Bücher mit dem Tag "auswanderer"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "auswanderer" gekennzeichnet haben.

216 Bücher

  1. Cover des Buches Der Junge, der Träume schenkte (ISBN: 9783404160617)
    Luca Di Fulvio

    Der Junge, der Träume schenkte

     (1.135)
    Aktuelle Rezension von: Christin87

    . . . diese Worte bläut die junge Italienerin Cetta Ihrem Sohn Natale ein, kaum dass er alt genug ist, die Bedeutung zu verstehen. Im Jahr 1909 betritt sie mit 15 Jahren und ihrem 8 Monate alten Sohn zum ersten Mal amerikanischen Boden und landet von einem Elend im anderen.

    Natale, der nun Christmas genannt wird, kennt nur das arme New Yorker East End, bis er 12 Jahre später durch seine Hilfsbereitschaft auch einen Einblick in das reiche Upper Manhattan erhält und einen ersten Eindruck von der Liebe bekommt.

    Wir lernen in diesem Moment die 13-Jährige Ruth kennen, die innerhalb einer Nacht, durch Bill, den Gärtner ihres Großvaters, ihre Kindheit und sich selbst verlieren wird.

    Auf 784 Seiten begleiten wir diese 4 Charaktere über insgesamt ca. 20 Jahre. Das Leben ist hart, die Taten brutal. Gangs beherrschen die Straßen, Prostitution, Vergewaltigung, nichts wird geschönt. Aber es ist keine blutige Effekthascherei. Es ist die Beschreibung von schweren Schicksalen in den 1910er und 1920er Jahren, über alle Gesellschaftsschichten hinweg. Es ist das Leben.

    Und Christmas hat ein besonderes Talent, das ihm dieses Leben erleichtert. Er hat Charisma, mit dem er Menschen für sich einnehmen kann, und die Fähigkeit Geschichten zu erzählen, die man ihm glaubt. Und dies ist seine Chance das Leben zu ändern. Seines und das von anderen.

    Ich empfand das Buch als sehr intensiv und trotz des Umfangs nicht zu lang. Ich fand es hart, aber ich habe es alles so empfunden, als könnte diese Geschichte wirklich passiert sein. Und ich fand es ganz toll, dass im Laufe des Buches immer mal historische Persönlichkeiten in die Geschichte eingestreut wurden.
    Christmas ist eine tolle, vielschichtige Romanfigur und seine Mutter ist eine bewundernswert starke Frau. Selbst die Nebenfiguren sind beeindruckend, liebevoll und intensiv beschrieben.

    Ein Buch wie ein Hollywoodfilm. Für alle, die nicht zu zart besaitet sind.
     

  2. Cover des Buches Der Ruf der Trommel (ISBN: 9783426518267)
    Diana Gabaldon

    Der Ruf der Trommel

     (893)
    Aktuelle Rezension von: geBUCHt

    Im 4. Band der Outlander-Reihe bauen sich Claire und Jamie ein neues Zuhause in Amerika auf. Um Land in Anspruch nehmen zu können, musste Jamie Bedingungen zustimmen, welche zukünftig Ärger versprechen. Der Aufbau der Ortschaft Fraser's Ridge beginnt. In der Zeit verfolgt der Leser auch das Schicksal von Brianna und Rodger. Denn die junge Frau hat zunehmend das Bedürfnis zu erfahren, wer sie eigentlich ist. Was sie mit ihrem echten Vater verbindet und die Sehnsucht nach ihren Wurzeln zu suchen, wird immer größer.

    Dieser Band unterscheidet sich von den Vorgängern. Der Fokus liegt nicht mehr allein auf Claire und Jamie, sondern auch auf deren Tochter. Dieser neue Erzählstrang gibt der Reihe einen neuen Reiz, verleiht ihr eine ebenso mitreißende und spannende, neue Liebesgeschichte. Dabei bleibt die Autorin sich treu und beschreibt weiterhin alles sehr detailliert, naturlieb und überzeugend. Und was ich am besten finde, es bleibt unvorhersehbar.

    In der ersten Hälfte des Buches ging es noch viel um Claire und Jamie. Und da die beiden in den ersten 3 Büchern so viele Hürden und Streitigkeiten überwinden mussten, hat meine schiere Begeisterung leider kurze Zeit langsam abgenommen, weil bestimmte Szenen oder Konzepte sich wiederholten oder ähnlich abliefen. Bei der Hälfte wurde die Geschichte rund um Brianna und Roger intensiver aufgenommen und ab diesem Zeitpunkt konnte ich das Buch nicht mehr weglegen. Es kam frischer Wind rein. Neue Aspekte wurden aufgenommen, allein schon deswegen, weil man das ursprüngliche Paar Claire und Jamie, nunmehr aus einer anderen Perspektive gesehen hat. Nämlich als Eltern. Vor allem war es interessant zu sehen, was für Charaktereigenschaften Brianna von ihren Eltern geerbt hat. Wie gut diese beschrieben worden sind.

    Es waren lustige Momente vorhanden, insbesondere dann, wenn Jamie „altmodische“ Ansichten äußerte, doch der Leser nur zu gut wusste, dass die sture, freiheitsliebende Brianna damit überhaupt nicht einverstanden wäre.

    Mit Roger haben wir einen neuen Helden näher kennengelernt. Anders als Jamie, aber nicht weniger mutig und liebenswert. Ich habe genauso mitgefiebert mit seinem Handlungsstrang, wie schon damals bei Claire und Jamie.

    Indianer haben eine große Rolle in dieser Fortsetzung gespielt. Von ihnen lief eine schaurige, raue Atmosphäre aus. Man lernte neue Bräuche und Verhaltensweisen kennen. Besonders Jamies Neffe Ian trat in Zusammenhang mit den „Wilden“ ins Spiel. Es passierten skurrile und gefährliche Begebenheiten. Auch hier hat Diana Gabaldon es geschafft einen neuen Schauplatz zum Leben zu erwecken. Ich staune immer wieder, wie vielfältig sie schreiben kann. Nachdem wir im 2. Band glaubwürdig am französischen Hof waren, sind wir hier ebenso glaubwürdig mitten in der Wildnis bei Indianern.

    Ich freue mich auf den 5. Band! Und wenn es jemanden gibt, der zwischenzeitlich auch einen Abschnitt nicht mehr ganz so fesselnd findet, dann bleibt dran. Es lohnt sich.   

  3. Cover des Buches American Gods (ISBN: 9783847905875)
    Neil Gaiman

    American Gods

     (373)
    Aktuelle Rezension von: Raiden

    Mythische und mystische Urbanfantasy für Erwachsene mit viel Melancholie. Sehr gut ausgearbeitete Charaktere und eine interessante Story. Kurze Zwischenkapitel machen das ganze Setting noch gelungener.

  4. Cover des Buches Sophia oder Der Anfang aller Geschichten (ISBN: 9783446249417)
    Rafik Schami

    Sophia oder Der Anfang aller Geschichten

     (110)
    Aktuelle Rezension von: Resimama

    Ich musste mich etwas einlesen und hatte am Anfang Schwierigkeiten, alle Personen auseinander zu halten. Dann aber habe ich mit Genuss diese wunderschöne Geschichte gelesen. Die Beziehungen sind liebevoll geschildert. Es gibt viele Stellen, an denen ich innegehalten habe und über die Weisheit und Scharfsinnigkeit der Menschen in diesem Buch (des Autors!!) nachgedacht habe. Ich werde auf jeden Fall bald mehr Rafik Schami lesen

  5. Cover des Buches Der Glanz von Südseemuscheln (ISBN: 9783453418196)
    Regina Gärtner

    Der Glanz von Südseemuscheln

     (80)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee

    Samoa, 1914: Mathilde Hinrichs wartet auf eine letzte Maschine, um mit ihrem Bruder Fritz endlich die Konservenfabrik für Ananas in Betrieb zu nehmen, die sie auf ihrer Plantage anbauen. Doch der Erste Weltkrieg kommt ihren Plänen zuvor. Mit der neuseeländischen Besatzung verliert die Insel nicht nur den Status als deutsches Hoheitsgebiet, auch die deutsche Bevölkerung verliert nach und nach ihren Besitz und ihre Rechte. Mathilde kämpft aber weiterhin für die Erfüllung ihres Traums.


    Mathildes Cousine Alma ist mit ihrem Mann Joshua nach Sydney gezogen, wo er als Kapitän meist auf See ist. Daher bekommt er zunächst gar nicht mit, dass mit dem Kriegsausbruch eine extrem antideutsche Stimmung in Australien herrscht, die Alma und den Sohn Max vor Schwierigkeiten stellt. Als Joshua schließlich während einer Tour als verschollen gilt, muss Alma ebenfalls mit ungeahnten Widrigkeiten kämpfen.


    Es ist schon mehrere Jahre her, dass ich das Vorgängerbuch „Unter dem Südseemond“ gelesen habe, und ich hatte etwas Sorge, nicht mehr zu den Charakteren und in die Handlung zurückzufinden. Doch Alma und Joshua sind mir in Erinnerung geblieben und die Sorge war unbegründet. Mathilde war ebenfalls ein sehr spannender und interessanter Charakter. Sie ist sehr unabhängig und unternehmerisch, das hat mir imponiert. Überhaupt sind die Frauen hier die Starken. Die Männer sind mit Ausnahme Scott Turners, beinahe ständig unterwegs oder interniert, so dass die Hauptlast der Versorgung bei den Frauen liegt. Das empfand ich als sehr authentisch.


    Man merkt, dass Regina Gärtner wieder sehr gut recherchiert hat, um die Atmosphäre während des Ersten Weltkriegs, sowohl in Australien als auch auf Samoa, einzufangen. Dies ist ihr hervorragend gelungen. In der Schule haben wir damals eher die Auswirkungen als die Details des Ersten Weltkriegs behandelt, daher war es mir zum Beispiel neu, dass deutsche Kriegsschiffe bis in den Indischen Ozean hinein in Kampfhandlungen verwickelt waren. Die Besetzung Samoas durch neuseeländische Soldaten bis hin zum Gewissenskonflikt bei Mathilde, als sie für Turner arbeitet und sich dann in ihn verliebt, sind authentisch und fesselnd dargestellt. 

    Im Gegensatz dazu war Almas Teil oft geradezu gemächlich erzählt. Bei beiden Frauen wünschte ich mir an einem Punkt, dass die Handlung nun den nächsten Schritt tut, sonst wäre es über kurz oder lang zu eintönig. Zum Glück geschah dieser Schritt dann auch kurz darauf.


    In einem Punkt war mir der glückliche Zufall dann etwas zuviel, nämlich als es um den Jungen Patrick und seine Herkunft ging. Daher vergebe ich „nur“ vier Sterne. Das obligatorische Happy End kommt aber sehr stimmig daher, wie ich es von einem Historischen Roman mit Liebesgeschichte erwarte. Insgesamt empfand ich sowohl „Unter dem Südseemond“ als auch „Der Glanz von Südseemuscheln“ als sehr stimmig und atmosphärisch erzählt. Dabei habe ich außerdem noch viel über das Leben in der ehemaligen deutschen Kolonie Samoa gelernt, einen literarischen Schauplatz, den ich bis dato noch nie „besucht“ habe.

    Ich kann die beiden Romane um Alma und Mathilde allen empfehlen!

  6. Cover des Buches Der Zug der Waisen (ISBN: 9783442481613)
    Christina Baker Kline

    Der Zug der Waisen

     (184)
    Aktuelle Rezension von: Rodrik-Andersen

    Die 17-jährige Molly muss Sozialstunden bei der Witwe Vivian ableisten. Anfangs ist sie darüber nicht sonderlich glücklich. Doch bald stellt sie fest, dass es sich bei der alten Frau um eine Waise handelt, die Ende der 20er Jahre ihre Familie verloren hat und deshalb von New York aus mit dem Zug in den Mittleren Westen verfrachtet worden ist, um bei einer neuen Pflegefamilie unterzukommen. Wie es der Zufall will lebt auch Molly bei Pflegeeltern, wo es immer wieder zu Reibereien kommt. Ob sie von Vivian und ihrem Beispiel lernen kann?

    Der Roman, der sich auf Tatsachenberichten stützt, zeichnet sich durch die Anwendung des klassischen Ansatzes aus, bei dem zwischen Szenen aus der Vergangenheit und der Gegenwart abwechselnd hin und her gesprungen wird. Dadurch werden zwei Geschichten parallel erzählt. Diese Vorgehensweise kommt insbesondere zum Tragen, wenn die Handlungsstränge letztlich zusammengeführt werden oder sich gegenseitig befruchten (Stichwort: Aha-Effekt). Falls es allerdings nur wenige Berührungspunkte gibt, dann besteht die Gefahr, dass keine der beiden Geschichten ihr jeweiliges Potenzial vollständig entfalten kann. Letzteres ist für mich bei diesem Roman passiert. Das mag auch der Grund sein, warum bei mir beim Lesen über weite Strecken kaum Spannung aufkommen wollte. Erst gegen Ende, als Vivian ihren Platz in der Welt gefunden hat und aufzublühen beginnt, fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

    Fazit: Bei „Der Zug der Waisen“ handelt es sich um einen unterhaltsamen Roman, der auf Tatsachenberichten beruht. Allerdings vermochten es die beiden Erzählstränge nicht, mich zu packen. Hätte sich die Autorin ausschließlich auf Vivians Werdegang konzentriert, wäre bestimmt eine spannendere und wahrhaft bewegende Geschichte daraus geworden.

  7. Cover des Buches Bella Germania (ISBN: 9783596521807)
    Daniel Speck

    Bella Germania

     (189)
    Aktuelle Rezension von: Sabine_Herbst

    Wer noch nicht wusste, wie die Gastarbeiter nach Deutschland kamen, der ist hier genau richtig. Auch die Geschichte um die Automobilindustrie wird auch für Laien gut beschrieben. Und das alles ummantelt mit einer Liebesgeschichte, Drama und allem was dazugehört. Manche Absätze waren für mich etwas langatmig. Ich würde diesen Roman auf alle Fälle wieder lesen. 

  8. Cover des Buches Die Zeit der Feuerblüten (ISBN: 9783404170883)
    Sarah Lark

    Die Zeit der Feuerblüten

     (120)
    Aktuelle Rezension von: dorothea84

    Mecklenburg, 1837: Wir lernen Ida und Karl als Kinder kennen. Dann gibt es schon den ersten Abstecher nach Neuseeland und wir lernen einen weiteren Charakter kennen. Dann beginnt die Reise von Ida und Karl und wir begleiten sie von Anfang an. Beide auf verschiedenen Wegen und doch habe beide das gleiche Ziel - Neuseeland. Spannend, düster, grausam und traurig, in dieser Geschichte bekommt einfach eine Vielzahl von Gefühlen. Die einen immer wieder aufwühlen, schocken und aufregen. Man merkt die Seiten des Buches fast gar nicht. Die Geschichte fesselt einen, einfach an sich und lässt erst einen los als es zu Ende ist. Neben Ida und Karl's Geschichten kommt noch ein weiterer Charakter dazu, der viel der Geschichte erzählt und der ein oder andere erzählt aber auch ab und zu mal, was hier gerade passiert ist. So bekommt das ganze noch viel mehr Dimension.

  9. Cover des Buches Kain und Abel (ISBN: 9783453422032)
    Jeffrey Archer

    Kain und Abel

     (103)
    Aktuelle Rezension von: Emili

    In der Familiensaga von Jeffrey Archer "Kain und Abel" wird von zwei sehr erfolgreichen Männern erzählt. Was mir ausgesprochen gut gefallen hat, die Erzählung beginnt mit ihrer Kindheit, geht über die Jugendzeit und Erwachsenenleben bis zum Alter. Mit allen dazugehörigen Informationen.

    Ein umfangreich angelegte Geschichte, in die man sehr gut  eintauchen kann.   Denn Archer kann hervorragend erzählen: fesselnd, interessant, bildhaft.

    Zu keiner Zeit möchte man das Buch aus der Hand legen. Bei solchen Themen, wie Wirtschaft, Finanzwelt, Aktiengeschäfte - und davon wird sehr viel berichtet, hätte ich, ohne das Buch gelesen zu haben, gedacht, es ist nicht meins. Aber ich muss dazu sagen, ich habe noch keinen Autor gelesen, der über diese Themen so interessant erzählen kann. Ich fand das Buch unglaublich fesselnd und habe mit großem Lust gelesen. 

    Für mich ist es selbstverständlich, dass weitere Bücher des Autors folgen würden. Sehr zu empfehlen. Von mir gibt es 5 Sterne.

  10. Cover des Buches Der Empfänger (ISBN: 9783608964639)
    Ulla Lenze

    Der Empfänger

     (114)
    Aktuelle Rezension von: Zuzi1989

    Beim Cover dachte ich mir, warum es zensiert wurde? Was es damit auf sich hat. Und generell wie der Titel zur Geschichte passt.

    Ulla Lenz Schreibstil ist überaus flüssig, sie schildert uns die Geschichte eines Mannes, welcher wahrscheinlich unabsichtlich in Spionagetätigkeiten verwickelt wurde (durch seine Funkkentnisse) . Dies passierte wahrscheinliche durch seine naive,  törichte Art. Wir erleben die damalige Zeit und was mancher für dessen Vorteil bereit war zu tun.

    Die Charaktere wurden zwar authentisch beschrieben, jedoch bekam man keinen wirklichen Draht zu ihnen, was aber hier kein Hindernis ist, da man ja die Geschichte darüber erfahren möchte.


    Es wurde in diesem Werk eine Thematik aufgegriffen, welche mir bis dato noch nicht bekannt war. Ein zeitgeschichtlicher Roman über den Großonkels der Autorin. Keine leichte Kost

  11. Cover des Buches Die Insel der tausend Quellen (ISBN: 9783404168163)
    Sarah Lark

    Die Insel der tausend Quellen

     (170)
    Aktuelle Rezension von: Azyria_Sun

    Worum geht’s?

    Nachdem Noras erste Liebe stirbt und mit ihm der Traum an ein gemeinsames Leben in der Karibik, heiratet sie einen verwitweten Zuckerrohrpflanzer, um diesem gemeinsamen Traum auf Jamaika und damit dem Geist ihres verstorbenen Geliebten näher zu sein. Dort muss sie entsetzt miterleben, wie die Sklaven gehalten und behandelt werden und sie tut alles, um diesen das Leben etwas zu erleichtern. Und verliert dabei ihr Herz.

     

    Meine Meinung:

    Mit ihrem Roman „Die Insel der tausend Quellen“ entführt uns Sarah Lark diesmal nicht nach Neuseeland, sondern vom London des Jahres 1732 ins Jamaika der Jahre danach. Dabei beginnt sie eine neue Familiensaga, in der wieder auf eindrucksvolle Weise historische Details mit fiktiven Erlebnissen verbunden werden. Und wieder hat die Autorin es geschafft, mich komplett eintauchen zu lassen in das 18. Jahrhundert in der Karibik. In die Flora und Fauna, aber auch in die Welt der Menschen dieser Zeit.


    Mit Nora stellt sie uns eine Person vor, die einfach unglaublich ist. Wir erleben mit, wie sie von einer verliebten Jugendlichen zur erwachsenen Frau wird. Wie sie sich den Umständen ihres Lebens immer wieder aufs Neue anpasst. Dann haben wir noch Granny Nanny, die Königin der Maroons, und die Obeah-Frau Tolo. Ebenfalls beeindruckende Persönlichkeiten. Und Adwea, die als Köchin bei Nora und ihrem Mann arbeitet. Auch sie eine Frau, die man einfach gernhaben muss. Und natürlich Doug, Noras Stiefsohn. Alle Personen in diesem Roman hat Sarah Lark wieder auf ihre einzigartige Weise zum Leben erweckt. Die sympathischen wie die unsympathischen. Und beim Lesen hat sich alles so real angefühlt, wie ein Stück lebendig gewordene Geschichte.

     

    Noras Leben in London war schon spannend. Der Unterschied zwischen Arm und Reich. Und erst das Leben auf der Zuckerrohrplantage. Die Behandlung der Sklaven. Überhaupt das Verschleppen der Sklaven in die Kolonien, die grausamen Zustände, die dort herrschten. Und die Maroons, die sich in den Bergen einen eigenen kleinen Staat erschaffen haben. Es war ergreifend und mitreißend, darüber zu lesen und auch über die Friedensverhandlungen zwischen dem Gouverneur und Granny Nanny mit dem anschließenden Vertragsschluss. Diese ganzen historischen Details fliesen wieder so gekonnt in die Geschichte von Nora, Doug, Máanu und Akwasi ein, dass es einfach nur Spaß macht, sich auf die Reise ins 18. Jahrhundert zu begeben. Ich habe Nora auf den Seiten wirklich ins Herz geschlossen und obwohl das Ende vorhersehbar war, habe ich mich doch von Herzen für sie gefreut und bin schon sehr auf die Fortsetzung dieser weiteren genialen Familiensaga aus der Feder von Sarah Lark gespannt!


    Fazit:

    „Die Insel der tausend Quellen“ ist Sarah Larks Auftakt zu einer weiteren genialen Familiensaga. Sie entführt uns mit Nora nach Jamaika. Wir erleben mit, wie Sklaven im 18. Jahrhundert behandelt werden. Wie deren Leben auf den Zuckerrohrplantagen aussieht. Und wir sind bei den Vertragsverhandlungen der Maroons mit dem Gouverneur von Kingsley mit dabei. Neben historischen Fakten dürfen wir dann am fiktiven Leben der Menschen teilhaben – Sarah Lark hat auch hier wieder wunderbare und außergewöhnliche Charaktere erschaffen, die alles noch lebendiger machen und einen noch näher in Geschehen führen.

     

    5 Sterne für diese mitreißende Reise in die Karibik und ich freue ich schon auf die Fortsetzung!

  12. Cover des Buches Das Tor zur Welt: Träume (ISBN: 9783499009211)
    Miriam Georg

    Das Tor zur Welt: Träume

     (124)
    Aktuelle Rezension von: ilonas_buecherwelt

    Meinung
    ■■■■■
    Dieser Roman ist mein erster und die Autorin konnte mich auf Anhieb begeistern.
    Es handelt sich hier um eine Auswanderer Geschichte, deren Handlungsort Hamburg ist.
    Kurzer Einblick von mir :
    Mehr als 60 Millionen Menschen aus Europa wagten Anfang des 20.Jahrhunderts den Schritt ins Unbekannte. Aufgrund von Verfolgungen und Hungersnöten ließen sie ihr altes Leben in
    Europa hinter sich, um in der neuen Welt nach dem Glück zu suchen.
    Viele Menschen setzten ihre Hoffnung auf Amerika, laut vieler Verheissungen.
    Die Autorin hat versucht, von dieser Atmosphäre einzufangen und erzählt anhand von 2 unterschiedlichen Charakteren die Situation in Hamburg Ende des 19.und Anfang des 20.Jahrhunderts.
    Ava,ist eine junge Frau aus der Arbeiterschicht und Claire ist eine verwöhnte junge Frau aus der Oberschicht Hamburgs. Die beiden treffen sich aus unterschiedlichen Gründen in der Auswanderungsstadt, die damals aufgrund des hohen Andrangs an Menschen in Hamburg errichtet wurde.
    ÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷
    Für mich war dieses Buch mit Spannung geladen. Ich war direkt im Geschehen und erfuhr viel
    über die Verhältnisse der kleinen Leute zu dieser Zeit.
    Auch über die Cholerawellen, die Hamburg Ende des 19.Jahrhunderts fest im Griff hatte und leider sehr viele Menschenleben forderte.
    Die beiden Protagonisten, die hier im Mittelpunkt standen, fand ich sehr gut getroffen und ausgearbeitet. Langeweile kam für mich nicht auf.
    Der Schreibstil war für mich sehr flüssig geschrieben und das Cover fand ich passend gewählt.
    Alles in allem war dies für mich eine schöne Geschichte, die ich sehr gerne weiter empfehle und mit 💫💫💫💫💫 bewerte.

  13. Cover des Buches Die Mitte der Welt (ISBN: 9783551583956)
    Andreas Steinhöfel

    Die Mitte der Welt

     (705)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    In diesem Sommer wird sich alles verändern. Phil und seine Zwillingsschwester Dianne sind siebzehn Jahre alt und leben mit ihrer exzentrischen Mutter in einer Kleinstadt. Schon immer waren sie Außenseiter, denn den engstirnigen Bewohnern waren die wechselnden Partner der Mutter stets ein Dorn im Auge. Dianne zieht sich in diesem Sommer immer mehr zurück und Phil verliebt sich in einen Klassenkameraden. Wunderbar erzählt und mit vielen spannenden, lustigen, traurigen und tiefgreifenden Rückblenden erzählt Andreas Steinhöfel eine Geschichte so wie nur er es kann. 1998 ausgezeichnet mit dem Buxtehuder Bulle.

  14. Cover des Buches Unter dem Südseemond (ISBN: 9783453411531)
    Regina Gärtner

    Unter dem Südseemond

     (109)
    Aktuelle Rezension von: Keltica
    Unter dem Südseemond


    Inhalt:
    Köln/Samoa 1899: Vom Vater gedrängt heiratet Alma den älteren Hermann, Leiter einer Kolonialhandelsgesellschaft, und begleitet ihn in die Südsee. Für Alma bedeutet es das Ende ihrer Welt – in jeder Hinsicht. Sie muss sich an das unkonventionelle Leben in der Kolonie und die Riten ihrer exotischen Einwohner gewöhnen und sich als Frau behaupten. In dem australischen Seemann Joshua findet Alma ihre große Liebe, aber sie ist verheiratet. Doch nicht nur das macht ihr das Herz schwer, denn es wird immer deutlicher, dass ein bedrohliches Geheimnis über ihrer Familie liegt.

    Fazit:
    Dieser Roman ist der erste von zwei Teilen.
    Wer sich zu einem historischen und romantischen Abenteuer in die Südsee begeben möchte, findet hier genau die richtige Unterhaltung. Die Autorin hat es geschafft, mich von Anfang an, an das Buch zu fesseln. Die Beschreibung der Menschen und der Landschaft und ihren Schicksalen, lässt keine Langeweile aufkommen. Ganz nebenbei erfährt man auch noch geschichtliches aus der Kolonialzeit.
    Ich habe mit Alma gelitten und gebangt und manchmal auch gedacht: “Das darf doch nicht wahr sein!“
    Die überraschenden Wendungen in der Geschichte sorgen dafür, dass der Spannungsbogen immer schön erhalten bleibt.
    Den zweiten Band über Alma und Joshua werde ich mir auf jeden Fall auch noch holen.  Er heißt: Der Glanz von Südseemuscheln

    Über die Autorin:
    Regina Gärtner ist am Niederrhein aufgewachsen, hat an der RWTH Aachen Germanistik und Politikwissenschaften studiert, und danach als Pressereferentin, Werbefachfrau und PR-Manager für internationale Kinofilme gearbeitet. Zuletzt war sie lange Jahre als Anzeigenleiterin in einem Fachverlag tätig, bevor sie sich als Projektmanagerin selbstständig gemacht hat. Seit 2012 widmet sie sich ganz dem Schreiben.

    Gemeinsam mit ihrem Mann lebt Regina Gärtner in Köln, ist aber häufig in der Welt-Geschichte unterwegs: Sie hat bereits alle fünf Kontinente mehrfach bereist. Von der pazifischen Region ist sie aber besonders angetan.
  15. Cover des Buches Der Klang der blauen Muschel (ISBN: 9783453357853)
    Beatrix Mannel

    Der Klang der blauen Muschel

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Yvibooks
    Die Personen sind sehr klar dargestellt. Man fühlt und fiebert mit ihnen. Ich konnte das Buch nicht weglegen bevor alles aufgelöst war. Besonders die Traditionen und Mythen aus Samoa fesselte und begeisterten mich. Es war als könnte ich die Muschel fühlen oder deren Klang hören. Die Verbindung von Mythen und Beziehungsgewirr lassen den Leser nicht los. Die Geschichte fesselt bis zum Schluss. Sie ist spannend wie ein Krimi und zugleich romantisch wie ein Liebesroman. Lest es und ihr werdet begeistert sein! 
  16. Cover des Buches Brooklyn (ISBN: 9783423086493)
    Colm Tóibín

    Brooklyn

     (74)
    Aktuelle Rezension von: CocuriRuby

    Gleich mal vorweg, hierbei handelt es sich um ein ruhiges Buch, ohne großes Drama – das fand ich sehr angenehm. Trotzdem ist es nicht uninteressant und vor allem ist es gut geschrieben. Es fängt die Stimmung bzw. die Atmosphäre der Geschichte sehr gut ein.

    Auch die Stimmung der Protagonistin, wie sie sich eher unfreiwillig auf die große Reise macht und wie es ihr in der großen, fremden Stadt geht, fängt das Buch gut ein.

    Auch die jeweiligen Kulissen sind sehr schön eingefangen, egal ob es ein überfüllter kleiner Laden in der Provinz ist, ein dunkler enger Raum auf einen Schiff oder die Wohngemeinschaftsverhältnisse in New York.


    Die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Jede Figur die auftaucht hat seine Eigenarten und diese werden (meist) charmant inszeniert.

    Ich mochte die Protagonistin und bin ihr sehr gerne durch ihre Geschichte gefolgt (außer zum Ende, aber dazu später mehr).

    Sie ist ein normales Mädchen, sie hat auch Ängste, lässt sich von diesen aber nicht einnehmen. Sie geht irgendwie ihren Weg – das hat mir wirklich gut gefallen.


    Viele Themen werden eher unterschwelliger behandelt, wie z.B. Rassismus. Trotzdem wird alles mit einer gewissen Ernsthaftigkeit und Respekt behandelt.

    Auch solche Themen wie Heimweh tauchen auf oder wie es ist in einer neuen Stadt (in einem neuen Leben) alleine klar kommen zu müssen.

    Das Buch erzählt die Geschichte von Eilis, wie sie von zu Hause weggeht und das erste Mal auf eigenen Beinen stehen muss. Demzufolge ist es irgendwie auch ein Buch über das erwachsen werden.


    Obwohl es auch um Liebe geht, ist das Buch diesbezüglich nicht unbedingt nüchtern, aber auch nicht gerade euphorisch. Es ist nicht gänzlich unemotional, aber auch nicht wirklich emotional, sondern fast schon abgeklärt. Das hat mir gelegentlich Schwierigkeiten bereitet.

    Das Buch hat Charme und auch einen gewissen unterschwelligen, leisen Witz. Das hat mir sehr gut gefallen.


    Das Buch ist in vier Teile untergliedert und die ersten drei haben mir wirklich richtig gut gefallen – im letzten Teil musste ich mich jedoch sehr über die Protagonistin ärgern.

    Es missfiel mir, sie beim selbstbelügen zu beobachten und wie sie sich die Tatsachen verdreht und einfach nicht ehrlich zu sich oder anderen ist.

    Ich fand es zwar gut dargestellt, wie sie nach langem wieder nach Hause zu Besuch kommt, wie schnell sie in alte Rollen verfällt, wie vertraut und anders sich das alte zu Hause anfühlt.

    Und dennoch, ich muss sagen, dass mich das Buch auf diesen letzten Seiten verloren hat. Es wirkte auch wie im Zeitraffer verfasst – es wurde mir als Leser keine Zeit gegeben, den Verlauf und Eilis Umschwung nicht nur zu lesen, sondern zu verfolgen und somit zu verstehen.

    Dadurch hat auch die Protagonistin bei mir sämtliche Sympathien verloren. Denn dadurch wurde mir klar, dass sie eine schwache Person ist. Sie ist wankelmütig, hat eigentlich bis zu Letzt keine Entscheidung aus eigener Kraft getroffen und hat sich nie für irgendein Verhalten verantwortet und das ist feige. Es ist nicht mal gänzlich unnachvollziehbar, vielleicht ist es sogar menschlich, aber für einen Roman hätte ich mir etwas anderes/mehr gewünscht.

    Kurzum, das Ende war totaler Rotz und hat mir fast das ganze Buch kaputt gemacht. Ich habe mir aber fest vorgenommen, von den paar Seiten, nicht das ganze Buch madig zu machen – aber leicht fällt mir das nicht.


    Wer sich übrigens nicht spoilern lassen möchte, sollte auf gar keinen Fall den Klappentext lesen! Der erzählt den kompletten roten Faden des ganzen Buches.


    Fazit

    Das Buch hat mir über weite Strecken sehr gut gefallen. Es ist ruhig, aber schön erzählt. Wenn nur das katastrophale Ende nicht wäre, was mir fast das ganze Buch kaputt gemacht hätte.

    (Wobei ich mit ihrer leider eben nicht ganz selbst getroffenen Entscheidung leben kann)

  17. Cover des Buches Der weiße Stern (ISBN: 9783426511701)
    Iny Lorentz

    Der weiße Stern

     (68)
    Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkond

    Nach ihrer Flucht aus dem von Repressionen geplagten Deutschland und der gefährlichen Atlantiküberquerung haben es Gisela und Walther endlich nach Amerika geschafft. Zwar war der Plan des Paares, sich in den USA niederlassen, doch letztendlich stranden sie in der mexikanischen Provinz Tejas. Die dortige Verwaltung sucht händeringend nach Siedlern und so bekommen Gisela und Walther ein Stück Land, dass sie bewirtschaften können und beginnen sich hier eine neue Existenz aufzubauen. Das Leben schreitet voran und so steht Gisela bereits kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes, währen Walther Bekanntschaft mit den Komantschen macht, die in der Nähe des Siedlungsraums leben. Nach anfänglichen Sorgen bemerken die beiden aber recht schnell, dass es sich neben den Indigenen recht gut leben lässt, und diese ein willkommener Handelspartner sind, und so entspinnt sich ein reger Handel zwischen Walther und dem Oberhaupt der Komantschengruppe. Diese guten Beziehungen machen sich auch dann bezahlt, als Giesela nach der Geburt des Kindes nicht dazu in der Lage ist, ihr Kind zu säugen, und Walther die junge Navajo Nizhoni, dir kurz zuvor ihr eigenes Kind verloren hat, den Komantschen abkaufen kann. Nach anfänglicher gegenseitiger Abneigung zwischen den drein entsteht schon nach kurzem zwischen ihnen ein starkes freundschaftliches Band, das scheinbar unzerstörbar ist. 

    Sprachlich unterscheidet sich das Buch nicht von seinem Vorgänger. Ein einfacher lockerer Schreibstil, der mich als Leser sofort in die Geschichte eintauchen lies. Auch mangelt es dem Buch durchaus nicht an Spannung. Soweit alles top und genau so gut wie der Vorgängerband. Die Charakterzeichnung wirkte allerdings in diesem Buch blasser, als noch in "Das Goldene Ufer". Walther, vor allem aber Giesela konnten mich nicht so überzeugen, wie im Buch davor. Sie wirkten auf mich deutlich blasser und auch langweiliger. Ich konnte keine Sympathien in solchem Maße aufbauen, wie ich es im ersten Teil tat. Mir entglitten also die Hauptcharaktere, dafür aber konnten die Nebencharaktere mich größtenteils für sich einnehmen. Vielleicht wirkten sie auf mich auch ein wenig interessanter als Giesela und Walther, da die beiden meiner Meinung nach nicht sonderlich viel Potenzial haben, und dieses bereits zu einem großen Teil ausgeschöpft wurde. Ein wenig daran gestoßen habe ich mich auch, dass ich stellenweise ein wahrlich unangenehmes Gefühl beim Lesen mancher Situationen hatte. Gewisse Stellen wirkten auf mich zu übertrieben freundlich und manche Dialoge fand ich einfach nur extrem cringe. Das ist aber Geschmackssache. Ich bin einfach kein Fan von übertrieben kitschigen Situationen und auch übertrieben glückliche Happy-Ends kann ich gar nicht leiden. Überzeugen konnten mich Iny Lorentz aber wieder mit den Beschreibungen des drum herum und den historischen Fakten, die in die Geschichte eingebunden wurden. an bekommt einen recht guten Eindruck davon, was es bedeutete, sich im 18. Jahrhundert eine Farm aufzubauen, und welchen Gefahren an dabei ausgesetzt ist. Auch erfährt an einige recht interessante Details über den den texanischen Unabhängigkeitskrieg, da dieser genau in die Handlungszeit des Buches fällt und teilweise sogar eine recht große Rolle spielt, ohne dass dabei allerdings die Leser:innen von zu vielen Informationen erschlagen werden. Da haben Iny Lorentz wieder bewiesen, was sie so können. 

    Kurz gesagt ist das Buch eine durchaus würdige Fortsetzung von "Das goldene Ufer", auch wenn dabei ein Teil des alten Charmes der Protagonisten verloren geht. 

  18. Cover des Buches Das Gold der Maori (ISBN: 9783404260881)
    Sarah Lark

    Das Gold der Maori

     (216)
    Aktuelle Rezension von: Walking_in_the_Clouds

    Kathleen O’Donnell und Michael Drury befinden sich im Taumel ihrer ersten großen Liebe. Gemeinsam träumen sie 1846 davon, der Armut und Hungersnot in Irland zu entfliehen und nach Amerika überzusiedeln. Als Kathleen schwanger wird, wollen sie ihre Heimat so schnell wie möglich verlassen, doch dazu brauchen sie Geld, das Michael wie üblich durch Gaunereien zu beschaffen versucht. Diesmal wird er wegen seines Korndiebstahls für die Schwarzbrenner jedoch verhaftet und nach Australien deportiert. Zwar schwört er Kathleen, zu ihr und dem Baby zurückzukehren, um die Schande zu mildern verheiraten ihre Eltern sie aber mit einem Viehhändler, der mit ihr nach Neuseeland auswandert. Für Kathleen bricht durch ihren grausamen Mann ein Martyrium an, von dem Michael nichts ahnt. Auf dem Gefangenenschiff lernt er das wegen Mundraubs verurteilte Freudenmädchen Lizzie Owens kennen. Nachdem Lizzie ihm auf der Strafinsel hilft zu fliehen, verschlägt es sie gemeinsam ebenfalls nach Neuseeland.

    Großangelegte, in Neuseeland spielende Familiensagas mit romantischen Verwicklungen und einem reichhaltigen historischen und kulturellen Hintergrund sind eine von Sarah Larks Spezialitäten. Oft wird ihren Hauptfiguren darin übel mitgespielt, so auch im Auftaktband der Kauri-Trilogie, in dem ein fast zwanzig Jahre langer, beschwerlicher und verschlungener Weg vor ihnen liegt. Die Autorin lässt die Leser ganz nah am Schicksal der drei Protagonisten teilhaben und verstrickt sie in eine ebenso ungewöhnliche wie faszinierende Dreiecksbeziehung, die sehr ans Herz geht. Michael steht gewissermaßen zwischen zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während er Kathleen, die für ihn unerreichbar scheint, glorifiziert, bemerkt das charmante, aber unbedarfte Schlitzohr nicht, was es an der zupackenden Lizzie hat. Da jede der Frauen für sich genommen etwas Besonderes darstellt, ist es eine Freude, dass beide schließlich ihr Glück finden, auch wenn nur Eine am Ende Michael bekommt. (TD)

  19. Cover des Buches Der Duft von Hibiskus (ISBN: 9783442476466)
    Julie Leuze

    Der Duft von Hibiskus

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Sunny0105

    Im Jahr 1858 wandert die junge Emma Röslin mit einer rein männlichen Forschergruppe nach Australien aus um dort die heimischen Pflanzen und Tiere zu zeichnen. 

    Hauptsächlich ist es eine Flucht aus ihrer Heimat, da sie von schrecklichen Träumen heimgesucht wird, jedoch nicht weiß was schlimmes in ihrer Vergangenheit geschehen ist.

    Es beginnt ein aufregendes und gefährliches Leben für Emma und für den Forschungsleiter Carl Scheerer entwickelt sie bald innige Gefühle.


    Der Schreibstil von Julie Leuze ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Somit war ich schnell in der Geschichte drin. Ich persönlich hätte es mir teilweise nicht ganz so modern gewünscht, da ich mich sprachlich nicht so gefühlt habe, als wären wir im Jahr 1958 sondern eher in der heutigen Zeit.

    Ansonsten konnte ich mir die australische Wildnis sehr gut vorstellen, vor allem auch die Einblicke bei den Aborigines. 

    Emma war der typische weibliche, starke Charakter, aber trotzdem mochte ich sie sehr und habe auch mit ihr mitgefiebert. 

    Die Liebesgeschichte war angenehm zu lesen und nicht zu kitschig, wie es in historischen Romanen schnell passieren kann. 


    Insgesamt war es ein schönes kurzweiliges Buch, das ich grade im Sommer sehr gern gelesen habe.

  20. Cover des Buches Minigolf Paradiso (ISBN: 9783499236303)
    Alexandra Tobor

    Minigolf Paradiso

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Ann-Mary
    Die 16-jährige Malina ist gebürtige Polin und als kleines Kind gemeinsam mit ihren Eltern nach Deutschland, genauer gesagt in den Ruhrpott ausgewandert. Malina ist ein nettes Mädchen, besucht ein Gymnasium, ist gut in der Schule nur hat sie eines nicht… Freunde! Als gebürtige Polin wird sie gemieden und wurde letztlich zum Außenseiter der einfach nicht wahrgenommen wird.
    Als ihre Eltern in den Sommerferien 1997 in den Urlaub fahren und Malina zuhause bleiben darf ahnt sie noch nicht dass in den kommenden Wochen das Abendteuer ihres Lebens auf sie wartet, denn durch puren Zufall stößt Malina auf ihren Großvater, der eigentlich schon lange Todgesagt ist…
    Gemeinsam mit ihm reist sie in die Vergangenheit und lernt endlich die Geschichte ihrer Familie kennen…

    Fazit:

    Cover:

    Sehr schönes Cover, das einen schon alleine durch den Anblick in die Vergangenheit reisen lässt

    Schreibstil:

    Toller, leicht zu lesender Schreibstil. Mir hat er gut gefallen

    Inhalt:

    Die Autorin Alexandra Tobor hat mit „Minigolf Paradiso“ einen Roman geschrieben, der nicht nur Malina in die Vergangenheit führt, sondern auch jeden einzelnen Leser. Ich selbst bin in den 80er/90er Jahren groß geworden und wurde durch so viele Dinge an meine eigene Kindheit/ Jugend erinnert.

    Malina war mir von Anfang an sehr sympathisch. Ihre Neugier nach ihrer eigenen Vergangenheit, die die Mutter mit aller Macht zu verdrängen versucht wurde sehr ausführlich beschrieben, selbst Malinas Gefühl der Nicht-Zugehörig- und Machtlosigkeit gingen auf mich als Außenstehenden über. Ganz oft ertappte ich mich bei dem Gedanken wie es mir selbst wohl in solch einer Situation ergehen würde… Opa Aldi war für mich von Anfang an ein komischer Kautz, dessen Verhalten ich oftmals nicht nachvollziehen konnte, jedoch hat sich dies gegen Ende des Buches geändert und so konnte er bei mir doch noch ein paar Sympathiepunkte einheimsen.

    Die Geschichte selbst "plätschert" leider wärend der ersten Leseabschnitten etwas „langweilig“ vor sich hin. Es passierte nichts wirklich aufregendes, sodass man das Gefühl hatte die Seiten ziehen sich ewig. Dies änderte sich jedoch dann ab ca. der Mitte des Buches, denn hier nimmt die Story dann richtig an Fahrt auf. Die Ereignisse überschlagen sich, es wird spannend und ich erwischte mich selbst immer wieder beim mitfiebern, hoffen und bangen… einfach toll! Obwohl das Ende dann genau das war was ich mir erhofft und gewünscht hatte war es in meinen Augen leider etwas zu kurz gehalten. Hier hätte ich mir ein bisschen mehr Ausführlichkeit gewünscht!

    Alles in allem war dieses Buch aber eine runde Sache, daher vergebe ich 4 von 5 Sternen

     

  21. Cover des Buches Wo noch Licht brennt (ISBN: 9783709972991)
    Selim Özdogan

    Wo noch Licht brennt

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Aischa
    Özdogans letzter Teil der Trilogie rund um die Deutschtürkin Gül ist auch ohne Kenntnis der ersten beiden Bände gut zu lesen.
    Gül kehrt nach einigen Jahren in der Türkei erneut nach Deutschland zurück, um wieder bei ihrem Mann Fuat zu leben. Die Familie ist verstreut, ihre bereits erwachsenen Kinder leben teils in Deutschland, teils in der Türkei. Wo sich Gül zu Hause fühlt ist lange unklar, sie scheint irgendwo zwischen der türkischen und der deutschen Gesellschaft zu hängen. 
    Özdogan schildert die Gefühlswelt seiner Protagonistin sehr einfühlsam und mit ungewöhnlichen Bildern. Seine Sprache ist blumig, geradezu poetisch. So werden etwa Gefühle mit Farben assoziiert, und man findet noch weitere Synästhesien, die jedoch nie ins Kitschige abdriften.
    Gül wird von mehreren Schicksalsschlägen getroffen, ihr so sehr geliebter Vater stirbt in der Türkei, ohne dass sie ihn noch einmal sprechen kann, Güls Tochter wird jung Witwe. Gül muss nicht nur mit der Untreue ihres Ehemannes fertig werden, nein, er verspielt auch noch das gemeinsame Ersparte. Gül reagiert wenig, meist erträgt sie ihr Schicksal, sie ist gottergeben, bescheiden und doch sehr stark. Diese Stärke ist ihr selbst wohl kaum bewusst, sie ist zugleich in vielen Ängsten gefangen und begehrt nur selten auf. 
    Als Rentnerin geht sie wieder zurück in die Türkei, doch auch dort ist es nicht wirklich ein "nach Hause kommen". 
    Der Roman ist weniger eine Geschichte über kulturelle denn über individuelle Unterschiede. Ich habe sehr mit Gül gelitten, ihre Melancholie zieht sich fast wie ein roter Faden durch die Geschichte. Beeindruckt hat mich, wie sie ihr Schicksal anzunehmen vermag.
    Ein großer Roman über eine leise Frau.
  22. Cover des Buches Die Königin der Orchard Street (ISBN: 9783458361428)
    Susan Jane Gilman

    Die Königin der Orchard Street

     (127)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Kurz vor einem wichtigen Gerichtstermin blickt Mrs Lillian Dunkle, einst gefeierte Eiscreme-Königin Amerikas, auf die vergangenen achtzig Jahre ihres Lebens zurück. Sie war sechs und hieß damals noch Malka, als ihre Familie 1913 aus Russland in die USA emigrierte,  wo sie zunächst in ärmlichsten Verhältnissen in New Yorks Lower East End in der Orchard Street wohnten. Ihr Leben änderte sich, als sie bei einem Unfall mit dem Pferdewagen des  Eisverkäufers Dinello verletzt und für immer behindert wurde. Ihre Familie verstieß das Mädchen, sie war als Arbeitskraft für sie nutzlos geworden. Doch sie hatte Glück im Unglück, die Familie des Eismannes nahm sie bei sich auf, lehrte sie die Kunst der Eisherstellung, lies sie katholisch taufen und gab ihr von nun an den Namen Lillian Maria Dinello. Und wieder war ihr das Schicksal wohlgesonnen, als sie ihren späteren Ehemann Bert Dunkle kennenlernte. Mit viel Erfindungsreichtum, aber auch mit List und Heimtücke, bauen sich Lillian und Bert nach und nach ein Eiscreme-Imperium auf – Lillian Dunkle wird zur „Eiskönigin von Amerika“. Jetzt sind sie ganz oben auf der Erfolgsleiter, doch wieder schlägt das Schicksal zu … 

    Die US-amerikanischen Schriftstellerin Susan Jane Gilman, die 1964 in New York geboren wurde, besuchte dort die High School und die University, war Schülerin von Frank McCourt und erhielt 1993 in Michigan den Master in Fine Arts in Creative Writing. Sie veröffentlichte drei Sachbücher und schrieb für diverse Zeitungen und Magazine, bevor sie sich an „Die Königin der Orchard Street“ wagte. 2019 veröffentlichte sie ihren zweiten Roman „Donna Has Left the Building“, der bisher noch nicht in Deutsch erhältlich ist. Die Autorin lebt heute in ihrer Heimatstadt New York und in Genf/Schweiz. 

    Kaum zu glauben, dass dies der Debütroman der Autorin ist, so ausgefeilt und sprachlich anspruchsvoll ist ihr Schreibstil, dabei jedoch sehr unterhaltsam und informativ. Die gute bildhafte Wiedergabe vom Amerika des frühen 20. Jahrhunderts bis in die 80er Jahre sowie die angedeuteten politischen Probleme der neueren Zeit zeugen von ausgezeichneter Recherchearbeit. Mit Lillian schuf Gilman eine Protagonistin, die man lieben und hassen muss – eine taffe, sehr einfühlsame Frau, die jedoch im Geschäftsleben über Leichen gehen kann und immer dominanter wird, je mehr Reichtum sie ansammelt. Sie gibt ein gutes Beispiel, wie man durch harte Arbeit Geld verdienen kann und wie schwer es dann ist, mit dem Reichtum vernünftig umzugehen.

    Tragik und Komik liegen in der Geschichte nahe beieinander, die mit einigen gut verständlichen jiddischen und italienischen Begriffen gewürzt ist, welche die Protagonistin hin und wieder benutzt. Unsere Heldin ist keine Schönheit und dazu noch behindert, weiß sich aber in allen Lebenslagen zu behaupten. Im fortgeschrittenen Alter genehmigt sie sich gerne vor Verhandlungen oder Fernsehauftritten einen Schluck, oder zwei oder drei, was nicht immer folgenlos bleibt. Da Lillian ihre Lebensgeschichte rückwirkend selbst erzählt und bisweilen den Leser direkt anspricht, hat man oft das Gefühl, sie persönlich zu kennen, bei ihr zu sitzen und ihr zuzuhören. 

    Fazit: Ein Buch das gut unterhält und das vor Witz und Zynismus förmlich sprüht – in dem aber auch viel Lebensweisheit versteckt ist. Sehr lesenswert!

  23. Cover des Buches Kapital (ISBN: 9783453410992)
    John Lanchester

    Kapital

     (99)
    Aktuelle Rezension von: Buchstabenliebhaberin
    Kapital, ein wuchtiges Wort. Ein wuchtiges Buch. 682 Seiten voller Leben, Schicksale, Zahlen. Das Buch handelt von den verschiedenen Nachbarn einer Straße in London während der Finanzkrise von 2008. Wir befinden uns in einer besseren Gegend, der Pepys Road. Die Häuser dort gewinnen stetig an Wert, eine sinnvolle Investition, ein Prestigobjekt, ein Arbeitsplatz, und für manche einfach schon immer Heimat. Alle träumen vom schönen Leben.

    Ich habe mit trockenem Stoff gerechnet, mit Finanzgedöns, was für Betriebswirtschaftsmenschen. Als solche interessieren mich Märkte und Menschen. John Lanchester verknüpft beides auf das Interessanteste! Im Klappentext steht, das Buch ist von "leichtfüßiger Brillanz", und dem kann ich nur begeistert zustimmen. 

    Ist es Ironie, wie Lanchester vom konsumorientierten Leben des Bankers Roger und Ehefrau Arabella schreibt? Jedenfalls macht es unheimlich Spaß zu beobachten, wie sie sich um Kopf und Kragen shoppen, sich alles und noch viel mehr gönnen, Hauptsache es ist teuer, und wie nachlässig Roger seinem überaus ehrgeizigen Stellvertreter Mark vertraut. Ein fataler Fehler ...

    Dann ist das ominöse "Wir wollen was Ihr habt"-Projekt. Kunst oder Bedrohung, wer kann das sagen? Wer steckt dahinter, ist die Nachbarschaft in Gefahr? Künstler, die es geschafft haben und andere, die auch schon gern so weit wären, gibt es dort.

    Und es gibt "die Zugereisten": den polnischen Handwerker Zbigniew, das ungarische Kindermädchen Matya, die illegale Politesse (was für eine kuriose Idee!) Quentina, die Fußballhoffnung Freddy aus dem Senegal und sein Vater und die Familie Kamal aus Pakistan, Kioskbetreiber in der Pepys Road.

    Der brave Handwerker findet beim Renovieren einen Koffer mit uraltem Geld, den der misstrauische Ehemann der soeben verstorbenen Petunia zu gut versteckt hat. Damit könnte er sich all seine Träume erfüllen - die Erben sind schon alleine mit dem Verkauf des Elternhauses Millionäre geworden ...

    Mir sind die Figuren des Buches sofort ans Herz gewachsen, täglich freute ich mich auf das Buch, auf das Wiedersehen mit diesen so normalen, und dennoch kauzigen Gestalten, die einfach nur ihr Leben leben, sich ihre Existenz zu sichern versuchen, die sich durchschlagen, sich hängenlassen, illegale Wege beschreiten und so weiter. 

    Es wird nicht langweilig, keine einzige Seite lang. Sehr subtil beschreibt John Lanchester unsere Abhängigkeiten von Systemen, von Staatsangehörigkeiten, Vorurteilen, und von der willkürlichen Verteilung von Glück und Unglück.

    Leseempfehlung!



  24. Cover des Buches Die Hafenärztin. Ein Leben für das Recht auf Liebe (ISBN: 9783864932137)
    Henrike Engel

    Die Hafenärztin. Ein Leben für das Recht auf Liebe

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Lumoje

              Ein toller 3. Teil, in den man richtig gut versinken kann. 

    Auch wenn man die ersten beiden Teile nicht unbedingt gelesen haben muss, geht, glaube ich, viel verloren, wenn man nicht die ganze Geschichte kennt. Die Charaktere entwickeln sich weiter und viele Namen werden nur ganz kurz "wieder" eingeführt. Auch werden die Fälle der ersten beiden Bände immer wieder aufgegriffen.

    Es ist schön, dass der Beziehung zwischen Helene und Berthold mehr Platz eingeräumt wird. Fußball ist jetzt nur noch eine kaum erwähnte Randerscheinung - für mich als total Fußball-Uninteressierte auch ein Pluspunkt.

    Besonders interessant finde ich immer die Beschreibung des täglichen Lebens bzw. der Beginn der Unabhängigkeit der Frauen. 

    Der Roman ist wieder flüssig und spannend geschrieben. Nur das Bild auf dem Cover finde ich nicht so überzeugend. Aber das ist ja Geschmacksache. 

    Auf jeden Fall ein sehr empfehlenswerter 3. Teil, für den man aber auch die beiden ersten Bände gelesen haben sollte.



            

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