Bücher mit dem Tag "authentisch"
136 Bücher
- Suzanne Collins
Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele
(17.924)Aktuelle Rezension von: FineAnders"Die Tribute von Panem" habe ich gelesen, weil meine Tochter sich ganz dringend das Buch gewünscht hatte, und es unbedingt lesen wollte. Als es da war, hab ich´s halt auch gelesen.
An sich fand ich die Geschichte irre toll, spannend und mitreißend, gradezu süchtig machend.
Aber den Schreibstil mochte ich nicht so sehr. Durch die Erzählung aus der Sicht der Hauptdarstellerin ist von vorneherein klar wie es ausgehen wird. Außerdem blieben die anderen Charaktere dadurch eher farblos für mich.
Ja und dann... muss es denn so derartig brutal sein? Das war erschreckend. Ich hätte mir da wenigstens tiefere Hintergrundinformationen gewünscht, wie diese Brutalität zustande kommt.
Trotzdem lese ich auch die restlichen Bücher dieser Reihe. Ich mag Unvollständigkeit nicht und es ist spannend.
- Veronica Roth
Die Bestimmung - Letzte Entscheidung
(3.117)Aktuelle Rezension von: Nicole_ThoeneTris und Four stehen vor einer gewaltigen Herausforderung. Die Stadt, die sie einst als ihre Heimat betrachteten, ist nun ein Schlachtfeld, auf dem Loyalitäten auf die Probe gestellt werden. Der Widerstand gegen Evelyn hat die Stadt verlassen und sich in die Ungewissheit der Außenwelt gewagt. Dort, wo sie dachten, Freiheit zu finden, wird ihnen schnell klar, dass die Realität viel komplexer ist. Die Welt außerhalb der Stadt ist nicht nur unberechenbar, sondern auch voller Gefahren, die sie sich nie hätten vorstellen können. 🤔
Die moralischen Dilemmata, die ihnen begegnen, sind erdrückend. Entscheidungen, die sie treffen müssen, könnten nicht nur ihr eigenes Schicksal, sondern auch das der gesamten Menschheit beeinflussen. Erinnerungen können gelöscht und Städte manipuliert werden – ein „Reset“, der alles verändern könnte. Doch wer hat das Recht, über das Schicksal anderer zu entscheiden? Und vor allem: Wer gehört wirklich zu wem? 😖🧐
Inmitten all dieser Turbulenzen ist die Beziehung zwischen Tris und Four auf der Kippe. Die Versprechen der Ehrlichkeit scheinen in den Schatten der Unsicherheiten zu verschwinden. Tris, die sich oft in ihrer eigenen Unsicherheit verliert, kämpft nicht nur gegen die äußeren Bedrohungen, sondern auch gegen ihre eigenen inneren Dämonen. Ihre Entscheidungen, die sie trifft, um die Welt zu retten, könnten sie letztlich auch auseinanderreißen. Wird die Ehrlichkeit, die sie sich geschworen haben, ausreichen, um ihre Verbindung zu retten, oder wird sie zur letzten Waffe, die sie gegeneinander richten? 🥺
Der finale Konflikt ist nicht nur ein Kampf zwischen Fraktionen, sondern auch ein Kampf um die eigene Identität und um das, was es bedeutet, für etwas Größeres einzustehen. Trauer und Verlust sind ständige Begleiter, während sie versuchen, einen Neuanfang zu finden. Die Themen Opferbereitschaft und Verantwortung sind allgegenwärtig und fordern von Tris und Four, alles zu riskieren, um das zu schützen, was sie lieben. 💔
Das Finale ist ein wahrer Pageturner, der den Leser mitreißt und nicht loslässt. Die Emotionen sind intensiv, und jede Entscheidung hat Konsequenzen, die weit über den Moment hinausreichen. Tris mag vielleicht nicht immer sympathisch sein, doch ihr innerer Konflikt ist nachvollziehbar. Ihr Entschluss, die Dinge zu ändern, wird Herzen brechen und gleichzeitig Hoffnung schenken. ⚡
Insgesamt ist es ein actionreiches Finale, das mit Tränen und gebrochenen Herzen gefüllt ist. Es ist eine Geschichte über die Suche nach Identität, die Herausforderungen des Lebens und die Kraft der Liebe, die selbst in den dunkelsten Zeiten bestehen bleibt. 🥹💔
- Mona Kasten
Feel Again
(1.932)Aktuelle Rezension von: Anna_Magdalena„Feel Again“ hat mich besonders berührt, weil Sawyer und Isaac als Paar einfach perfekt funktionieren. Ehrlich: Zuerst dachte ich, das Buch wird nichts für mich – normalerweise lese ich lieber über Bad Boys. Aber ich wurde vom Gegenteil überzeugt. Sie, die zynische Fotografin mit Schutzpanzer; er, der schüchterne, kluge Softie – zusammen wachsen sie genau dorthin, wo Vertrauen und Anziehung sich die Waage halten. Ihr Deal startet spielerisch, wird dann zu echter Nähe, ohne Grenzen zu übergehen. Mona Kasten zeichnet die beiden mit Humor, knisternden Dialogen und leiser Verletzlichkeit: ein glaubwürdiger Slow Burn mit verdienten Höhepunkten. Vertraute Gesichter geben Wärme, doch Sawyer & Isaac stehlen jede Szene. Geliebt!
- Delia Owens
Der Gesang der Flusskrebse
(1.448)Aktuelle Rezension von: Chrissy87Kya wächst verlassen im Marschland auf und als ihr in unterschiedlichen Stadien ihres Heranwachsens zwei Jungs Aufmerksamkeit schenken, genießt sie das. Doch als Jahre später einer der beiden tot aufgefunden wird, sind sich alle schnell einig, dass nur das seltsame Mädchen dafür verantwortlich sein kann.
Zu erst einmal haben mich die Naturbeschreibungen überrascht und auch begeistert. Ich hatte stellenweise das Gefühl mit Kya am Strand zu stehen und die Möwen zu beobachten.
Auch hat mich Kyas Alleinsein und ihre Einsamkeit tief berührt, besonders da sie so jung war als alle verschwanden.
Die Geschichte rund um den Todesfall und wie sie erzählt wurde, fand ich spannend und ich bis zum Schluss mit Kya mitgefiebert, weshalb mich das Ende umso mehr überrascht hat.
Alles in allem war das für mich ein wirklich gelungener Roman mit einer faszinierenden Protagonistin.
- Angie Thomas
The Hate U Give
(747)Aktuelle Rezension von: Isabelle_Kocher"The Hate U Give" behandelt das Themen wie Rassismus, Polizeigewalt und Black Lives Matter, jedoch erzählt aus der Perspektive eines 16-jährigen Mädchens. Dadurch wirkt die Geschichte nahbarer und berührt auf eine viel intensivere Weise. Statt den Fokus auf die harten Fakten der zu richten, wirkt dieser Roman fast philosophisch, wenn die Hauptfigur, Starr, sich fragt, was falsch und was richtig ist, was es wert ist, dafür zu kämpfen und wie sie die zwei Welten, in denen sie lebt, miteinander vereinen kann. Besonders gut hat mir an diesem Buch gefallen, dass es der objektiven Berichterstattung unserer Nachrichten nun ein persönliches Gesicht verleiht. Wir sehen nicht mehr einen Afro-Amerikaner, der erschossen wird - wir sehen ein Mädchen, dass sich an die vielen Momente der Freundschaft mit einem Jungen erinnert, dessen Leben nun viel zu früh endet, während sie ohne ihn weiterleben muss. Ein Buch, das bewegt und einem die Augen öffnet.
MEIN TIPP: Als englisches Audiobook kommt die besonderes Sprache des Buchs am besten zur Geltung! - Taylor Jenkins Reid
Die sieben Männer der Evelyn Hugo
(808)Aktuelle Rezension von: femicolon_buchblogIch liebe wie sehr der Klappentext einen zunächst im Dunkeln darüber lässt, worum es in der Geschichte eigentlich geht.
Gleich zu Beginn der Geschichte entsteht ein Sog, der es schwer macht mit dem Lesen aufzuhören. Der Autorin gelingt es nicht nur die schillernde Zeit des 50er Jahre Hollywoods zu zeichnen, sondern schafft mit Evelyn Hugo eine komplexe, ambivalente und interessante Figur.
Ich mag es Figuren zeitweise nicht zu mögen, denn daran merke ich, dass eine Figur echten Tiefgang erreicht. Denn absolut niemand ist immer likeable.
Genau so ist es mir mit Evelyn Hugo ergangen. Ich habe sie für ihre Willensstärke, Unverblümtheit und die Fähigkeit große Entscheidungen zu treffen bewundert und gleichzeitig ihren Egoismus und ihre scheinbare Kälte kritisiert.
Bei Monique fiel es mir schon leichter. Sie ist bewusst so geschrieben, dass man sich gut mit ihr identifizieren kann und ich habe gerne beobachtet, wie sie durch die Interviews mit Evelyn zu ihrer eigenen Stärke findet.
Das Zustandekommen der sieben Ehen finde ich schlüssig dargestellt und die Geschichte sehr rund aufgebaut. Seit langem habe ich beim Lesen auch mal wieder das ein oder andere Tränchen verdrückt. Im letzten Drittel schleichen sich ein paar Wiederholungen ein und es fehlt an neuen Impulsen, aber das Finale und der große Twist am Ende wiederrum kommen dann relativ schnell. - Dörte Hansen
Altes Land
(757)Aktuelle Rezension von: ratherbehappythandignifiedIn „Altes Land“ von Dörte Hansen geht es um Vera, die in jungen Jahren mit Ihrer Mutter aus Ostpreußen in das Alte Land bei Hamburg flüchtet. Vera wächst dort in einem alten Bauernhaus auf und fühlt sich unglaublich verwurzelt, aber doch nie wie angekommen in diesem Haus. In Dörte Hansen Roman erfahren wir wie Vera aufwächst, aber erhalten auch Einblicke in die Leben ihrer Nachbarn und Familienmitglieder. Das Leben für Vera nimmt noch einmal eine Wendung, als ihre Nichte bei ihr einzieht. Auch diese hat einige Erfahrungen in ihrem Leben machen müssen. Doch schweißt das die Beiden zusammen?
Mir hat „Altes Land“ an sich gut gefallen, nur fand ich es sehr schwer in die Geschichte reinzukommen. Man fühlt sich als Leser:in manchmal etwas allein gestellt, denn es werden von Anfang an sehr viele Personen genannt, die man erst einmal allein versuchen muss einzuordnen. Wir werden richtig in die Handlung reingeworfen und hat man den einen Teil sortiert, ist man schon wieder eine Zeitebene weiter. Doch wenn man hier erst einmal einen roten Faden gefunden hat, macht die Geschichte wirklich Spaß und hat einen Tiefgang, der einen wirklich in seinen Bann zieht. Im Laufe der Seiten werden dann noch weitere Figuren vorgestellt, die das Leben auf dem „Alten Land“ in humorvoller Weise einmal mehr veranschaulichen. Ich fand es insgesamt ein schönes Buch und auch jetzt, Tage nach dem Lesen, kann ich mich noch an Vera und ihre Nichte zurückerinnern und mit ihnen mitfühlen.
- Jessica Koch
Dem Horizont so nah
(776)Aktuelle Rezension von: AukjeDurch Zufall lernt Jessica auf einem Jahrmarkt den deutsch-amerikaner Danny kennen. Sie ist ziemlich schnell von ihm fasziniert aber er hält sie zunächst auf Abstand. Doch nach und nach werden die beiden ein Paar. Allerdings gibt es während ihrer Beziehung immer mal wieder Momente an denen Jessica an ihm zweifelt, da er ihr körperlich einfach nicht näher kommen möchte. Jessica gelingt es aber nach und nach zu ihm durch zu dringen und erfährt sein Geheimnis. Mit etwa elf Jahren begann sein Vater ihn sexuell zu missbrauchen und hat ihn auch während dessen mit dem HIV-Virus angesteckt. Doch zunächst verheimlicht er ihr das, bis es dann irgendwann auffliegt und er sich seiner Diagnose ihr gegenüber stellen muss. Nach einem anfänglichen Schock bleibt sie aber bei ihm, und möchte sich auch auf eine körperliche Beziehung mit ihm einlassen, die er zubeginn strikt ablehnt. Doch die beiden bleiben dennoch ein starkes Team und lassen sich immer mehr aufeinander ein, auch wenn es Danny körperlich zunächst schwer fällt auf Grund des Missbrauches. Jessica lernt auch Danny's Mitbewohnerin Tina kennen, für die Danny eine sehr wichtige Bezugsperson ist, da sie auch von ihrem Vater sexuell Missbraucht wurde und sich für Drogen prostituiert hat. Auch wenn ihre Beziehung sehr innig und intensiv ist, ist sie rein platonisch und die drei werden so etwas wie eine Familie. Eines Tages erhält Tina die Nachricht das ihr Vater aus dem Gefängnis entlassen wird und sie bekommt einen Rückfall und verstirbt an einer Überdosis. Ihr Tod versetzt beide erst einmal in einen Schockzustand, doch bei Danny beginnen, vermutlich hervorgerufen durch Tina's Tod, sich die ersten körperlichen Zeichen des HIV-Virus zu zeigen. Er beginnt nach und nach immer mehr abzubauen und nimmt Jessica das Versprechen ab, zu akzeptieren das er selber entscheiden möchte wann er stirbt. Als die Symptome immer schlimmer werden verschwindet Danny plötzlich und hinterlässt Jessica einen Abschiedsbrief und sie erfährt etwas später das er sich in den USA selber umgebracht hat.
Als ich begonnen habe das Buch zu lesen, war ich mir zunächst nicht im klaren das das Buch autobiografisch ist, was die die Story noch dramatischer macht. Zum Ende hin des Buches wurde die Story so traurig und tragisch, das mir die Tränen kamen.
- Rebecca Gablé
Hiobs Brüder
(575)Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis"Hiobs Brüder" ist der zweite Band der Helmsby-Reihe von Rebecca Gablé. Dieser Roman schließt an "Das zweite Königreich" an und spielt rund 80 Jahre später. England befindet sich im Erbfolgekrieg nachdem der einzige legitime Sohn von König Henry I. bei einem Schiffsunglück ertrunken ist. Zwar geht aus dem Erbfolgekrieg kurzfristig Stephan von Blois (Enkel von William dem Eroberer) als Sieger und König hervor, doch langfristig sichert sich Königin Maud (die Tochter von Henry I.) den Thron für die Plantagenets. Als erster einer langen Reihe von Henrys, besteigt ihr Sohn als Henry II., 1154 den englischen, den die Plantagenet rund 250 Jahre für sich behaupten.
Das Interessante an diesem Buch ist, dass Autorin Rebecca Gablé sich einer Menschengruppe widmet, die im allgemeinen kaum in der Literatur vorkommt: geistig und körperlich beeinträchtigen Menschen (damit sind aber nicht die Kriegsversehrten gemeint). Diese Menschen werden auf eine Insel nahe East Anglia abgeschoben, mangelhaft bis gar nicht verpflegt und betreut. Hier treffen Simon, der an Epilepsie leidet, mit Loisan, der sein Gedächtnis verloren hat mit den siamesischen Zwillingen und anderen aus der Gesellschaft Ausgestoßenen zusammen. Wider Erwarten werden einige davon treue Gefährten von Henry II..
Wie alle historischen Romane von Rebecca Gablé ist auch dieser hier penibel recherchiert und gekonnt erzählt. Auf keiner der über 900 Seiten kommt Langeweile auf. Geschickt sind Fakten und Fiktion zu einem detailreichen Historienschmöker verknüpft.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem zweiten Band der Helmsby-Reihe wieder 5 Sterne und warte mit großer Neugier auf den den dritten Band, der demnächst, im August 2025, unter dem Titel Rabenthron erscheinen wird.
- Philip Reeve
Mortal Engines - Krieg der Städte
(291)Aktuelle Rezension von: Natiibooks
Dieses Buch stand nie auf mein Radar aber da ich unbedingt ein Fantasy Buch Lesen wollt hier bin ich. Wir folgen hier die Geschichte von Tom. Wahrscheinlich haben viele wie ich von diesem Buch gehört weil ein Film dazu herausgekommen ist und da ich erstmals das Buch lesen will hier bin ich. Ich hab es als Hörbuch gehört und muss sagen das war wirklich gut der Sprecher hatte die Charaktere Perfekt zum Leben erweckt. Wir folgen hier mehrere Charaktere also auch mehrere Perspektiven. Die Geschichte spielt in einem Dystopischen/Fantasy Setting in London. Ich mag ja Geschichten wo sich die Welt sehr unterscheidet von unserer und genau das war besonders mit denn Maschinen und die Außenwelt. Ich mochte denn Welten Aufbau es war mir sogar ein bisschen wenig und ich hoffe das in denn nächsten Bänden noch mehr von der Welt gezeigt. Die Charaktere fand ich okay sowohl die 3 Jugendlichen als auch die Erwachsenen. Im ganzen war es ein gutes Buch und ich will definitiv mehr und freue mich auf alles was noch kommt.
- Tanja Heitmann
Morgenrot
(776)Aktuelle Rezension von: Simba99Irgendwie bin ich absolut nicht mit den Charakteren warm geworden. Man erfährt so wenig über sie und irgendwie wurden mir beide Hauptcharaktere im laufe der Geschichte immer unsympatischer. Ich war ziemlich genervt davon wie Adam mit ihr umgeht und dass Lea das alles so mit sich machen lässt. Mit Romantik hat das meiner Meinung nach nix zu tun.
Die weiteren Bucher werde ich auf jeden Fall nicht lesen!
- Juli Zeh
Leere Herzen
(341)Aktuelle Rezension von: ArtVandaleyDas Buch ist eine Dystopie, die nur wenige Jahre in der Zukunft spielt. Deutschland wird von einer Partei besorgter Bürger regiert, die in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg erlebt hat. Ähnlichkeiten mit der Realität sind offensichtlich und fast alles, was passiert, ist in wenigen Jahren vorstellbar. Juli Zeh schreibt packend und mitreißend und ich habe das Buch fast "weggeatmet". Am Ende habe ich mich aber gefragt, was ich da eigentlich so schnell gelesen habe und bin ein wenig enttäuscht, weil ich mir mehr Schilderungen der Gesellschaft der nahen Zukunft gewünscht hätte. Stattdessen steht das makabere Geschäftsmodell der Firma "Die Brücke" der beiden Hauptfiguren für meinen Geschmack viel zu sehr im Mittelpunkt.
- Kathy Reichs
Tote lügen nicht
(857)Aktuelle Rezension von: Simone_081Temperance Brennan ist Kult und das schon sehr lange. Der erste Band, "Toten lügen nicht", ist 1997 erschienen, spielt aber 1994. Liest man dieses Buch im Jahr 2025, liest man also quasi einen historischen Krimi. Große Unterschiede gibt es aber eigentlich nicht. Ja, man hatte noch kein Handy; das ist einerseits ziemlich erfrischend, andererseits erschwert es die Arbeit der Ermittler aber doch sehr. Man hört Musik außerdem noch über CDs, Email und Internet stecken noch in den Kinderschuhen.
Trotzdem hat das erste Buch der Reihe nicht gelitten. Es liest sich immer noch sehr gut.
Temperance Brennan jagt ihren ersten Serienmörder in Montreal. Dieser geht sehr brutal vor, bringt mehrere Frauen um und hat es später auch auf Tempe abgesehen. Da die (männlichen) Polizisten, mit denen sie arbeitet, ihr nicht zuhören (auch ein bisschen deshalb, weil sie eine Frau ist), macht sie sich selbst an die Arbeit und ermittelt.
Ich habe Kathy Reichs' Krimireihe immer sehr gerne gelesen und immer das neue Buch gekauft, wenn es erschienen ist, irgendwann dann aber aufgehört, wie man das meistens macht bei Reihen, die schon (zu) lange existieren. Jetzt hatte ich aber wieder einmal große Lust darauf und habe zufällig das erste Buch in die Hände bekommen und es dann noch einmal gelesen.
Ich kann absolut verstehen, warum die Reihe so erfolgreich ist.
Kathy Reichs kann die Handlung und die Figuren unheimlich gut lebendig werden lassen. Obwohl ich noch nie in Montreal war, weiß ich jetzt ziemlich genau, wie es dort Mitte der 90er war. Temperance Brennan ist für mich eine realistische und authentische Person (anders als ihr TV-Counterpart), die ich ziemlich genau kennenlernen und begleiten durfte. Ähnlich verhält es sich mit Andrew Ryan und vielleicht auch noch mit Claudel. Ich habe erfahren, wie Temperance und ihre Kollegen arbeiten und wie schwierig und mühselig dies in den 90ern mitunter noch war, weil es keine Handys gab und die Technik noch nicht so weit war wie heute.
Ja, das Buch ist ein etwas unorigineller Serienkiller-Schmöker, bei der auch die Heldin in Gefahr gerät. Was ihn jedoch von den anderen des Genres unterscheidet, ist eben Kathy Reichs' Talent, der Geschichte und den Figuren Leben einzuhauchen.
Dass dabei einige Szenen und vor allem die Beschreibungen wissenschaftlicher Vorgänge ein wenig zu lang geraten sind, muss ich dafür in Kauf nehmen. Das kann ich aber auch. - Christina Henry
Alice (Chronicles of Alice 1)
(42)Aktuelle Rezension von: Barbara_NeltingObschon für meinen Geschmack etwas zu düster (erinnerte von der Stimmung her an "Shatter me" und "Wiege aller Welten"), las ich diese spannende und brutale Horror-Fantasy-Dystopie fast in einem Rutsch (und auf Englisch): Gut gefiel mir die weitestgehende Klischeefreiheit dieses Romans, die im Verlauf immer stärker werdende Heldin (und ihr herzensreiner männlicher Konterpart) und, bei all ihrer abstoßenden Widerlichkeit, die Kreativität der Autorin beim Entwerfen der männlichen Monster.
- Dani Atkins
Sag ihr, ich war bei den Sternen
(286)Aktuelle Rezension von: Stefy87Ich fand das Buch sehr schön, die Geschichte von Maddie hat mich tief berührt – auch wenn manche Momente für mich eher surreal wirkten. Dennoch konnte ich den Schmerz, den Maddie nach den sechs Jahren im Koma ertragen musste, sehr stark nachempfinden. Der Weg, einen Sinn zu finden, um das Leben weiterzuführen, wurde von der Autorin bewegend dargestellt.
Der Schreibstil ist simpel, modern und flüssig – dadurch konnte ich das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlingen. Besonders gelungen fand ich die Darstellung der beiden Frauen, die jede mit ihren eigenen Eigenschaften durch die Geschichte geführt werden, bis sich schliesslich eine wundervolle Freundschaft entfaltet.
Ryan wirkt im Vergleich dazu eher wie eine Nebenfigur, auch wenn er einen wichtigen Bestandteil der Handlung darstellt. Das Ende hat mich allerdings etwas enttäuscht – bei dieser Geschichte hätte ich mir ein wirklich schönes Happy End gewünscht. Gleichzeitig passt es jedoch zu der zentralen Frage: „Was wäre, wenn dir das Leben eine zweite Chance geben würde – was machst du dann?“
Ich denke, die Autorin wollte, dass Maddie ein Stützpunkt für die weiteren Protagonisten wird.
- Kyra Groh
Breakups and Butterflies
(276)Aktuelle Rezension von: _bookwormvibes_Was passiert, wenn dein perfekt durchgeplanter Lebensentwurf von heute auf morgen zerbricht? Genau das erlebt Mara – und ich habe jede einzelne Seite gefühlt.
Mara steht eigentlich fest im Leben. Bis ihr langjähriger Freund sie eiskalt verlässt, aus der Wohnung wirft und ihr gesamtes Sicherheitsgefühl zerstört. Plötzlich schläft sie im Büro, hütet den Hund ihrer speziellen Chefin und beginnt, ihr bisheriges Leben zu hinterfragen. Und dann tritt Marius in ihr Leben – sieben Jahre jünger, kreativ, locker, das komplette Gegenteil von ihr.
Mara ist eine typische People Pleaserin. Sie setzt keine Grenzen, stellt ihre Bedürfnisse hinten an und merkt erst durch den Schmerz der Trennung, wie sehr sie sich selbst verloren hat. Ihre Entwicklung war unglaublich authentisch und greifbar. Ich habe mit ihr gelitten, mich über ihren Ex aufgeregt und innerlich applaudiert, wenn sie endlich für sich einstand.
Marius ist ein absoluter Wohlfühl-Charakter. Reif, empathisch und erfrischend unkonventionell. Er zeigt Mara – und uns Leser*innen –, dass das Leben nicht immer nach Plan verlaufen muss. Dass Grau genauso schön sein kann wie Schwarz oder Weiß.
Auch die Nebenfiguren, besonders ihr Bruder, bringen Tiefe in die Geschichte. Und die toxische Dynamik mit ihrer Mutter? Sehr intensiv und erschreckend realistisch dargestellt.
Der Schreibstil von Kyra Groh ist wie immer locker, flüssig und voller Emotionen. Humor und Ernsthaftigkeit greifen perfekt ineinander. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und war am Ende wirklich traurig, dass es vorbei war.
Dieses Buch ist viel mehr als eine Liebesgeschichte. Es geht um Selbstfindung, Neuanfänge, Familie, toxische Muster und darum, dass selbst das schlimmste Ende der Anfang von etwas Wundervollem sein kann.
Ich habe Wut, Mitgefühl, Glück und Hoffnung gespürt – und genau das macht für mich ein großartiges Buch aus.
Eine absolute Leseempfehlung für alle, die eine emotionale, ehrliche und gleichzeitig leichte Geschichte über das Leben suchen.
Denn manchmal ist gar kein Plan eben doch die beste Lösung.
- Laura Zimmermann
Meine Augen sind hier oben
(39)Aktuelle Rezension von: IsaquisaMeinung:
Es war mal etwas anderes, und genau das was ich gebraucht habe! Während des Lesens habe ich mich oft verstanden gefühlt in vielerlei Hinsichten und das ist in Jugendbüchern nicht so oft der Fall. Das Buch war sehr ehrlich und hat der Realität direkt ins Auge geblickt. Trotzdem hat man sich nicht unwohl gefühlt, weil es auch diesen Hauch von den anderen Jugendbüchern mit drin hatte. Das Buch war einfach nur noch auf ein anderes Thema fokussiert, was es so besonders gemacht hat. Ich konnte das Buch innerhalb von 2 Tagen easy durchlesen, und habe es sehr genossen. Es gehört für dieses Jahr auf jeden Fall schonmal zu meinen Jahres highlights! Auch der Titel „Meine Augen sind hier oben“ passt perfekt zu dem Buch!
Ich lege euch das Buch mit Freude ans Herzen und kann es einfach nur weiter empfehlen!💕✨
Inhalt:Obwohl Greer klug, witzig und ein Mathe-Ass ist, sehnt sie sich am meisten danach, sich für immer in ihren übergroßen Hoodies zu verstecken. Die 15-Jährige leidet stark unter ihrer großen Oberweite. Rückenschmerzen, Schwierigkeiten beim Kleiderkauf und gemeine Kommentare gehören zu ihrem Alltag. Doch dieser Alltag beginnt sich langsam zu verändern, als sie den lebensfrohen Jackson kennenlernt und unerwartet Teil der Volleyball-Schulmannschaft wird. Plötzlich erfährt sie eine Unterstützung, die sie bisher nicht kannte. Sie erkennt, dass es sich lohnt, aus ihrem Versteck auszubrechen. Tatsächlich lohnt es sich sogar sehr.
Fazit:
Wunderbares Buch welches einem das Gefühl gibt nicht alleine zusein! Ist meiner Meinung nach eines der bisher besten Jugendbücher die ich gelesen habe!!❤️❤️
Die Leute sind wie Volleybälle. Manchmal muss man sie einfach hüpfen lassen.
S. 300
- Dolly Alderton
Gespenster
(162)Aktuelle Rezension von: AukjeNina Dean ist eine erfolgreiche Food-Autorin. Über eine Dating-App lernt sie Max kennen, der sie sofort beeindruckt. Beide werden ein Paar und nach wenigen Monaten gesteht er ihre seine Liebe um am nächsten Tag zu verschwinden und sie zu ghosten. Parallel bekommt ihre älteste Freundin ihr zweites Baby, ihre beste Freundin beginnt ihre erste Beziehung, ihr Exfreund plant seine Hochzeit dessen Treuzeugin sie sein wird, sie hat Stress mit einem Nachbarn im Haus in dem sie wohnt und muss sich auch noch um ihren demenzkranken Vater sorgen, da ihre Mutter seine Krankheit versucht herunter zu spielen. Bei all diesem Stress beginnt sie zu begreifen das sie lernen muss nicht mehr in der Vergangenheit zu leben und auch nicht von einer besseren Zukunft zu träumen, sondern in der Gegenwart glücklich zu werden. Die Frage ist nur ob sie es schafft?
Prinzipiell gefiel mir das Buch, aber es zog sich streckenweise doch ziemlich stark. Auch konnte ich nicht mit allen Charakteren ganz warm werden und konnte daher zu den meisten keinen Bezug aufbauen. Dennoch würde ich nicht sagen, dass es total schlecht ist. Es vermittelt schon wichtige Themen und zeigt eigentlich deutlich mit welchen Problemen sich die heutige Generation von Singles mit Dating-Apps herumschlagen muss.
- Jon Krakauer
In eisige Höhen
(220)Aktuelle Rezension von: mollsiJon nimmt als Reporter an einer geführten Expedition auf den Everest teil. Er nimmt uns mit auf seiner Reise, stellt uns Reisebegleitungen und Ausrüstung vor, beschreibt seine Herausforderungen und Rückschläge. Das allein ist schon unglaublich spannend zu lesen - auch für eingefleischte Flachlandbewohner wie mich. Aber dann kommt es zu einer dramatischen Verkettung von Ereignissen die zu einem der schwersten Unglücke und vielen Todesopfern führt.
Obwohl ich die Ereignisse am Berg schon aus Podcasts und Dokus kannte, hat mich der Bericht von Jon Krakauer noch einmal auf eine ganz eigene Weise berührt.
- Raffaella Romagnolo
Dieses ganze Leben
(83)Aktuelle Rezension von: Trishen77Die 15jährige Paola fühlt sich in ihrer Haut nicht sehr wohl: sie findet sie ist zu groß, zu unansehnlich, monströs geradezu; ein Erlebnis in der Schule hat sie vor kurzem noch mehr davon überzeugt, dass sie mit ihrer Statur und ihrem Wesen nirgendwo hineinpasst. Am liebsten verbringt sie Zeit mit ihrem körperlich beeinträchtigten Bruder Richie, mit dem sie das soziale Wohnviertel durchstreift, das an ihr eigenes gut betuchtes Viertel angrenzt. Paolas Familie ist nämlich reich – ihr Großvater hat viele Gebäude in der Stadt gebaut, unter anderem auch das soziale Wohnviertel.
Eines Tages ergibt sich dort eine Begegnung und ihr eigener Bruder freundet sich mit dem jüngeren Bruder eines Klassenkameraden an, die beiden beginnen Schach gegeneinander zu spielen. Auch zwischen ihr und dem Klassenkameraden bahnt sich eine neue, verwirrende Vertrautheit an, doch Paola will nach den letzten Erlebnissen in der Schule niemandem mehr vertrauen, auch wenn sie spürt, dass im Wohnviertel und der Gestalt Antonios ein ganz neues Leben auf sie wartet …
Gleich vorweg muss man sagen, dass Raffaella Romagnolo in ihrem Buch einen ungewöhnlichen Drahtseilakt wagt. „Dieses ganze Leben“ ist über weite Strecken ein Coming-of-Age-Jugendroman, in dem manche Beziehungen ein bisschen zu non-ambivalent dargestellt sind. Womit ich meine: die Charaktere zeigen wenig Entwicklung und Variation in ihrem Verhalten, sie bleiben ihrer Ausrichtung verhaftet. Manche Konflikte werden während der Handlung intensiviert, andere nur im passenden Moment mal aufgerufen, aber gar nicht wirklich thematisiert.
In manch anderen Punkten ist das Buch aber ambitionierter. So schildert die Autorin mitunter bewundernswert anschaulich das Innenleben der Protagonistin und man hat am Ende das Gefühl, das zwar vieles unbefriedigend offen/unverhandelt bleibt, aber die Entwicklung Paolas durchaus sehr stimmig und gelungen ist.
Der Knackpunkt ist halt, dass dadurch viele andere Figuren und Handlungselement zum Ornament verkommen. Man hat das Gefühl, alle Elemente der Story schlagen sich vor allem in Paola nieder und sind abseits davon oft relativ eindimensional. Jetzt kann man argumentieren, dass das doch das Verhältnis einer Teenagerin zur Welt gut wiedergibt: was sich nicht direkt auf sie bezieht (und sie erzählt ja die Geschichte) ist nun mal Beiwerk.
Das mag sein und ich glaube, dass es Leute gibt, die mit dieser Leseerfahrung dann auch zurecht sehr zufrieden sind. Mich hat es ziemlich genervt (auch das passt aber eigentlich zum Teenager-Tunnelblick), wie sehr die anderen Charaktere streckenweise ernstgenommen werden, aber trotzdem nie aus ihren Rollen ausbrechen, sondern immer schön der Definition der Protagonistin verhaftet bleiben, so als würde sie letztendlich alles durchschauen und immer Bescheid wissen.
„Dieses ganze Leben“ ist ein teilweise starker, teilweise aber auch ziemlich luftiger Roman. Als Geschichte schön und teilweise schlimm, als Roman zu wenig ausgearbeitet.
- Martina Sahler
Die Stadt des Zaren (Sankt-Petersburg-Roman 1)
(70)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDas Beste an diesem Buch war tatsächlich das Cover, das ich wirklich sehr schön finde. Abgesehen davon fand ich es recht langweilig und vorhersehbar. Es gibt einige Personen und man wechselt häufig zwischen ihnen, was eigentlich immer optimal für einen Historienroman ist, um verschiedene Seiten zu beleuchten. Hier führte diese Technik aber dazu, dass kein Handlungsstrang sich wirklich aufbauen konnte. Die komplette Handlung blieb irgendwie flach. Zar Peter kam nicht allzu häufig vor und ich fand jede Szene mit ihm langweilig oder unangenehm. Da sie keine wirkliche Persönlichkeit entwickelten, ist mir keiner der Charaktere besonders im Gedächtnis geblieben und insgesamt hab ich mich von der Handlung nur ein wenig berieseln lassen, ohne dass es mich allzu sehr gefesselt hätte. Historisch waren die Anfänge St Petersburgs gut dargestellt und auch ganz interessant zu lesen.
- Khaled Khalifa
Der Tod ist ein mühseliges Geschäft
(16)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDer Vater stirbt einen natürlichen Tod und sein letzter Wille ist bei seiner Schwester im früheren Heimatdorf nahe Aleppo begraben zu werden. Die drei Geschwister Hussain, Bulbul und Fatima machen sich auf den Weg und eine sonst zwei stündige Autofahrt, wird zu einer dreitägigen Fahrt durch ein Syrien, das vom Krieg gezeichnet und regiert wird.
"Der Tod geht an dir vorbei, du kannst ihn nicht festhalten. Im Krieg ist der Tod blind, er betrachtet seine Opfer nicht."
Wenn eine Beisetzung, einem Familienmitglied die letzte Ruhe zu erweisen, zu einer lebensgefährlichen Reise wird. Es ist eine Geschichte über eine zerrüttete Familie, die bereits vor dem Krieg zu viele Dinge ungesagt lies und sich dadruch voneinander entfernte. Die Erfüllung des letzten Willens des Vaters, ist auch das letzte Zusammenkommen der drei Geschwister. Es ist für alle ein Abschied für immer.
Dieses Buch zeigt eindrücklich und bewegend, wie es ist in einem Land zu sein, welches von Krieg durchdrungen ist. Alle alltäglichen Dinge, erhalten eine neue Dimension, einen neuen Faktor: Krieg. Plötzlich kann es überlebenswichtig sein, welchen Nachnamen man trägt, aus welchem Viertel man kommt, welche Gruppierung den Checkpoint bewacht. Diese Diskrepanz zwischen dem unpolitischen Akt dem eigenen Vater seinen letzten Willen zu erfüllen und dem politisch aufgeladenen militärischen Konflikt, dem Krieg.
Das Buch ist in drei Kapitel eingeteilt und jedes Kapitel fühlt sich wie ein riesiger Gedankenfluss an. Dadurch sind teilweise die Zeitsprünge, welche in der Erzählung gemacht werden, ein wenig verwirrend. Es ist nicht klar markiert, wann wer erzählt und ob jetzt etwas Vergangenes erzählt wird oder etwas Gegenwärtiges. Daher kann ich mir vorstellen, dass diese Buch für gewisse als langatmig empfunden wird. Es ist aus dem Arabischen übersetzt, doch empfand ich die Sprache in der Übersetzung als poetisch und gefühlvoll.
Aus dem Geschriebenen spürt man die Trauer, die Verletztheit, der Verlust, die Wut, die Angst. Ich empfehle das Buch zu lesen, weil es anders als ein Sachbuch, nicht die politischen und wirtschaftlichen Ursachen und Zustände diskutiert, sondern es zeigt den Krieg in Syrien aus einer individuellen Sicht, aus der Sicht eines Menschen, den wir alle sein könnten.
- Andreas Izquierdo
Kein guter Mann
(206)Aktuelle Rezension von: Svenjas_BookChallengesAls buecher.berge mich letztes Jahr zu Weihnachten mit „Kein guter Mann“ von Andreas Izquierdo überrascht hat, wusste ich, dass es das perfekte Buch für die Adventszeit ist und habe es mir ganz bewusst ein Jahr lang aufgehoben. Und das war genau richtig so, denn „Kein guter Mann“ passt ganz wunderbar in eine Zeit, in der wir einerseits näher zusammenrücken und unsere Herzen öffnen, andererseits aber auch unsere Beziehungen und unser eigenes Verhalten Revue passieren lassen und mehr an andere denken. Denn im Mittelpunkt von Andreas Izquierdos Roman steht der 60-jährige Walter, ein kauziger, bisweilen ruppiger und nicht sehr beliebter Postbote, der lieber für sich ist und seit Jahren kein gutes Verhältnis zu seiner Familie hat.
Das zumindest ist die Fassade, die er den Menschen zeigt, aber als Walter in die Christkindfiliale der Post strafversetzt wird und dort auf den verzweifelten Brief des kleinen Ben stößt, offenbart sich Walters großes Herz. Er schlüpft in die Rolle von Gott und antwortet Ben, dessen Mutter seit der Trennung von ihrem Mann unter schweren Depressionen leidet. Es ist eine Geschichte über Hoffnung und die Macht der kleinen Gesten, die mich ganz unvorbereitet mitten ins Herz getroffen hat. Denn sie zeigt, dass man den Menschen eben nur bis vor den Kopf schauen kann und dass sich dahinter viel mehr verbergen kann, als man vielleicht auf den ersten Blick vermuten könnte.
Genauso ist es bei Walter, der eben nicht nur ein sturer, verbohrter Querulant, sondern auch ein sensibler und feinfühliger Mann ist, der seine wahren Gefühle tief in seinem Inneren vergraben hat. Bens Brief an Gott holt sie hervor und das ist wahnsinnig berührend zu lesen. Zusätzlich lässt Andreas Izquierdo uns in Walters Vergangenheit eintauchen und zeigt so, welche Schicksalsschläge und Erlebnisse sich hinter der Fassade des verschlossenen und unzugänglichen Postboten verbergen.
„Kein guter Mann“ ist damit eine wundervolle und emotionale Geschichte über Verlust, Trauer und Einsamkeit, aber auch über Großherzigkeit und Nächstenliebe – und über zweite Chancen, die jede*r von uns verdient hat. Dabei findet Andreas Izquierdo ganz wundervolle Worte für Walters Geschichte, sodass ich mich Seite für Seite ein wenig mehr in sie verliebt habe. Am Ende hat sie mir sogar ein kleines bisschen das Herz gebrochen, aber mir dabei auch so unfassbar viel gegeben. Also wenn ihr Walter noch nicht kennt – schnappt euch dieses Buch und legt Taschentücher bereit!
- Jane Gardam
Bell und Harry
(112)Aktuelle Rezension von: NorellJane Gardam erzählt in "Bell und Harry" eine leise, nostalgische Geschichte über eine Sommerfreundschaft zweier Jungen. Bell verbringt die Ferien mit seiner Familie in einem kleinen Dorf an der Küste Yorkshires und lernt dort Harry kennen. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft entwickeln die beiden eine enge Freundschaft, geprägt von gemeinsamen Erlebnissen und einem Hauch von Melancholie.
Gardams Stil ist sehr feinfühlig und detailreich. Die Beschreibungen der Landschaft und des Dorflebens verleihen dem Roman eine warme, beinahe idyllische Atmosphäre. Allerdings schreitet die Handlung nur langsam voran, und vieles bleibt eher angedeutet als klar formuliert. Das kann poetisch wirken, sorgt aber auch dafür, dass die Geschichte manchmal etwas distanziert bleibt.
Die Themen des Romans - Freundschaft, Kindheit und der leise Übergang ins Erwachsenenleben - werden einfühlsam behandelt, jedoch nicht besonders tiefgehende erkundet. Wer ruhige, stimmungsvolle Erzählungen schätzt, wird sicherlich Freude an "Bell und Harry" haben.























