrophe.
    Köhlmeier erzählt in nüchterner Sprache ohne jede Sentimentalität von einem Schicksal, wie es heutzutage überall in Europa vorkommen kann. Obwohl der Autor es nicht darauf anlegt, empfindet der Leser angesichts der ungeheuren Härte einer solchen Kampfes um das nackte Überleben Empathie und kommt ins Grübeln. Ein Einzelschicksal ist allemal beeindruckender als Zahlen und Statistiken. Köhlmeiers Roman ist keine herzerwärmende schöne Geschichte, sondern ein wichtiges und gut geschriebenes Buch.        
  8. Cover des Buches Das Internat der bösen Tiere: Die Prüfung (ISBN: 9783473408429)
    Gina Mayer

    Das Internat der bösen Tiere: Die Prüfung

     (112)
    Aktuelle Rezension von: hazlewood95

    Unsere Meinung:
    Wir kannten die Reihe noch gar nicht, bis wir auf dieses außergewöhnliche Cover mit dem Blickfang gestoßen sind. Nach dem ersten Teil, haben wir nun sofort den nächsten Teil verschlungen und wir waren wirklich super begeistert. Die Autorin hat einen schönen kinderfreundlichen Stil an sich, der so flüssig und schnell zu lesen ist, das auch Kinder die vielleicht nicht so gerne lesen, hier auch durch die rasante Art des Erzählens, auf ihre Kosten kommen. Hinzu kommt ein sehr plastischen und nicht überladen es setting, welches durch die Ausgestaltung dennoch super bildlich erscheint. Auch die Charaktere sind zwar nicht übermäßig eingensinnig oder besonders gestaltet, dennoch machen sie sehr viel Spaß und tragen einen solide durch eine spannende und sehr überraschende Geschichte.
    Uns hat es wirklich sehr gut gefallen!

  9. Cover des Buches Die Karte meiner Träume (ISBN: 9783596184446)
    Reif Larsen

    Die Karte meiner Träume

     (281)
    Aktuelle Rezension von: Meinbuecherregal

    Die Karte meiner Träume von Reif Larsen aus dem Fischer Verlag

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    🗺 Inhalt

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    T.S. Ist noch kein Teenager aber ein begeisterter Kartenzeichner.

    Das Talent erkennen auch andere und er soll eine Auszeichnung bekommen. In diesem Buch geht es um T.S., seine Familie und seine Reise zur Preisverleihung

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    🗺 Was hat mir gefallen?

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    Das Buch handelt von T.S. ... seinen Erlebnissen, seinem Leben und seinen Empfindungen. Das ist teilweise entspannt zu lesen... einlullend...

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    🗺 Was hat mir nicht gefallen?

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    Leider war das nicht mein Buch... und ich kann die begeisterten Stimmen nicht teilen. Ein großer Grund wird der sein, dass dieses Genre nicht mein bevorzugtes Thema ist. Aus dem Grund fließt das nicht in meine Beurteilung mit ein.

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    Was mir aber auch nicht gefiel, ist das sperrige Format von diesem Taschenbuch... es ist größer als normal und dadurch ziemlich unhandlich.

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    Die Zeichnungen in dem Buch fand ich beim Durchblättern richtig schön... beim Lesen leider nicht. Denn jede Zeichnung ist mit mehr oder weniger viel Text versehen. Als ob man die ganze Zeit ein Buch mit Fußnoten und Querverweisen liest. Man wird immer wieder unterbrochen.

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    🗺 Fazit

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    Irgendwie hat mich das Buch an eine Mischung aus „My Girl“ und „der alte Mann und das Meer“ erinnert. Wer gerne Geschichten von Kindern liest, die geistig ihrer Zeit voraus sind und eine Vorliebe für Roadtrips hat... ist hier bestimmt gut aufgehoben. Bei mir war es eher der Ehrgeiz, der mich zum Weiterlesen motiviert hat.


  10. Cover des Buches Am Ende des Schweigens (ISBN: 9783442376407)
    Charlotte Link

    Am Ende des Schweigens

     (608)
    Aktuelle Rezension von: Peachesfloop

    Mein zweites Charlotte Link Buch innerhalb kurzer Zeit. 

    Jetzt in der Lockdown Phase hat man endlich wieder Zeit für die wirklich wichtigen Dingen im Leben: Lesen. 

    Und so lese ich mich aktuell auch sämtliche Bücher durch. Wie auch dieses. 

    Ich muss sagen, der Einstieg fiel mir zuerst etwas schwer, ich brauchte ein bisschen bis ich mich mit der Geschichte anfreunden konnte. Doch natürlich ist der erste Teil gleich mal gut geschrieben. Er Verrät nicht zu viel, nur so viel, wie man eben wissen braucht. Und dann geht es los. Auch wenn man bei fast 600 Seiten am Anfang denkt, Puh, das wird sich ziehen, hatte ich das Buch schnell durch. 

    Es fesselte mich tatsächlich doch noch. Charlotte Link hat einfach die Gabe, so viel in einem Buch zu verpacken. Fast mühelos scheinen die Wörter des 600 Seiten Romans von der Hand zu gehen, so kommt es zumindest dem Leser vor.

    Das man bis fast zur Letzten Seite nicht weiß, wer der Mörder ist und so ständig immer wieder zu unfassbaren neuen Erkenntnissen kommt, fesselte nur noch mehr. Obwohl ich bei solchen Büchern immer gut bin, die Zusammenhänge zu erkennen, konnte ich mich dieses Mal nicht durchsetzen und war auch bis zuletzt auch der falschen Fährte des Mörders. 

    Die Hauptfiguren waren alle Zusammen, meiner Meinung nach wirklich gestört. Und ich war immer wieder erschüttert, welche Abgründe sich da auftaten. Alle wirken normal, doch tiefe, tiefe Geheimnisse sind in Ihnen und das reist sie in einen Strudel voller weiteren Abgründe. 

    Ein gutes Buch, sehr zum empfehlen bei langen langen Corona-Tagen. 

  11. Cover des Buches Bilder deiner großen Liebe (ISBN: 9783499269097)
    Wolfgang Herrndorf

    Bilder deiner großen Liebe

     (140)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania

    Das Büchlein ist so dünn, dass ich Gefahr laufe zu viel zu verraten...

    Isa Schmidt. Das ist der Name der Hauptfigur. Isa hat einen ersten Auftritt in Tschick, aber nun hat Wolfgang Herrndorf ihr sein letztes Buch gewidmet, das nicht mehr fertig geworden ist. Aber genau das macht diese Geschichte, die von einem Mädchen handelt, das aus einer Anstalt abgehauen ist, so realistisch. Isa läuft durch die Weltgeschichte, durch Wälder, Felder, steigt auf Schiffe und lässt sich von Fernfahrern mitnehmen. Es ist warm, sie hat quasi nichts mitgenommen und trägt nur das am Leib, was sie schon bei ihrer Flucht trug. Sie lernt unterschiedlichste Menschen kennen und gerade die Art und Weise macht dieses Buch aus. Isa ist schon ein wenig verrückt und durch den fragmentarischen Stil wird ihre Verrücktheit noch verstärkt. Gleichzeitig ist sie aber auch liebenswürdig und man hat Mitleid mit ihr. Es steht immer wieder die Frage im Raum: ist sie traurig? Sie lügt ziemlich viel und dennoch ist man ihr nicht böse. Alle scheinen zu wissen, dass sie nichts wirklich ernst meint.

    Am Ende des Buches gibt es noch eine kleine Entstehungsgeschichte zu Herrndorfs letztem Werk, was mir auch gut gefallen hat.

    Ich habe das Buch als Vorbereitung auf das gleichnamige Theaterstück gelesen und bin jetzt wirklich gespannt, wie die Umsetzung gelungen ist.

    Es hat mir nicht so gut gefallen, wie "Arbeit und Struktur", aber doch eine interessante Geschichte, die mich mit Herrndorfs Hintergrund  noch mehr fasziniert.

  12. Cover des Buches Die Mädchenwiese (ISBN: 9783548283531)
    Martin Krist

    Die Mädchenwiese

     (198)
    Aktuelle Rezension von: Fuexchen

    Die alte Frau sieht alles kommen. Sie findet die grausam ermordeten Mädchen. Sie kennt ihren Mörder. Aber sie wird schweigen. Der kleine Junge bangt um seine verschwundene Schwester, denn er hat etwas gesehen. Er will reden, doch niemand hört ihm zu.
    Seit Alex Lindner vor Jahren seinen Dienst als Kommissar quittiert hat, lebt er zurückgezogen in der Provinz. Als auch hier ein Mädchen verschwindet, weiß er: Der Mann, den er damals vergeblich jagte, ist zurück. Diesmal muss er ihn fangen, denn der Blutzoll wird steigen.

    Dies ist nicht das erste Buch, das ich von dem Autor Martin Krist gelesen habe und ich finde, er hat hier einen packenden Thriller geschrieben, der mich in seinen Bann ziehen konnte und mir ein tolles Leseerlebnis bereitet hat, auch wenn es etwas dauerte, bis ich in die Geschichte gefunden hatte.

    Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen und da es keine holbrigen Formulierungen gibt, kam ich gut voran. Durch eine bildhafte Darstellung, konnte ich gut abtauchen.

    Mit den Charakteren tat ich mich etwas schwer. Das ist sicherlich Geschmackssache, aber mir waren sie nicht authentisch genug. Es gab für mich einfach zu viele Stellen, als dass ich mich hundertprozentig in sie hineinversetzen hätte können.

    Meiner Meinung nach transportiert das Cover genau die Stimmung, die das Buch umgibt, mir gefällt jedenfalls gut. Den Klappentext finde ich vielversprechend und er hält genau das, was er vorgibt: Spannung, Spannung, Spannung.

    Wegen der Charaktere gibt es von mir einen kleinen Abzug. Nichtsdestotrotz gefällt mir der Thriller sehr gut und ich kann ihn empfehlen. Ich vergebe vier Sterne.

  13. Cover des Buches Layers (ISBN: 9783844519358)
    Ursula Poznanski

    Layers

     (48)
    Aktuelle Rezension von: DustBunny

    Ich mag die Grundidee hier sehr: Eine geheime Organisation, die die Welt verbessern will und Kollateralschäden in Kauf nimmt.

    Mir sind die Gedankengänge des Protagonisten oft zu ausschweifend und sie drehen sie auch oft im Kreis.

    Genau wie die vielen gefährlichen Situationen und Probleme, die der Protagonist auf seinem Weg hat: irgendwie ist oft alles ziemlich ähnlich und die Handlung entwickelt sich dadurch für mich nicht so packend.

    Es gibt aber immer wieder doch auch neue Erkentnisse, die die Geschehnisse vorantreiben und das Ende ist der Wahnisnn!


  14. Cover des Buches Blanca (ISBN: 9783351037017)
    Mercedes Lauenstein

    Blanca

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Melodycookie

    Blanca war mir nicht immer sympatisch, sie handelt manchmal etwas naiv (was sicherlich daran liegt, dass sie erst 15 ist) trotzdem ist sie clever und eine wahre Überlebenskünstlerin. Manchmal wusste ich nicht, ob sie langsam "verrückt" wird oder das einfach ihre Sicht auf die Welt ist. Ihr Leben zeigt mir, wie es laufen kann, wenn man die "falschen Eltern" hat bzw. die Voraussetzungen nicht die besten sind.

    Der Schreibstil hat mich beeindruckt, Mercedes Lauenstein schafft es, die schönen als auch die weniger schönen Momente beobachtend einzufangen.

    Das Buch war insgesamt eher deprimierend, aber auch atmosphärisch und hat in den fünf Tagen, an denen ich es durchgelesen habe, genau meine Stimmung widergespiegelt (oder eher beeinflusst?). 

    Es hat mich ein bisschen an "Hellwach" von Hilary T. Smith erinnert, was auch überraschend eins meiner Lieblingsbücher wurde.

  15. Cover des Buches Heart. Beat. Love. (ISBN: 9783862314867)
    James Patterson

    Heart. Beat. Love.

     (35)
    Aktuelle Rezension von: chipie2909

    „Was, echt?“ Das war mein erster Gedanke, als ich hörte, dass James Patterson, von dem ich bisher nur geniale Thriller kannte, dieses Werk verfasst hat. Mir war völlig unbekannt, dass einer meiner Lieblingsautoren auch ein Jugendbuch geschrieben hat und natürlich musste ich testen, ob er auch in diesem Genre so glänzt wie im Thriller-Bereich und für diesen Test habe ich mir das Hörbuch besorgt.

    Doch um was geht es in dieser Story?

    Axi ist im Grunde genau die Musterschülerin, wie sie im Buche steht. Sie liest unglaublich viel und die Noten in der Schule sind vorbildhaft. Doch plötzlich bricht sie aus ihrem Muster aus und fragt ihren besten Freund Robinson, ob er sie bei einem Trip quer durch die USA begleitet. Robinson muss nicht lange überlegen und anstatt einfach den Greyhoundbus zu nehmen, klauen sie eine Harley und fahren los. Sie genießen die Freiheit und nehmen alles mit, was geht, dennoch fragt sich Axi immer wieder, ob und wann aus ihrer Freundschaft endlich mehr wird. Doch dann schlägt das Schicksal auf grausame Weise zu und aus ihrem Roadtrip wird die Reise ihres Lebens.

    Mein Eindruck vom Hörbuch:

    Das Buch wird gelesen von Maximiliane Häcke, die mir bisher unbekannt war. Dennoch mochte ich ihre Stimme auf Anhieb und sie hat die Protagonisten Axi und Robinson unglaublich gefühlvoll synchronisiert. Ich hätte mir keine bessere Stimme wünschen können und somit war ich von den ersten Sekunden an von der Story gefesselt. Das Buch ist gesplittet in zwei Teile. Im ersten Abschnitt begleitet der Leser/Hörer die unbeschwerte Zeit von Axi und Robinson, zwei Teenager, die erstmal so wirken als Millionen andere auch. Sie haben ihre Träume, Hoffnungen, Pläne, aber auch Zweifel und Ängste. Es hat mir großen Spaß gemacht, die beiden auf ihrem Trip zu begleiten. Der Schreibstil von James Patterson lässt wie auch im Thriller-Genre nichts zu wünschen übrig und er schafft es, selbst mit einem Jugendbuch den Leser/Hörer so zu fesseln, dass man unbedingt wissen möchte, wie die Geschichte weitergeht. Im zweiten Abschnitt schlägt das Schicksal zu und ich dachte nicht, dass mich dieser Teil noch mehr fesseln könnte, doch genau das geschah. Axi und Robinson sind mir richtig ans Herz gewachsen und ich habe mit den beiden mitgefiebert, mitgelacht, aber auch mitgelitten. Leider war das Buch viel zu schnell zu Ende und ich fand es sehr schade, Axi nicht weiter begleiten zu können.

    Fazit:

    James Patterson beweist mit dieser rundum gelungener Geschichte, dass er nicht nur Thriller schreiben kann. Darüber hinaus ist Maximiliane Häcke meiner Meinung nach die perfekte Synchronsprecherin für „Heart. Beat. Love“. Dieses Buch ist etwas Besonderes: gefühlvoll, berührend und stimmt einen nachdenklich. Ich kann dieses Hörbuch jedem wärmstens empfehlen, dessen Herz berührt werden möchte.

  16. Cover des Buches Verdorbenes Blut (ISBN: 9783404172818)
    Geoffrey Girard

    Verdorbenes Blut

     (93)
    Aktuelle Rezension von: Zephaya
    Für 3,99 € habe ich bei Netto wahllos drei Bücher aus dem Mangelware-Karton gezogen. Dieses hier war eins davon. Ich muss sagen, dass ich positiv überrascht war und immer noch bin. Dieses Buch war bereichernd, auf so vielen Ebenen! Ich kann euch nicht sagen, wie froh ich bin, es gefunden zu haben.

    Die Story-Idee allein war es mir wert, dem Mangelexemplar mit fettem Schlatz auf der Rückseite eine Chance zu geben.
    Klone, Serienkiller,Monster...
    Dieses Buch ist alles wovon  eine Leseratte mit potenziellen psychpathischen Zügen nur träumen kann.
    Der Hauptcharakter Shawn Castillo sprach mich persönlich stark an. Er ist der typische Ex-Militär mit Ausbildung zum Töten, nachkrieglicher PTBS und Albträumen von Folterkammern. Sein Gewissen verfolgt ihn ständig und beeinflusst ihn maßgeblich.
    Dann gibt es noch Jeff.
    Ein Junge, ein Klon eines Serienkillers.
    Nach langer Periode des Misstrauens stellt Castillo fest, dass dieser Junge nicht nach seinem "Original" kommen wird.
    Es entwickelt sich eine wunderschöne Freundschaft.
    Die Mordsequenzen sind schön krank und das Ende ein bisschen kaputt. Anders kann man es von solch "unnormalen" Charakteren nicht erträumen.

    Ich liebe dieses Buch und vor allem die Prämisse, das das Böse nicht im Blut liegt. Am Ende stellt der Autor die Falschheit seines eigenen Buchtitels dar. Es gibt kein verdorbenes Blut. Es hängt von den äußeren Einflüssen ab, wie man sich entwickelt. Und man ist nie an irgendein biologisch vorprogrammiertes "Schicksal" gebunden.

    5 Sterne und keinen weniger.
  17. Cover des Buches Atlantis (ISBN: 9783453435711)
    Stephen King

    Atlantis

     (220)
    Aktuelle Rezension von: MaBoy

    Der Gedanke an den darauf basierenden Film "Hearts in Atlantis" mit Anthony Hopkins erweckt in mir stets ein Gefühl der Nostalgie. Dennoch bezieht sich der Film lediglich auf die erste Teilgeschichte des Buches. Die übrigen widmen sich dem Leben einzelner "Nebencharaktere". Leider ziehen sich die Geschichten etwas in die Länge und verlieren dabei ihre Essenz. In kürzester Zeit wirkten Einzelheiten wie im Meer versenkt.

  18. Cover des Buches Libellensommer (ISBN: 9783401509105)
    Antje Babendererde

    Libellensommer

     (657)
    Aktuelle Rezension von: Chirie

    Als ich das Buch von meinen großen Bruder bekommen habe habe ich es gleich in 2 Tagen gelesen. Es ist alles dabei, Romatik, Spannung, Geheimnisse  alles was das Leserherz begehrt ;)

  19. Cover des Buches Der Junge mit dem Herz aus Holz (ISBN: 9783596810949)
    John Boyne

    Der Junge mit dem Herz aus Holz

     (171)
    Aktuelle Rezension von: lucatrkis

    Obwohl ich nicht zu der Zielgruppe gehöre, gefiel mir das Buch sehr gut. Die Geschichte berührte mich auch sehr und sie war auch sehr traurig. Ich war zeitweise kurz davor zu weinen. Anfangs hatte ich mich nicht so viel davon erhofft, aber es ist definitiv ein gutes Buch und lesenswert.

  20. Cover des Buches Oliver Twist (ISBN: 9783764171186)
    Dirk Walbrecker

    Oliver Twist

     (681)
    Aktuelle Rezension von: dieNachteule

    Ich verzichte einmal darauf eine weitere Inhaltsangabe zu schreiben und möchte sogleich zu meinem Resümee gelangen. Zugegebenermaßen habe ich den Roman ,,Oliver Twist“ aus nur einem Grund gelesen, und zwar, dass es sich hierbei um einen Literaturklassiker handelt, der den Leser aufklärt über das alltägliche Leben bestimmter Gesellschaftsschichten im viktorianischen Zeitalter Großbritanniens. Gleichermaßen handelt es sich um das erste Werk, welches ich von Dickens gelesen habe. 

    Die altmodische Sprache stellt kein Stolperstein da, der Lesefluss wird dadurch nicht beeinträchtigt. Schachtelsätze, die Orte, Situationen oder Figuren detailreich schildern, sind vorherrschend. Dasselbe gilt für die Dialekte gewisser Figuren, die überwiegend vorzufinden sind. Diese beiden Aspekte haben dafür gesorgt, dass ich mich durch manche Kapitel regelrecht durchkämpfen musste. Möglicherweise hätte ich das nicht getan, wenn die Geschichte spannungslos gewesen wäre. Anlässlich der Haupt- und Nebencharaktere kann ich behaupten, dass Oliver Twist in seinem Leben eine enorme Menge an Menschen kennenlernt, welche ebenfalls weitere Bekanntschaften schließen. Infolgedessen geben prinzipiell die Nebencharaktere Aufschluss über das Leben des Waisenkindes, zugleich werden deren Schicksale mal mehr und mal weniger beleuchtet. Jedenfalls wurde ich mit vielen Eindrücken und Lebensgeschichten überhäuft, sodass diese Mehrsträngigkeit meine Konzentrationsfähigkeit herausgefordert hat – und das ist gut so.
    Die Darstellung dieses Zeitalters ist meisterlich, deshalb hat sie mich des Öfteren in schieren Schock versetzt. Die düstere Atmosphäre, die sich über mehr als die Hälfte des Romans erstreckt, hat mir gut und gerne zugesetzt. Das trifft auch auf die Verhältnisse, in denen Oliver seine ersten Lebensjahre verbringt, zu. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, wenn er an Personen geraten ist, die ihm ausnahmsweise nichts Böses wollen, doch stets mit einer Spur von Misstrauen. 

    Alles in allem bin ich ebenfalls der Meinung, dass das Buch mit Sicherheit empfehlenswert ist, um einen Einblick in die britische Gesellschaft des neunzehnten Jahrhunderts zu bekommen. Nichtsdestotrotz reden wir hier von einem Roman, der zum Nachdenken anregt und keinen einfachen Lesegenuss für zwischendurch darstellt. 

  21. Cover des Buches Dämliche Dämonen (ISBN: 9783442265749)
    Royce Buckingham

    Dämliche Dämonen

     (318)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Die „Demonkeeper“-Trilogie von Royce Buckingham ist einer der kuriosen Fälle, in denen eine Veröffentlichung im Ausland erfolgreicher war als das Original. Obwohl der US-Amerikaner in seiner Heimat positive Resonanz erhielt, wurde er erst in Deutschland zu einem Bestsellerautor. Der Auftakt „Dämliche Dämonen“ war bei uns so beliebt, dass der deutsche Verlag Penhaligon zwei weitere Bände in Auftrag gab. Ich glaube, ich habe noch nie gehört, dass Fortsetzungen von einem ausländischen Verlag initiiert wurden. Mir war gar nicht klar, dass das möglich ist. Als ich „Dämliche Dämonen“ vor vielen Jahren auf meine Wunschliste setzte und später kaufte, wusste ich nicht, dass es ein Bestseller ist. Es erklärt jedoch, warum mir das Buch von Amazon überhaupt vorgeschlagen wurde.

    Erst einen Monat ist Nathan Grimlock auf sich gestellt und schon hätte er sich beinahe vom TIER fressen lassen. Seit dem tragischen Tod seines Mentors Dhaliwahl kümmert sich Nathan mitten in Seattle allein um ein Haus voller Dämonen. Die Rasselbande ist anstrengend, aber meistens harmlos. Trotzdem fühlt sich Nathan nicht gerade wie der mächtige Hüter, der er sein sollte. Eher wie eine Mischung aus Kindergärtner und Zoowärter. Es hilft auch nicht, dass Dhaliwahl ihm eintrichterte, dass Mädchen Tabu sind. Als er beschließt, diese eine Regel ausnahmsweise zu ignorieren, geht prompt alles schief, was schiefgehen kann. Das TIER büxt aus und ein finsterer Geselle nähert sich Seattle, der die chaotische Energie der Dämonen für seine Zwecke missbrauchen will. Nathan muss die Ordnung wiederherstellen, ohne dabei über seine dämonischen Gefährten zu stolpern, die ihren Hüter natürlich tatkräftig unterstützen!

    Vielleicht erscheint euch eine Rezension eines Buches, das „Dämliche Dämonen“ heißt, ein bisschen überflüssig. Unter diesem Titel können sich die meisten Leser_innen wahrscheinlich recht genau vorstellen, was sie erwartet. Ich glaube allerdings, dass humoristische Literatur – möglicherweise mehr als jede andere Gattung – einen tieferen, analytischen Blick verlangt, weil Humor höchst individuell ist. Das Versprechen von Witz bedeutet nicht automatisch, dass ein Buch dieses Versprechen für jede_n Leser_in erfüllt. Ich habe diese Rezension demnach nicht (nur) aus purer Gewohnheit geschrieben, sondern weil ich überzeugt bin, dass ihr aus der Analyse einen Mehrwert mitnehmen könnt. Also, lasst uns gemeinsam herausfinden, ob „Dämliche Dämonen“ euch zum Lachen bringen könnte.
    Royce Buckinghams Trilogieauftakt versprüht einen ganz speziellen Charme. „Dämliche Dämonen“ ist offiziell ein Roman für die Mittelstufe und richtet sich demnach nicht gezielt an ein erwachsenes Publikum. Das spürte ich beim Lesen sehr deutlich. Die Geschichte wird von einer naiven, etwas kindlichen Ausstrahlung und Herangehensweise geprägt, die die Lektüre für mich erfrischend kurzweilig und unprätentiös gestaltete. Alles erscheint sehr simpel gestrickt und im Grunde ist es das auch: Der Protagonist Nathan muss verhindern, dass ihm die Kontrolle über die ihm anvertrauten Dämonen entgleitet oder gestohlen wird. Das ist ein Narrativ, das auch Kinder verstehen. Die Figuren sind herzlich und liebenswürdig gezeichnet; nicht einmal das TIER, das durchaus bedrohlich wirkt, tritt so abstoßend oder beängstigend auf, dass sich Leser_innen davor fürchten, umzublättern. Indem Buckingham die interessante Idee verfolgte, Dämonen nicht als Höllenwesen zu definieren, sondern als Manifestationen chaotischer Energie, befreite er sich vom Stereotyp der Bösartigkeit. Deshalb sind seine Dämonen überwiegend putzige, kleine Plagegeister, die einfach nicht anders können, als Aufruhr anzurichten. Sie treiben ihren Hüter in den Wahnsinn, grundsätzlich nahm ich ihre Beziehung aber als positiv wahr. So sehr sie seine Nerven strapazieren, schloss er sie dennoch ins Herz. Dadurch entsteht eine warme, lebendige Situationskomik, die an den guten alten Slapstick erinnert, der nicht grundlos seit Jahrzehnten erfolgreich ist. Ich mochte die Mischung aus leichtem, ungezwungenem Witz und gut greifbarer, ereigniszentrierter Erzählung. Dennoch muss ich festhalten, dass „Dämliche Dämonen“ meiner Meinung nach auf den Humor angewiesen ist, um zu funktionieren. Durch die Bemühungen des Autors, seinen Roman locker, lustig und zugänglich aufzuziehen, machte er Abstriche bei Logik und Konsistenz. Leser_innen erfahren ausschließlich, was sie wissen müssen, um die Geschehnisse zu verstehen, weiterführendes Hintergrundwissen bietet er nicht an. Dadurch erschlossen sich mir einige Punkte nicht, zum Beispiel Nathans Ausbildungsniveau, die Alterszuschreibungen der menschlichen Figuren oder die Notwendigkeit, Dämonen zu hüten, statt ihre chaotische Energie ins kosmische Gleichgewicht zurückzuleiten. Aufgrund dieser Verständnislücken empfand ich „Dämliche Dämonen“ als unzureichend konstruiert. Lässt man den Humor außer Acht, überzeugt die Geschichte nicht.

    Als Vertreter der humoristischen All-Age-Fantasy hat „Dämliche Dämonen“ seinen Reiz. Es gefiel mir, dass ich mich von Royce Buckinghams Humor nie überrollt fühlte und nie das Gefühl hatte, dass er mich um jeden Preis zum Lachen bringen wollte. Vielmehr vermittelte er mir den Eindruck, dass sein Ziel ein permanentes Schmunzeln war, was ihm in meinem Fall durchaus gelang. Seine niedlichen Dämonen musste ich einfach liebgewinnen, auch wenn ich fand, dass er sich zu sehr auf ihre Eskapaden verließ, um den Auftakt der „Demonkeeper“-Trilogie zu gestalten. Der Witz des Buches steht und fällt mit ihnen; das Buch wiederum steht und fällt mit diesem Witz. Deshalb glaube ich, dass „Dämliche Dämonen“ primär für Leser_innen funktioniert, die gezielt nach einer lustigen Lektüre suchen. Beiläufige Komik, die eine in sich runde Geschichte unterstreicht, werdet ihr nicht bekommen. Was ihr bekommt, ist Dämonenchaos pur – mit allen komischen Konsequenzen.

  22. Cover des Buches Wir beide wussten, es war was passiert (ISBN: 9783522202190)
    Steven Herrick

    Wir beide wussten, es war was passiert

     (39)
    Aktuelle Rezension von: bizisbooks

    Die Geschichte erzählt von einer Liebesbeziehung zwischen Billy und Caitlin. Billy reißt von zu Hause aus; weg von seinem alkoholsüchtigen Vater nach Bendarat und lebt als Obdachloser in einem leeren Güterzug. Caitlin kommt aus einer sehr reichen Familie und arbeitet (trotzdem) im McDonalds, um sich ihr eigenes Geld zu verdienen. Die beiden lernen sich während einer ihrer Schichten kennen und fangen an, sich regelmäßig zu treffen. Außerdem befreundet sich Billy mit einem anderen Obdachlosen, seinem "Nachbarn", Old Bill, der wegen seiner tragischen Vergangenheit auf der Straße leben will und Alkohol trinkt.

    Das Buch ist sehr einfach und poetisch geschrieben. Ich persönlich musste mich zuerst ein wenig an diesen außegewöhnlichen Schreibstil gewöhnen, doch schon nach wenigen Seiten fand ich schnell großen Gefallen an ihm. Die Geschichte ist kurz (trotz 205 Seiten zusammengerechnet nur ca. 100 Seiten); trotzdem hat sie mich sehr gefesselt und mein Interesse für die Poesie geweckt.

    Das Buch kriegt von mir 5 Sterne und ich empfehle es unbedingt weiter, besonders an Jugendliche ab ca. 14 Jahren, da es doch schon ein wenig erwachsen und nicht so verständlich für Kinder ist. Denn auch wenn es sehr simpel geschrieben ist , ist es doch tiefgründig und manchmal schwer zu verstehen.


  23. Cover des Buches No & ich (ISBN: 9783426654385)
    Delphine de Vigan

    No & ich

     (408)
    Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-Lesen

    Delphine de Vigan ist derzeit in aller Munde. Ich bin durch Zufall schon vor ein paar Jahren auf ihren Jugendroman „No & ich“ gestoßen. Eigentlich war ich auch zu dieser Zeit schon nicht mehr in der Zielgruppe und dennoch hat mich das Buch sehr angesprochen.

    Die 13-jährige Protagonistin Lou lernt im Zuge eines Schulprojektes die obdachlose 18-jährige No kennen und bringt ihre Familie dazu, No zuhause aufzunehmen. Anfänglich scheint das trotz einiger zwischenmenschlicher Probleme gut zu funktionieren, aber die scheinbare Erfolgsgeschichte kippt.

    Was den Roman so besonders macht, ist die Sprache von Delphine de Vigan. Sie ist kunstvoll, mitreißend, aber nie prätentiös. Ich konnte mich sofort in die dreizehnjährige Lou hineinfinden. Ein wirklich lesenswertes Buch, auch für Erwachsene.

    Ich freue mich wirklich auf die hochgelobten neueren Werke der Autorin. Vielleicht findet sich ja eines davon unterm Weihnachtsbaum ;)

  24. Cover des Buches Killgame (ISBN: 9783499269592)
    Andreas Winkelmann

    Killgame

     (75)
    Aktuelle Rezension von: CherryFairy

    Cover

    "Wenn" die Geschichte schneller zum Titel des Cover gekommen wäre und nicht erst gefühlt im letzten Drittel des Buches, wäre das Cover passend,... da aber das Buch sich so extrem in die Länge gezogen hatte und die "Jagd" viel zu kurz kam, finde ich es nicht gut gewählt, denn ich hätte mir bei so einem Cover eine Story vorgestellt, wo es mindestens 2/3 um den Titel geht und nicht um irgendwelche Charakterbeschreibungen oder anderen Abweichungen...

    Story

    Nia, die Nichte von Dries Torwellen wendet sich von ihrer Familie ab und will ein neues Leben beginnen,... doch läuft diese neue Planung nicht so wie gedacht und so landet sie als Spielfigur in einem mörderischen Spiel.

    Ihr Onkel versucht auf eigene Faust sie nun zu finden....

    Meinung

    Ich kenne bereits " Die Zucht" von Andreas Winkelmann und war hell auf begeistert, also ging ich davon aus, dass mich Killgame bestimmt auch begeistern wird.... Aber leider erkannte ich den Stil überhaupt nicht wieder...

    Schon der Anfang zog sich echt in die Länge...

    426 Seiten die in 4 Hauptteilen unterteilt sind, wovon aber nur wenn es hoch kommt 1 1/2 Teile mit der Jagd zu tun hatten,... und die begann wirklich erst im 3 Teil...

    Die ersten 150 Seiten konnte man sich noch einen sehr detaillierten Eindruck über die Charaktere machen, bis hier hin war für mich noch alles okay, weil ich da noch dachte, okay sehr detailliert, vielleicht ist das so genau, um den Charakteren mehr Tiefe zu geben....

    Doch es blieb nicht dabei... Es wurden Geschichten eingebaut, die sowas von unwichtig für den Hauptverlauf waren, dass diese ganzen Nebengeschichten einfach nur dafür gesorgt haben, vom Spannungsteil abzulenken und diese waren dann auch sehr zäh... Bei ca. 40% des Buches war ich schon kurz davor abzubrechen, weil ich einfach keine Lust mehr hatte weiter zu lesen... 

    Es kamen immer mehr skurrile Geschichten dazu u. A wurde es dann auch noch spirituell und gestört.... Und dann wurden zusätzlich auch noch Geschichten ausgepackt, die wieder nichts mit dem Geschehen zu tun hatten, dafür aber für einen Schock oder Ekelfaktor sorgen sollten... Z.B eine Beschreibung aus der Kindheit von Dries und seiner Zwillingsschwester, wie er eine Katze mit einem Brett erschlagen musste, weil zuvor Hunde die Katze schlimm zerfetzt haben...

    (Warum muss das in die Story rein? Wer will schon sowas lesen?) Das hatte überhaupt keinen Einfluss auf die Story. Es war für mich nur grausam sowas zu lesen...

    Auch das Dries immer spirituellen Kontakt zu seiner Zwillingsschwester hatte, die immerhin schon 11 Jahre tot ist, fand ich ehr langweilig als spannend...

    Nebenbei war Vergewaltigung und gestörter Sex, wo eine aus der Jagdgruppe auf "brutalen Sex" steht auch unnötig...


    Fazit

    Ich bin einfach so enttäuscht und hoffe das Killgame der einzige Flop von Winkelmann war, denn eigentlich finde ich seinen Stil und seine Storys echt spannend,... Killgame gehörte leider nicht dazu, wirklich sehr schade, deshalb kann ich hier keine Empfehlung aussprechen... 

    Ich werde allerdings die Lieferung und Haus der Mädchen noch von ihm lesen und hoffen das es da wieder spannender wird :-)



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