Bücher mit dem Tag "baltikum"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "baltikum" gekennzeichnet haben.

56 Bücher

  1. Cover des Buches Unbarmherzig (ISBN: 9783548290973)
    Inge Löhnig

    Unbarmherzig

     (262)
    Aktuelle Rezension von: Simi159

    Wer die Tino Dühnfort Reihe von Inge Löhnig kennt, der kennt auch Gina Angelucci. Sie ermittelte mit Tino zusammen, dann wurden sie ein Paar und Eltern. Jetzt leitet sie die Abteilung für Cold-Cases der Münchner Kripo und hat ihre eigene Reihe…ja auch im deutschen Krimi gibt es Spin-Offs. 

    Unbarmherzig ist der zweite Fall für Gina, die frisch aus der Elternzeit zurück sich um einen Fall in Altbruck kümmern muss. Dort werden in einer Kiesgrube zwei Leichen gefunden, die schon mehrere Jahrzehnte vergraben waren. Eine davon stammt aus dem Baltikum, doch die Intensität bleibt ein Rätsel. Waren es zwei Zwangsarbeiter, die in der ehemaligen Munitionsfabrik dort gearbeitet haben? 

    Gina möchte den Mörder finden und durch die Klärung der Identität für eine, wenn auch späte Totenruhe sorgen. Doch ich allen in Altbruck gefallen die Ermittlungen und vielen Fragen nach der Vergangenheit….


    Fazit: Wie auch schon in der Reihe um Tino Dühnfort, erzählt Inge Löhnig auch in dieser Reihe in einen ruhigen und gelassenen Ton. Eher wie ein friedliches Plätschern baut sich Kapitel für Kapitel Spannung auf. Stück für Stück deckt Gina Angelucci den alten Fall auf und bastelt die einzelnen Teile zusammen. 

    Eingeschobene Rückblicke nehmen die Leser immer wieder mit ins Jahr 1944 und lassen so die Zusammenhänge besser verstehen und sorgen gleichzeitig für Spannung wegen falscher Fährten und überraschender    Wendungen.


    Die Charaktere sind sympathisch und auch in ihrem Handeln authentisch. Wer Gina mag, wird auch die Reihe um Tino Dühnfort mögen. 


    Ich hätte diesen Spinn-Off generell nicht gebraucht, für mich kann auch ein Paar weiter ermitteln…egal, für Unbarmherzig gibt es 


    4 STERNE.

  2. Cover des Buches Verdammnis (ISBN: 9783453438217)
    Stieg Larsson

    Verdammnis

     (2.538)
    Aktuelle Rezension von: Andrea_Willi

    Der erste Drittel und das letzte Drittel waren wirklich interessant. Ich hab das Buch nicht in einem Rutsch durchgelesen da es irgendwann recht langatmig wurde und ich pausen machte. Der Schluss war dann wirklich wieder spannend und habe ich an einem Stück  durchgelesen. Der erste Teil der Reihe hat mir besser gefallen. 

  3. Cover des Buches Die Menschheit hat den Verstand verloren (ISBN: 9783548288697)
    Astrid Lindgren

    Die Menschheit hat den Verstand verloren

     (87)
    Aktuelle Rezension von: Orisha
    Ein paar Worte der Einleitung... 

    Ich finde es immer etwas schwierig, Bücher zu bewerten, die als solche nie geplant waren. Bücher, die im Grunde Quellen darstellen. Bücher, die eigene Gedanken wiederspiegeln. Bücher, die bestimmte Ereignisse dokumentieren. Bücher, also Tagebücher, deren Inhalt nicht für eine breite Öffentlichkeit gedacht war. Tagebücher spiegeln unsere Gedanken, innersten Ängste, unsere Freude, unseren Zwiespalt wieder und zeigen ein sehr persönliches Bild von einer Person, die man vermeintlich zu kennen scheint, die sich aber in solchen persönlichen Aufzeichnungen, durchaus anders darstellt, als man vermutet. 

    Das führt mich zu Astrid Lindgrens Tagebüchern aus den Kriegsjahren 1939 bis 1945. Wir lernen eine Lindgren kennen, die noch keine Autorin ist. Eine junge Frau mit Kindern, einem Ehemann, die sich durch die Kriegsjahre schlägt und so genau - wie es für sie möglich war - versucht zu verstehen, zu begreifen und zu dokumentieren. Wir lesen von den uns allseits bekannten Kriegsereignissen: dem Überfall auf Polen, den Russlandfeldzug, Mussolini Treiben in Italien, Rommels Kampagne in Afrika, den (manchmal längst vergessenen) Akteuren anderer Länder und von noch viel mehr. Lindgrens Tagebuch besticht zunächst durch eine gewisse Distanz zu diesen Ereignissen - was nicht verwundert - denn Schweden war nun einmal nie in den Krieg direkt involviert. Daher betrachtet Lindgren zwar genau, doch manchmal auch etwas unkritisch, ohne aber jemals ihr privilegiertes Leben in Stockholm zu vergessen.

    Besonders was die Rolle Russlands und Deutschlands angeht, ist sie stets zerrissen. Denn die Angst vor dem bolschewistischen Übergriff wiegt beinahe schwerer als jene vor den Nationalsozialisten und Schergen Hitlers. Das mutet aus heutiger Sicht merkwürdig an, war aber eben europäische Realität jener Zeit. Auch spannend und leider mal wieder bestätigt, wird klar, dass die Vernichtung der Juden und die Existenz von Konzentrationslagern eben kein Geheimnis war. Da Zeitungen immer wieder davon berichteten und Lindgren dieses in ihren Aufzeichnungen auch dokumentiert. Hinzu kommt dass sie einen anderen Zugriff auf Informationen hatte, weil sie in einer Briefkontrollstelle arbeitete und Briefe fremder Menschen lesen konnte, die nochmal ein sehr eindringliches Bild des Krieges zeichnen. Das nimmt Lindgren über die Jahre auch zunehmend mit. 

    Daneben werden aber auch persönliche Probleme deutlicher - die zwar selten direkt benannt werden - aber dennoch einen Blick auf den Mensch Lindgren erhaschen lassen.

    Einzige Kritik, sofern man ein Tagebuch kritisieren kann, ist der Aufbau. Mit Faksimiles wurden einige Seiten aus den Originaltagebücher wiedergegeben, deren Transkription und Übersetzung auf den folgenden Seiten erfolgte und für die es wiederum Querverweise im eigentliche Tagebuchtext gibt. Das ist zwar verständlich, doch ich fand den Aufbau etwas unsäglich, da man immer wieder aus dem Lesefluss herausgerissen wurde. Eine fortlaufende Reihung mit Faksimiles oder ein originalgetreue Nachbildung des Tagebuchs wären da sicher praktischer gewesen. Dafür gibt es einen Stern Abzug.

    Ansonsten bleibt mir nur zu sagen, lest dieses und andere Tagebücher jener Zeit, um nicht zu vergessen.

    Fazit: Lesenswert!


  4. Cover des Buches Post Mortem - Herzen aus Wut (ISBN: 9783596702350)
    Mark Roderick

    Post Mortem - Herzen aus Wut

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28

    Einen ersten Blick auf das Geschehen ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:

    Das fünfte Buch der Reihe "Post Mortem) setzt inhaltsmäßig auf die Geschehnisse der Vorgänger-Bücher auf. 

    Wie bereits in der Überschrift gesagt, halte ich dieses Buch für den (bisherigen?) Höhepunkt der Reihe. Es ist extrem spannend und besticht durch ein hohes Tempo. Dazu trägt entscheidend bei, dass die Geschichte in kurzen, knackigen Kapiteln erzählt wird und auch durch die immer wieder wechselnden Perspektiven. Geschickt hat der Autor diese diversen Perspektiven zu einem runden Ganzen zusammen geführt.

    Vile der handelnden Figuren sind dem treuen Reihenleser aus früheren Büchern bekannt und bieten ein willkommenes Wiedererkennens-Erlebnis. Auch die beiden Hauptprotagonisten treffen wieder aufeinander. Erfreulicherweise wurden diese behutsam weiter entwickelt.

    Ein tolles Buch, das hoffentlich doch nicht den Abschluss der Reihe darstellt. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, wenn es einen weiteren Band geben würde.....!

  5. Cover des Buches Hunde von Riga (ISBN: 9783423212137)
    Henning Mankell

    Hunde von Riga

     (676)
    Aktuelle Rezension von: Hellena92
    Henning Mankell hat hier meinen liebsten Band der Wallander Reihe geschaffen.

    In "Die Hunde von Riga" geht es um ein kleines Boot, dass an die schwedische Küste geschwemmt wird. Die beiden toten Männer legen eine Spur bis nach Riga. So dass Kurt Wallander kurzerhand dort hin reist, um den Fall aufzuklären. Als er die wunderschöne Ermittlerin Liepas kennen. Gemeinsam versuchen sie den Fall zu lösen.


    Ich liebe dieses Buch. Es ist wahnsinnig spannend und man kann nicht aufhören zu lesen!
  6. Cover des Buches Die Zeit der Birken (ISBN: 9783746635446)
    Christine Kabus

    Die Zeit der Birken

     (32)
    Aktuelle Rezension von: ConnyKathsBooks

    Schleswig-Holstein, 1977: Die Liebe zwischen der 18-jährige Gesine und dem russischen Pferdetrainer Grigori endet jäh, als dieser plötzlich verschwindet. Einzig eine Kette mit einem Eichenlaubhänger bleibt Gesine als Andenken. Erst Jahre später kommt sie damit einem Familiengeheimnis auf die Spur. Estland,1938: Die 19-jährige Charlotte von Lilienfeld wird von ihrer deutschbaltischen Familie als Haushaltshilfe zu ihrem Onkel auf den Birkenhof geschickt, wo sie sich in den jungen Stallmeister Lennart verliebt. Doch ihre Beziehung muss geheim bleiben, denn ihre Eltern würden eine Ehe mit einem Esten niemals erlauben. Als Charlotte ein Kind von Lennart erwartet, beginnt der Zweite Weltkrieg - und die beiden Liebenden werden getrennt.

    "Die Zeit der Birken" stammt aus der Feder von Christine Kabus, deren Romane ich immer wieder gerne lese. Diesmal konnte mich die Autorin aber nur bedingt überzeugen.

    Interessant fand ich auf alle Fälle den Schauplatz. Wir erfahren viel Wissenswertes über die wechselvolle Geschichte Estlands und vor allem der Deutsch-Balten. Einer deutschsprachigen Minderheit, deren Spuren heute noch überall in Estland und Lettland zu finden sind. Auch ich habe einiges dazugelernt, zum Beispiel über die Umsiedlung der Deutsch-Balten Anfang des Zweiten Krieges. Im Rahmen der "Heim ins Reich"-Aktion mussten damals mehrere Tausend Esten und Letten ihre Heimat verlassen und sich größtenteils in annektierten polnischen Gebieten niederlassen. Die historischen Fakten sind dabei fundiert recherchiert und werden hier mit zwei fiktiven Schicksalen und Liebesgeschichten verknüpft.

    Die beiden Erzählstränge von Charlotte in der Vergangenheit und Gesine in der Gegenwart wechseln sich dabei ab. Mit Gesine und ihrer aufmüpfigen, rebellischen Art konnte ich ehrlich gesagt nicht so viel anfangen, auch nicht mit ihrer Liebe zu Grigori. Charlottes Part hat mir hingegen deutlich besser gefallen. Mit ihr konnte ich auch mitfühlen, denn ihre kaltherzige, strenge Mutter macht ihr das Leben schwer.

    Der Schreibstil an sich ist auch nicht schlecht, allerdings viel zu langatmig und detailverliebt. Mit zu viel Historie, Politik, Nebensächlichkeiten und Passagen, die sich zum Teil wie ein Auszug aus dem Geschichtsbuch oder Lexikon lesen. An einer Stelle wird zum Beispiel der Unterschied zwischen Plutokratie und Oligarchie erklärt, was für die Story überhaupt nicht von Belang ist. An anderer Stelle wird detailliert auf die RAF eingegangen. Oder gibt es Referenzen auf Filme und Musik der 70er Jahre, was zwar ganz nettes Beiwerk ist, aber auch nicht wirklich wichtig. Und so zieht sich das durch das ganze Buch. Teilweise fühlte ich mich vor lauter Details richtig erschlagen und meine Gedanken schweiften immer wieder ab. Die Geschichte konnte mich daher nur wenig fesseln und viele Seiten habe ich nur quergelesen.

    Die Zusammenführung der Erzählstränge und die Auflösung am Ende wird dagegen viel zu schnell abgehandelt. Gerade hier hätte sich die Autorin mehr Zeit lassen können. Erstens sind die Familienkonstellationen doch etwas verwirrend und zweitens bleiben auch noch zwei wichtige Fragen offen. Was nach knapp 600 Seiten doch etwas unbefriedigend war.

    Insgesamt kann ich daher "Die Zeit der Birken" nur eingeschränkt empfehlen. Liebe, Familiengeheimnisse und estnische Geschichte - durchaus interessant, aber für mich zu langatmig und detailverliebt erzählt. 3 Sterne von mir.

  7. Cover des Buches Das Schokoladenmädchen (ISBN: 9783958246188)
    Katryn Berlinger

    Das Schokoladenmädchen

     (101)
    Aktuelle Rezension von: Nimithil
    Die Geschichte spielt Ende des 19 Jahrhundert. Madelaine möchte mit ihrer Mutter nach Deutschland fliehen, doch leider geht das Schiff unter und sie überlebt als eine der weniger. Herr Martieli nimmt sie unter seine Fittiche und bringt ihr die Confiserie näher. Es warten einige Herausforderungen auf sie.


    Das Cover das Buches finde ich sehr gut gelungen, da es wunderbar zum Inhalt passt. Hunger sollte man beim Lesen auf gar keinen Fall haben, da die Herstellung von Pralinen und anderen tollen Dinge teilweise im Detail beschrieben wird.


    Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und teilweise sehr bildhaft. Die Hauptprotagonistin Madelaine ist sympatisch, wenn auch meiner Meinung nach nicht durchweg authentisch. Ihr fällt alles zu, ohne sich teilweise bemühen zu müssen. Dies kann ich mir als Frau in der damaligen Zeit nicht wirklich vorstellen und ich hätte mir gewünscht, dass sie in manchen Situationen mehr kämpfen muss. Dies sorgt auch dafür, dass es wenig Spannung beim Lesen gibt. Weiterhin kann ich manche Handlungen von Madeleine nicht vollkommen nachvollziehen und es hat für mich eher Rätsel aufgeworfen. 


    Nicht nur die Pralinen- und Tortenherstellung wird wunderbar beschrieben, sondern auch das damalige Leben in Riga. Der Leser erhält einen wunderbaren Einblick in Mode oder auch den Änderungen, welche Ende des 19. Jahrhundert waren. 


    Ein wunderschöner Roman, der den Leser dazu einlädt in eine andere Zeit einzutauchen und eine kleine Geschmacksreise zu unternehmen.



  8. Cover des Buches Das kalte Blut (ISBN: 9783257244434)
    Chris Kraus

    Das kalte Blut

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Ritja

    Was für eine Geschichte.

    So fesselnd, so spannend und gut geschrieben, dass man nur dabeibleiben will, um zu erfahren, wie es weitergeht. Und doch musste ich ab und zu das Buch zur Seite legen, um durchzuatmen und das Gelesene sacken zu lassen.

    Chris Kraus hat einen tollen Schreibstil, der es dem Leser einfach macht durch die Seiten und die Geschichte zu gleiten, doch hat er sich schwere Themen ausgesucht. Obwohl immer wieder schwarzer Humor durchblitzt, waren die Geschichten, die Koja Solm erzählt, grausam und teilweise schwer zu fassen und zu verstehen. Koja und sein Bruder Hub waren mir von Beginn an unsympathisch. Sie waren in der Geschichte wie Aale. Sie glitten durch die Hände und durch alle Widrigkeiten. Sie passten sich an und wechselten ihren politischen Mantel, wie es gerade zum Überleben notwendig war, sie verschleierten, sie betrogen und mordeten, sie sammelten Informationen und lieferten Menschen aus. Es waren schreckliche Taten, die sie vollzogen. Koja überlebte alles und jeden und am Ende schaffte er es sogar einen alten Hippie an seine Grenzen zu treiben.

    Chris Kraus lässt den Leser durch viele Jahre der deutschen Geschichte gehen und stets staunend lesen, wie die Brüder immer wieder die Kurve bekommen. Ich konnte gut ab- und eintauchen und mich durch die Geschichte treiben lassen. Jedoch hätten ein paar Seiten weniger, der Geschichte auch gut getan. Manchmal verlor sich der Autor in zu vielen Details und Seitenhandlungen, dass man erst mal überlegen musste, wo man sich gerade befand. Trotzdem habe ich "durchgehalten" 1.200 Seiten lang und das nächste Buch von Chris Kraus liegt schon im Regal und will gelesen werden.

    Dieses Buch lohnt sich. Nicht abschrecken lassen, sondern einfach starten.


  9. Cover des Buches Die Bernsteinhändlerin (ISBN: 9783442471232)
    Conny Walden

    Die Bernsteinhändlerin

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Lesezeichenfee

    Im Jahre 1450 soll Barbara Heusenbrink Matthias Isenbrink heiraten. Sie reist mit ihrem Vater von Riga nach Lübeck. Während der Verlobungsfeier wird sie von Erich von Belden gewarnt, dass Matthias sie vergiften will. Da er sich nicht freundlich um sie bemüht, und sie schon mit einer Magd betrügt, fährt sie mit ihrem Vater wieder nach Hause, nachdem sie schlechte Nachrichten von Zuhause erfahren haben. Erich von Belden, der zufällig vorbeikommt, rettet sie dann noch ein zweites Mal, als ihre Mitreisenden alle getötet werden. 

     

    Meine Meinung:

    Also ich lese nicht so gerne historische Romane, weil sie oft sehr seicht und klischeebehaftet sind. Lena Johannsons Bücher, wie z.B. die Bernsteinsammlerin und noch weitere, mag ich sehr. Also dachte ich, ich greife mal zur Bernsteinhändlerin. Conny Walden ist nicht eine Person, sondern ein Autorenehepaar, die diese Romane schreiben. 

     

    Ich habe das Buch vom öffentlichen Bücherschrank und im Urlaub lerne ich ja allerlei andere Autoren und Bücher kennen, die ich sonst nicht lese. Auch dieses Buch hat mir unterhaltsame Stunden geliefert. Aber ich bin jetzt nicht so begeistert, dass ich weitere Bücher des Autorenehepaars lesen wollte, denn es ist mir dann doch zu seicht und klischeehaft. 

     

    Achtung, zu erwartender Spoiler:

     

    Und natürlich hat Barbara Heusenbrink ihren Ritter Erich von Belden bekommen. Was ja absehbar war. Er war ja immer da um sie zu retten und schwanger war sie ja auch von ihm. 

     

    Das ist dann diese Art von Liebesroman, der einfach nicht nach meinem Geschmack ist. 

     

    Das Cover ist sehr hübsch gemacht, so auf altmodisch getrimmt und hat schöne Farben. Eine 2. 

     

    Mein – Lesezeichenfees – Fazit:

    Im Urlaub kann man ja testen, was und welche Autorinnen einem gefallen und welcher Schreibstil. Da ich dieses Buch ausgelesen habe und ich mich weder gequält habe, noch es als langweilig empfunden habe, möchte ich 3 Sterne geben. Es ist für alle geeignet, die Liebesromane lieben. 


    PS: Wie hier bei LB schon eine Rezentin auf den Punkt gebracht hat, langweilige Mitte und zu schnelles Ende, da war ich erstaunt, wie ratzfatz das ging. Das passte nicht zum Buch.

  10. Cover des Buches Scharlatan (ISBN: 9783455403770)
    Claudia Weiss

    Scharlatan

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    1706. Der Hamburger Advokat Hinrich Wrangel wird von seinem alten Freund und Mentor Thomasius um Mithilfe zur Befreiung des in Dresden zu Unrecht verhafteten russischen Sondergesandten Johann Patkul gebeten. Trotz Bedenken seiner Frau Ruth entschließt sich Hinrich, an dem geheimen Treffen in Königsberg teilzunehmen. Einige der fähigsten Juristen des Landes planen eine Verteidigungsschrift zur Freilassung Patkuls zu erstellen, da sie in dessen Verhaftung eine Verletzung des Völkerrechts sehen. Auf dem Weg zur Beschaffung von entlastenden Dokumenten wird Wrangels Kutsche überfallen, seine Begleiter werden getötet. Wrangel selbst ist spurlos verschwunden und wird für tot gehalten. Tatsächlich wird er schwer verletzt verschleppt und landet als Sklavenarbeiter in den Sümpfen von St. Petersburg …

    Als Ruth Wochen später vom Überfall und seinen Folgen erfährt, glaubt sie nicht an Hinrichs Tod. Sie fühlt, dass er noch lebt und will ihn aufspüren. So macht sie sich, begleitet von ihrem alten Diener Jurek, auf die Suche nach ihrem verschollenen Mann. Die Reise führt sie über Dresden und Danzig nach Königsberg und erweist sich als weitaus beschwerlicher und gefahrvoller, als zunächst angenommen. Das Land ist vom „Großen Nordischen Krieg“ gezeichnet, marodierende Schwedische Truppen ziehen umher …

    „Scharlatan“ ist bereits der zweite historische Roman von Claudia Weiss, der promovierten Historikerin mit Schwerpunkt Osteuropa. Ein geschichtlich belegter Fall ist Grundlage dieses spannenden Buches. So begegnen wir vielen historischen Personen, wie Johann Reinhard von Patkul, König August von Sachsen und Polen, Zar Peter I von Russland, König Karl XII von Schweden, Domenico Trezzini, der Baumeister des Zaren, und einigen mehr. Gekonnt mischt die Autorin die tatsächlichen Geschehnisse mit fiktiven Personen und haucht diesen Leben ein. Besonders herausgearbeitet und gut gelungen sind natürlich unsere Protagonisten Hinrich und Ruth, die man sich glaubwürdig in der Zeit vor ca. 300 Jahren vorstellen kann.

    Herausgekommen ist ein interessanter und sehr authentischer Roman. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, was die Spannung durchgehend auf hohem Niveau hält. Der Schreibstil ist flüssig, gut lesbar und schön komponiert. Mit Ruth erlebt man die Beschwerden damaliger Reisen, fühlt die Gefahren und sieht die Landschaften und Menschen plastisch vor sich. Mit Hinrich ist man dabei, wie das später so schöne St. Petersburg von Sklaven mühsam aus den Sümpfen der Newa heraus gestampft wird. Schön ist eine Begegnung mit der Schamanin Marusja, die der Geschichte noch etwas Mystik hinzufügt.

    Fazit: Ein Buch, das sich durch seine hervorragende historische Recherche auszeichnet – ein Gewinn für den geschichtlich interessierten Leser.

  11. Cover des Buches Der Grosse Wendig - Band 1 (ISBN: 9783878472179)
    Rolf Kosiek

    Der Grosse Wendig - Band 1

     (3)
    Aktuelle Rezension von: stummer-zeuge
    Als einer, der sich nicht sehr für deutsche Geschichte interessiert bin ich neutral an die Lektüre dieses Buches herangegangen. Aber das Buch ist ein großer Augenöffner! Viele Geschichtsdetails wurden mir nach der Lektüre logischer und klarer. Kein Wunder, dass das Buch offiziell verschwiegen bzw. als Geschichtsrevisionismus verteufelt wird. Kein Wunder dass diese brisanten Tatsachen in unseren Lehrplänen unerwünscht sind und deutsche Geschichtsschreibung bis heute von den damaligen Siegermächten bestimmt wird.
  12. Cover des Buches Kleiner Atlas zur deutschen Territorialgeschichte (ISBN: 9783885570967)
  13. Cover des Buches Ja, damals... (ISBN: 9783921255742)
    Else Hueck-Dehio

    Ja, damals...

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  14. Cover des Buches Der Fangschuß von Marguerite Yourcenar (26. Juni 2004) Gebundene Ausgabe (ISBN: B010IKKWN6)

    Der Fangschuß von Marguerite Yourcenar (26. Juni 2004) Gebundene Ausgabe

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Orisha

    Nach dem Ende des 1. Weltkrieges zieht sich der junge Erich von Lhomond auf das Schloss seines Freundes Konrad von Reval zurück. Dort trifft er auf dessen Schwester Sophie, die mittlerweile erwachsen, einen romantischen Faible für Erich entwickelt. Immer wieder geraten die beiden aneinander, doch Erich weist die junge Frau ab.  Als Sophie eines Nachts verschwindet und Erich sich in den baltischen Bürgerkrieg involviert, ahnen beide nicht, dass ihr Schicksal miteinander verbunden sein wird.

    Marguerite Yourcenars Roman entstand in den Vorwehen des Zweiten Weltkrieges und beschäftigt sich inhaltlich mit dem russischen Bürgerkrieg, der nach dem 1. Weltkrieg auch die baltischen Staaten erfasste. Die Geschichte der drei jungen Menschen - Erich, Konrad und Sophie - basiert auf einer wahren Begebenheit, wie Yourcenar in einem Nachwort berichtet.  

    Trotz des durchaus interessanten Settings - von dem ich gar nicht mal so viel Ahnung hatte - konnte die Geschichte mich nicht begeistern. Die Perspektive Erichs ist zu einseitig und kreist mir zu sehr um sich selbst. Weder Sophie noch Konrad werden gut skizziert, noch dürfen wir ihre Gedankenwelt erfahren - und wenn dann nur durch jene Erichs gefiltert. Erich, der sich im Grunde nur für den Krieg interessiert, Frauen benutzt und dabei nicht über seinen Horizont hinausblickt, bleibt unsympathisch und ich konnte mich wenig mit ihm identifizieren. Das muss man nun bekanntlich auch nicht mit jeder Romanfigur, da er aber nun einmal die einzige Bezugsperson im Roman bleibt, dessen Gedankenwelt wir wiedergespielt bekommen, macht es den Roman nicht wirklich attraktiv.

    Kurzum: Leider nicht wirklich meins.

  15. Cover des Buches Archiv Für Sippenforschung Mit Praktischer Forschungshilfe. 41. Und 42. Jahrgang 1975-1976 (ISBN: B002CI0EJA)
  16. Cover des Buches Invasion der Barbaren (ISBN: 9783608964264)
    Peter Heather

    Invasion der Barbaren

     (9)
    Aktuelle Rezension von: RalphHauptmann
    Ich muss an dieser Stelle beichten: ich rezensiere hier nicht die deutsche Fassung, sondern das englische Original. Ja, die mehr als 650 Seiten (im Paperback) flößen einen gewissen Respekt ein, doch wer sich seelisch-moralisch auf eine trockene Geschichtsabhandlung eingestellt hat, der wird positiv überrascht. Gerade die Leichtigkeit, mit der der Autor die Geschehnisse, die Europa letztendlich geprägt haben, im wahrsten Sinne des Wortes "erzählt", lassen den Leser komplett in diese Zeit eintauchen. Um es einmal in ein anderes Medium zu übersetzen: Ich habe beim Lesen dieses Buches vor meinem inneren Auge ein Drehbuch gesehen, eine lebendige Darstellung im Stil der BBC-Dokumentationen, die auch dem Laien den Einstieg in die Materie erlaubt - ein großes Manko vieler historischer Sachbücher. Eher unterschwellig nimmt man Heathers unglaubliches Faktenwissen wahr, es bleibt unaufdringlich, verständlich für den Laien und immer noch wissenschaftlich genug für den Historiker. Sicher kann man darüber streiten, ob man wirklich ein Glossar von fast 50 Seiten braucht, aber das ist ja genau die Wahl, die der Autor dem Leser lässt: Wie tief will er eintauchen? Fußnoten zerreißen den Erzählfluss, ebenso das "Einbauen" in den Text, was neben der Überfrachtung an Informationen auch meist in stilistischen Katastrophen resultiert. Der Kartenteil und die Illustrationen im Bildteil runden den guten Eindruck ab. Ein Must-Read für jeden, der sich für europäische Geschichte interessiert.
  17. Cover des Buches Gebrauchsanweisung für das Baltikum (ISBN: 9783492276467)
    Sabine Herre

    Gebrauchsanweisung für das Baltikum

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Dr_M
    Das Baltikum ist nicht nur ein landschaftlich schönes Gebiet Europas. Seine Geschichte kennt zahlreiche Überschneidungen mit der Deutschlands. Insbesondere in Lettland sind selbst heute noch deutsche Einflüsse nicht zu übersehen. Scheinbar sind die drei baltischen Völker zu klein und zu unbedeutend für eine deutlichere Wahrnehmung in Deutschland.

    Mit dem Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der Sowjetunion von 1939 fielen sie (wie auch Teile Polens) in Stalins Hände. Die Folgen sind bis heute besonders in Estland spürbar und nicht unproblematisch: Die Hälfte der estnischen Bevölkerung machen Russen aus. Beim Zerfall der Sowjetunion kam es im Schatten des ersten Irak-Krieges der USA zu blutigen Auseinandersetzungen mit Truppen des sowjetischen Innenministeriums. Es ist deshalb aus historischer Sicht weder ein Zufall, dass die drei baltischen Staaten heute zur EU gehören, noch dass sie ähnlich wie Polen gelegentlich fast hysterisch auf Russland reagieren.

    Ein Besuch in den drei recht unterschiedlichen Ländern lohnt aus vielen Gründen. Natürlich unter dem rein touristischen Gesichtspunkt. Immerhin erscheint das Baltikum selbst heute noch als unbekanntes Gebiet. Vielleicht sollte man in den drei Hauptstädten beginnen, denn mit ihnen erschließen sich sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede. Das wird in dieser Gebrauchsanweisung gut herausgearbeitet. Mit Büchern dieser Reihe soll wohl vor allem das beschrieben werden, was manche Leute als die Seele eines Landes oder einer Region bezeichnen. Unter diesem Blickwinkel gehört dieser Band sicher zu den Besseren der Reihe.

    Nimmt man andere Kriterien, wie die Struktur des Textes, die Klarheit oder Treffsicherheit von Aussagen oder ddie Spritzigkeit des Schreibstils, dann verliert das Buch allerdings wieder an Qualität. Insbesondere das reichlich übertriebene Geschichtenerzählen verschleiert nicht selten den Durchblick. Um es an einem Beispiel deutlicher zu machen: Die Autorin erwähnt, dass sich Lettland und Griechenland 2009 in einer ähnlichen Situation befanden (was nicht ganz stimmt) und verkündet dann, dass sie gleich den Unterschied zwischen den nachfolgenden Entwicklungen dieser Länder deutlich machen möchte. Aber zunächst müsse sie noch ein paar Geschichten erzählen. Leider kommt danach aber nichts wirklich Erhellendes zu ihrer Ankündigung.

    Immerhin aber erfährt man in diesem leider recht unstrukturiertem Buch viel über den "Seelenzustand" der drei Völker. Zum Beispiel über ihre für das restliche Europa ungewohnten (und heute noch gepflegten) heidnischen Bräuche, die anderswo durch das Christentum ausgerottet wurden. Am besten haben mir die relativ kurzen Erklärungen der Autorin zur Geschichte der drei baltischen Völker gefallen. Und auch ihre Bemerkungen über die jüngeren Entwicklungen, bei denen manche geradezu Neuland für das restliche Europa sind.

    Über Stil und Ton der Ausführungen in diesem Buch kann man sicher geteilter Meinung sein, denn er wirkt gelegentlich belehrend, etwa wenn die Autorin bedeutungslose Gender-Feministinnen als Zeuginnen für angebliche Fehlentwicklungen beruft oder sich etwas einseitig über Boykotte Russlands erregt. Insgesamt gesehen überwiegt in dieser Gebrauchsanweisung jedoch der Eindruck zutreffender Informationen über die "Seele der baltischen Völker". Einen guten Reiseführer ersetzt dieses Buch allerdings nicht.
  18. Cover des Buches Das Geheime wird offenbar (ISBN: 9783784425368)
    Michael S Voslensky

    Das Geheime wird offenbar

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches GEO Special / Baltikum (ISBN: 9783570197523)

    GEO Special / Baltikum

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Nil
    Das GeoSpecial BALTIKUM von Sept 2007 ist eine interessante Lektüre, wenn man vor hat die 3 Ostseestaaten zu bereisen. Obwohl das Heft bereits 3 Jahre alt ist, enthält es immer noch sehr gute Tipps (vieles ausprobiert!) und interessante Reportagen. Definitiv lesenswert.
  20. Cover des Buches Alexis oder der vergebliche Kampf (ISBN: 9783423191173)
    Marguerite Yourcenar

    Alexis oder der vergebliche Kampf

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Ein sehr fesselndes Buch voller Leidenschaft, Freundschaft, Liebe und Hass, und dem Tod. Mit sehr warmen gefühlsechten Worten taucht man ab in die Tragödie eines Dreiecksfreundschaft, welch jähes Ende man nicht zu hoffen wagte.
  21. Cover des Buches Die Liebeslotterie (ISBN: 9783499252594)
    Andrew Nicoll

    Die Liebeslotterie

     (16)
    Aktuelle Rezension von: mehe
    Tibo liebt Agathe und Agathe liebt Tibo. Eigentlich ganz einfach, wäre Agathe nicht verheiratet und Tibo ihr Chef.


    Doch Agathes Ehe ist nicht glücklich und ihr Mann liebt sie nicht mehr. Agathe braucht einen Mann, der sie schätzt und sie verdient. Einen Mann wie Tibo, den alle nur den "guten Bürgermeister" nennen. Tibo hat sein Herz längst an seine Sekretärin Agathe verloren und hasst die Einsamkeit nach Feierabend. Langsam nähern sich die beiden an. Doch keiner der beiden hat den Mut sich zu ihrer Liebe, die ohnehin offensichtlich ist, zu bekennen. Zu groß ist die Angst davor, das Ansehen in der Öffentlichkeit zu verlieren und zu groß der Respekt vor der Ehe und den guten Sitten. Die beiden sind eben zu gute Menschen. Werden die beiden über ihren Schatten springen oder fällt die Liebe und ihr Glück starrer Wertvorstellungen zum Opfer?


    Es ist so wunderschön dieser zarten und innigen Liebe beim Keimen zuzusehen und davon zu lesen. Die kleine Stadt, in der sich die Geschichte abspielt, wirkt wie eine Schneekugel. Romantisch und isoliert von der bösen Außenwelt! Die Zeit steht still, denn eine Geschichte wie diese kann immer und überall passieren.
    Zwar ist die Handlung weder sonderlich ereignisreich noch wird hier das Rad neu erfunden aber die Protagonisten gehen einfach richtig ans Herz. Man liebt und leidet mit ihnen und selbst das größte Unglück lässt den "heile Welt"-Charakter unberührt.


    Das mag vor allem dem blumigen Schreibstil geschuldet sein. Der Autor hat stets das Positive im Blick und lässt den Leser vom tragischen teil der Geschichte nur das nötigste wissen. Zwar ein bisschen naiv und kitschig aber in einem gesunden Maß! Einfach zauberhaft!


    Auch ein wenig Magie ist nötig, um den Liebenden auf die Sprünge zu helfen. Diesen Job übernimmt Mamma Cesare, die als Kupplerin fungiert. Mit ihrem Tod verliert die Geschichte auf den letzten hundert Seiten ein wenig die gute Seele. Die Ereignisse überstürzen sich und es wird mir dann etwas zu komisch und unrealistisch. 


    Der seltsame Schluss hat das mühsam aufgebaute Lese-Idyll ein bisschen angekratzt. Deshalb ist es leider nur ein gutes Buch, wie auch Tibo ein guter Mann ist, aber eben kein sehr gutes. Ich denke aber die Moral von der Geschichte ist auch, dass niemand perfekt ist und immer korrekt handelt - kleine Schwächen sind menschlich und in diesem Fall absolut vertretbar!
  22. Cover des Buches Baltische Staaten (ISBN: 9783575214348)

    Baltische Staaten

     (1)
    Aktuelle Rezension von: charlotte
    Sehr veraltet, aber immer noch informativ! Gut als Vorbereitung für Zuhause!
  23. Cover des Buches Baltische Länder (ISBN: 9783499190742)
    Gunnar Köhne

    Baltische Länder

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  24. Cover des Buches Landpartie - Gesammelte Erzählungen (ISBN: 9783717524762)
    Eduard von Keyserling

    Landpartie - Gesammelte Erzählungen

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    Aktuelle Rezension von: Giselle74
    Es gibt Schriftsteller, deren Werk völlig unverdient aus der Aufmerksamkeit gerät, in irgendeiner Versenkung verschwindet und dort sanft einstaubt. Und manchmal, zum Glück!, wird so ein Schriftsteller mit seinem Werk wieder entdeckt, entstaubt und den Lesern neu vorgestellt. Eduard von Keyserling ist so ein Schriftsteller, einer der eigentlich in die Riege der großen deutschsprachigen Erzähler der Jahrhundertwende gehören sollte, in einem Atemzug genannt mit beispielsweise Fontane oder Storm oder den Manns, Heinrich und Thomas.
    Der Manesse Verlag hat nun den 100. Todestag von Keyserlings am 28.September 2018 zum Anlass genommen, einen Band mit gesammelten Erzählungen herauszubringen. Dort sind nun alle auffindbaren Erzählungen und Novellen versammelt, mit Kommentar, Zeittafel, Bildteil und einem Nachwort von Florian Illies. Es wurde scheinbar sehr sorgsam recherchiert, Übersetzungen werden genannt und sogar Verfilmungen. Das ist zum einen informativ und zum anderen schön, wenn man sich noch nicht so wirklich trennen will von diesem Buch und seiner besonderen Stimmung.
    Eduard von Keyserling wurde 1855 in ein altes kurländisches Geschlecht geboren und bleibt in seinen Erzählungen in weiten Teilen der Adelswelt verhaftet. Häufig geht es um den jugendlichen Überschwang gegenüber dem gegebenem Regelwerk, um unstatthafte Liebe. Aber selten wurden diese Motive so elegant und melancholisch behandelt, so bar jeden Schmalzes. Und so modern, denn von Keyserling scheut sich nicht gesellschaftliche Problematiken zu bearbeiten, so zum Beispiel die Stellung der Frau, die häufig genug wenig eigenen Willen zugestanden bekommt und im goldenen Käfig lebt.
    Obwohl die Erzählungen, wie der Kommentar beweist, zeitlich und örtlich eingeordnet werden können, wirken sie wie aus der Zeit gefallen, erzählen von einer verlorenen Welt. Wobei der Autor durchaus andeutet, warum diese Welt untergeht, untergehen muss. Es ist spannend zu verfolgen, wie die Erzählungen über die Jahre sich verändern, wie es erst um Angehörige des Landadels geht, mit bestimmten Rechten, mit Gütern und Traditionen und wie nach und nach diese Rechte und Güter und Traditionen verloren gehen, so dass der Band mit einem herrischen Bankdirektor endet, der zwar noch ein "von" im Namen trägt, aber von adeligem Verhalten keine Spur mehr aufzeigt.
    Was all diesen Erzählungen gemeinsam ist, das sind die Stimmungen, die von Keyserling mit Worten schaffen konnte. Seine Beschreibungen der Natur, der Gärten, der Jahreszeiten schaffen nicht nur den Rahmen für die Handlung, sondern geben die passende Färbung. Häufig befinden wir uns im Übergang vom Sommer zum Herbst, wenn die Blumen am prächtigsten blühen, aber der nahende Verfall sich schon ankündigt oder im Übergang zwischen Tag und Abend, wenn die Stimmung stiller wird und die Natur durchatmet. Die Abstufungen sind unglaublich fein, manchmal ist es nur die Beschreibung eines Blumenstraußes in den Händen der Heldin, die dem aufmerksamen Leser den Ausgang schon andeutet.
    Es gibt Autoren, wo man nach jeder Erzählung eine lange Pause braucht. Hier habe ich geradezu rauschartig gelesen, weshalb im Nachhinein der Band auf mich wirkt wie ein langer Sommer, mit Bienengesumm und Rosenduft, der unwiderruflich beendet wird durch einen Krieg, der weitere Sommer dieser Art für immer unterbindet.
    Es bleibt zu hoffen, dass von Keyserling nun ins Gedächtnis der Leser zurückkehrt, denn seine bildreiche und doch schnörkellose Sprache ist in ihrer Feinsinnigkeit schlicht wunderschön.

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