Bücher mit dem Tag "azteken"
23 Bücher
- Jorge De la Piscina
Die Blutfinca (Marc Renner 1)
(42)Aktuelle Rezension von: xotilMeinung
Der Autor hat hier einen recht bildlichen Schreibstil durch diese Beschreibung ist der Krimi nichts für schwache Gemüter.
Hier wird Fantasy, Grusel, Mystery und Krimi geboten ein bunter Lesemix.
In der Story erfährt man auch einiges über Azteken durch die Rückblicke.
Leider kann das Buch die Spannung nicht komplett halten immer wieder sackt die Story ab , aber das potenzial nach oben ist auf jeden Fall da.
Band 2 ist bereits erschienen.
Danke an den Autor und LB für den Gewinn.
- Gary Jennings
Der Azteke
(49)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchDer Autor Gary Jennings schildert in diesem Roman Aufstieg, Blüte und Untergang des Aztekenreiches. Sein Ich-Erzähler Mixtli steht als Berater, Krieger und Adliger der jeweiligen Herrscher des Aztekenreiches stets im Brennpunkt des Geschehens. Hierbei erfährt der Leser unglaublich viel über die Mythen, Religionen sowie das Regierungssystem der damaligen Zeit sowie über die Ankunft der spanischen Eroberer. Dieses Buch ist voll mit einer Fülle historischer Details über das Leben der Azteken und beschwört ein eindringliches, authentisches Bild dieses Epoche herauf. Die Geschichte selbst ist fesselnd und spannend zu lesen, allerdings von einer nahezu unerträgliche Fülle an grausamen Begebenheiten. So übergibt sich der Ich-Erzähler Mixtli einmal auf einer verstümmelten Frau, von der sich später herausstellt, dass sie eine einstige Geliebte und nahe Verwandte von ihm gewesen ist. Es kommen auch zahlreiche Opferungen vor, wie beispielsweise die Opferung der einzigen Tochter des Ich-Erzählers, die auf eine besonders blutrünstige Weise ihr Leben lässt. Ich bin sicher, dass dieses Buch vielen Lesern gefallen wird, da es historisch nahezu einmalig recherchiert ist und dabei sehr spannend zu lesen ist. Einmaliges Buch.
Durch das Land der Azteken: Berichte deutscher Reisender des 19. Jahrhunderts aus Mexiko und Guatemala
(0)Noch keine Rezension vorhanden- Clive Cussler
Die Kuba-Verschwörung
(16)Aktuelle Rezension von: TanteGhostEine menschengemachte Umweltkatastrophe, skrupellose Machtbesessenheit und Geschäfte mit einem hochgradig gefährlichen Partner. – Dirk Pitt hat wieder gut zu tun.
Inhalt: Im Meer tauchen vermehrt Todeszonen auf, denen die NUMA auf den Grund gehen soll. Dirk Pitt und Kollegen machen sich auf den Weg, um die Ursache für diese Erscheinungen zu finden.
Bei ihren Untersuchungen rütteln sie eine nicht legale unterseeische Grabung wach, die am Ende ihr Geheimnis waren wollen und ihren Gewinn dabei zu maximieren gedenken.
Die Geschwister Pitt Junior sind auf einer eigenen Mission unterwegs, welche sie einen sagenhaften Stein ausgraben lässt, der aber auch wieder nur geldgierige Haie auf den Plan ruft. Noch ehe sie auch nur ansatzweise irgendwas an dem Stein entziffern oder forschen können, wird er ihnen auch schon wieder entwendet und die Geschwister geraten mal wieder in einen Kampf auf Leben und Tod.
Fazit: Schon das Cover ist actiongeladen und spiegelt genau das wieder, um was es hier in diesem Buch geht. Mal wieder Gut gegen Böse. In Form von einem Umweltsünder und der NUMA, die die Katastrophe verhindern will.
Dirk Pitt ist mal wieder in Höchstform. Schon am Anfang kann er ein Taucherteam aus einer aussichtslosen Situation retten und somit verhindern, dass es zu Todesopfern kommt. Aber geklärt ist die Sache in keinem Fall, denn der Verdacht einer Sabotage liegt sehr nah.
Die Handlung spielt zu der Zeit, als Castro verstorben ist und Kuba mal wieder das Ziel hatte, moderner und aufgeschlossener zu werden. Dabei ist in einer harmlos wirkenden Handlung die Korruption mehr als offensichtlich. - Fast könnte man glauben, dass es ganz genau so gelaufen ist.
Die Handlung hat mich von Anfang an gut in den Bann gezogen. Ganz besonders fand ich hier den Part der Geschwister Pitt, welche durch Zufall archäologische Ausgrabungen getätigt haben, die am Ende dann mit dem Fall ihres Vaters zusammenhängen sollten. Und das nur, weil ein Möchtegernmachthaber auf nichts weiter als Macht und Geld aus war.
Die Situation in Kuba wurde jetzt nicht bis ins kleinste Detail beschrieben, aber trotzdem konnte ich mir von dem Leben und der Unterdrückung in diesem Land ein gutes Bild machen. Weniger hilfreich waren hier die ganzen spanischen Namen. Da hatte ich mit meiner Namensschwäche absolut keine Chance, auch nur ansatzweise wirklich hinterherzukommen. - Allerdings hat dieser Umstand der Story keinen Abbruch getan. Die war so oder so fesselnd und hat einfach nur von ihrer Handlung und den Gedankengängen des Ganoven gelebt.
Zum Teil hatte ich ein wirklich skrupelloses Kopfkino vor meinem geistigen Auge. Manche Gedankengänge waren einfach nur rücksichtslos as fuck und ich konnte nicht anders, als einfach nur den Kopf schütteln. – Das sich die auserkorenen Opfer da wehren, war ja mal mehr als logisch.
Die Tochter von Dirk Pitt war gerade zum hin ein wenig wehleidig. Die Show, die sie bei ihrer Rettung abgezogen hat, hat nicht wirklich zu ihrer sonst so harten Art gepasst, aber das war dann auch schon einzige Punkt, der mich an diesem ganzen Buch gestört hat.
Ich habe Rezensionen gefunden, die hier gesagt haben, dass die Autoren einen Durchhänger hatten. Allerdings kann ich diese Meinung absolut nicht nachvollziehen. – Diese Handlung hier hat durch ihre Fakten und Ereignisse gelebt. Es brauchte keine ellenlangen und komplizierten Fachbegriffe der Schiffkskunde. Die wissenschaftlichen Zusammenhänge waren zwar mit Fachbegriffen, aber doch verständlich erklärt, sodass ich als Leie da super mitgekommen bin und das Gefahrenpotential erkannt habe. – Von so etwas lebt doch eine gute Story. Da braucht es kein großes Tamtam.
Ich habe alles flüssig und schnell lesen können. Ich war an die Handlung förmlich gefesselt und konnte während der Lektüre wirklich wunderbar von meinem aktuellen Alltag abschalten und die Welt um mich herum vergessen. – Alles genau das, was ein gutes Buch ausmacht.
Ich kann dieses Buch an alle empfehlen, die auf Umweltthriller stehen. Dabei ist nicht einmal eine chronologische Reihenfolge wichtig, da man die Bücher dieser Reihe auch sehr gut einzeln lesen kann. Sie sind in sich geschlossen und behandeln jedes einen anderen Einsatz.
- Hans Peter Duerr
Der Mythos vom Zivilisationsprozeß
(2)Aktuelle Rezension von: Admiral"Arschloch", "unzivilisiert", "Brüste entblößen", "völlig unzutreffend", "primitive Horden", "noch absurder", "man müsste sich sehr wundern, daß unsere Spezies zu jener Zeit nicht ausgestorben ist". Huihuihui. Hier wird echt kein Blatt vor den Mund genommen. Die Seitenangaben zu den Zitaten sind in entsprechender Reigenfolge: 11, 11, 17, 17, 22, 23, 23. Zugegeben, das sind sehr selektive und willkürliche Zitate, doch geben sie evtl. wider, warum ich große Augen machen musste, als ich die Einleitung unter dem ebenfalls sehr bezeichnenden Titel "Paradigm Lost" las. Bis zum Ende konnte ich das Buch echt nicht einschätzen. Denn die Einleitung vermittelt etwas das Bild eines modernen Sallust, der hier empört über die Dekadenz der Moderne herzieht und bewusst den Begriff "Moderne" in Anführungszeichen setzt.
Denn mit diesem Buch "Der erotische Leib. Der Mythos vom Zivilisationsprozess" (1997) will der Autor Hans Peter Duerr eine der großen soziologischen Thesen zerschmettern. Der deutsche Soziologe Norbert Elias hat nämlich in seinem Werk "Über den Prozeß der Zivilisation" auf der Affekttheorie von Sigmund Freud aufbauend eine Theorie aufgebaut, nach der wir heute "modern" und "zivilisiert" seien, weil wir es als Kultur (?) schafften, unsere triebe zu unterdrücken (= Zivilisation). In der früheren Zeit und in "primitiven" Kulturen gebe es noch keine Triebunterdrückung. Die letzten Angaben ohne Gewähr. In diesem Thema und in dieser Diskussion bin ich erst ganz rezent reingeraten. Falls hier also jemand mehr Ahnung hat und ich Fehler eingebaut haben sollte (was durchaus passieren kann), bitte ich gerne um Korrekturen.
JEDENFALLS will Duerr nun mit diesem Buch (eigentlich eine 5teilige ReiHe von mehr als 3500 S., wenn man Wikipedia glauben darf !) dieses Theoriefundament von Norbert Elias (früher trieborientiert/unzivilisiert, heute triebunterdrückt/zivilisiert) zerschmettern, indem er aufzeigt, dass heutige "moderne" Gesellschaften durchaus in einiger Hinsicht schamlos sind und es bereits in früheren Gesellschaften Scham gab. das versucht er zu beweisen, indem er sich auf ein Thema spezialisiert und dazu zahllose Beispiele zusammenträgt: Brüste. Ja, werte Leser, ihr lest richtig. Nein, das ist kein Tippfehler und keine Autokorrektur à la T9. Es geht tatsächlich um Brüste (von Frauen). Denn Duerr zeigt, dass es schon überall sexuelle Scham bzgl. der weiblichen Brüste gab. Ergo: das Fundament der Elias' Theorie ist fort. Und diese Beweisführung vollzieht Duerr streng empirisch, denn er sammelt auf den Seiten 27-353 zahllose Beispiele dafür. Wir folgen ihm dabei, wie er von Ereignis zu Ereignis springt, wie er zwischen der Neuzeit und der Antike hin und der wechselt und wie er von Kalkutta efließend nach Japan übergeht. "folgen" ist hier etwas zu einfach ausgedrückt, denn Duerrs Materialsammlung grenzt an eine zusammenhangslose Aneinanderreihung. Diese 300 Seiten sind ein Sammelsurium an interessanten Kuriositäten, die jedoch eines gemeinsam haben: sie widerlegen tatsächlich Elias Zivilisationsthese in höchster Finesse. Das unterstützt auch noch der Fussnoten-Anhang auf den Seiten 391-582 (!) und die lange Bibliographie (S. 585-652). Beides zeigt, wie viel Arbeit und Präzisionsarbeit im Text steckt (für die, die es nicht schom beim Lesen des Textes selbst oder Fussnotenabschnitte merkten).
Das an sich empfinde ich nun jedoch nicht als das WIRKLICH Bemerkenswerte und Beeindruckende an dem Buch, sondern eher die Wut und der Frust, der da drin steckt. Die Zitate in der Einleitung meines Kommentars sidn zwar teilweise selbst Zitate innerhalb des Buches, sollen aber verdeutlichen, mit welcher Härte und Unerbittlichkeit Duerr hier schreibt. In diesem Sinne will ich auch noch kurz etwas zum Anhang (S. 354-388) sagen, in dem Duerr auf Kritik (an den ersten 3 Bänden der Reihe, nehme ich an) eingeht. Duerr setzt dem Nachwort ein Zitat von Nietzsche voran: "Und Niemand lügt soviel als der Entrüstete." Und so gehts auch weiter. Duerr unterstellt anderen, gelogen zu haben und sich einfach nur sinnlos aufzuregen. Also, da ist bestimmt was dran, aber Duerr regt sich selbst auch sehr gut auf. WIRKLICH. ICH DACHTE, ICH BIN IM FALSCHEN FILM. Er sprach sogar davon, dass er Morddrohungen erhalten habe (S. 355). WTF. Wo sind wir hier ? Duerrs Argumentationsgang hatte ich eigentlich schon nach der Einleitung verstanden und akzeptiert. Immerhin gehöre ich schon von vorneherein zu denjenigen, die der festen Überzeugung sind, dass wir heute nicht so modern sind, wie wir denken oder hoffen, und dass primitive Kulturen nicht so primitiv sind/waren, wie wir meinen oder vermuten. Ich war noch ein Anhänger einer moralischen Hierarchisierung von Kulturen, Gesellschaften oder Länder, besonders wenn es (zwangsläufig) daruf abzielt, dass "wir" "moderner"/"besser"/"fortschrittlicher" sind als "andere". Der gesamte Hauptteil ist dann eben eine akkurate Beweisführung. Das finde ich auch unsagbar wichtig, weil wir so mit empirischen Argumenten ausgestattet werden. Das wäre soweit auch OK. und das empfäne ich auch als angemessenes Ende. Doch ich bin viel faszinierter von der besagten Wut des Autors hier und von dem ganzen polemischen Kontext des Themas. So ist die Kritik eines Rezensenten sinnlos: "Oberflächlich affinen Signifikanten werden, über alle Kultur- und Zeitgrenzen hinweg, gleiche Signifikante zugeordnet, und schon aus den erzählten Verhaltensweisen ersichtliche differences make no differences. [...] So what, Mr. Duerr?" (von Duerr selbst zitiert, S. 356, mit der bezeichnenden Kommentierung: "Oder wie es ein anderer Kritiker, der etwas dagegen zu haben scheint, daß man ihn versteht, formuliert"). Duerr selbst hält seine Wut auch hier nicht gerade zurück, bezichtigt andere (berechtigt oder nicht) der Lüge und tut deren Kritik als sinnlose Empörung ab. Dabei finde ich schon, dass er auf die Kritik seiner Argumentationsanordnung, näher eingehen dürfte. Sehr deftig reagiert er auch in einer Fussnote auf die Publizistin (?) Katharina Rutschky. Diese habe in der Zeit gemeint, da sie wegen des Fehlens eines Penis nicht dazu in der Lage sei "phallisch zu drohen". Duerr bitet ihr da eine Alternativdrohgeste aus der Tierwelt an: "Zu diesem Zwecke bräuchte Frau Rutschky freilich gar keinen Penis. Weibliche Totenkopfaffen beispielsweise demonstrieren ihre Überlegenheit, indem sie die Schenkel spreizen und ihre erigierte Klitoris zur Schau stellen." (S. 355 mit Fn. 5 auf S. 552).
Duerr muss man seine Schlagfertigkeit wirklich lassen, doch evtl. ist der indirekte Vorschlag zur Zurschaustellung der Klitoris zu viel.
Methodisch und fachlich ist das Thema der Zivilisationstheorie und seiner Widerlegung echt interessant. Trotzdem ist dieses Buch für mich ein etwas schockierender Einblick in die mögliche Unerbittlichkeit einer "wissenschaftlichen" Diskussion. Die Anführungszeichen habe ich deswegen gesetzt, weil die Diskussion beidseitig wirklich nicht gerade für die Diskutanten spricht. Auch wenn ich ehrlich gesagt denke, dass es beiden Seiten zu mehr Bekanntheit reichte.
Interessanter als das Buch an sich finde ich also eher den gesamten thematischen und personellen Kontext. Sehr überrascht war ich auch über einen älteren Spiegel-Artikel, in dem ersichtlich wird, dass Norbert Elias (ihr erinnert euch ? Der Urheber der Zivilisationstheorie) nach außen hin gegenüber Duerr freundlich und lobend war, aber sich hinterrücks beim Verlag Suhrkamp beschwerte, dass der Duerrs Bücher publiziere. Der Spiegel-Artikel schließt dann auch mMn sehr richtig mit "Fest steht: Im zivilisierten Verhalten, auf das sich die Menschheit laut Elias zubewegt, müssen sich die Groß-Denker noch üben."
Was ich an Sekundärquellen im Fließtext erwähnt habe und mehrere andere Kommentare aus dem Internet, die mir halfen, das Buch als ganzes und den Kontext der Debatte und der Personen zu verstehen (zumindest hoffe ich, einiges verstanden zu haben), liste ich hier mal auf:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-25327104.html
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezension-sachbuch-die-nackten-und-die-roten-11311343.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=6243
http://www.berliner-zeitung.de/was-bisher-fehlte--ist-nun-kenntnisreich-da--hans-peter-duerr-legt-seine-dokumentation-ueber-die-weibliche-brust-vor-apfel--pfirsich-oder-melone-16437258
http://www.ultimo-muenster.de/kr-buch/b-duer.htm - Wolfgang Hohlbein
Der Magier 03. Der Sand der Zeit
(60)Aktuelle Rezension von: zickzackEin immer wiederkehrender Traum bringt den Magier Robert Craven nach Mexiko. Er träumt von Wikingern. Von einem Verrat und einem Fluch. 100 Leben für Eines. Dieser Racheschwur soll sich nun nach 1000 Jahren erfüllen. Robert setzt alles daran, um das Leben von Unschuldigen zu schützen.
Ich war am Anfang des Buches sehr verwirrt, weil ich nicht recht verstanden habe, warum man jetzt nordische Mythologie mit einbaut. Letzten Endes lief es dann wieder auf H. P. Lovecraft hinaus, aber der Bogen war schon sehr.
Es hat mich auch einfach enttäuscht, dass man hier keine Figuren widergetroffen hat, die man schon kannte. Irgendwie hatte ich gehofft, dass man noch einen Bogen zum ersten Band findet. Das wäre cool gewesen, aber allein Robert in Mexico bei den alten Azteken und Inkas… ich weiß auch nicht. Allgemein hatte ich bei diesem Band eine ganz andere Geschichte zu lesen. Diese hätte auch komplett eigenständig stehen können. Mir hat sein weißer Hauskater gefehlt, sein Haus in London, überhaupt das Städtefeeling und eben Figuren, die man schon kannten.
Als ich dann einmal in der Geschichte drin war, war es auch recht spannend und an sich mag ich auch Wikingergeschichten, aber es hat für mich nicht so recht zu der Reihe gepasst.
Das war ja auch der Band, den ich damals abgebrochen habe und nicht zu Ende gelesen habe. Ich denke, dass ich gar nicht bis zum zweiten Teil des Buches gekommen bin, wo sich die Geschichte noch einmal ganz anders entwickelt hat.
Neben dem, dass ich das Setting und die Thematik seltsam fand, hat sich die Geschichte auch immer wieder im Kreis gedreht. Die Figuren haben immer wieder über das Gleiche gesprochen und diskutiert. Dann kam eine Actionszene und dann reden die erneut wieder über das Gleich und Robert hat sich Zwischendurch so dämlich angestellt, als wüsste er nicht mehr, was er vor Kurzem beredet hat…
Zudem, dass hat mich schon in den ersten beiden Teilen gestört, benehmen sich die Figuren (insbesondere Robert) wie Superhelden. Die werden verletzt, jammern über ihre Verletzungen, um dann kurz darauf festzustellen, dass es doch nicht so schlimm war wie am Anfang gedacht oder man ruht sich ein paar Minuten auf und hüpft dann wieder herum wie ein junger Geißbock. Entweder lässt man sie sich nicht so verletzten oder diese sind dann eingeschränkt. Es wirkte dadurch unrealistisch, was wiederum zum ganzen Buch gepasst hat, denn das Ende war… wild. Auf gewisse Weise unspektakulär und… wild.
Fazit: Insgesamt hat es sich wieder gut lesen lassen. Ich kann auch nicht sagen, dass es mich gelangweilt hat, sondern ich wollte schon wissen, wie es weitergeht. Allerdings haben mich die Wiederholungen und die Unzerstörbarkeit der Figuren gestört. Auch habe ich bekannte Figuren vermisst und am Ende wirkte es so, als hätte man noch weitere Bände zu der Reihe schreiben können. Allgemein fand ich die Reihe solide. Man kann sie lesen und wird gut unterhalten, aber man sollte kein Highlight erwarten. 3 Sterne.
- Simon Zimpfer
Escape Adventures – Von Mythen und Aztekengold
(1)Aktuelle Rezension von: HighlanderHeute möchte ich Euch ein weiteres Exemplar aus der Reihe Escape Adventures vom Frechverlag vorstellen. Es handelt sich um Von Mythen und Aztekengold und ist definitiv eins der besten aus der Reihe.
Wieder einmal versetzt uns der "blaue Kristall" in eine andere Zeit und an einen anderen Ort, damit wir die Menschheit der Zukunft retten und großes Unheil abwenden. Schnell fühlt man sich wie bei Indiana Jones, landen wir doch in einem düsteren Tempel, der irgendwo im lateinamerikanischen Dschungel zu vermuten ist. Jetzt noch schnell die eigens erstelle Spotify-Liste aktivieren und dann tauchen wir ein in den rätselhaften Tempel und seine Geheimnisse.
Mittlerweile habe ich wirklich so einige dieser Rätselbücher durchgetüftelt, aber ich werde der spannenden Geschichten und der Knobeleien nicht müde. Natürlich erkennt man manches Rätsel in leicht veränderter Form wieder, aber es sind trotzdem immer wieder viele neue Ideen dabei, sodass es nie langweilig wird. Außerdem tickt auch jedes Mal die Uhr.
Die Rätsel in dieser Ausgabe waren sehr gut, oft etwas abstrakt und sehr themenbezogen ausgewählt. Da hat jemand gut zu den Azteken recherchiert. Ich denke, dass als Schwierigkeit "mittel" auch ausgereicht hätte, aber vielleicht hatten wir einfach nur Glück und sind deswegen schnell auf die ein oder andere Lösung gekommen. Manche Rätsel waren allerdings auch so leicht, dass ich mehr Zeit damit verbracht habe, mich zu fragen, ob das schon die ganze Lösung war. Auch die Möglichkeiten, "ein Leben zu verlieren" waren teilweise sehr offensichtlich.
Im Gesamten hat mich das Escape Adventure aber sehr überzeugen können, es ist ein guter Mischmasch aus leichten Motivationsrätseln und heftigen Ratespielen, die den Kopf zum Qualmen bringen.
Besonders positiv hervorheben möchte ich noch die kulturellen Einblicke zu den Gottheiten, etc. So konnten wir sogar noch etwas lernen.
- Laurell K. Hamilton
Obsidian Butterfly
(17)Aktuelle Rezension von: WortmagieDer Auftragskiller Edward ist meine absolute Lieblingsnebenfigur der „Anita Blake“-Reihe von Laurell K. Hamilton. Ich liebe seine Kompromisslosigkeit, seinen tödlichen Pragmatismus und seinen ganz speziellen Sinn für Humor. Vielleicht sollte es mir zu denken geben, wie sehr ich eine Figur, die mühelos als Soziopath durchgeht, mag, aber es beruhigt mich, dass ich mit meiner Sympathie nicht allein dastehe. Edward erfreut sich einer soliden Fanbasis, was die Autorin eingangs überraschte. Dank seiner großen Popularität erfuhr sie, dass ihre Leser_innen sich ebenso sehr für ihn interessieren wie sie selbst. Deshalb widmete sie „Obsidian Butterfly“ allen Edward-Fans, denn der neunte Band rückt ihn ins Rampenlicht.
Es gibt nur einen Menschen auf der Welt, den Anita Blake fürchtet. Mit seinen babyblauen Augen wirkt Edward wie ein netter Typ, doch Anita kennt sein wahres Gesicht: er ist ein Kopfgeldjäger, ein eiskalter Killer und vielleicht der einzige, der gut genug ist, sie zu töten. Dennoch verbindet sie eine eigenwillige Freundschaft. Deshalb zögert sie nicht, als er sie bittet, ihm bei den Ermittlungen in einer besonders grausamen Mordserie in New Mexico zu helfen. Dort angekommen stößt Anita jedoch bald an ihre Grenzen. Nicht nur belasten sie die grausigen Details des Falls und ihre Ahnungslosigkeit, welches Wesen verantwortlich sein könnte, sie erhält auch unverhoffte, tiefe Einblicke in Edwards Leben, die sie auf eine harte Probe stellen. Kann sie akzeptieren, dass sogar Edward versucht, sich ein Stück Normalität zu bewahren? Vielleicht sind sie sich doch ähnlicher, als sie dachte…
Wer glaubt, Anitas Beziehung zu Richard und Jean-Claude sei kompliziert, hat sie noch nicht mit Edward erlebt. „Obsidian Butterfly“ beleuchtet ihre unkonventionelle Freundschaft, die stets am seidenen Faden hängt, in aller Detailschärfe. Es ist beeindruckend, wie gut Laurell K. Hamilton ihre Charaktere kennt. Natürlich sollten Autor_innen die Persönlichkeiten ihrer Figuren zuverlässig einschätzen können, aber dieses Maß analytischer Einfühlsamkeit ist definitiv außergewöhnlich. Anitas und Edwards Verhältnis ist haarsträubend komplex und häufig vollkommen widersprüchlich. Sie vertrauen einander, obwohl sie auf ein strenges Konstrukt unausgesprochener Regeln angewiesen sind, um sich nicht gegenseitig umzubringen. In professioneller Hinsicht sind sie ein tödlich effizientes Team, aber privat kollidieren ihre Ansichten ständig. Sie konfrontieren einander mit unangenehmen Wahrheiten, reflektieren sich gegenseitig und projizieren ihre eigenen Wünsche, Ängste und Erinnerungen auf das Gegenüber. Nichtsdestotrotz fürchte ich, Anitas Beziehung zu Edward ist die gesündeste, die sie zurzeit vorweisen kann, weil sie stets weiß, woran sie bei ihm ist, was sich von Jean-Claude und Richard ja nun nicht behaupten lässt. Zumindest wusste sie es bisher. Hamilton bietet in „Obsidian Butterfly“ erfreulich zahlreiche Informationen über Edward, die ihn in meinen Augen menschlicher erscheinen lassen. Ich dachte erstmals darüber nach, wie er überhaupt lebt, dass er über eine Biografie verfügt und seine Besuche bei Anita selbst für ihn nichtrepräsentative Extreme darstellen. Anita findet heraus, dass Edward in seinem eigenen Revier in New Mexico ein weitreichendes Doppelleben führt, was sie zutiefst schockiert. Ich glaube allerdings, ihre Entrüstung stammt nur zum Teil daher, dass er andere Menschen täuscht und gefährdet. Meiner Meinung nach ist sie verärgert, weil ihr klar wird, dass sie im Grunde nichts über ihn weiß und sie seine Farce eines Alltags daran erinnert, wie wenig alltagstauglich ihr eigenes Leben ist. Der Fall betont, wie weit sich Anita und Edward von der Normalität entfernt haben. Deshalb sehe ich die Ermittlung, die ausnehmend grausame und spektakuläre Details beinhaltet, eher als Katalysator für das unorthodoxe Duo, der die Entwicklung ihrer Persönlichkeiten vorantreibt, statt als eigenständiges Handlungselement. Wieder einmal fand ich den Kriminalfall unzureichend durchdacht. Hamilton involvierte viel zu viele Parteien, die die Situation unnötig verwirren und wenig zur endgültigen Auflösung beitragen. Besonders die lokalen Vampire empfand ich als kolossal überflüssig, weil ihre einzige Aufgabe darin besteht, einen Bezug zum antiken Volk der Azteken herzustellen, den die Autorin leider nicht befriedigend ausarbeitete. An ihrem Beispiel hätte „Obsidian Butterfly“ erhellende Einblicke in die aztekische Kultur und Mythologie liefern können, beide Aspekte werden jedoch lediglich oberflächlich angerissen. Wozu vampirische Zeitzeugen etablieren, wenn sie ihre Vergangenheit kaum teilen dürfen? Wozu einen Fall mühsam um eine untergegangene Kultur konstruieren, wenn der Täter dennoch aus dem Hut gezaubert wirkt? Erneut überzeugte mich Laurell K. Hamilton als Psychoanalytikerin, nicht aber als übernatürliche Kriminalistin.
Eines Tages werden Anita und Edward vermutlich ein für alle Mal klären, wer besser ist. Ich hoffe, dass bis zu diesem Tag noch viel Zeit vergeht, denn es gibt nur zwei mögliche Szenarien: entweder, die „Anita Blake“-Reihe endet mit ihrem Tod durch seine Hand oder Edward stirbt und ist für die Geschichte verloren. Ich weiß nicht, welche Option schlimmer ist. Dank all der intimen Details, die „Obsidian Butterfly“ über Edward bereitstellt, steigerte sich meine Sympathie für ihn ungemein. Mehr denn je nehme ich ihn als vollwertiges Individuum wahr. Edward ist nicht gefühllos. Er ist mehr als ein prototypischer Killer. Diese Erkenntnis wiegt für mich schwerer als der ungelenke Kriminalfall, den ich ohnehin als Mittel zum Zweck einschätze. Wie immer sind Erlebenswelten wichtiger als inhaltliche Entwicklungen. Dass ich die Chance erhielt, in Edwards Erlebenswelt herumzuschnüffeln, weiß ich wirklich zu schätzen. Er mag ein Soziopath sein – aber er bleibt meine liebste Nebenfigur der Reihe.
- Rob Lloyd Jones
Jake Turner und der Schatz der Azteken
(5)Aktuelle Rezension von: Die-GlimmerfeenAchtung! Zweiter Teil einer Reihe.
Inhalt: Jake Turner geht zusammen mit seiner Familie wieder auf Schatzsuche - Unfreiwillig. Nach der Wüste geht es nun in die Tropen und im Regenwald wimmelt es nur so vor Gefahren.
Altersempfehlung: 10 - 12 Jahre
Themen: Azteken - Regenwald - Familie - Vertrauen - Schatzssuche
Auch für Eltern oder Erwachsene interessant?: Ich bin erwachsen und ich liebe diese Bücher. Da es solche Abenteuer-Romane nicht für Erwachsene gibt, muss ich zwangsläufig auf die Kinderliteratur zurückgreifen. Doch Jake Turner kann mich trotzdem begeistern.
Mein Eindruck: Zunächst einmal wieder großes Lob an den Verlag, denn wie bei Band 1 gibt es auch hier Buchschnittverzierungen in Form von Symbolen. Ich liebe diese kleinen Extras!Ich habe mich ja schon in Band 1 verliebt, aber hier wurde es mindestens genauso spannend. Hier kommt keinerlei Langeweile auf. Es ist ein Abenteuer, welches von Actionszene zu Actionszene geht, ohne dabei allerdings Charaktere oder Humor zu vergessen. Es richtiges 'Popcorn-Kino' und das Schönste daran? Hier geht es wirklich um den Zusammenhalt einer Familie und dabei muss nicht immer alles friedlich sein. Wichtig ist, dass man Dinge gemeinsam durchsteht.Ich habe Band 1 vor zwei Monaten gelesen, war also noch nicht allzu lange her, aber auch für Leser, die eine längere Pause machen mussten, sollte der Einstieg wieder leicht sein.Interessant ist es auch immer mal beim Lesen die Internetsuchmaschine zu bemühen und sich Dinge anzusehen, denn man lernt auch noch etwas dazu.Werde ich zu Band 3 greifen? Ganz sicher. Auf der Website des Autoren steht zum Glück schon, dass es einen neuen Band geben wird und so kann ich mich freuen in einigen Monaten wieder mit der Familie Turner ein Abenteuer zu erleben. Und sollte es nicht übersetzt werden, muss ich halt auf die englische Ausgabe zurückgreifen. Auf diese Abenteuer werde ich nämlich nicht verzichten.
Wem empfehlen: Allen, die Band 1 mochten. - Gerhard Heck
DUMONT Reise-Handbuch Reiseführer Mexiko
(2)Aktuelle Rezension von: Roswitha_BoehmMexiko. Dieses Land hat, neben temperamentvollen Einwohnern, jede Menge zu bieten: Mystische Nebelwälder, Traumstrände und schneebedeckte Gipfel. An Kultur und Natur mangelt es nicht. Besonders wer das erste Mal diese Reise antritt, der braucht einen guten Überblick: Was gibt es wo zu sehen? Was sollte ich beachten? Welche Zeit für die Anreise ist die Beste? Eben diesen Überblick bekommt der Leser mit diesem „Reise-Handbuch“.
Zur Einleitung gibt es wissenswertes über Mexiko im Allgemeinen, sowie Tipps für Anreise. Hier geht es u.a. darum, wo der Urlauber am besten übernachten kann und welche kulinarischen Genüsse ihn erwarten. Nach diesen zwei Abschnitten, die den kleinsten Teil des Buches darstellen, geht es dann aber schon direkt quer durch’s Land. Folgende Routen werden vorgeschlagen, um das bestmögliche aus der Reiser heraus zu holen:
Mexiko-Stadt (und Umgebung)
Das zentrale Hochland
Mexikos Norden
Von Mexiko-Stadt zum Pazifik
Badeorte am Pazifik
Von Mexiko-Stadt zum Atlantik
Oaxaca, Chiapas und Tabasco
Die Halbisel Yucatán
Immer dabei sind, neben Tipps für Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten, auch die zugehörigen Adressen, Öffnungszeiten und das Preisniveau. So findet hier jeder, was seinen Interessen und seinem Geldbeutel entspricht. Sofern der Platz es zugelassen hat, bekommt der Leser zur einen oder Tipp auch etwas Wissen geliefert. Seien es nun die Bauarten oder Informationen zur Flora und Fauna und berühmten Persönlichkeiten. Leider werden diese immer nur sehr kurz angerissen. Wer sich für einen Punkt näher interessiert, muss hier noch anderweitig recherchieren. Damit diese „besonderen Orte „ überhaupt gefunden werden, gibt es Auszüge von Straßenkarten. Diese sind allerdings recht klein und stellen immer nur einen sehr geringen Teil dar. Wer größere Ausflüge macht, dem hilft der Faltplan, am Ende des Buches. Dieser lässt sich einfach herausnehmen, so dass nicht das ganze Buch mitgenommen werden muss. (Auf Grund des Gewichtes würde ich es auch eher für die Vorbereitung, z.B. im Hotel, empfehlen.)
ACHTUNG! Leider verschlechtert sich, laut auswärtigem Amt, die Sicherheitslage in Mexiko immer weiter. Raubüberfälle, Attentate und selbst Entführungen nehmen verstärkt zu. Hinzu kommt aktuell eine Aschewolke, durch den Vulkan Popocatépetl. Reisende sollte daher unbedingt die Reisehinweise lesen und sich an die Anweisungen der örtlichen Behörden halten.
Wen das alles noch nicht abgeschreckt hat und sich nun auf das Abenteuer Mexiko einlassen möchte, der bekommt mit diesem Buch einen wunderbaren Führer, rund durch das Land der Azteken und Maya.
- S.E. Harmon
Das erste und letzte Abenteuer von Kit Sawyer
(14)Aktuelle Rezension von: Tintenklex„Das erste und letzte Abenteuer von Kit Saywer“ wird hoffentlich nicht wirklich das letzte Buch mit diesem neuen Lieblingspaar sein. Kit war mir vom ersten Kapitel an sehr sympathisch und es hat mir auch sehr gut gefallen, dass er als Ich-Erzähler immer wieder den Leser/Hörer anspricht – dadurch bekommt man ein bisschen das Gefühl, mit einem Freund zusammen zu sitzen, der einem eine spannende Geschichte erzählt. Seine etwas chaotische Energie wird wunderbar ergänzt durch Ethans ruhige und strukturierte Art, was die beiden als Team unschlagbar macht. Ein Highlight des Buches ist auf jeden Fall wie die beiden sich ständig gegenseitig necken, aufziehen und immer weiter sticheln, bis der andere kurz vorm Explodieren ist. Hier fliegen auf jeden Fall die Fetzen und die Funken. Die spicy Szenen waren schön in die Story integriert und haben die Dynamik zwischen den Protagonisten super ergänzt.
Besonders an dieser Story ist natürlich auch das ungewöhnliche Setting! Mit Kit durch den Dschungel zu wandern und dabei noch nebenbei etwas über die Azteken zu lernen hat total viel Spaß gemacht und auch eine Ladung Spannung war dabei. Eine rundum sehr gelungene Mischung also. Wunderbar gesprochen von Valentin Schütze.
- Heinz Schilling
1517
(15)Aktuelle Rezension von: Koehler-trifft-Buch500 Jahre Reformationsgeschichte liegen hinter uns. Martin Luthers Thesenanschlag in der Schlosskirche zu Wittenberg veränderte die Welt auf einen Schlag und leitete die Neuzeit ein. Das zumindest war noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts die herrschende Meinung in der westlichen und vor allem der protestantisch geprägten Geschichtsschreibung, für die zum Beispiel Adolf von Harnack stand. Doch inzwischen ist das eurozentrische Geschichtsbild einer umfassenderen Sichtweise gewichen. Wie wir inzwischen wissen, haben auch andere Hochkulturen wesentliche „Impulse“ zur Neuzeit beigesteuert, wie Heinz Schilling in „1517 – Weltgeschichte eines Jahres“ anmerkt.
Der emeritierte Professor für die Europäische Geschichte der frühen Neuzeit an der Humboldt-Universität zu Berlin führt den Leser auf eine Zeitreise in das frühe 16. Jahrhundert. Dabei gelingt es Schilling selbst in der Kürze der Darstellung – der eigentliche Inhalt umfasst gerade einmal 308 Seiten – detailreich die Welt von damals zu skizzieren. So wird der Leser beispielsweise genauso in die ausgeklügelten Thronfolgevorgänge am spanisch-habsburgischen Hof in Madrid um Karl V. eingeweiht (dem einen großen Gegenspieler Luthers), wie in die Vorgänge um den osmanischen Herrscher Sultan Selim I., der zu Beginn des Jahres 1517 die Macht der Mamluken brach und damit dem Osmanischen Reich die Vorherrschaft in der muslimischen Welt sicherte. Beide Großmächte, d.h. das Haus Habsburg und das Osmanische Reich, standen sich fortan im 16. Jahrhundert feindlich. Schilling öffnet dem Leser in seinem Buch also den Blick auf das Europa und die Welt am Vorabend der Reformation. Und das durchaus auch in die weiteren „äußeren“ Aspekte des menschlichen Lebens von damals wie den wirtschaftlichen, politischen und sozialen Veränderungen der Zeit.
Ganz entscheidenden Einfluss auf die Welt zu Beginn der Neuzeit sieht der Autor zudem im Einfluss des neuen Weltwissens, zumindest auf die Eliten von damals. Amerika wurde entdeckt, Reisen an den chinesischen Hof wurden unternommen sowie Entdeckungsfahrten nach Afrika und Asien.
Aber auch die „Innerlichkeit“ war von Bedeutung. Die Welt besann sich wieder auf das Wissen und die Kunst der Antike, d.h. die Renaissance aus Italien „schwabte“ immer stärker nach Nordeuropa: Universitäten wurden gegründet, neue Wissenschaften sollten bald entstehen und mit dem Buchdruck war auch eine wichtige Voraussetzung für die Verbreitung der Reformation auf den Weg gebracht.
Doch trotz aller Fortschritte zeigt Schilling auch, dass sich Aberglauben und Misstrauen hartnäckig hielten. Beispielsweise gegenüber dem Judentum, auch wenn sich einzelne Gelehrte wie der württembergische Humanist Johannes Reuchlin für die Anerkennung der jüdischen Kultur einsetzten. Aber auch Hexenverfolgungen und Geisterschlachten spielten nach wie vor eine große Rolle. Was sich in Erzählungen wie der „Geisterschlacht von Bergamo“ und den Gemälden und Holzschnitten von Bosch und Dürer zeigte.
Schließlich sollte vor allem der Medici-Papst und Renaissance-Fürst Leo X., der zwar auf der einen Seite die bildenden Künste durch den Neubau von St. Peter förderte, auf der anderen Seite mit seinem Ablasshandel aber Widerspruch von Humanisten wie Erasmus von Rotterdam und dem Erzbischof von Toledo, Francisco Jiménez de Cisneros (einer von mehreren spanischen Reformern), oder Rittern wie Ulrich von Hutten erntete. Heinz Schilling zeigt im letzten Abschnitt seines Buches schließlich, warum gerade der Wittenberger Mönch und Professor Luther sich mit seinen Thesen zum Reformator aufschwingen konnte: „Keiner der spanischen Bibelwissenschaftler war in ähnlicher Weise ein existentiell um Wahrheit Ringender wie der Wittenberger Mönch.“ So stieg er und nicht sie zum Gegenspieler von Ablass-Papst Leo X. und Karl V. auf. Und seine Lehre traf in der Bevölkerung auf offene Ohren, denn trotz aller Kritik an der Kirche waren die Menschen im frühen 16. Jahrhundert noch sehr gläubig. Die Furcht vor dem Fegefeuer, die vor allem bei einem plötzlichen Tod jedem Menschen drohte, war sehr wach und so versprach Luthers „gnädiger Gott“ auch Rettung ohne Läuterung im Fegefeuer und ohne Ablass.
Heinz Schillings Buch über das Jahr 1517 – auch nach den Reformationsfeierlichkeiten 2017 – ist ein profundes und spannendes Werk, um sich die Zeit vor der Reformation, und die Einflüsse auf diese, besser vorstellen zu können. Spannend geschrieben und klar gegliedert, führt es den Leser und die Leserin in eine interessante und aus heutiger Sicht fast versunkene Welt. In eine Zeit, in der die Menschen noch mit Inbrunst gläubig waren und sich mit Leib und Seele vor dem Martyrium des Fegefeuers fürchteten. - Ingo Siegner
Der kleine Drache Kokosnuss entdeckt die Welt
(4)Aktuelle Rezension von: LeserattenmamaSicher habt ihr es alle gehört: Diese CD-Box wurde mit lauten Jubelschreien von meinen drei Kindern entgegengekommen - gleich drei neue Abenteuer mit dem kleinen Drachen Kokosnuss sind in „Der kleine Drache Kokosnuss entdeckt die Welt“ enthalten 😀 es geht nicht nur quer über den Kontinent mit den Stationen Nordpol, Nil und einem Tempel; sondern auch quer durch die Zeit: zum Beispiel 4.500 Jahre zurück zu den Pharaonen Ägyptens!
So unterschiedlich lokalisiert die Abenteuer auch sind, sie haben vieles gemeinsam: sie demonstrieren Freundschaft und Zusammenhalt zwischen Kokosnuss, Oskar und Matilda sowie den jeweils neuen Freunden, die sie überall vor Ort schnell finden; sie bringen die Kinder (und auch zuhörende Erwachsene) so manches Mal zum Lachen und lehren ganz nebenbei einiges über den Handlungsort bzw die damalige Zeit! Über den Stolz der Ägypter zum Beispiel… mit ganz viel Neugierde und Offenheit begegnen sie allem neuen und mit Kreativität und Intelligenz meistern die drei Freunde jedes spannende Abenteuer. Das ganze wunderbar unterhaltsam gelesen von Philipp Schepmann, der jede Figur unverwechselbar intoniert und so manches stimmungsvolle Geräusch hier im Gedächtnis aller hinterlässt 😉 Sogar in den Genuss der niedlichen Zeichnungen kommt man in der CD-Box: allen drei CDs liegt ein Mini-Poster bei.
Das Titellied können hier alle sehr textsicher mitsingen und ich bin mir sicher, dass auch viele der beiläufig eingestreuten Fakten hängenbleiben - wir freuen uns auf weitere Abenteuer von Kokosnuss und seinen Freunden und empfehlen diese CDs absolut weiter!
- Gabriele S. Bodmer
Heilige Formen des Lichts
(6)Aktuelle Rezension von: Lisa-Maria-SchweidlerIch hatte bisher noch keine Berührungspunkte mit der Welt der Lichtsprache und bin begeistert, welche Möglichkeiten sich mir bieten, um meine Schwingung bewusst zu verändern und mich stärker auf meine Ziele zu fokussieren.
- William Arden
Die drei ??? und das Aztekenschwert
(13)Aktuelle Rezension von: Darcys_LesestuebchenFür die Brüder Alvaro könnte es nicht schlimmer kommen. Nach einem Brand haben sie nicht nur alles verloren, nun steht auch ihr Zuhause auf dem Spiel und eigentlich könnte da nur das legendäre Atzekenschwert helfen, das ein Vorfahre von dem Eroberer Cortez erhalten hat. Natürlich helfen Justus, Peter und Bob ihnen, auch wenn viele Gefahren und Rätsel die Suche ziemlich erschweren. Zumal Skinny Norris mal wieder seine Finger im Spiel hat !
Die drei Fragezeichen und das Atzekenschwert von William Arden ist bei den Hörspielen der 23. Fall und bei den Büchern der 25. Band. Es umfasst acht Kapitel und eine Länge von 42 Minuten und 45 Sekunden. Die Fälle sind unabhängig voneinander les-/hörbar und bauen kaum aufeinander auf.
Meine Meinung:
Dieser Fall war in meiner Jugend nicht unbedingt einer meiner Favoriten, aber ich frage mich, wieso eigentlich nicht ? Klar, es gibt immer noch Folgen, die mich mehr unterhielten und interessanter waren, aber mittlerweile gefällt mir diese richtig gut. Sie war spannend, interessant und schön bedrohlich. Die drei ??? hatten knifflige Rätsel, bei denen ich gerne mitknobelte und mein Lieblingsfeind der Jungs, Skinny Norris, tauchte auch wieder auf. Natürlich war er schön eklig wie eh und je und ich hatte definitiv meinen Spaß mit ihm.
Der Fall hebte sich ein wenig von seinen Vorgängern ab, weil hier auch Schlägereien vorkommen und es doch sehr rapide zuging. Die Gefahren durch die Schatzsuche waren größer als bei anderen Fällen und ich fieberte schon sehr mit ihnen mit, weil es doch auch sehr knapp wurde. Themen wie Alltagsrassismus, Anfeindungen und Gewalt wurden gut und verständlich eingearbeitet, ohne überfordernd zu wirken und den Finger zu erheben. Stattdessen regte es mich eher zum Nachdenken an. Die Lösung des Rätsels war interessant, auch wenn es zum Ende hin doch ein paar Längen hatte und wieder ein wenig plötzlich endete, was mir nicht so gut gefiel.
Die Sprecher waren klasse und vor allem Andreas von der Meden als Skinny und Hans Meinhardt als Onkel Titus gefielen mir sehr gut. Die Musik wurde passend auf das Geschehen abgestimmt und es gab nur ein, zwei Stellen, wo sie mir zu viel war.
Fazit:
Eine unterhaltsame und spannende Schatzsuche voller Gefahren und Gegner. Es hatte ein paar Längen und konnte mich nicht gänzlich mitreißen, unterhielt mich aber sehr gut und machte Spaß. Leider ist es erst einmal der letzte Fall mit Skinny, da er im Buch am Ende von seinen Eltern auf ein Internat geschickt wird, aber ich freue mich schon auf das nächste Wiedersehen mit ihm. Von mir gibt es:
4 von 5 Sterne
- Bernal Díaz del Castillo
Die Eroberung von Mexiko
(1)Aktuelle Rezension von: Kapitel71519 zogen ca. 500 spanische Soldaten auf eine Expedition nach Mexiko, um unter der Führung von Hernan Cortes die spanische Herrschaft auszudehnen. Bernal Diaz del Castillo war einer dieser Konquistadoren.
Aus der Expedition wurde ein Eroberungsfeldzug. Die Spanier schafften es innerhalb von zwei Jahren, das Aztekenreich mit seinen geschätzten 25 Millionen Einwohnern zu erobern, und die Hauptstadt Tenochtitlan zu zerstören. Gut 40 Jahre später schrieb Bernal Diaz die Geschichte dieser Eroberung auf.
Einer von nur 500 Männern, die von Beginn bis Ende dabei waren. Die meisten dürften in all den Jahren voller lebensbedrohlicher Umständen und Gefahren ums Leben gekommen sein. Es ist ein Wunder, dass wir diesen Bericht haben.
Ich hatte zunächst die Befürchtung, dass ein Buch, das im 16. Jahrhundert geschrieben wurde, und das eigentlich ein Bericht ist, altbacken und etwas zäh werden könnte. Doch schon nach ein paar Seiten war klar, dass das hier nicht der Fall sein wird. Die Sprache des Buches ist lebendig und modern, umständliche Schachtelsätze sucht man vergebens.
Dazu war Die Eroberung von Mexiko auch tatsächlich spannend zu lesen. Ja, man weiß zwar, dass die Spanier am Ende gewinnen – so viel Allgemeinbildung dürfte vorhanden sein – darüber hinaus hat man als durchschnittlicher Deutscher aber eher wenig Informationen über diesen Teil der Geschichte. Die Eroberung von Mexiko ist eine Geschichte voller Kämpfe, Hinterhalte und politischer Intrigen, eine Reise in unbekanntes Gebiet so dass es oft spannend war, wie die nächsten Schritte sein werden.
Nach der Zerstörung Tenochtitlans flacht der Spannungsbogen des Buches dann ein kleines wenig ab, da das eine große Ziel fehlt. Politische Fragen und kleinere Scharmützel gewinnen an Bedeutung. Dennoch sind die Geschehnisse faszinierend.
Vieles ist beinahe unvorstellbar. Man stelle sich vor, einer der Eroberer zu sein, jahrelang durch unbekanntes Land zu ziehen, immer in voller Rüstung, ständig im Krieg und numerisch weit unterlegen, dazu die meiste Zeit von Hunger, Krankheiten und Wunden geplagt. Oder man stelle sich die Gegenseite vor, die auf einmal auf diese Fremden trifft, mit ihren Pferden, ihren Kanonen, ihrem Stahl, die fordern, die eigene Religion aufzugeben.
Die Übersetzung der Auflage aus dem Insel Verlag stammt von Anneliese Botond. Dazu wurde sie von Georg Adolf Narciß bearbeitet, der einige Wiederholungen und unnötige Details gekürzt hat. Diese Kürzungen kommen dem Erzähltempo sehr zugute, es wird nie ermüdend. Dennoch bleiben über 600 Seiten an Erzählung übrig, weshalb ich des Öfteren froh über das ausführliche Register war, wenn ich einen der vielen Namen nicht mehr genau zuordnen konnte.
Ein kleiner Negativpunkt sind die Karten. Es gibt nur zwei von ihnen, die dazu noch viel zu klein und schwer lesbar sind. Da hätte ich mir besseres Material gewünscht, um die Eroberungszüge auch geografisch noch besser nachvollziehen zu können.
Eine Zusammenfassung des Ablaufs der Eroberung findet sich zusätzlich zur Rezension auf meinem Blog, der hier zu erreichen ist.
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