Bücher mit dem Tag "aussteiger"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "aussteiger" gekennzeichnet haben.

168 Bücher

  1. Cover des Buches Das Haus, das in den Wellen verschwand (ISBN: 9783492060295)
    Lucy Clarke

    Das Haus, das in den Wellen verschwand

     (214)
    Aktuelle Rezension von: betweenbooklines

    Lana und ihre beste Freundin Kitty wagen das ganz große Abenteuer und verlassen ihre Heimat England, um auf Weltreise zu gehen. Unterwegs treffen sie auf eine Gruppe junger Globetrotter, die mit ihrer Yacht »The Blue« von den Philippinen nach Neuseeland segelt. Schnell werden die beiden jungen Frauen Teil der Crew, und es beginnt eine aufregende Zeit voller neuer Erfahrungen vor der traumhaften Kulisse der Südsee. Doch auch das Paradies hat seine Grenzen. Denn Lana und Kitty merken bald, dass an Bord nichts ist, wie es scheint. Und als ein Crewmitglied mitten auf dem Ozean spurlos verschwindet, kommen nach und nach die Gründe ans Licht, weshalb ihre Mitreisenden die Fahrt wirklich angetreten haben …

    Das Buch war wie ein Wechselbad der Gefühle. Ich hatte keine Ahnung, was mich bei der Geschichte erwartet und dennoch bin ich begeistert.

    Lucy Clarke hat den Charakteren so viele Ebenen gegeben. Ich dachte ich kenne alle Crewmitglieder um dann auf der nächsten Seite zu erfahren, dass ich doch überhaupt nichts weiß.

    Mir hat es beim Lesen unglaublich viel Spaß gemacht zu rätseln und die Geheimnisse eines jeden zu lüften, das hat die Spannung der Geschichte hochgehalten.

    Die Geschichte war für mich nicht vorhersehbar, sogar auf den letzten Seiten kamen Details raus, die man einfach nicht kommen sah.

     

    Wer mir leider nicht so gut gefallen hat ist Lana. Am Anfang habe ich noch mit ihr gefiebert, doch zur Mitte hin wurde es anstrengend. Oft haben mich ihre Gedanken und ihr Verhalten gegenüber den anderen genervt, weil ich es absolut nicht verstehen konnte. Da hätte ich sie am liebsten kräftig geschüttelt und ihr klar gemacht, wie dumm das ist.

    Am Ende wurde es dann glücklicherweise wieder besser und sie konnte ihre Sturheit ablegen.

     

    Das Buch war ein wenig wie Urlaub, auf einer Yacht zu segeln, versteckte Buchten entdecken, Schnorcheln, das Leben genießen und alles nehmen wie es kommt.

  2. Cover des Buches Hüter der Erinnerung (ISBN: 9783423086424)
    Lois Lowry

    Hüter der Erinnerung

     (488)
    Aktuelle Rezension von: Lesekatze-1407

    Das Buch habe ich schon zig mal gelesen – immer wieder ein Genuss. Erstaunlicherweise ist sogar der Film dem Buch gerecht geworden.

    Die Menschen leben in einer sterilen, streng geregelten Welt mit Verboten und starren Regeln. Es gibt keine Träume und Wünsche. Keiner der Bewohner stellt ihr farbloses Leben in Frage.

    Wie ein Teenager das verändern wird, das beschreibt auf sehr spannende Weise dieser Roman.

    Es ist kein Buch, das man liest, weglegt und das nächste beginnt. Die Idee, die dahintersteht zwingt den Leser zum Nachdenken.

    Sind Erinnerungen tatsächlich für das Schlechte verantwortlich?

    Ist eine farbige Welt schlechter als die gewohnte farblose?

  3. Cover des Buches Hippie (ISBN: 9783257070491)
    Paulo Coelho

    Hippie

     (134)
    Aktuelle Rezension von: IsabellMezger-Schumann

    Wundervolle Reise mit jungen Hippies und Paulo Coelho gibt einen Einblick in seine Geschichte. Wundervoll und sehr empfehlenswert!

  4. Cover des Buches Die dunkle Seite des Mondes (ISBN: 9783257233018)
    Martin Suter

    Die dunkle Seite des Mondes

     (668)
    Aktuelle Rezension von: Julia92

    Cover: Die schlichten, weißen Cover vom Diogenes Verlag sehen immer toll aus, auch hier ist das bunte Bild des Waldes sehr passend gewählt.

     

    Klappentext: Starwirtschaftsanwalt Urs Blank, fünfundvierzig, Fachmann für Fusionsverhandlungen, hat seine Gefühle im Griff. Doch dann gerät sein Leben aus den Fugen. Ein Trip mit halluzinogenen Pilzen führt zu einer gefährlichen Persönlichkeitsveränderung, aus der ihn niemand zurückzuholen vermag. Blank flieht in den Wald und lernt dort zu überleben. Bis er endlich begreift: Es gibt nur einen Weg, um sich aus diesem Alptraum zu befreien.

     

    Meinung: Der Schreibstil Suters ist angenehm zu lesen und ich kam gut in die Geschichte hinein. Blanks Art ist etwas eigen, aber die Person an sich nicht unsympathisch. Sein Leben besteht größtenteils aus seiner Arbeit in der Kanzlei, bis er eines Tages Lucille kennenlernt. Auf einem Bauernhof machen die beiden bei einem Experiment mit, das Blank für immer verändern wird.

    Lucille scheint aufgrund der Pilze einfach nur auf einem Trip gewesen zu sein, doch Blanks Persönlichkeit verändert sich drastisch – er wird zu einer Gefahr für andere. Er beschließt, sich daraufhin von seinem Freund und Therapeuten Wenger behandeln zu lassen. Als das nichts nutzt, flieht Blank in den Wald – dort, wo er bei seinem Trip mit der Natur eins geworden ist – und macht sich auf die Suche nach den Pilzen, die man ihm damals gegeben hat. Er lernt, zu überleben. Ab hier wird die Geschichte für mich langweilig und zäh. Blanks Unterschlupfsuche und Überlebenstaktik wird zum Hauptthema.

    Das Ende ist total abgehackt. Nach dem letzten Wort habe ich umgeblättert, weil ich dachte, die Geschichte würde weitergehen. So ein Ende habe ich noch nie gelesen. Es kam mir so vor, als wäre einfach so abgebrochen worden.

    Das Buch hat gut begonnen, wurde aber ab der Hälfte extrem zäh. Ein Roman, der sicher nicht für jeden etwas ist, aber vermutlich viele Leserinnen und Leser begeistert hat. Mich leider nicht. Ich vergebe 2 von 5 Sternen.

  5. Cover des Buches Bis an die Grenze (ISBN: 9783462049466)
    Dave Eggers

    Bis an die Grenze

     (58)
    Aktuelle Rezension von: Yolande
    In diesem Buch beschreibt der amerikanische Autor Dave Eggers den Roadtrip von Josie, einer jungen Amerikanerin, die gerade in einer Lebenskrise steckt. Durch eine gerichtliche Auseinandersetzung hat sie ihre Zahnarztpraxis verloren und als ihr ehemaliger Lebensgefährte und Vater ihrer Kinder plötzlich Ansprüche auf den gemeinsamen Nachwuchs anmeldet, flüchtet sie mit ihrem 8-jährigen Sohn Paul und ihrer 5-jährigen Tochter Ana nach Alaska. Unterwegs mit einem gemieteten und recht betagten Wohnmobil erleben sie manche skurrile Situation und treffen freundliche und weniger freundliche Menschen, immer begleitet von den allgegenwärtigen Waldbränden, die gerade in Alaska vorherrschen.

    Das Buch konnte mich nie so richtig packen. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, aber manche der Begebenheiten waren mir einfach zu absurd und obwohl Josies Sinnsuche mit ihrer Sprunghaftigkeit und zunehmendem Verfolgungswahn sehr eindrucksvoll und auch nachvollziehbar erzählt wird, konnte ich mit dieser Frau nicht warm werden. Die Kinder mochte ich sehr gern, es tat mir wirklich leid, dass sie den unkalkulierbaren Stimmungen ihrer Mutter so ungefiltert ausgesetzt waren. Das Ende ist, obwohl äußerst spektakulär, offen. Mir wäre ein richtiger Abschluss eindeutig lieber gewesen, so fand ich es eher unbefriedigend.

    Fazit: Obwohl gut geschrieben (manche Situationen sind echt witzig), konnte mich das Buch insgesamt gesehen nicht packen.

  6. Cover des Buches The Distance from me to you (ISBN: 9783845816043)
    Marina Gessner

    The Distance from me to you

     (66)
    Aktuelle Rezension von: Nikkenik

    Dieses etwas unscheinbare Schmuckstück habe ich von meiner Lieben Buchhändlerin bekommen.
    Zu Anfang hat mir gleich das schlichte Cover gefallen, dass mit den Bergen, den Bäumen, dem Zelt und dem Herz irgendwie gleich mein Interesse geweckt hat. Als ich dann den Klappentext gelesen habe, wusste ich schon, dass dieses Buch etwas Besonderes wird.

    Als ich dann Angefangen habe zu lesen, bin ich gleich super in die Geschichte hinein gekommen. Der Schreibstil war sehr einfach und dadurch sehr gut und schnell zu lesen.
    Ich lernte gleich zu Anfang Kendra kennen und muss sagen, dass ich ab dem ersten Moment wusste, dass Sie etwas Besonderes ist. Mit Ihrer Willensstärke, ihrer Organisation und Ihrem ganzen Wesen hat sie mich in dem ganzen Buch beeindruckt. Sie ist sich, bis auf einem Fehler, immer treu geblieben und hat immer Ihr Ziel vor Augen gehabt.
    Auch gleich sympathisch war mir Sam.  Er ist in vielerlei Hinsicht genau das Gegenteil von Kendra, aber dennoch ein guter Mensch. Beiden haben Irgendwie Ihr „Päckchen“ zu tragen und ich bin wirklich froh, dass die beiden aufeinander gestoßen sind.

    An Action, Emotionen und Mut hat es mir in diesem Buch nicht gefehlt. Es war auch nicht Klischeehaft oder vorhersehbar. Es war spannend und ich war bei einigen Stellen echt sehr aufgeregt, was als nächstes passieren wird. Ich hatte ab ungefähr der Hälfte des Buches echt Apokalyptische Gedanken und bin froh, dass die Autorin so ein super Ende gefunden hat.

    Fazit: Mit diesem Buch vermittelt uns die Autorin, das wir uns immer treu belieben und nicht von unserem Weg abweichen sollten. Hört auf euer Herz.
    Mich hat dieses Buch sehr geflasht und ich bin froh, diese Geschichte in die Hände bekommen zu haben.

  7. Cover des Buches Nachtzug nach Lissabon (ISBN: 9783442746248)
    Pascal Mercier

    Nachtzug nach Lissabon

     (1.355)
    Aktuelle Rezension von: Xander-77

    Es gibt Bücher, die würde man gerne gut finden wollen, weil sehr viele andere  Leser sie gut finden und als großartig bewerten, dieses ist so eines, in meinen Augen.

    Leider habe ich keinen Zugang zu diesem Buch gefunden. Ich fand es furchtbar langatmig und langweilig und "Ein fesselndes Abenteuer" (Spiegel) konnte ich beim allerbesten Willen nicht ausmachen.

    Trotzdem habe ich mich bis zum Schluss durchgekämpft, fast schon gequält, immer in der Hoffnung, es könnte noch die Erleuchtung für mich kommen, sie kam aber nicht.

    Aufgrund einiger philosophischer Gedanken im Buch, die mir durchaus gefallen haben, würde ich eigentlich 1,5 von 5 Sternen geben, Tendenz aber eher Richtung 1/5.

    Aktuell ist es für  mich schwer vorstellbar, ein weiteres Buch des Autors zu lesen.

  8. Cover des Buches Resturlaub (ISBN: 9783596512409)
    Tommy Jaud

    Resturlaub

     (1.061)
    Aktuelle Rezension von: Obst4

    „Pitschi“ bekommt Panik als alle Kumpels nach und nach heiraten und seine „Bine“ nun auch Nägel mit Köpfen machen möchte und schon vom Nachwuchs spricht. Am Flughafen, kurz vor dem Urlaub mit Bine und seinen Freunden, bekommt Pitschi so Panik das er einen Überfall vortäuscht und die anderen ohne ihn abfliegen, stattdessen haut er kurzerhand ab nach Argentinien ... dort erlebt er kurioses, nachdenkliches und lehrreiches....

    Super lustiger Urlaubsroman

    Lediglich das Ende war etwas überzogen

  9. Cover des Buches Willkommen im Meer (ISBN: 9783426519110)
    Kai-Eric Fitzner

    Willkommen im Meer

     (71)
    Aktuelle Rezension von: Christine_Neumeyer

    Zunächst haben mir das Cover und der Titel sehr gut gefallen. Passt perfekt zum Roman über das Leben eines sozial und humanistisch eingestellten Lehrers und Vaters an einem Gymnasium in einem konservativ und elitär eingestellten Umfeld. Die Kämpfe mit der Kollegenschaft werden allerdings sehr breit erzählt, vor allem in den Dialogen. Dennoch ist Willkommen im Meer ein schönes Buch mit wunderbaren Gedanken des Hauptprotagonisten für eine bessere Welt und Gesellschaft.

  10. Cover des Buches Wir haben Raketen geangelt (ISBN: 9783423144742)
    Karen Köhler

    Wir haben Raketen geangelt

     (95)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    "Wir haben Raketen geangelt" ist eine Sammlung an Erzählungen von Karen Köhler. Sie alle haben gemeinsam, dass in den Leben der Protagonist*innen etwas zerbrochen ist - sei das nun durch eine Krankheit, den Verlust eines geliebten Menschen oder sexualisierte Gewalt. Besonders ist, wie Karen Köhler ihre Charaktere mit diesem Zerbrochen-Sein umgehen lässt. Die Geschichten habe alle etwas von einer fröhlichen Melancholie, in allen steckt trotz der Trauer auch etwas Leichtes.


    Wie das so häufig bei Erzählbänden beziehungsweise Sammlungen von Kurzgeschichten ist, haben mich nicht alle gleichermaßen berührt und begeistert. Einige fand ich so gut, dass ich das Buch erst mal zur Seite legen musste, um über den Inhalt nachzudenken, andere waren zwar ganz schön, haben mich aber nicht weiter beschäftigt. Im Gesamten gesehen ist "Wir haben Raketen geangelt" für mich aber trotzdem eine der besten Kurzgeschichtensammlungen, die ich bisher gelesen habe, gerade auch wegen der Abwechslungsreichen Erzählweise und der wirklich schönen Aufmachung des Buches. Zudem entführt Karen Köhler die Lesenden in die verschiedensten Winkel unserer Erde: vom Death Valley über ein kleines sizilianisches Dorf bis hin zum Kreuzfahrtschiff ist alles dabei.


    Ich finde, die Geschichten machen Mut, gehen aber auch auf höchst sensible Weise mit den Schicksalen der Personen im Buch um. Von mir gibt es eine Empfehlung!

  11. Cover des Buches Goodbye, Jehova! (ISBN: 9783499628917)
    Misha Anouk

    Goodbye, Jehova!

     (45)
    Aktuelle Rezension von: berka

    ...fallen auf. Sind sie in Begleitung eines Herrn im Anzug, der eine Aktentasche trägt so handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Zeugen Jehovas. Die machen sich in letzter Zeit rar, auch an der Haustür sind sie mir lange nicht begegnet. Aber es gibt sie noch. Einer ihrer Königreichssäle befindet sich in meiner Nachbarschaft, und dort ist gelgentlich Betrieb, freitagsabends und sonntags z. B.

    Vertreter der Zeugen Jehovas sind mir schon häufig begegnet. Früher gehörten sie zum Straßenbild, den Wachtturm anbietend. Einmal haben sie mich in meinem Wohngemeinschafts-Zimmer besucht: ein älteres Paar stand eines morgens vor der Tür und bot ein Gespräch an. Ich ließ sie hinein. Der Mann zog ein schwarzes Etui aus seiner Tasche und für einen Moment fürchtete ich er könnte einen Revolver zücken. Es war aber nur seine Bibel.

    Recht intensiven Kontakt hatte ich während eines Ferienjobs. Ich fuhr als Gehilfe mit einem Landvermesser durch die Gegend der aktiver Zeuge Jehova war. Während unserer Fahrten hatten wir viel Zeit für Gespräche, die er teilweise für religiöse Themen nutzte. Da ich zu jener Zeit Theologie studierte fühlte ich mich genötigt gegenzuhalten, muss aber eingestehen dass ich einen schweren Stand hatte. Sein Weltbild war recht geschlossen und er war gut geschult. Die Gespräche waren aber nicht unangenehm.

    Noch später ließ ich mich einmal auf einen Besuch von zwei relativ jungen Zeuginnen ein der sich aus einem Haustürgespräch ergab, mit ähnlichem Verlauf. Ich musste mich aber schon recht deutlich abgrenzen um die Diskussion zu beenden. Seitdem vermeide ich weiterführende Gespräche. Mein Eindruck ist auch dass die Zeugen nicht mehr so präsent sind.

    Soviel zu meinen Erfahrungen mit Zeugen Jehovas. Zum Buch hat Manuela schon viel gesagt.
    Ich musste mich ein wenig hindurchkämpfen, denn es ist recht ausführlich und einige Dinge wiederholen sich. Ich habe aber viel darüber erfahren wie die Zeugen Jehovas intern funktionieren, und welchen Tücken ihre Mitglieder ausgesetzt sind. Aber auch über die Geborgenheit die eine solche Glaubensgemeinschaft bietet, solange man nicht an ihren Grundsätzen zweifelt.

    Misha A. schreibt recht unterhaltsam und belegt seine Aussagen immer wieder mit Zitaten aus dem Schrifttum der Zeugen.
    Er schildert den Jahresablauf und die Aktivitäten in der Gemeinde und geht auch auf deren Historie ein, weltweit und in Deutschland.
    Erschreckend ist die Konsequenz mit der er sich von seinen Eltern trennen musste als er sich schließlich lossagte. 
  12. Cover des Buches Imperium (ISBN: 9783596185351)
    Christian Kracht

    Imperium

     (155)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchklub

    Die volle Buchbesprechung gibt es in unserem Podcast:

    https://www.podbean.com/media/share/pb-exid6-f399f7

    Aber Vorsicht, Spoiler!
  13. Cover des Buches Ada - Im Anfang war die Finsternis (ISBN: 9783401601120)
    Angela Mohr

    Ada - Im Anfang war die Finsternis

     (34)
    Aktuelle Rezension von: melanie_reichert

    „Ada“ ist ein realistisches Jugendbuch, das nicht nur durch sehr authentische Charaktere überzeugen kann, sondern auch noch eine ernste Hintergrundstory bietet, die mich vollkommen überzeugen konnte.

    Das Buch ist in zwei Teile gegliedert und wechselt immer wieder zwischen den Perspektiven in der direkten Ich-Form, was durch Nennung der Namen in der Überschrift erfolgt. Dieser Wechsel zwischen den Charakteren war sehr gut gelungen, weil man so immer das Eindruck hatte, direkt in die Gefühlswelt der einzelnen Personen eintauchen zu können. Gerade bei Ada hat das Sinn gemacht, da sie eine für sich vollkommen neue Welt entdecken muss und wir dies so ungefiltert miterleben. Der Schreibstil ist absolut fesselnd, denn ich habe das Buch praktisch nicht aus der Hand legen können.

    Ada hat mir als Protagonisten sehr gut gefallen, weil ich sie direkt ab der ersten Szene in mein Herz schließen konnte. Sie ist einfach echt und authentisch. Man nimmt ihr jedes Wort und jede Handlung ab, ohne weiter darüber nachzudenken. Ada macht wohl auch die größte Wandlung im Verlauf der Story mit. Dabei geschieht dies zunächst einmal schleichend und wird dann klarer. Ich konnte vollkommen in ihre Geschichte ziehen lassen und habe mich mit Ada zusammen auf eine Reise begeben können. Diese Fähigkeit habe ich bisher nur bei wenigen Charakteren feststellen können, aber hier muss ich ein dickes Lob an die Autorin aussprechen. Luca hat einen guten Gegenpol zu Ada gebildet, wobei sich dass ab einem gewissen Punkt geändert hat, da sich rausstellt, dass die beiden doch nicht so verschieden sind. Beide haben ihr Päckchen zu tragen und sind ganz bestimmt nicht perfekt.

    Auch bei den Nebencharakteren hat ein wirklich gutes Charakterbuilding stattgefunden, was vor allem auf die Personen im Dorf zutrifft. Ich konnte mir diese Gemeinschaft tatsächlich vorstellen und habe den Leuten ihre jeweilige Rolle abkaufen können. Dabei wurde der Fokus noch nicht mal großartig auf irgendwelche Fakten aus der Vergangenheit gelegt, sondern wir habens die Leute ganz echt im Hier und Jetzt kennenlernen dürfen.

    Die Spannung war durchgängig vorhanden, was – wie schon erwähnt – dazu geführt hat, dass ich das Buch praktisch nicht aus der Hand legen durfte. Wir bekommen mehr als eine Überraschung und Wendung geboten und selbst wenn das nicht gewesen wäre, hätte mich die Autorin allein durch Adas Geschichte fesseln können, weil man einfach wissen möchte, wohin sie ihr Weg führt.

    Da das Buch teilweise auf den Erfahrungen der Autorin beruht, ist das Hintergrundthema gleich doppelt emotional. Zum einen hat mich Adas Einzelschicksal unglaublich berührt und zum anderen ist das Thema an sich sehr ernst. Man denkt immer, dass solche christlichen Sekten nur in Amerika oder ganz weit weg bestand haben, aber nein, Frau Mohr führt uns vor Augen, dass es solche Gruppierungen durchaus auch direkt vor unserer Haustür in Deutschland gibt und das Thema, weil es unbequem ist, viel zu oft totgeschwiegen wird.

    Ich konnte mich vollkommen auf diesen emotionalen, dramatischen, offenlegenden und fesselnden Roman einlassen, weil ich bereit dazu war, mit auf Adas Reise zu gehen. Für mich eine klare Leseempfehlung und eine Geschichte, die ich auch in Zukunft noch gerne weiterempfehlen werde.

  14. Cover des Buches Fight Club (ISBN: 9783442542109)
    Chuck Palahniuk

    Fight Club

     (426)
    Aktuelle Rezension von: Katharina_Klopotek

    Eines meiner absoluten Lieblingsbücher ever, ever!

    Viele werden den Film kennen. Ich werde im Text ein paar Zitate aus dem Film verwenden, der sehr nah am Roman gehalten Ist Chuck Pahlaniuk schafft es fast immer eine Welt zu erschaffen, die, wenn auch noch so abstrus, während des Lesens real erscheint.

    "Fight Club" ist kein Roman über einen Kampf-Club, wie oft beschrieben. Viel mehr geht es um den gesellschaftlichen Kampf, den Wunsch der Beste zu sein, indem man sich mit Konsumgüter brüstet, sich selbst verliert. "Du bist nicht dein Job! Du bist nicht das Geld auf deinem Konto! Nicht das Auto, das du fährst! Nicht der Inhalt deiner Brieftasche! [...] Du bist der singende, tanzende Abschaum der Welt." Gesellschaftskritisch, populistisch und teilweise auch kafkaesk "Eine ganze Generation zapft Benzin, räumt Tische ab und schuftet als Schreibtischsklaven. Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos, machen dann Jobs die wir hassen und kaufen dann Scheiße die wir nicht brauchen. Wir sind die Zweitgeborenen [...] Männer ohne Zweck, ohne Ziel. Wir haben keinen großen Krieg, keine große Depression. Unser großer Krieg ist ein spiritueller. Unsere große Depression ist unser Leben. Wir wurden durch das Fernsehen in dem Glauben aufgezogen, dass wir alle mal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars. Werden wir aber nicht, und das wird uns langsam klar! Und wir sind kurz, ganz kurz vorm Ausrasten."

    Am Ende gibt es einen mega überraschenden Twist, der dennoch total schlüssig ist alles ergibt einen Sinn, erscheint es noch so abgedreht. “Ganz unten zu sein ist kein Wochenendausflug. Kein gottverdammtes Seminar. Hör auf alles kontrollieren zu wollen und lass los! LASS LOS!”

    Wenn ihr bis jetzt nicht darüber nachgedacht habt, was es bedeutet in einer kapitalistischen Konsumgesellschaft - sorry, wenn das zu marxistischen klingt - zu leben, wie dies unser ganzes Leben beeinflusst, werdet ihr es nach der Lektüre dieses herausragenden Romans tun. 

  15. Cover des Buches Küsse haben keine Kalorien (ISBN: 9783956491634)
    Susan Mallery

    Küsse haben keine Kalorien

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Engelchen07

    Allison Thomas ist Cafebesitzerin und macht ihre Kunden mit selbstgemachter Schokolade, Pralinen und Trüffeln glücklich. Sie ist stolz diesen Laden alleine aufgebaut und erfolgreich gemacht zu haben. Für Männer hat sie keine Zeit, wenn ihre Mutter sich auch nichts sehnlicher wünscht als Enkelkinder. Doch ohne einen Mann wird das schwierig. Eines Tages steht der geheimnisvolle Matt Baker vor ihr um ihr im Laden verschiedenen Handwerksarbeiten zu erledigen.

    Ein netter voraussehbarer Roman, stellenweise war er mir einfach nur zu langatmig.

  16. Cover des Buches Oxen. Das erste Opfer (ISBN: 9783423217651)
    Jens Henrik Jensen

    Oxen. Das erste Opfer

     (249)
    Aktuelle Rezension von: Alexander_Hatzinger

    Man glaubt es nicht - aber auch die Dänen können fantastisch schreiben. Ein Roman, der nie seine Spannung verliert. Die Geschichte selbst ist mit sehr vielen Details gespikt, die der Wahrheit entsprechen. Eine Geschichte deren gleichen sehr schwer zu finden ist. Realität mit Fiktion vermischt. Einfach Großartig!

  17. Cover des Buches Bananama (ISBN: 9783218011037)
    Simone Hirth

    Bananama

     (25)
    Aktuelle Rezension von: sursulapitschi

    Dieses Buch ist eine gute Idee, ein bisschen Poesie und eine böse Überraschung.

    Hier erzählt ein Mädchen im Grundschulalter von ihrem Leben in einer Aussteigerfamilie. Ihre Eltern wünschen sich ein ursprüngliches, naturnahes Leben und haben dazu ein Haus im Wald bezogen, das sie Bananama nennen. Dort leben sie abseits der Gesellschaft, lassen ihren Gemüsegarten verwildern und bestellen ökologisch einwandfreie Artikel im Internet.

    Sie würde gerne zur Schule gehen, Schokolade essen und Freunde haben, aber all das halten ihre Eltern für schädlich.

    Anrührend und eigentümlich poetisch lässt einen dieses kleine Mädchen an seinen Gedanken teilhaben. Die Sprache ist naiv, aber die Gedanken sehr klug. Sie hinterfragt alles und ordnet es ein: „Was ich mir wünsche“ - „Was Vater mir beibringt“.

    Mit feiner Ironie wird hier über das ideale Leben und alternative Lebensmodelle philosophiert, gestichelt, kritisiert, bis dann die Ironie kippt und in Sarkasmus übergeht.

    Der letzte Teil des Buches ist geradezu absurd. Ich verstehe den Gedanken dahinter, es verstört, schockiert und ist natürlich auch tiefsinnig und kunstvoll. Dennoch landet eine feinsinnige, sorgfältig vorbereitete Gesellschaftskritik hier mit einem Krachen in der Tonne. Schade um ein schön angelegtes Buch mit guter Idee. Das hätte man eleganter lösen können.

  18. Cover des Buches Das Echo der Schuld (ISBN: 9783442383542)
    Charlotte Link

    Das Echo der Schuld

     (495)
    Aktuelle Rezension von: Wortsalat

    Ich habe schon viele Bücher von Charlotte Link gelesen und bin jedes mal begeistert, wie wunderbar sich ihre Bücher lesen lassen. Herausragend ist Links Fähigkeit, die einzelnen (Hintergrund-) Geschichten miteinander zu verweben und jede einzelne Figur tiefgründig und interessant darzustellen. Das ist ihr auch in diesem Buch gelungen. Die Krimi Geschichte tritt, wie so häufig in ihren Büchern, etwas in den Hintergrund, was ich jedoch als besondere Stärke empfinde. Die Figuren sind so emotional und mit einem solchen Tiefgang beschrieben, dass sie durch eine spektakulären Kriminalfall nicht aufgewertet werden müssen. Es ist vielmehr eine perfekte Mischung. 

    Einen Kritikpunkt habe ich allerdings: Die Wendungen in dem Buch wirken teils zu konstruiert und für mich war die "Schuld" der Protagonistin für ihre weitere persönliche Entwicklung etwas unverständlich. 

    Alles in allem ist es ein gelungener Roman, den ich nur schwer aus der Hand legen konnte. 

  19. Cover des Buches Grün ist die Hoffnung (ISBN: 9783446245945)
    T. C. Boyle

    Grün ist die Hoffnung

     (253)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Als ich America von T.C. Boyle gelesen habe, ernannte ich mich nach dem Lesen zu einem absoluten Fan von Boyle und wollte anschließend einfach alles lesen, was er geschrieben hat. Wirklich alles. Also ging ich zum Buchladen, holte mir sein nächstes Buch und landete damit in eine Geschichte, die mich zu Tode vollgelabert hat.

    Das Buch fühlt sich so an, als würde irgendjemand neben mir stehen und ohne Punkt und Komma los erzählen. Am Anfang ist es ja noch interessant, doch schon bei Seite 100 wollte ich das Buch aus dem Fenster werfen und es für immer vergessen.

    Amerika war so anders, so kraftvoll, mit richtigen Dialogen drinnen, die jedes Gefühl spiegeln konnten und ich den Elend der Figuren verfallen war. Ich habe seinen Stil geliebt, ich habe die Figuren geliebt, den Spannungsbogen, das grausame Ende und das hat mich ermutig, dieses Buch weiterzulesen, denn es muss irgendeine Magie habe. Schließlich habe ich eingestehen müssen, dass ich es unter Zwang las, ohne irgendeine Freunde daran zu fühlen.

    Ich würde nicht behaupten, dass das Buch schrecklich ist, so weit bin ich ja nicht, aber es wird schlichtweg langweilig und mutiert zu einer Enttäuschung, die hier und da wunderschöne Sätze hatte, aber eben nicht zu mehr wurde. Ich habe es schließlich abgebrochen.

  20. Cover des Buches In die Wildnis (ISBN: 9783492259743)
    Jon Krakauer

    In die Wildnis

     (375)
    Aktuelle Rezension von: Buecherkopfkino

    Der Film ist so ganz anders als das Buch, aber beide sind unglaublich gut. 

    In dem Film wird die Reise von Chris McCandless oder auch Alexander Supertramp, wie er sich auf der Reise nennt, chronologisch erzählt. Im Buch ist keine genaue zeitliche Abfolge zu erkennen, sondern fängt mit dem Fund des verstorbenen Chris McCandless und der Suche nach der Herkunft und der Geschichte des Aussteigers und folgt eher der Reihenfolge der Informanten von Personen, die ihn auf dem Weg begleitet haben. Die Meinungen über ihn und sein Schicksal gehen sehr auseinander, manche finden ihn einfach nur verrückt, andere bewundern seinen Mut. Ich sehe irgendwie beides und wenn ich den Film sehe, möchte ich gleich aufbrechen in neue Gegenden, aber doch bitte mit etwas mehr Sicherheit als McCandless. Jon Krakauer vergleicht McCandless Lebensweise und Schicksal in dem Buch auch mit anderen Personen, die eine ähnliche Lebensweise und Ansichten hatten - Menschen die waghalsige Unternehmungen machten und Eremiten, die ihre Lebensweise oder Reisen nicht immer überlebt haben. Er vergleicht ihn aber auch mit sich selber und berichtet über seine gefährlichen Klettertouren in Gebirgen und was ihn dazu gebracht hat solche waghalsigen, eigentlich dummen Unternehmungen zu machen. Es hätte für ihn auch tötlich enden können, nur aus Glück hat er es überlebt. 

    Mir hat das Buch auf jeden Fall sehr gefallen und ich werde definitiv noch mehr von Jon Krakauer lesen, da ich seine Art zu berichten sehr toll finde. 

    5/5 🦉 und eine absolute Leseempfehlung bzw. Filmempfehlung

  21. Cover des Buches Die Kinder von Eden (ISBN: 9783404174973)
    Ken Follett

    Die Kinder von Eden

     (433)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    In einem kleinen Tal in Kalifornien hat sich seit den 60er Jahren eine Sekte niedergelassen, die Wein anbaut und ihr Leben selbst organisiert. Nun soll aber das Tal einem Stausee weichen, was der Anführer der "Kinder von Eden", genannt "Priest", nicht zulassen kann. Er fasst einen wahnwitzigen Plan: er möchte ein Erdbeben auslösen und so die Regierung erpressen. Beim FBI nimmt zunächst keiner diese Drohung ernst. Als die Agentin Judy Maddox jedoch herausfindet, dass ein menschengemachtes Erdbeben durchaus möglich ist, beginnt eine gefährliche Jagd nach den Terroristen...

    Ken Follett wartet einfach immer wieder mit richtig guten Ideen zu Büchern auf. Wer kommt bitte darauf, sich eine Terroristengruppe auszudenken, die damit droht, ein Erdbeben auszulösen? Ich fand die Geschichte sehr abgedreht und cool. Außerdem setzt sich Follett auch damit auseinander, was passiert, wenn der Mensch über die Natur gebieten darf.

    Zwischendurch hat sich das Buch etwas gezogen und hatte einige Längen, gegen Ende wurde es aber immer besser und ich hab es mal wieder nicht aus der Hand legen können. Man merkt dem Buch natürlich an, dass es vor über 20 Jahren geschrieben wurde (auch was die Rollen von Männern und Frauen angeht - da musste ich schon öfter mal die Augen verdrehen und hab mich auch das ein oder andere mal geärgert), trotzdem war das Buch sehr spannend und behandelt eine außergewöhnliche Thematik.

    Ken Follett hat mich also wieder einmal überrascht und überzeugt. Ich vergebe 4 / 5 ⭐.

  22. Cover des Buches Malé (ISBN: 9783103972214)
    Roman Ehrlich

    Malé

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Erzaehlwas_Sascha

    Um was geht es?

    Die Malediven sind durch die klimatischen Veränderungen in ihrer Existenz bedroht und so nicht mehr der Sehnsuchtsort der Touristen. Stattdessen haben sich Aussiedler auf der Insel angesiedelt. Abenteurer, Künstler und auch Utopisten finden sich in einer Inselgesellschaft zusammen, die sowohl von Ausgrenzungen und dem Verschwinden von Menschen geprägt ist, als auch Räume für neue Verständnisse von Zusammenleben bietet.


    Roman Ehrlich verweigert sich einer stringenten Handlung. Die Erzählweise ist distanziert. Die Figuren kommen direkt zu Wort kommen, aber die Erzählstimme ordnet die Aussagen nicht ein. Auf diese Weise liefert das Buch wunderbar zu lesende Passagen, Anspielungen und Situationsbeobachtungen. Die Figuren blenden die unabdingbaren Auswirkungen der Klimakrise aus, sie organisieren sich stattdessen in einem System weg von utopischen Sehnsüchten.

    Roman Ehrlich stand mit Malé auf der Longlist des Deutschen Buchpreises im vergangenen Jahr und dies aus meiner Sicht vor allem wegen seiner sprachlichen Bildintensität. Erzählt wird von einer Aussteigergesellschaft auf den Malediven. Dabei wird ein dystopischer Bezug zum Klimawandel hergestellt, aber ungewohnt verarbeitet. Obwohl von den klimatischen Veränderung in der Existenz bedroht wird der Ort zur Scheinzukunft der dort lebenden Figuren. Anstatt Kima zum Thema zu machen verweigert sich der Roman einer kompakten Handlung. Stattdessen werden Sprache und Beobachtungen ausgestellt, die mich an einigen Stellen nachdenklich zurücklassen. Eine Lektüre für Sprachbegeisterte.

  23. Cover des Buches Der Partner (ISBN: 9783453151659)
    John Grisham

    Der Partner

     (209)
    Aktuelle Rezension von: skyprincess

    Ein grandioser und spannender Thriller aus der Feder von John Grisham.

    Danilo Silver, ein unscheinbarer Mann. Tagsüber schlendert er über den Markt und redet mit den alten Männern, nachmittags joggt er seine alltägliche Runde. Keiner ahnt wer diese Person wirklich ist und welch dunkle Geheimnisse seine Vergangenheit birgt. Doch als diese ihn einholt, muss er sich einem juristischen Spiel stellen. Wird er es schaffen daraus zu entkommen?

     Der Roman beginnt unglaublich spannend. Rasend schnell fliegen die ersten Seiten nur so dahin und man kann das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Erst gegen Ende drosselt der Autor das rasante Tempo, was der Story an sich jedoch keinen Schaden zufügt.

     Nach und nach kommen neue Details ans Licht und geben der Geschichte eine unerwartete Wendung. Der Leser wird über die entscheidenden Details bis zum Ende im Unklaren gelassen, was zudem die Neugier des Lesers anregt und damit auch zum Weiterlesen.

    Der Schreibstil ist klar und strukturiert. Es wird keine emotionale Bindung zu einem der Hauptcharaktere aufgebaut, wobei man dennoch Mitgefühl für den Angeklagten empfindet, was mich an einigen Stellen sehr überrascht hat, dass es sich um schwerwiegende Anschuldigungen handelt. Daher war ich sehr beeindruckt, dass es Grisham durch seinen Schreibstil gelungen ist, dem Leser ein solches Gefühl zu vermitteln.

    Durch das Aufsparen der wichtigen Details bis zum Ende und immer wieder unerwarteten Wendungen innerhalb der Handlung, konnte man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, da man immer wissen wollte wie es weiter ging.

    Zudem hat mir auch der Wechsel der Perspektiven gefallen, da man dadurch nicht nur auf die Story und die Geschehnisse rund um die Hauptfigur fixiert war, sondern auch Einblicke in das Leben und die Handlungen der Nebenfiguren miteinbezogen wurde. Mit diesen Informationen konnte man dann auch Stück für Stück die gesamte Handlung bis zum Finale zusammensetzen.

    Zusammengefasst ein wirklich guter Thriller, der uns in die Abgründe der Justiz entführt und den man einfach nur noch am Stück verschlingen will. Es wird sicherlich nicht das letzte Buch sein, dass ich von John Grisham gelesen habe! Absolute Leseempfehlung!

     

  24. Cover des Buches Into the Wild (ISBN: 0385486804)
    Jon Krakauer

    Into the Wild

     (80)
    Aktuelle Rezension von: Tulpen

    Jon Krakauer nimmt sich in seinem Roman dem Aussteiger Chris McCandless an, der in den Weiten Alaskas die Einsamkeit suchte und hier ein tragisches Ende fand.

    Die Geschichte gliedert sich in mehrere Teile. Zuerst beschreibt Krakauer Chris McCandless' Persönlichkeit und seine Motivation, sich immer wieder von den Menschen abzuwenden und Zuflucht in der Natur zu suchen. Anschließend vergleicht er McCandless mit anderen Aussteigern und Abenteurern. Der letzte Teil erzählt detailliert von seinem letzten Trip nach Alaska und die Umstände, die letztlich zu seinem Tod führten.

    Ich kannte Chris McCandless nicht, deshalb ist meine Rezension ein bisschen spekulativ. Ich habe jedoch den Eindruck, dass es Jon Krakauer sehr gut gelungen ist, den Protagonisten zu beschreiben. Als einen sehr sensiblen, vielseitig begabten und sehr sympathischen Mann, der sich stets anders gefühlt hat als die anderen und deshalb Probleme hatte, sich in eine dauerhafte Gemeinschaft einzufinden. Nichtsdestotrotz suchte er auch immer wieder die Nähe von Menschen und nutzte seine langen Auszeiten in der Wildnis als Ruhepausen, nach denen er sich wieder nach Gemeinschaft sehnte und in die Zivilisation zurückkehrte. 

    McCandless wurde im Nachhinein vielfach angefeindet und als "dumm", "schlecht vorbereitet" und "selbst schuld" bezeichnet. Es gefällt mir gut, dass Jon Krakauer hier seine Verteidigung übernimmt und genau beleuchtet, dass Chris vielleicht etwas blauäugig an seine Abenteuer herangegangen ist, aber keinesfalls unvorbereitet war, was zum Beispiel Kenntnisse der Natur und Überlebensstrategien anging.

    Was mir an dem Buch überhaupt nicht gefällt, ist der Vergleich mit anderen Abenteurern und Aussteigern. Vor allem, da die Motivation der anderen ausgewählten Figuren eine gänzlich andere ist, z:B. Erfahrungen sammeln wie das Leben in der Steinzeit gewesen ist oder einen sehr hohen gefährlichen Berg besteigen und dabei seine eigenen Grenzen zu überwinden, ist es als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen. Genauso gut (oder besser) würde ein Vergleich mit einem sehr sensiblen Menschen passen, der sich von den Menschen zurückzieht und sein Leben in Einsamkeit mit Malerei oder sonstigem verbringt. Ich habe hier den Eindruck, diese ausschweifenden Nebengeschichten dienen vor allem dazu, den Autoren auch mitspielen zu lassen, denn er vergleicht McCandless auch mit sich selbst. Auch für den Erzählfluss wirkt dieser Teil des Buches für mich wie ein Bruch und ausgesprochen störend.

    Der Roman ist auf dem Poster der 99 Bücher, die man gelesen haben muss, aufgeführt. Das finde ich übertrieben und weiß nicht, welche Motivation dahinter gesteckt haben mag. Auch wenn Chris McCandless zweifellos ein sehr besonderer Mensch war und Krakauer ihm wahrscheinlich sehr gerecht wurde und eine wunderbare Erkenntnis mitliefert:

    "I think maybe part of what got him into trouble was that he did too much thinking."




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