Bücher mit dem Tag "babylon"
26 Bücher
- C. E. Bernard
Palace of Glass - Die Wächterin
(654)Aktuelle Rezension von: LadyMuffinchenPalace of Glass spielt in einer Welt, in welcher es manchen Personen möglich ist durch bloßen Hautkontakt Menschen zu lesen. Sie können Gedanken und Erinnerungen lesen und diese dann nach Belieben manipulieren. Magdalenen werden diese Personen genannt. Rea ist eine solche und damit gefürchtet und geächtet, sollte jemand herausfinden, dass sie diese Gabe besitzt. Umso schwierig wird es, als sie zur Leibwächterin des Prinzen auserkoren wird. Sie muss die Gabe verstecken, aber ohne diese wird sie den Prinzen vermutlich nur schwer beschützen können, oder?
In Raes Welt hinein zu finden ist gar nicht schwer. Anschaulich wird alles beschrieben und auch die Regeln der Welt sind klar. Nackte Haut ist verboten und wer einen Magdalene ist wird getötet. Ganz klar also, dass Rae versucht nicht aufzufallen, doch scheinbar ist ihre Gabe auch eine Sucht, da sie die Berührung von Haut benötigt. Zudem kämpft sie mit inneren Dämonen, der sich auch für Rae manifestieren kann. Zumindest glaube ich das, denn was es mit der dunklen Kreatur auf sich hat, die um ihre Beine streicht, bleibt bis zum Ende offen. Die Gedanken und Handlungen von Rae konnte ich relativ gut nachvollziehen, aber nicht alle gutheißen. Dennoch war sie mir Recht sympathisch und ist mir auch ganz klug erschienen.
Die weiteren Charaktere sind schubladenhaft. Man weiß meiner Meinung nach genau, wen man vor sich hat und auch, wenn es bezüglich zwei Personen scheinbar unklar sein soll, so hatte ich den Verdacht, von Anfang an, dass dort etwas im Busch ist. Leider kam daher nicht so viel Spannung bei mir auf. Durch die Story an sich, welche ich wirklich interessant fand, konnte dies jedoch ausgeglichen werden. Die Entwicklung war für mich großteils realistisch und hat mir daher auch gefallen.
Der Schreibstil ist angenehm und man kann flüssig durch die Seiten pflügen. Die Sprache ist dem Stand der jeweiligen Personen angemessen und birgt keine langweiligen Passagen.
Insgesamt hat mir das Buch ziemlich gut gefallen, weshalb ich es guten Gewissens empfehlen kann. Zu gerne würde ich auch erfahren, wie es mit Rae weitergeht, denn das Ende ist vielversprechend 🧤
- Laura Labas
Lady of the Wicked
(212)Aktuelle Rezension von: Nicole_ThoeneLady of the Wicked (Lady of the Wicked 1): Das Herz der Hexe
Hallo! Darcia Bonnet träumt davon, die Herrin der bösen Hexenseelen, der Wicked, zu werden, um damit die Macht zu haben, ihre Schwester aus dem Jenseits zurückzuholen. Allerdings muss Darcia dazu eine schwierige Aufgabe meistern: Sie muss dreizehn Hexen töten. Während Darcia in den verzweigten Straßen von New Orleans unerbittlich auf der Jagd nach Hexen ist, begegnet sie Valens Mariquise, der unter einem schrecklichen Fluch leidet. Vielleicht könnte Darcia seine letzte Hoffnung sein! Die beiden Verfluchten beschließen, einen Pakt miteinander zu schließen, und stellen fest, dass sich ihr Schicksal nun untrennbar miteinander verbunden hat. Ob es ihnen gelingen wird, die Herausforderungen zu meistern, die auf sie warten, bleibt abzuwarten! Ich hoffe, euch wird diese Geschichte gefallen!
Das Buch hat bei mir gemischte Gefühle hinterlassen. Die Welt und die männliche Protagonistin finde ich ansprechend, und das Ambiente in New Orleans bietet viel Potenzial, wird jedoch nicht ausreichend ausgeschöpft. Mit Darcia kann ich jedoch wenig anfangen; mir fehlt eine wirkliche Erklärung für ihr Verhalten. Hatte sie keine anderen Möglichkeiten? Warum glaubt sie, dass die Macht über böse Hexenseelen ihre Schwierigkeiten lösen könnte? Das erscheint mir alles etwas unausgereift. Vielleicht wird der zweite Band einige dieser offenen Fragen klären und Darcias Beweggründe verständlicher machen.
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Schlüssel 17
(431)Aktuelle Rezension von: koechlEin wirklich gelungener Thriller. Spannend von Anfang bis Ende, so dass es wirklich schwer war, das Buch zwischendurch mal aus der Hand zu legen.
Tom Babylon als Ermittler beim LKA und auch Sita sind gut ausgearbeitete Charaktere, die nicht nur interessant und sympathisch sind, sondern auch gut zu harmonieren scheinen. Ich bin schon sehr gespannt auf mehr von den beiden. - Martin Zimmermann
Die seltsamsten Orte der Antike
(9)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchMan kann sich der antiken Welt mithilfe dieses Buches sehr gut annähern. Historiker Martin Zimmermann beschreibt Orte, bekannte und unbekannte und vor allem schreibt er sehr genau wie man zu historischer Zeit an diesen Orten dachte und was dort geschah
Kurzweilig geschriebenes Buch über Anekdoten und häufig vergessene Fußnoten der Geschichte.
- Carel van Schaik
Das Tagebuch der Menschheit
(9)Aktuelle Rezension von: PhilippWehrliEvolution und Bibel? - Diese Kombination assoziieren wir mit Streitgesprächen. An vorderster Front sehen wir den Evolutionsbiologen Richard Dawkins, der sich ‚militanter Atheist’ nennt und erklärt, der Gott des Alten Testaments sei „ein kleinlicher, ungerechter, nachtragender Überwachungsfanatiker, ein rachesüchtiger, blutrünstiger ethnischer Säuberer: ein frauenfeindlicher, homophober, rassistischer, Kinder und Völker mordender, ekliger, grössenwahnsinniger, sadomasochistischer, launisch-boshafter Tyrann.“
Deshalb war ich einigermassen überrascht, als im anthropologischen Museum Zürich eine Zeitung der reformierten Kirche auflag. Noch einmal überrascht war ich, in dieser Zeitung ein Interview mit dem Direktor des anthropologischen Museums Zürich, Carel van Schaik, zu lesen. Thema des Interviews: Der Bestseller ‚Das Tagebuch der Menschheit – Was die Bibel über unsere Evolution verrät’, den van Schaik zusammen mit dem Historiker und Wissenschaftsjournalist Kai Michel schrieb, der in den Zeitungen ‚Die Zeit’, ‚FACTS’ und ‚Die Weltwoche’ zu Themen Archäologie, Religion und Evolution bearbeitete.
Tatsächlich zeigen uns van Schaik und Michel Schätze der Bibel, die auch Atheisten begeistern dürften. Sie erreichen dies, indem sie eine eigentlich naheliegende Perspektive einnehmen: Sie lesen die Bibel als ‚Buch der Bücher’, als weltweit reichste Sammlung historischer Zeugnisse, als Tagebuch der Menschheit, in dem über mehr als tausend Jahre verschiedene Menschen ihre Gedanken, Fragen und Ideen festhielten. Diese Berichte vergleichen sie mit den Erkenntnissen der Archäologie und erreichen dadurch ein wesentlich lebendigeres Bild der Antike, aber auch der Frühgeschichte.
Natürlich bemerken auch die Autoren die Brutalität des alttestamentlichen Gottes. Sie untersuchen aber, wie denn aus der von Dämonen und Geistern erfüllten Welt der Jäger und Sammler ein einziger, allmächtiger, aber grausamer Gott wachsen konnte. Fast könnte man sagen, sie unterziehen den grausamen Gott einer Psychoanalyse und ergründen in dessen ‚frühester Kindheit’, worin denn die Grausamkeit gründet.
Die originelle und überzeugend belegte These: Durch die Sesshaftwerdung traten ungekannte Naturkatastrophen von geradezu apokalyptischen Ausmassen auf, Katastrophen, welche die Macht von Dämonen oder lokalen Göttern bei weitem überstiegen. Wenn ein Erdbeben eine ganze Stadt zertrümmerte, wenn Hunderte von Menschen in einem Tsunami ertranken oder von einem Vulkan verschüttet wurden, dann musste eine gewaltige Macht dahinter stehen.
Anschaulich schildern die Autoren, wie sich in den ungeschickt gebauten ersten Städten Seuchen ausbreiten, oft durch Haustiere eingeschleppt, welche in Jägerkulturen noch kaum bekannt waren. Nachvollziehbar ist auch das moralische Dilemma, als die ersten Bauern ihre Felder schützen wollten. In Jahrmillionen langer Evolution hat sich das Naturgesetz in unsere Gene eingegraben, alles, was die Erde hergibt, gehöre allen. Früchte, die noch am Baum hängen, die man aber doch nicht essen darf, waren undenkbar. Ein Bauer, der seine Ernte verteidigt, der wie Kain seinen eigenen Bruder erschlägt, nachdem er ihn heimtückisch mit reifen Feldfrüchten angelockt hat, so etwas gab es unter Jägern nicht.
Van Schaik und Michel anerkennen die kulturelle Meisterleistung, die intuitive, angeborene Jägerethik zu überwinden und dem Bauern zu seinem überlebensnotwendigen Recht zu verhelfen. Sie machen aber auch klar, welche Kraftanstrengung nötig war, der Jägernatur eine zweite oder gar eine dritte Natur anzuerziehen.
So führen uns die Autoren durch die Abschnitte der Bibel von der Schöpfungsgeschichte über Moses, die Könige über Jesus bis zu den Evangelisten. Sie berücksichtigen dabei, wann und in welchem Zusammenhang eine Textstelle zum ersten Mal auftaucht und ziehen auch Texte anderer Kulturen hinzu oder hebräische Texte, die es nicht in den offiziellen Kanon der Bibel geschafft haben. Sie zeigen, wie sich parallel zur kulturellen Evolution des Menschen auch der Gott Jahwe entwickelt hat.
In diesem Punkt unterscheiden sich Van Schaik/Michel am stärksten von Dawkins: Sie zeigen Hochachtung für die grandiose kulturelle Leistung, die angeborene Jäger- und Sammlermentalität zu überwinden und Gesellschaftsformen zu erfinden, die für Bauern, Händler und insbesondere für Städter tauglich waren. Sie honorieren, dass die Bibelautoren diese kulturelle Evolution über weite Strecken initiierten. Tragisch liest sich vor diesem Hintergrund der Satz in Kapitel 19: „Um das Jahr 400n. Chr. Jedoch wurde die Bibel durch die Kanonisierung ihrer Schriften schockgefroren.
Tatsächlich wurde die Entwicklung des Christentums durch die Kanonisierung zumindest stark gebremst. Kühn scheint mir daher die These, durch das Christentum seien die Wissenschaften und die Demokratie gefördert worden. Wissenschaften seien in einer monotheistischen Religion entwickelt worden, weil es eher denkbar sei, die Gedanken und Pläne eines einzelnen Gottes zu ergründen, als die eines in sich zerstrittenen Pantheon. Natürlich waren bis vor kurzer Zeit praktisch alle westlichen Wissenschaftler Christen oder Juden, wohl aber vor allem mangels Alternativen.
Spannend ist aber die Frage, die van Schaik und Michel zum Abschluss aufwerfen: Wie würde das Abendland heute aussehen, wenn die Kanonisierung nie stattgefunden hätte? Wie würde die Welt aussehen, wenn wir die Religion nicht eingefroren, sondern stetig weiter entwickelt hätten und heute vielleicht am 5. Testament schreiben würden?
Das ‚Tagebuch der Menschheit’ ist eine unterhaltsam geschriebene, durchwegs gelungene und empfehlenswerte Hommage zweier Agnostiker an das Buch der Bücher, das wichtigste Buch des Abendlandes.
Nachtrag vom 1. Oktober 2017
Im Podcast der Skeptiker Schweiz habe ich ein Interview mit Carel van Schaik zu diesem Buch geführt.
- Hope Cavendish
Zeitgenossen - Suche nach den Ur-Vampiren
(7)Aktuelle Rezension von: kointaAuch der vierte Band dieser Reihe hat mich wieder in seinen Bann gezogen. Die Zeitreise die man mit den Vampirfreunden unternimmt, macht diese Reihe zu was besonderen. Gut recherchiert bekommt man auf angenehme Art und Weise geschichtliches Wissen. Dies spielt zum Bsp der 1.Weltkrieg eine wichtige Rolle. Diesmal ist der eigentliche Kampf gegen die sybarites in den Hintergrund getreten und das geschichtliche in den Vordergrund, aber so wird es nicht langweilig und ich bin schon sehr auf Band 5 gespannt - Laura Labas
Lady of the Wicked
(91)Aktuelle Rezension von: dorothea84Laura Labas schafft es jedes Mal, mich mit Band 2 völlig zu schocken und auch hier war ich absolut nicht vorbereitet auf das, was mich erwartet hat.
Darcia Bonnet will Herrin der Hexen werden, um ihre Schwester von den Toten zurückzuholen. Auf ihrem Weg begegnet sie Valens Mariquise und zwischen den beiden entsteht eine Anziehung, die ihren jeweiligen Plänen mehr im Weg steht, als ihnen lieb ist.
Schon Band 1 endete mit einem Cliffhanger, aber das, was Band 2 daraus macht, hat mich komplett gepackt.
Ich konnte nicht schnell genug lesen, war vollkommen in der Geschichte gefangen und bin erst auf der letzten Seite wieder aufgetaucht.
Die Charaktere machen enorme Entwicklungen durch, sie leiden, kämpfen, verlieren und verändern sich.
Bei einigen Szenen hatte ich feuchte Augen – so viel Schmerz, so viel Emotion, so viel Leid.
Das Ende fühlt sich für mich an, als könnte da vielleicht noch mehr kommen. Ob das wirklich so ist, weiß ich nicht – aber wünschen würde ich es mir sehr.
- Susanne Ayoub
Der Edelsteingarten
(18)Aktuelle Rezension von: Katharina99Im Jahr 1955 lernt Laura in Wien Younis kennen, einen westlich orientierten Iraker. Beide verlieben sich und da Laura in Wien nicht viel zu verlieren hat, folgt sie Younis in dessen Heimat. Sie spricht kein arabisch, kennt im Irak außer Younis niemanden und hat keine Ahnung von dem Land und der Kultur, die sie erwarten. All das ändert sich schrittweise, doch ihre Rolle als Muslima und Ehefrau kann sie bis zuletzt nicht recht annehmen. Umgekehrt begehrt sie jedoch auch nicht dagegen auf, sondern verharrt in Passivität. Daran ändert sich auch nichts, als die große Liebe zu Younis zusehends Enttäuschung und Frustration weicht. Younis engagiert sich politisch, während der revolutionären Umbrüche im Irak ist er praktisch gar nicht mehr für die Familie da. Laura hingegen bleibt zu Hause, kümmert sich um die gemeinsame Tochter und interessiert sich nicht weiter für das, was in ihrer neuen Heimat passiert. Da die Geschichte aus Lauras Perspektive geschrieben ist, bekommt man daher auch als Leserin nicht viel von den politischen Geschehnissen mit, sondern verharrt mit Laura in deren Grübeleien.
Der "Edelsteingarten" gefiel mir zunächst sehr gut. Die Konstellation ist spannend gewählt, ich war neugierig mehr über den Irak vor Saddam Hussain zu erfahren. Tatsächlich wurden auch ein paar Speisen beschrieben und eine irakische Hochzeit dargestellt, je weiter die Handlung voranschritt, desto seltener wurden solche kulturellen Besonderheiten jedoch erwähnt. Besonders schade fand ich, dass auch die politischen Umstände weitgehend ausgespart wurden. Nur am Rande bekommt man beim Lesen etwa mit, dass der König von Revolutionären gestürzt wird. So bleibt der Roman letztlich eine banale Liebesgeschichte, mit einer außergewöhnlichen Konstellation, aber ohne dem politischen und kulturellen Anspruch, den ich mir erhofft hatte.
Hinzu kommt, dass die Geschichte für mich bisweilen kaum nachzuvollziehen war, da ich Lauras Passivität und Desinteresse einfach nicht verstehen konnte. Bisweilen hat es mich fast schon wütend gemacht, dass sie nur zu Hause sitzt, statt Verantwortung für sich und ihr Kind zu übernehmen. Vielleicht hatte ich auch dadurch Schwierigkeiten, in die Geschichte zu finden und mit Laura mitzufühlen.
Alles in allem empfand ich "Der Edelsteingarten" daher als einen Roman mit einer interessanten Idee, der jedoch dieses Potential nicht ausschöpfen kann. Über blieb daher eine solide geschriebene, letztlich aber etwas banale und oberflächliche Liebesgeschichte. - Umberto Eco
Wie man mit einem Lachs verreist und andere nützliche Ratschläge
(64)Aktuelle Rezension von: Mira123Solltet ihr je planen, Literaturwissenschaft oder ein ähnliches Fach zu studieren, dann bereitet euch schonmal darauf vor, dass euch jeder in eurem Bekanntenkreis plötzlich kistenweise Klassiker vorbeibringen wird, denn ihr braucht die ja sicher dringender. Und dann habt ihr plötzlich vier Ausgaben von Goethes "Faust" als Reclamhefte herumliegen und wisst nicht so richtig, was man denn jetzt damit anfangen soll. Gott sei Dank sind da manchmal aber auch kleine Schätze dabei! Zum Beispiel hat mein Vater mir unter anderem dieses Buch vererbt - was bedeutet, dass ich nicht nur dieses Buch lesen durfte, sondern auch die Anmerkungen, die er in dieses Buch gekritzelt hat als er in meinem Alter war, was ebenfalls spannend ist.
Ich muss zugeben, dass ich bisher von Umberto Eco weniger Bücher gelesen habe, als ich wahrscheinlich gelesen haben sollte. Bei so großen Autor:innen gibt es da immer einen ziemlich ordentlichen Druck, dass ich das kennen muss, verstehen muss und jedem Menschen, den ich ganz zufällig im Bus treffe, erklären können muss. Und natürlich muss mir jede Notiz dieser Autoren gefallen, denn die sind Klassiker und haben damit eigentlich fast Heiligenstatus und nicht sofort vor ihren Werken auf die Knie zu gehen, grenzt fast schon als Ketzerei. Kein Wunder also, dass nicht immer unbedingt Lust darauf habe, die großen Werke zu lesen, denn so eine Art von Druck kann ich in meinem Leben nicht brauchen.
In diesem Büchlein findet ihr verschiedene Kurztexte von Umberto Eco. Größtenteils handelt es sich dabei um satirische Ratschläge und Gebrauchsanweisungen: Wie funktionieren öffentliche Bibliotheken? Wie rechtfertige ich meine Büchersammlung vor Fremden? Wie zitiere ich eigentlich richtig in wissenschaftlichen Texten? Wie überlebe ich den Zoll, wenn ich ins Ausland reise? Oder auch: Wie verreise ich mit einem Lachs? Diese Gebrauchsanweisungen fand ich super spannend und lustig. Es handelt sich dabei natürlich größtenteils um Satire und es war für mich sehr interessant, zu sehen, was denn zum Zeitpunkt des Entstehens gerade Themen gewesen sein müssen, die Umberto Eco beschäftigt haben.
Danach folgt ein Nachrichtenaustausch, der in der Zukunft zwischen verschiedenen Arten von Aliens stattfindet. Ich hatte ehrlich keine Ahnung, dass Umberto Eco je Science Fiction geschrieben hat. Spannend fand ich, dass die Kommunikation hier so stark durch Vorurteile der verschiedenen "Rassen" und durch Misskommunikation geprägt wird, sowie durch die Unfähigkeit, seinen eigenen Standpunkt zu verlassen. Das erinnerte mich stark an den Umgang, den wir Menschen auch untereinander haben, wenn es darum geht, mit dem "Fremden", dem "Anderen" umzugehen. Und wir sind ja alle nur Menschen! Keine unterschiedlichen Spezies, die von anderen Planeten abstammen.
Trotz der Tatsache, dass mich dieser Nachrichtenaustausch so offensichtlich zum Nachdenken anregte, muss ich gestehen, dass ich gegen Ende das Interesse an dieser Kommunikation verlor. Ich hatte einfach das Gefühl, dass mir Vorwissen zu dieser Welt fehlt, die Umberto Eco uns hier zeigt. Es würde mich interessieren, ob zu dieser Welt wirklich nur diese paar Nachrichten existieren, die hier abgedruckt wurden, oder ob diese Nachrichten eine Art "Zusatzmaterial" zu einem längeren Text sind, von dem ich einfach bisher nichts gewusst habe.
Dieses Buch schließt dann mit ein paar Kurzgeschichten, die mich aber ehrlich gesagt nicht so ganz fesseln konnten. Ich glaube das liegt vor allem daran, dass der Ton meiner Meinung nach nicht wirklich zu den vorhergehenden Texten passte.
Mein Fazit? Alles in allem ein cooles Buch, das ich über weite Teile spannend fand. Wie es aber mit Sammlungen dieser Art immer ist, war für mich nicht jeder Text gleich interessant und mit ein paar konnte ich leider auch gar nichts anfangen. Aber alles in allem eine lesenswerte Sammlung.
- Kenah Cusanit
Babel
(22)Aktuelle Rezension von: Hellena921913, unweit von Bagdad. Der Archäologe Robert Koldewey leidet ohnehin schon genug unter den Ansichten seines Assistenten Buddensieg, nun quält ihn auch noch eine Blinddarmentzündung. Die Probleme sind menschlich, doch seine Aufgabe ist biblisch: die Ausgrabung Babylons. Zwischen Orient und Okzident bahnt sich gerade ein Umbruch an, der die Welt bis in unsere Gegenwart hinein erschüttern wird. Wie ein Getriebener dokumentiert Koldewey deshalb die mesopotamischen Schätze am Euphrat; Stein für Stein legt er die Wiege der Zivilisation frei – und das Fundament des Abendlandes. Kenah Cusanits erster Roman ist Abenteuer- und Zeitgeschichte zugleich – klangvoll, hinreißend, klug.
Mein Fazit:
Verschachtelte Sätze, philosophische Gedanken - all das mag ich eigentlich, aber der Autor kommt nicht zum Punkt und so habe ich abgebrochen, da mir der Sinn hinter allem fehlte
- André Milewski
Geheimakte / Geheimakte Babylon
(24)Aktuelle Rezension von: Olaf_RaackDieses Mal führt der Autor seinen Protagonisten Max, seine Freunde, deren machtbesessenen Gegenspieler und uns faszinierten Leser in das Babylonische Reich tief im Inneren des Irak in die fruchtbaren Landstriche des Euphrat. Doch der Weg dahin ist beschwerlich, zumindest für die Protagonisten. Zahlreiche schießwütige Schergen, Agenten sich bekämpfender israelischer Geheimdienste und holprige Reisen führen ans Ziel.
Dieses liegt in diesem Fall verborgen unter den Ruinen des vielfach zerstörten und wieder errichteten Babylons, das von zahlreichen Völkern vereinnahmt und besetzt worden ist. Den Rest sollte euch die Geschichte selbst erzählen.
Ich stehe total auf den Indiana Jones Flair, den diese Reihe so wundervoll rüberbringt und verkörpert. Mystische Schätze an ebenso mystischen Orten, fiese, skrupellose und nach Macht gierende Schurken, denen man zutiefst gönnt, dass sie ihre eigene Medizin zu schmecken bekommen.
Zudem begebe ich mich mit jedem Buch auf eine kleine Reise durch die Geschichte längst vergangener Hochkulturen und Legenden, was mein angestaubtes Wissen immer wieder punktuell auffrischt. Und Wissen schadet bekanntlich nicht. Ein Umstand, den auch der Archäologe Max Falkenburg verinnerlicht hat.
Für mich ist die Geheimakte-Reihe eine echte Bereicherung und ich freue mich, dass ich noch eine ganze Menge Bände vor mir habe, die nur darauf warten, mich mit auf die Reise zu nehmen! - Frido Mann
Babylon
(2)Aktuelle Rezension von: Chrissy87Eigentlich ist die Idee des Buchs richtig gut. Der männlich Hauptcharakter ist Jude der sich am Anfang des Buchs mit einem Moslem anfreundet und später eine Affäre mit einer Pastorin hat. Somit sind die drei großen Religionen in diesem Buch vertreten und unter den Personen im Buch findet ein reger Austausch statt.
Allerdings finde ich die Umsetzung weniger gelungen. Denn es gibt in diesem Buch die ganz normalen Alltagssituationen die in verständlicher Sprache geschrieben sind, aber immer wenn eine Diskussion zum Thema Glaube entsteht, wird mit Fremdwörtern nur so um sich geschmissen bzw. mit "biblischen Ausdrücken" und wer nicht so in der Materie des Glaubens bzw. der Gotteshäuser drin ist, hat echt Probleme dem zu folgen.
Vielleicht liegt es auch nur an mir, da ich nicht so "Bibelfest" bin und jemand der sich mehr mit dieser Materie auseinander setzt hat ja vielleicht doch sein Spaß an dem Buch.
Allerdings fand ich das Ende des Buchs ging gar nicht, dass war mehr als bizarr. - Daniel Kowalsky
Das Babylon-Mysterium
(12)Aktuelle Rezension von: SeelensplitterMeine Meinung zum christlichen Thriller:
Das Babylon-Mysterium
SPOILERALARM!
Inhalt in meinen Worten:
Wenn deine Familie entführt wird, diejenige die du liebst auch noch ihr Gedächtnis verloren hat, du letztlich auf der Jagd nach einem Dreidimensionalen Stern bist, dann bist du definitiv im weiteren Teil von Babylon.
Was ist, wenn die Welt meint, sie will nur noch eins sein, der Turm von Babel soll wieder aufgebaut werden, den Gott ja einst vernichtete, um eben nicht diese Rebellion zu erlauben, und zudem ist auch noch das TIER hinter dir her, dann ist klar, nichts ist mehr so wie du es kennst und du musst laufen! Laufen um dein Leben und alles darum geben, deine Familie und dein Leben zu retten, ob das gelingen wird? Das liegt an dir!
Wie ich das Gelesene empfinde:
Ich gestehe, ich hatte in diesem Teil der Reihe leider manchmal das Gefühl, das ist ein typisches Mittelbuch einer Reihe, doch dann nahm mich das Buch gefangen und ich hab vergessen wie spät es ist und war am Ende der Geschichte, war voller Cliffhanger, wie schon im ersten Teil und war überrascht wie der Autor Tote auferwecken kann, Themen in Worte fasst, die aktuell unser Weltgeschehen beeinflussen und dabei hat er diese Geschichte vor 2019 geschrieben, wie heftig kann bitte ein christlicher Autor wissen was morgen ist, wobei er ganz klar im Nachwort sagt, das er das natürlich nicht wusste, er spielte nur mit den Gedanken. Tja Gedanken werden zu Taten, steht ja schon im Wort, und genau das wird hier auch sehr oft verwendet, allein schon wie der Psalm 50 Vers 15 zu Wort kommt, fand ich sehr stark und glaubensauthentisch! Das schafft irgendwie bisher nur dieser Autor auf so coole Art, so das es klar ist, die christliche Botschaft ist am Ende vorhanden aber nicht als Fingerzeig oder gar Bekehrungsversuch es ist einfach nur selbstverständlich das der Glaube da ist. Ich bin gespannt wie er das in den weiteren Teilen verarbeiten wird. Aber nochmals die Cliffhanger sind ultra fies. Zudem fand ich es so heftig, das der Autor Charakter so formen kann und benutzen kann.
Spannung:
Das Buch hat hin und wieder Längen und baut zu sehr auf Einzelheiten auf, dann wiederum überschlägt sich alles und ich kann das Buch definitiv nicht mehr aus meinen Händen legen, deswegen lesen! Und bitte bereit sein, sich auch von geliebten Charakteren zu trennen.
Charakter:
Ich finde die Charakter immer wieder überraschend, bunt und ziemlich brutal, zugleich aber auch voller Hoffnungen, Stärken und Schwächen! Genau das ist toll in der Geschichte aber auch um sich die Charakter noch bildlicher vorstellen zu können. Die Feinde sind zum Teil wirklich Badboys aber manche sind einfach auch zur falschen Zeit am falschen Ort.
Themen:
Was ist wenn Menschen, und zwar sehr wenige, alles an sich reißen wollen, die Welt zu einem einzigen Ort machen wollen, der gleichgeschaltet ist, wo keine Unterschiede herrschen sondern nur das TIER! Was ist, wenn Meschen Medikamente erfinden, die andere so tief zerstören, das sie wie Fliegen sterben? Was ist, wenn alles was du bisher angenommen hast, nur eine Illusion ist und du nicht mehr von Oben und Unten unterscheiden kannst, Freunde dir das Messer in das Herz stechen und dir dabei fies in die Augen grinsen? Dann bist du an dem Ort, der unfassbar der Hölle nahe kommt und du musst erkennen, was die Wahrheit und was Fiktion ist und genau das bringt der Autor am Ende seines Buches gut zu Wort, das diese Geschichte eigentlich nur Fiktion ist und sie erfunden ist, aber was ist, wenn das Buch mehr sagen will, und eine Botschaft an die Leser ist, wach zu werden, nicht alles zu glauben was sie sehen und hören sondern hinterfragen, prüfen, und für die wirkliche Wahrheit einstehen? Das muss sich jeder Leser selbst überlegen, jedoch sollte man bedenken, in der christlichen Welt hat Gott immer noch das Allerletzte Wort, so wie er das Erste Wort hatte und uns erschaffen hat. Doch das ist eben auch Glaube. Die Frage ist, was glaubst du?!
Empfehlung:
Bitte lest zu erst Band 1, ihr verpasst einfach deutlich zu viel, wenn ihr schon bei Band 2 einsteigt, und wenn ihr dann das lesen anfangt, lasst euch darauf ein, aber lasst euch auch nicht verrückt machen, wenn am Ende alles ganz anders kommt, als es am Anfang den Eindruck erweckte. Und vor allem prüft was ihr lest und das Gute behaltet und glaubt das ihr nicht alleine seid, auch wenn vielleicht alles in eurem Leben dunkel und schwer ist. Das ist die Botschaft, die ich aus diesem Buch heraus ziehe. Es ist ein Thriller, der viel Dunkelheit in sich trägt aber auch ganz viel Hoffnung!
Bewertung:
Nachdem ich leider das Gefühl hatte, das es eben ein Mittelbuch der Reihe ist und das manches sich etwas zog gibt es vier Sterne, auch wenn ich eigentlich vieles echt toll finde. Aber die vier Sterne sind ziemlich nahe an den fünfen und ich bin froh das der dritte Band schon erschienen ist.
- Joachim Marzahn
Das Istar-Tor von Babylon - Die Prozessionsstraße - Das babylonische Neujahrsfest
(2)Noch keine Rezension vorhanden - Johannes Engels
Philipp II und Alexander der Grosse
(3)Aktuelle Rezension von: AdmiralWir befinden uns im Jahr 336 vor unserer Zeitrechnung. Philipp ist ermordert worden. Er ist jedoch nicht irgendwer, nein, sondern der 2. seines Namens und der König von Makedonien. Aus labilen Anfängen hat er seinem Land eine aussichtsreiche Grundlage aus Sicherheit und Macht verschafft, das Alexander III. nun übernimmt.
Doch halt. Bevor wir medias in res gehen, noch kurz die ganzen Formalia. Ja, ich weiß, etwas nervig. Aber das sollte schon sein, denke ich. Kennt ihr die Bücherreihe bereits ? Orange-gelber Softcover-Einband mit dunkelblauem Titel. Dazu den Reihentitel "GESCHICHTE KOMPAKT". Ich lese sie auch ganz gerne: die Einführungsreihe des WBG. Sie gibt Bücher zu allen möglichen Themen der Geschichte heraus. Diesen Band "Philipp II. und Alexander der Große" (2012²) hat Johannes Engels verfasst, der sich hier an ein altes, heiß umstrittenes, sehr zeitgebundenes, ideologisch aufgeladenes und äußerst umfangreiches Thema herangewagt hat. Das Thema ist Alexander der Große. Nun entspricht diese Angabe von mir nicht so ganz dem Buchtitel, doch das hat schon seinen Sinn. Denn in seiner Einleitung erklärt Engels recht plausibel, dass Alexanders Erfolge sehr stark auf den Erfolgen und Vorbereitungen seines Vaters (und das ist eben Philipp II.) beruhen (S. 5). Zusätzlich führte Alexander "lediglich" den bereits beschlossenen Kriegszug seines Vaters aus. Denn dieser hatte bereits alles in die Wege geleitet (S. 39).
Somit macht Engels gleichzeitige Behandlung der beiden Personen, Vater und Sohn, durchaus Sinn, auch wenn es dann doch auch andere Beifügungen in diesem Buch gibt, die sich mir nur sehr rudimentär erklären. Doch dazu will ich euch erst später mehr sagen. Zunächst will ich ein wenig mit dem Buch mitgehen. Von den 126 Seiten des Buches sind die ersten 69 Seiten den Quellen (S. 8-19), der Person Philipps mitsamt dem Königreich Makedonien (S. 20-41) und Alexander (S. 42-69) gewidmet. Die Darstellungen sind chronologisch und sind auf die Ereignisgeschichte ausgerichtet.
Ähnlich wie bei den Monographien von Alexander Demandt und John Grainger habe ich auch dieses Buch recht selektiv gelesen, denn meine Lektürefokus lag hauptsächlich auf Alexander dem Großen. Dementsprechend werde ich auch hauptsächlich über die Teile des Buches sprechen, die sich direkt auf Alexander den Großen beziehen. Das Kapitel, dass sich speziell auf Alexander bezieht, ist "IV. Alexander III. der Große, Makedonien, Griechenland und der Verlauf des Alexanderzuges (336-323 v- Chr.)", S. 42-69.
Die Darstellung von Alexander beginnt der Kapitelüberschrift entsprechend (Alexander ist nicht alleiniges Hauptthema) mit einem lediglich kurzen Abriss der persönlichen Vorgeschichte zun de Feldzügen nach Kleinasien und in den weiteren Osten. Engels beschränkt sich hier auf lediglich 3 Aspekte: körperliche und geistige Erziehung, erste Stadtgründungen unter seinem Vater Philipp und die Thronfolgewirren mit der rigorosen Positionsfestigung Alexanders (S. 44-45). Der 3. Punkt leitet zum nächsten Kapitel, in dem Engels die systematische Bekämpfung der Unruhen ud drohenden Revolten durch Alexander nachzeichnet, über. Alexander habe direkt die Balkanregionen und die Gebiete im südlich gelegenen Griechenland für sich und seine Herrscherposition, die auf andere einen labilen Eindruck machte, erneut gefestigt. Als Alexander in die Balkanregionen einmarschierte, habe er bereits die dortige Grenze der bekannten und zivilisierten Welt überschritten: die Donau. Denn Alexander habe hier, von seinem pothos (eine Art innerer und grenzenloser Antrieb) getrieben, nicht nur eine Machtdemonstration präsentieren wollen, sondern sei auch seinem internen Verlangen nach Entdeckungen nachgegangen. Dieses Verhalten beeinflusste Alexander auch in späteren Feldzügen (S. 45-47). Den "Befreiungskrieg" (oder eher "Beutezug"), den er 330 in Kleinasien (damals griechisch bewohnt und von den Perser an das eigene Reich angeschlossen) begann, führte er mit besonderer Schnelligkeit aus und ließ ihn von zahlreichen Propagandamitteln begleiten. So beschrieb einerseits Kallisthenes, der offizielle Hofhistoriker Alexanders, von Anfang an mit umfangreichsten Lobesworten den ganzen Feldzug, und andererseits vollführte Alexander mehrere symbolische Handlungen durch, wie bspw. den Speerwurf auf die Küste Asien als "speergewonnenes Land" (ein wichtiges Propagandamittel wurde später natürlich dann auch die Münze).
4 Jahre später (330) beendete Alexander den panhellenischen Rachfeldzug gegen das Perserreich: er hatte mehrere Schlachten überraschend gewonnen (Granikos, Issos, Gaugamela), hatte Städte belagert und erobert (Tyros, Gaza), hatte Ägypten besucht, wo er zum Pharao ausgerufen worden war, hatte Städte gegründet (Alexandreia !), hatte die persischen Reichsmetropolen besetzt (Babylon, Susa, Persepolis, Ekbatana) und hatte in einer symbolischen Geste die Palastanlagen in Persepolis niedergebrannt. Ab hier griff Alexanders Propaganda der griechischen Rache und Befreiung von der Perserherrschaft nicht mehr und es beginnen seine eigenen persönlichen Feldzüge.
Alexander leitet nun seine Feldzüge ins persische Hinterland weiter, wo er die nächsten 5 Jahre zubringt ("3. Der Alexanderzug von 330 bis zu Alexanders Rückkehr aus Indien", S. 56-63). In sehr verlustreichen Eroberungszügen unterwirft er Gebiete wie Baktrien und Sogdien. Dabei gerät er jedoch immer wieder in Konflikt mit seinen Generälen: der General Philotas soll wohl in Opposition zu Alexander gstanden haben, da Alexander immer mehr persische Praktiken und Verhaltensweisen an den Tag legte. Alexander ließ ihn hinrichten. Ein weiterer Punkt war die heftige Auseinandersetzung um die persische Proskynese, bei der der Untergebene vor dem Herrscher eine besonders unterwürfige Begrüßung vollführen musste. Das war für die Makedonen, die stets eng verbunden mit ihrem Herrscher waren, undenkbar. Alexander ließ hier seinen widerspenstigen Hofhistoriker (ihn habe ich bereits erwähnt) Kallisthenes töten. Doch der wohl berühmteste Fall war wohl die Sache mit Kleitos. Der Offizier Kleitos und Alexander gerieten 328 in völlig betrunkenem Zustand bei einem Trinkgelage aneinander, da Kleitos dem Alexander wohl Übermut und Realitätsferne vorwarf. In blinder Wut und alkoholisiertem Zorn tötete Alexander seinen Offizier "versehentlich". Alexander habe sich danach sogar selbst umbringen wollen (stimmt hier die Zeit-/Modusbildung ? :D). Der Höhepunkt dieser Widersprüchlichkeiten war im Indienfeldzug erreicht. Für Alexander war der Zug erfolgreich, da er die alten Helden der mythischen griechischen Vergangenheit (zB Herakles) übertrumpfen konnte. Doch allgemein betrachtet war der Indienfeldzug alles andere als ein Erfolg. Die Eroberungen konnten nicht gehalten werden und die Verluste an Menschen und Material war unverhältnismäßig hoch (vergleicht hierzu mal das Fazit des Indienfeldzug bei Grainger. Er sieht das noch viel drastischer).
Alexander wollte weiter nach Indien vordringen, doch dann meuterten seine Soldaten. Alexander musste nachgeben und zog sich mit seinen Truppen in einem (vielleicht als Strafe für seine meuternden Soldaten) Todesmarsch durch die gedrosische Wüste nach Karmanien zurück.
Auch in seinen letzten Regierungs- und Lebensjahren hielt sich Alexander nur noch in Persien auf. Nach seiner Rückkehr musste er die persischen Satrapien teilweise wieder neu unterwerfen und begann anschließend mit nicht gerade umfassenden Verwaltungsarbeit (er plante bereits den nächsten Feldzug nach Arabien, um evtl. der Administration zu entkommen). In dem Verbanntedekret destabilisiert er vielleicht bewusst, um sich eine weitere Klientel (der ehemaligen Verbannten) zu verschaffen. Denn mit diesem Dekret muss jede Stadt ihre Verbannten wieder aufnehmen. Bzgl. seines Verwaltungsstabs und seines Heeres in Persien betreibt er eine langsame, aber sichere "Entmakedonisierung": Soldaten schickt er nach Griechenland zurück und nimmt immer mehr Perser in seine Regierung mit auf. Zusätzlich lässt er auch noch die Masenhochzeit von Susa arrangieren, um evtl. eine erweiterte Reichsaristokratie zu schaffen, doch die meisten Ehen hatten keinen Bestand.
323 stirbt Alexander (wahrscheinlich nicht durch einen Giftmord, sondern) an einer kurzen und heftigen Krankheit. Nach seinem Tod begannen die sprichwörtlichen Leichenspiele um seine Person in Form von jahrelangen blutigen Diadochenkriegen.
Was jetzt auf den nächsten Seiten folgt (S. 70-118) hat sich mir nicht ganz erschlossen. Was nun nämlich folgt sind geographisch und thematische Abhandlungen zu Einzelbereichen der Zeitgeschichte zu Philipp und Alexander: Athen (S. 70-82), Sparta (S. 83-94), Theben (S. 95-104), Kleinasien (S. 105-110) und Wirtschafts- und Sozialgeschichte (S. 111-118). Das widerspricht mMn dem Buchtitel, wird jedoch aus der Einleitung eher ersichtlich, wo er eben nicht beginnt, von den beiden titelgebenden Personen zu sprechen, sondern von der politischen Lage in Griechenland. Die Einzeldarstellungen sind ziemlich zielorientiert und beziehen sich zum Ende hin jeweils mehr oder weniger stark auf Alexander und Philipp, doch gibt es zu diesem Thema eine eigene WBG-Darstellung: "Athen und Sparta" von Raimund Schulz. Wie gesagt, machen diese Einzelansichten schon irgendwie Sinn, doch fehlt mir stattdessen evtl. anderes: eine "Bewertung"/"Interpretation"/ein "Kommentar" (was auch immer) zu den beiden Personen oder eine Rezeptionsgeschichte. Und die ist auf jeden Fall äußerst umfassend (bereits in der Antike selbst !). Da eine grobe Richtung zu zeigen, wäre bestimmt sehr hilfreich und interessant gewesen.
Das Buch thematisiert also weniger Philipp II. und Alexander den Großen als Personen (vgl. Titel), sondern vielmehr diese gesamte griechische Epoche Griechenlands bis zum Tod Alexanders 323 (vgl. S. 1). Deher auch die intensiven Thematisierungen der einzelnen Städte und Faktoren, die sich in der 2. Hälfte des Buches befinden. Wer hier eine Abhandlung über Alexander den Großen erwartet, bekommt somit zu dieser Person eher ereignishistorische Aspekte zu lesen, die sich nämlich in das Gesamtthema einbetten sollen.
Alles in allem muss ich natürlich trotzdem sagen, dass die ereignishistorische Darstellung fundiert, gut lesbar und hilfreich ist.
Natürlich fehlen nicht die recht umfangreiche Bibliographie und das Register, die für diese Reihe typisch sind.
Wäre zu diesem Thema allerdings wohl eher nicht meine 1. Wahl.
Seht euch auch uU noch die Rezensionen an, die ich mir ebenfalls zu diesem Buch angesehen habe.
1. Rezension von Sabine Müller, in: H-Soz-Kult, vom 04.07.2006 (http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-7881).
2. Rezension von Gerhard Wirth, in: HZ 283 (2006), S. 715-6. - Jean Echenoz
Die Caprice der Königin
(4)Aktuelle Rezension von: JulesBarroisDie Caprice der Königin - Jean Echenoz (Autor), Hinrich Schmidt-Henkel (Übersetzer) 144 Seiten, Verlag: Hanser Berlin (14. März 2016), 17,90 €, ISBN-13: 978-3446250727Jean Echenoz ist einer der brillantesten Autoren der Gegenwartsliteratur in Frankreich. Jetzt legt er 7 Erzählungen vor. Sie spielen an sieben Erzählorten, von Suffolk über das antike Babylon bis zu Le Bourget, nahe Paris. Es sind sieben Wanderungen durch Zeit und Raum und Jean Echenoz sorgt für eine ironische Führung.
Es sind sieben Miniaturen, in Fresko gemalt, das eine spielerisch-schweigsam, das andere diskret-blendend und ein anderes wieder schüchtern-eloquent, ein lebendes Oxymoron, wie es nur ein moderne Romancier, ein wahrer Könner zu erstellen in der Lage ist.
Sieben Geschichten, die alle schon verstreut erschienen sind, aber jetzt von Echenoz neu retuschiert, montiert und zusammengestellt sind. Manche innerhalb des Genres, manche biographisch, oder besser gesagt, öfters auch topographisch.
Der erste Text, "Nelson" ist ein Juwel: sechs hochkonzentrierte Seiten des Porträts eines Admirals in all seiner Erhabenheit aber auch Gebrechlichkeit ein Individuum in der fragilen, bröckelnden Luft am Rande des Zerbrechens. Wir folgen Herodot bei einem Ausflug ins große Babylon, wir fahren mit einem einsamen Ingenieur des Brückenbaus auf Floridas Straßen und begleiten Jean Echenoz selbst, wie es scheint, auf drei Fahrten nach Le Bourget. Und wir wandern zwischen den zwanzig Statuen von Frauen im Jardin de Luxemburg und einigen anderen Landschaften.
Diese sieben Texte scheinen auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun zu haben: So fährt der Erzähler in einer Geschichte an drei verschiedenen Sonntagen in die Pariser Banlieue, allein mit dem Ziel, ein Baguette zu verspeisen. Dann reist der antike Geschichtsschreiber Herodot nach Babylon, um bei der Ortsbegehung einige seiner schriftstellerischen Fehler zu korrigieren. Oder wir sehen einem Vater und seinem Sohn dabei zu, wie sie hilflos versuchen, die Leere nach dem Tod der Mutter zu verdrängen. Aber das Nachdenken über die Vergänglichkeit zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. So lesen sich die Geschichten wie Variationen auf ein nie ausgesprochenes Thema: Es geht um den Abriss von Gebäuden, das Verschwinden von Menschen, das Erlöschen von Hoffnungen. Dabei wird das Buch niemals allzu schwer oder melancholisch:
Präzise, mit virtuoser Ironie zeigt sich deutlich der gelernt Schreiber in all seiner Virtuosität, mit seinem Charme und seinem Humor. Jean Echenoz bemüht sich um Genauigkeit, strenge, überzeugende Informationen und sorgfältige Beobachtungen sind seine Stärke. Daneben steht seine zweite Stärke: Struktur und Rhythmus seiner Sätze. Und das Ganze: unendlich lustig und lässig, auch ein bisschen verspielt, mit leiser Komik, einer beeindruckenden Zartheit gegenüber den Figuren und einer schier grenzenlosen Eleganz löst Jean Echenoz beim Lesen immer wieder Glücksgefühle aus.
Es ist ein kleines Buch, bei dem Sie keine der Geschichten einfach so weg lesen sollten. Nehmen Sie sich Zeit. Es lohnt sich in diese betörende Magie des Jean Echenoz einzutauchen. sie werden nicht mehr aufhören, diese starke Stimme der französischen Literatur in Hochform zu lesen.
Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Hanser Verlages
http://www.hanser-literaturverlage.de/buch/die-caprice-der-koenigin/978-3-446-25072-7/
Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de
- Stéphanie Queyrol
Die letzte Nacht der Lilie
(19)Aktuelle Rezension von: HuschdegutzelVampir-Roman - Lily findet sich plötzlich in einer anderen Welt wieder. Hier erwachen mythologische Wesen zum Leben und Prophezeiungen werden wahr. Auf dem Weg durch dieses Abenteuer verdichten sich die Erlebnisse, Erfahrungen und Empfindungen des jungen Mädchens zu einer wunderbaren Reise zu sich selbst.
So besagt es die Inhaltsangabe und die führte mich auf eine komplett falsche Spur.
Sicher stößt man auf Vampire und die Geschichte ist irgendwie anders, als man sich das im Allgemeinen so vorstellt - aber leider hat mich das Ganze nach dem ersten Drittel schon nicht mehr wirklich interessiert.
Besonders Lily fand ich als Charakter völlig unglaubwürdig und auch Armand und dem Rest konnte ich nichts abgewinnen.
2 Sterne lediglich dafür, dass die Sprache der Autorin sehr schön ist - aber wer Spannung erwartet, ist hier in meinen Augen völlig falsch. Das Buch ist eher von epischer Langsamkeit und Langeweile, auch die mit Worten gebildeten Bilder und einige getroffene Aussagen konnten mich nicht überzeugen, sondern ärgerten mich im Gegenteil immer mehr.
Leider keine Leseempfehlung .
- Robin Theis
Männer die nicht weinen
(7)Aktuelle Rezension von: bri114Das Buch wurde mir vom Autor zur Verfügung gestellt- das hat jedoch keinerlei Einfluß auf die folgende Rezension.
Das Cover ist recht neutral gehalten und läßt keinen Rückschluß auf das Genre zu.
Die Beschreibung klang sehr interessant und machte mich neugierig- dieses Buch versprach Spannung, Action und Humor in sich zu vereinen.
Die Hauptakteure Fiona, Pedro und Nero werden als außergewöhnliche Charaktere recht detalliert gezeichnet. Fiona ist schon sehr verrückt, aber auf eine liebenswerte Art. Pedro trägt viel Ironie in sich und Nero (Nepomuk), ein charmanter Adliger im besten Alter mit ungewöhnlichen Fähigkeiten, komplettiert das Trio.
Leider nahm auch die Vielzahl der Nebenfiguren einen großen Raum ein, sodaß nur an der Oberfläche dieser Charaktere gekratzt werden konnte und der Geschichte insgesamt etwas Tiefe nahm. Was bedauerlich ist, da diese wirklich grandios ist- und konfus, verrückt und toll! :)
Allerdings war mir der Einstieg etwas zu schwer- und auch realitätsfremd. Das könnte man vielleicht etwas anders lösen, denn schon bald nahm die Geschichte an Fahrt auf, verdichtete sich und machte einfach nur noch Spaß.
Wie schon erwähnt gibt es zahlreiche Protagonisten und verschiedene Handlungsstränge. Dennoch bleibt die Spannung nach dem etwas zögerlichem Beginn auf einem hohen Niveau, auch mit Humor wurde nicht gespart. Der Schreibstil ist sehr flüssig.
Ein Vampirroman der etwas anderen Art- das ist dieses Werk allemal. Aber auch ein Statement für Freundschaft, Hoffnung, Liebe und die Akzeptanz von Andersartigen. Für mich ein wunderbarer Roman, der viele Genres in sich vereint und es verdient, mehr Beachtung zu finden. Wohlverdiente 5*! - Richard Brautigan
Von Babylon träumen ...
(15)Aktuelle Rezension von: VespasiaDie kurze, aber knackige Geschichte über einen heruntergekommenen Privatdetektiv, der sich permanent in einer finanziellen Bredouille befindet, liest sich schnell und angenehm. Der Hauptcharakter war mir nicht besonders sympathisch, was aber gut in die Atmosphäre gepasst und deswegen nicht gestört hat. Überhaupt war die Atmosphäre sehr stimmig, ich konnte mich sehr gut in das San Francisco der vierziger Jahre einfühlen und wurde mitgerissen von den Erlebnissen des Detektivs C. Card. Zwischen der eigentlichen Geschichte waren immer wieder Abschnitte, in denen Card von Babylon träumte - auch wenn ich diese Abschnitte durchaus interessant fand, hätte ich mir ein wenig mehr Hintergrund gewünscht. Die eigentliche Kriminalgeschichte war spannend, humorvoll und unterhaltsam, obwohl auch hier einige Fragen offen blieben.
Fazit: Ein sehr schönes und kurzweiliges Buch für zwischendurch. - Kenneth Anger
Hollywood Babylon
(8)Aktuelle Rezension von: TheSaintAuch wenn der Wahrheitsgehalt der in diesem Buch präsentierten Geschichten über die Exzesse, Betrügereien, Morde, Selbstmorde, Scheinehen und Intrigen recht fraglich scheint, so zeigen die von dem Autor Kenneth Anger zusammengetragenen Geschichten - beginnend 1915 bis herauf in die 1960er - doch recht ansehnlich, dass sich in Hollywood nicht wirklich was geändert hat und die so aufwirbelnde #MeToo-Kampagne eigentlich nur bestätigt, was in Hollywood seit 100 Jahren praktiziert wird: Wer wirklich voran kommen und aufsteigen will... der muss gefallen und zu Willen sein...
Es gab da den Präsidenten eines großen Filmstudios, der sich jeden Tag um 16 Uhr eine andere junge Angestellte kommen ließ, die ihm zu Diensten sein mußte. Während der Prohibition floß bester Alkohol in den gigantischen Villen der Leindwandstars. Drogen wurden genossen und wilde Sex-Parties gefeiert. Draußen herrschte Armut, doch die Götter und Göttinnen der Leinwände zelebrierten exzessiv... da kam schon mal ein Revuegirl oder ein Starlet dabei zu Tode... die Studiobosse kauften die Polizei und die Richter und als Zeugen gab es andere Schaupieler.... Der Schein musste mit allen Mitteln aufrecht erhalten werden - die Welt da draußen bekämpfte ihre Armut und den Hunger, indem sie zu den Schönheiten Gloria Swanson, Rudolph Valentino & Co aufblickte und ihre Träume in ihnen verwirklicht sahen.
Der große schwergewichtige Komödiant Fatty Arbuckle vergewaltigte während einer seiner Sex-Parties eine 25jährige... sie verstarb kurz darauf. Charles Chaplin ehelichte mit 29 die 16jährige Mildred... der er bald überdrüßig wurde... da kam schon die nächste Lolita daher, die ihm 7 Monate nach der Hochzeit den Sohn Charles Chaplin Jr. schenkte... 9 Monate später kam der nächste Sohn zur Welt: Sydney. Knapp 1 Jahr später wurde die Scheidung von der Kindsfrau Lita eingereicht... Noch während der Prozeßschlacht war Chaplin abermals im Gespräch... als er der jungen Ehefrau des Silberminen-Millardärs William Randolph Hearst schöne Augen machte und dieser ihn auf seiner Yacht erschießen wollte, jedoch den Filmproduzenten und Regisseur Thomas Ince traf und tötete. In den Zeitungen (die von Hearst diktiert wurden) wie auch im Totenschein wurde von "akuter Magenverstimmung" als Todesursache berichtet. Der Prozess wie auch der Arbuckle's verlief im Sande... viele Gäste auf der Yacht wurden plötzlich vermögend... wie die damals mächtige Klatschkolumnistin Edda Hopper. Hearst-abhängig entschieden ihre Kolumnen über Aufstieg oder Fall eines Stars. Die Skandale, Gerüchte und Tragöden der Schauspieler*innen lesen sich herauf bis in die 1950er recht spannend... als die Berichterstattung und die Macht des Mediums Film noch relativ gut gelenkt werden konnte. Doch mit dem Anbruch der 60er und dem Aufkommen des Fernsehens bröckelten die Fassaden nicht nur der Filmstudios... auch der Glamour und die großen Diven begannen zu verblaßen. Die Glitzerstadt mit ihren fantastischen Traumwelten und den sich darin tummelnden Menschen, die oft durch Knebelverträge und aufgrund ihres Marktwertes und der verlogenen Biographien persönliche Höllen durchleben mussten, verkam zu einer beliebigen Produktionsstätte... Es ging abwärts und man wurde so arm, dass die Buchstaben "L-A-N-D" hoch oben in den Hügeln von Los Angeles nach deren Verrottung nicht mehr erneuert wurden und heute dank Hugh Hefner's "Playboy" wenigstens noch "HOLLYWOOD" lesen lassen. Die Filmmetropole befindet sich in einer Krise... doch auch heute noch ist eines gewiss: Sex sells... wie Harvey Weinstein nach altbewährter Hollywoodmanier vorlebte... nur nicht mehr so großes Glück mit seinen Aktionen hatte wie es weiland der Fall war.
Kenneth Anger's Schreibstil ist teilweise schmierig und zynisch. Es gibt in dieser Zusammenfassung seiner Bücher "Hollywood Babylon I und II" (der rororo-Verlag hat Kürzungen vorgenommen) zu den präsentierten Fällen (welche teilweise akkurat, teilweise mittlerweile widerlegt sind) durchaus passende spitze Bemerkungen, die schmunzeln lassen.
Wer das "alte Hollywood" schätzt und sich mit den Namen aus jenen Tagen der gloriosen Screwball-Komödien und Dramen auskennt, wird dieses Buch mit einem gewissen Reiz lesen. Wer sich einen ungefähren Eindruck über die damalige Filmwelt und durchaus einflußreiche Position von "Tinseltown" machen möchte, der ist hier willkommen...
Und diejenigen, die eventuell seit #MeToo geschockt über die Praktiken in der Branche sind, werden feststellen, dass sich Taktiken und Strategien nicht geändert haben... nur heute anders präsentiert werden...
- Anne W. v. Hess
Prophezeiung - Momentum
(28)Aktuelle Rezension von: Woobyna_HooDie Novelle zeigt den Excidium Babylon aus 3 unterschiedlichen Sichtweisen und wir können mitverfolgen wie Hugo, Layla und Friederike damit umgehen und wie ihre Gedanken dazu sind.
Es sind zwar nur wenige Seiten, aber sie haben mich gefangen genommen und in jeder Handlung und jeden Gedanken habe ich mich ein wenig selbst erkannt.
Wie würdest Du reagieren, wenn die Welt plötzlich geteilt wäre? Wie würdest Du darüber denken?
Hätte ich den ersten Teil der Prophezeiung nicht schon gelesen, würde ich es jetzt definitiv nachholen.
- Marah Woolf
Ring aus Feuer: Atlantis Chroniken 2
(16)Aktuelle Rezension von: Elkes_LiteraturwolkeInhaltsangabe von audible:
Ein verschollenes Insigne.
Eine uralte Fehde.
Eine aussichtslose Liebe.Ich habe den Unsterblichen das Zepter aus Licht wiederbeschafft und trotzdem hat Azrael sein Versprechen nicht gehalten. Alles, was ich je wollte, war, Malachi zu retten. Alles, was Azrael will, ist, zurück nach Atlantis zu gelangen. Er hat mich belogen und betrogen. Wenn ich könnte, würde ich dafür sorgen, dass sich sein Traum nicht erfüllt. Aber die Götter drohen, Malachis Seele den Dämonen zum Fraß vorzuwerfen, wenn ich ihnen nicht auch den Ring aus Feuer beschaffe. Mir bleibt keine Wahl, als mich wieder auf die Suche zu machen. Nur wo soll ich beginnen und wem kann ich in diesem Spiel noch trauen?
Mein Fazit:
Der zweite Band geht nahtlos da weiter, wo der erste Band geendet hat.
Nefertari stürzt ins Bodenlose, als sie von Malachis Tod erfährt. Sie fühlt sich von Azrael verraten und verkauft. Sie ahnt jedoch nicht, dass Azrael Malachis Seele in die Gefilde begleitet und er dort sicher ankommt. Aber die (scheinbar gelangweilten) Götter und Erzengel wollen nicht nur das Zepter, sondern auch noch den Ring aus Feuer haben, das zweite Insignie, welches Salomon so gut versteckt hat, dass es bislang nicht gefunden werden konnte. Da Nefertari das Zepter bereits erfolgreich fand, traute man ihr auch den Ring zu. Aber wo beginnen?
Neue zwielichtige Figuren, Fehden und Feindschaften und noch immer undurchschaubare Dschinns und Engel. Man verliert irgendwann den Überblick, das dämpft etwas die Lust zum Weiterhören. Auch hatte ich das Gefühl, dass sich das viel zu lange hinzog, die Trauer um Malachi und ihre Wut auf Azrael und die anderen Götter. Allerdings keimte in mir auch ein gewisser Verdacht, wer hinter all den Geschehnissen stecken könnte. Und da es ungefähr ab der Hälfte etwas zügiger voran ging, wurde mein Verdacht kurz vor Ende auch bestätigt. Doch die Intrigen hören nicht auf, es ist noch längst nicht alles geklärt und vermutlich wird es im dritten und letzten Band um nichts Geringeres als den Bestand der irdischen Welt gehen.
Die beiden Vorleser Dagmar Bittner und Sven Macht haben die Geschichte gut betont und den Figuren ein Bild gegeben und alles sehr lebendig gehalten. Das Ende ist für mich schockierend, ein echt fieser Cliffhanger und ich bin sehr gespannt, wie es mit dem dritten Teil weitergeht. Allerdings brauche ich eine Pause, um das Ganze zu verarbeiten. Dieser Teil bekommt vier Sterne und eine unbedingte Hörempfehlung für alle Marah Woolf-Fans.
- Damaris Kofmehl
Jakob
(11)Aktuelle Rezension von: BasteltanteDamaris Kofmehl gelingt es in „Jakob – Ein Bibelthriller“, die biblische Geschichte von Jakob auf eine fesselnde Weise lebendig werden zu lassen. Sie hält sich eng an die biblischen Überlieferungen und verbindet diese mit einer tiefgehenden Erzählweise, die die Figuren greifbar macht.
Jakob und sein Zwillingsbruder Esau könnten unterschiedlicher nicht sein. Ein schwerer Betrug entzweit sie, und Jakob muss vor dem Zorn seines Bruders fliehen. In der Fremde wird er selbst Opfer einer List. Nach vielen Jahren kehrt er schließlich zurück – doch Esau ist noch immer auf Rache aus. Jakob weiß, dass es mehr braucht als Geschenke, um das Unheil abzuwenden.
Besonders beeindruckend ist, wie Kofmehl nicht nur die biblischen Fakten darstellt, sondern sie mit Emotionen und Lebenssituationen verknüpft. Dadurch erhält man einen intensiven Einblick in Jakobs Gedankenwelt und die damalige Zeit. Die detaillierte Gestaltung mit einem Stammbaum, einer Landkarte und Erklärungen zu Namen und Personen hilft zusätzlich, die Zusammenhänge besser zu verstehen.
Das Buch ist wie ein Roman geschrieben und lässt sich flüssig lesen, während es gleichzeitig den biblischen Kontext respektiert und vertieft. Es ist ein empfehlenswertes Werk für alle, die biblische Geschichten auf eine lebendige, spannende, greifbare Weise miterleben möchten.























