Bücher mit dem Tag "barbarossa"
26 Bücher
- Sabine Ebert
Die Entscheidung der Hebamme
(351)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen kurzen Blick auf die Handlung ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:
Der dritte Band der Reihe setzt inhaltsmäßig auf die vorherigen Bände auf. Er umfasst weitere sechs Jahre im Leben der Protagonisten. Wieder müssen die Figuren viele Abenteuer bestehen und leiden unter der Willkür der Herrschenden. Sehr eindrucksvoll schildert die Autorin das -zumeist sehr rechtlose - Leben der gemeinen Leute zu damaligen Zeiten. Gekonnt entwickelt sie die Figuren weiter - auch scheut sie sich nicht selbst wichtige Figuren aus der Handlung zu entfernen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich fiebere schon dem vierten Band entgegen....!
- Umberto Eco
Baudolino
(236)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchKonstantinopel brennt! Die prachtvolle Hauptstadt des Byzantinischen Reiches – erobert, geplündert und in Brand gesetzt von den Rittern des Vierten Kreuzzuges. Einer von ihnen ist ein gewisser Baudolino aus dem Piemont. Den Kopf voller Flausen, Phantasien und Lügen, führt er uns durch ein historisches Panorama von überwältigender Breite.
Ein ungemein unterhaltsamer Schelmen- und Bildungsroman, voller Witz und Burlesken, eine herrliche Summe italienischen Lebens zwischen Stadtrepubliken, Papst und Kaiser ist ihm gelungen. Kalte Machtpolitik, saftige Erotik, pralle Lebensfreude Eco lebt seine ganze Lust am Fabulieren und Träumen aus.
Ein prächtiger Lesestoff.
- Sabine Ebert
Schwert und Krone - Zeit des Verrats
(47)Aktuelle Rezension von: derMichiBeim Untertitel dieses Bands könnte man ein munteres Intrigenspiel vermuten, wie es im historischen Roman und in der Fantasy spätestens seit "Game of Thrones" und seinen Nachahmern überaus beliebt ist. Sabine Ebert hat solche Plattitüden aber nicht nötig, schließlich beschreibt sie hier weitgehend historische Ereignisse. Das macht den Roman dann auch so packend, denn die hier erwähnten Allianzen und Husarenstücke hat es wirklich gegeben.
Gut, bei der Motivation muss an manchen Stellen spekuliert werden, etwa was die hitzköpfigen Eroberungsversuche des Dänenkönigs Sven anbelangt oder wie kumpelhaft Friedrich nun wirklich mit einigen seiner Ritter und Vasallen umging. Aber allein die Tatsache, dass hier fast nur historische Personen sprechen und handeln verleihen dem Roman Gewicht und das Gefühl, ganz nah an den historischen Ereignissen dran zu sein.
Und die überschlagen sich hier regelrecht. Der Zug nach Rom, Unruhen an den Ostgrenzen des Reichs, die gescheiterten Eroberungen Dänemarks und die Kriegszüge im Inneren des Reichs halten das Tempo hoch. Darüber schwebt stets die Frage, ob es Friedrich tatsächlich gelingt seine Fürsten im Zaum zu halten, die alte Ansprüche verteidigen und gleichzeitig neue stellen. Mit seinem ehrgeizigen Werben um Beatrix von Burgund als künftige Kaiserin ist quasi auch "fürs Herz" etwas geboten, allerdings nervt die damit verbundene Romanze weniger als in vergleichbaren Romanen.
Einfühlsam stellt Sabine Ebert das Schicksal der geschassten Königsbraut Adela von Vohburg neben die politischen Umwälzungen auf der großen Bühne und erlaubt sich hier ein fiktionalisiertes Schicksal, das der großen Geschichte als Gegengewicht aber gut steht. Für alle Fans ihrer Hebammen-Reihe gibt es in der Mark Meißen noch ein Wiedersehen mit einem gewissen jungen Ritter, neue Leser sollte das aber nicht stören. Unterm Strich eine gelungene Forsetzung der Reihe.
Bonusmaterial: Landkarten, ausführlicher Anhang mit Stammbäumen, Zeittafel u. v. m. - Oliver Pötzsch
Die Burg der Könige
(122)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeEine intensive Geschichte voller geschichtlicher Fakten. Die Handlung beginnt im Jahr 1524. Alles dreht sich um die Burg Trifels, die Burg der Staufer.
Wir begleiten dabei die junge Burgherrin Agnes sowie Mathis, den Sohn des Burgschmieds.
Oliver Pötzsch hat dabei einen unglaublich bildhaften Schreibstil. Ich konnte in diese Geschichte eintauchen, dabei sein und habe ganz nebenbei noch ein bisschen gelernt.
09.01.2026
- Juliane Stadler
Krone des Himmels
(67)Aktuelle Rezension von: Eliza08Juliane Stadler hat einen historischen Roman geschrieben, wie ich ihn liebe: voller Abenteuer, Freundschaft und Liebe und mit einem historischen Ereignis, dem sie eindrucksvoll Leben einhaucht. Im Mittelpunkt der Erzählung steht der Dritte Kreuzzug von 1189 bis 1192, der Kampf von Abendland und Orient um die heiligen Städte.
Die Kreuzfahrer machen sich auf unterschiedlichen Wegen ins Heilige Land auf. Kaiser Barbarossa reist über Land, begleitet von der jungen Aveline, während Kaiser Philipp von Frankreich den Seeweg wählt. Ebenfalls auf dem Weg nach Akkon über das Meer ist der junge Wundarzt Etienne.
Die Vermischung historischer Persönlichkeiten mit fiktiven Figuren ist der Autorin außerordentlich gut gelungen. Die sehr gründliche Recherche, insbesondere zu den historischen Schauplätzen, ist dem Roman deutlich anzumerken und macht ihn zu einem lebendigen Geschichtserlebnis.
Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin Figuren erschaffen hat, die lebensnah sind und mit ganz menschlichen Problemen kämpfen. Einige Charaktere machen im Verlauf der Handlung eine erstaunliche Entwicklung durch, andere überraschen beim Lesen und von manchen ist man am Ende schlicht enttäuscht. Die Botschaft, die der Roman über die historischen Ereignisse hinaus vermittelt, ist universell und zeitlos. Der Schreibstil ist eingängig und sowohl dem Genre als auch der Epoche sehr gut angepasst.
Der Roman wird aus drei Perspektiven erzählt, wodurch verschiedene Aspekte der Handlung aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet werden. Orts- und Zeitangaben vor jedem Kapitel sorgen für eine gute Orientierung. Ein Glossar, ein Personenregister, ein historisches Nachwort sowie mehrere Karten runden den Roman stimmig ab.
Ein historischer Roman, dem ich viele Leserinnen und Leser wünsche und der viel zu lange, aber völlig zu Unrecht, auf meinem SUB gelegen hat
- Sabine Ebert
Schwert und Krone - Meister der Täuschung
(96)Aktuelle Rezension von: LennyIch mag es Mal etwas historisch zwischendurch, doch hatte ich etwas Schwierigkeiten alles auseinander zu halten, wer welche Ländereien bekommt, welche Kinder mit wem verheiratet werden und warum.... Viele Namen.... Aber das ist ja eher mein Problem, die Autorin hat es gut gemacht und auch Übersichten mitgeliefert! Ich habe den Lucian sehr gemocht und seine Story sehr gern gelesen. Hätte noch mehr von ihm sein können!
- Dieter Breuers
Ritter, Mönch und Bauersleut
(34)Aktuelle Rezension von: Viv29Dieter Breuers Devise ist, "daß Geschichte ja gar nichts anderes ist als eine endlose Kette von Geschichten" und im Vorwort seines Buches bemängelt er zu Recht, daß all diese spannenden Geschichten, menschlichen Schicksale, Alltagsinformation im Geschichtsunterricht meistens gar nicht zur Geltung kommen, sondern dort trockene Jahreszahlen und Herrschernamen gelehrt werden. In diesem Buch über das Mittelalter läßt er nun die Geschichten der Geschichte in den Vordergrund treten und dies auf unterhaltsame Weise.
In zahlreichen kürzeren Kapiteln werden verschiedene Aspekte des Mittelalters geschildert, es handelt sich hier nicht um eine chronologische Abhandlung, so daß man auch mal ein Kapitel auslassen kann, wenn das jeweilige Thema nicht so interessant für einen ist. Die Weltgeschichte, ihre Herrscher und Jahreszahlen, fließt durchaus auch ein, aber dies als gut eingebrachte Hintergrundinformation, so daß man dieses Wissen gewissermaßen nebenbei mitnimmt. In manchen Kapiteln kommen Leute der Zeit selbst zu Wort, da schreibt Breuer mal als Tochter Karls des Großen, als Klostermönch oder Reliquienhändler, die den Leser direkt ansprechen. Die meisten Kapitel sind wie unterhaltsame Kurzreportagen gestaltet. Es gibt eine unglaubliche Vielfalt an Themen, von Kleidung und Ausbildung der Ritter über die Hygienesituation im Alltag, die Nahrung oder die sogenannten unehrlichen Berufe. Auch interessanten Persönlichkeiten wie Richard Löwenherz oder dem Stauferkönig Friedrich II. sind einzelne Kapitel gewidmet. So erliest man sich auf knapp 600 Seiten ein kurzweiliges Kaleidoskop des Mittelalters, flott geschrieben, vergnüglich zu lesen und mit einer Fülle an interessanten und teils ungewöhnlichen Informationen. So soll Geschichte vermittelt werden!
- Sabine Weigand
Das Buch der Königin
(46)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen kurzen Blick auf die Handlung ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:
Dass die Autorin es zu höchster Kunstfertigkeit mit der Verbindung von historischen Fakten, Personen und Gegebenheiten und einer fiktiven Handlung gebracht hat, konnte ich ja schon anhand diverser andere Bücher von ihr bewundern Auch diesmal hat sie dies hervorragend vermocht.
Die Geschichte ist spannend und sehr unterhaltsam erzählt. Die historischen Komponenten verbinden sich gekonnt mit einer gut daran angepassten erdachten Handlung. Die historischen Personen sind sehr git gezeichnet - die erdachten Figuren fügen sich für den Leser nicht als solche erkennbar in das Geschehen ein.
Die Schreibweise ist wundervoll und entführt den Leser in vergangene Zeiten. Wieder ein tolles Leseerlebnis aus der Der der Autorin das Lust auf mehr macht....!.
- Dorothe Zürcher
Bittermandeln aus Byzanz
(32)Aktuelle Rezension von: mabuerele„...Die zerstampfte Erde war dunkel von Blut. Diethelm starrte darauf. Er sollte auf Deckung achten, die Tür einschlagen. Aber der dunkle Fleck hielt ihn gefangen...“
Die ersten Zeilen des Buches zeigen die Schrecken des Krieges. Wir schreiben das Jahr 1189. Das Kreuzfahrerheer unter Kaiser Barbarossa ist in Byzanz angekommen. Um das Heer zu ernähren, wird bei den Bauern geplündert.
Die Autorin hat einen spannenden historischen Roman geschrieben. Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Das Besondere daran ist, dass jedes Kapitel mit einem historischen Rezept in kursiver Schrift beginnt.
Alkmene arbeitet in Adrianopel in der Palastküche. Sie kennt besondere Rezepte und weiß, mit Kräutern umzugehen.
„...Sie hatte die Pfirsiche selbst eingelegt, mit Honig und Kardamom. Aber das Geheimnis war ein Hauch Steinsalz, der den Gaumen kitzelte...“
Bei der Besetzung der Stadt wird Alkmene im Freien aufgegriffen und Diethelm von Toggenburg übergeben. Das rettet sie erst einmal vor einer Vergewaltigung. Pater Bruno, der Onkel von Diethelm, bestimmt, dass Alkene im Zelt für sie kochen soll Sie hofft, demnächst in eine feste Küche weitergereicht zu werden.
Diethelm hat zwei Probleme. Er gibt sich die Schuld am Tod seines jüngeren Bruders und er ist in seine Schwägerin verliebt. Das wirkt sich auf seinen Gemütszustand und sein Handeln aus. Er braucht den Kampf, um zu leben, denn als Zweitgeborener hat er keine andere Möglichkeit. Doch er behandelt seine Untergebenen menschlich.
Alkmene überzeugt mit ihren Kochkünsten. Die werden genau beschrieben. Als Leser kann ich jeden Schritt verfolgen. Es wird viel gekocht und gebacken im Buch.
Die Kreuzfahrer plündern nicht nur Wohnhäuser, sondern auch die Kirchen. Sie machen auch sonst fast alles falsch, was man falsch machen kann.Ein Markthändler bringt es auf den Punkt.
„...Sag ihm, dass es für die Herren besser sei, die Märkte zu schützen, anstatt uns alles zu stehlen. Bei ihren Plünderungen zerschlagen sie die Gefäße und Amphoren, schlitzen die Säcke auf und alles verdreckt und vergammelt. In einem Monat stehen sie ohne Nahrung da, mitten im Winter...“
Deutlich wird, wie sich das Leben deer Kreuzfaherer von den Sitten und Gebräuchen in Byzanz unterscheidet. Es sind Kleinigkeiten, die Alkmene auffallen und sie den Kopf schütteln lassen.
„...Kein wunder, dass die Franken keine Tischsitten kannten, wenn sie schon Gabeln verteufelten und die Speisen lieber mit ihren schmutzigen Händen befingerten...“
Als Diethelm einen Auftrag für den Herzog ausführen muss, wird Alkmene in der Palastküche angestellt. Sie muss erst einmal für Ordnung sorgen. Sie ahnt nicht, dass dort auf sie und den Eunuchen Pares ganz andere Gefahren warten, denn es blühen Intrige und Verrat.
Zu Beginn des Buches gibt es eine historische Karte, am Ende ein Personenverzeichnis und ein Glossar.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie zeigt den Kreuzzug aus völlig neuer Sicht,.
- Sabine Ebert
Schwert und Krone - Herz aus Stein
(47)Aktuelle Rezension von: A_Tiny_BookstayDer fünfte und letzte Teil von Sabine Eberts Schwert&Krone Reihe entführt den Leser ein letztes Mal ins Mittelalterliche Deutschland.
Noch immer ist Kaiser Friedrich an der Macht, doch im Land macht sich große Unruhe breit.
Heinrich, der Löwe hat inzwischen ungeheure Macht und ein riesiges Heer, durch welches sich viele Fürsten und Grafen bedroht fühlen. Friedrich jedoch tut diese Warnungen immer wieder unwirsch ab.
Als er bei seinem Italien-Feldzug jedoch von Heinrich im Stich gelassen wird, zerfällt die jahrelange Freundschaft zwischen ihnen nach und nach.Der letzte Teil dieser Sage hat mich, wie schon die Bücher davor, sehr gefesselt. Sabine Ebert versucht, nahe an der Realität zu bleiben und setzt dies auch perfekt um.
Der Sprung zwischen den vielen Namen ist im ersten Moment immer etwas mühsam, aber wenn man mal drin ist, hat man keine Probleme mehr damit.
Ein gelungener Abschluss einer großartigen Reihe, und wenn man gerne historische Romane liest, sollte man diese Werke definitiv gelesen haben! - Sabine Ebert
Schwert und Krone - Der junge Falke
(62)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen Blick auf die Handlung ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:
Der zweite Band der Reihe Schwert und Krone schliesst sich inhaltlich und zeitlich direkt an den ersten Band an. Er befasst sich mit den frühen Jahren des erwachsenen späteren Königs und Kaisers Friedrich Barbarossa. Ein Schwerpunkt der Geschichte ist der schrecklich gescheiterte zweite Kreuzzug der 1147 begann und mit vernichtenden Niederlagen endete. Ausserdem wird auf den sogenannten "Wendenkreuzzug" eingegangen, der nur vordergründig der Christianisierung galt und eher der Machterweiterung der deutschen Fürsten diente.
Das Buch vermittelt wieder einen tollen - manchmal auch sehr bedrückenden - Einblick in das Leben und Sterben zu damaligen Zeiten. Die geschickte Mischung aus realen historischen Begebenheiten und fiktiven Geschichten macht den großen Reiz dieses Buches aus.
Es gibt eine Vielzahl spannender Momente, nur gelegentlich schleichen sich ein paar Längen ein, die aber den Lesefluss nicht nachteilig stören.
Ein toller zweiter Band. Ich freue mich auf den nächsten Band!
- Eberhard Orthbandt
Die Zeit der Staufer. Ausstellung Stuttgart 1977. 5 Bände
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Stefan Weinfurter
Das Reich im Mittelalter
(3)Aktuelle Rezension von: Viv29Dieses Buch von Stefan Weinfurter führt den Leser auf denkbar unterhaltsame Weise durch 1.000 Jahre deutscher Geschichte. Der Schreibstil ist ausgesprochen angenehm zu lesen, auch komplexe Sachverhalte werden verständlich und umfassend erklärt. Geschichte ist so spannend und vielfältig, und in diesem Buch merkt man das auf hervorragende Weise. So gut wie nie liest es sich trocken, an manchen Stellen habe ich gebannt wie bei einem spannenden Roman die Geschehnisse verfolgt. Zuerst war ich ein wenig überrascht, wie kurz das Buch ist - der reine Text nimmt nur etwas 240 Seiten in Anspruch. 1.000 Jahre auf 240 Seiten...wird das nicht arg oberflächlich sein? Nein, das ist es keineswegs. Die Erzählweise ist komprimiert, aber beinhaltet alles Relevante. Dem Autor gelingt es, den relevanten Ereignissen und Personen hinreichenden Raum zu geben und an keiner Stelle hatte ich das Gefühl, daß wichtige Informationen fehlten.
In fünf Kapiteln stellt Stefan Weinfurter die geschichtlichen Entwicklungen des Mittelalters dar, bringt uns die wichtigsten Personen durchaus auch persönlich nah, beschreibt Lebensumstände der Bevölkerung und die sich ändernden Ansichten und Gedankenströmungen. Beeindruckend ist es, wie er berühmte Gestalten der deutschen Geschichte zurück ins Leben holt. Karl der Große, Barbarossa, Friedrich II und andere sind hier nicht nur bekannte Namen, sondern werden hier auch Jahrhunderte - teils über ein Jahrtausend - nach ihrem Tod wieder zu Menschen, die man sich recht gut vorstellen kann. Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir die ausgezeichnete Darlegung von Zusammenhängen und Bedeutungen - wir können heute meist nicht mehr ermessen, welche symbolhafte Wirkung die Verwendung eines einzigen Wortes, einer kleinen Geste damals hatte. Stefan Weinfurter erklärt es uns. So werden viele Ereignisse und Entscheidungen verständlicher, erschließt sich uns ihre Relevanz ganz anders. Geschichte auf so knappen Raum so anschaulich und verständlich darzustellen, das ist sicher nicht leicht und ich war beim Lesen immer wieder beeindruckt, wie gut es gelungen ist.
Dem Text schließt sich ein Anhang mit diversen Karten und den Stammbäumen der wichtigsten Herrscherhäuser jener Zeit an, ebenso wie natürlich ein umfangreiches Literaturverzeichnis. So hat man hier wirklich alles, was man braucht und lernt auf angenehme Weise sehr viel. Das gebundene Buch selbst ist ansprechend gestaltet, weist einige Abbildungen auf und ist optisch erfreulich. So sollten alle Bücher über Geschichte sein! - Dieter Breuers
Die glühende Krone
(1)Aktuelle Rezension von: Viv29Bereits Dieter Breuers Buch über das Mittelalter ("Ritter, Mönch und Bauersleut") habe ich mit Vergnügen gelesen. Der Autor kann Geschichte unterhaltsam und lebendig vermitteln, auch komplexe Sachverhalte gut erklären.
In "Die glühende Krone" widmet er sich der Stauferzeit, widmet diesen intensiven zwei Jahrhunderten über 500 Seiten, beleuchtet zahlreiche Aspekte, Entwicklungen und Personen. Dies geschieht in einer Mischung aus Sachbuch- und romanartigen Kapiteln, in denen wir eine fiktive Familie durch die Stauferzeit begleiten. Die meisten Kapitel enden mit einer kleinen Zeittafel; Karten und ein Stammbaum am Ende des Buches runden die Informationen recht gut ab. Von der Gestaltung her entspricht das Buch also sehr dem beim gleichen Verlag erschienenen Buch "Die Gegenspieler".
Die Sachbuchkapitel lesen sich größtenteils sehr angenehm, Dieter Breuers schreibt flüssig und entspannt; im lockeren Ton werden hier viele Informationen gut vermittelt. Manche Themen waren mir etwas zu ausführlich und aufzählerisch gehalten (zB jenes über die verschiedenen religiösen Orden), aber das ist Geschmackssache. Manchmal fehlte mir ein wenig der rote Faden, die Kontinuität, es ist eher episodisch gehalten.
Die romanartigen Kapitel fand ich weit weniger gelungen. Es ist an sich eine gute Idee, ein Sachbuch ein wenig aufzulockern und dem Leser gewissermaßen zeigenössische Begleiter an die Hand zu geben. Andererseits sind die Sachbuchkapitel so unterhaltsam geschrieben, daß es dieser Auflockerung nicht bedurft hätte, und Dieter Breuers ist mE einfach kein Romanschriftsteller. Die erzählerische Tiefe fehlt in diesen Szenen, die Familienmitglieder bleiben recht blaß und so sind Details zu ihrem Familienleben eher störend. Einige Alltagsthemen werden zwar gut vermittelt, aber das wäre in Sachbuchkapiteln auch gelungen - zudem werden viele Themen aus den Romankapiteln in den Sachbuchkapiteln wiederholt. Die Familienmitglieder führen meist lange Dialoge, in denen dem Leser Fakten vermittelt werden sollen. Dies ist nicht immer leicht zu bewerkstelligen, wie jeder Autor historischer Romane weiß. Wenn in diesen Dialogen sich dann Leute Dinge erzählen, die Menschen der Zeit schon wußten (in etwa wie wenn man in einem Roman heutiger Zeit einen Dialog schreiben würde, der beginnt mit "Wie du weißt, ist Angela Merkel unsere momentane Bundeskanzlerin..."), dann wirkt das ungeschickt. Auch werden zu viele Fakten in diese Dialoge gepackt, die letztlich keine richtigen Dialoge sind, sondern nicht gut zu lesende Informationsansammlungen.
So waren diese romanartigen Einschübe für mich eine Schwäche des Buches und ich habe immer innerlich geseufzt, wenn die interessanten Sachbuchkapitel durch diese unterbrochen wurden. Im Ganzen aber vermittelt "Die glühende Krone" ein meist gut zu lesendes und unterhaltsames Bild der Stauferzeit, mit guten Hintergrunderklärungen und vielen Informationen.
- Stefan Weinfurter
Geschichte / Mittelalter: Das heilige römische Reich deutscher Nation Canossa - die Entzauberung der Welt Kaiser Friedrich Barbarossa Der Staufer Friedrich II. (uni auditorium - Taschenbuch)
(1)Aktuelle Rezension von: Viv29In diesem Buch - eigentlich muß man sagen: Büchlein - sind vier Vorlesungen des Heidelberger Professors Dr. Stefan Weinfurter enthalten. Ich hatte es mir bestellt, weil ich nach der Lektüre diverser Bücher über die Zeit der Salier/Staufer auf eine detaillierte Betrachtung der im Buch behandelten Themen (Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation, Canossa, Barbarossa, Friedrich II) hoffte. Diese Erwartung wurde nur teilweise erfüllt.
Der Stil Stefan Weinfurters liest sich angenehm, ich kann mir vorstellen, daß Vorlesungen bei ihm Spaß machen. Er erklärt Zusammenhänge klar, gibt relevante Hintergründe, schreibt lebendig. Ich bin im Nachhinein also doppelt froh, mir sein Buch "Das Reich im Mittelalter" zugelegt zu haben, das ich demnächst lesen werde. Die vier genannten Themenkomplexe werden klar strukturiert behandelt. Jede Vorlesung endet mit einer Liste von Literaturhinweisen.
Allerdings bleibt es doch ein wenig an der Oberfläche, insbesondere bei den letzten beiden Themen, die natürlich inhaltlich nicht in einer Vorlesung abzuhandeln sind. Aber auch bei Canossa war ich verwundert, dass Hintergründe, Zusammenhänge und Wirkung des Ereignisses zwar beschrieben wurden, die Beschreibung der eigentlichen Ereignisse aber nur knapp erfolgte. Auch sonst war ich in manchen der Texte irritiert über die Nebenbei-Erwähnung mancher Themen.
Das Büchlein besteht aus 120 Seiten, was sich nach mehr anhört als es ist. Das Buchformat ist recht klein, die Schrift sehr groß (mich an die Großdruckbücher meines Großvaters erinnernd), so daß das Ganze doch sehr wie Seitenschinderei wirkt. Ich habe mich schon geärgert, 9,95 € für ein lieblos aufgemachtes Büchlein zu bezahlen, dessen 120 Seiten bei normaler Schrift- und Buchgröße auf etwa die Hälfte geschrumpft wären. Wenn ich das mit der gleichpreisigen CH Beck Wissen-Reihe vergleiche, ist das schon recht enttäuschend. Dabei ist die Idee, Vorlesungen als Buch zugänglich zu machen, eigentlich gut.
Inhaltlich liefert das Büchlein eine gut lesbare Einführung in die o.g. Themen, die informativ ist und Zusammenhänge sowie gesellschaftliche Umbrüche jener Zeit gelungen darlegt. Mehr als eine kurze Einführung darf man sich aber eben nicht erwarten. - Barbara Reik
Barbarossa und die Wäscherin
(2)Aktuelle Rezension von: birarnolDie Geschichte selbst ist kurz und liebevoll erzählt. Auf ausschmückende, unwichtige Abschweifungen wird verzichtet, so dass sich das Geschehen sehr eng um das Thema der Liebe zwischen Barbarossa und der Wäscherin legt. Gewiss wäre es möglich, aus dieser Geschichte einen längeren Roman zu machen, doch ich denke, dies war weder gewollt, noch ist es nötig.
Das Buch ist locker an einem Abend zu lesen.
Nach der Lektüre legte ich das Buch mit einem guten Gefühl zur Seite. Eine Geschichte, welche eine Sage auf herzliche Art beleuchtet - und etwas zusätzliches Wissen vermittelt, das man bei einem Aufenthalt in der Nähe des Hohenstaufen bei interessierten Begleitern gewiss gut anbringen kann (oder auch an einem anderen Ort ;-)) - Ralf H. Dorweiler
Der Gesang der Bienen
(102)Aktuelle Rezension von: zuckerbluetenDer Roman entführt in die Zeit des 12. Jahrhunderts, eine Epoche, in der die Stände sehr klar definiert waren, die Schere zwischen arm und reich weit auseinanderklaffte, Intrigen und die Verdeutlichung von Machtpositionen an der Tagesordnung waren. Der Zeidler, heutzutage würde man ihn als einen Imker bezeichnen, Seyfried versucht das Leben seiner gefangenen Ehefrau zu retten. Dafür wendet er sich an die bekannte Hildegard von Bingen. Diese knüpft an Ihre Fürbitte jedoch Aufgaben.
Dem Autor gelingt es, historische Orte und Persönlichkeiten mit der Handlung zu verknüpfen. So erfährt der Leser, neben der eigentlichen Geschichte, vieles über die damaligen Zustände und die Herrschenden aus Kirche und Staat. Es wird deutlich, dass das bittere Spiel um Ansehen und Macht so manches Menschenleben gekostet hat.
Für mich sind der Zeidler und seine Tochter sehr gut und verständlich dargestellt. Es ist spannend den Wegen zu folgen und in eine völlig andere Epoche einzutauchen. Wenn man mit dem Lesen beginnt, möchte man eigentlich direkt mehr erfahren.
- Juliane Stadler
Krone des Himmels
(18)Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1Aveline wird von einem Ritter vergewaltigt und wird schwanger. Alleine auf sich gestellt verlässt sie ihr Neugeborenes und macht sich auf den Weg ins heilige Land, um in Jerusalem von ihrer Schuld befreit zu werden.
Etienne mit dem verkrüppelten Fuß, kann zu Hause nichts werden und schließt sich dem Wundarzt Kaspar, auf dem Weg ins heilige Land an.
Lange Zeit laufen die beiden Handlungsstränge nebeneinander her. Wir lernen Aveline und Etienne näher kennen und warten darauf, dass ihre Wege sich kreuzen.
Spannend wird das Leben der Beiden während der Reise ins heilige Land beschrieben.
Eine die kämpft wie ein Berserker, ihr wahre Natur aber geheim halten muss, damit sie überleben kann und einer der von seinem Lehrherr vieles lernt, was der einst bei seinen heutigen Widersachern, den Sarazenen lernte.
Zwei Charaktere, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnten und doch beide auf ihre Art liebenswert, so dass man als Hörer beständig um ihr Leben bangt und hofft, das sie sich eines Tages finden und ihren Lebensweg gemeinsam gehen können.
So laufen sie sich natürlich auch eines Tages über den Weg und können doch nicht wirklich zusammen kommen, da es einen Widersacher gibt, der ihnen das Glück nicht gönnt und immer wieder neue Schicksalsschläge aufwirft, die die beiden zurück wirft.
Ich habe so mit ihnen und ihren Lieben mitgefiebert, ihren Widersacher regelrecht gehasst, obwohl er mir nichts getan hatte.
Ein toller mittelalterlicher Roman über Barbarossa, Philipp, Richard Löwenherz, Saladin und die heiligen Kreuzzüge mit ihren Intrigen, blutigen Kämpfen, Besatzungen, Krankheiten und natürlich eine dicke Portion Freundschaft und Liebe.
Ich war traurig, als das Hörbuch ist zu Ende war und ich musste die liebgewonnenen Charaktere zurück lassen.
- Cornelia Kempf
Der Löwe des Kaisers - Der Aufstieg
(37)Aktuelle Rezension von: Ladybella911Cornelia Kempf ist mit diesem exzellent recherchierten Roman ein wunderbarer historischer Roman gelungen, der mich von Anfang bis zum Ende in seinen Bann gezogen hat.
Hier geht es um Zwillingsbrüder, deren Wege sich nach einer unbekümmert verbrachten Kindheit trennen.
Einer der Brüder zieht mit Kaiser Friedrich Barbarossa gegen die Lombarden, und der andere stellt sich in den Dienst von Heinrich dem Löwen, seines Zeichens Herzog und eine der schillerndsten Figuren des Mittelalters. Und man kann gar nicht genug über diese Zeit erfahren.
Der Autorin gelingt es, diese so anschaulich und bildhaft zu beschreiben, dass man sich inmitten der Geschichte wähnt. Auch die Charaktere der Protagonisten und vieler Nebenfiguren sind fein und stimmig herausgearbeitet.
Unglaublich viel Hintergrundwissen über die damaligen Lebensumstände, Gepflogenheiten und auch die Mode der Zeit bringt die Autorin auf sehr spannende Weise dem Leser Nahe. So macht Geschichte wirklich Spaß.
Dieser erste Band hat mich komplett begeistert und ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
Meine absolute Leseempfehlung für alle, die vergangene Zeiten leben und erleben wollen.
- Fabian Lenk
Barbarossa und der Raub von Köln
(1)Aktuelle Rezension von: danielamariaursulaKöln - 1164 nach Christus. Kaiser Barbarossa hat der Stadt die Gebeine der Heiligen Drei Könige geschenkt. Pilgermassen strömen herbei, um die kostbaren Reliquien zu bewundern. Doch dann sind die Gebeine plötzlich verschwunden und auf den Erzbischof wird ein Mordanschlag verübt.
Nach einer Stadtführung in Köln erzählt der wissbegierige Julian ganz aufgeregt von den Gebeinen der heiligen drei Könige, die als Reliquien im Kölner Dom, der wertvollste Schatz der Stadt sei, der früher ganze Pilgerscharen und damit Wohlstand in die Stadt spülte. Doch angeblich lägen die Gebeine nicht mehr im Dom, wurden sie wirklich gestohlen? Der Frage wollen Leon, Julian, Kim und die ägyptische Katze Kija nachgehen und reisen daher mit Hilfe des Zeitraumes Tempus nach Köln in das Jahr 1164.
Dort werden die Gebeine im alten Dom zu Köln aufbewahrt, der jedoch dem Pilgerstrom nicht gewachsen ist. Daher ist ein neuer, größerer Dom in Arbeit, in welchem künftig die Reliquien ruhen sollen. Die Großbaustelle bietet den Kindern eine Möglichkeit während ihres neuen Abenteuers für ihren Unterhalt zu sorgen, sie heuern an. Der Aufseher hat keine Skrupel den Kindern schwerste Arbeiten zu übertragen, sollten sie diese nicht schaffen, würden sie keinen Lohn erhalten. Unterschlupf bietet ihnen eine junge Wahrsagerin, die sich nach dem viel zu frühen Tod ihres Mannes mehr schlecht als recht durchschlägt.
Auf der Dombaustelle gehen merkwürdige Dinge von statten und die Freunde können gerade noch einen Überfall auf den Erzbischof von Dassel verhindern, doch die Reliquien sind irgendwie dennoch unbemerkt samt ihrer goldenen Truhe verschwunden…
Sehr schön und liebevoll ist wieder das Booklet zu diesem Hörbuch gestaltet. Auf der ersten Seite gibt es eine Einführung für Neueinsteiger in die Reihe, so daß man auch problemlos mit Band 34 starten kann.
Anschließend gibt es Ausführungen zur Geschichte des Dombaus und der dort aufbewahrten Reliquien zum Nachlesen und Vertiefen. Zuletzt folgt ein ausführliches Glossar in welchem sowohl Begriffe aus dem Sakralbau wie Apsis oder Langhaus erklärt werden oder das Habit, die Kleidung der Mönche.
Für mich als ehemalige Zugfahrerin war es sehr spannend zu erfahren, wer denn der Namensgeber der Dasselstraße am Kölner Südbahnhof ist. Aber nicht nur für Köln-Kenner ist dieses Abenteuer spannend. Gerade im Luther Jahr kommt man um viele katholische Bräuche und Riten nicht herum, zu denen auch die Pilgerreisen gehörten, die für die Katholiken damals wohl mindestens so wichtig waren, wie die Reise nach Mekka für Moslems heute. Sicherlich ist es aber damals schon deutlich angenehmer gewesen, nach Köln, als ins Heilige Land zu pilgern. Insofern müssen die Gebeine der heiligen 3 Könige für die Gläubigen, die sich durch die Pilgereise einen Platz im Himmel erhofften, eine enorme Anziehungskraft gehabt haben, die den Reichtum Köln begründeten (Das Erzbistum Köln dürfte noch heute das zweitreichste Bistum nach Chicago sein).
Den Einstieg in die Geschichte fand meine Tochter (10) schon sehr ansprechend und gelungen, durch die Frage nach dem Wertvollsten in Köln. Nein, nicht der 1. FC ! Für Kinder sehr gut verständlich und anschaulich wird anhand dieses spannenden Abenteuers Geschichte begreiflich gemacht. Sie hat richtig mit gefiebert und auch ich wollte wirklich wissen, was denn nun dahinter steckt….
Bernd Stephan liest sehr lebhaft und betont. Man kann ihn wirklich gut verstehen und meine Tochter mag seine Stimme sehr gerne. Ich persönlich bevorzuge Stephan Schad, aber das ist einfach Geschmackssache, weil ich eine jüngere Stimme für ein Kinderhörbuch passender finde, die Jugend sieht es aber anders. Meine Tochter scheint Bernd Stephan zu bevorzugen, was eigentlich ein sicheres Zeichen ist, daß beide ihre Aufgabe wirklich gut bewältigen.
Wieder eine gelungene Zeitreise, spannend und wirklich informativ, wir sind auf weitere Abenteuer gespannt und es regnet wieder 5 von 5 Sternen für dieses rundum gelungene Infotainment.
Vielen lieben Dank auch an @Jumboverlag für dieses tolle Hörexemplar!
- Paul Barz
Die Gegenspieler
(5)Aktuelle Rezension von: Viv29"Die Gegenspieler" ist als Sachbuch klassifiziert, fällt für mich aber eher in die Sparte Roman. Paul Barz beschreibt hier die schwierige Beziehung zwischen dem Staufer Barbarossa und seinem Welfen-Cousin Heinrich dem Löwen in erzählerischer Weise, mit vielen Dialogen und romanhaften Ausschmückungen. Abgerundet wird jedes Kapitel mit einer kleinen Zeittafel, die den Überblick über die in diesem Kapitel behandelten Ereignisse gibt. Landkarten und ein Stammbaum am Ende des Buchs runden die Sachinformationen gut ab. Gefreut hätte ich mich noch über ein Personenregister, denn es kommt eine Vielzahl an Personen vor, die teilweise für mich schwer zuzuordnen waren.
Der Gedanke, diese sehr interessante und ereignisreiche Epoche der Stauferzeit auf romanhafte Weise zu erzählen, ist gut. So werden gerade die beiden Hauptakteure Friedrich und Heinrich zum Leben erweckt und kommen einem viel näher, als sie es in einem Sachbuch könnten. Sicher ist hier vieles der erzählerischen Freiheit überlassen, aber meiner Ansicht nach werden die beiden Charaktere gut getroffen, die Haßliebe zwischen ihnen geschickt dargestellt. Auch andere Weggefährten gewinnen Kontur und treten aus dem rein geschichtlichen Hintergrund heraus. Mir fehlt das Detailwissen, um einzuschätzen, wie historisch akkurat manche der Charakterisierungen nun sind, aber daß es dem Autor an historischem Wissen nicht mangelt, merkt man immer wieder im Laufe des Buches. Die geschichtlichen Ereignisse werden oft - allerdings nicht immer - recht lebendig und farbenfroh dargestellt.
Ein wenig fehlt allerdings die erzählerische Tiefe, jedenfalls für meinen Geschmack. Die Szenen sind überwiegend recht kurz, Szenenwechsel finden abrupt statt, ohne daß auch nur eine Leerzeile diese ankündigt und so springt man manchmal alle fünf Zeilen hin und zurück. Daran kann man sich gewöhnen, aber das Lesevergnügen eines richtigen Romans wird hier nicht erreicht. Es sind kurze vignettenhafte Einblicke, an manchen Stellen mit nicht ganz nachvollziehbaren Zeitsprüngen, dem knappen Übergehen wichtiger Ereignisse und dem Verweilen an Nebensächlichkeiten. Enervierend war hier des Autors Drang, so oft wie möglich sexuelle Anspielungen oder Akte zu beschreiben. Was am Anfang noch als Versuch, die rauhere Mentalität dieser Zeit farbig zu beschreiben, dienen konnte, wurde nach und nach doch etwas albern. Ob es nun meinem historischen Verständnis so sehr hilft, daß ich in diesem Buch mehrfache detailfreude Beschreibungen der Geschlechtsteile von Barbarossa, Heinrich und Welf VI las, bleibt mal dahingestellt. Ob eine Szene, in der Barbarossa sein Genital mit dem seines Onkels gedanklich ausführlich vergleicht, etwas zur Geschichte beiträgt, ist ebenso fraglich. Daß es in manchen Abschnitten auf jeder Seite zu Anspielungen kommt, daß Philipp von Heinsbergs angebliche Schwäche für kleine Jungs bei jedem Erscheinen von ihm thematisiert wird, daß alle Männer die Frauen um sich als eine Konglomeration von Schößen und Brüsten betrachten und daß keine Gelegenheit ausgelassen wird, einen Geschlechtsakt oder den Gedanken daran zu erwähnen, hat dann was von pubertierenden Jungs auf dem Schulhof. Seltsam wird es beim Lesen, wenn alle Frauen im Umkreis, darunter 13jährige, die an viel ältere Männer verheiratet werden, es gelassen oder sogar freudig hinnehmen, ungefragt beschlafen zu werden.
An vielen Stellen ist das Buch sehr spannend und kann durch die lebhafte Beschreibung der geschichtlichen Entwicklungen mitreißen. Gut erzählt sind auch die unterschiedlichen Herangehensweisen von Barbarossa und Heinrich, ihre verschiedenen Charakteren und Strategien, auch viele historische Zusammenhänge werden sehr gut dargestellt. Das ist unterhaltsam und lehrreich zugleich. An manchen Stellen, gerade zum Ende hin, werden die Szenen allerdings etwas redundant. Da gibt es eine endlose Abfolge von Reichstagen, wieder einmal ziehen Barbarossa und seine Frau Beatrix hoheitsvoll irgendwo ein, wieder einmal zieht irgendjemand gegen irgendjemanden in die Schlacht und so allmählich verschwimmen die einzelnen Ereignisse ein wenig. Hier hätte eine straffere Erzählweise geholfen.
So bleiben bei diesem Buch gemischte Gefühle. Gelungen ist es, die Geschichte und die beiden Gegenspieler aus dem rein Historischen herauszuholen und lebendig zu machen. Störend sind die erzählerischen Schwächen.
- Sabine Ebert
Schwert und Krone - Preis der Macht
(39)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen kurzen Blick auf das Geschehen ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:
In der Überschrift habe ich es meiner Meinung nach abschliessend zusammen gefasst:
Ein toller historischer Roman und ein würdiger Abschluss der Reihe. Es hat großes Vergnügen bereitet dieses Werk zu lesen und die historischen und die fiktiven Figuren auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Die abwechselnden Perspektiven und stetig wechselnden Orte liessen nie Langeweile aufkommen. Der Schreibstil ist sehr gut und anschaulich.
Ich wünsche mir mehr solch tolle historische Romane....!
- Rebecca Hohlbein
Fluch der Karibik 3
(19)Aktuelle Rezension von: eastElizabeth, Will und die Piratencrew sind dem Kraken, einem von vielen mysteriösen Seeungeheuern, und seinem Meister entkommen, doch nur, weil sie ihren Captain geopfert haben. Nun wagen sie es, bis zum Äußersten zu gehen, um ihn zurückzuholen, denn während die englische Krone ihre gierigen Finger in alle Himmelsrichtungen ausstreckt, bleibt für die Gesetzlosen, die unerschrockenen Seeleute und die moralisch im Halbschatten Angesiedelten keine Heimat mehr. Und um in den aussichtslosen Kampf gegen diese Übermacht zu ziehen, braucht es einen, der bereits verrückt ist…
Ein letztes Mal nehmen Rebecca und Wolfgang Hohlbein den abenteuerbereiten Leser mit in eine andere Zeit und aufs offene Meer, um die eine oder andere Seemannslegende lebendig werden zu lassen. In gewohnt ironischem Schreibstil untermalen sie die witzig-chaotische Handlung, die sich irgendwo zwischen historischem Abenteuer, einem moralisch beide Augen zudrücken, Fantasy-Aspekten und einem heldenhaften Kampf gegen Unterdrückung zuhause fühlt und sich selbst nicht allzu ernst nimmt.
Mit anderen Worten: Sie greifen das Original, den Film sehr gekonnt auf. Allerdings gibt es im letzten Roman auch einige kleine Unterschiede zum Film und wer diesen nicht kennt, dürfte vom Buch selbst auch einigermaßen verwirrt sein. Dennoch hat auch das letzte Abenteuer inmitten dieser verteilten, bunten Crew wieder Spaß gemacht, auch wenn es natürlich auf diesen Seiten nicht mehr viel Neues und Überraschendes zu entdecken gab, die Geschichte ist ja bereits bekannt.
Unter dem Strich bleibt ein würdiger Abschluss der Buchreihe und eine gelungene Hommage an diese legendäre Geschichte, die auch auf der Leinwand eine Trilogie hätten bleiben sollen.
- Yvonne Bauer
Ein Haus erzählt
(1)Aktuelle Rezension von: LivillaEine reizvolle und ungewöhnliche Kombi spielt in dem Kinderbuch der Mühlhauser Autorin Yvonne Bauer die Hauptrolle – da gibt es einmal ein uraltes, sprechendes Fachwerkhaus und Emma, ein kleines Mädchen mit roten Haaren, das mir auf Anhieb sympathisch ist Ergänzt wird das Duo durch Lukas, einen erklärten Feind der ‚Möhre‘, wie er Emma nennt. Neben interessanten Geschichtsstunden freue ich mich über die Entwicklung zwischen den Kindern. Der Zielgruppe dürften Probleme mit Klassenkameraden nicht fremd sein, hier ist eine schöne Lösung aufgezeigt – nämlich wie wichtig es ist, hinter Fassaden zu gucken
Neben dem Cover gibt es weitere kleine Illustrationen und im Anhang sogar die GPS Koordinaten für eine Schnitzeljagd durch Mühlhausen























