Bücher mit dem Tag "australische literatur"

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90 Bücher

  1. Cover des Buches Die Bücherdiebin (ISBN: 9783570403235)
    Markus Zusak

    Die Bücherdiebin

     (4.448)
    Aktuelle Rezension von: Haerzlech

    Die Bücherdiebin ist ein unglaublich bewegendes Buch welches von Liesel, einem Pflegekind zur Zeit des zweiten Weltkriegs erzählt.

    Die Erzählperspektive des Todes ist dabei unglaublich genial gewählt: ruhig und sachlich, aber trotzdem emotional schildert er was in Liesels Leben und darum herum geschieht. Durch diese Perspektive sieht man zwar, wie es einem Kind zu der Zeit geht, man erhält aber trotzdem nicht eine kindliche Ansicht auf die Welt, sondern eine Perspektive von jemandem, der genau weiss warum was geschieht. 

    Die Figuren sind mir wirklich ans Herz gewachsen, und obwohl man durch die Allwissenheit des Todes stets schon im Voraus weiss, was geschehen wird, fiebert man trotzdem mit.


  2. Cover des Buches Nur eine Ohrfeige (ISBN: 9783453437272)
    Christos Tsiolkas

    Nur eine Ohrfeige

     (79)
    Aktuelle Rezension von: R-E-R

    Hector und seine Frau Aisha geben eine Gartenparty. Aisha will sich damit für andere Einladungen revanchieren. Und so sind eine Menge Gäste geladen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Kollegen aus dem Büro von Hector, Mitarbeiter aus Aishas Tierarztpraxis. Freunde, Verwandte und Bekannte. Eine bunt zusammen gewürfelte Schar, die sich zunächst gut zu amüsieren scheint. Bis eines der Kinder für Unruhe und Unmut sorgt. Wieder einmal ist es Hugo, der dreijährige Sohn von Rosie und Gerry. Beide sind erst spät Eltern geworden und scheinen mit der Erziehung heillos überfordert.


    Denn Hugo ist nur äußerlich ein kleiner, blonder Engel. Hector hat schon erlebt, wie der Kleine seine Frau getreten hat, als er nicht seinen Willen bekam. Und auch bei der Grillparty zeigt sich der Junge als verwöhntes, trotziges und widerspenstiges Kind, dass die Nerven der Erwachsenen strapaziert und mit dem keines der anderen Kinder spielen will. Tsiolkas hat ein Händchen dafür, das Aufheizen der Gefühle zu beschreiben. Wie bei einem drohenden Gewitter lässt er die Stimmung brodeln, bis die Ohrfeige als Blitz einschlägt.  


    „Das größte und folgenschwerste Problem des menschlichen Wissens liegt wohl dort, wo es um seine Anwendung auf die Erziehung der Kinder geht“ formulierte einst der Philosoph Michel de Montaigne. Ursache und Wirkung eines solchen Problems beschreibt Christos Tsiolkas in seinem Roman „Nur eine Ohrfeige“.


    Die Geschichte wird aus der Sicht von acht Personen erzählt: Hector, Anouk (Freundin von Aisha), Harry (Cousin von Hector), Connie (Aushilfe in Aishas Praxis), Rosie (Freundin von Aisha), Manolis (Hectors Vater), Aisha und Richie (Kumpel von Connie). Tsiolkas erzählt in eleganter Prosa. Er nimmt sich Zeit für seine Figuren. Beleuchtet ihr Seelenleben, lässt den Leser eintauchen in ihre Gedankenwelt, ihren Alltag, ihre Höhen und Tiefen, ihre Siege und Niederlagen.


    Nach der Ohrfeige ist nichts mehr wie vorher. Die Party-Gesellschaft löst sich auf, im eigentlichen und im übertragenen Sinne. Denn jeder geht nach Hause und nimmt dabei seine ganz eigene Sicht auf die Dinge mit. Eine Sicht, die das Verhalten aller alsbald bestimmt. Rosie entscheidet sich Harry anzuzeigen. Es kommt zu einer Gerichtsverhandlung. Aisha und Hector müssen sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen wollen. Der Druck der Familie ist groß. Der Druck der Freunde ebenso.


    Tsiolkas detailgetreue Milieuschilderung (Australien; Mittelschicht) sind interessant und aufschlussreich. Die Psychogramme der Figuren dagegen haben mich nicht durchweg überzeugt. Besonders Aisha fand ich problematisch. Hier passten für mein Empfinden Anfang und Ende nicht zusammen. Ohnehin hatte ich den Eindruck dass der starke Beginn des Romans zum Ende hin ein wenig nachlässt. Als wenn dem Autor auf halber Strecke die Puste ausgegangen wäre.


    Anfangs sind die Kapitel stimmig und tragen (trotz manchem Nebenschauplatz) zur Entwicklung des Romans bei. Am Ende wird es dann aber unübersichtlich. Tsiolkas verliert sich in seinen Handlungsfäden. Geht oft viel zu sehr ins Detail. Das liest sich zum Beispiel bei Manolis Erinnerungen an seinen Start in Australien als griechischer Immigrant sehr interessant. Während es bei Richies Bahnen durch die örtliche Schwimmhalle etwas langatmig um nicht zu sagen langweilig wird.


    Insgesamt gesehen lohnt sich der Roman aber. Besonders, wenn man sich einmal selber mit dem Kernproblem auseinandersetzt: der Ohrfeige.


     

  3. Cover des Buches I Am the Messenger (ISBN: 0375836675)
    Markus Zusak

    I Am the Messenger

     (47)
    Aktuelle Rezension von: liebling
    Zum Inhalt: Ed Kennedy ist fast 30 und kann nicht gerade auf ein von Erfolg gekröntes Leben zurückblicken. Er schlägt sich als Taxifahrer durch, lebt in einer runtergekommenen Hütte mit seinem Hund, dem "Doorman", all seine Geschwister sind auf der Überholspur unterwegs und seine Mutter mag ihn nicht, nutzt ihn aber trotzdem gern als Haussklaven und Packesel. Glücklich machen ihn eigentlich nur sein Hund und seine drei Freunde, mit denen er sich regelmäßig zum Kartenspielen trifft. Doch eines Tages wird seine mühsam konstruierte Routine durchbrochen, als er Zeuge und Geisel bei einem Banküberfall wird und den Räuber stellt. Kurz darauf bekommt er die erste Spielkarte zugeschickt, auf welcher sich Hinweise befinden. Mal sind es Adressen, mal Rätsel, die Ed lösen muss. Dahinter verstecken sich Menschen, deren Leben er beeinflussen und verbessern soll. Wie, das muss er selbst rausfinden. Der ersten Karte folgen weitere und sie füllen Eds Leben, das bisher vor sich hingeplätschert ist, mit Inhalt. Meine Meinung: Ich weiß immer noch nicht so recht, was ich von der Geschichte halten soll. Eins weiß ich: Ich liebe dieses Buch.Warum genau und wie ich das in Worte fassen soll, das gibt mir ähnliche Rätsel auf wie die, die Ed lösen musste. Stellenweise ist das Buch sehr bizarr, wenig realistisch und dadurch trotzdem auf seltsame Weise real und urkomisch. Ed selbst ist ein wahnsinnig lustiger Protagonist, sarkastisch und mit einem herrlichen Humor gesegnet, die es ihm auch erlaubt, alles mit einer gehörigen Portion Selbstironie zu betrachten. Dennoch merkt man, welche Menschen ihm etwas bedeuten, welche Dinge ihm nah gehen und was ihn verletzt. Mit dem Verlauf der Geschichte macht Ed eine Wandlung durch, die ich sehr schön beschrieben finde. Man merkt, wie er anfangs alles auf die leichte Schulter nimmt, sich später aber mit immer mehr Herzblut seiner unfreiwilligen Aufgabe widmet. Und ganz nebenbei tut er dies auch mit sich selbst und seinem Leben. Dinge, die er anfangs nur störend am Rande wahrgenommen hat, rücken immer mehr in sein Blickfeld, bis er sich schließlich dazu aufrafft und ihnen entgegen tritt, Probleme löst und Dinge klärt. Die Story an sich finde ich einfach großartig und originell. Jede Aufgabe wird mit soviel Detail beschrieben. Selbst kleinere davon sind so originell und erscheinen so wichtig, dass man den Einfluss Eds auf die Leben der anderen förmlich spüren kann. Häufig sind es nur kleine Anstöße, die, wenn wir mal ehrlich sind, wir alle hier und da gut gebrauchen könnten, ein kleiner Hinweis auf das, was zählt und richtig ist. Ich hatte beim Lesen unglaublich viel Spaß, obwohl es natürlich auch jede Menge "WTF"-Momente gab. Aber gerade die brachten mich dazu, noch mehr über die Handlung nachzudenken und noch mehr von den vielen schönen Details wahrzunehmen. Ich kann wirklich jedem das Buch ans Herz legen. Nur darf man nicht voreingenommen an das Buch rangehen, wenn man zuvor "Die Bücherdiebin" von Markus Zusak gelesen hat. Die beiden Bücher haben so gar nichts miteinander zu tun, mal abgesehen von der Tatsache, dass der Autor auch hier wieder keine Berührungsängste zeigt, was vermeintliche Tabuthemen angeht. Diese und weitere Rezensionen findet ihr auch auf meinem Blog: http://rabbitholereading.blogspot.com
  4. Cover des Buches Der Clan der Otori - Das Schwert in der Stille (ISBN: 9783733503215)
    Lian Hearn

    Der Clan der Otori - Das Schwert in der Stille

     (469)
    Aktuelle Rezension von: chloelenne
    Ich glaube, den ersten Band hab ich so 10x gelesen bis jetzt. Es ist immer wieder toll
  5. Cover des Buches Vergessene Schuld (ISBN: 9783442463954)
    Peter Temple

    Vergessene Schuld

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Stefan83
    Mehr als zehn Jahre hat es gedauert bis Peter Temple, in Australien mittlerweile zu den Top-Autoren gehörend, den Weg auf den deutschen Buchmarkt gefunden hat. Warum erst so spät wird sich der ein oder andere fragen, zumal Temples Werke inzwischen fünfmal mit dem renommierten Ned Kelly Award für Kriminalliteratur ausgezeichnet worden sind. Darunter auch einmal für sein Debüt "Vergessene Schuld", welches den Beginn der Reihe um den Anwalt und Pferdewettliebhaber Jack Irish einläutet. In diesem Fall muss man sagen, dass Preise wohl nicht immer gleichbedeutend für Qualität sind, denn schon lange hab ich mich bei einem Krimi nicht mehr so gelangweilt. Dabei ist der Plot alles andere uninteressant: Jack Irish, dessen Frau vor einiger Zeit von einem seiner Klienten getötet worden ist, hat seine Phase der schweren Depression fast hinter sich gelassen und hält sich mit Gelegenheitsjobs sowie dem gezielten Wetten auf Pferderennen finanziell über Wasser. Arbeit als Anwalt nimmt er kaum noch an, weshalb er mäßig interessiert darauf reagiert als Danny McKillop, den er damals im Fall einer Unfallflucht vertreten hat, ihn um Hilfe bittet. McKillop, der stets behauptet hat, sich nicht an die Umstände erinnern zu können, hat wegen dem Tod der Frau zwanzig Jahre im Knast abgesessen und anscheinend nun neue Beweise für seine Unschuld zu Tage gefördert. Zu langsam wird Irishs Interesse geweckt, denn bevor sich die beiden treffen können, ist Danny tot - ermordet. Als kurz darauf auch ein ehemaliger Zeuge des Unfalls stirbt, wird dem Anwalt klar, dass hinter dem Routinefall mehr steckt als damals angenommen... Eine im Grunde spannende Ausgangsbasis für einen noch spannenderen Plot, würde Temple sich nicht in hundertfachen störenden Ausschweifungen ergehen und seine Story mit allen möglichen Themen überfrachten. Besonders nervig ist die meiner Meinung nach völlig sinnlose Nebenhandlung, in der Pferdewetten en detail beschrieben werden. Sie zerstört immer wieder den sich ohnehin schon zäh aufbauenden Lesefluss und verhindert, dass im gesamten ersten Drittel irgendwie so etwas wie Spannung aufkommen kann. Neben der Hauptfigur Jack Irish bleiben die anderen Charaktere blass, wirken sie im gesamten Rahmen simpel und vorhersehbar konstruiert. Alles kommt recht unausgegoren daher und stellenweise scheint auch noch die Übersetzung nicht gut gelungen zu sein. Zusammenfassend liest sich das Buch schließlich wie ein Dennis Lehane im Leerlauf. Verschachtelte, dahin plätschernde Handlung mit Intrigen und Korruption, bei der allein das actionreiche Ende für Aufregung sorgt. Insgesamt hat mich "Vergessene Schuld" enttäuscht. Wenig Spannung, schnoddriger, müde zu belächelnder Witz und stereotype Figuren ergeben eine kaum unterhaltsame Mischung, die man sehr schnell wieder vergessen hat. Ich hoffe auf Besserung im zweiten Band, den ich mir wohl leider etwas vorschnell bereits zugelegt habe..
  6. Cover des Buches Ruf ins Jenseits (ISBN: 9783499247552)
    John Harwood

    Ruf ins Jenseits

     (58)
    Aktuelle Rezension von: thiefladyXmysteriousKatha

    Ruf ins Jenseits:

    Dieses Buch habe ich schon ganz lange im Auge gehabt. Mittlerweile ist es leider nur noch antiquarisch zu kaufen. Da vor kurzem Halloween war, wollte ich gerne etwas mit mystischem Inhalt lesen und dachte Geister und Séancen passen da perfekt. Das Buch hat einen wirklich besonderen Stil – eine typisch britische paranormale Geschichte mit leider ein zwei Längen. Dennoch kann ich das Buch empfehlen, wenn man einen sehr literarischen Stil mag und es durchhält besagte Längen zu lesen.

    Inhalt:

    «Verkaufen Sie das Haus oder brennen Sie es nieder. Sie dürfen niemals darin wohnen.»

    Constance Langdon ist Erbin von Wraxford Hall, einem düsteren und verrufenen Anwesen in Suffolk. John Montague, Anwalt der Familie, erzählt der neuen Hausherrin von der schaurigen Geschichte des Hauses: Vor Jahren war es Schauplatz eines okkulten Experiments, das mehrere Menschenleben forderte. Montague überlässt Constance die Tagebücher der jungen Eleanor, die nach dem Experiment spurlos verschwand. Eleanor hatte eine schreckliche Begabung: In düsteren Visionen sah sie, wer dem Tod geweiht war. Constance ahnt, dass ihr eigenes Schicksal mit dem Eleanors zusammenhängt. Allen Warnungen zum Trotz geht sie mit einer Gruppe von Spiritisten nach Wraxford, um das verhängnisvolle Experiment von damals zu vollenden …

    Meinung:

    Ein wirklich sehr spezielles Buch – das muss man sagen. Ich habe lange kein Buch mehr mit so einer besonderen Geschichte gelesen, auch wenn mir die Lektüre nicht an jeder Stelle leichtgefallen ist. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Der erste Abschnitt aus Constance Sich war total spannend und interessant. Man erfährt, wie sie aufgewachsen ist und lernt sie genau kennen. Außerdem hat ihre Mutter den Tod ihrer anderen Schwester nicht verkraftet und Constance tut alles, um der Mutter zu helfen – selbst Séancen beiwohnen.

    Leider folgte auf den spannenden Teil eine sehr schleppende Perspektive aus der Sicht von Constance‘ Anwalt. An dieser Stelle hätte ich das Buch am liebsten abgebrochen. Aufgrund der positiven Rezensionen bei Amazon habe ich dies jedoch nicht getan und kann nur sagen: zum Glück. Sobald Eleanor ins Spiel kam wurde die Geschichte wieder sehr interessant. Außerdem brannte ich darauf zu erfahren, was es mit Wraxford Hall auf sich hat.

    Das Ende war sehr spannend, wenn auch nicht ganz nach meinem Geschmack. Positiv möchte ich auch den Schreibstil von John Harwood betonen, der mir mit seiner britischen, literarischen Note sehr gut gefallen hat. Das Buch kann ich nicht uneingeschränkt empfehlen. Man muss schon ein gewisses Durchhaltevermögen haben, um dieses Buch genießen zu können. Ob es das wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Eine besondere Geschichte findet man in „Ruf ins Jenseits“ auf jeden Fall. Von mir gibt es 3 Sterne!

  7. Cover des Buches The Book Thief (ISBN: 9781439589052)
    Markus Zusak

    The Book Thief

     (236)
    Aktuelle Rezension von: butterflyinthesky
    Synopsis:
    HERE IS A SMALL FACT:
    YOU ARE GOING TO DIE.
    1939. Nazi Germany. The country is holding its breath. Death has never been busier.

    Liesel, a nine-year-old girl, is living with her foster family on Himmel Street. Her parents have been taken away to a concentration camp. Liesel steals books. This is her story and the story of the inhabitants of her street when the bombs begin to fall.

    SOME MORE IMPORTANT INFORMATION:
    THIS NOVEL IS NARRATED BY DEATH.

    My thoughts and opinion:
    OH MY GOD. You have no idea how much I cried during the last 100 pages of this book. It's heartbreaking. And beautiful. And so so real. Wonderfully written as well and my heart broke so much for Liesel. I can highly recommend it. Please do yourself the favor and read this book!
  8. Cover des Buches Ein schöner Ort zu sterben (ISBN: 9783746626833)
    Malla Nunn

    Ein schöner Ort zu sterben

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Gulan

    Die aktuell in Deutschland bekannteste Autorin von Apartheid-Krimis ist sicherlich Malla Nunn. Ihre Krimireihe um Detective Emmanuel Cooper und Constable Shabalala umfasst inzwischen vier Bände. „Ein schöner Ort zu sterben“ ist der Auftakt der Reihe und gleichzeitig Nunns Debütroman.

    „Wissen Sie, Captain Pretorius kannte jede Pflanze und jeden Baum, den es im Busch gibt“, fuhr King fort. „Er sprach sämtliche Eingeborenendialekte und kannte alle ihre Gebräuche. Anders als die anderen Holländer hier brauchte er keinen Bürohengst in Pretoria, um seinen Führungsanspruch zu rechtfertigen.“

    „Kannten Sie ihn gut?“, fragte Emmanuel. Es war nicht zu übersehen, dass der Engländer Captain Pretorius in dieselbe Kategorie des 'geborenen Herrschers' einordnete wie sich selbst. Der Rest der Menschheit, Polizisten eingeschlossen, war nur zum Dienen da. (S.109)

    Die kleine Stadt Jacob's Rest im Osten Südafrikas im Jahre 1952: An einem Flussufer direkt an der Grenze zum Nachbarland Mosambik wird die Leiche des örtlichen Polizeichefs Willem Pretorius gefunden. Pretorius, ein stämmiger Bure, war die absolute Autorität im Ort, durchaus von allen Bevölkerungsgruppen respektiert. Zur Untersuchung des Falls wird Detective Emmanuel Cooper allein nach Jacob's Rest geschickt. Doch viel Zeit unabhängig zu ermitteln, bleibt ihm nicht, denn schon bald kommt die Security Branch, die Geheimpolizei, in die Stadt – und die hat schon eine vorgefertigte Meinung, wer für den Tod von Pretorius verantwortlich ist.

    Cooper ahnt schnell, dass der geachtete Pretorius auch so seine Geheimnisse hatte, die der Schlüssel zu seiner Ermordung sein könnten. Und er merkt, dass ihm vor allem ein Mann bei der Lösung des Falles behilflich sein kann – der stoische, schweigsame, aber wachsame Constable Shabalala, ein hünenhafter Zulu und dennoch Vertrauter des Toten. Cooper selbst ist Veteran des Zweiten Weltkriegs und wird regelmäßig von seinen Dämonen heimgesucht. Doch er ist nicht gewillt, gegen die Security Branch die Segel zu streichen, sondern will die Wahrheit ans Licht bringen.

    Der Plot spielt im Frühjahr des Jahres 1952. 1948 hatte die Nasionale Party die Parlamentswahl mit dem politischen Thema Apartheid gewonnen und begann diese dann auch konsequent umzusetzen. Gleichzeitig begann der erbitterte Kampf der Regierung gegen tatsächliche oder vermeintliche kommunistische Umtriebe. In dieser politischen Lage bietet die Autorin in diesem Roman einen faszinierenden Ausschnitt eines Mikrokosmos einer Kleinstadt: Buren, Engländer, Mischlinge, Schwarze – und einen deutschen Juden. Nunn zeigt dabei die fragilen Verhältnisse zwischen den Rassen (übrigens auch zwischen den Weißen) sehr nuanciert auf.

    „Ein schöner Ort zu sterben“ ist einerseits knallhart und schonungslos, andererseits birgt er aber auch hoffnungsvolle Momente. Vor allem zeigt er die brutale Absurdität der Apartheid, exemplarisch am trotteligen Jungpolizisten Hansie, der doch tatsächlich den gleichen Rang als Constable hat wie der intelligente und lebenserfahrene Shabalala. Ein sehr überzeugender Debütroman.

  9. Cover des Buches The Vivisector (ISBN: 0143105671)
    Patrick White

    The Vivisector

     (1)
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  10. Cover des Buches The Living and the Dead (ISBN: 0140185267)
    Patrick White

    The Living and the Dead

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  11. Cover des Buches Wrong about Japan (ISBN: 9783596168408)
    Peter Carey

    Wrong about Japan

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania

    Ein Vater fährt mit seinem Sohn nach Japan. Obwohl dieses Land aus so viel mehr besteht als Manga, ist das der Schlüssel, der den Jungen aufweckt. Und so reisen die beiden in das Land zwischen Tradition und Innovation. Die einzige Angst des Jungen: Er will auf keinen Fall das „Echte Japan“. Schade, denn genau das hätte mich mehr interessiert. Auch den Vater, der diese Reise mit dem Schreiben eines Buches verbindet. Und so treffen sie auf Regisseure und Produzenten, die Animes erarbeiten, sprechen mit jemandem, der heute noch Schwerter schmiedet und besuchen riesige Spielautomatenhallen, in denen Sohn Charley begeistert den ganzen Tag verbringen könnte. Sie probieren auch allerhand Essen und Lebensmittel, kommen aber nicht umhin sich auch bei Starbucks einen Donut zu gönnen.

    Für eine zweiwöchige Reise ist leider ein sehr dünnes Büchlein nur herausgekommen, das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf Manga und Anime, mit denen ich mich persönlich nicht identifizieren kann. Ich kann mir jedoch vorstellen, was es bedeutet Illustratoren zu treffen, Interviews mit ihnen zu führen und gerade in Japan keine Antworten auf seine Fragen zu bekommen, denn nichts ist so, wie man sich als „Westler“ vielleicht denkt. Wir analysieren das ganze vielleicht zu Ende, dabei geht es dem Produzenten um etwas völlig anderes. Immer wieder erkennen zu müssen, dass die eigenen Gedanken nicht passen und eher auf Unverständnis stoßen. Einfach ist das sicher nicht. Aber eines hat es ganz klar (wieder einmal) in mir gestärkt: Ich möchte selbst unbedingt nach Japan reisen!

  12. Cover des Buches Tantalizing Locked Room Mysteries (ISBN: 9780802706805)
  13. Cover des Buches Das rote Flugzeug (ISBN: 9783442051588)
    Arthur W. Upfield

    Das rote Flugzeug

     (2)
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  14. Cover des Buches Käpt'n Blighs Albtraum (ISBN: 9783434525820)
    John Toohey

    Käpt'n Blighs Albtraum

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Bony und der Bumerang (ISBN: 9783442022151)
    Arthur W Upfield

    Bony und der Bumerang

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches The Wilderness (ISBN: 9780224089685)
    Samantha Harvey

    The Wilderness

     (1)
    Aktuelle Rezension von: WildRose
    "The Wilderness" von Samantha Harvey hat mir wirklich sehr gut gefallen. Es war sehr flüssig und spannend zu lesen, traurig, melancholisch, weise und berührend. Dieses Buch ist meiner Meinung nach daher wirklich ein Geheimtipp und unbedingt lesenswert, denn es überzeugt durch seinen unaufdringlichen Stil, der auf jeden Fall zum Nachdenken anregt und berührt.
  17. Cover des Buches Sommerland (ISBN: 9783827000859)
    Malcolm Knox

    Sommerland

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Golightly
    "Sommerland" hätte es verdient gehabt ein Bestseller zu werden. Stattdessen ist es sang- und klanglos in der Masse untergegangen. Völlig zu unrecht! Ein Buch über Betrug in allen Varianten: Betrug am Partner, Betrug an sich selbst, Betrug den Freunden gegenüber. Schon der Klappentext weist auf Parallelen zum "Großen Gatsby" hin. Und tatsächlich erinnern die Geschichte und die Charaktere etwas an den Klassiker. Diese Geschichte wirkt nach und hat mich lange fest gehalten. Sehr lesenswert!
  18. Cover des Buches Tödlicher Kult (ISBN: 9783442051328)
    Arthur W. Upfield

    Tödlicher Kult

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Bony übernimmt den Fall (ISBN: 9783442020317)
    Arthur W. Upfield

    Bony übernimmt den Fall

     (1)
    Aktuelle Rezension von: TheRavenking

    Der südaustralische Farmer William Lush ist ein Säufer und brutaler Schläger, der seine Frau und Tochter in Schrecken hält, vor allem seine unglückselige Ehefrau lebt in ständiger Angst vor dem groben Mann.

    Irgendwann kann es die Tochter Jill nicht mehr länger ertragen, nachdem ihre Mutter halbtot geprügelt wurde, verbarrikadiert sie den Eingang des Hauses und wartet, mit einem Gewehr auf die Rückkehr des verhassten Vaters, der sich auf eine weitere Sauftour begeben hat, als er mitten in der Nacht auftaucht und um Einlass bittet schießt sie durch die Tür auf ihn und scheint ihn dabei zu verletzen, doch am nächsten Morgen ist Lush verschwunden, es findet sich zwar eine Blutspur, doch der Mann scheint vom Erdboden verschluckt. Ist er geflohen oder war die Schussverletzung vielleicht sogar tödlich, aber wenn dem so ist, wo ist dann sein Leichnam?

    Als die Mutter an den erlittenen Verletzungen stirbt, fürchtet die Tochter man würde sie für den Mord am Vater zur Rechenschaft ziehen und versucht die Sache zu vertuschen.

    Detektivinspektor Napoleon Bonaparte indes ahnt, dass mehr hinter der Sache steckt. Er quartiert sich auf der Farm ein und versucht herauszufinden, was mit William Lush geschehen ist.  Bony ist ein Halbblut, halb Aborigine halb Weißer, er versteht sich hervorragend auf die Spurenlese, teilt aber auch gleichzeitig den Aberglauben vieler australischer Ureinwohner. Andererseits hat er aber eine hervorragende westliche Bildung genossen und ist ein perfekter Gentleman. Dank seiner Ermittlungserfolge und seines freundlichen Auftretens genießt er in den Kreisen der Polizei weitreichenden Respekt und wurde im Laufe der Jahre fast zu einer Art Legende, weshalb man ihn immer wieder mit den schwierigsten Fällen betraut. (Seinen eigenartigen Namen erhielt er übrigens daher, dass er, als man ihn als Knirps in der Wildnis fand, gerade in einer Biographie des französischen Kaisers blätterte.)

    Im Folgenden werden wir Zeugen wie Bony sich um die Tiere auf der Farm kümmert er füttert die Kookaburras und melkt die Kühe, ja, Bonaparte ist ein perfekter Detektiv, der wirklich alles kann. Wegen eines Hochwassers gestaltet sich die Suche nach Spuren als knifflig, aber schließlich findet der Ermittler doch noch Antworten auf seine Fragen.

    Eine Kritik bezeichnete das Buch als inverted locked-room mystery, und tatsächlich geschieht der Mord hier außerhalb des Hauses, während die potenziellen Täter innen eingesperrt sind. Allerdings weiß Upfield aus dieser interessanten Prämisse überhaupt kein Kapital zu schlagen und mit dem Fortschreiten der Handlung versinkt „Madman’s Bend“ (so der Originaltitel) in purer Langeweile. Liegt es vielleicht daran, dass es sich hier um den vorletzten Titel der Reihe handelt und dem Autor die Ideen ausgegangen sind? Jedenfalls kann die Auflösung des Kriminalfalles kaum überzeugen.

    Bony übernimmt den Fall besticht zwar durch gelungene Landschaftsbeschreibungen ist aber als Detektivgeschichte ein absoluter Rohrkrepierer.

  20. Cover des Buches Spuren (ISBN: 9783499233227)
    Robyn Davidson

    Spuren

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Bookflower
    Das Buch lässt sich schnell und fließend lesen.
    Ich finde es war ein Erlebnis in eine andere Welt hinein zu tauchen.
    Die Strapazen welche Robyn durchleben muss um endlich ihren lang gesehnten Traum zu erfüllen, lässt sie wachsen und ich konnte mir ihr mitfühlen und mitleiden!
    Sie lernt Menschen kennen, muss mit Wahnvorstellungen zurecht kommen, entwickelt Strategien und muss zusehen wie das Leben endet!
    Diese Reise verändert einen Menschen und jeder kann so eine Reise machen!

    Gerne hätte ich noch mehr erfahren als die Reise zu Ende war. Im Nachhang schildert Robyn Davidson wie sie sich gefühlt hat. Dies ist sehr eindrücklich!
    Ein tolles Buch um eine Reise von zu Hause aus zu beginnen.
  21. Cover des Buches Die Zeit, die wir uns nahmen (ISBN: 9783453407725)
    Steven Carroll

    Die Zeit, die wir uns nahmen

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    1970 - Es ist immer noch der Vorort von Melbourne, aber er hat sich verändert. Ein großes Ereignis wirft seine Schatten voraus. Das 100jährige Bestehen. Es soll eine Feier geben und ein Künstler wird die Geschichte des Ortes in einem riesigen Wandgemälde festhalten. Michael geht inzwischen aufs Collage und macht seine ersten Erfahrungen mit der Liebe und den Schmerzen die sie bereiten kann. Die Ehe seiner Eltern ist längst gescheitert. Sie leben getrennt. Rita wohnt nun allein in dem Haus und Vic ist in einen kleinen Küstenort gezogen. Regelmäßig schreiben sie sich Briefe und sie haben beide immer noch einen festen Platz im Leben des anderen. Rita arbeitet stundenweise für Mrs. Webster, deren Mann bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben kam. Die beiden Frauen verstehen sich ohne viele Worte. Eines Tages nimmt Mrs. Webster Rita mit und sie erfährt dabei von der Gabe der Geschwindigkeit. Jenem Augenblick in den Vergangenheit und Gegenwart eins werden. --------- Wie schon in den beiden ersten geht es auch im letzten Teil um Gefühle, Träume und Hoffnungen. Immer mehr wird klar dass es die Zeit ist die alles verändert. Nicht nur um uns herum ist alles im Wandel, auch wir, unsere Gefühle verändern sich. Unsere Träume und Hoffnungen sind nicht mehr die gleichen. Auch diesmal bedient sich Steven Carroll wieder einer sehr poetischen Sprache. Er schafft es immer wieder eine sehr intensive fast intime Atmosphäre zu schaffen. Wir sehen Vic der gefangen ist in seinem Alltag, bestehend aus immer wiederkehrenden Barbesuchen. Mit immer den gleichen Freunden, die eigentlich gar keine richtigen Freunde sind. Unfähig sich aus diesem Kreis zu lösen oder lösen zu wollen. Rita, die immer noch in der gleichen Strasse, in immer noch dem gleichen Vorort wohnt. Wie all die Jahre zuvor scheint sie nicht wirklich dort hin zu gehören und doch schafft sie es nicht fortzugehen. Bis zu diesem Erlebnis, das vieles verändert. Michael, der die Stummheit seiner Eltern scheinbar geerbt hat. Die Stummheit, die es ihm nicht möglich macht seine Gefühle und Wünsche in Worte zu fassen. --------- Alleine durch die Erzählweise Steven Carrolls, ein lesenswertes Buch. Auch wenn mich dieser letzte Roman nicht genauso fesseln konnte wie die beiden ersten. Es gab Rückblicke auf Ereignisse die ich gerade erst in den vorangegangenen Teilen gelesen hatte. Darum nur 3 Sterne. Und trotzdem muss ich sagen es war ein gelungener Abschluss dieser Familiensaga.
  22. Cover des Buches In fremder Haut (ISBN: B0000BGZ87)
    Sydney George Bunce

    In fremder Haut

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches A Fraction of the Whole (ISBN: 0385521731)
    Steve Toltz

    A Fraction of the Whole

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches The Mammoth Book of Time Travel SF (Mammoth Books) (ISBN: 9781472100269)

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