Bücher mit dem Tag "autobiographisch"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "autobiographisch" gekennzeichnet haben.

401 Bücher

  1. Cover des Buches Das Leben und das Schreiben (ISBN: 9783453435742)
    Stephen King

    Das Leben und das Schreiben

     (346)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ja, meine ersten spannenden Titel stammen aus der Feder von Stephen King. Sie haben mich gefesselt, geängstigt und haben lange in meinem Regal gestanden- irgendwann habe ich sie verschenkt, ausgelesen, überholt- fertig. Nochmal mit Joyland einen Versuch gestartet- mäßig begeistert und nun hat mich diese autobiographische Schreibanleitung von Stephen King wirklich absolut erfreut. Ich werde mich mit einem anderen Blick an mein Debüt setzen und die Türen solange zu lassen, bis es nach draußen kann. Ich kann dieses Buch nur jedem Autor und/ oder Fan von Stephen King ans Herz legen.

    Hätte ich die Zeit gehabt, wäre es in einem Rutsch durchgelesen worden.Super

  2. Cover des Buches Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (ISBN: 9783551359414)
    Christiane F.

    Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

     (2.231)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    Bis zu ihrem 6. Lebensjahr wächst Christiane behütet in der Nähe von Hamburg auf dem Land auf. Dieses Behütet-Sein endet schlagartig, als Christiane mit ihren Eltern nach Berlin zieht, in die Gropiusstadt. Dort wohnen sie in einem Hochhaus im 11. Stock, spielende Kinder scheinen der Haus- und Stadtverwaltung eher ein Dorn im Auge zu sein. In der Schule merkt Christiane schnell, dass sie keine Schwäche zeigen darf und eine der Härtesten sein muss. Nach und nach zieht es sie zu den "coolen" Kindern, in die Szene und in die Clubs. Was Anfangs noch harmlos erscheint, entpuppt sich als Katastrophe, als Christiane anfängt, Drogen zu konsumieren.


    Dicht gedrängt, teilweise fast minutiös schildert Christiane F. in diesem Buch, das von Kai Hermann und Horst Rieck aus Tonbandaufnahmen transkribiert wurde, ihren Weg in die Drogenszene Berlins. Sie berichtet von den Anfängen, in denen sie "nur" leichte Drogen wie Hasch im evangelischen Jugendclub konsumierte, sie erzählt davon, wie sie und ihre Freunde zum Heroin kamen, wie sie auf dem Kinderstrich am Bahnhof Zoo landete - und von ihren zahlreichen Versuchen, einen Entzug durchzuführen und vom Heroin loszukommen.


    "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" ist kein sprachliches Meisterwerk. Es besticht nicht durch seinen besonderen Schreibstil oder durch eine wunderbar ausgeklügelte Geschichte. "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" ist roh und ungeschönt, es schockiert und schreckt ab - und genau das macht dieses Buch aus. Christiane F. teilt ihre Kindheit und Jugend mit uns Leser*innen, sie gibt einen Einblick in eine Szene, die doch häufig unbekannt gerade von jungen Menschen fast romantisiert und bewundert wird. Ich habe großen Respekt vor der Offenheit von Christiane F. und bin davon überzeugt, dass dieser Bericht Teil einer sehr guten Drogenprävention sein kann.


    Mich hat das Buch extrem verstört und mitgenommen. Ich denke andauernd an Christiane F. und ihre Freunde, die im Buch entweder verstorben sind oder auf dem Strich und im Gefängnis landeten. Dieser Klassiker ist nicht leicht zu lesen, trotzdem sollten in das Buch wohl vor allem Jugendliche und junge Erwachsene ihre Nasen reinstecken. Leseempfehlung!

  3. Cover des Buches Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten (ISBN: 9783446264250)
    Alice Hasters

    Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten

     (119)
    Aktuelle Rezension von: FairyOfBooks

    An sich unterstützt das Buch super wichtige Werte und Aussagen. Manchmal sind einige Aussagen zwar etwas zu anklagend ausgedrückt und teilweise hebt die Autorin sich selbst und die Menschen ihrer Hautfarbe etwas empor. Was sie sagt, dass "weiße"Menschen tun, tut sie mit dieser Aussage, wenn sie sagt, dass sie als Menschen dunkler Hautfarbe etwas besonderes sind. Das stimmt so nicht.
    Denn jeder - wirklich jeder - ist etwas besonderes, denn ein Mensch ist ein Individuum, das es so nie zweimal gibt. Selbst Zwillinge oder Mehrlinge sind nie komplett gleich. Und auch alle anderen Menschen sind alle etwas besonderes, weil sie alle irgendwie unterschiedlich sind. Und diese Unterschiede gilt es zu akzeptieren und anzunehmen. Egal, ob in Kultur, ethnischer Herkunft, Interessen, Talente, Geschlecht, etc. pepe.

    Aber ja, an sich ist dieses Buch eine Aussage die wichtig ist, aufrüttelt und darüber sprechen lässt und ich glaube, das ist vor allem das, was die Autorin erreichen möchte.

  4. Cover des Buches Der große Trip - WILD (ISBN: 9783442158591)
    Cheryl Strayed

    Der große Trip - WILD

     (259)
    Aktuelle Rezension von: Runnibal

    Den PCT zu wandern, ist für viele Amerikaner so, wie in Europa der Jakobsweg.

    Ziemlich naiv und unvorbereitet bricht die Autorin Cheryl Strayed auf und lernt mehr und mehr auf den langen Weg ihre Vergangenheit zu bewältigen, zumindest glaubt sie das.

    Eigentlich sollte sie nicht weit kommen, denn das Gepäck ist überwältigend und sportlich ist sie auch nicht. Doch ihre Kraft kommt auf dem Weg "The Trail provides".

    Es ist schon sehr nervig, dass sie immer wieder von der Mutter erzählt wird. Es ist wie eine Schallplatte, die einen Sprung hat. Insgesamt machen die Mutterszenen schon halbe Buch aus. Immer mit anderen Worten, die gleiche Leier. Die Erfahrungen auf dem PCD hingegen fand ich unterhaltsam. Die Fernwanderin hat viel Zeit über sich nachzudenken. Selbst als sie fühlt, wie zäh sie sein kann, wirkt sie labil und unverändert.


    Mich hat die offene und unverschönten Einwürfe aus ihren Leben verwundert. 

    Interessant finde ich wie die Natur auf Menschen wirkt. Egal von welcher Herkunft, Bildung und Vergangenheit, die Natur wird von allen Wanderern als erlebenswert empfunden. Im Alltag hingegen wird der Natur, was sie braucht und was ihr schadet, wenig Beachtung geschenkt.


    Der PCD war quasi zu ihrem Wohnzimmer der Autorin geworden. Alles was sie zum Leben brauchte, passte in ihren Rucksack. Der PCD lehrt, dass mehr nicht nur überflüssig ist, sondern auch eine unnötige Belastung.

    Der Leser kann viel über minimalistische Lebensweise internalisieren, ohne auf dem PCD wandern zu müssen. Der Trail beginnt an jeder Haustür.




  5. Cover des Buches Briefe an die grüne Fee (ISBN: 9783744832809)
    Salih Jamal

    Briefe an die grüne Fee

     (73)
    Aktuelle Rezension von: AnjaSc

    Das Buch ist eine Auflistung aus dem Leben des namenlosen Ich-Erzählers und erinnert mich stark an Tagebucheinträge. Er rekapituliert sein Leben, während er oben auf dem Dach sitzt. Wir erfahren nur das, was uns der Protagonist wissen lassen möchte und können bei allem anderen nur mutmaßen. Egal ob es um die tatsächlichen Ereignisse geht oder um die Dinge, die die anderen Beteiligten wohl erlebt haben.

    Auf Instagram habe ich unter „Kurz und bündig“ bereits geschrieben:
    „Das Buch ist tragisch, es ist manchmal ganz laut, es ist vulgär und dann ist es wieder ganz leise und poetisch. Es ist kraftvoll und beschönigt nichts. Es ist pornös!

    Das Buch ist wirklich dreckig, es ist direkt und es ist genau das, was wir als Großstandkinder erlebt haben um uns herum:  Nutten, Dreck, Suff und Drogen. Was für einen selbstherrlicheren Mist wir getan haben und unbezwingbar haben wir uns gefühlt…  Genau wie der Ich-Erzähler in diesem Buch, gut vielleicht nicht genau so.

    Das habe ich dem Autor geschrieben, als ich das Buch beendet habe und ich möchte Euch diese Sätze nicht vorenthalten, denn so geht es mir immer noch:

    Du nimmst keinen Blatt vor den Mund. Beschreibst Exzesse so präzise, dass man als Leser weiß: Das ist scheisse was Du machst, aber trotzdem feiert man das ein oder andere!
    Was Du mit den leisen Tönen im Hintergrund beschreibst, das ist die Seele. Das Gefühl. Die Veränderung. Das, wie der Protagonist fühlt.
    Die Reise, die in den Briefen oder ( wie ich es empfunden habe ) Tagebucheinträgen beschrieben wird, ist wie ein Feuerwerk. Mal der Lichtstreif der Rakete am Himmel und dann wieder nur die schwarze verbrannte Hülse.  Ich bin abgestoßen und fasziniert zu gleichen Teilen von dem namenlosen Protagonisten.  Du weckst all das und doch ist man am Ende ausgesöhnt.

    Deshalb ist das Buch etwas besonderes.

    Von mir bekommt „Briefe an die grüne Fee“ von Salih Jamal 4,5 von 5 möglichen Punkten und eine klare Empfehlung.

  6. Cover des Buches Die Glasglocke (ISBN: 9783518423653)
    Sylvia Plath

    Die Glasglocke

     (347)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze

    Für Esther Greenwood könnte es eigentlich nicht besser laufen. Sie hat ein Stipendium fürs College bekommen und zusätzlich einen Aufenthalt im mondänen New York inklusive begehrter Praktikantenstelle als Journalistin gewonnen. Esther träumt von einer Karriere als Dichterin oder Journalistin und vom ersten Sex. All das scheint in greifbarer Nähe aber immer mehr kommen ihr Zweifel ins Gehege. Will sie wirklich Dichterin werden? Oder lieber Sprachen lernen? Europa bereisen? Oder doch einen Mann und Kinder? – Was sie bisher immer kategorisch angelehnt hat. Jeder neue Traum scheint einen alten platzen zu lassen und plötzlich sieht Esther sich nicht mehr in der Lage so grundlegende Dinge zu tun, wie ihren Koffer zu packen, zu lesen oder zu duschen.

    Ich wußte, dass ich Mrs. Guinea dankbar sein mußte, und trotzdem empfand ich nichts. Hätte sie mir eine Fahrkarte nach Europa oder eine Kreuzfahrt rund um die Welt geschenkt, so hätte sich für mich nicht das geringste verändert, denn egal, wo ich saß – ob auf dem Deck eines Schiffes oder in einem Straßencafé in Paris oder Bangkok -, immer saß ich unter der gleichen Glasglocke in meinem eigenen sauren Dunst.
    Seite 200

    Silvia Plaths Roman wird im Laufe der Geschichte immer düsterer. Auch wenn es eher leicht und durchaus witzig begann ist davon bald nicht mehr viel übrig. Esther ist gefangen in ihrer Depression, kennt sich selbst nicht mehr und kreist gedanklich ständig um Selbstmord. Nach außen hin versucht sie die Fassade der selbstbewussten, engagierten Studentin aufrecht zu erhalten, was ihr immer weniger gelingt.

    Im Bezug auf die Depression ist der Roman äußerst gelungen. Plath wusste nur zu gut, worüber sie schreibt. Abgesehen davon, war mir der Aufbau teilweise etwas zu wirr. Esther gerät in manch seltsame Situation, die dann meines Erachtens einfach nicht richtig aufgelöst wird. Mehr als einmal hing ich etwas in der Luft und habe mich gefragt was denn nun genau los war. Auch, dass mehrfach das N-Wort zusammen mit rassistischen Figurenzeichnungen fällt hat mir nicht gefallen. Gegen die Figurenzeichnung kann man nun nichts tun aber in der 2020er Auflage hätte man zumindest das N-Wort entschärfen können. Dafür haben mir die Gedanken über die Doppelmoral im Bezug auf Mann und Frau, über Ehe und Sex ziemlich gut gefallen. Esthers Verzweiflung angesichts diverser Ungerechtigkeiten konnte ich allzu gut verstehen.

    Und ich wußte, trotz aller Rosen und Küsse und Essen im Restaurant, mit denen der Mann die Frau überschüttete, bevor er sie heiratete, war er insgeheim darauf aus, daß sie sich nach der Hochzeit unter seinen Füßen flach machte wie Mrs. Willards Küchenmatte.
    Seite 94

    Insgesamt war die Glasglocke für mich ein Buch mit Höhen und Tiefen. Es war teils sehr düster, manchmal aber auch erstaunlich witzig. Die größten Probleme hatte ich mit dem Aufbau, dafür gab es viele interessante Gedanken und auch wenn ich Esther oft nicht verstanden habe, war sie eine lebendige Figur, der ich gerne gefolgt bin. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich mir aber mehr von diesem Roman versprochen.

  7. Cover des Buches Mein Leben als Sonntagskind (ISBN: 9783959673198)
    Judith Visser

    Mein Leben als Sonntagskind

     (106)
    Aktuelle Rezension von: xshirleyx

    Über eine so sanfte und innige Freundschaft wie in "Mein Leben als Sonntagskind" von der Autorin Judith Visser, habe ich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gelesen. Die Hauptfigur Jasmijn Vink ist besonders einzigartig und nur ihre Hündin Senta scheint ihr immer beizustehen. Bereits als Vorschulkind sammelt Jasmijn die Erfahrung anders zu sein und leidet an öfteren Migräneanfällen, oder Panikattacken vor ihren Mitmenschen. Mit Fremden kann sie nicht sprechen und an Dingen, die sie nicht interessiert, verliert Jasmijn schnell ihre Geduld. Wäre da nicht die ständige Angst vor der Nähe zu Menschen und die Bewältigung von ungewohnten Situationen, hätte Jasmijn sogar beliebt sein können und würde von ihren Freunden geschätzt werden. Ein ganz normales Leben, das für sie unvorstellbar ist. Verzweifelt beginnt sie die Tagebuch Jasmijn zu erfinden und erlebt mithilfe von Elvis Presley und ihrer Hündin Senta ihre Träume. 

    Eine außergewöhnliche Geschichte über das Leben und Erwachsen werden eines Mädchens mit Asperger-Syndrom, welche im Gedächtnis und Herzen bleibt. Besonders in die Charaktere kann man sich schnell hineinversetzen und fühlt jede Emotion mit ihnen gemeinsam. Die Autorin schafft es gefühlvoll und achtsam Jasmijn als ein starkes Mädchen heranwachsen zu lassen und ihr zwar gelegentlich Steine in den Weg zu legen, aber diese sie immer wieder überwinden zu lassen. Der Schreibstil konnte mich fesseln und unterhalten. Ich hatte Spaß beim Lesen und würde das Buch jederzeit gerne erneut in die Hände nehmen und wieder lesen. 

    Die Handlung ist trotz des üppigen Buchumfangs überhaupt nicht langatmig, sondern vollgepackt mit  spannenden, schönen und traurigen Ereignissen. Sie beinhaltet Situationen mit Nachdenklichen Momenten für den Leser, sodass man vieles verstehen und somit auch insbesondere Mitfühlen kann. Das Cover finde ich perfekt gewählt und passt zu der Hauptprotagonistin Jasmijn. 

    Diese Geschichte ist unbedingt lesenswert und daher empfehle ich das Buch auch mit Begeisterung an jeden weiter!

  8. Cover des Buches Unorthodox (ISBN: 9783442770205)
    Deborah Feldman

    Unorthodox

     (228)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Dieses Buch ist schon mehrere Jahre ungelesen im Regal gestanden. Warum, weiß ich nicht mehr so genau. Was ich aber weiß, ist, dass es mich ziemlich wütend macht. Wütend auf die verbohrten, engstirnigen und fanatischen Vertreter des Glaubens und der Traditionen, die es hinnehmen, dass einzelne Personen (in diesem Fall der bzw. die Rabbi(s)), diktatorisch in das Leben einmischen. Dabei sind hier Männer wie Frauen, die die Regeln nicht hinterfragen und sich willenlos unterwerfen. Und falls der eine oder andere doch nachzudenken beginnt, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wird.  

    Dieses Buch handelt von der jungen Deborah, die bei ihren streng gläubigen Großeltern aufwächst. Warum, das erfährt der Leser im Laufe der Geschichte. Wir erhalten Einblick in den Alltag der orthodoxen chassidischen Juden, die selbst in der allgemeinen jüdischen Gesellschaft als Sekte gelten. So lehnen die Chassiden den Staat Israel ab, weil er zu säkular ist. Man muss nicht mit allem einverstanden sein, was in Israel passiert (vor allem nicht mit der Politik im Umgang mit den Palästinensern). Für sie ist das „Gelobte Land“ nicht Israel, sondern eine ferne, unerreichbare Vision. Ferner sieht man die Shoa als Strafe Gottes für begangene Sünden und nicht als Verbrechen des NS-Regimes. Diese Meinung ist Wasser auf die Mühlen der Nazis und Holocaust-Leugner! 

    Doch zurück zum Buch: Die junge Deborah wird, wie auch heute noch üblich, mit einem jungen Mann verheiratet. Beide haben keine Ahnung, was sie in der Hochzeitsnacht erwartet, weil es in dieser Gesellschaft nicht üblich ist, seine Kinder aufzuklären. Das Einzige, was sie eingetrichtert bekommen, sind die Regeln, wann die Frauen für die Männer tabu sind und wann sie fruchtbar sind und sich vermehren können. So ist die Hochzeitsnacht natürlich ein Desaster und Deborah wird dafür verantwortlich gemacht. 

    Auch der Alltag ist nicht so, wie sich Deborah das vorgestellt hat. Anstatt, wie versprochen Bücher (abseits von frommen Schriften) lesen zu dürfen, werden ihr alle weggenommen. Langsam beginnt Deborah aufzubegehren. Sie sucht Verbündete, doch die sind rar, denn selbst ihre beste Freundin aus Kindheit und Jugend, hat nach der Heirat eine Kehrtwendung vollzogen und bekommt ein Kind nach dem anderen. 

    Als Deborah selbst einen Sohn bekommt, ist es für sie an der Zeit sich aus der Unterdrückung zu befreien. 

    Meine Meinung: 

    Deborah Feldman führt uns bis an die Grenzen des Erträglichen, wenn sie von der strikten Unterwerfung unter die strengen Lebensgesetze erzählt, von Ausgrenzung, Armut, von der Unterdrückung der Frau, von ihrer Zwangsehe. Und von der alltäglichen Angst, bei Verbotenem entdeckt und bestraft zu werden. Sie erzählt, wie sie den beispiellosen Mut und die ungeheure Kraft zum Verlassen der Gemeinde findet – um ihrem Sohn ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Allein die Sitte, verheirateten Frauen die Kopfhaare, abzurasieren oder strengen Bekleidungsvorschriften haben in mir Zorn aufsteigen lassen. 

    Es wird ein unglaubliches Theater um die Periode der Frau gemacht, da sie in der Zeit und danach als unrein gilt. Anschließend muss ein Rabbi tagelang weiße Tücher kontrollieren, ob kein Blut mehr zu sehen ist. Auch der Besuch der Mikwe, das rituelle Bad, wird detailliert geschildert. Erst nach dieser Prozedur, von Badefrauen gewaschen zu werden, intim berührt zu werden und auch psychologisch unter Druck gesetzt zu werden, wenn sich noch keine Schwangerschaft eingestellt hat, sind die Frauen wieder „rein“ und für ihre Ehemänner „bereit“. Dies wird von der Autorin als Eingriff in ihre Integrität empfunden.  

    Diese ultraorthodoxen Juden leben in einer Parallelwelt. Doch das scheint in der Gesellschaft kaum bekannt zu sein. Denn wenn die Bezeichnung „Parallelwelt“ gebraucht wird, denkt jede(r) nur an Muslime, die ihre Frauen einsperren, in die Burka zwingen und das Lernen verbieten. In der chassidischen Welt passiert genau das. Es scheint, als würde diese Unterdrückung von Mädchen und Frauen von der Weltöffentlichkeit geduldet, um nicht des Antisemitismus verdächtigt zu werden.  

    Natürlich stellt die Gruppe der ultraorthodoxen Juden nicht die Mehrheit und es gibt viel hochgebildete Frauen, dennoch macht die hautnahe Schilderung des eingeschränkten Lebens wütend und betroffen. 

    Gut gefällt mir das Wortspiel mit dem Buchtitel. Als „unorthodox“ bezeichnet man lt. Duden das „Unkonventionelle“, das „Eigenwillige“ oder das „Ungewöhnlich“, während „orthodox“ die Bezeichnung für „strenggläubig“ bzw. für „starr“ oder „unnachgiebig“ und im übertragenen Sinn für rückständig gilt. 

    Fazit: 

    Ein wichtiges Buch, das aufwühlt, wütend mach und einen Einblick in eine völlig unbekannte Lebenswelt bietet. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

     

     

  9. Cover des Buches Die Asche meiner Mutter (ISBN: 9783442741007)
    Frank McCourt

    Die Asche meiner Mutter

     (869)
    Aktuelle Rezension von: Clarissa03

    1930 in New York geboren ,musste Frank McCourt vier Jahre später mit seinen Eltern und Geschwistern nach Limerick in Irland, weil sein Vater, wenn er Arbeit hatte, den ganzen Lohn vertrank.

    Was in New York wegen der Prohibition verboten war und heimlich in "Flüsterkneipen" vertrunken wurde, war in Irland legal und da der Vater so gut wie nie Geld nach Hause brachte, lebte die Familie in großer Armut, die man sich nicht vorstellen kann.

    Der kleine Frank, der der Älteste war, eine Schwester starb einige Wochen nach ihrer Geburt in Amerika und zwei weitere Brüder folgten ihr, nachdem sie in Irland waren, hatte noch drei Brüder.

    Ein intelligenter Junge, der sich durchschlug, trotz seiner schlimmen Augenentzündung und seinen Weg zurück nach New York machte.

    Seine Kindheit hat Frank McCourt interessant beschrieben und mir ist beim Lesen dieses Buches bewusst geworden, wie gut doch meine eigene Kindheit gelaufen ist.


  10. Cover des Buches Schloss aus Glas (Filmausgabe) (ISBN: 9783453359680)
    Jeannette Walls

    Schloss aus Glas (Filmausgabe)

     (528)
    Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-Lesen

    Die guten Rezensionen zu Jeannette Walls‘ Schloss aus Glas kann ich nur der Tatsache zuschreiben, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, was natürlich immer einen gewissen Reiz ausübt.

    Genauer gesagt, handelt es sich um ihre eigene unkonventionelle Vergangenheit. Was immer wieder als Abenteuer dargestellt wird, macht mich zusehends fassungslos. Als Mutter zweier kleiner Kinder kann ich Walls‘ Eltern nicht verstehen. Für mich ist das eher Zeugnis einer zunehmenden Vernachlässigung als eine Abenteuergeschichte. Die teilweise verklärt romantisierte Sichtweise auf die Kindheit und die Eltern kann ich kaum nachvollziehen.

    Die Geschehnisse werden chronologisch als einzelne Episoden aneinandergereiht. Hier sehe ich eine große Schwäche des Buchs. Es kommt selten Spannung auf. Die Kapitel plätschern so vor sich hin und weisen Längen auf.

    Eine zweite große Schwäche sehe ich in der Nüchternheit, zum Teil gar Teilnahmslosigkeit mit der die teils dramatischen Ereignisse, wie Missbrauch, Hunger etc. geschildert und scheinbar hingenommen werden. Hier fehlt mir definitiv der Tiefgang.

    Insgesamt ist der Roman kein literarisches Glanzstück. Die Sprache ist einfach, teilweise, als wäre es von der jungen Jeanette Walls damals selbst geschrieben. Von einer langjährigen Journalistin hätte ich mir gerade da etwas mehr erwartet.

    Die Geschichte an sich ist durchaus interessant, zumal man sich solche Zustände schwer vorstellen kann, aber literarisch finde ich das Buch viel zu schwach.

  11. Cover des Buches Maria, ihm schmeckt's nicht! (ISBN: 9783548283388)
    Jan Weiler

    Maria, ihm schmeckt's nicht!

     (1.136)
    Aktuelle Rezension von: MoniqueH

    Jan Weiler schreibt Geschichten die teils basiert sind auf sein eigenes Leben. Dieses Buch beschreibt den Anfangsjahren in seine Beziehung, später Hochzeit und die ersten Lebensjahre. Wichtig ist dabei das er eine Frau geheiratet hat die eine italienische Vater hat. Vieles in dieses Buch dreht um den Vater. Der ist originell und sich selbst. Jeder muss sich ihm anpassen ob er will oder nicht es passiert einfach. Jan kommt dadurch in viele komisch und unmögliche Situationen und erzählt es so als ob man selbst daneben sitzt.

    Lachen vorprogrammiert.

  12. Cover des Buches Atemschaukel (ISBN: 9783596512034)
    Herta Müller

    Atemschaukel

     (261)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Eindringlich, wortgewaltig und unprätentiös schildert Herta Müller die Geschichte eines Rumäniendeutschen und dessen Schicksal in einem russischen Gefangenenlager nach dem zweiten Weltkrieg. Die Erzählung lehnt sich an die eigenen Erfahrungen von Oskar Pastior, einem Lyriker und Übersetzter aus Siebenbürgen.


    Der Alltag in den Arbeitslagern ist von Mangel, Entbehrung und Grausamkeit durchsetzt. Trotzdem findet die Autorin eine Sprache, die weder anklagend noch schuldzuweisend ist, sondern sachlich und mit grosser Intensität das Los und die ganze Hoffnungslosigkeit dieser Menschen beschreibt. Dieses verdaut man als Leser nur stückweise und die unmenschlichen Zustände lassen einem sprachlos zurück.


    Eine beklemmende Lektüre einer grossen Schriftstellerin. Herta Müller wurde 2009 der Literaturnobelpreis verliehen.

  13. Cover des Buches Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen (ISBN: 9783498064938)
    Jennifer Teege

    Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen

     (125)
    Aktuelle Rezension von: Frollein_Annika

    Vor fast sechs Jahren war ich auf der Lesung zu diesem Buch. 

    Jennifer Teege gehört zu der Sorte Frau, nach der man sich zwangsläufig umschaut (auch als Frau) und die Erinnerung bleibt. Und dieser Abend, an dem sie uns ihre Geschichte und damit ihr Buch vorgestellt hat, sind mir bis heute in Erinnerung geblieben.

    Warum lag das Buch so lange ungelesen im Regal? Weil ich Angst vor dem Inhalt hatte, vor all dem grausamen Details. All das, was die Autorin während der Lesung bereits verraten hat, war entsetzlich und Teil ihrer (und auch unserer) Geschichte. 

    Während des Lesens musste ich immer wieder Pausen einlegen, nachdenken und das Gelesene sacken lassen. Nachts habe ich davon geträumt, schreckliche Bilder im Kopf gehabt, mich gefragt, was wäre, wenn das meine Geschichte wäre?

    Selten hat mich ein Buch so nachhaltig berührt und schier fassungslos hinterlassen. Ich kann den Inhalt nur schwer zusammengefasst wiedergeben und möchte diesen schon gar nicht bewerten (die Bewertung gilt allein dem Aufbau und dem Schreibstil!). 

    Nur soviel: 

    Mein Großvater war ein Psychopath, ein Sadist. Er verkörpert all das, was ich ablehne: Was muss das für ein Mensch sein, dem es Freude macht, andere Menschen zu quälen und zu töten?
  14. Cover des Buches Das Lächeln der Leere (ISBN: 9783570309261)
    Anna S. Höpfner

    Das Lächeln der Leere

     (71)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Worum geht es?
    Mit gerade einmal 14 Jahren weist sich Anna in eine Klinik für Essstörungen ein. Nicht, weil sie das will. Eher aus Angst davor, in einem städtischen Klinikum zu landen und dort diese grauenhaften Kalorienshakes trinken zu müssen. Nicht einmal mehr 40 Kilo bringt das junge Mädchen auf die Waage und empfindet sich dennoch noch immer als viel zu dick. Ihr Leben ist ein ständiger Kampf zwischen dem Wunsch endlich wieder gesund zu sein, das intuitive Kalorienzählen endlich abzustellen und der Hoffnung, noch mehr abnehmen zu können.
    Eindrucksvoll beschreibt die Autorin in ihrem autobiografischen Roman den steinigen Weg aus der Magersucht heraus. Zusammen mit anderen Leidensgenossinnen bestreiten sie so nicht nur den harten Klinikalltag, sondern bieten Ana (umgangssprachliche Bezeichnung für Anorexia nervosa) die Stirn. Doch wird Anna je wieder gesund sein?

    Fazit
    Die noch sehr junge Autorin verfügt über eine wahnsinnige Wortgewalt. Ich als Leser musste immer wieder staunen, dass Höpfner dieses Buch in einem zarten Alter von gerade einmal 15 Jahren zu Papier gebracht hat. Trotz der sehr anspruchsvollen Zeilen, sind ihre Worte für jedermann verständlich.
    Das Buch teilt sich in die verschiedenen Wochen des Klinikaufenthalts. Woche für Woche fiebert man mit und hofft, dass Anna wenigstens ein paar Gramm zugenommen hat, damit endlich gemeinsam mit ihren Zimmergenossinnen essen darf, ...
    Da der heutige Markt überflutet scheint von Büchern, die sich um das Thema Essstörung drehen, rümpfte auch ich anfangs ein wenig die Nase. Meist wird dabei aber der Weg in die Krankheit Magersucht erzählt. Deshalb war es hier viel spannender, Anna beim gesund werden zuzuschauen. Meiner Meinung nach baut sich direkt eine Beziehung zwischen Leser und Autor auf.
    Leider aber war mir die Geschichte dann doch etwas zu knapp gehalten, beziehungsweise nicht trefflich genug. Zeitweise schien es, als sei der Kampf gegen Ana einem Sonntagsspaziergang gleichzusetzen. Schade..
    Trotzdem absolut lesenswert!

  15. Cover des Buches Wie ich dank Shakespeare in Verona die große Liebe fand (ISBN: 9783462051148)
    Glenn Dixon

    Wie ich dank Shakespeare in Verona die große Liebe fand

     (70)
    Aktuelle Rezension von: Mogul

    In Verona soll ja Romeo und Julia vor langer Zeit mal in echt stattgefunden haben. Laut dem Buch ist die Stadt darum beinahe ein Pilgerort für die Verliebten dieser Welt. Und wer nicht persönlich vorbeigehen kann, der kann einen Brief an Julia schreiben. Der Club der Julias sind ein paar Menschen, die es sich zu Aufgabe gemacht haben, all diese Briefe zu beantworten, die in guter Absicht von der ganzen Welt nach Verona geschickt werden. Eine Herculesaufgabe, der sich auch unser Protagonist Glenn anschließt, seines Zeichens Lehrer an einer kanadischen Highschool, wo er jährlich Shakespeares Romeo und Julia durchnehmen muss. Ach, und er hat auch ein gebrochenes Herz.

    Jedenfalls ist diese leichte Lektüre  eine wunderbare Lovestory angesiedelt in einer wunderschönen Stadt. Mehr kann man nicht sagen, einfach lesen und entspannen.


    Fazit: Lesen und entspannen.

  16. Cover des Buches Gesamtausgabe (ISBN: 9783596905911)
    Anne Frank

    Gesamtausgabe

     (2.387)
    Aktuelle Rezension von: Papiertiger17

    Der historischen Zusammenhänge und der immensen Bedeutung dieses Zeitdokumentes bewusst, trafen mich die Lebensfreude und die teils sehr unterhaltsamen Anekdoten der jungen Autorin doch unvorbereitet. So überrascht, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Das Tagebuch der Anne Frank gewährt ein fesselndes Eintauchen in ihre Gedanken- und Gefühlswelt und lässt einem ganz beiläufig erfahren, wie es ist, von einem deutschen Unrechtsstaats das eigene Daseinsrecht abgesprochen zu bekommen. Es ist unfassbar, dass die Deutschen damals ihre ethnischen Säuberungen sogar im Radio angekündigt haben. Und alle haben gewusst, was mit jenen passiert, die weggeholt und abtransportiert wurden. Alle haben es gewusst!

  17. Cover des Buches Fünf Wörter für Glück (ISBN: 9783499000799)
    Ella Dove

    Fünf Wörter für Glück

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Kallisto92

    Das Buch, " Fünf Wörter für Glück", von der Autorin Ella Dove, handelt von Heidi. Durch einen Unfall ändert sich ihr Leben plötzlich. Ihre Träume werden zum Drahtseilakt, muss sie diese begraben? In der Reha trifft Heidi auf Maud. Maud ist 80 Jahre alt. Sie versucht mit ihrer Art und Lebensfreude Heidi aus ihrem Schneckenhaus zu locken. Auch ihr Enkel Jack hat einen Plan entwickelt , damit Heidi ihre Lebensfreude wiederfindet. Wie wird sich Heidi ihr Leben  verändern und wird Jack auch in Zukunft darin eine Rolle spielen?

    Das Buch ist in Kapiteln und in vier Teilen unterteilt. Der letzte Teil heißt " Ein Jahr später". Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive aus Heidi´s Sicht geschrieben.

    Mein Fazit:

    Der Schreistil ist sehr anschaulich und flüssig geschrieben. Sehr gut gefielen mir die ausführlich beschriebenen Charaktere. Ich konnte mich sehr gut in Heidi hineinversetzen und hätte gern mehr über ihre Zukunft erfahren. Auch den Hintergrund zu der Story mit dem Autorinneninterview  , wo Elle Dove ihre eigenen Erfahrungen zu Papier brachte, fand ich super und sehr emotional.

  18. Cover des Buches Ich bin dann mal weg (ISBN: 9783492307116)
    Hape Kerkeling

    Ich bin dann mal weg

     (4.049)
    Aktuelle Rezension von: MarionS

    Ich habe die Reise mir Hape Kerkeling total genossen! Sehr zu Empfehlen. 

  19. Cover des Buches 84, Charing Cross Road (ISBN: 9783455650747)
    Helene Hanff

    84, Charing Cross Road

     (289)
    Aktuelle Rezension von: books_games_and_more

    Dieser Briefroman ist etwas ganz besonderes. Er beginnt als Geschäftskorrespondenz, als schlichte Bücherbestellung. Doch über die Jahre hinweg bekommen die Briefe der Amerikanerin Helen immer mehr Persönlichkeit. So regt sie sich über ein Protagonisten, aus einem Buch auf oder schwärmt von einer wunderbaren in Leinen gebunden Ausgabe. Sie findet in dem Angestellten Frank, des Londoner Buchgeschäftes, einen Freund. Er teilt die Liebe zu Büchern mit ihr, doch im laufe der Zeit fließt auch immer mal etwas privates in die Briefe mit ein. So schreibt sie in den rund zwanzig Jahren mit Frank, seiner Frau dessen Tochter, zwei anderen Angestellten und noch einigen mehr.

    Helene spart regelmäßig darauf hin den Ozean zu überqueren um alle, mit denen sie Freundschaft geschlossen hat, zu besuchen. Doch wird sie es schaffen?


    Ehrlich gesagt, waren Briefromane nie so etwas, was mich gereizt hat. Ich kann auch nicht sagen warum. Doch diesmal ist es etwas anders, da mir der Intellekt von einigen Briefen gefallen hat. Die offene, teilweise im ersten Moment platte Art, hat mich fasziniert. Doch mit der Zeit und den gelesenen Briefen, hat man die Menschen immer besser verstanden. Helene hat einen ganz eigenen Humor, z.B. erzählte sie Frank, dass sie für TV-Serien schreibt und gerne über den Buchladen schreiben würde und er sich aussuchen dürfte, ob er lieber der Mörder oder die Leiche seien wolle.

    In einem der Brief sagte Helene Hanff auch mal, dass sie sich nicht für Dinge interessieren kann, die Leuten die nie lebten, auch nicht zugestoßen sei. Mir ist es nie sehr schwer gefallen mich in andere Bücherwelten hineinzuversetzen. Ich schrecke eher vor Biografien und Memoiren zurück. Doch irgendwie hat mich dieses Buch angespornt, es doch mal mit solchen Büchern zu versuchen.


    Somit gebt mir doch bitte ein paar Tipps bezüglich anderer Briefromane,Biografien/Memoiren ?



    Einige Eigenarten von Helene Hanff, im Umgang mit ihren Büchern, fand ich auch sehr interessant, sodass ich sie hier nicht unerwähnt lassen will. So kommt es ihr bei Büchern vor allem auf die Haptik und das Aussehen an, sowie eine gute Übersetzung. Darüber kann sie sich sehr enthusiastisch äußern, was ich echt nachvollziehen kann. Ich sag nur Bibliophilie!  

    Was ich auch schon von anderen gehört habe ist, dass sie Bücher erst lesen und dann kaufen. Sie leihen sich die Bücher in der Bibliothek aus und wenn sie ihnen gefallen besorgen sie sich eine eigene schöne Ausgabe. Das macht auch Helene so, sie kann ein bestimmtes Buch erst zurück bringen, wenn sie ein eigenes Exemplar daheim hat. Sie ließt ihre Bücher mehrfach und kann Leute nicht Verstehen, die einfach nur die neusten Bücher kaufen, um diese dann ins Regal zu stellen und meistens sie überhaupt nur einmal gelesen zuhaben.

    Bei ihr wird zum Frühjahrsputz auch das Bücherregal ausgemistet. Alles was sie nicht nochmal lesen wird, kommt weg.  Was Helene auch besonders gerne hat, sind alte Bücher wo schon der Vorbesitzer sich durch Randnotizen verewigt hat. Oder die Bücher an den Stellen aufschlagen wo sie viel gelesen wurden. Ich finde das bei alten Hardcover Büchern auch cool, doch bei Taschenbüchern ist es doch ziemlich unangenehm.


    Wie steht ihr zu Helenes Umgang mit ihren Büchern und wie geht ihr damit um?



    Fazit:

    Es gibt ein sehr Informatives Nachwort. Dort wird unter anderem Berichtet, dass der Briefroman so gut angekommen ist, dass er gleich verfilmt wurde. Den gibt es aber nur auf englisch. Ich finde, dass ist mal eine Lektüre, der sich jeder Bibliophile zulegen sollte.


  20. Cover des Buches Stadtnomaden (ISBN: 9783710900594)
    Christina Horsten und Felix Zeltner

    Stadtnomaden

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Das Buch ist ein echter Augenoeffner ueber die Privilegien, aber auch die Beschränkungen, mit denen Leute aus sehr wohlhabenden Familien und Bestverdiener leben. Mir hat es eine neue Wertschätzung fuer mein Leben in dieser Stadt vermittelt, das sich seit fast zehn Jahren in einem Zimmer in einem nicht gentrifizierten Stadtteil abspielt. Beruftstaetige in normalen Jobs leben hier auch ueber 40 noch mit Mitbewohnern. Wir koennen den Glamour haben, wenn wir ihn suchen oder reiche Freunde in Manhattan haben - aber unsere taegliche Welt ist so viel mehr das echte New York. Das Bild, das hier vermittelt wird, kann nur realistisch finden, wer die Stadt nicht kennt. Ungefähr so, wie Carrie Bradshaw in ihrem Apartment von einem Text pro Woche leben konnte. Die beiden Autoren finden so vieles was ich taeglich erlebe, neu und aufregend, weil sie aus einer sehr behüteten Welt kommen, in der ein verletzter Fuss eine Katastrophe, eine einzelne Kakerlake eine echte Nachricht und selbst gemachter Umzugsstress von einem 4000 Dollar Loft ins naechste atemberaubend verrueckte Wochen bedeuten. Ein bisschen wie Burning Man, wo Reiche physische Entbehrungen kuenstlich schaffen, um ihr Erleben zu steigern. Mit Leuten die nicht weiss sind wird (meist oberflaechlich) geredet, aber man merkt vor allem, dass die Autoren bislang nicht wirklich schwarze Freunde hatten. An manchen Stellen schwingen schon unangenehm Vorurteile mit - kann man wegen eines Fahrraddiebstahls in Harlem wirklich schreiben, es sei vielleicht von Anfang an keine gute Idee gewesen, die Räder “hierher” mitzubringen? In Bushwick passiert das genauso oft, man wuerde es aber nicht auf das Viertel generalisieren. Und den New Yorker, dem in Harlem heute noch “mulmig” wird, wie die beiden behaupten, sollen sie mir mal zeigen. Zitate wie “frueher war es dreckig, heute wirds immer weisser” oder “Gegend ist italienisch gepraegt, Mafiamethoden daher ueblich” von Leuten werden nicht kritisch eingeordnet. 


    Insgesamt zeigt es, dass Menschen sehr gebildet und klug sein koennen - wenn sie zu behuetet aufwachsen und sich anschließend nur in Weissen-Ghettos bewegen, ist ein Luxus-Szenenwechsel wie dieser tatsächlich eine Offenbarung. Sich auf die realistischen New Yorker Wohnverhaeltnisse und wirklich nicht gentrifizierte Stadtteile einzulassen, waere, zumal mit Kind, da eine Ueberforderung die zu weit ginge. Das ist total verständlich. Es fuehrt aber fuer Menschen die hier leben, auch zu viel unfreiwilliger Komik. Dass deutsche Rezensenten das Ganze als mutiges Abenteuer wahrnehmen, zeigt in erster Linie, dass sie sich New York so vorstellen: Weisse in teuren Wohnungen. Und dass sie selber in einem verdammt reichen Land leben, wo so ein Dauerunziehen von einer Luxusbutze in die naechste wirklich disruptive waere. Dazu kann man uns nur beglückwünschen, auch wenn wir dadurch ein kleines Brett vor der Optik haben und uns trotzdem mega weltoffen finden. Trotzdem habe ich was aus dem Buch fuer mich gelernt, werde in Zukunft mit etwas weniger Neid auf die Bestverdiener gucken und blicke mit frischem Blick auf meine komplexe, schoene, nur gelegentlich glamouröse New-York-Welt.

  21. Cover des Buches The Great Gatsby (ISBN: 9783192929588)
    F. Scott Fitzgerald

    The Great Gatsby

     (402)
    Aktuelle Rezension von: Vorleser2

    Vor allem der Beginn des Buches gefiel mir sehr gut. Der Protagonist Nick hat zu Beginn sehr wenig Charakter und ich habe bestimmt 60 Seiten gebraucht, um mir überhaupt seinen Namen zu merken - ich vermute jedoch, dass dies gar gewollt ist, denn es dauert einige Zeit, bis man überhaupt seinen Namen erfährt und auch von Gatsby selbst wird er kein mal mit seinem richtigen Namen angesprochen. Der Roman sprüht vor Elan, Leichtigkeit und Witz. Eine meiner Lieblingsszenen ist die erste Begegnung von Nick und Gatsby. 

    Nach der Hälfte des Romans hat sich jedoch mein Leseerlebnis abrupt geändert. War ich davor noch so begeistert, gab es ein ganzes Kapitel, was für mich ein reiner Lückenfüller war. Es geht mir nicht darum, dass sich in jedem Kapitel die Ereignisse überschlagen müssen. Für mich war es jedoch zu offensichtlich, dass das Kapitel schlicht als Lückenfüller diente — weder der Charakter Nicks wurde weiterentwickelt, noch wurde etwas über Gatsby´s Beziehung zu Daisy offenbart.  

    Die ganze Rezension findet ihr unter: http://dievorleser.blogspot.com/2021/01/f-scott-fitzgerald-great-gatsby.html 

  22. Cover des Buches Mein Leben (ISBN: 9783570551868)
    Marcel Reich-Ranicki

    Mein Leben

     (243)
    Aktuelle Rezension von: Stephan_Belka

    Der Meister der Literaturkritik!
    Dieses Buch nehme ich gerne an!!!

  23. Cover des Buches Die Leiden des jungen Werthers (ISBN: 9783150192351)
    Johann Wolfgang von Goethe

    Die Leiden des jungen Werthers

     (1.596)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Dieser 1774 erschienene Briefroman von Johann Wolfgang Goethe gilt als eines der wichtigsten Werke des Sturm und Drang. Die Handlung gilt als autobiografisch und wird von einem auktorialen, fiktiven Herausgeber erzählt. Die lebenslange Naturerforschung des Dichters fliessen im Roman ebenso ein wie seine Abneigung gegen bürgerliche Zwänge und Regeln. Die Beschreibung der hohen Empfindsamkeit des jungen Werther mit all seinen Ausprägungen wie Melancholie, Liebeskummer, Realitätsverlust und schliesslich seiner Neigung zum Suizid, war ein Novum zu dieser Zeit. Die narzisstische Art und die überaus emotional aufgeladenen Reden muten heute teilweise sehr kitschig an. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts begeisterten sie jedoch viele Leser, was unter anderem zum Werther-Effekt führte und viele junge Männer zur Nachahmung veranlasste.


    Es handelt sich um ein bedeutendes Werk der deutschen Literatur, das zu lesen sich lohnt.

  24. Cover des Buches Sei schlau, stell dich dumm (ISBN: 9783404606696)
    Daniela Katzenberger

    Sei schlau, stell dich dumm

     (314)
    Aktuelle Rezension von: Yoyomaus

    Zum Inhalt:

    Der Spiegel spricht von der "blondesten Medienkarriere des Jahres", für die Bunte ist sie Deutschlands neues Phänomen. Wer ist diese Frau, die rundum für Aufsehen sorgt? Wasserstoffblondierte Kunsthaarmähne, cappuccinofarbene Studiobräune
    und Doppel-D-Silikon-Busen. An "der Katze" scheint wenig echt zu sein, trotzdem kommt sie bestechend authentisch und ehrlich rüber. Ihre Sprüche sind legendär und wenn sie redet, trägt sie das Herz auf der Zunge. Offenherzig und unbeschwert
     wandelt die Katze durchs Leben - kaum zu glauben, dass in ihrem Leben schon viel Mist passiert ist. Davon erzählt sie hier zum ersten Mal. Und davon, wie sie es trotzdem geschafft hat, die zu werden, die sie ist.


    Cover:

    Das Cover finde ich sehr passend, denn es zeigt wie bei allen Büchern der „Katze“ sie höchst selbst und ich finde es gut, dass sie von Anfang an ihrem Schema treu geblieben ist. Der Titel jedoch ist in meinen Augen sehr unpassend zum Inhalt, denn effektiv geht es eher weniger um das dumm stellen, sondern ist eher eine Biografie der Katze und eine Analyse, wie sie zu dem geworden ist, was sie jetzt eben ist. Etwas verwirrend, aber okay, sicher auch Geschmackssache.


    Eigener Eindruck:

    Daniela Katzenberger, Kultblondine und bekannt geworden durch ihr freches Mundwerk sowie ihre tätowierten Augenbrauen, für die sie sich heute auch noch ein bisschen schämt, die aber eine Zeit lang ihr absolutes Markenzeichen waren. Ein Name und mittlerweile eine Marke. Doch wer ist die Blondine überhaupt und wie ist sie zu der geworden, die sie nun ist? In dieser biografieähnlichen Betrachtung schreibt die Blondine darüber, wie sie aufgewachsen ist, was sie geprägt hat und nimmt sich dabei auch selbst ordentlich mit auf die Schippe, so wie wir es aus diversen Fernsehshows gewöhnt sind. Dass der Weg zum Promi nicht immer einfach war und dass sie oft auch missverstanden wird, das zeigt die Blondine in diesem Buch sehr anschaulich auf. 


    In ihrem ersten Buch beschreibt die Kultblondine Daniela Katzenberger was ihr Leben bis jetzt geprägt hat und warum sie so geworden ist, wie sie eben ist. Da gibt es Einblicke in ihr doch recht einfaches Leben als Kind, da wird ohne Pardon über die Männer ihrer Mutter gesprochen, es wird ausgewertet, wie arm sie gelebt haben und dass sie trotzdem eine schöne Kindheit hatte, auch wenn die vielleicht anders gewesen ist, als man sich das bei so manch wohl behütetem Kind vorstellt. Es wird berichtet, wie sie in der Kneipe ihrer Mutter Hausaufgaben machte, wie sie mit ausgeholfen hat, wie es war ihren ersten Freund zu haben und wie es mit ihren Geschwistern war, wenn sie sich mal lieb und weniger lieb hatten. Es wird berichtet, was sie sich damals dabei dachte, als sie sich für die Bild beworben hat oder für diverse TV-Shows und wie es für sie war, als sie endlich für diverse Fernsehsendungen entdeckt wurde. Dass das nicht immer einfach war und dass sie durch die Arbeit vor und hinter der Kamera viele neue Freunde gefunden hat. Das ist alles wirklich interessant und macht Spaß, wenn man es liest. Vor allem, weil die Daniela so schreibt, wie sie auch im Fernsehen quatscht. Also an sich sehr authentisch und wirklich gut gemacht. Aber was an dem Buch doch ein bisschen nervt ist die Tatsache, dass es sich bei vielen Kapitel immer ums Geld dreht und dabei vor allem ihre Mutter scheinbar immer schlecht davon kommt, weil sie als geizig und geldgierig hingestellt wird. Bisweilen sogar wie eine Rabenmutter wirkt. Man muss schon öfter einmal Mitleid mit der Daniela haben. Auch weniger toll fand ich dann zum Schluss die Interviews, wo ihr Medienteam zu Wort kommt. Das kann man mal gelesen haben, war mir aber dann doch zu viel Baupinselei. Dass dann zum Schluss noch so eine Art Quiz kommt, so a la: Wie viel Katze steckt in dir? Nun, das schlug dem Fass dann echt den Boden aus und fand ich wirklich mehr als übertreiben. Überblättert man also die Seiten zum Schluss geflissentlich, bekommt man eine ganz unterhaltsame Biografie. Man sollte aber eben nicht zu viel erwarten, es ist mal eine nette Lektüre für zwischendrin, das war es dann aber auch.


    Fazit:

    3 von 5 Sterne


    Daten:

    ISBN:9783404606696

    Sprache:Deutsch

    Ausgabe:Flexibler Einband

    Umfang:256 Seiten

    Verlag:Bastei Lübbe

    Erscheinungsdatum:14.10.2011

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