Bücher mit dem Tag "bandenkriminalität"
49 Bücher
- Karsten Dusse
Achtsam morden
(903)Aktuelle Rezension von: Stephan_ButtgereitDer Witz von Achtsam morden liegt nicht einfach darin, dass ein Anwalt tötet und dabei Atemübungen beherzigt. Karsten Dusse nimmt die Sprache der Selbstoptimierung so ernst, dass sie allmählich ihr eigenes Absurditätspotenzial offenlegt. Björn Diemel will ein besserer Vater, Partner und Mensch werden; dass er seine Konflikte anschließend auf eine denkbar radikale Weise „löst“, macht den Roman zur schwarzen Komödie über Verantwortungsflucht.
Dusse schreibt mit großer Leichtigkeit. Die Regeln des Achtsamkeitstrainings werden nicht bloß parodiert, sondern treiben die Handlung tatsächlich voran. Gerade diese Verknüpfung von Lebenshilfe, Strafrecht und Gangsterplot trägt das Buch: Jede neue Maxime wirkt zunächst vernünftig und wird im nächsten Moment in eine moralische Schieflage überführt.
Die Figuren sind bewusst eher scharf konturiert als psychologisch vielschichtig; auch die Pointen werden bisweilen sehr zuverlässig gesetzt. Das gehört zum Programm, begrenzt aber die Fallhöhe. Trotzdem bleibt Achtsam morden mehr als eine lange Gagfolge, weil der Roman einen unangenehmen Kern trifft: Wer sein Leben nur noch als Projekt der eigenen Entlastung versteht, kann fast jede Grenze sprachlich elegant umgehen. Ein kluger, böser und bestens getakteter Krimi
- Jussi Adler-Olsen
Erwartung DER MARCO-EFFEKT
(640)Aktuelle Rezension von: marysfavouritebooksIch habe die Reihe bis zu diesem Band förmlich verschlungen. Aber hier hatte ich wirklich Mühe. Ich hatte das Buch bereits zwei Mal angefangen und wieder abgebrochen. Irgendwie kan ich leider überhaupt nicht rein. Jetz habe ich es endlich im Rahmen meiner SUB Abbau Challenge geschafft. Zwischenzeitlich war es sehr langatmig - das war ich mir von seinen anderen Büchern nicht gewohnt. Das liegt vielleicht auch daran, dass Bandenkriminalität, Clans und Korruption generell Themen sind, die ich nicht besonders interessant finde. Ich bin froh, ist es durch. Gegen Ende wurde es aber dann doch noch einigermassen spannend. Jetzt freue ich mich auf die restlichen Bücher.
- Tess Sharpe
River of Violence
(48)Aktuelle Rezension von: AnsonsternTess Sharpe kannte ich vorher von ihrem Jugendbuch “The Girls I’ve Been”, welches mir gut gefallen hatte, aber noch besser hätte es mir gefallen, wenn der Fokus ausschließlich auf dem Thrillerteil statt dem Highschool-Beziehungsdreieck gelegen hätte. Und genau das bekam ich bei “River of Violence”.
Harley Jean ist neun Jahre alt, als ihr Vater ihr beibringt zu töten. Zehn Jahre, als sie im Kofferraum eines fahrenden Autos aufwacht. Siebzehn, als sie das erste Mal eine Leiche verschwinden lässt und beinahe achtzehn, als sie das erste Mal auf jemanden schießt, um zu töten.
Als Tochter eines Mannes, der die Stadt in seiner Westentasche hat wie Don Corleone, hatte sie so gut wie nie ein normales Leben. Mit 22 Jahren ist sie nun dran, das Vermächtnis ihres Vaters zu erben. Wie es dazu kam und wie sie ihre Gegner in die Knie zu zwingen versucht, wird abwechselnd mit Sprüngen zwischen Gegenwart und Vergangenheit erzählt, sodass sich Stück für Stück die Puzzleteile ihres Lebens zusammenfügen.
“River of Violence” wirft einen scharfen Blick darauf, wie uns unsere Eltern (ungewollt) prägen, verpackt in einen düsteren Thriller über Kriminalität und bittere Rivalität. Auf dem Cover steht “Thriller” und anders würde ich es auch nicht einordnen. Dies ist kein Jugendbuch, aber mit ihren 22 Jahren ist die Protagonistin ungewöhnlich jung. “Der Pate” trifft auf “Breaking Bad” – leise bedrohlich, bevor es knallt, wortwörtlich. Noch treffender ist der Vergleich mit der Netflix-Serie “My Name” aus Südkorea. Aufgrund des Themas ist es nicht gerade ein vergnügliches Leseerlebnis, aber ungemein fesselnd. Spannung erzeugt nicht etwa atemberaubende Verbrecherjagden, sondern vielmehr die aufgeladene Atmosphäre, bis man plötzlich mittendrin ist. Am Anfang habe ich einige Kapitel gebraucht, um richtig einzutauchen, aber am Ende wollte ich das Buch gleich noch einmal von vorne lesen.
- Michael Tsokos
Zerrissen
(191)Aktuelle Rezension von: Phillippe_Quinter„Zerrissen“ ist erneut ein packender Thriller aus der Reihe um Rechtsmediziner Dr. Fred Abel und für mich einer der emotionalsten Bände überhaupt. Schon die Thematik rund um die misshandelte Nichte von Sabine Yao hat mich tief berührt. Verbrechen an Kindern sind immer schwer zu ertragen, und Michael Tsokos versteht es, dieses Thema mit grosser Eindringlichkeit aber auch mit Respekt und Empathie zu schildern.
Sein Schreibstil ist gewohnt präzise und spannend, zugleich aber menschlich und mitreissend. Ich musste beim Lesen immer wieder innehalten und durchatmen so realistisch und beklemmend wirkt die Darstellung. Auch der parallele Handlungsstrang rund um Lars Moewig und die libanesischen Drogen-Clans bringt Tempo und Härte in die Geschichte und sorgt für die typische Tsokos-Mischung aus True Crime und Thriller.
Für mich ein absolut gelungener Band, der lange nachhallt.
Ein kleiner Hinweis: Wer empfindlich auf Gewaltdarstellungen – insbesondere gegenüber Kindern – reagiert, sollte sich auf schwierige Szenen einstellen.5 von 5 Sternen
- Peter Gallert
Glaube Liebe Tod (Ein Martin-Bauer-Krimi 1)
(165)Aktuelle Rezension von: ReiShimura"Glaube Liebe Tod" ist der Auftakt zu einer Krimireihe des Autorenteams Peter Gallert und Jörg Reiter. Die Martin Bauer Krimi Reihe umfasst drei Bände und wie der Name bereits verrät drehen sich alle Bücher um den Polizeiseelsorger Martin Bauer. Dieser ist auch der Grund, warum ich mich für dieses Buch entschieden habe. Ein Ermittlerduo aus einer Kommissarin und einem Seelsorger fand ich unglaublich faszinierend und ich war neugierig in weit religiöse Komponenten in das Buch und vor allem die Ermittlungsarbeit einfließen.
Der Einstieg in die Geschichte war unglaublich packend und fesselnd. Die Spannungskurve ist gleich zu Beginn auf einem Höhepunkt und das Tempo ist auch recht zügig. Dies fand ich einerseits sehr gelungen, da man gleich voll in die Geschichte eintaucht und mitgerissen wird. Andererseits kam aber auch der Gedanke auf, dass es wahrscheinlich nicht möglich sein wird, das Spannungsniveau ständig auf diesem hohen Level halten zu können, geschweige denn das Niveau noch zu erhöhen. Und so kam es dann auch. Nach einem rasanten Beginn, kam dann erst mal eine kleine Flaute, in der man die Möglichkeit hatte durchzuatmen und sich mit den handelnden Personen vertraut zu machen.
Recht schnell musste man sich dann aber wieder neu orientieren und umstellen, denn nach und nach werden mehr Personen und vor allem zusätzliche Handlungsstränge eingeführt. Für mich war der Übergang von einem Handlungsstrang zum nächsten im ersten Augenblick nicht immer ganz logisch oder nachvollziehbar. Ich verstehe aber, warum das Autorenduo die Übergänge so gewählt hat. Das sich die diversen Handlungsstränge mit der Zeit zu einem großen Ganzen verweben werden, ist von Anfang an absehbar, die Art und Weise wie dies geschieht fand ich aber sehr gut gelöst.
Obwohl das Tempo der Geschichte meistens recht hoch ist, wie bereits mehrfach erwähnt, gibt es natürlich auch hier die eine oder andere eher langatmigere Passage. Diese hätte man meiner Meinung nach teilweise ein wenig kürzen können, wenn man ein paar, für den Verlauf der Geschichte nicht notwendigen Handlungsstrang weggelassen hätte.
Ein Sticker auf dem Cover verspricht Kopfkino Edition. Die Befürchtung das dies eine übertriebene Werbemaßnahme ist kam kurz bei mir auf. Ich gebe aber gerne zu, dass diese Befürchtungen unbegründet waren. Denn das Buch hat bei mir wahrlich Kopfkino ausgelöst. Das Autorenduo schafft es eindrucksvoll eine düstere und bedrückende Stimmung zu erzeugen. Die Verzweiflung mancher Protagonisten kann man fast körperlich spüren und als der große Wind aufkam, konnte ich diesen hören.
Die Charaktere fand ich sehr gut beschrieben, wenn auch die meisten keine Sympathieträger sind. Dafür finde ich Protagonisten aber glaubwürdig und authentisch, bei manchen hätte ich mir aber ein wenig mehr Tiefgang und detailliertere Beschreibungen erwartet. Eine religiöse Komponente ist wie erwartet Teil der Geschichte, kommt aber weniger stark zum Vorschein, als ich das vermutet hätte.
Alles in allem habe ich mich gut unterhalten gefühlt, auch wenn das Buch kleinere Schwächen ausweist.
- Dennis Lehane
Ein letzter Drink
(61)Aktuelle Rezension von: Pascal_MaessMit Ein letzter Drink habe ich meinen Einstieg in die Kenzie-&-Gennaro-Reihe von Dennis Lehane gefunden – und was mich am meisten überrascht hat: Dieses Buch lebt fast vollständig von Dialogen.
Im Grunde passiert auf vielen Seiten gar nicht so viel Handlung im klassischen Sinne. Stattdessen besteht der Roman aus Gesprächen, Beobachtungen und Gedankengängen des Erzählers Patrick Kenzie. Und genau darin liegt die große Stärke des Buches. Lehane braucht keine langen Beschreibungen oder erklärenden Erzählerpassagen – die Figuren entstehen fast ausschließlich aus dem, was sie sagen und wie Kenzie sie wahrnimmt. Dadurch wirken sie unglaublich greifbar und lebendig.
Besonders beeindruckend ist, wie tief die moralischen Fragen im Buch verankert sind. Kenzie ist kein klassischer Held. Immer wieder merkt man, dass er selbst mit seinen Überzeugungen ringt und nicht immer so integer handelt, wie er es vielleicht gern wäre. Gerade in Gesprächen über Themen wie Rassismus oder gesellschaftliche Spannungen wird diese innere Zerrissenheit sichtbar. Interessant dabei: Obwohl der Roman Mitte der 90er Jahre geschrieben wurde, wirken viele dieser Themen heute noch erstaunlich aktuell.
Auch die Dynamik zwischen Patrick und Angie ist spannend. Während Patrick häufig reflektiert und zweifelt, wirkt Angie oft klarer und entschlossener – fast wie ein moralischer Gegenpol zu ihm. Dieses Zusammenspiel macht die beiden als Ermittlerduo besonders interessant.
Was mich ebenfalls überrascht hat: Immer wenn das Buch kurzzeitig in actionreichere Szenen wechselt, merkt man fast sofort, dass einem die Dialoge fehlen. Nicht, weil Lehane Action nicht schreiben kann, sondern weil die Gespräche und Gedankengänge der Figuren so stark sind, dass sie zum eigentlichen Herz der Geschichte werden.
Boston bildet dabei eine atmosphärisch dichte Kulisse, die mit ihren sozialen Spannungen und unterschiedlichen Milieus ständig präsent ist.
Ein letzter Drink ist damit weniger ein klassischer Thriller als vielmehr ein Noir-Roman, der von Figuren, Dialogen und moralischen Grauzonen lebt. Und genau deshalb hat mich dieses Buch komplett überzeugt.
- Anders Roslund
Geburtstagskind (Ewert Grens ermittelt 1)
(141)Aktuelle Rezension von: LesensundspielenddurchslebenIch hab mich schon sehr auf diese Krimi-Reihe gefreut. Ich mag skandinavische Krimis sehr gerne und hab in meiner Schulzeit einige davon gelesen. Auch hier hatte ich das Gefühl, gleich in einen solchen geraten zu sein. Der Anfang begann spannend und vielversprechend. Es wurde so erzählt, dass ich gleich das Gefühl hatte, mitten in diesem Haus zu sein. Was mich dann aber etwas verwirrte, war, dass es in der Geschichte dann einen Cut gab und neue Protagonisten auftraten. Ich konnte diese beiden Handlungsstränge nicht so recht zusammenbekommen. Zum Schluss fügte sich dann alles aber dennoch zusammen.
Der Schreibstil hat mir grundsätzlich gut gefallen. Zwischendurch fand ich die Geschichte aber sehr zäh und langatmig. Der Schluss hat mich dann wieder ein wenig versöhnt. - Alexander Oetker
Zara und Zoë - Rache in Marseille
(145)Aktuelle Rezension von: redcouchreadsAlexander Oetkers Thriller in und um Marseille und der Provence startet rasant und der Autor schafft es das Tempo beizubehalten. Wer eine leicht zu lesende und schnelllebige Story sucht ist hier genau richtig. Zara und Zoë sind Zwillingsschwestern, die eine Ermittlerin bei der Europol die andere eine Legende in Mafia Kreisen. Die Vergangenheit und die Gegenwart stehen zwischen ihnen und doch muss Zara ihre Schwester um Hilfe bitten, um der Lösung ihres aktuellen Falls näher zu kommen. Was darauf folgt ist eine wilde Jagd durch den Süden Frankreichs, bei der die beiden Schwestern sich auf ein gewagtes Spiel einlassen. Den Schreibstil und die Perspektivenwechsel fand ich sehr zugänglich allerdings lag hierin auch die Schwäche des Buchs. Der Charakteraufbau kam für meinen Geschmack sehr kurz, gerade bei Zara und ihrem Partner, habe ich mir mehr erhofft. Beide bleiben für mich eher schablonenhaft umrissen, was es schwer macht einen Bezug insgesamt herzustellen. Aus diesem Grund bin ich auch bisher nicht sicher, ob der zweite und dritte Fall auf meiner Leseliste laden wird.
- Simone Buchholz
Mexikoring − Kriminalroman (Chastity-Riley-Serie 8)
(73)Aktuelle Rezension von: julestodoIch habe schon mehrere Bücher dieser Autorin gelesen, dieses war das weitaus schwierigste, von der Thematik her, aber auch die Abgründe, die sich da auftaten, waren schwer zu begreifen. Mich hat das Buch ziemlich mitgenommen wegen der Misshandlungen der Kinder in den Familien und wie mit Menschen umgegangen wird, die nicht genau das tun, was die Familie wünscht! Das wünscht man seinem ärgsten Feind nicht!
Fazit: zartbesaitete Menschen sollten dieses Buch lieber nicht lesen!
- $ick
Shore, Stein, Papier
(46)Aktuelle Rezension von: HoldenSicks Lebensgeschichte, Grimme-Online-Award-gekrönt die Youtube-Ausgabe, angefangen mit dem Gefühl des Unerwünschtseins und von Anfang an widerspenstig gegen jede Autorität. Daß er seinen Drogenlebenswandel allein damit begründet, nicht gewollt zu sein und dieses Gefühl betäuben zu müssen, greift meiner Meinung nach ein bißchen kurz, auch andere Kinder bzw Jugendliche mit diesem Gefühl werden nicht zum drogenverschlingenden Dauerkriminellen. Interessant, wie Sick die Symptome beschreibt, die man beim "affig-"sein spürt, wenn der Körper auf Drogenentzug reagiert, wie dauernd laufende Nase oder Augentränen, hab ich so noch nirgends anders gelesen. Man kann ihm natürlich nur die Daumen drücken, daß Sick das Cleansein durchhält (man wundert sich, daß der Körper so einen Drogenmarathon überhaupt so lange mitmacht). Und sonst: Dümmster Junkie ever, "wie Shore ist Heroin?"
- Kevin Barry
Dunkle Stadt Bohane
(12)Aktuelle Rezension von: Havers„Dunkle Stadt Bohane“ ist das Debüt des irischen Schriftstellers Kevin Barry und wurde 2013 mit dem International IMPAC Dublin Literary Award ausgezeichnet, und wenn man den Roman gelesen hat, versteht man auch die Gründe dafür.
Handlungsort ist die fiktive Stadt Bohane an der Westküste Irlands, einst eine prosperierende Metropole, die aber im Jahr 2053 im Dunkel versunken ist. Gewalt und Clanstreitigkeiten beherrschen den Alltag, Gesetzlose haben das Sagen. Allen voran Logan Hartnett, der aus dem Elendsviertel Smoketown zusammen mit einer Bande von Jugendlichen, den Fancy-Boys, das Leben in der Stadt kontrolliert. Aber seine Vorherrschaft ist in Gefahr, als sein Erzfeind Gant Broderick, den er vor einem Vierteljahrhundert aus der Gegend vertrieben hat, seine Rückkehr ankündigt. Besondere Brisanz erhält dessen Botschaft auch noch dadurch, dass dieser der ehemalige Liebhaber seiner Frau Macu war. Die Frage ist nun, wer aus diesem Machtkampf als Sieger hervorgehen wird. Hartnett oder Broderick – oder steht am Ende schon ein Königsmörder in den Startlöchern?
Ein Genre-Mix, wie wir ihn in „Dunkle Stadt Bohane“ finden, ist nicht so selten, auch wenn die einzelnen Zutaten auf den ersten Blick nicht zusammenpassend erscheinen: Sciene Fiction, Komödie, Western, Märchen, Heldensage, Dystopie und Comic – eine wilde Mischung. Was diesen Roman so außergewöhnlich macht, ist die Sprache. Es muss eine ungeheure Herausforderung für den Übersetzer Bernhard Robben gewesen sein, der den Dialekt des Originals in lesbares und verständliches, mit Rotwelsch gemischtes Deutsch, gebracht hat. Absolut beeindruckend!
Kevin Barry jongliert mit Versatzstücken der verschiedenen Genres. Es gibt Helden, aber diese sind keine Lichtgestalten. Die Geschichte spielt zwar in der Zukunft, aber das Leben in Bohane ist bar jeder technologischer Errungenschaft, keine Autos, keine PCs und keine Handys, noch nicht mal Schusswaffen. Die Gangmitglieder sind sehr jung, und ihre bevorzugte Lektüre sind Modemagazine – nicht unbedingt das, was man von brutalen Killern erwarten würde.
Laut und sexy, schrill und grell, retro und gleichzeitig futuristisch, eine Revue mit übertrieben geschminkten Darstellern, die in keine Schublade passt, so würde ich Barrys Roman beschreiben. Ungewöhnlich, anders, aber genial - und sehr, sehr unterhaltsam. Lesen!
- Caren Benedikt
Das Grand Hotel - Die nach den Sternen greifen
(145)Aktuelle Rezension von: MartinaPBeschreibung
Ein elegantes Hotel an der Ostsee, ein verruchtes Varieté in Berlin, eine starke Frau, die ihren Weg geht, und ein Geheimnis, das alles in Gefahr bringt.
Rügen, 1924. Weiß und prächtig steht es an der Uferpromenade von Binz: das imposante Grand Hotel der Familie von Plesow. Vieles hat sich hier abgespielt, und es war nicht immer einfach, trotzdem blickt Bernadette voller Stolz auf ihr erstes Haus am Platz. Hier hat sie ihre Kinder großgezogen: den ruhigen Alexander, der einmal der Erbe des Grand Hotels sein wird; Josephine, die rebellische Künstlerin, die ihren Weg noch sucht; und den umtriebigen Constantin, der bereits sein eigenes Hotel, das Astor, in Berlin führt. Alles scheint in bester Ordnung. Natürlich gibt es hier und da Streitigkeiten mit ihrer Tochter, und irgendetwas stimmt auch nicht mit dem sonst so fröhlichen Zimmermädchen Marie -, aber all das ist nichts gegen das, was der unangekündigte Besuch eines Mannes auslösen könnte, der Bernadette damit droht, ihr dunkelstes Geheimnis aufzudecken .Kurz gesagt: ich habe mich von dem wunderschönen Cover, welches einen sofort in Urlaubsstimmung versetzt und der Kurzbeschreibung zum Kauf verführen lassen. Erwartet habe ich eine Familiensaga, die im opulenten Grandhotel in Binz spielt und mit dem Astor in Berlin verknüpft ist. Eigentlich liebe ich historische Romane mit geschichtlichem Hintergrund, hier fehlt mir jedoch der Tiefgang. Das Weltgeschehen zur damaligen Zeit ist mir zu oberflächlich und kurz abgehandelt. Auch entwickeln sich Teile des Romans (die Handlungen in Berlin) eher zu einem Krimi, denn zu einem Familienepos, was so gar nicht meinen Erwartungen entsprochen hat, insbesondere da einige Handlungen einfach extrem brutal beschrieben wurden.
Die handelnden Personen waren für mich alle nicht besonders sympathisch, mit Ausnahme von Marie, dem Zimmermädchen. Bernadette erscheint mir völlig unzugänglich und eiskalt - bereit über Leichen zu gehen, erst zum Ende des Buches hin wird ihre Person weniger hart dargestellt. Möglicherweise entwickelt sie sich hier in den Folgebänden noch weiter. Welche Rolle der Akkordeonspieler hat, der im Buch relativ häufig erwähnt wird, hat sich mir nicht erschlossen. Auch hier gehe ich davon aus, dass die Autorin dies in den Folgebänden ausbauen wird.
Gut gefallen hat mir die bildhafte Beschreibung der Orte, so dass man stets das Gefühl hatte, mitten im Geschehen zu sein.
Für mich war es das aber, Band 2 und 3 werde ich mir nicht besorgen. Dazu konnte mich Band 1 einfach nicht genug fesseln und war mir stellenweise zu brutal geschrieben.
- Lee Child
Die Hyänen
(15)Aktuelle Rezension von: Ron_Robert_RosenbergJack Reacher, der Rächer der Armen und Schwachen, scheint im Band 24 selbst müde und ermattet zu sein. Nach der spannenden Kraftaktion im "Spezialisten" , dem Vorgängerband, der mich zum Kauf von den "Hyänen" aninmierte, stimmt in diesem Roman nicht mehr viel. Die Bösewichte sind Stereotypen eines billigen Pulp-Romans, die Handlung absolut vorhersehbar und der Stil leider wie die Bergwerke Morias - unterirdisch. Ich war froh, mich durch die letzten hundert Seiten bis zum Finale durchgequält zu haben. Das größte Ärgernis: Reacher hat keine eigenen moralischen Werte mehr - jene, die ihn als Held strahlen ließen, da er sich von der Stufe der Schurken abheben konnte. Nichts davon ist übrig. Er scheint übrhaupt keine Hemmungen zu haben, reihenweise Unbewaffnete zu eliminieren. Ein Bodycounter für die vielen sinnlos massakrierten (anders ist das leider nicht zu nennen) Mafia-Typen der beiden Clans wäre interessant gewesen - wäre sicherlich in den oberen zweistelligen Bereich gegangen.
Achtung Spoiler: Das ganze gipfelt in dem Versprechen gegenüber dem Endgegner, sein Leben zu verschonen, wenn dieser eine Bedingung erfüllt, um ihn dann anschließend trotzdem (wehrlos!) zu richten.
Keine Kaufempfehlung. Für mich ist die Reihe damit genauso tot, wie der alte Jack Reacher. Schade. - Tod Goldberg
Gangsterland
(10)Aktuelle Rezension von: HoldenSal Cupertine ist der Nr.1-Killer der Chicagoer Mafia, wo er v.a. für seinen Cousin Ronnie Kehlköpfe zerdrückt und Kopfschüß am liebsten von hinten verteilt. Damit ist allerdings Schluß, als er in eine FBI-Falle tappt und 3 Agents plus Informant töten muß, die ihn erkannt haben. Auf Schleichwegen wird er nach Las Vegas gekarrt, wo er als (Nachwuchs-)Rabbi David Cohen Plattheiten aus Springsteen-und Neil-Young-Songs verbreitet (superlustig!) und für Nachtclubbesitzer und Gönner Bennie Savone unliebsame Zeitgenossen aus dem Weg räumt. Wenn nur der kaltgestellte Schnüffler Jeff Hopper nicht wäre, der bald in Las Vegas` Mustersiedlungen nach ihm sucht...Was ich anfangs für einen x-beliebigen Mafiakrimi hielt, entwickelt sich doch zu einem facettenreichen Krimi, v.a. die Darstellung von Sals aka Davids geistlicher Tätigkeit macht Laune. Und bloß kein Cousin eines Mafiamitglieds sein! - Jakob Arjouni
Kismet
(63)Aktuelle Rezension von: StephanusDer türkischstämmige Privatdetektiv Kemal Kayankaja will seinem Freund, dem Gastwirt Romario helfen, der von Schutzgelderpressern bedroht wird . Als die Erpresser auftauchen geht so manches schief und Kemal und sein Freund erschießen die Erpresser. Um die Hintermänner aufzudecken ermittelt er und gerät bald in die Schusslinie der kroatischen Mafia und dubioser Geschäftemacher. Die Kneipe von Romario geht in Flammen auf und dieser ist bald ebenso wie Kayankaja in Lebensgefahr, als sein Büro in die Luft fliegt. Eine mörderische Hetzjagd beginnt und Kemal schafft es schließlich sich aus der Schusslinie zu bringen und den Fall zu lösen.
Ajouni gelingt eine spannende Krimi-Handlung im Frankfurter Bahnhofsmilieu mit einer großartigen Hauptfigur. Der Detektiv Kemal Kayankaya, der kein türkisch kann und besser Deutsch spricht als so mancher Deutsche beschreibt sehr gut die Spannungen und Eindrücke der zweiten Generation türkischer Einwanderer, die in Deutschland geboren wurden und nur in ihren Familien die türkische Kultur erfahren haben. Stil und Sprache überzeugen und so mancher pointierter Dialog ist enthalten. Der Autor versteht mit Sprache umzugehen und gekonnt werden Personen beschrieben und auch Spannung aufgebaut, so dass eine lebendige Erzählwelt entsteht, in die ich mich gleich hineinversetzt fühlte. Habe das Buch gerne gelesen und es hat mit gefallen, so dass ich es nur weiterempfehlen kann.
- Lily Helina
Die Spuren auf unserer Haut : Band 1
(23)Aktuelle Rezension von: Cora_JeffriesDas Cover ist romantisch und der Klappentext verspricht einen schönen Leseabend. Ellen verbrachte zwei Jahre in Tasmanien. Fernab von ihrer Familie, aus einem bestimmten Grund. Das Geheimnis ihrer Vergangenheit wird nach und nach gelüftet.
Das kann man von Sascha nicht behaupten. Sehr schnell wird auf den ersten Seiten klar, wo er ausbricht und verschwindet spurlos.
Ellen erbte das Haus ihrer Großmutter und ihr wurde bewusst, dass sie die Renovierung nicht allein stemmen kann. Sie schaltet eine Anzeige und trifft so auf Sascha.
Eine schöne Geschichte, die spannend und fesselnd ist. Eine Liebe, die nicht sein sollte.
- Marvel Hit-Comic Nr. 07
Marvel Hit-Comic Nr. 07
(1)Aktuelle Rezension von: HoldenMit dem Kingpin ist der "Dicke" aus dem Westernhagen-Song gemeint, kein Zweifel! Nachdem Rechtsanwalt Murdock von seiner Geliebten unter extremem Druck an den Kingpin verraten wurde, machte dieser ihm die bürgerliche Existenz zunichte. Murdocks Haus bekam einen "warmen Abriß" verpaßt, und seine Anwaltskanzlei ging ebenfalls den Bach runter. Von blindem Rachewunsch wie von Sinnen und während eines Nervenzusammenbruchs, sucht "der Dämon" Kingpin in dessen Bürohochhaus auf und erschießt ihn. Von Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen geplagt, taumelt Matt Murdock in der Folgezeit mit dem Suchen nach Selbstbestrafung durch New York. Ein gebrochener Held, halb tot und mit dem Wunsch nach Sühne. Ein toller Comic mit "alten Bekannten" wie Spiderman und dem Punisher.
- Pascal Renard
Die Übergabe
(2)Aktuelle Rezension von: HoldenDie "schöne Russin" Assia Donkowa ist nach Paris gereist, um eine Übereinkunft zu erzielen, daß 800 Millionen Rubel in Dollars umgetauscht werden sollen, um ihrem Land dringend benötigte Geldmittel zu besorgen, da Rußland zu der Zeit (Mitte der 90er Jahre) kurz vor dem Bankrott steht. Der geheim gehaltene Deal soll in einem Tagungszentrum in einem Pariser Vorort abgewickelt werden, jeder mißtraut jeden wegen dem Batzen Geld, und eine unbekannte Verbrecherbande hat auch noch ihre Finger im Spiel. Bald wird die Luft bleihaltig...Das Spiel der Geheimdienste mit permanenter Überwachung Mißtrauen gegen alle und jeden wird spannend dargestellt, und auch der Leser blickt bis zum Ende kaum durh, wer zu welcher Gruppe gehört und wer da mit wem verhandelt. Ganz große Kunst!
- Andrea Camilleri
Das Spiel des Patriarchen
(79)Aktuelle Rezension von: haberleiZwei scheinbar unzusammenhängende Fälle in ein und demselben Haus rufen die Polizei auf den Plan. Ein junger Mann wird vor der Haustür erschossen und ein altes Ehepaar ist verschwunden.
Commissario Montalbano und sein Team verfolgen beide Fälle und die verschiedensten Spuren und stoßen auf seltsame Ungereimtheiten: eine heimliche Liebschaft des jungen Mannes, eigenartiges Benehmen des alten Ehepaares bei einem Busausflug, ein unerklärlich hohes Sparkonto der alten Leute, ein Mafiaboss kontaktiert Montalbano mit kryptischen Andeutungen. Aber letztendlich gelingt es Montalbano, die Fäden zusammenzuknüpfen und den Fall einer überraschenden Lösung zuzuführen.
Abgesehen von der interessant aufgebauten Handlung gefiel mir auch der Schreibstil. Einerseits die teils humorvollen Dialoge zwischen Montalbano und Augello, seinem Vize, auch deren freundschaftlichen Umgang miteinander, andererseits auch die sehr anschaulichen und stimmungsvollen Landschaftsschilderungen, wenn Montalbano z.B. unter dem Olivenbaum oder am Meer sitzt.
Montalbanos 5. Fall gefiel mir aus dieser Reihe bislang am besten.
- Robert Crais
Gesetz des Todes
(14)Aktuelle Rezension von: HoldenOje, da habe ich Crais grad für eins seiner älteren Bücher so gelobt, und nun das: gelangweilt und uninspiriert heruntergeschriebene Thriller-Dutzendware, in der Joe Pike die Ermordung eines ehemaligen Waffenbruders und von dessen Familie rächen will, Schuld an allem ist die klischeehaft beschriebene Serben-Gang des Michael Dark(!)o, und so plätschert alles dem erwartbaren Ende entgegen. Wenn man nur die Rückseite und den Klappentext gelesen hat, ist man genau so gut über den Inhalt informiert. Zum Abraten, nein danke! - Dan Simmons
Bitterkalt
(49)Aktuelle Rezension von: SoerenAuch im zweiten Band erwischt es Privatdetektiv Joe Kurtz eiskalt. Nicht nur, dass korrupte Bullen und die Mafia hinter ihm her sind, er legt sich auch mit einem fiesen Serienmörder an, der die Polizei infiltriert hat und für sich arbeiten lässt. Joe hat also viel zu tun und kann sich deshalb nicht mal um ein neues Büro kümmern. Nach den Ereignissen in Band Eins soll der alte Pornoladen, unter dem er mit seiner Sekretärin Arlene sein Quartier bezogen hat, nämlich abgerissen werden.
Im zweiten Abenteuer lässt Dan Simmons seinen Helden von einem Problem zum nächsten hetzen. Joe hat deutlich mehr zu tun als im Vorgängerband. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, weil es in „Eiskalt erwischt“ eben noch ganz anders zuging. Die Sprache ist auch in „Bitterkalt“ ziemlich schnörkellos und reduziert. Über Joes Innenleben erfahren wir erneut nicht viel. Dennoch ist eine gewisse Steigerung festzustellen, weshalb ich gespannt bin, wie die Trilogie im letzten Teil „Kalt wie Stahl“ zu Ende gebracht wird. - Michael Connelly
Black Box
(16)Aktuelle Rezension von: catHarry Bosch 18. Fall, war das Erste Buch das ich von Michael Connelly gelesen habe.
Es geht um einen "Cold Cast", der 20 Jahre zurück liegt, den der Ermittler selber aufgenommen (aber nicht bearbeitet) hat und in dem es kaum Spuren gibt. Nun will er den Fall endlich lösen und bringt damit seinen Vorgesetzten gegen sich auf. Doch das hindert ihn nicht im geringsten, im Gegenteil er macht unbeirrt weiter und findet Puzzelteil für Puzzelteil.
Die Story an sich ist gut geschrieben und logisch aufgebaut. Auch wenn man die vorhergehenden Bücher nicht gelesen hat, bekommt man einen guten Eindruck von Harry Bosch und seinem Charakter.
Das liegt zum einen an der sehr detailreichen Erzählung des Autors aber auch daran das man zwischenzeitlich einen Einblick in Boschs Privatleben erhält, was Ihn authentisch und menschlicher werden lässt.
Der Fall ist ebenfalls sehr detailreich erzählt, so das man Boschs Arbeit gut nachvollziehen kann und einen guten Einblick in die Arbeit eines Ermittlers bekommt, die wahrscheinlich ziemlich nahe an der Wirklichkeit ist und der auch aufzeigt, das es manchmal wirklich langwierig und schwierig ist Fälle aufzuklären.
Durch diese vielen Details zieht sich das Buch aber auch ein bisschen in die Länge.
Trotzdem ein Buch was ich jeden Krimi- Liebhaber und jeden der sich für die (detaillierte) Arbeit einer Ermittlers interessiert, weiterempfehlen würde.
- H.C. Scherf
Mordtiefe (Spelzer/Hollmann 3)
(21)Aktuelle Rezension von: HelgasBücherparadiesMeine #Rezension zu
H.C. Scherf Mordtiefe
Ein leeres Kajak wird am Baldeneysee gefunden. Die ersten Recherchen von Sven Spelzer und seinen Kollegen ergeben, dass die Besitzerin von ihrem Mann vermisst gemeldet wurde. Taucher finden nicht nur ihre Leiche, sondern unzählige Mädchenleichen auf dem Grund des Sees.
Dies ist aber nicht der einzige Fall, sondern Stojan Kadicz führt den Drogen- und Menschenhandel weiter und schwört Rache auf den Mörder seines Bruders.
Wer steht hinter den Morden am See und gelingt es den Kommissaren auch Kadicz das Handwerk zu legen?
Dies ist der dritte Teil der Spelzer/Hollmann Reihe von H.C. Scherf. Er steht den vorherigen Teilen in Sachen Spannung in nichts nach, aber ich bin auch nichts anderes von dem Autor gewöhnt.
Der letzte Fall steht noch zwischen Sven und Karin. Werden sie sich endlich aussprechen?
Innerhalb des Ermittlungsteam sind auch Spannungen spürbar.
Auch hier spielt wieder der Mörder Pehling eine große Rolle.
Dieser Teil ist wieder sehr brutal und blutig.
Er kann unabhängig von den anderen gelesen werden. Ich empfehle aber mit Teil eins zu starten.
Fazit: wer einen richtigen Spannungsthriller sucht, ist hier genau richtig, denn der Autor versteht es, dies von Anfang bis Ende konstant hochzuhalten.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 💥 💥 💥 💥 💥
Vielen Dank für das Rezensionexemplar. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst. Weitere Rezensionen findet ihr unter www.helgasbuecherparadies.com
Teil 1
https://helgasbuecherparadies.com/2021/02/04/scherf-h-c-%f0%9f%93%96-kalendermord/
Teil 2
https://helgasbuecherparadies.com/2021/03/22/scherf-h-c-%f0%9f%93%96-der-serbe/
Teil 3
https://helgasbuecherparadies.com/2021/04/16/scherf-h-c-%f0%9f%93%96-mordtiefe/























