Bücher mit dem Tag "ausweglosigkeit"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ausweglosigkeit" gekennzeichnet haben.

58 Bücher

  1. Cover des Buches Die Frau des Zeitreisenden (ISBN: 9783596163908)
    Audrey Niffenegger

    Die Frau des Zeitreisenden

     (4.360)
    Aktuelle Rezension von: bookilicious_de

    Klappentext:

    Clare ist Kunststudentin und eine Boticelli- Schönheit, Henry ein verwegener und lebenshungriger Bibliothekar. 

    Clare fällt aus allen Himmeln, jedes Mal aufs Neue, wenn Henry vor ihr steht. Denn Henry ist ein Zeitreisender, ohne jede Ankündigung verstellt sich seine innere Uhr. Plötzlich und unerwartet stürzt er los, nie ist sicher, aus welcher Zeit er kommt und in welcher Zeit er bei Clare landet, aber immer ist sicher, dass er wieder bei ihr landet. 

    Als sie sich das erste Mal begegnen, ist Clare sechs und Henry 36, aber in Wahrheit ist Henry nur acht Jahre älter als sie und schon lange mit ihr verheiratet. Absurdes wird zur Normalität. Seine Zeitreisen sind das brennende Geheimnis, das Henry und Clare mit jeder Trennung noch inniger vereint. 

    Meinung:

    Das Buch habe ich vor über zehn Jahren von einer sehr sehr guten Freundin für entspannte Abende geschenkt bekommen. Ich kannte bis dahin noch nicht die kleinen Bücher aus der Fischer Taschenbibliothek und war schonmal von dem handlichen Format begeistert. Immerhin passte es locker in meine Handtasche :-) Ihr müsst euch vorstellen, dass es zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Verfilmung gab, die ich übrigens nicht besonders toll fand (ich bin kein besonders großer Fan von Rachel McAdams). Seitdem habe ich das Buch sicherlich schon dreimal verschlungen und es gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern (so zerfleddert sieht es teilweise auch schon aus!). Ich muss gestehen, dass ich ein Fan von Zeitreise Geschichten bin. Und Audrey Niffenegger zeigt mit dieser Liebesgeschichte, dass Zeitreisen nicht nur aus Abenteuern, Action oder Science- Fiction bestehen. Die Geschichte wird aus Sicht der beiden Hauptprotagonisten Henry und Clare erzählt in einer Art Tagebuchstil. Dabei wird jeder Abschnitt mit einem Datum versehen und dem aktuellen Alter von Clare und Henry. Dies ist auch wichtig, um als Leser nicht die Übersicht zu verlieren. Wenn man sich erst einmal auf die Story eingelassen hat und davon absieht, dass sich nicht alles logisch erklären lässt, erlebt man eine wunderschöne Liebesgeschichte, die zumindest ich nicht als kitschig empfunden habe. Die Autorin erzählt die Geschichte halbwegs chronologisch. Aber Zeitsprünge bleiben halt Zeitsprünge. So hat man als Leser auch eine ungefähre Ahnung, wie sich Clare und Henry teilweise fühlen müssen. Der Plot hält auch einige lustige und chaotische Szenen parat, vor allem wenn Henry wieder einmal nackt in einer ihm unbekannten Zeit landet und sich zunächst auf die Suche nach passenden Klamotten machen muss. Aber wir leiden auch mit Clare und Henry mit und hoffen auf ein gutes Ende. Wie gesagt, es handelt sich hierbei um eines meiner Lieblingsbücher, deshalb kann ich natürlich auch nur 5 Sterne vergeben :)

  2. Cover des Buches Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (ISBN: 9783551359414)
    Christiane F.

    Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

     (2.245)
    Aktuelle Rezension von: Roksana

    Da ich das Buch leider nicht in Deutschunterricht gelesen und dennoch viel Gutes darüber gehört habe, wollte ich es unbedingt lesen.

    Dieses Buch sollte meiner Meinung nach Pflichtlektüre in allen Schulen sein. Die Message von Christianes Geschichte ist so stark und überwältigend. Ich habe das Buch gestern gelesen und es beschäftigt mich noch immer.

    Drogensucht generell ist schon an sich ein sehr hartes Thema, Drogensucht bei Kindern jedoch ist noch 100 Mal erschreckender... Aber genau dieses Abschrecken brauchen manche Kinder wirklich, um gar nicht erst auf die Idee zu kommen mit den Drogen anzufangen. 

    Ich bin (im Gegensatz zu bestimmt vielen anderen) prinzipiell gegen Drogen aller Art und denke auch, dass man anhand Christianes Beispiel sehen kann wie schnell man vom Kiffen zum Fixen kommen kann ... Und das ist leider oft die traurige Realität.

    Ich kann dieses Buch absolut weiterempfehlen, gerade weil man es so schwer verarbeiten und verdauen kann! 

  3. Cover des Buches Das Spiel (Gerald's Game) (ISBN: 9783453433977)
    Stephen King

    Das Spiel (Gerald's Game)

     (560)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte
    "Ich bin ganz alleine hier draußen, mein Mann liegt tot auf dem Boden, und ich bin mit Handschellen ans Bett gefesselt; ich kann nicht schreien, bis ich schwarz werde, es wird mir nichts nutzen, niemand wird mich hören." (S.48)

    -Die Ausgangslage, das Geschehnis, welches ganz zu Beginn des Romans beschrieben wird. Soweit, so viel versprechend. Ich habe einen psychologischen Roman erwartet, der mich (Achtung: Wortwitz) fesselt und erschauern lässt. - Doch, das habe ich leider nicht bekommen.

    Jessie Burlingame, eine Protagonistin, die alle Menschen um sie herum kritisiert und die Fehler nie bei sich sucht. Eine Protagonistin ohne viel Verstand. Ich hatte beim Lesen die ganze Zeit das Gefühl, dass sie nicht schleichend verrückt wird, sondern schon gleich zu Beginn des Romans keine Gläser mehr im Schrank hatte. Schon auf der zweiten Seite wird eine ernste, alles kritisierende, Stimme in ihrem Kopf beschrieben. Die Selbstgespräche beginnen. Und der Leser wird einfach so reingeworfen. 
    Ich meine, man muss ja auch erstmal in diese ausweglose Situation kommen... ohne einen Ersatzschlüssel in greifbarer Nähe...andererseits, wer rechnet schon damit, das der Ehemann umfällt und stirbt.

    Ich habe einfach keinen Draht zu der Protagonistin aufbauen können. Ja, sie liegt ausgeliefert da, alleine mit ihrem ohnehin schon wirren eigenen Gedanken. Eines muss man ihr lassen, sie hat eine außerordentliche Phantasie. Man bekommt so ziemlich jedes Detail aus ihrem eintönigen, uninteressanten Leben mit.

    Ich habe so gehofft, dass irgendwas spannendes passiert, aber nein nur ein Hündchen kommt vorbei, erschreck sie etwas und haut wieder ab. Und sie ist wieder allein.

    Auf Seite 134 hab ich dann aufgegeben und ein grausames Verbrechen begangen-ich habe auf die letzten Seiten geblättert...
    Dann habe ich mich entschieden aufzuhören und lebe völlig selig mit meiner Entscheidung. 
    Schade, der Roman wurde mir des Öfteren empfohlen(sogar auf LB eine Bewertung von 3,7)...Naja, zum Glück, haben wir alle nicht den gleichen Lesegeschmack.

    Fazit:

    Nach 134 Seiten abgebrochen und trotzdem alle interessanten Stellen mitbekommen-eine monotone Handlung ohne Spannung-einfach mehr erhofft...

  4. Cover des Buches Mein Herz und andere schwarze Löcher (ISBN: 9783733500511)
    Jasmine Warga

    Mein Herz und andere schwarze Löcher

     (725)
    Aktuelle Rezension von: Lalalenii

    Leider konnte ich der Story von »Mein Herz und andere schwarze Löcher« nichts abgewinnen. Zwar fand ich das Thema von Schuld bei FrozenRobot gut umgesetzt aber das wars auch. Die Prämisse, dass ein Partner bzw. Verliebtsein plötzlich alle Depressionen heilt finde ich unglaublich toxisch und irreführend. Zudem wird in dem Buch mmn. Suizid glorifiziert und romantisiert. Abgesehen davon waren die Figuren relativ eindimensional und die Story öde und vorhersehbar. 

  5. Cover des Buches Die Wand (ISBN: 9783548288123)
    Marlen Haushofer

    Die Wand

     (858)
    Aktuelle Rezension von: _sternenguckerin_

    Plötzlich ist die Wand da. Sie schneidet die Protagonistin von der ganzen Aussenwelt ab und lässt sie völlig allein zurück. Obwohl: Allein ist sie nie. 

    Luchs ist dabei, der Hund und eine Katze. Schliesslich findet irgendwann eine alleingelassene Kuh zu der Protagonistin und das Leben geht weiter. Das Leben geht weiter, obwohl alle Menschen plötzlich weg sind. Obwohl die Protagonistin auf sich allein gestellt ist. Obwohl das Leben nicht mehr so ist, wie es mal war. 

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    Ein sehr ergreifender und doch ruhiger Roman mit viel Tiefe. Besonders gefallen hat mir der liebevolle und verständnisvolle Blick der Protagonistin auf die Tierwelt und die Natur. Gerade in dieser Stille, die sich durch die eher eintönige Handlung ergibt liegt wahnsinnig viel Kraft und die zahlreichen unbeantworteten Fragen scheinen vom Leser oder der Leserin wissen zu wollen, was denn im Leben nn wirklich zählt.

  6. Cover des Buches Bienensterben (ISBN: 9783832162924)
    Lisa O'Donnell

    Bienensterben

     (168)
    Aktuelle Rezension von: Orisha

    Marnie wird 15 Jahre und muss ihre Eltern im Garten begraben. Gene und Izzy, drogenabhängig, unzuverlässig, tot. Nelly und Marnie sind fortan auf sich selbst gestellt. Allein schlagen sie sich durch, denn niemand darf wissen, dass ihre Eltern tot sind. Wär da nicht Lennie, ihr Nachbar, der irgendwann merkt, dass etwas nicht stimmt. Er beginnt sich um die Mädchen zu kümmern und langsam beginnen sich alle einander anzunähern. 

    Bienensterben ist ein leises Buch. Ein Buch, dass das Leben zweier Mädchen schildert, die schon immer auf sich selbst gestellt waren. Denn manchmal hat man eine Familie, die keine ist. Eine Zusammenkunft von Menschen, die zwar durch ihr Blut verwandt sind, aber eben keine Verantwortung füreinander übernehmen, so wie Izzy und Gene, die ihre Mädchen schon immer vernachlässigt haben. 

    Abwechselnd lässt die Autorin Nelly, Marnie und Lennie zu Wort kommen und man erhält einen guten Einblick in die Gedankenwelt aller drei. Doch leider bliebt diese Gedankenwelt seltsam kühl. Vielleicht muss sie auch kühl sein, denn schließlich haben beide Mädchen nie wirklich Liebe erfahren. Dennoch verliert das Buch dadurch auch etwas, nämlich die Nähe zu den Charakteren. Zwar war es durchaus spannend die Geschichte der drei zu verfolgen und es ist auch auf eine gewisse Art spannend gehalten, doch das Buch hätte noch mehr gewonnen, wenn man eben noch mehr Zugang gerade zu den Mädchen erhalten hätte.

    Kurzum: Ein Buch, dass ein Leben zeigt, das wohl niemand niemanden wünscht, das irgendwie düster ist und dennoch nicht komplett runterzieht, aber eben auch etwas  distanziert bleibt. Kann man lesen, muss man aber sicher auch nicht.

  7. Cover des Buches Shining (ISBN: 9783404130894)
    Stephen King

    Shining

     (1.609)
    Aktuelle Rezension von: Ellen784

    Tatsächlich habe ich in diesem Fall erst den Film...ja vielleicht schon vor 20 Jahren (noch auf VHS ;-)) gesehen und erst im letzten Jahr das Buch gelesen.

    Ich war wieder voll drin in der Story und das Buch hat mir noch meilenweit besser gefallen als der Film. Spannend bis zum geht nicht mehr :-)

    Wirklich, ich war beeindruckt und könnte es bestimmt irgendwann nochmal lesen. 

  8. Cover des Buches Meerestosen (ISBN: 9783649603214)
    Patricia Schröder

    Meerestosen

     (205)
    Aktuelle Rezension von: leben.lachen.lesen
    Auch im letzten Teil der Trilogie wird es nicht langweilig. Ähnlich wie in Band zwei knöpft die Autorin auch beim dritten Teil da an wo der zweite endet und somit ist man direkt wieder mitten im gesehen und wird von der Spannung gepackt.

    Anders als in den beiden Bänden davor steht im diesem Teil anstatt der Romantik eher die Dramatik im Vordergrund. Was dem Buch aber keinen Abbruch tut sondern es eher noch spannender werden lässt.

    Wie in Band zwei kommen viele der alten Charaktere wieder zum Vorschein und offenbaren einem neue Geheimnisse, mit denen man wirklich nicht gerechnet hat und die mich teilweise auch etwas geschockt haben. Auch Elodie entwickelt sich in diesem Band nochmal weiter. Es scheint als hätte sie endlich ein Stück ihrer rosa roten Brille abgelegt und bekommt nur einen Überblick für das große Ganze.

    Eine besonderes große Rolle spielt in diesem Teil der Zauber des Meeres. Patricia Schröder versucht meiner Meinung nach immer wieder darauf aufmerksam zu machen wie wichtig das Thema Umweltschutz eigentlich ist.

    Alles in allen muss ich sagen fand ich den letzten Teil definitiv den besten von den dreien. Und die Geschichte hat meiner Meinung nach ein sehr schönes rundes Ende. Für ich persönlich wurden alle offenen Fragen geklärt und besonders die Idee am Ende mit dem Epilog wo man erfährt was aus allen Protagonisten geworden ist finde ich wunderbar.

  9. Cover des Buches Ermordung des Glücks (ISBN: 9783518427552)
    Friedrich Ani

    Ermordung des Glücks

     (67)
    Aktuelle Rezension von: MikkaG
    “Friedrich Ani vereint erneut grenzenlose Traurigkeit, menschliche Abgründe und atemlose Spannung in einem an Melancholie kaum zu übertreffenden Roman.”

    Behauptet die Klappbroschur.

    Atemlose Spannung? Das kommt wohl drauf an, wie man Spannung definiert, was man von einem spannenden Roman erwartet. Serienmörder, Blutgelage, Verfolgungsjagden? Fehlanzeige. Die Spannung in “Die Ermordung des Glücks” kommt leise und unaufgeregt daher.

    Die spezielle Methode des Ex-Kommissars Jakob Franck ist die ‘Gedankenfühligkeit’: eine Art meditative Selbsthypnose, eigentlich das genaue Gegenteil von ‘atemlos’. Da kann es schon mal vorkommen, dass er stundenlang bewegungslos und schweigend auf ein Beweisstück starrt, bis das Beweisstück zu ihm spricht – oder auch nicht.

    Aber grenzenlose Traurigkeit, menschliche Abgründe und Melancholie, das trifft es sehr gut. Ich visualisiere Szenen beim Lesen immer sehr stark, und hier habe ich graue Menschen auf grauen Straßen unter grauem Himmel vor mir gesehen, zu einem inneren Soundtrack melancholisch pfeifenden Winds. Man hat das Gefühl, es müsse unaufhörlich regnen in Friedrich Anis Version der Welt.

    Zitat:
    »Das ist unser Versagen«, rief er. »Wir sind blind und taub und verstaubt, unsere Routine hat uns stumpf gemacht…«

    Die Schwermut ist kaum zum Aushalten, man kann erahnen, wie verloren und zerstört sich die Hinterbliebenen in diesem Roman fühlen. Alles bricht auseinander, und dahinter kommen alte Wunden und alte Schuld zum Vorschein.

    “Ich fange ein Buch nicht mit der Absicht an, immer noch mehr Finsternis in den Text hineinzuschaufeln. Überhaupt nicht.”
    (Friedrich Ani in einem Interview mit der Berliner Zeitung)

    Dennoch ist die Finsternis da – und man will trotzdem weiterlesen. 

    Jakob Franck überbringt die Nachricht von der Ermordung des Glücks; auch nach seiner Pensionierung fungiert er weiterhin als Todesbote des Kriminalkommissariats. Wenn er nach Hause kommt, sitzen die Toten an seinem Küchentisch und trinken Tee. Wahnvorstellung, paranormale Erscheinung oder Visualisierung des Leids?

    Es wird nicht erklärt, und das muss es auch nicht.

    Überhaupt lässt der Roman vieles offen, obwohl der Tod des kleinen Lennard am Schluss aufgeklärt ist. Diese Aufklärung erscheint fast nebensächlich, es ist ohnehin niemandem damit geholfen – als wäre es von Anfang an gar nicht darum gegangen, sondern um die Trauer, den Selbstbetrug, das ganze Kaleidoskop menschlicher Emotionen.

    Es geht auch darum, was die Trauer mit den Menschen macht.

    Zitat:
    “Vor drei Monaten war sie die Mutter eines elfjährige Sohnes, und nun, da er tot ist, existiert sie nicht mehr. Jedenfalls stelle ich mir vor, dass sie ihr Dasein für einen Irrtum hält, eine optische Täuschung, eine Beleidigung der Natur.”

    Friedrich Ani hat ein feines Gespür für die Gefühle seiner Charaktere; in den Monologen und Dialogen erreichen die Emotionen eine schmerzliche Intensität. Die Charaktere sind in meinen Augen grandios geschrieben, besonders Ex-Kommissar Jakob Franck hat eine ungeheure Präsenz.

    Der Schreibstil ist außergewöhnlich, fernab der Klischees. Er besitzt eine Art düsterer Poesie und entwickelt sehr viel Atmosphäre. Nur manchmal erschien mir der Sprachklang nicht authentisch, wenn die eher ungebildete Mutter des kleinen Todesopfers spricht.

    FAZIT

    Ein kleiner Junge verschwindet und wird 34 Tage später tot aufgefunden. Der pensionierte Kommissar Jakob Franck überbringt den Eltern die schreckliche Nachricht und der Fall lässt ihn danach nicht mehr los, weswegen er sich mit seiner außergewöhnlichen Methode der ‘Gedankenfühligkeit’ in die Ermittlungen einmischt.

    Ein tiefgründiger Kriminalroman, der die Emotionen, Geheimnisse und Abgründe der Hinterbliebenen durchleuchtet.

    Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:
    https://wordpress.mikkaliest.de/2018/09/15/rezension-friedrich-ani-ermordung-des-gluecks/

  10. Cover des Buches Kühn hat zu tun (ISBN: 9783499266829)
    Jan Weiler

    Kühn hat zu tun

     (94)
    Aktuelle Rezension von: Yolande
    Jan Weiler wurde am 8. Oktober 1967 in Düsseldorf geboren. Er besuchte die Deutsche Journalistenschule in München und arbeitete ab 1994 beim SZ-Magazin, zunächst als redaktuer, später als Chefredakteur.
    2003 schrieb er ein Buch über die Lebensgeschichte seines italienischen Schwiegervaters. Mit "Maria, ihm schmeckt's nicht" wurde er deutschlandweit bekannt und ist seither als Vorleser seiner Werke in verschiedenen Städtetouren zu sehen. Außederdem schreibt er Kolumnen für die Zeitschrift "stern" und die "Welt am Sonntag".
    Jan Weiler lebt mit seiner Familie in der Nähe des Starnberger Sees.
    (Quelle: Wikipedia)

    Inhalt (Lovelybooks).
    Ehemann, Vater, Freund, Polizist, Nachbar – und umfassend überfordert. 
    Martin Kühn ist 44, verheiratet und hat zwei Kinder. Er wohnt auf der Weberhöhe, einer Neubausiedlung nahe München. Früher stand dort eine Munitionsfabrik, aber was es damit auf sich hatte, weiß Kühn nicht so genau. Es gibt ohnehin viel, was er nicht weiß: Zum Beispiel, warum von seinem Gehalt als Polizist ein verschwindend geringer Betrag zum Leben bleibt. Ob er sich ohne Scham ein Rendezvous mit seiner rothaarigen Nachbarin vorstellen darf. Warum er jeden Mörder zum Sprechen bewegen kann, aber sein Sohn nicht mal zwei Sätze mit ihm wechselt. Welches Geheimnis er vor sich selber verbirgt. Und vor allem, warum sein Kopf immer so voll ist. 
    Da wird ein alter Mann erstochen aufgefunden, gleich hinter Kühns Garten in der Böschung. Und plötzlich hat Kühn sehr viel zu tun.

    Ich habe vor einiger Zeit Jan Weilers Buch "Im Reich der Pubertiere" gelesen. Der humorvolle Schreibstil hat mir gut gefallen und deshalb habe ich einen Krimi in ähnlichem Stil erwartet. Leider wurde ich in dieser Hinsicht enttäuscht, im Gegenteil, ich fand es sogar ziemlich deprimierend. Ein Kommissar in einer Lebenskrise ist ja per se nichts Schlechtes, aber mir war es streckenweise zu arg. Seinen Humor empfand ich als Sarkasmus. 
    Die Krimihandlung trat ein wenig in den Hintergrund, war aber auch ziemlich konstruiert und abgedreht. Auch das Mordmotiv war mir zu weit hergeholt. 

    Fazit: Das Buch konnte mich nicht überzeugen, zu deprimierend. Ich fand es sehr enttäuschend.

  11. Cover des Buches Die Leiden des jungen Werthers (ISBN: 9783150192351)
    Johann Wolfgang von Goethe

    Die Leiden des jungen Werthers

     (1.607)
    Aktuelle Rezension von: Daniel215

    „Ach diese Lükke! Diese entsetzliche Lükke, die ich hier in meinem Busen fühle! ich denke oft! - Wenn du sie nur eimal, nur einmal an dieses Herz drükken könntest. All diese Lükke würde ausgefüllt seyn“.    

    Der Briefroman machte Goethe im Handumdrehen zu einem Shootingstar und gilt noch heute als Schlüsselroman des Sturm und Drang. Wir erleben, wie der Protagonist Werther an einer glücklosen Liebe (und seiner Leidenschaft) zerbricht.

    Die von mir gelesene „Fischer Klassik“-Ausgabe folgt zeichengenau dem Erstdruck  von 1774. Die Ausgabe wird durch nützliche Informationen zu Goethes Leben und Wirken sowie durch einen Auszug aus „Kindlers Literatur Lexikon“ zum gegenständlichen Roman abgerundet.

    Das Werk zeichnet sich durch seinen leidenschaftlichen und empfindsamen Protagonisten aus, an dessen Seelenleben der Leser teilhaben darf. Der emotionale Werther verkörpert dabei die Ideale des Sturm und Drang:

    „Auch schätzt er meinen Verstand und Talente mehr als dies Herz, das doch mein einziger Stolz ist, das ganz allein die Quelle von allem ist, aller Kraft, aller Seligkeit und alles Elends. Ach was ich weis kann jeder wissen. - Mein Herz hab ich allein.“

    Spannend in diesem Zusammenhang ist die Figur des Albert, der den Gegensatz zu diesen Idealen zu verkörpern scheint und, anders als Werther, ganz leidenschaftslos daherkommt. Albert scheint sich ganz der Vernunft verschrieben zu haben. Der Gegensatz von Werther und Albert gipfelt in der von Werther skizzierten Diskussion über Selbstmorde - Schwäche oder Erlösung?

    „Die menschliche Natur, fuhr ich fort, hat ihre Gränzen, sie kann Freude, Leid, Schmerzen, bis auf einen gewissen Grad ertragen, und geht zu Grunde, sobald der überstiegen ist.“

    Der moderne Leser wird sich an die etwas „angestaubte“ Sprache gewöhnen müssen, welche den Zugang zum Werk stellenweise nicht ganz leicht macht. Trotzdem ist der Werther noch immer ein echtes Leseerlebnis, denn auch heute schafft es Goethes Wortgewalt noch, den Leser die Leidenschaft des Werther spüren und bis zu einem gewissen Grad auch nachempfinden zu lassen. 

  12. Cover des Buches Das finstere Tal (ISBN: 9783548285535)
    Thomas Willmann

    Das finstere Tal

     (164)
    Aktuelle Rezension von: Forti

    "Das finstere Tal" vereint die Genres historischer Roman, Thriller und Western. Ziemlich stimmungsvoll düster das ganze. Ich fand es spannend (auch wenn die Auflösung bald absehbar war) und intelligent.
    Besonders und passend auch die etwas altertümliche, aber doch gut lesbare Sprache, die der Autor gewählt hat.



  13. Cover des Buches No & ich (ISBN: 9783426654385)
    Delphine de Vigan

    No & ich

     (416)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82

    „Mir passt das alles gar nicht. Wir haben wichtigeres zu tun. Wir gehen gegen den Strom der Dinge. Wir sind durch denselben Eid gebunden. Einen stillschweigenden Eid. Das ist so viel wichtiger. Alles Übrige zählt nicht. Alles Übrige darf nicht zählen.“

    Inhalt

    Lou Bertignac ist anders, als Gleichaltrige. Nicht nur, dass sie auf Grund ihrer Begabung bereits mehrere Schuljahre übersprungen hat und mit 13 Jahren mittlerweile unter 15-jährigen Schülern sitzt, sie bleibt auch gern für sich, ist eine Einzelgängerin und zieht sich mehr in ihr Inneres zurück, um die Welt zu reflektieren. Für ein aktuelles Schulreferat beginnt sie über Obdachlose zu recherchieren, und zwar direkt auf der Straße, vor Ort, in deren Refugium. Sie bemüht sich um die Bekanntschaft zu einer jungen Frau, die gerade an der Schwelle zum Erwachsenwerden steht. Sie führt Interviews mit ihr und lädt sie immer wieder in ein Café ein, um ihr wenigstens für ein paar Stunden den Komfort einer wärmenden Umgebung zu ermöglichen. Die beiden Mädchen schließen Freundschaft – jedoch eine ungleiche, deren Weiterbestehen mit dem Ende des Referats auf der Kippe steht. Aber Lou denkt nicht daran, das aufzugeben, sie will den Dingen nicht einfach ihren Lauf lassen, sie will ihre neue Bekanntschaft No nicht einfach auf der Straße zurücklassen, sie will etwas verändern. Ihr Versuch, das Unmögliche zu beweisen und die Welt wenigstens ein kleines bisschen besser zu machen, verleiht ihr Zivilcourage und lässt sie auch persönlich reifen …

    Meinung

    Ich mag die Texte der französischen Autorin Delphine de Vigan ausgesprochen gern und dieses Buch war das letzte bisher noch nicht gelesene von ihr. Auch in „No & ich“ versteht sie es wieder bestens, die Gefühle und Gedanken ihrer Protagonisten greifbar zu machen, eine eher minimalistische Story so glaubwürdig und authentisch zu erzählen, dass man als Leser jede Entwicklung nachvollziehen kann und sich den Menschen sehr nahe fühlt. Thematisch ist dies in weiten Teilen ein Coming-of-Age Roman, den ich schon vor vielen Jahren hätte lesen sollen, am besten, wenn man selbst ein Teenager ist. Denn gerade die Beweggründe von Lou, ihre Art zu denken und zu handeln, sind für junge Menschen mit großen Ansprüchen an sich selbst und andere geradezu typisch. Aus diesem Grund, bekommt das Buch jetzt meine Tochter im Teenageralter. Auch für den Deutschunterricht könnte ich es mir sehr gut vorstellen, weil es eben nicht so trocken geschrieben ist und nicht mit erhobenem Zeigefinger daherkommt. 

    Besonders hervorheben möchte ich die liebevolle Verpackung von Botschaften, die direkt und ungefiltert beim Leser ankommen, dieser Text hat eine hohe Aussagekraft, er bringt vieles ganz treffsicher auf den Punkt und klärt es auf, schildert aber ebenso die ungeschönten Wahrheiten, mit denen sich Lou, stellvertretend für so manchen Weltverbesserer, herumplagen muss. Dabei gleitet die Story weder ins Kitschige ab, noch erfindet sie das Rad vollkommen neu. Das große Plus der Geschichte ist ihre gute Nachvollziehbarkeit, die viele Gedankengänge anregt aber auch Grenzen aufzeigt. Als Quintessenz des Buches bleibt der Gedanke haften, dass die Dinge zwar sind, wie sie sind, dass man aber niemals die Hoffnung aufgeben sollte, selbst dazu beizutragen, das sich etwas ändern könnte.

    Fazit

    Hier vergebe ich gerne 5 Lesesterne, für einen emotionalen, berührenden Roman, der sich hervorragend für intensive Lesestunden eignet. Sprachlich und inhaltlich sehr ausgewogen und dabei konzentriert auf die Gefühlsebene gerade junger Menschen. Den Film zum Buch möchte ich mir auf jeden Fall noch anschauen, genug Potential ist definitiv vorhanden. Jetzt freue ich mich schon auf die baldige Neuerscheinung aus der Feder der Autorin: „Die Kinder sind Könige“ (ET März 2022), verspricht wieder ein brisantes, aktuelles und faszinierendes Buch zu werden.  

  14. Cover des Buches Die Straße (ISBN: 9783499246005)
    Cormac McCarthy

    Die Straße

     (664)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Warum tut man sich das an, solch ein Buch zu lesen? Natürlich zum einen, weil es mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet und in unterschiedlichen Medien positiv rezensiert wurde und zum anderen, wenn man ein Liebhaber dystopischer Literatur ist.

    Mr. McCarthy mutet seinen Lesern nicht nur ein postapokalyptisches Szenario zu, er zeichnet eine Welt, die dem Ende bereits so nahe ist, dass selbst die Hoffnung gestorben zu sein scheint. In dieser düster, düsteren Welt aus Asche und Müll hausen Kannibalen, die sogar ihr eigenes Neugeborenes fressen. Kann noch Schrecklicheres dargestellt werden? Nein!

    Aber aus den Dialogen von Vater und Sohn, die sich in dieser bitterkalten bleigrauen Welt gen Süden schleppen, erfährt der Leser, dass es neben den Bösen auch die Guten geben muss.

    In karger Sprache schildert der Autor den leidvollen Weg. Der Vater ist in seiner Aufgabe verhaftet, das Leben seines Sohnes unter allen Umständen zu schützen und dabei doch noch zu den Guten zu gehören. Denn dieser Wunsch, der vom Jungen ausgeht, ein wenig Menschlichkeit zu bewahren und anderen gegenüber zu zeigen, das ist das einzige flackernde Licht in dieser untergegangenen Welt. Die Hoffnung ist doch noch nicht tot!

    Die bleigraue Trostlosigkeit wird in sparsamer Handlung beschrieben. Wenige dann aber wirklich schockierende Ereignissen sind eingeschaltet.

    Es ist ein Buch, welches die Post-Postapokalypse so konsequent darstellt, wie keines vor ihm. Es schildert eine Welt, in der niemand sein möchte und aus der niemand abtreten will.

    Not for the faint-hearted!  

    Eine vollständige Inhaltsangabe findet sich in Wikipedia.

  15. Cover des Buches Der Club der toten Dichter (ISBN: 9783404115662)
    N.H. Kleinbaum

    Der Club der toten Dichter

     (242)
    Aktuelle Rezension von: Mrs. Dalloway

    Seit ich den Film in der Schule gesehen habe, liebe ich den Club der Toten Dichter. Das Buch hat nur wenige Seiten, die entsprechend schnell gelesen sind. Dennoch fehlt es ihnen nicht an Tiefe. Ich finde es total spannend, einen Einblick in das Schulsystem der vergangenen Jahrzehnte zu bekommen und meine Literaturkenntnisse ein wenig aufzufrischen. Ein Klassiker, den jeder gelesen haben sollte.

  16. Cover des Buches Der Prozeß (ISBN: 9783899195880)
    Franz Kafka

    Der Prozeß

     (997)
    Aktuelle Rezension von: lilr

    Ich habe selten ein Buch gelesen, was mich derart in den Bann gerissen hat, wie dieser Klassiker von Franz Kafka! Ab dem ersten Kapitel wird man in die Gefühlswelt des Protagonisten Josef K. gerissen und fühlt am eigenen Leib die Verzweiflung, die Angst und das Elend die von dem Prozess ausgehen. Zeitweise musste ich das Buch beiseitelegen weil mich das Schicksal und die Wirrungen derart mitgenommen haben. Aber genau das ist die Meisterleistung Kafkas! Jeder neue Handlungsstrang überrascht mit neuen grotesken Elementen, die das Buch absolut "kafkaesk" machen. Ich empfehle einen Lektüreschlüssel für alle diejenigen, die das Buch ganz erschließen möchten, denn sowohl philosophisch, politisch, religionskritisch als auch autobiografisch überließ Kafka nichts dem Zufall. Ein Muss für alle Literaturfans! 

  17. Cover des Buches Knockemstiff (ISBN: 9783954380145)
    Donald Ray Pollock

    Knockemstiff

     (37)
    Aktuelle Rezension von: stefanb
    „Ich verstand, dass ich mitten in einem dieser Augenblicke des Lebens steckte, in denen große Dinge möglich sind, wenn man nur gewillt ist, die richtige Entscheidung zu treffen.“ [233]
    Knockemstiff, Ohio. Die Hölle auf Erden. Man könnte auch sagen, dass dies ein Kaff ist an dem selbst die Hoffnung stirbt. Düster, hoffnungslos. Ein Ort, den man unter allen Umständen meiden sollte. Denn alles was man hier finden wird, sind vorherrschende Gewalt, Verbrechen, Mord, Sexualdelikte und Drogen. Knockemstiff beherbergt Außenseiter, Psychopaten, Menschen ohne Hoffnung. In „Knockemstiff“
    von Donald Ray Pollock geht es um den wahr gewordenen amerikanischen Albtraum. Facettenreich stellt Pollock die verschiedenen Wege unterschiedlicher Charaktere in seinem Roman dar. Allein gemein, die Tristesse und Hoffnungslosigkeit und den daraus resultierenden falschen Lebenswegen.
    In 18 kurzen Geschichten nimmt der Autor den Leser mit in den Süden von Ohio. Manchmal brillant, hart und immer schockierend. Es ist schon beeindruckend, wie Pollock schreibt. Man findet sich in einem Sumpf, ist gefesselt und liest und liest. Auch wenn es manchmal nicht leicht ist, denn die Geschichte lässt einen nicht kalt.
  18. Cover des Buches Meeresrand (ISBN: 9783888974151)
    Véronique Olmi

    Meeresrand

     (65)
    Aktuelle Rezension von: juliettafloria

    Ich habe dieses Buch vor etwa zehn Jahren zum ersten Mal gelesen und nie wieder vergessen. 

    Die Geschichte der depressiven Mutter mit ihren zwei Kindern, der Kampf zwischen Wollen und Können und die eindringliche Stimmung im Buch hat mich die letzten Jahre unaufhörlich begleitet. Insbesondere sind mir einzelne Sätze im Gedächtnis geblieben, die ich für das Leben und seine Herausforderungen als äußerst representativ empfinde. 

    Ein unglaublich lesenswertes Buch, das einen nie wieder loslässt.

  19. Cover des Buches American Psycho (ISBN: 9783942656412)
    Bret Easton Ellis

    American Psycho

     (403)
    Aktuelle Rezension von: Pappbecher
      • Title: American Psycho
      • Author(s): Bret Easton Ellis
      • Publisher: Picador Classic
      • ISBN: 9781447277705 
      • Edition: paperback
      • Publication date: 01/07/2020


    Content:

    "Patrick Bateman is twenty-six and he works on Wall Street, he is handsome, sophisticated, charming and intelligent. He is also a psychopath. Taking us to head-on collision with America's greatest dream—and its worst nightmare—American Psycho is bleak, bitter, black comedy about a world we all recognise but do not wish to confront."


    Opinion:

    First of all, I wanted to say I've seen the movie several times before reading the book. I thought it would be time to also read the story that has caught my interest for more than once.

    Now I want to talk a little about the content of the book. As I have told you, I've watched the movie more than one time yet and I still think it is a masterpiece. Therefore, I had high expectations for the book and I was not disappointed. Although, some might think it is pretty brutal and boring at the same time, for me it was quite as I expected it. It was the perfect mixture of the narcism and materialism of the world as well as the boredom of an everyday life. Ellis wanted to put forward a critique on the society back then, when he wrote the book. In my opinion, the book still points out the most critique worthy parts of society nowadays. Yes, the most parts of the books are really brutal and bloody, but this makes the book the way it should be: a critique.

    The author did a great job on character building concerning the protagonists. They are all far from perfect and, therefore, authentic. I actually think it is scary how realistic they are. 

    The writing style is interesting. It is not that easy to read but at the same time not too complicated, So, it was no problem to read the book within a few days.


    Conclusion:

    All in all, the book is one of the classics that everybody should have read! Therefore, I would recommend reading it to every reader that is interested in classics and authentic books.

  20. Cover des Buches Der Kontrabaß (ISBN: 9783257230000)
    Patrick Süskind

    Der Kontrabaß

     (126)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania

    Nach dem unglaublich guten „Parfüm“ von Patrick Süskind war ich ungemein gespannt auf andere Werke von ihm. Dieses Mal ist es „Der Kontrabaß“ geworden.

    Unvermittelt setzt die Szene in der Wohnung eines Kontrabassisten ein. Er ist Beamter beim Staatsorchester und spricht eine (möglicherweise erdachte) Person an. Der Kontrabassist siezt die imaginäre Person und erzählt vom Leben eines Kontrabassisten. Namen gibt es keine, doch stellt sich schnell heraus, dass der Ich-Erzähler ein intelligenter 35-Jähriger ist, der sich sehr gut in der klassischen Musik auskennt. Nachdem der Kontrabassist monologisch die Vorzüge und Einzigartigkeit, ja überhaupt die Notwendigkeit des Instruments in einem Musikstück preist, wettert er folglich permanent gegen den Kontrabass und dessen Spieler. Er sieht sich immer unbeachtet, Solostücke für Kontrabassisten fehlen in der Klassik. Und dann bekommt das Orchester Zuwachs von einer jungen Sängerin, in die der Protagonist sich verliebt hat. Nun sieht er in seinem Instrument, im Kontrabass, das Hindernis, um mit einer  Frau glücklich zu werden.

    Einerseits eine Hommage an Kontrabassisten, andererseits stellt Patrick Süskind das Schattendasein dieser außergewöhnlichen Musiker heraus. Mit Leichtigkeit erzählt der Autor die Hassliebe zu einem Instrument, das in großen Werken zwar nie fehlend darf, dem aber nicht ausreichend Aufmerksamkeit zuteil wird.

  21. Cover des Buches Tess (ISBN: 9783423144032)
    Thomas Hardy

    Tess

     (100)
    Aktuelle Rezension von: lauraa487

    So ans Leben gefesselt zu sein, ist eine ziemlich ernste Sache, meinen Sie nicht auch?
    ~Angel zu Tess, S.178

    Inhalt: 

    Tess stammt aus ärmlichen Verhältnissen, mit einer Mutter, die sich um Haushalt und  Kinder zugleich kümmern muss und einem Vater, der viel trinkt und eines Tages herausfindet, dass er der Nachfahre einer adligen Familie ist. Er sieht seine Chance darin, vielleicht doch noch an Wohlstand und Ansehen zu gewinnen, indem er Tess zu den verbliebenen Verwandten schickt, um da vorzusprechen. Dort trifft sie auf Alec, ihren vermeintlichen Cousin, der ihr einen Job im Haus d’Urberville besorgt und sehr an Tess interessiert ist... Tess ahnt nicht, wie sehr das Schicksal die beiden miteinander verbinden wird.
    Ein paar Jahre später trifft sie dann auf Angel Clare, einen Pfarrerssohn, dem sie hoffnungslos verfällt, wie er ihr, den sie aber nie heiraten kann.
    Und so beginnt eine tragische Geschichte, in einer Gesellschaft, die kaum Verständnis für Tess Schicksal aufbringen kann.

    Meinung:

    Ich mochte diese Geschichte von Thomas Hardy sehr, die für mich tatsächlich als Bildungsroman durchgehen würde. Was mir besonders gefallen hat, waren die wunderschönen Passagen über die Natur, die aber zeitweise auch ein bisschen langatmig werden konnten. Was ich auch sehr bemerkenswert fand, war die Darstellung der Gesellschaft, die dann doch schon sehr kritisiert worden ist; Thomas Hardy hatte durch und durch moderne Gedanken, die im Buch deutlich werden. In dem Buch handelt es sich um einen der Er/Sie-Erzähler, wobei abwechselnd die Sichten von verschiedenen Personen eingenommen werden, vorwiegend aber die von Tess. Auch das hat mir sehr gut gefallen, weil es durch die abwechselnden Perspektiven einen umfangreichen Überblick gibt und man die Situation aus mehreren Blickwinkeln erlebt. So wird auch die recht traditionelle Denkweise der Menschen deutlich und die Situation von Tess umso tragischer. Ich bin ehrlich: ich weiß nicht so recht, was ich vom Ende halten soll. Tess tat mir einfach sehr leid. Ich habe wirklich mit ihr mitgelitten.

    Personen:

    Tess: Ach, die arme Tess. Sie macht im Buch eine Entwicklung durch, was bei ihren Erlebnissen auch kein Wunder ist. Wenn ich mich recht erinnere erleben wir Tess in einem Alter von 16 bis etwa 22 und man macht in diesem Zeitraum einiges mit ihr durch. Tess ist schon ein moralischer Mensch, auch wenn diese Moral ihr nichts gutes tut, wie sie zum Ende hin merkt. Sie ist auch sehr hingebungsvoll und gutherzig, weshalb ich wirklich mitgefühlt habe mit ihr. Ich fand aber auch vor allem, dass ihre Handlungen nachvollziehbar waren und bewunderte ihren Kampfgeist. Wie viele Frauen in klassischen Romanen, war sie auch keine naive, hilflose Frau, sondern ein starke Persönlichkeit.

    Angel: Naja, zuerst mochte ich ihn und dann auch wieder nicht. Aber dann wieder... :) Die Sache, die mich wirklich gestört hat, war, dass er so auf moralisch und verständnisvoll tut und sich seine eigene Gedanken machen kann, aber dann wegen „so einer Sache“ ausflippt, obwohl er selbst ja nicht das Unschuldslamm ist. Klar, er ist selbst auch von den Ideen und der Moral der Gesellschaft geprägt, aber in allem anderen scheint er dagegen zu rebellieren, nur in diesem einem Punkt nicht? (Ich will nicht spoilern, deswegen verrate ich nicht was ich meine ;) )
    Jetzt kommt doch ein kleiner Spoiler, also Achtung: Auch wenn er am Ende doch wieder „zur Besinnung kommt“, fand ich sein Verhalten falsch. Er konnte ihr ja nicht mal ein paar Zeilen widmen, nachdem er ohne sie nach Brasilien gegangen ist. Und das obwohl er es ja war, der sie doch quasi zur Hochzeit gedrängt hat, da seine Liebe ja ach so groß und unerschütterlich gewesen ist. Nee, also echt nicht. Da wurde ich schon sauer.

    Alec: Irgendwie mochte ich Alec. Ich fand am Ende seine Hartnäckigkeit gut, auch wenn die natürlich mehr als angebracht war. Er hat versucht seine Fehler wieder gut zu machen und auch wenn er gemein war und sich bis zum Schluss nicht wirklich „rehabilitieren“ konnte, fand ich allein das sehr bemerkenswert. Also man darf mich hier nicht falsch verstehen: Er ist zweifelsohne der Böse und die Fehler, die er begangen hat sind unverzeihlich und er hat auch die Schuld an Tess’ Schicksal. Aber er war ein Bösewicht, den ich nicht abgrundtief gehasst habe.


    Fazit:

    Es ist ein klassischer Roman, man sollte sich also bewusst sein, dass der Schreibstil sich deutlich unterscheidet von heutigen Büchern. Ich erwähne das extra, weil viele sich immer wundern, warum alle so von Klassikern schwärmen, wo sie doch so „schwer zu lesen sind“. (Das ist kein Scherz, das hat jemand mal zu mir gesagt!)

    Aber wer mit den Schreibstil klar kommt, wird dieses Buch mögen. Bedeutet, es wird im Gegensatz zu heutigen Liebesromanen, der Fokus viel mehr auf Landschaften und Natur gelegt, die dann auch schonmal über eine Seite gehen können. Man trifft hier viel auf Moralvorstellungen des 19. Jahrhunderts und Gesellschaftszwang, die man so heute auch nicht mehr nachvollziehen kann. Man findet die Protagonisten in Situationen wieder, die man so nicht mehr kennt.
    Aber genau das ist irgendwie das Schöne daran und macht die Tragik, so naja, realistisch sag ich mal. In dem Buch findet man sympathische Figuren, mit denen man durchaus mitfiebern kann. Wie gesagt, die detailreichen Beschreibungen der Natur sind manchmal etwas lang, aber das Buch ist dennoch sehr lehrreich mit vielen verschiedenen Szenen und wunderbaren Zitaten. Zum Schluss habe ich noch eins, was mir sehr gefallen hat.

    Die Vergangenheit war vergangen; was sie auch gewesen war, es gab sie nicht mehr. Welche Folgen sie auch haben mochte, die Zeit würde darüber hinweggehen. ~Tess, S. 131


  22. Cover des Buches Das Gewicht von Schnee (ISBN: 9783455009323)
    Christian Guay-Poliquin

    Das Gewicht von Schnee

     (19)
    Aktuelle Rezension von: sleepwalker1303

    „Das Gewicht von Schnee“ von Christian Guay-Poliquin ist für mich ein ganz besonderes Buch. Die düster-dystopische Stimmung und das Setting des Romans im tiefsten Winter in der kanadischen Einöde mit enormen Schneemassen, waren ein enormer Kontrast zum strahlenden Sommerwetter, in dem ich ihn gelesen habe. 

    Aber von vorn: Ein junger Mann kommt bei einem Autounfall fast ums Leben. Da dieser Unfall in der Nähe seines Heimatdorfes passiert, kennt man ihn und versucht, ihm zu helfen. Allerdings werden alle durch den strengen Winter mit viel Schneefall und einen schon lange vor dem Winter eingetretenen Stromausfall auf eine harte Probe gestellt. Lebensmittel, Medikamente, Benzin – alles ist knapp und droht auszugehen. Nach der Versorgung durch die Tierärztin, beschließen die Dorfbewohner, die Pflege des Verletzten könnte ein anderer „Gestrandeter“ übernehmen, ein Fremder namens Matthias. Die beiden bekommen Lebensmittel aus dem Dorf, ab und zu kommen Menschen vorbei, aber im Großen und Ganzen sind sie sich selbst überlassen. Probleme, die das Eingesperrtsein auf kleinstem Raum mit sich bringt, sind vorprogrammiert. „Lagerkoller“ macht sich breit. Und das nicht nur in der Enge der kleinen Hütte, auch im Dorf schlägt die Stimmung nach und nach um.

    Die Geschichte ist eher ruhig aber sehr tiefgründig, erzählt vom namenlosen Verletzten aus der Ich-Perspektive. Das Buch war für mich voller auf den Punkt genau passend gewählter Bilder, die weit über die Parallelen zur (öfter zitierten) griechischen Mythologie hinausgingen. Eigentlich ist eine Schneeflocke ja etwas, das fast nichts wiegt, flauschig ist, schön und romantisch. Aber die Masse an Schnee, über die der Autor schreibt, ist im wahrsten Sinne des Wortes erdrückend. Analog zum zunehmenden Druck der Schneemassen auf die Dächer, steigt der Druck auf den Gemütern der Leute. Die Stimmung unter den Menschen ist psychologisch hochinteressant und sicher sehr realistisch. Sie schlägt nach und nach von Gemeinschaftssinn und Nächstenliebe in Egoismus, Neid und sogar Hass um. Mehr und mehr wird sich jeder selbst der Nächste. Passend zum lateinischen Satz „Homo homini lupus est“ berichtet der Erzähler: „Es gibt nur noch wenige kleine Gruppen, die auf der Suche nach Benzin und Nahrung umherziehen. Rudel magerer, misstrauischer Kojoten.“. 

    Die Sprache ist ebenso reduziert wie alles andere im Buch, sie scheint so monochrom wie die dunkle Landschaft, die unter dem weißen Schnee eingesperrt ist. Es gibt keine Anführungszeichen bei direkter Rede, in den Sätzen ist kein Wort zu viel. Insgesamt steht in diesem Buch mindestens so viel zwischen den Zeilen wie darin. Auch kommen im Buch nur wenige Charaktere vor, diese sind aber hervorragend und bildhaft gezeichnet. Allerdings sind die Personen außer dem Erzähler und Matthias mehr Mittel zum Zweck, sie tragen nur als Lebensmittel-Lieferanten, und Verbindung zum Rest der Welt zur Geschichte bei. So können die beiden den Zerfall der Gesellschaft am Rande miterleben, während ihre Zwangsgemeinschaft enger zusammenwächst. 

    Gegliedert ist der Roman nicht in fortlaufend nummerierte Kapitel. Die Überschrift ist eine Zentimeter-Zahl, die aktuelle Höhe des Schnees, beginnend bei 38 und nach und nach ansteigend bis weit über 200, womit schon die Überschrift eine gewissen Spannung und Unbehagen erzeugt. Die Mischung aus Resignation („Egal wie sinnvoll eine einzelne Geste zu sein scheint, die Summe unserer Handlungen, das große Ganze, ist vollkommen sinnlos.“) und einer gewissen Aufbruchsstimmung, weil es anderswo besser sein könnte, prägt das Buch voller brisanter Gegensätze und mit vielen Emotionen. 

    Erinnerungen an Stromausfälle hat sicher jeder, die Isolation, die viele durch Corona erlebt haben, ist auch stets präsent. Bislang kam der Strom hier immer wieder, aber was, wenn nicht? Für mich ein wirkliches literarisches Highlight und ein echter Lese-Genuss, der ein unbehagliches Gefühl unterschwelliger Angst hinterlässt. Fünf Sterne. 

  23. Cover des Buches Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin (ISBN: 9783426507094)
    Delphine de Vigan

    Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin

     (53)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82

    „Irgendwann ist es soweit, dann ist der Preis zu hoch geworden. Dann überschreitet er die verfügbaren Mittel. Dann muss man aus dem Spiel aussteigen, sich geschlagen geben. Dann kann man sich nicht noch tiefer ducken.“

    Kurzrezension

    Vergangenes Jahr habe ich begonnen, mich durch die Bücher der französischen Autorin Delphine de Vigan zu lesen, nachdem ich vor allem von ihren neueren Werken so begeistert war. Aber auch die etwas älteren Storys nehmen mich gefangen und berühren etwas tief in meiner Seele, denn sie vermag es, nicht nur authentische Figuren zu schaffen, sondern immer auch eine tieferliegende Botschaft zu vermitteln.

     Thematisch konzentriert sich dieses Buch auf das langanhaltende Mobbing, dem eine Angestellte ausgesetzt ist, die es einmal wagte, ihrem Vorgesetzten die Stirn zu bieten und ihm in der Öffentlichkeit widersprach. Und dann begann ganz langsam und schleichend ihr beruflicher Bankrott, weil ebenjener Chef, keinerlei Wert mehr auf das bisher gern gehörte Urteil seiner Angestellten legte, sondern sich vielmehr darum bemüht, Mathilde aus dem Weg zu räumen. Am Ende des Buches, hat sie keine Kraft mehr gegen Windmühlen zu kämpfen und ihr bleibt nur noch die Versetzung, um die sie in ihrer Verzweiflung die Personalchefin bittet, aber selbst diese wird schon wieder unterwandert …

    Fazit

    Ich vergebe gute 4 Lesesterne für diesen aufschlussreichen, ehrlichen, intensiven Roman über eine starke Frau, deren Kraft von einem schwachen Mann mit böswilligen Absichten langsam getilgt wird. Ich denke, wenn man selbst Erfahrungen mit diesem dunklen Kapitel beruflicher Machenschaften hat, potenziert sich die Aussagekraft des Romans noch um ein Vielfaches, während ich hier erstmals etwas tiefgreifenderes über Mobbing gelesen habe.

     Stellenweise war mir die Lektüre zu depressiv oder auch deprimierend, auf Grund der eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten der Betroffenen, die sich immer mehr in die Abwärtsspirale begibt und leider niemanden hat, mit dem sie ihre Sorgen und Nöte teilen könnte. In der Mitte des Buches hatte mich die Story daher etwas verloren, doch im Verlauf nimmt sie erneut an Fahrt auf und lässt den Leser in schockierender Weise das gesamte Ausmaß psychischer Repressalien spüren, so dass man sich der Protagonistin wieder näher fühlt.

    Sehr gern empfehle ich diesen Roman weiter, er zeugt von viel Menschenkenntnis, genauer Beobachtungsgabe und direktem Einfühlungsvermögen. Ein Roman, bei dem keine Fragen offen bleiben und man nur schockiert den Kopf schütteln kann, wie es immer noch möglich ist, dass einige Mitarbeiter so unscheinbar und ungesehen leiden und dennoch auf die Arbeit angewiesen sind und ihr nicht einfach den Rücken kehren können. Ein Stoff, der mich sehr zum Nachdenken anregt und klar vor Augen führt, dass persönliche Integrität auch  dann von Nöten ist, wenn man nur der Zuschauer dieses perfiden Spiels ist und nur durch eine Positionierung Vieler gegen das Übel erfolgreich vorgegangen werden kann. 

  24. Cover des Buches Die Arbeit der Nacht (ISBN: 9783423136945)
    Thomas Glavinic

    Die Arbeit der Nacht

     (183)
    Aktuelle Rezension von: Novella_Romana

    Nihilistischer geht es wohl kaum. Also genau mein Ding ;) Einsam, drückend, düster, existenzialistisch, gruselig und tiefschürfend ohne langatmig zu werden. No more words to say.

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