Bücher mit dem Tag "baltikum"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "baltikum" gekennzeichnet haben.

55 Bücher

  1. Cover des Buches Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2) (ISBN: 9783548290973)
    Inge Löhnig

    Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2)

     (262)
    Aktuelle Rezension von: Simi159

    Wer die Tino Dühnfort Reihe von Inge Löhnig kennt, der kennt auch Gina Angelucci. Sie ermittelte mit Tino zusammen, dann wurden sie ein Paar und Eltern. Jetzt leitet sie die Abteilung für Cold-Cases der Münchner Kripo und hat ihre eigene Reihe…ja auch im deutschen Krimi gibt es Spin-Offs. 

    Unbarmherzig ist der zweite Fall für Gina, die frisch aus der Elternzeit zurück sich um einen Fall in Altbruck kümmern muss. Dort werden in einer Kiesgrube zwei Leichen gefunden, die schon mehrere Jahrzehnte vergraben waren. Eine davon stammt aus dem Baltikum, doch die Intensität bleibt ein Rätsel. Waren es zwei Zwangsarbeiter, die in der ehemaligen Munitionsfabrik dort gearbeitet haben? 

    Gina möchte den Mörder finden und durch die Klärung der Identität für eine, wenn auch späte Totenruhe sorgen. Doch ich allen in Altbruck gefallen die Ermittlungen und vielen Fragen nach der Vergangenheit….


    Fazit: Wie auch schon in der Reihe um Tino Dühnfort, erzählt Inge Löhnig auch in dieser Reihe in einen ruhigen und gelassenen Ton. Eher wie ein friedliches Plätschern baut sich Kapitel für Kapitel Spannung auf. Stück für Stück deckt Gina Angelucci den alten Fall auf und bastelt die einzelnen Teile zusammen. 

    Eingeschobene Rückblicke nehmen die Leser immer wieder mit ins Jahr 1944 und lassen so die Zusammenhänge besser verstehen und sorgen gleichzeitig für Spannung wegen falscher Fährten und überraschender    Wendungen.


    Die Charaktere sind sympathisch und auch in ihrem Handeln authentisch. Wer Gina mag, wird auch die Reihe um Tino Dühnfort mögen. 


    Ich hätte diesen Spinn-Off generell nicht gebraucht, für mich kann auch ein Paar weiter ermitteln…egal, für Unbarmherzig gibt es 


    4 STERNE.

  2. Cover des Buches Verdammnis (ISBN: 9783453438217)
    Stieg Larsson

    Verdammnis

     (2.559)
    Aktuelle Rezension von: supersusi

    Die Zeitschrift "Millennium" arbeitet mit einem jungen Journalisten und seiner Freundin zusammen. Sie schreibt eine Doktorarbeit über die Hintermänner von Mädchenhandel und er will ein Buch darüber veröffentlichen, in dem auch einige hochstehende Männer entblöst und an den Pranger gestellt werden. Aber wie weit die Kreise wirklich gehen, ahnt keiner. Und dann gibt es Verwicklungen, in denen Mikael Blomkvists frühere Freundin Lisbeth Salander eine Rolle zu spielen scheint. Und obwohl alles dagegen spricht, glaubt Mikael an ihre Unschuld. Aber kann er ihr helfen, wenn die ganze Polizei auf der Jagd nach ihr ist? Sie spricht nicht mit ihm und als sie endlich Kontakt aufnimmt, schreibt sie nur ein einziges Wort : Zala.

    Nachdem ich bei Band eins anfangs etwas Schwierigkeiten hatte, reinzukommen, war ich jetzt mit der Ausführlichkeit des Autors und den Figuren vertraut und war sofort mittendrin. Ich habe auch dieses Buch regelrecht verschlungen und konnte es nicht weglegen. Die Story ist so spannend und geheimnisvoll und man fiebert sehr mit Lisbeth mit. Auch ihr schrecklicher Betreuer, der sie vergewaltigt hatte, taucht wieder auf. Ich kann diese Reihe nur empfehlen. Was für spannende Thriller ! Schade, dass der Autor gestorben ist, bevor er die restlichen 7 Bände fertig hatte, die er geplant hat. Die Buch endet auch hochspannend. Ich bin froh, dass ich Band 3 hier habe, denn ich will unbedingt wissen, wie es mit den Charakteren weitergeht, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Darum schreibe ich auch jetzt nicht weiter, sondern lese gleich weiter. 

  3. Cover des Buches Post Mortem - Herzen aus Wut (ISBN: 9783596702350)
    Mark Roderick

    Post Mortem - Herzen aus Wut

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28

    Einen ersten Blick auf das Geschehen ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:

    Das fünfte Buch der Reihe "Post Mortem) setzt inhaltsmäßig auf die Geschehnisse der Vorgänger-Bücher auf. 

    Wie bereits in der Überschrift gesagt, halte ich dieses Buch für den (bisherigen?) Höhepunkt der Reihe. Es ist extrem spannend und besticht durch ein hohes Tempo. Dazu trägt entscheidend bei, dass die Geschichte in kurzen, knackigen Kapiteln erzählt wird und auch durch die immer wieder wechselnden Perspektiven. Geschickt hat der Autor diese diversen Perspektiven zu einem runden Ganzen zusammen geführt.

    Vile der handelnden Figuren sind dem treuen Reihenleser aus früheren Büchern bekannt und bieten ein willkommenes Wiedererkennens-Erlebnis. Auch die beiden Hauptprotagonisten treffen wieder aufeinander. Erfreulicherweise wurden diese behutsam weiter entwickelt.

    Ein tolles Buch, das hoffentlich doch nicht den Abschluss der Reihe darstellt. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, wenn es einen weiteren Band geben würde.....!

  4. Cover des Buches Die Menschheit hat den Verstand verloren (ISBN: 9783548288697)
    Astrid Lindgren

    Die Menschheit hat den Verstand verloren

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Orisha
    Ein paar Worte der Einleitung... 

    Ich finde es immer etwas schwierig, Bücher zu bewerten, die als solche nie geplant waren. Bücher, die im Grunde Quellen darstellen. Bücher, die eigene Gedanken wiederspiegeln. Bücher, die bestimmte Ereignisse dokumentieren. Bücher, also Tagebücher, deren Inhalt nicht für eine breite Öffentlichkeit gedacht war. Tagebücher spiegeln unsere Gedanken, innersten Ängste, unsere Freude, unseren Zwiespalt wieder und zeigen ein sehr persönliches Bild von einer Person, die man vermeintlich zu kennen scheint, die sich aber in solchen persönlichen Aufzeichnungen, durchaus anders darstellt, als man vermutet. 

    Das führt mich zu Astrid Lindgrens Tagebüchern aus den Kriegsjahren 1939 bis 1945. Wir lernen eine Lindgren kennen, die noch keine Autorin ist. Eine junge Frau mit Kindern, einem Ehemann, die sich durch die Kriegsjahre schlägt und so genau - wie es für sie möglich war - versucht zu verstehen, zu begreifen und zu dokumentieren. Wir lesen von den uns allseits bekannten Kriegsereignissen: dem Überfall auf Polen, den Russlandfeldzug, Mussolini Treiben in Italien, Rommels Kampagne in Afrika, den (manchmal längst vergessenen) Akteuren anderer Länder und von noch viel mehr. Lindgrens Tagebuch besticht zunächst durch eine gewisse Distanz zu diesen Ereignissen - was nicht verwundert - denn Schweden war nun einmal nie in den Krieg direkt involviert. Daher betrachtet Lindgren zwar genau, doch manchmal auch etwas unkritisch, ohne aber jemals ihr privilegiertes Leben in Stockholm zu vergessen.

    Besonders was die Rolle Russlands und Deutschlands angeht, ist sie stets zerrissen. Denn die Angst vor dem bolschewistischen Übergriff wiegt beinahe schwerer als jene vor den Nationalsozialisten und Schergen Hitlers. Das mutet aus heutiger Sicht merkwürdig an, war aber eben europäische Realität jener Zeit. Auch spannend und leider mal wieder bestätigt, wird klar, dass die Vernichtung der Juden und die Existenz von Konzentrationslagern eben kein Geheimnis war. Da Zeitungen immer wieder davon berichteten und Lindgren dieses in ihren Aufzeichnungen auch dokumentiert. Hinzu kommt dass sie einen anderen Zugriff auf Informationen hatte, weil sie in einer Briefkontrollstelle arbeitete und Briefe fremder Menschen lesen konnte, die nochmal ein sehr eindringliches Bild des Krieges zeichnen. Das nimmt Lindgren über die Jahre auch zunehmend mit. 

    Daneben werden aber auch persönliche Probleme deutlicher - die zwar selten direkt benannt werden - aber dennoch einen Blick auf den Mensch Lindgren erhaschen lassen.

    Einzige Kritik, sofern man ein Tagebuch kritisieren kann, ist der Aufbau. Mit Faksimiles wurden einige Seiten aus den Originaltagebücher wiedergegeben, deren Transkription und Übersetzung auf den folgenden Seiten erfolgte und für die es wiederum Querverweise im eigentliche Tagebuchtext gibt. Das ist zwar verständlich, doch ich fand den Aufbau etwas unsäglich, da man immer wieder aus dem Lesefluss herausgerissen wurde. Eine fortlaufende Reihung mit Faksimiles oder ein originalgetreue Nachbildung des Tagebuchs wären da sicher praktischer gewesen. Dafür gibt es einen Stern Abzug.

    Ansonsten bleibt mir nur zu sagen, lest dieses und andere Tagebücher jener Zeit, um nicht zu vergessen.

    Fazit: Lesenswert!


  5. Cover des Buches Scharlatan (ISBN: 9783455403770)
    Claudia Weiss

    Scharlatan

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    1706. Der Hamburger Advokat Hinrich Wrangel wird von seinem alten Freund und Mentor Thomasius um Mithilfe zur Befreiung des in Dresden zu Unrecht verhafteten russischen Sondergesandten Johann Patkul gebeten. Trotz Bedenken seiner Frau Ruth entschließt sich Hinrich, an dem geheimen Treffen in Königsberg teilzunehmen. Einige der fähigsten Juristen des Landes planen eine Verteidigungsschrift zur Freilassung Patkuls zu erstellen, da sie in dessen Verhaftung eine Verletzung des Völkerrechts sehen. Auf dem Weg zur Beschaffung von entlastenden Dokumenten wird Wrangels Kutsche überfallen, seine Begleiter werden getötet. Wrangel selbst ist spurlos verschwunden und wird für tot gehalten. Tatsächlich wird er schwer verletzt verschleppt und landet als Sklavenarbeiter in den Sümpfen von St. Petersburg …

    Als Ruth Wochen später vom Überfall und seinen Folgen erfährt, glaubt sie nicht an Hinrichs Tod. Sie fühlt, dass er noch lebt und will ihn aufspüren. So macht sie sich, begleitet von ihrem alten Diener Jurek, auf die Suche nach ihrem verschollenen Mann. Die Reise führt sie über Dresden und Danzig nach Königsberg und erweist sich als weitaus beschwerlicher und gefahrvoller, als zunächst angenommen. Das Land ist vom „Großen Nordischen Krieg“ gezeichnet, marodierende Schwedische Truppen ziehen umher …

    „Scharlatan“ ist bereits der zweite historische Roman von Claudia Weiss, der promovierten Historikerin mit Schwerpunkt Osteuropa. Ein geschichtlich belegter Fall ist Grundlage dieses spannenden Buches. So begegnen wir vielen historischen Personen, wie Johann Reinhard von Patkul, König August von Sachsen und Polen, Zar Peter I von Russland, König Karl XII von Schweden, Domenico Trezzini, der Baumeister des Zaren, und einigen mehr. Gekonnt mischt die Autorin die tatsächlichen Geschehnisse mit fiktiven Personen und haucht diesen Leben ein. Besonders herausgearbeitet und gut gelungen sind natürlich unsere Protagonisten Hinrich und Ruth, die man sich glaubwürdig in der Zeit vor ca. 300 Jahren vorstellen kann.

    Herausgekommen ist ein interessanter und sehr authentischer Roman. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, was die Spannung durchgehend auf hohem Niveau hält. Der Schreibstil ist flüssig, gut lesbar und schön komponiert. Mit Ruth erlebt man die Beschwerden damaliger Reisen, fühlt die Gefahren und sieht die Landschaften und Menschen plastisch vor sich. Mit Hinrich ist man dabei, wie das später so schöne St. Petersburg von Sklaven mühsam aus den Sümpfen der Newa heraus gestampft wird. Schön ist eine Begegnung mit der Schamanin Marusja, die der Geschichte noch etwas Mystik hinzufügt.

    Fazit: Ein Buch, das sich durch seine hervorragende historische Recherche auszeichnet – ein Gewinn für den geschichtlich interessierten Leser.

  6. Cover des Buches Das kalte Blut (ISBN: 9783257244434)
    Chris Kraus

    Das kalte Blut

     (28)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    In diesem Roman geht es um die radikale, systematische Vernichtung von Menschen während des zweiten Weltkriegs. Aus Sicht des Täters. Zwei Brüder werden als SS-Männer mit der „Säuberung“ im Osten und Westen des „Großdeutschen Reichs“ beauftragt. Beide lieben sie die Jüdin Ev, die traumatisiert aus Auschwitz zurückkehrt, wo sie zur Folterung von Häftlingen gezwungen wurde. Nach dem Krieg wechseln die Brüder Hub und Koja zu anderen Geheimdiensten, CIA und KGB, dienen als Doppelagenten mal hier mal da der „Sache“. Harte Kost, die anfangs in schönen Bildern und einem lockeren Erzählstil in das Buch zieht. 1974 beichtet der Ich-Erzähler Koja einem Hippie-Leidensgenossen in einem Krankenhaus seine Vergehen. Dabei schweift er immer wieder in melancholische Erinnerungen ab. Koja ist ein Künstler, hält alles mit Graphit auf Papier fest, lernt  Heinrich Himmler kennen und beeindruckt ihn. Sein Bruder Hub möchte den „Zartbesaiteten“ beschützen. Er sorgt dafür, dass Koja versetzt wird, sobald er zu Massenhinrichtungen abkommandiert werden soll, doch eines Tages kann Hub es nicht mehr verhindern. Und Koja ballert ein ganzes Magazin auf einen Säugling.
    Es gibt wunderschöne Metaphern in dem Buch, aber die will man als Leser mit zunehmender Enthüllung der Grausamkeiten nicht mehr genießen. Der Roman erinnert an die wahren Schicksale und pflanzt sie damit in die Gedächtnisse von uns Nachgeborenen ein oder besser, er ätzt sie ein. Für „Das kalte Blut“ hat er penibel in seiner eigenen Familiengeschichte recherchiert. Trotz bester Absichten zerfällt der Roman für mich als Leser aber eher in einen Bericht als in eine runde Gesamterzählung.

     Ein bedrückendes aber gutesBuch.

  7. Cover des Buches Das Schokoladenmädchen (ISBN: 9783958246188)
    Katryn Berlinger

    Das Schokoladenmädchen

     (102)
    Aktuelle Rezension von: Sasa020121

    Der Anfang des Buchs hat mich begeistert, doch dann zieht sich die Geschichte hin … streckenweise langatmig, zu kitschig und alles in allem zu „glatt“. 

  8. Cover des Buches Landpartie - Gesammelte Erzählungen (ISBN: 9783717524762)
    Eduard von Keyserling

    Landpartie - Gesammelte Erzählungen

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Pongokater

    Keyserling schuf um die vorletzte Jahrhundertwende ein Werk, das nicht zu Unrecht oft mit dem von Theodor Fontane verglichen wird. Vielleicht liegt es daran, dass die meisten Geschichte in der noch weiter östlichen gelegenen baltischen Heimat des Autors spielen, dass sie noch ruhiger und noch elegischer sind. Außerdem schafft Keyserling etwas, was nicht unbedingt Fontanes Stärke war: Er fängt die Stimmungen der Landschaft, des Wetters, der Natur vortrefflich ein, sodass er auch einen zweiten Titel zu Recht trägt: Baltischer Impressionist. Dieser Erzählungsband gibt mit einem guten Anmerkungsapparat fast schon alle wichtigen Texte des Autors.

  9. Cover des Buches Gebrauchsanweisung für das Baltikum (ISBN: 9783492276467)
    Sabine Herre

    Gebrauchsanweisung für das Baltikum

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Dr_M
    Das Baltikum ist nicht nur ein landschaftlich schönes Gebiet Europas. Seine Geschichte kennt zahlreiche Überschneidungen mit der Deutschlands. Insbesondere in Lettland sind selbst heute noch deutsche Einflüsse nicht zu übersehen. Scheinbar sind die drei baltischen Völker zu klein und zu unbedeutend für eine deutlichere Wahrnehmung in Deutschland.

    Mit dem Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der Sowjetunion von 1939 fielen sie (wie auch Teile Polens) in Stalins Hände. Die Folgen sind bis heute besonders in Estland spürbar und nicht unproblematisch: Die Hälfte der estnischen Bevölkerung machen Russen aus. Beim Zerfall der Sowjetunion kam es im Schatten des ersten Irak-Krieges der USA zu blutigen Auseinandersetzungen mit Truppen des sowjetischen Innenministeriums. Es ist deshalb aus historischer Sicht weder ein Zufall, dass die drei baltischen Staaten heute zur EU gehören, noch dass sie ähnlich wie Polen gelegentlich fast hysterisch auf Russland reagieren.

    Ein Besuch in den drei recht unterschiedlichen Ländern lohnt aus vielen Gründen. Natürlich unter dem rein touristischen Gesichtspunkt. Immerhin erscheint das Baltikum selbst heute noch als unbekanntes Gebiet. Vielleicht sollte man in den drei Hauptstädten beginnen, denn mit ihnen erschließen sich sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede. Das wird in dieser Gebrauchsanweisung gut herausgearbeitet. Mit Büchern dieser Reihe soll wohl vor allem das beschrieben werden, was manche Leute als die Seele eines Landes oder einer Region bezeichnen. Unter diesem Blickwinkel gehört dieser Band sicher zu den Besseren der Reihe.

    Nimmt man andere Kriterien, wie die Struktur des Textes, die Klarheit oder Treffsicherheit von Aussagen oder ddie Spritzigkeit des Schreibstils, dann verliert das Buch allerdings wieder an Qualität. Insbesondere das reichlich übertriebene Geschichtenerzählen verschleiert nicht selten den Durchblick. Um es an einem Beispiel deutlicher zu machen: Die Autorin erwähnt, dass sich Lettland und Griechenland 2009 in einer ähnlichen Situation befanden (was nicht ganz stimmt) und verkündet dann, dass sie gleich den Unterschied zwischen den nachfolgenden Entwicklungen dieser Länder deutlich machen möchte. Aber zunächst müsse sie noch ein paar Geschichten erzählen. Leider kommt danach aber nichts wirklich Erhellendes zu ihrer Ankündigung.

    Immerhin aber erfährt man in diesem leider recht unstrukturiertem Buch viel über den "Seelenzustand" der drei Völker. Zum Beispiel über ihre für das restliche Europa ungewohnten (und heute noch gepflegten) heidnischen Bräuche, die anderswo durch das Christentum ausgerottet wurden. Am besten haben mir die relativ kurzen Erklärungen der Autorin zur Geschichte der drei baltischen Völker gefallen. Und auch ihre Bemerkungen über die jüngeren Entwicklungen, bei denen manche geradezu Neuland für das restliche Europa sind.

    Über Stil und Ton der Ausführungen in diesem Buch kann man sicher geteilter Meinung sein, denn er wirkt gelegentlich belehrend, etwa wenn die Autorin bedeutungslose Gender-Feministinnen als Zeuginnen für angebliche Fehlentwicklungen beruft oder sich etwas einseitig über Boykotte Russlands erregt. Insgesamt gesehen überwiegt in dieser Gebrauchsanweisung jedoch der Eindruck zutreffender Informationen über die "Seele der baltischen Völker". Einen guten Reiseführer ersetzt dieses Buch allerdings nicht.
  10. Cover des Buches Invasion der Barbaren (ISBN: 9783608964264)
    Peter Heather

    Invasion der Barbaren

     (10)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Grob in zwei Teile lässt sich das erste Jahrtausend nach Christi unterteilen und ebenso grob kann man diese Zweiteilung im Buch thematisch wiederfinden. Unter dem ständigen Augenmerk auf die Migration ganzer Volksstämme in Europa in andere Landschaften und Lebensumstände hinein findet sich zunächst der jahrhunderte andauernde Niedergang des römischen Imperiums bis zu dessen Auflösung. Im Buch sind dies gut die ersten 300 Seiten. Auf denen Heather sauber herausarbeitet, dass es, nicht nur, aber im Wesentlichen auch, die Bedrängung durch die diversen 'Barbarenstämme' waren (diese lagen allerdings ebenfalls untereinander jeweils in Konflikten und verfolgten nicht als primäre Ziel die Absicht der Zerschlagung des römischen Imperiums, auch wenn die Völkerwanderungen der ersten Jahrhunderte einen gewichtigen Teil zur Auflösung der alten Ordnung beitrugen). 476 war das Ende des weströmischen Reiches durch Absetzung des Kaisers Romulus Augustus besiegelt, eine Neuordnung Europas im Westen und in den slawischen Ländern nahm nun zunehmend Formen an.

  11. Cover des Buches Die Vertriebenen (ISBN: 9783548750835)
    K Erik Franzen

    Die Vertriebenen

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Toll! Das bereits im Buchhandel erhaeltliche Werk von K. Erik Franzen erfuellt alle Merkmale eines guten Begleitbuches zu einer Fernseh-Dokumentation: viele Hintergrundinformationen, sehr gute Fotos und anschauliche Abbildungen, mutige und differenzierte Interpretationen und eine spannende Erzaehlsprache. Und das alles bei dem bis heute politisch brisanten und emotional aufgeladenen Thema der Vertriebenen. Mich stoert lediglich die Konzentration auf die ehemaligen deutschen Ostgebiete, Polen und die Tschechische Republik. Es gab noch mehr Vertriebene! Dennoch: einschließlich des gelungenen Vorworts von Hans Lemberg ein überaus anregendes Buch, das wie geschaffen scheint, die gegenwaertige Debatte um Erinnerungskulturen zu erweitern.
  12. Cover des Buches Die Liebeslotterie (ISBN: 9783499252594)
    Andrew Nicoll

    Die Liebeslotterie

     (16)
    Aktuelle Rezension von: mehe
    Tibo liebt Agathe und Agathe liebt Tibo. Eigentlich ganz einfach, wäre Agathe nicht verheiratet und Tibo ihr Chef.


    Doch Agathes Ehe ist nicht glücklich und ihr Mann liebt sie nicht mehr. Agathe braucht einen Mann, der sie schätzt und sie verdient. Einen Mann wie Tibo, den alle nur den "guten Bürgermeister" nennen. Tibo hat sein Herz längst an seine Sekretärin Agathe verloren und hasst die Einsamkeit nach Feierabend. Langsam nähern sich die beiden an. Doch keiner der beiden hat den Mut sich zu ihrer Liebe, die ohnehin offensichtlich ist, zu bekennen. Zu groß ist die Angst davor, das Ansehen in der Öffentlichkeit zu verlieren und zu groß der Respekt vor der Ehe und den guten Sitten. Die beiden sind eben zu gute Menschen. Werden die beiden über ihren Schatten springen oder fällt die Liebe und ihr Glück starrer Wertvorstellungen zum Opfer?


    Es ist so wunderschön dieser zarten und innigen Liebe beim Keimen zuzusehen und davon zu lesen. Die kleine Stadt, in der sich die Geschichte abspielt, wirkt wie eine Schneekugel. Romantisch und isoliert von der bösen Außenwelt! Die Zeit steht still, denn eine Geschichte wie diese kann immer und überall passieren.
    Zwar ist die Handlung weder sonderlich ereignisreich noch wird hier das Rad neu erfunden aber die Protagonisten gehen einfach richtig ans Herz. Man liebt und leidet mit ihnen und selbst das größte Unglück lässt den "heile Welt"-Charakter unberührt.


    Das mag vor allem dem blumigen Schreibstil geschuldet sein. Der Autor hat stets das Positive im Blick und lässt den Leser vom tragischen teil der Geschichte nur das nötigste wissen. Zwar ein bisschen naiv und kitschig aber in einem gesunden Maß! Einfach zauberhaft!


    Auch ein wenig Magie ist nötig, um den Liebenden auf die Sprünge zu helfen. Diesen Job übernimmt Mamma Cesare, die als Kupplerin fungiert. Mit ihrem Tod verliert die Geschichte auf den letzten hundert Seiten ein wenig die gute Seele. Die Ereignisse überstürzen sich und es wird mir dann etwas zu komisch und unrealistisch. 


    Der seltsame Schluss hat das mühsam aufgebaute Lese-Idyll ein bisschen angekratzt. Deshalb ist es leider nur ein gutes Buch, wie auch Tibo ein guter Mann ist, aber eben kein sehr gutes. Ich denke aber die Moral von der Geschichte ist auch, dass niemand perfekt ist und immer korrekt handelt - kleine Schwächen sind menschlich und in diesem Fall absolut vertretbar!
  13. Cover des Buches Der Grosse Wendig - Band 1 (ISBN: 9783878472179)
    Rolf Kosiek

    Der Grosse Wendig - Band 1

     (3)
    Aktuelle Rezension von: stummer-zeuge
    Als einer, der sich nicht sehr für deutsche Geschichte interessiert bin ich neutral an die Lektüre dieses Buches herangegangen. Aber das Buch ist ein großer Augenöffner! Viele Geschichtsdetails wurden mir nach der Lektüre logischer und klarer. Kein Wunder, dass das Buch offiziell verschwiegen bzw. als Geschichtsrevisionismus verteufelt wird. Kein Wunder dass diese brisanten Tatsachen in unseren Lehrplänen unerwünscht sind und deutsche Geschichtsschreibung bis heute von den damaligen Siegermächten bestimmt wird.
  14. Cover des Buches Kleines Bernstein (ISBN: 9783963114748)
    Rasa Aškinytė

    Kleines Bernstein

     (1)
    Aktuelle Rezension von: renee

    Ein historisches Buch, welches in längst vergangene Zeiten entführt, in die Zeit des Römischen Reichs. Dieses Buch lädt die Leserschaft auf eine Reise in die Vergangenheit ein, eine Reise zu den Ästiern im Baltikum, den Vorfahren der heutigen baltischen Stämme. Eine interessante und spannende Zeitreise, die etwas Vergangenes näherbringen möchte. Dies gelingt der litauischen Autorin Rasa Aškinytė auch recht gut. Die männliche und die weibliche Welt sind noch gut miteinander verflochten, das Christentum hat noch nicht die patriarchale Weltsicht verbreitet und Mensch und Natur sind noch eine miteinander verbundene Welt. Rasa Aškinytė gibt durchdachte und belegte Einblicke in diese Welt und obwohl diese Welt der Ästier schon lange vergangen ist, geben unserer westlichen Welt spätere polytheistische Kulturen in den Tiefen Sibiriens, Indiens und Südostasiens, Ozeaniens und Australiens, Afrikas und den Amerikas Einblicke in ihre Gedankenwelt und Lebenswirklichkeit. Der litauischen Autorin Rasa Aškinytė gelingt es hier in einer spannenden Geschichte das Wirken und Leben in dieser vergangenen Welt der ästischen Gruppen zu verdeutlichen.

    Gondas, der Stammesführer, ein Händler auf der Bernsteinstraße, bringt eine Zweitfrau in seinen Haushalt mit und Selija, die Erstfrau, ist darüber wenig begeistert. Nun bedeuten mehrere Ehefrauen auch eine gewisse wirtschaftliche Entlastung im eigenen Haushalt, doch die gutsituierte Erstfrau Selija hat für die Arbeit eine Dienerschaft und gewisse selbst bezogene Eigenschaften dürften auch in vergangenen Zeiten eine Rolle gespielt haben. Glesum, die Zweitfrau, eine ehemalige Sklavin ist sich ihrer Rolle bewusst und versucht möglichst unbeschadet durchs Leben zu kommen. Bentis, der Sohn von Gondas und Selija wird erwachsen und gewisse Generationenkonflikte zeichnen sich ab. Kirnis, ein ehemaliger Krieger und jetzt ein alter Mann kämpft mit seinen Erinnerungen und seiner jetzigen Stellung und dem Verfall seines Körpers. Die alte Heilerin des Dorfes sorgt für den Weiterbestand des Glaubens an die Göttin und deren Machterhalt und gleichzeitig kümmert sie sich mit ihren Mitteln um die Gebrechen der Menschen.

    Interessante Thematiken und recht gut gezeichnete Charaktere sind in diesem Buch zu finden. Nur der Aufbau der Charaktere könnte noch etwas ausführlicher erfolgen und der Fluss der Geschichte könnte noch etwas ausgebaut werden und weniger abgehackt daherkommen. Aber insgesamt ist "Kleines Bernstein" eine interessante Geschichte und eine schöne Unterhaltung!

  15. Cover des Buches DuMont Richtig Reisen Reiseführer Baltikum, Litauen, Lettland, Estland (ISBN: 9783770176496)
    Christiane Bauermeister

    DuMont Richtig Reisen Reiseführer Baltikum, Litauen, Lettland, Estland

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Nil
    Der Reiseführer Baltikum - Litauen, Lettland, Estland aus der Reihe Dumont Richtig Reisen ist ein wertvoller Reisebegleiter. Vor allem ist er bei der Planung einer Rundreise besonders hilfreich, da die Abschnitte der einzelnen Länder sehr übersichtlich gestaltet ist und man sich das gewünschte schnell herausfischen kann. Auch vor Ort beim Suchen nach neuen Zielen oder Zwischenstopps war dieser Reiseführer eine große Hilfe. Natürlich gibt es die ein oder andere beschrieben Sehenswürdigkeit/Restaurant etc nicht mehr, aber das das tut der Hilfe keinen Abbruch (z.B. Seilbahn in Kaunas außer Betrieb. Was halb so schlimm ist, da eine Treppe daneben zum Aussichtspunkt führt!) Auch interessant, sind einzelne Themenbezogene Infoboxen. Bezüglich Hotel und Restaurant Empfehlungen ist dieser Reiseführer alleine nicht geeignet und sollte durch einen weiteren Reiseführer wie Lonelyplanet, Michael Müller Verlag oder ReiseKnow How ergänzt werden.
  16. Cover des Buches Der Fangschuß von Marguerite Yourcenar (26. Juni 2004) Gebundene Ausgabe (ISBN: B010IKKWN6)

    Der Fangschuß von Marguerite Yourcenar (26. Juni 2004) Gebundene Ausgabe

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Orisha

    Nach dem Ende des 1. Weltkrieges zieht sich der junge Erich von Lhomond auf das Schloss seines Freundes Konrad von Reval zurück. Dort trifft er auf dessen Schwester Sophie, die mittlerweile erwachsen, einen romantischen Faible für Erich entwickelt. Immer wieder geraten die beiden aneinander, doch Erich weist die junge Frau ab.  Als Sophie eines Nachts verschwindet und Erich sich in den baltischen Bürgerkrieg involviert, ahnen beide nicht, dass ihr Schicksal miteinander verbunden sein wird.

    Marguerite Yourcenars Roman entstand in den Vorwehen des Zweiten Weltkrieges und beschäftigt sich inhaltlich mit dem russischen Bürgerkrieg, der nach dem 1. Weltkrieg auch die baltischen Staaten erfasste. Die Geschichte der drei jungen Menschen - Erich, Konrad und Sophie - basiert auf einer wahren Begebenheit, wie Yourcenar in einem Nachwort berichtet.  

    Trotz des durchaus interessanten Settings - von dem ich gar nicht mal so viel Ahnung hatte - konnte die Geschichte mich nicht begeistern. Die Perspektive Erichs ist zu einseitig und kreist mir zu sehr um sich selbst. Weder Sophie noch Konrad werden gut skizziert, noch dürfen wir ihre Gedankenwelt erfahren - und wenn dann nur durch jene Erichs gefiltert. Erich, der sich im Grunde nur für den Krieg interessiert, Frauen benutzt und dabei nicht über seinen Horizont hinausblickt, bleibt unsympathisch und ich konnte mich wenig mit ihm identifizieren. Das muss man nun bekanntlich auch nicht mit jeder Romanfigur, da er aber nun einmal die einzige Bezugsperson im Roman bleibt, dessen Gedankenwelt wir wiedergespielt bekommen, macht es den Roman nicht wirklich attraktiv.

    Kurzum: Leider nicht wirklich meins.

  17. Cover des Buches Polens deutsche Vergangenheit. Das Gebiet zwischen Oder und Memel im Ablauf der deutschen und der polnischen Geschichte (ISBN: 9783000124518)
  18. Cover des Buches Kleiner Atlas zur deutschen Territorialgeschichte (ISBN: 9783885570967)
  19. Cover des Buches Ja, damals... (ISBN: 9783921255742)
    Else Hueck-Dehio

    Ja, damals...

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches 1900-1918 (ISBN: 9783471793503)
    Martin Gilbert

    1900-1918

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    In Band I ( 1900-1918 ) und Band II (1919-1933 ) zur Geschichte des 20. Jahrhunderts beschreibt Professor Martin Gilbert jedes Jahr nach politischen, wirtschaftlichen und sonstigen Kriterien geordnet. Dabei wird Geschichte fesselnd erzählt wie ein Roman. Historische Genauigkeit langweilt hier nicht, sondern stellt die Dinge in einen faszinierenden Gesamtkontext.
  21. Cover des Buches Archiv Für Sippenforschung Mit Praktischer Forschungshilfe. 41. Und 42. Jahrgang 1975-1976 (ISBN: B002CI0EJA)
  22. Cover des Buches Die Bernsteinhändlerin (ISBN: 9783442471232)
    Conny Walden

    Die Bernsteinhändlerin

     (15)
    Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkond

    Lübeck 1450: In der Hansestadt soll die Verlobung zwischen der aus Riga stammenden Kaufmannstochter Barbara Heusenbrink und dem Erben eines lübischen Handelshauses Matthias Isenbrandt gefeiert werden. Doch statt des Freudentages muss die junge Frau erfahren, dass ihr zukünftiger Gatte sie mittels Giftmord aus dem Weg räumen möchte. Und so gerät Barbara unaufhaltsam in einen Strudel aus Machtkämpfen rund um das Gold der Ostsee, den Bernstein, in dem sie scheinbar keinem mehr trauen kann, außer vielleicht dem charmanten Ritter Erich von Belden.

    Ich hatte mich wirklich auf das Buch gefreut: Ostsee, Riga, Bernstein und Intrigen. Es klang für mich nach einer vielversprechenden Mischung. Allerdings musste ich recht schnell vorstellen, dass die Geschichte nicht ganz die Richtung einschlägt, die der Klappentext verspricht. So spielt die Verlobung zwischen den beiden Handelshäusern kaum eine große Rolle, dient nur als Aufhänger für den Plot rund um die Bernsteinverschwörung. Nichts desto trotz gefiel mir der Anfang des Buches recht gut. Zwar lässt der Schreibstil ein wenig zu wünschen über. Er ist sehr einfach gestrickt, leitet einen dafür aber sehr angenehm und leicht durch die Geschichte. Auch herrscht Spannung. Und das nicht nur am Beginn des Buches. Das ganze Buch ist über von einem solide ausgebauten Spannungsbogen geprägt. So lässt sich die Geschichte wirklich sehr flott weglesen. Auch was die Charaktere angeht hat das Autorenduo solide, wenn auch nicht überragende Arbeit geleistet. Die Hauptcharaktere hätten mehr Tiefe und Facettenreichtum vertragen, wirken insgesamt recht blass, wohingegen die Nebencharaktere leider zunehmend  zu einem Einheitsbrei verschwimmen. 

    So weit so gut, bis jetzt ein solider und durchaus unterhaltsamer Historischer Roman. Allerdings gab es auch Aspekte, die mich massiv gestört haben: 

    • Im Buch spielt der gesamte Ostseeraum eine bedeutende Rolle, ständig kommen Ortsnamen und Städte vor. In der Taschenbuchausgabe sucht man allerdings vergeblich nach einer Karte. Meiner Meinung nach wirklich unangenehm, da ich zumindest als Leser gerne den zurückgelegten Weg verfolge. Zwar bin ich mit geografischen und historischen Wissen schon vorbelastet, weiß dementsprechend, wo sich ungefähr das Land des Deutschen Ordens erstreckt, kenne die Lage von Danzig, Riga, der Marienburg oder aber auch Reval, wobei auch hier nirgendwo erklärt wird, welchen Namen diese Stadt heute trägt. Bei Begriffen wie Schamaitien musste ich dann schon im Internet nachschauen, wo wir uns da eigentlich befinden. Da bleibt einem beim Lesen wirklich nichts anderes übrig, als die Karte aus einem anderen Buch, dass ungefähr in der gleichen Zeit und im gleichen geografischen Raum angesiedelt ist, zu suchen, oder das Internet zu Rate zu ziehen. 
    •  Ein weiterer Punkt ist, dass weit und breit nirgendwo erklärt wird, was and er Geschichte nun Fiktion und was Wahrheit ist. Zwar muss ich das historische Wissen der Autoren durchaus loben, nebenbei werden beispielsweise die damalige Papierherstellung mittels Altkleidern erklärt, oder aber auch, mit welchen geopolitischen Schwierigkeiten der Deutsche Orden am Ende seiner Herrschaft zu kämpfen hatte. Allerdings weiß ich nun kaum, welche der angeführten Persönlichkeiten nun der Realität entsprechen, oder ob das Bernsteinregal der im Buch zu findenden Beschreibung entspricht, oder aber auch, ob es so etwas wie die Taktangebende Verschwörung überhaupt gegeben hatte. es findet sich nämlich weder ein Vorwort noch ein Nachwort, keinerlei Anhangmaterial aus dem sich historische Hintergründe erschließen lassen könnten. 
    • Über die beiden oben genannten Punkte kann man problemlos hinwegsehen, wenn man sich nur für den Unterhaltungsfaktor mit dem Buch beschäftigt. Allerdings war das Ende in meinen Augen eine schiere Vollkatastrophe. Ganz nach dem Motto "Wer bremst verliert" fetzen Conny Walden hier ein 25-Seiten Ende im billo-Modus hin. Angehetzt, ohne große Erklärungen und für einen geistig einigermaßen bewanderten Leser überhaupt nicht logisch nachvollziehbar. So wirft das Ende nur noch mehr Fragen auf, als es beantworten hätte können. Mehr gibt es darüber eigentlich nicht zu sagen. 

    So kann man eigentlich sagen, dass ich mit einem blauen Auge aus dem Buch hervorgehe. Was anfangs noch sehr solide und Unterhaltsam war endete in einem Albtraum. Dennoch kann ich die ersten beiden Drittel der Geschichte als gute Unterhaltung weiterempfehlen.

  23. Cover des Buches GEO Special / Baltikum (ISBN: 9783570197523)

    GEO Special / Baltikum

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Nil
    Das GeoSpecial BALTIKUM von Sept 2007 ist eine interessante Lektüre, wenn man vor hat die 3 Ostseestaaten zu bereisen. Obwohl das Heft bereits 3 Jahre alt ist, enthält es immer noch sehr gute Tipps (vieles ausprobiert!) und interessante Reportagen. Definitiv lesenswert.
  24. Cover des Buches Das Geheime wird offenbar (ISBN: 9783784425368)
    Michael S Voslensky

    Das Geheime wird offenbar

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks