Bücher mit dem Tag "autobiographie"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "autobiographie" gekennzeichnet haben.

1.202 Bücher

  1. Cover des Buches Dem Horizont so nah (ISBN: 9783499290862)
    Jessica Koch

    Dem Horizont so nah

     (726)
    Aktuelle Rezension von: Talja

    Inhalt ->
    Eine bewegende Geschichte über Freundschaft, Mut, Vertrauen und die Kraft, loszulassen. Eine wahre Geschichte.

    Jessica ist jung, genießt das Leben und schaut in eine vielversprechende Zukunft. Dann trifft sie Danny. Sofort ist sie von ihm fasziniert, denn trotz seines guten Aussehens und selbstbewussten Auftretens scheint ihn ein dunkles Geheimnis zu umgeben.
    Nach und nach gelingt es Jessica, hinter Dannys Fassade zu blicken und ihn kennenzulernen. Abgründe tun sich auf: Danny ist von Kindheit an zutiefst traumatisiert. Fernab von Heimat und Familie kämpft er um ein normales Leben.
    Trotz aller Schwierigkeiten und gegen jede Vernunft entsteht zwischen Jessica und Danny eine innige Liebe. Doch nicht nur Dannys Vergangenheit ist düster, auch seine Zukunft ist bereits gezeichnet. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit …

    Cover ->
    Das Cover ist wirklich schön und passt sehr gut zum Titel und verspricht sehr viel.

    Meine Meinung ->
    Der Inhalt verspricht eine emotionsgeladene Geschichte, voller Liebe, Trauer und Verlust.
    Raus kommt für mich aber nur emotionslose Luft.
    Wer auf eine romantische Liebesgeschichte aus war, ist hier definitiv fehl am Platz.
    Es soll eine wahre Geschichte sein und doch erzählt die Autorin alles so leblos und ohne Gefühle.
    Normalerweise bin ich die erste die erste, die bei solchen Geschichten gefühlte fünf Pakete Taschentücher verbraucht, aber da ? Nichts. Bei mir kam einfach nichts an.

    Die Autorin erzählt ihre Geschichte aus IHRER Sicht und doch wechseln oft die Perspektiven.
    Warum ? Wie kann Sie aus der Sicht der anderen Charaktere erzählen, wenn Sie doch gar nicht weiß wie diese in diesem Moment gedacht haben.
    Und dann auch noch so dermaßen negativ die ganze Zeit. Alle waren die Bösen, natürlich nur Danny und sie nicht.

    Dieser Perspektivwechsel stört immens im Lesefluss und macht diese "wahre" Geschichte noch viel unglaubwürdiger.
    Zumal ihr Schreibstil einfach leblos und "unterirdisch" ist.
    Der Wechsel in den Erzählzeiten ist teilweise auch sehr störend, genau wie die langen Zeitsprünge. Es zieht sich wie Kaugummi.
    Dazu kommt diese unfassbare Naivität und diese enorme Oberflächlichkeit.
    Geld, gutes Aussehen und "dicke" Autos.

    Während des Lesens fragt man sich auch - "Hat diese Jessica eigentlich noch ein Leben, oder ist sie nur noch abhängig von Danny"? -
    Ach alles in allem bin ich einfach nur enttäuscht von diesem Buch.
    Selbst der Epilog ist komplett emotionslos.

    Zu guter Letzt - es wird behauptet es wäre eine wahre Geschichte, aber man findet NICHTS über die Charaktere.
    Weder einen Danijel Tayler der Kick box Weltmeister war, noch ein Model namens Danijel Tayler zu der Zeit.
    Dabei müsste es doch gerade davon Nachweise geben - einfach alles unglaubwürdig.
    Und dieser Fakt macht die ganze Story für mich unsympathischer als sie es eh schon ist.
    Ich könnte nun immer weiter auf dieses Buch eingehen, aber es würde ja doch nichts Gutes mehr bei rum kommen.

    Mein Fazit -> Muss ich dazu noch mehr sagen ? Ich glaube nicht. Für mich eine komplette Enttäuschung.

  2. Cover des Buches Meine wundervolle Buchhandlung (ISBN: 9783832197438)
    Petra Hartlieb

    Meine wundervolle Buchhandlung

     (290)
    Aktuelle Rezension von: Ilona67

    Die Autorin hat hier niedergeschrieben wie es dazu kam dass sie und ihr Mann damals diese kleine Buchhandlng in Wien gekauft haben und wie schön und auch wie anstrengend es in unserer Zeit ist eine Buchhandlung zu betreiben. 

    Nicht nur eine Geschichte die gegen den Kampf des Internetangebots erzählt und das das Weihnachtsgeschäft toll und gleichzeitig erschreckend sein kann und das man dabei nicht reich werden kann. Eine Geschichte indem die Menschen für Bücher "brennen" und auch eine Geschichte um anderen Mut zu machen durchaus mal über seinen Schatten zu springen und einfach etwas zu wagen wofür das eigene Herz brennt.

  3. Cover des Buches HERKUNFT (ISBN: 9783630874739)
    Saša Stanišić

    HERKUNFT

     (195)
    Aktuelle Rezension von: wort_bildung

    Tja, eigentlich bin ich ein großer Fan klarer Worte. Würde jetzt gerne sagen, es hat mir gefallen oder es hat mir eben nicht gefallen. Aber weder kann ich eine Empfehlung aussprechen, noch kann und möchte ich sagen: Lest es nicht. Es war wirklich ein Erlebnis. Eins mit Höhen. Und eins Tiefen.

    An dieser Stelle würde ich gerne kurz den Inhalt für euch zusammenfassen. Aber nicht mal das geht so richtig. Im Grunde ist „Herkunft“ aber eine autobiografische Erzählung. Von Saša Stanišić, seinen Heimaten, seiner Fluchterfahrung, seinen Begegnungen, einem Drachen, seiner Familie und allen voran seiner Großmutter. Von Erinnerungen und dem Vergessen. Irgendwie trifft es Erzählung aber auch nicht richtig, weil nicht stringent. Vielmehr hangelt man sich von Essay zu Essay, die zusammen ein unvollständiges Ganzes ergeben. Alle sind anders, alle sind gleich. Manche gefallen, manche überhaupt nicht.

    Ihr merkt, so richtig war es das irgendwie nicht. Stanišić schreibt so besonders. Anspruchsvoll, wortgewandt und poetisch. Aber eben auch kryptisch und wirr. Teilweise konnte ich seinen Gedankengängen und Erzählsträngen einfach nicht folgen, so sehr ich es auch wollte, sodass meine Gedanken hier und da weggewandert sind. Am Ende bin ich doch okay mit dem Buch. Noch einmal lesen würde ich es aber nicht. „Herkunft“ ist Kunst, das ganz sicher. Vielleicht aber eine Kunst, die ich nicht verstehe.

  4. Cover des Buches Die Geisha (ISBN: 9783442735228)
    Arthur Golden

    Die Geisha

     (2.907)
    Aktuelle Rezension von: MagicWitchyBookworld

    1929

    Chiyo und ihre ältere Schwester Satsu leben in einem kleinen Fischerdorf unter armen Verhältnissen. Ihr Vater verkauft sie nach Kyoto und während Chiyo in der Okiya aufgenommen wird, wird Satsu zur Prostitution gezwungen.

    Die Geisha des Hauses, Hatsumomo, spinnt immer wieder Intrigen gegen Chiyo, weshalb ihre Schulden immer weiter wachsen. Die Summe ist so hoch, dass sie es im Leben nie abarbeiten könnte.

    Doch ihr Leben wendet sich, als die Geisha Mameha Chiyo unter ihre Fittiche nimmt und sie ausbildet. Dabei hat Chiyo nur ein Ziel: Den Direktor wieder sehen, den sie als Kind getroffen hat.

    Ich habe zuerst den Film „Die Geisha“ gesehen, die bunten Farben, Kostüme und Bilder. Der Film hat mich einfach nur gepackt und die Musik dazu ging unter die Haut. Ich habe im Abspann dann gesehen, dass der Film auf dem Buch basiert und musste es einfach lesen.

    Das Leben einer Geisha wird in diesem Buch gut beleuchtet. Bestes Beispiel ist eben die Aufklärung darüber, dass eine Geisha eine Künstlerin ist und keine Prostituierte. Doch ist auch hier ein wenig Fiktion mit eingeflossen, wie der Teil mit der Mizuage (Entjungferung).

    Mizuage (jap. 水揚げ) ist eine der Zeremonien, die den Aufstieg einer Maiko zur Geisha symbolisiert. Anders als in dem Film „Die Geisha“ angedeutet, und im Unterschied zu einer nicht Geishas betreffenden früheren japanischen Praxis, handelt es sich nicht um einen sexuellen Akt.

    Die Maiko ändert fünfmal ihre Frisur, um die Schritte zu symbolisieren, die sie auf dem Weg zum Status einer Geiko vollzieht. Bei der Mizuage wird der obere Haarknoten symbolisch aufgeschnitten, um den Übergang vom Mädchen zur jungen Frau zu kennzeichnen. Danach trägt die Maiko eine erwachsenere Frisur. Die veränderte Frisur bedeutete, dass die Maiko in die letzte Phase ihrer Laufbahn als Maiko eingetreten war. Für die Stammkunden war es das Zeichen, dass sich die Maiko dem heiratsfähigen Alter näherte und nun Anträge gemacht werden durften. Anlässlich der Feierlichkeiten wurden den wichtigsten Familien und verwandten Häusern von der angehenden Geiko Geschenke überreicht. Dies diente der Festigung von Beziehungen untereinander und der Information der Öffentlichkeit über die Mizuage. Nach der Mizuage ist der nächste große Übergangsritus im Leben einer Maiko ihre Erikae (襟替え „Wenden des Kragens“).

    Eine Zeremonie gleichen Namens gab es früher auch bei japanischen Kurtisanen und bezeichnete bei diesen die zeremonielle Defloration. Es war üblich, eine bevorstehende Mizuage durch das Verteilen von Ekubo (runde Reiskuchen mit einem roten Punkt in der Mitte) bei den Kunden anzuzeigen, von welchen für das Privileg der Defloration hohe Geldgebote erwartet wurden. Es wird häufig fälschlicherweise angenommen, dass für das Recht auf die Mizuage hohe Summen gezahlt wurden, das war aber in der Regel nicht der Fall. Die Mizuage-danna wurden nach Ansehen und Vertrauenswürdigkeit ausgewählt und die Wahl sollte es für die Maiko so angenehm wie möglich machen. Heutzutage existiert der Mizuage-Brauch nicht mehr.
    (Quelle: Wikipedia)


    Der Roman ist an manchen Stellen sehr trocken geschrieben und weicht vom Film ab. Daher sollte man sich Zeit für dieses Buch nehmen.

    Chiyo ist ein sehr naives Mädchen, weshalb sie oft sehr dumm handelt und Dinge tut, die sie hätte besser wissen müssen. Erst unter der führenden Hand von Mameha ist sie reifer geworden.

    Mameha ist eine sehr gütige Person und strahlt nicht nur im Film viel Wärme aus, während Hatsumomo ein sehr integranter Mensch ist und das Gegenteil. Sie ist ein Biest und dennoch hat auch sie ihre Geschichte mit einer unerfüllten Liebe.

    Die Mutter der Okiya ist nur geldsüchtig und hat nichts anderes im Sinn. Akribisch werden alle Ein- und Ausgaben notiert und festgehalten.

    Das Buch ist an manchen Stellen etwas ausschweifend und zäh, aber dennoch interessant geschrieben.

  5. Cover des Buches Splitterfasernackt (ISBN: 9783426784884)
    Lilly Lindner

    Splitterfasernackt

     (433)
    Aktuelle Rezension von: Soraja_liest
    Inhalt:
    Lilly Lindner erzählt von ihrem Leben. Sie erzählt von ihrem Nachbarn, der sie vergewaltigte als sie erst 6 Jahre alt war und wie sie damit versuchte umzugehen. Oder eben davon zukommen.

    Meine Meinung:
    Da es sich hier um die persönliche Geschichte von Lilly Lindner handelt, kann ich diese nicht "bewerten".
    Jedoch beeindruckte mich ihre "Sprachgewalt" auch in diesem Buch wieder. Diese allein ist ausschlaggebend für die 5 Sterne-Bewertung.

    Es handelt sich hier nicht um leichte Kost und sicherlich nicht um einen Unterhaltungsroman. Vielmehr erzählt uns die Autorin mit ihrem außergewöhnlichen und sehr berührenden Schreibstil aus ihrem Leben.
    Ich möchte nicht sagen, dass ich mit ihr mitfühlen kann oder sie und ihre Entscheidungen verstehe. Das kommt ihrer Erzählung in keinster Weise gerecht. Vielmehr möchte ich zu dem Buch sagen, dass es mich unfassbar gerührt und vor allem mitgenommen und bewegt hat. Dass Lilly Lindner die Kraft und den Mut aufgebracht hat, so viel von ihrem Innersten preiszugeben, ist beeindruckend. Davor kann man nur den Hut ziehen. Und Kraft daraus schöpfen. Und sich inspirieren lassen.

    Ich halte die Autorin für eine außergewöhnliche Frau mit einer wundervollen Begabung zum Schreiben. Und auch wenn es "schwere Kost" ist oder sein könnte, möchte ich gerne noch weitere ihrer Werke lesen.


  6. Cover des Buches Tagebuch eines Buchhändlers (ISBN: 9783442718658)
    Shaun Bythell

    Tagebuch eines Buchhändlers

     (185)
    Aktuelle Rezension von: Villa_malLit

    Wie ist es auf der anderen Seite der Kasse des Buchladens? Mit welcher Konkurrenz man zu kämpfen hat und was man für kuriose Begegungen als Buchhändler hat, sind in diesem Buch herrlich amüsant beschrieben. 

    Auch wenn das Buch nicht vor Spannung sprudelt oder von einer Anekdote zur nächsten springt, ist es dennoch sehr angenehm zu lesen. Es zeigt, wie wichtig die einzelnen Buchhändler und Antiquariate sind und wie unhöfflich und dreist sich einige Kunden verhalten. 

    Wer sich ein Bild von dem Bookshop machen möchte, kann dies auf den Social Media Seiten des Autors machen.

  7. Cover des Buches Das Leben und das Schreiben (ISBN: 9783453435742)
    Stephen King

    Das Leben und das Schreiben

     (346)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ja, meine ersten spannenden Titel stammen aus der Feder von Stephen King. Sie haben mich gefesselt, geängstigt und haben lange in meinem Regal gestanden- irgendwann habe ich sie verschenkt, ausgelesen, überholt- fertig. Nochmal mit Joyland einen Versuch gestartet- mäßig begeistert und nun hat mich diese autobiographische Schreibanleitung von Stephen King wirklich absolut erfreut. Ich werde mich mit einem anderen Blick an mein Debüt setzen und die Türen solange zu lassen, bis es nach draußen kann. Ich kann dieses Buch nur jedem Autor und/ oder Fan von Stephen King ans Herz legen.

    Hätte ich die Zeit gehabt, wäre es in einem Rutsch durchgelesen worden.Super

  8. Cover des Buches Untenrum frei (ISBN: 9783499631863)
    Margarete Stokowski

    Untenrum frei

     (159)
    Aktuelle Rezension von: Saysway

    Ich bin ehrlich, ich habe zuvor schon etwas von Feminismus gehört und konnte sicher auch etwas dazu sagen, aber richtig Ahnung hatte ich davon nicht.
    Dieses Buch ist Aufklärung, die Wahrheit und leider auch harte Fakten, die wir vielleicht nicht hören wollen, aber müssen.
    Der Schreibstil ist klasse, lässt sich flüssig und lädt zum Nachdenken ein. Ich habe das Buch in die Hand genommen und es verschlungen. Das Buch deckt Probleme auf von denen wir denken, wir hätten sie eigentlich schon hinter uns gelassen. Alltagssituationen werden geschildert und haben einen bestimmten Effekt: Oh, das stimmt, so habe ich darüber noch gar nicht nachgedacht.
    Außerdem bekommt man viele Anreize über andere Bücher, welche passend zum Thema sind.
    Das Buch war wirklich große Klasse und gerade auch "Anfängern" im Thema Feminismus, kann ich dieses Buch ans Herz legen.

    Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
    Viele Grüße 

    Saysway.

  9. Cover des Buches Mängelexemplar (ISBN: 9783596511891)
    Sarah Kuttner

    Mängelexemplar

     (1.188)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    Karo führt ein ganz normales Leben in Berlin. Sie hat einen Job bei einer Agentur, ist in einer Beziehung und hat Familie und Freunde um sich. Nachdem sie ihren Job verloren hat, stellt sie viel in Frage und trennt sich von ihrem Freund. Über Nacht bekommt sie plötzlich Panikattacken, fühlt sich furchtbar und ist nicht mehr fähig am "normalen" Leben teilzunehmen. Erst durch ihre Therapeutin und die Einnahme von Antidepressiva kommt sie sich selbst wieder näher. Ach, @diekuttner ... Bei KURT war ich schon total geflasht (eines meiner Lieblingsbücher in 2020) und auch bei diesem Buch habe ich mich wieder gefragt wie man so gut schreiben kann... Als Leser hat man das Gefühl Karo ganz nah zu sein, ihre Hand zu halten während man mit ihr in der Achterbahn der Gefühle fährt. Man möchte sie umarmen und sagen, dass alles gut werden wird. Ein tolles Buch über Depressionen, Ängste, die Stolpersteine des Lebens und liebe Menschen, die einen in dieser Zeit unterstützen. PS: Wenn man Zahnschmerzen hat, geht man doch auch zum Zahnarzt, oder?! Think about it!

  10. Cover des Buches Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (ISBN: 9783551359414)
    Christiane F.

    Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

     (2.230)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    Bis zu ihrem 6. Lebensjahr wächst Christiane behütet in der Nähe von Hamburg auf dem Land auf. Dieses Behütet-Sein endet schlagartig, als Christiane mit ihren Eltern nach Berlin zieht, in die Gropiusstadt. Dort wohnen sie in einem Hochhaus im 11. Stock, spielende Kinder scheinen der Haus- und Stadtverwaltung eher ein Dorn im Auge zu sein. In der Schule merkt Christiane schnell, dass sie keine Schwäche zeigen darf und eine der Härtesten sein muss. Nach und nach zieht es sie zu den "coolen" Kindern, in die Szene und in die Clubs. Was Anfangs noch harmlos erscheint, entpuppt sich als Katastrophe, als Christiane anfängt, Drogen zu konsumieren.


    Dicht gedrängt, teilweise fast minutiös schildert Christiane F. in diesem Buch, das von Kai Hermann und Horst Rieck aus Tonbandaufnahmen transkribiert wurde, ihren Weg in die Drogenszene Berlins. Sie berichtet von den Anfängen, in denen sie "nur" leichte Drogen wie Hasch im evangelischen Jugendclub konsumierte, sie erzählt davon, wie sie und ihre Freunde zum Heroin kamen, wie sie auf dem Kinderstrich am Bahnhof Zoo landete - und von ihren zahlreichen Versuchen, einen Entzug durchzuführen und vom Heroin loszukommen.


    "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" ist kein sprachliches Meisterwerk. Es besticht nicht durch seinen besonderen Schreibstil oder durch eine wunderbar ausgeklügelte Geschichte. "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" ist roh und ungeschönt, es schockiert und schreckt ab - und genau das macht dieses Buch aus. Christiane F. teilt ihre Kindheit und Jugend mit uns Leser*innen, sie gibt einen Einblick in eine Szene, die doch häufig unbekannt gerade von jungen Menschen fast romantisiert und bewundert wird. Ich habe großen Respekt vor der Offenheit von Christiane F. und bin davon überzeugt, dass dieser Bericht Teil einer sehr guten Drogenprävention sein kann.


    Mich hat das Buch extrem verstört und mitgenommen. Ich denke andauernd an Christiane F. und ihre Freunde, die im Buch entweder verstorben sind oder auf dem Strich und im Gefängnis landeten. Dieser Klassiker ist nicht leicht zu lesen, trotzdem sollten in das Buch wohl vor allem Jugendliche und junge Erwachsene ihre Nasen reinstecken. Leseempfehlung!

  11. Cover des Buches Club der roten Bänder (ISBN: 9783442221769)
    Albert Espinosa

    Club der roten Bänder

     (186)
    Aktuelle Rezension von: Nelebooks

    Cover: Das Cover ist passend zu dem dazugehörigen Film gestaltet und hat somit einen Wiedererkennungseffekt, wenn der Film bekannt ist. Das Buch ist recht dünn und somit denkt man sich, dass man es auch schnell gelesen haben wird.

    Handlung: Ich habe schon einiges Positives über den dazugehörigen Film gehört gehabt. Daher wollte ich das Buch unbedingt lesen, bevor ich mir den Film ansehe, gerade weil es eben nicht dick ist. Vielleicht war dann auch meine Erwartungshaltung recht hoch. Doch in diesem Buch erwartet einen keine wirkliche Geschichte, sondern vielmehr Erkenntnisse, die der Autor in der Krankenhauszeit für sich entdeckt hat und somit Ratschläge an den Leser auch darstellen. Das Ganze ist schon recht interessant, gerade wenn man davon gar nicht betroffen ist, hat man solche Gedanken/Erkenntnisse gar nicht. Dennoch hätte ich doch auch gerne mehr von der Geschichte an sich und der Freundschaft mitbekommen, wie es im Film eher zu sein scheint. Den Film habe ich mir bisher jedoch immer noch nicht angesehen...

  12. Cover des Buches Eat, Pray, Love (ISBN: 9783833309403)
    Elizabeth Gilbert

    Eat, Pray, Love

     (887)
    Aktuelle Rezension von: jannehanne

    Nach einer völlig desaströsen Scheidung und einer schmerzhaften Liebesbeziehung genießt die Autorin in Italien vor allem die Sprache und die kulinarischen Genüsse, findet später in einem indischen Ashram ihren Zugang zu Gott und letztendlich auf Bali die Liebe. Es ist eine Geschichte über die langsame Heilung einer verletzten Seele. Die Autorin schreibt unterhaltsam, aber gedanklich auch sehr anregend. Insbesondere die Passagen über Yoga fand ich, die ansonsten mit Spiritualität nicht unbedingt auf Du und Du lebt, spannend und habe ich zum Teil mehrmals gelesen. 

  13. Cover des Buches Ein Geschenk von Bob (ISBN: 9783404608461)
    James Bowen

    Ein Geschenk von Bob

     (174)
    Aktuelle Rezension von: Lindia

    Inhalt


    In dem Buch "Ein Geschenk von Bob" berichtet der Straßenmusiker und Zeitungsverkäufer James Bowen von seinem Leben mit dem Kater Bob zur Weihnachtszeit.
    Diese ist besonders schwierig zu bewältigen, wenn man seinen Lebensunterhalt auf der Straße verdient. Und im Jahr 2010, in dem die Erzählung spielt, kommen noch erschwerte Bedingungen aufgrund des kalten Wetters hinzu.

    Meinung


    Auch in diesem Teil der Bob-Reihe nimmt James Bowen den Leser mit in sein Leben und gibt viele persönliche Einblicke in seinen Alltag.Diesmal liegt hierbei der Fokus auf den Tagen rund um Weihnachten. 

    Dabei ist der Text eine Mischung aus verschiedenen Zeiten. Es ist ein Rückblich auf das Jahr 2010, in dem immer wieder Bezug auf die Vergangenheit und die Zeit vor Bob genommen wird. Hier und da finden sich auch Anspielungen auf die ersten Erlebnisse, die die beiden gemeinsam hatten, nachzulesen in dem Buch "Bob der Streuner".

    Durch die vielen Rückblicke auf die Zeit, in der James noch drogenabhängig war und auf der Straße lebte, erhält man einen einmaligen Blick in das Leben obdachloser Menschen und die harte Winterzeit, die man auch ohne Dach über dem Kopf überstehen muss.

    Interessant war auch die Entwicklung, die James mit der Zeit gemacht hat. Er hat es geschafft, von den Drogen wegzukommen und hat eine eigene Wohnung. Und zusammen mit seinem roten Kater wird das Weihnachtsfest 2010 endlich eines, das er genießen kann und an das er sich wahrscheinlich noch lange erinnern wird. 

    Fazit


    Auch der dritte Teil über das Leben des Straßenmusikers und seinem Kater ist sehr zu empfehlen. Die Einblicke in das Leben der Menschen auf der Straße öffnen einem die Augen und regen zum Nachdenken an.
  14. Cover des Buches Der große Trip - WILD (ISBN: 9783442158591)
    Cheryl Strayed

    Der große Trip - WILD

     (259)
    Aktuelle Rezension von: Runnibal

    Den PCT zu wandern, ist für viele Amerikaner so, wie in Europa der Jakobsweg.

    Ziemlich naiv und unvorbereitet bricht die Autorin Cheryl Strayed auf und lernt mehr und mehr auf den langen Weg ihre Vergangenheit zu bewältigen, zumindest glaubt sie das.

    Eigentlich sollte sie nicht weit kommen, denn das Gepäck ist überwältigend und sportlich ist sie auch nicht. Doch ihre Kraft kommt auf dem Weg "The Trail provides".

    Es ist schon sehr nervig, dass sie immer wieder von der Mutter erzählt wird. Es ist wie eine Schallplatte, die einen Sprung hat. Insgesamt machen die Mutterszenen schon halbe Buch aus. Immer mit anderen Worten, die gleiche Leier. Die Erfahrungen auf dem PCD hingegen fand ich unterhaltsam. Die Fernwanderin hat viel Zeit über sich nachzudenken. Selbst als sie fühlt, wie zäh sie sein kann, wirkt sie labil und unverändert.


    Mich hat die offene und unverschönten Einwürfe aus ihren Leben verwundert. 

    Interessant finde ich wie die Natur auf Menschen wirkt. Egal von welcher Herkunft, Bildung und Vergangenheit, die Natur wird von allen Wanderern als erlebenswert empfunden. Im Alltag hingegen wird der Natur, was sie braucht und was ihr schadet, wenig Beachtung geschenkt.


    Der PCD war quasi zu ihrem Wohnzimmer der Autorin geworden. Alles was sie zum Leben brauchte, passte in ihren Rucksack. Der PCD lehrt, dass mehr nicht nur überflüssig ist, sondern auch eine unnötige Belastung.

    Der Leser kann viel über minimalistische Lebensweise internalisieren, ohne auf dem PCD wandern zu müssen. Der Trail beginnt an jeder Haustür.




  15. Cover des Buches Glück und Glas (ISBN: 9783764505431)
    Lilli Beck

    Glück und Glas

     (94)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Der Klappentext dieses Buches stimmt nicht ganz, denn er suggeriert, dass sich Marion und Hannelore fünfzig Jahre lang nicht sehen, um dann an ihrem 70. Geburtstag ein Wiedersehen zu feiern. In Wahrheit haben sich ihre Wege jedoch in den vergangenen Jahren mehr als nur einmal gekreuzt. Doch es stimmt, sie sind wohl einfach zu verschieden, um sich auf Dauer aneinander binden zu können. Eigentlich sah es doch erst so gut aus für Hannelore, die Marion in puncto Aussehen nie das Wasser reichen konnte, dafür aber mit ihrer Intelligenz und ihrer Strebsamkeit eine steile Karriere als Anwältin in Aussicht zu haben schien. Doch dann kam Robert. Marion hingegen konnte weder mit einer guten und glücklichen Familie noch mit guten Noten punkten. Aber sie wollte auch nie studieren, sie wollte Mode schneidern oder am besten gleich Modedesignerin werden. Sie wollte endlich genug Geld zum Leben haben. Und dann kam Joe. So kommt es dann auch, dass die beiden jungen Frauen getrennte Wege beschreiben. Zu unterschiedlich waren die jeweiligen Wünsche an das Leben. Doch immer wieder kreuzen sich ihre Pfade, bevor es schließlich zum großen Zerwürfnis kommt …

    Hört sich spannend an, doch mit diesem für mich dritten Buch aus ihrer Feder, konnte mich Lilli diesmal nicht ganz überzeugen. Sie präsentiert ihren Lesern eine wunderbare Zeitschiene, die einen Zeitraum von siebzig Jahren abdeckt und mit vielen Ereignissen und Gepflogenheiten der jeweiligen Zeit gespickt ist. Beim Lesen kam fehlte mir aber ein wenig Pepp. Fast las es sich manchmal wie eine Aneinanderreihung anstatt einer runden Geschichte. Dennoch war es flüssig zu lesen und oft musste ich ein wenig schmunzeln, wenn ich die Autorin in der Rolle von Marion sah. Sie gibt ja auch an, dass der Roman durchaus auch autobiografische Teile beinhaltet. Das hat mir gut gefallen. Ich werde Lilli Beck auf jeden Fall treu bleiben. 

  16. Cover des Buches Christiane F. - Mein zweites Leben (ISBN: 9783943737127)
    Christiane V. Felscherinow

    Christiane F. - Mein zweites Leben

     (168)
    Aktuelle Rezension von: Julia92

    Cover: Das Titelbild des Buches ist typisch für eine Biografie. Mir gefällt es gut, der Kontrast zwischen schwarz-weiß und pink sieht toll aus.

     

    Klappentext: Das Schicksal der damals 14-jährigen, drogenabhängigen Prostituierten Christiane F. aus „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ ging um die Welt. Generationen sind mit der Geschichte und dem Mythos Christiane F. aufgewachsen. Aber wie ging es weiter?

    35 Jahre später erzählt Christiane Felscherinow ihr ganzes Leben. Eine Geschichte von Hoffnung und Hölle – glücklichen Jahren in Griechenland, Überlebenskampf im Frauenknast. Abenteuern unter Rock-Idolen, Literatur-Stars und Drogenhändlern. Und dann ist da der Kampf, trotz aller Rauschgift-Exzesse eine gute Mutter für ihr Kind zu sein. Gemeinsam mit der Journalistin Sonja Vukovic hat sie nun ihr Leben rekapituliert. Das Ergebnis ist eine erschütternde, aber auch hoffnungsvolle Autobiografie. Eine Begegnung mit einer Gesellschaft, die den Rausch auslebt, aber den Süchtigen verachtet. Die Vollendung einer Story, die das Lebensgefühl von Generationen prägte – und damit auch ein Dokument deutscher Zeitgeschichte.

     

    Meinung: Wer kennt ihn nicht? Deutschlands „berühmtesten Junkie“, wie sich Christiane in dem Buch selbst nennt. „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ ist wirklich jedem ein Begriff. Es gibt wenige Menschen, die das Buch nicht gelesen oder den Film nicht gesehen haben. Für mich ist es ehrlichgesagt ein Wunder, dass diese Frau all das überlebt hat. Den Film habe ich zweimal gesehen, das Buch dazu einmal gelesen. Die Erlebnisse dieses Menschen haben mich sprachlos zurückgelassen – ich wollte unbedingt wissen, was „danach“ passiert ist. Als ich diese Biografie entdeckt habe, zögerte ich keine Sekunde. Ich wusste – ich muss sie haben!

    Der Schreibstil erinnert sehr an „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Die Redensart von Christiane hat sich also kaum verändert. Sofort hatte ich wieder das Bild der Jugendlichen vor Augen. Man merkt sofort, dass hier dieselbe Person erzählt.

    Das Buch zeigt die schonungslose Realität, nicht nur von Christiane, sondern auch die vieler anderer Drogenabhängigen. Die Zahlen haben mich ehrlich schockiert. Dieses Thema wird in den aktiven Medien oftmals totgeschwiegen, die Anzahl der Süchtigen ist erschreckend hoch – auf der ganzen Welt.

    Christiane führte, beziehungsweise führt auch nach ihrer Jugend ein Leben, das nur wenige Menschen aushalten würden, wage ich mal zu behaupten. Dass sie auch im Erwachsenenalter immer wieder „abstürzte“, habe ich nicht gewusst und für mich ist es schwer zu begreifen. Man würde sie am liebsten schütteln und anschreien, bis sie zur Vernunft kommt. Mich hat das Buch auf jeden Fall sehr nachdenklich gemacht.

    Insgesamt fand ich es sehr aufschlussreich, teilweise war ich sehr gefesselt. Irgendwann wurde es mir jedoch zu trocken, da einige Kapitel eingebaut sind, die nur Studien und Fakten widerspiegeln. Anfangs ist das sehr interessant, doch irgendwann waren es schon so viele verschiedene Zahlen, dass ich kurzzeitig den Überblick verlor. Diese Abschnitte fand ich etwas mühsam. Auch dass keine chronologische Reihenfolge der Geschehnisse vorhanden war, hat mich ein bisschen gestört. Christiane springt in ihren Erzählungen von einem Punkt zum anderen – dazwischen liegen jedoch Jahre. Hin und zurück, immer wieder. Da kann man schon mal den Faden verlieren.

    Dennoch hat mir die Biografie gut gefallen und ich empfehle sie jedem, der sich für den „Mythos Christiane F.“ interessiert. 4 von 5 Sternen.

  17. Cover des Buches Steve Jobs (ISBN: 9783442744916)
    Walter Isaacson

    Steve Jobs

     (217)
    Aktuelle Rezension von: PhaedrusBold

    Einfach Wow.

    Bevor ich dieses Buch gelesen habe, wusste ich nicht viel über Steve Jobs. Er hat Apple gegründet und es gibt dieses Video auf YouTube, als er das erste iPhone vorstellt.

    Deshalb hat mich dieses Buch umso mehr begeistert. Einfach unglaublich wie Steve Jobs die Welt geprägt hat und wo er überall seine Finger mit drin hatte.

    Verbunden mit einer sehr guten und auch sehr detaillierten Erzählweise des Autors ist dieses Buch einfach eine Pflichtlektüre in der heutigen Zeit. Auch wenn man, wie ich, ein Windows und Android Nutzer ist.

    Also das Buch ist eindeutig eine absolute Empfehlung!

  18. Cover des Buches Auf Erden sind wir kurz grandios (ISBN: 9783446263895)
    Ocean Vuong

    Auf Erden sind wir kurz grandios

     (96)
    Aktuelle Rezension von: BabsyZ

    Von Natur aus bin ich eher skeptisch, wenn ein Buch so hoch gelobt wird, wie dieses, aber ich muss ehrlich sagen, es hat mich auch begeistert.

    Der Debütroman von Ocean Vuong ist ein Brief an seine Mutter – ein Brief, den sie nie lesen wird, denn sie ist Analphabetin. Eine Frau, die aus Vietnam nach Amerika kam, traumatisiert, gewalttätig, mit großen Träumen, die sich nicht erfüllen. Und der Sohn schreibt ihr von Erinnerungen, seine eigenen und die der Mutter, der Großmutter; von Vietnam im Krieg, vom eigenen Erwachsenwerden, der Entdeckung seiner Homosexualität, den Schlägen der Mutter, der Schizophrenie der Großmutter. Diese Erinnerungen kommen ungeordnet, sie brechen förmlich aus „Little Dog“, so wird der Junge genannt, heraus. 

    Und auch die Sprache ist ungeordnet – voll Poesie und dann wieder roh und direkt.

    Auf Erden sind wir kurz grandios ist ein trauriges, grausames, schönes, tief berührendes Buch, auf das man sich einlassen und dass man aushalten muss.

    Mein Fazit: unbedingt lesen!

  19. Cover des Buches Frühstück mit Elefanten (ISBN: 9783548377346)
    Gesa Neitzel

    Frühstück mit Elefanten

     (130)
    Aktuelle Rezension von: Lisasbuchliebe

    Als großer Fan des Reisens und der Abenteuer habe ich mir dieses Buch gekauft. Ich fand es immer schon spannend von Menschen zu hören, die ihr altes Leben komplett hinter sich lassen, um sich auf etwas neues zu fokussieren. 

    Gesa Neitzel hat einen tollen Schreibstil, der mir sehr gut gefällt. Ihre detaillierte Beschreibung ihrer Rangerausbildung und den weiten von Afrikas Wildnis haben mein Herz höher schlagen lassen. Ich fand das Buch sehr inspirierend!


  20. Cover des Buches Shantaram (ISBN: 9783442473083)
    Gregory David Roberts

    Shantaram

     (202)
    Aktuelle Rezension von: AHa

    Shantaram ist für mich ein Jahrhundertbuch - eines der besten Bücher, die ich bisher in meinem Leben gelesen habe. Es ist wunderschön, zugleich traurig, voll Poesie, kurzweilig, aber tiefgründig. Ein Buch, das verzaubert! Mit 1.142 Seiten ist es etwas umfangreicher - aber auf keiner Seite langweilig.

    Es ist eine Liebeserklärung an Bombay (seit 1996 Mumbai) und an das dortige Volk. Es macht an vielen Stellen deutlich, wie glücklich "einfaches" Leben macht. 

    Ich denke gerne an die Zeit zurück, zu der ich dieses Buch las. Und ich werde es noch weitere Male lesen!

  21. Cover des Buches Mein Leben als Sonntagskind (ISBN: 9783959673198)
    Judith Visser

    Mein Leben als Sonntagskind

     (106)
    Aktuelle Rezension von: xshirleyx

    Über eine so sanfte und innige Freundschaft wie in "Mein Leben als Sonntagskind" von der Autorin Judith Visser, habe ich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gelesen. Die Hauptfigur Jasmijn Vink ist besonders einzigartig und nur ihre Hündin Senta scheint ihr immer beizustehen. Bereits als Vorschulkind sammelt Jasmijn die Erfahrung anders zu sein und leidet an öfteren Migräneanfällen, oder Panikattacken vor ihren Mitmenschen. Mit Fremden kann sie nicht sprechen und an Dingen, die sie nicht interessiert, verliert Jasmijn schnell ihre Geduld. Wäre da nicht die ständige Angst vor der Nähe zu Menschen und die Bewältigung von ungewohnten Situationen, hätte Jasmijn sogar beliebt sein können und würde von ihren Freunden geschätzt werden. Ein ganz normales Leben, das für sie unvorstellbar ist. Verzweifelt beginnt sie die Tagebuch Jasmijn zu erfinden und erlebt mithilfe von Elvis Presley und ihrer Hündin Senta ihre Träume. 

    Eine außergewöhnliche Geschichte über das Leben und Erwachsen werden eines Mädchens mit Asperger-Syndrom, welche im Gedächtnis und Herzen bleibt. Besonders in die Charaktere kann man sich schnell hineinversetzen und fühlt jede Emotion mit ihnen gemeinsam. Die Autorin schafft es gefühlvoll und achtsam Jasmijn als ein starkes Mädchen heranwachsen zu lassen und ihr zwar gelegentlich Steine in den Weg zu legen, aber diese sie immer wieder überwinden zu lassen. Der Schreibstil konnte mich fesseln und unterhalten. Ich hatte Spaß beim Lesen und würde das Buch jederzeit gerne erneut in die Hände nehmen und wieder lesen. 

    Die Handlung ist trotz des üppigen Buchumfangs überhaupt nicht langatmig, sondern vollgepackt mit  spannenden, schönen und traurigen Ereignissen. Sie beinhaltet Situationen mit Nachdenklichen Momenten für den Leser, sodass man vieles verstehen und somit auch insbesondere Mitfühlen kann. Das Cover finde ich perfekt gewählt und passt zu der Hauptprotagonistin Jasmijn. 

    Diese Geschichte ist unbedingt lesenswert und daher empfehle ich das Buch auch mit Begeisterung an jeden weiter!

  22. Cover des Buches Kindheit (ISBN: 9783351038687)
    Tove Ditlevsen

    Kindheit

     (71)
    Aktuelle Rezension von: YukBook

    Die meisten Kinder können es kaum erwarten, erwachsen zu sein, doch bei Tove Ditlevsen war das anders, wie wir in diesem ersten Teil der Triologie erfahren. Obwohl die Kindheit für sie „schmal wie ein Sarg“ und alles andere als glücklich ist, möchte sie das Ende so lang wie möglich hinauszögern. Die Welt der Erwachsenen ist für sie ein Mysterium.

    Tove wächst in den 1920er Jahren als Tochter eines arbeitslosen Heizers und einer Hausfrau im Arbeiterviertel Vesterbro auf und liebt Bücher und die Lyrik. Als sie verkündet, dass sie Schriftstellerin werden will und von ihren Eltern nur Spott und Häme erntet, behält sie ihre Gefühle und Sehnsüchte von nun an für sich. Alles, was ihr im wahren Leben fehlt, malt sie sich in ihrer Fantasie aus, schreibt Gedichte darüber in ihr Poesiealbum und versucht damit, die fehlende Zuneigung ihrer Mutter und den Mangel an Freunden wettzumachen.

    Selten habe ich erlebt, dass sich jemand so klug, intensiv und verstörend mit seiner Kindheit auseinandersetzt. Die autofiktionale Erzählweise erinnerte mich an Karl Ove Knausgård, doch während dieser gern weit ausholt, verdichtet Tove Ditlevsen ihre Erlebnisse. Was es bedeutet, in ärmlichen Verhältnissen aufzuwachsen, in seiner Begabung nicht gefördert zu werden und sich unverstanden zu fühlen, kleidet Tove Ditlevsen in poetische Sätze, die einen nicht mehr loslassen. Ich bin sehr gespannt, wie es im zweiten Teil "Jugend" weitergeht.

  23. Cover des Buches Unorthodox (ISBN: 9783442770205)
    Deborah Feldman

    Unorthodox

     (228)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Dieses Buch ist schon mehrere Jahre ungelesen im Regal gestanden. Warum, weiß ich nicht mehr so genau. Was ich aber weiß, ist, dass es mich ziemlich wütend macht. Wütend auf die verbohrten, engstirnigen und fanatischen Vertreter des Glaubens und der Traditionen, die es hinnehmen, dass einzelne Personen (in diesem Fall der bzw. die Rabbi(s)), diktatorisch in das Leben einmischen. Dabei sind hier Männer wie Frauen, die die Regeln nicht hinterfragen und sich willenlos unterwerfen. Und falls der eine oder andere doch nachzudenken beginnt, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wird.  

    Dieses Buch handelt von der jungen Deborah, die bei ihren streng gläubigen Großeltern aufwächst. Warum, das erfährt der Leser im Laufe der Geschichte. Wir erhalten Einblick in den Alltag der orthodoxen chassidischen Juden, die selbst in der allgemeinen jüdischen Gesellschaft als Sekte gelten. So lehnen die Chassiden den Staat Israel ab, weil er zu säkular ist. Man muss nicht mit allem einverstanden sein, was in Israel passiert (vor allem nicht mit der Politik im Umgang mit den Palästinensern). Für sie ist das „Gelobte Land“ nicht Israel, sondern eine ferne, unerreichbare Vision. Ferner sieht man die Shoa als Strafe Gottes für begangene Sünden und nicht als Verbrechen des NS-Regimes. Diese Meinung ist Wasser auf die Mühlen der Nazis und Holocaust-Leugner! 

    Doch zurück zum Buch: Die junge Deborah wird, wie auch heute noch üblich, mit einem jungen Mann verheiratet. Beide haben keine Ahnung, was sie in der Hochzeitsnacht erwartet, weil es in dieser Gesellschaft nicht üblich ist, seine Kinder aufzuklären. Das Einzige, was sie eingetrichtert bekommen, sind die Regeln, wann die Frauen für die Männer tabu sind und wann sie fruchtbar sind und sich vermehren können. So ist die Hochzeitsnacht natürlich ein Desaster und Deborah wird dafür verantwortlich gemacht. 

    Auch der Alltag ist nicht so, wie sich Deborah das vorgestellt hat. Anstatt, wie versprochen Bücher (abseits von frommen Schriften) lesen zu dürfen, werden ihr alle weggenommen. Langsam beginnt Deborah aufzubegehren. Sie sucht Verbündete, doch die sind rar, denn selbst ihre beste Freundin aus Kindheit und Jugend, hat nach der Heirat eine Kehrtwendung vollzogen und bekommt ein Kind nach dem anderen. 

    Als Deborah selbst einen Sohn bekommt, ist es für sie an der Zeit sich aus der Unterdrückung zu befreien. 

    Meine Meinung: 

    Deborah Feldman führt uns bis an die Grenzen des Erträglichen, wenn sie von der strikten Unterwerfung unter die strengen Lebensgesetze erzählt, von Ausgrenzung, Armut, von der Unterdrückung der Frau, von ihrer Zwangsehe. Und von der alltäglichen Angst, bei Verbotenem entdeckt und bestraft zu werden. Sie erzählt, wie sie den beispiellosen Mut und die ungeheure Kraft zum Verlassen der Gemeinde findet – um ihrem Sohn ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Allein die Sitte, verheirateten Frauen die Kopfhaare, abzurasieren oder strengen Bekleidungsvorschriften haben in mir Zorn aufsteigen lassen. 

    Es wird ein unglaubliches Theater um die Periode der Frau gemacht, da sie in der Zeit und danach als unrein gilt. Anschließend muss ein Rabbi tagelang weiße Tücher kontrollieren, ob kein Blut mehr zu sehen ist. Auch der Besuch der Mikwe, das rituelle Bad, wird detailliert geschildert. Erst nach dieser Prozedur, von Badefrauen gewaschen zu werden, intim berührt zu werden und auch psychologisch unter Druck gesetzt zu werden, wenn sich noch keine Schwangerschaft eingestellt hat, sind die Frauen wieder „rein“ und für ihre Ehemänner „bereit“. Dies wird von der Autorin als Eingriff in ihre Integrität empfunden.  

    Diese ultraorthodoxen Juden leben in einer Parallelwelt. Doch das scheint in der Gesellschaft kaum bekannt zu sein. Denn wenn die Bezeichnung „Parallelwelt“ gebraucht wird, denkt jede(r) nur an Muslime, die ihre Frauen einsperren, in die Burka zwingen und das Lernen verbieten. In der chassidischen Welt passiert genau das. Es scheint, als würde diese Unterdrückung von Mädchen und Frauen von der Weltöffentlichkeit geduldet, um nicht des Antisemitismus verdächtigt zu werden.  

    Natürlich stellt die Gruppe der ultraorthodoxen Juden nicht die Mehrheit und es gibt viel hochgebildete Frauen, dennoch macht die hautnahe Schilderung des eingeschränkten Lebens wütend und betroffen. 

    Gut gefällt mir das Wortspiel mit dem Buchtitel. Als „unorthodox“ bezeichnet man lt. Duden das „Unkonventionelle“, das „Eigenwillige“ oder das „Ungewöhnlich“, während „orthodox“ die Bezeichnung für „strenggläubig“ bzw. für „starr“ oder „unnachgiebig“ und im übertragenen Sinn für rückständig gilt. 

    Fazit: 

    Ein wichtiges Buch, das aufwühlt, wütend mach und einen Einblick in eine völlig unbekannte Lebenswelt bietet. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

     

     

  24. Cover des Buches Der Junge muss an die frische Luft (ISBN: 9783492320009)
    Hape Kerkeling

    Der Junge muss an die frische Luft

     (357)
    Aktuelle Rezension von: Kiki2705

    In dem autobiografischen Buch „Der Junge muss an die frische Luft“ erzählt Hape Kerkeling aus seiner Kindheit im Ruhrpott. Er geht dabei auf lustige Anekdoten, aber auch auf das wohl einschneidendste Kindheitserlebnis - den Freitod seiner Mutter – ein.


    Von Beginn an hatte ich das Gefühl , als würde Hape Kerkeling persönlich mir die Geschichte erzählen. Der Schreibstil ist so gehalten, dass man ihn sofort wieder erkennt – seinen Humor, aber auch seine nachdenkliche Seite.


    Der Aufbau des Buches gefällt mir dabei sehr gut – nach einer kurzen Einleitung geht er über in seine Kindheit. Hier erfährt man sehr viel über Hape Kerkeling, was man aus seinen zahlreichen illustren Fernsehauftritten so noch nicht kannte. Seine Familie und vor allem seine detaillierte und charmante Beschreibung seiner Verwandtschaft hat mir beim Lesen immer wieder ein Lächeln entlockt.

    Auch die Darstellung seiner jüngsten Kindheit empfand ich als sehr idyllisch. Man saß förmlich mit ihm auf der Ladentheke.


    Hape Kerkeling gelingt es jedoch auch, seine schlimmen Erinnerungen mit Charme, Selbstironie und ein klein wenig Humor dem Leser näher zu bringen. Bei der Erzählung seiner schicksalhaften Jahre, die letztlich im Tod seiner Mutter endeten, hatte ich die ganze Zeit einen Kloß im Hals. Jedoch kommt hier auch die Stärke seiner Familie zum Tragen. Wie er auch explizit erwähnt, wäre er heute nicht der, der er ist, wenn er nicht die tolle Unterstützung seiner Großeltern in einer unsagbar schweren Zeit gehabt hätte.


    Was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass man auch mal hinter die Fassade des Entertainers schauen konnte. Dass er mittlerweile zurückgezogen vom öffentlichen Trubel lebt, finde ich persönlich sehr schade und als Verlust für die Fernsehkulisse. Wenn man jedoch sein Buch liest, merkt man, dass er viele Figuren und auch seine Fernsehkarriere nur als Kapitel seines Lebens ansieht und man gönnt ihm von Herzen auch das nächste Kapitel aufzuschlagen.


    Dieses Buch ist auf keinen Fall vergleichbar mit „Ich bin dann mal weg“, welches ich verschlungen habe, jedoch auf seine ruhigere bewegende Weise gebe ich eine klare Lesempfehlung für alle, die gern mehr über den kleinen Jungen aus dem Ruhrpott erfahren wollen.



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