Bücher mit dem Tag "beck"
44 Bücher
- Bianca Iosivoni
Golden Bay − How it feels
(310)Aktuelle Rezension von: FeelblackWieso hab ich schon wieder so lange gewartet? Ich hab alle drei Bücher hier liegen aber hab es mir angehört. Der Alltag lässt das Buch in der Hand gerade nicht zu. Ich liebe es! Ich habe echt lange Zeit gewartet, mal wieder was zu lesen, was mich mitnimmt. Und Golden Bay hat mich echt bekommen. Em und Holden sind wirklich spannende tolle Charaktere. Eigentlich könnte die Reihe auch direkt 10 Bände haben, weil die Nebencharacktere ebenso spannend,- wie die Hauptcharacktere sind. Der Spice war nach langem mal passend und wirklich gut geschrieben. Eben nicht soviel und nicht um jede Macht ins Buch gedrückt. Es stimmte einfach wirklich gut. Ich muss weiter zu Band 2. Ich will wissen warum er verdammt nochmal gegangen ist. ;)
- Bianca Iosivoni
Golden Bay − How it hurts
(201)Aktuelle Rezension von: FeelblackAlso theoretisch hätte ich einen Band abgezogen weil ich oft Bänder aus der anderen Perspektive nicht so gern mag. Es wiederholt sich leider dann oftmals die Situation usw. Diesmal war es aber deutlich angenehmer auch wenn mir Band 1 besser gefallen hat. Ich weiß das Band drei jetzt sicher sehr spannend wird weil sich ja nunmal alles zugespitzt hat. Ich freu mich drauf.
- Jana Oliver
Aller Anfang ist Hölle
(741)Aktuelle Rezension von: Barbara_NeltingEine attraktive, junge und witzige Protagonistin, ein Haufen (mind. vier) attraktive, um die buhlende Kerle, die Dämonen als antagonistische Ausgeburten der Hölle, ein Arsenal der "Spielzeuge", um sie zu bekämpfen, nicht zu vergessen: die globale, apokalyptische Bedrohung - was will man mehr? Ich freue mich auf die nächsten Teile dieser gelungenen Mischung auf Strouts Lockwood-Serie (inhaltlich) und Wolfs Heartless (Witz und Humor)!
- Lynn Painter
Mr Wrong Number
(290)Aktuelle Rezension von: FeelblackAch das hat mal wieder gut getan. Liv und Colin waren sehr lustige Charaktere. Das Geplänkel zwischen den beiden war wirklich witzig und ich konnte immer wieder mal lachen. Liv ist mit ihrer Art sowieso absolut liebenswert und es macht Spaß ihrer "Tollpatschigkeit" zu folgen. Insgesamt eine wirklich schöne lockere Story in dem der Spice auch endlich mal wieder angenehm ist und nicht auf jeder 2. Seite so hingeklatscht wird. Tolles Buch!
- Ian Beck
Pastworld
(89)Aktuelle Rezension von: einz1975Ob Zeitreisen jemals möglich sein werden, darüber streiten sich die Wissenschaftler nach wie vor. Wer dennoch einen Hauch vergangener Zeiten erleben möchte, findet vielleicht in einem Themenpark die passende Alternative. In Ian Becks Roman Pastworld wird genau dieses Konzept Wirklichkeit, zumindest in der fiktiven Zukunft des Jahres 2048. Hier hat man mitten in London eine riesige Kuppel errichtet, unter der das viktorianische Zeitalter bis ins kleinste Detail nachgestellt wird. Besucher, von den Bewohnern als „Gaffer“ bezeichnet, können hier durch nebelverhangene Gassen streifen, Gaslaternen bestaunen, dem Geruch von Maschinenöl nachspüren und auf authentisch gekleidete Darsteller treffen. Doch nicht alle, die in Pastworld leben, sind bloß Schauspieler. Einige Menschen haben sich dauerhaft in dieser simulierten Vergangenheit eingerichtet, nicht offiziell, sondern als illegale Bewohner. Unter ihnen befindet sich auch eine düstere Gestalt, die das Geschehen überschattet: das sogenannte Phantom, eine sagenumwobene Figur, die immer wieder grausame Morde verübt und für Angst und Schrecken sorgt.
So faszinierend die Grundidee auch ist, ein lebendiges viktorianisches London als begehbare Illusion, so skeptisch bleibt man doch, ob eine solche Parkanlage in der Realität jemals existieren könnte. Dennoch begeistert die Vorstellung: Wie die Menschen damals gelebt, sich gekleidet und durch ihren Alltag bewegt haben, ist für viele von uns ein faszinierender Blick in eine andere Welt. Auch ich würde mich wohl zu den neugierigen Gaffern zählen, die durch die Gassen streifen und staunen. Die Geschichte wird durch mehrere Perspektiven getragen. Eine zentrale Figur ist Eve, ein junges Mädchen, das abgeschottet vom Rest der Welt bei ihrem Vater lebt. Er warnt sie eindringlich davor, allein auf die Straßen zu gehen, zu gefährlich sei es dort draußen, denn jemand scheint es gezielt auf sie abgesehen zu haben.
Parallel lernt der Leser das berüchtigte Phantom kennen, das sich unter den Bettlern fast schon den Ruf eines Helden erworben hat, bei allen anderen jedoch pure Angst auslöst. Seine Morde sind brutal: Die Opfer werden mit einem Messer getötet, das Herz wird ihnen herausgeschnitten. Für ein Jugendbuch ist das stellenweise äußerst heftig und wirkte auf mich oft überzogen. Die Gewalt scheint weniger dramaturgisch motiviert, sondern eher der bloßen Schockwirkung geschuldet, eine Entscheidung, die den Ton des Buches unnötig ins Groteske kippen lässt. Eine weitere Perspektive bietet Caleb, ein Jugendlicher aus der Außenwelt, der als Tourist nach Pastworld kommt und schnell erkennen muss, dass dieser Ort weit mehr ist als bloßes Theater. Er wird, wie auch der Leser, in eine undurchsichtige Geschichte gezogen, in der Wahrheit und Inszenierung zunehmend verschwimmen.
Trotz der interessanten Ausgangslage und dem atmosphärischen Setting gelingt es dem Autor leider nicht, eine echte emotionale Bindung zwischen Leser und Figuren aufzubauen. Viele Charaktere wirken blass und scheinen eher durch die Handlung zu stolpern als aktiv daran teilzunehmen. Auch ein ermittelnder Polizist bleibt farblos, seine Erkenntnisse scheinen mehr Glückssache als Ergebnis intelligenter Ermittlungsarbeit zu sein. Das große Finale kommt wenig überraschend, und obwohl die Verbindung zwischen Eve und dem Phantom erzählerisch durchaus einen gewissen Reiz besitzt, wirkt die Auflösung letztlich eher konstruiert als schlüssig. Und doch: Ian Beck versteht es stellenweise sehr gut, die düstere, geheimnisvolle Atmosphäre des alten Londons heraufzubeschwören. Der Leser wandelt durch enge Gassen, riecht förmlich den Ruß in der Luft und schreckt vor fauchenden Roboterratten zurück, die zwischen den Pflastersteinen huschen. In diesen Momenten wird Pastworld lebendig und man wünscht sich, der Autor hätte noch mehr Wert auf diese Feinheiten und weniger auf plumpe Effekthascherei gelegt.
Fazit:
Ein Ausflug in eine finstere Vergangenheit voller Dampf, Nebel und Mysterien. Pastworld lebt vor allem von seiner faszinierenden Grundidee: eine vergangene Epoche mit modernster Technik wiederauferstehen zu lassen und erlebbar zu machen. Die Vorstellung, als Besucher durch das viktorianische London zu wandeln, hat ihren Reiz, Nebel, Armut, Krankheit und Tod inklusive. Leider gelingt es dem Autor nicht, die Figuren glaubhaft und tiefgründig zu zeichnen. Sie bleiben größtenteils schemenhaft und wecken kaum Empathie. Die brutalen Mordszenen wirken deplatziert und hätten in ihrer Ausführlichkeit nicht sein müssen. Was bleibt, ist ein faszinierender Schauplatz mit großem Potenzial, das nur teilweise ausgeschöpft wird. Ein Buch, das atmosphärisch überzeugt, aber erzählerisch hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.
Matthias Göbel
Autor: Ian Beck
Übersetzung: Barbara Abedi
Taschenbuch: 400 Seiten
Veröffentlichung: 01.06.2010
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 9783785571569 - Lily King
Writers & Lovers
(82)Aktuelle Rezension von: AukjeDie 31jährige Casey befindet sich gerade am Tiefpunkt ihres Lebens ihre Mutter ist vor kurzem verstorben, mir ihrem Vater hat sie ein sehr schlechtes Verhältnis, ihr Freund hat sie plötzlich verlassen und mit ihrem Kellner Job kann sie sich so gerade über Wasser halten aber nicht ihre hohen Studienschulden abbezahlen. Zudem findet sie nicht immer genügend Zeit ihren Roman, den sie seit 6 Jahren schreibt, zu beenden. Während einer Autorenlesung lernt sie den Schriftsteller Silas kennen, der sie jedoch kurz vor ihrem ersten Date versetzt. Daraufhin lernt sie während der Arbeit den erfolgreichen Autor und Witwer Oscar und seine beiden kleinen Söhne kennen. Sie trifft sich mit ihm und dann meldet sich plötzlich wieder Silas und sie trifft sich mit ihm auch zu einem Date. Nun muss sie sich entscheiden ob sie Silas wählt, der sie unterstützt und sich körperlich zu ihm hingezogen fühlt der aber nicht ganz verlässlich ist oder entscheidet sie sich für Oscar, der ihr finanzielle Sicherheit und ein Familienleben bietet, dem sie aber nicht immer die ganze Wahrheit sagt. Parallel versucht sie ihr Buch zu veröffentlichen und muss über den Tod ihrer Mutter hinwegkommen.
Ich mochte das Buch, allerdings hatte ich ein paar Startschwierigkeiten und brauchte etwas um in das Buch zu finden. Der Schreibstil ist eher etwas ruhiger aber sehr angenehm. Die einzelnen Charaktere sind teilweise etwas oberflächlich, was mich in diesem Fall gar nicht so gestört hat da man die Story eher neutral liest. Dennoch beginnt man ab einem bestimmten Punkt wissen zu wollen wie es weiter geht.
- Anna Savas
Stay Here - New England School of Ballet: Special Edition
(210)Aktuelle Rezension von: LenaSchwedEs geht um das junge Mädchen Rayne, das sich entscheiden muss, was es nach der Schule machen will, und als das nicht schon genug ist, passiert ihr auch noch ein schreckliches Schicksal. Aber Easton hilft ihr, mit dem Schicksal klarzukommen und herauszufinden, was sie im Leben gern machen würde.
- Rye Curtis
Cloris
(63)Aktuelle Rezension von: buchstaeblichverliebt📌 "Ich weiss noch genau, dass ich weinen wollte, es aber nicht tat. Wahrscheinlich sind manche Dinge einfach zu traurig, als dass unsere Tränen ihnen gerecht würden." (S. 54)
Cloris, also.
Noch nie zuvor gesehen oder etwas darüber gehört oder gelesen.
Ist ja doch eher selten.
Zum Inhalt:
Cloris, 72 Jahre alt, überlebt als Einzige einen Flugzeugabsturz.
Sie bannt sich ihren Weg durch die Wildnis, auf der Suche nach Zivilisation.
Heimliche Hilfe erfährt sie hierbei durch einen maskierten Unbekannten.
Gleichzeitig hat Rangerin Lewis mit der Suche nach Cloris begonnen, stets einen randvoll gefüllten Thermobecher Merlot am Start.
Abwechselnd liest man hier von der Vermissten und dem Suchtrupp.
Besser gefallen hat mir definitiv der Teil um Cloris.
Rangerin Lewis war mir gänzlich unsympathisch, wenn ich auch die Merloteskapaden ganz amüsant fand.
Überleben in der Wildnis ist das Thema, welches hier eher als eine Art Komödie umgesetzt wird, gleichzeitig ist es aber auch irgendwie eine Art von Liebesgeschichte, denn man liest viel von Cloris' Beziehung zu Mr Waldrip.
Der Humor ist meiner Ansicht nach schon sehr speziell und sicher nicht jedermanns Sache.
Mir hat es ganz gut gefallen.
- Hans Pleschinski
Wiesenstein
(54)Aktuelle Rezension von: HansDurrerHans Pleschinski, geboren 1956, als freier Autor in München lebend, nimmt sich in diesem Roman Gerhart Hauptmanns an, der zusammen mit Thomas Mann (über den Pleschinski den ganz wunderbaren Roman „Königsalleee“ geschrieben hat) zu den grossen Figuren der deutschen Literatur (beide sind Nobelpreisträger) zählt. „Wiesenstein“ beginnt im März 1945 mit dem Aufbruch des greisen und pflegebedürftigen Hauptmann und seiner Entourage (inklusive Masseur) vom Sanatorium Dr. Weidner im eben zerstörten Dresden nach Schlesien, in seine Villa „Wiesenstein“, einem prächtigen Anwesen im Riesengebirge.
Ich staune, welche Ehrerbietung die Leute dem Dichter Hauptmann, der offenbar lange schwankte „zwischen der Poesie und dem Wunsch, ja, ein neuer Michelangelo zu werden“ entgegenbringen. Ja, ich staune überhaupt, dass einem Dichter einmal Ehrerbietung entgegengebracht worden ist – solche Zeiten sind lange her. Allenthalben wird er „Herr Dr. Hauptmann“ genannt, der vielfach Geehrte, der nun mit einem Pfleger auf dem eisigen Bahnhof steht. Es ist höchst beeindruckend wie es Hans Pleschinski gelingt, die damalige Simmung zu vermitteln.
Von Propagandaminister Dr. Goebbels (wieder ein Doktor) war Hauptmann zwar wenig geschätzt, von dessen Widersachern auf der Kulturbühne dafür (und auch deswegen) um so mehr. Und wie fürstlich der Mann gelebt hat! „Ein Lebenshöhepunkt – von Galadiners gerahmt – waren natürlich die Gerhart-Hauptmann-Festspiele in Breslau gwesen: vierzehn Stücke en suite füllten damals, in den Zwanzigerjahren, die Theater.“
Dem Dichter war offenbar eine heftige Radikalität eigen. So lässt Hans Pleschinski die Sekretärin Annie Pollak sagen: „Vor dieser Lebensberuhigung hatte Hauptmann, pardon, wenn ich’s so ausdrücke, gesoffen, randaliert. Jetzt wurde er – man kennt solche Umschwünge – zum strikten Abstinenzler.“ Worauf der Masseur Paul Metzkow meint: „Ich glaube, der Wunsch meldet sich beim Menschen und in der Geschichte regelmässig. Heute hui, morgen pfui. Erst Schwung durch Schnaps, dann Prohibition. Und dann wieder andersrum.“
Dass Hauptmann, im Gegensatz zu seinem Nobelpreiskollegen Mann („Der eine, Mann, war eher zerebral, der andere, Hauptmann, oft vulkanisch. – Gut, dass wir beide haben! Das ist ein geistiger Reichtum“, so Hans Pleschinski in einem Gespräch mit seinem Lektor Martin Hielscher), nicht ins Exil ging, bedeutet nicht, dass er ein Nazi war, schon von seinem ganzen Wesen her, konnte er gar keiner sein. „Hauptmann sagt: Selbst wenn ich Antisemit wäre, so müsste es mich doch stutzig machen, dass Gott soviele Juden mit so zauberhaften Gaben beschenkt hat.“ Doch die Privilegien, die Hauptmann geniesst, sind nicht gratis. Natürlich benutzen ihn die Nazis für ihre Zwecke und scheuen auch nicht davor zurück, sinnentstellend in seinen Dresden-Appell, der das Kultur-Verbindende hervorhob, einzugreifen und in eine parteiische Beschuldigung der Alliierten umzuwandeln.
Ausser dem „Bahnwärter Thiel“, den wir in der Schule durchgenommen hatten (und ich nicht erinnere), habe ich von Gerhart Hauptmann nichts gelesen. Von seinem Stück „Die Weber“ habe ich gehört. Anders gesagt: „Wiesenstein“ war für mich eine Einführung in Leben und Werk dieses Mannes, der ganz offensichtlich weltweit wahrgenommen wurde (sogar James Joyce übersetzte Stücke von ihm) und zwar eine, die mich auch Einiges über das Leben lehrte. „Man möchte sagen, seine Seele öffnete sich der unberechenbaren Vielfalt der Schöpfung.“
Hans Pleschinski ist ein begnadeter Erzähler. „Dorn mochte jede Jahreszeit. Der Sommer, dieser Brüllaffe, heizte allem ein, was kreuchte und fleuchte, die Käfer schossen über den Stein, die Ameisen schleppten, was sie konnten, aber ein wohliges Ächzen erfüllte die Natur. Im Herbst durften alles und jeder ermattet sein, Gärtner Dorn rechte Laub und Nadeln, liebte die Abkühlung im Gesicht, den kräftigen Duft aus der Erde und freute sich auf den Winter, wenn das Dunkel ruhiger machte, die Schlitten vorfuhren und der Atem dampfte. Schon um fünf Uhr früh schippte er dann den Fussweg von Schneewehen frei, liess die Frostluft willig an ihm beissen, fühlte umso mehr seine Lebenswärme. Und wenn er danach die Brotkante in den Malzkaffee stippte, den ersten Schluck getrunken hatte, kam er sich wie neugeboren vor. Bohnenkaffee war den Herrschaften vorbehalten. Er träumte dann am Küchentisch, liess die Frauen schwatzen und lauschte dem Klappern der Töpfe und Pfannen.“
Solche Sätze schärfen meine Wahrnehmung – und das ist einer der Gründe, weshalb ich Bücher lese. Wie auch diese, die mich die Dinge neu (der Gedanke ist mir nicht neu, ihn so wohlwollend auszudrücken hingegen schon) sehen lassen. „Das unentschiedene Schwanken scheint eine Spezialität von ihm zu sein. Nun gut, wer wankt, gewahrt vielleicht mehr als derjenige, der stur geradeaus schreitet.“ Oder dieser: „Nichts auf Erden kann zufriedenstellen.“
Eindrücklich auch, wie Pleschinski den Einmarsch der Sowjetarmee nördlich von Görlitz schildert. Oder die Plünderungen und Enteignungen am Kriegsende. Man glaubt, sich selber mittendrin zu befinden. Überhaupt hat mich Vorstellungskraft und Einfühlungsvermögen des Autors, der den Krieg ja nicht selber erlebt hat, verblüfft, erstaunt und tief beeindruckt. Ganz wunderbar auch sein Witz und seine Formulierungsgabe. „Madame hingegen wirkte gelegentlich, einer selbst auferlegten Fasson halber, ein wenig indigniert. Da dies zumeist keine Konsequenzen zeitigte, blieb es, wenn sie ihre Lippen kurz spitzte, eher bedeutungslos. Oft sah sie auch nur schlecht.“
„Wiesenstein“ ist ein tief beeindruckendes, rundum grossartiges Werk! - Lilli Beck
Glück und Glas
(101)Aktuelle Rezension von: Kerstin_LohdeDieser Roman hatte ein interessantes Cover und dazu klang der Klappentext nicht schlecht. So habe ich es angefragt und hatte das Glück ein Rezensionsexemplar zu erhalten.
Neugierig habe ich dann mit dem Lesen begonnen. Es lässt sich flüssig lesen, nur hatte ich kleine Schwierigkeiten mit den Zeitsprüngen. Aber ansonsten ist es ein spannender und interessanter Roman über 2 Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Wer gut geschriebene Romane mit einem Hauch historischem mag und mit Zeitsprüngen in den Büchern klar kommt, sollte sich zumindest den Klappentext mal anschauen. Und eventuell auch mal in das Buch reinlesen damit man selber weiß ob das Buch was wäre.
- Norbert Scheuer
Winterbienen
(101)Aktuelle Rezension von: NicolePEgidius Arimond lebt 1944 in ständiger Gefahr. Wehruntauglichkeit wegen Epilepsie und diverse Frauengeschichten sind noch harmlos. Er versucht, Juden in speziellen Bienenstöcken nach Belgien zu schmuggeln.
Die Geschichte besteht in erster Linie aus Tagebuchnotizen von Egidius. Dort ist in erster Linie über seine Arbeit und Tätigkeit als Imker zu lesen. Doch in leisen Zwischentönen erfährt der Leser viel über die damalige Zeit und wie die Menschen versucht haben, irgendwie hindurch zu kommen.
Dieser ruhig erzählte Roman regt auch zum Nachdenken an. Man sollte beim Lesen bedenken, dass Tagebucheinträge in erster Linie für einen Schreiber selbst als Erinnerung gedacht sind und daher ausführliche Beschreibungen zu Orten, Personen und Begebenheiten selten sind. Dafür bringen sie einem den Verfasser emotional sehr nahe. Mir hat das Buch sehr gefallen, und ich empfehle es gerne weiter.
- Lily King
Euphoria
(130)Aktuelle Rezension von: Trishen77Die wenigen klassischen Motive in den Erzählungen des Abendlandes: Tod & Sex (unumgänglich an das Moralische gebunden, gerne mit einem Schuldmotiv verknüpft), die Spannung zwischen Fremdem und Eigenem (Lebenseinstellung & Bewältigungsarten), das Wissen und die Unwissenheit, der Kampf (oder eher: die Gewalt), Gut und Böse, Vertrauen und Verrat (Anziehung und Enttäuschung) und schließlich das Gefühl, die Vernunft und das Selbst als eine Dreieinigkeit aller Figuren. Alle diese Motive sind natürlich eng miteinander verwoben, überschneiden sich häufig um neue Facetten zu bilden und das Ganze ließe sich weiter herunterbrechen oder auch noch breiter einteilen.
Die mögliche Umgebung, der Raum für diese zentralen Motive, ist nicht mehr und nicht weniger als das Universum, mit allem was in seiner Breite existiert(e) und zusätzlich allem, was man sich in/zu ihm ausdenken kann. Jede Umgebung in einem Roman (ob historisch oder geographisch oder beides) ist bestimmt durch einige Aspekte, die untermalend wirken können oder zu wesentlichen Konfliktpunkten in der Handlung werden. Jeder Roman muss in die Motive und die Umgebung die er wählt, seine Figuren weben, und daraus entstehen lassen, was wir Erzählung, Geschichte nennen; doch ist der Roman noch etwas mehr als die Summe seiner Teile, nicht bloß Geschichte, hinter der Motive stehen und nicht nur Motive, die in einer Geschichte lebendig werden. Der Roman ist die Komposition, in der sowohl die Motive als auch die Geschichte nie ein Monopol innerhalb der Leseerfahrung erlangen können und dürfen; das Ganze ist an die Dualität dieser Elemente gebunden, die (ähnlich wie im Leben die Dualität von Handlung (Entscheidung) und Geschehen) nie komplett aufgeschlüsselt oder aufgelöst werden kann.
In „Euphoria“ breitet Lily King ein Drama um eine Dreierkonstellation, nebst der Charaktererforschung (von Menschen und Ethnien), aus, gekleidet in ein halbhistorisches Gewand (welches manchmal gut, manchmal etwas zu bemüht unterstrichen wird, indem mal kurz, am Rande, einige Ereignisse des jeweiligen Jahres erwähnt werden). Die Geschichte spielt fast die ganze Zeit (von Rückblicken abgesehen) auf der südpazifischen Insel Neuguinea, eine Kulisse, die nicht überstrapaziert wird und die Handlung sehr gut umgibt. Alle drei Hauptpersonen sind Ethnologen und hierhergekommen um die Völker am Fluss Sepik zu erforschen, die zu dieser Zeit (30er Jahre des 20. Jahrhunderts) bis auf wenige Kontakte noch recht abgeschieden von der Zivilisation leben. Das Buch wird aus der Perspektive des dritten Forschers, der zu den anderen beiden (einem Ehepaar) dazu stößt, erzählt; dann und wann gibt es kleinere Kapitel mit Tagebucheinträgen der Frau.
Der lange Exkurs über Motive zu Anfang dieser Rezension rührt daher, dass ich finde, dass King in dem Roman ihre Motive nicht gut ausbalanciert hat. Man sollte in der Kunst immer auf das Gelungene eingehen und auch auf dieser Seite gibt es bei Lily King viel zu finden: gut recherchierte und aufgemachte Umgebung, faszinierendes Setting, vielfältige Konfliktpotenziale und Themen. Doch trotzdem wirken andere, widerkehrende Elemente, wie etwa der Kindeswunsch, die Rituale der Eingeborenen, die Spannung zwischen den Eheleuten, der Mutterkomplex, die toten Brüder, die Kriege, das Schreiben, sowie das Mysterium, welches die Arbeit des Ethnologen umgibt, noch nicht ganz ausgereift, nicht ganz wie aus Fleisch und Blut. Nun könnte man argumentieren, dass es nur realistisch ist, dass vieles (zumal man die Geschichte nur durch die Augen einer Figur sieht) unklar und entlegen, unabgeschlossen und verschwommen bleibt und eine allzu runde Darstellung dem Roman die Nähe zum Leben nehmen würden und daher nicht jedes Motiv ausgeführt werden muss, sondern unter der Oberfläche bedacht werden kann.
Dennoch entstand bei mir nach der Lektüre (das Buch ließ sich sehr zügig dahinlesen) ein unguter Nachgeschmack. Irgendwie war das Ganze zu einfach, vom konfliktbeschwörenden Anfang bis zum von Schuld aufgeladenen Ende. Vieles von der Geschichte war während des Lesens widerstandslos in mich hineingeglitten, aber am Ende blieb wenig übrig, von den Figuren, den Völkern, dem Hintergrund und Vordergrund der Erzählung. Ich hatte das ungute Gefühl einen Roman konsumiert zu haben, der so geschrieben war, dass er keinen Moment langweilig, schwierig oder zu fixiert wirkte, dabei aber aus den Augen verlor, wie er hätte anecken, seine Figuren vertiefen und seine Perspektive hätte wandeln oder neu ansetzen können.
Die Perspektive, auch so ein Problem. Es ist eine sehr legitime und interessante Entscheidung die Geschichte aus der Sicht einer Person zu erzählen; es ergeben sich Möglichkeiten für Zwischentöne, Interpretationen des Lesers, die von den Betrachtungen des Protagonisten abweichen, einfach, weil er dessen Perspektive reflektiert und noch anderes. In "Euphoria" wirkt diese Entscheidung allerdings manchmal etwas unglücklich, um nicht zu sagen hinderlich. Es fehlt an Reibungsflächen, da der gewählte Protagonist oft zaudert und in seiner meist beobachtenden Position wie ein vielwissender Erzähler wirken kann, bevor einem wieder seine beschränkte Perspektive bewusst wird, meist dann, wenn etwas interessantes aufkommen könnte. Anders gesagt: die Möglichkeiten dieser Perspektive wären viel größer gewesen als in der Umsetzung geschehen.
Viel, was ich in dieser Rezension angesprochen habe, mag Geschmackssache sein. Alles in allem ist "Euphoria" ein gut geschriebener und faszinierender Roman; was ihm meiner Meinung nach fehlt ist ein Funke, ein Ausbrechen, eine Potenzierung seiner Anlagen. Es ist ein solides Buch, dass sich immer wieder erdet und nichts riskiert, dass den Mut zu mehr Länge, Material und Epik hätte aufbringen müssen. Für eine Novelle oder Erzählung ist es zu sehr ein Roman; für einen Roman ein Schwimmen in einem flachen, zu kleinen Gewässer. Man kann das Buch gut konsumieren; festsetzen wird es sich aber kaum. - Bianca Iosivoni
Silver Lights - The more I hate you
(74)Aktuelle Rezension von: Melanie_HoppeBand 1 der Diologie von Bianca Iosivon hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Mit jeder Lüge die dazu kam, wurde ich nervöser und habe mit gefiebert. Mit zu erleben wie Beck und Shean sich trotz der Wut und Abneigungen, näher kommen, haben mich tief berührt. Mit jeder Seite konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil ich wissen musste wie es weiter geht. Band 2 steht in den Startlöchern und wartet auf ein Happy End.
- Liz Moore
LONG BRIGHT RIVER
(182)Aktuelle Rezension von: MinijaneDie Geschichte, die Liz Moore hier erzählt und mit der sie an die vielen Drogentoten in Philadelphia insbesondere im Stadtteil Kensington erinnern möchte, hat viele Krimielemente, ist aber auch ein Gesellschaftsportrait und eine dramatische Familiengeschichte.
Protagonistin Michaela ( Mickey) ist Streifenpolizistin in diesem gefährlichen Drogenviertel in Philadelphia und hält bei ihren Schichten immer Ausschau nach ihrer jüngeren Schwester Kacey, mit der sie seit 5 Jahren nicht mehr gesprochen hat und die plötzlich verschwunden ist. Mickey macht sich Sorgen um die drogenabhängige Kacey, riskiert bei ihrer Suche ihren Job und bringt sich zudem immer mehr selbst in Gefahr, als sie beginnt Grenzen zu überschreiten.
Zugegeben, ich hatte zunächst Schwierigkeiten in die Geschichte hinein zu finden, aber dann hat dieser Roman einen solchen Sog entwickelt, dass ich das Buch überhaupt nicht mehr zur Seite legen konnte.
Die Autorin schreibt authentisch und fesselnd und voller emotionaler Wärme und Tiefe.
Die Geschichte beginnt mit dem Fund einer weiblichen Leiche, von der zunächst vermutet wird, sie ist ein weiteres Drogenopfer, gestorben an einer Überdosis. Doch dann stellt sich heraus, dass es wohl Mord war und recht bald ist zu befürchten, dass sich ein Serienmörder in diesem Viertel junge abhängige Frauen als Opfer sucht.
Im Gegensatz zu anderen Thrillern und Krimis wurde der Hauptfokus dieser Geschichte nicht auf den Kriminalfall gelegt, sondern ganz klar auf die persönliche Situation der Protagonistin, sowie auf deren Beziehungen zu ihrer Schwester, ihren Angehörigen und ihren Kollegen. Das fand ich sehr besonders,und es macht die Geschichte so authentisch und auch hochemotional. Denn es geht um Liebe, immer wieder zerstörte Hoffnungen und ums Verzeihen.
Ich fand das Buch ganz großartig, obwohl ich am Anfang nie gedacht hätte, dass es sich zu einem Highlight entwickeln würde. Es war mein erstes Buch der Autorin Liz Moore und ganz sicher nicht mein Letztes.
- Lilli Beck
Wenn die Hoffnung erwacht
(69)Aktuelle Rezension von: gaby2707Nora Längfeld lebt mit ihrer Familie in Regensburg. Ihr sehr strenger Vater leitet eine Apotheke und Nora arbeitet dort als Apothekenhelferin. Die Famiie leidet zwar keine Not, doch es fehlt an allen Ecken und Enden. Silvester 1947 nimmt ihre Freundin Hedi Nora mit zu einer Silvesterparty, wo sie sich mal richtig satt essen will. Hier begegnet sie William Bowman, einem Captain der US Force und beide verlieben sich ineinander. Ihre Liebe muss im Dunkeln bleiben, da Vater Längfeld absolut nichts von den amerikanischen Besatzern hält. Ihre Liebe bleibt aber nicht ohne Folgen. William wird versetzt und schwört Nora, dass er zurück kommen und für sie und ihr gemeinsames Kind sorgen wird. Die Zeit vergeht und Nora kann die Schwangerschaft nicht mehr verstecken. Ihr Vater ist ausser sich vor Ärger und will Nora nach der Geburt des kleinen William an einen Geschäftsfreund verschachern, der ein Auge auf die junge Frau geworfen hat. Nora flieht mit dem Baby nach München...
Was sie dann noch alles erlebt und wie es mit ihr weiter geht, das lest ihr in dem sehr emotionalen Roman "Wenn die Hoffnung erwacht" von Autorin Lilli Beck.
Wow, ich bin immer noch ganz hin und weg von dieser so berührenden Geschichte. Ich tauche schnell in die Zeit ab 1947 ein und lerne nach und nach die Menschen kennen, die @lilli.beck.9 für diese Geschichte kreiert hat.
Mit Nora habe ich mich ab unserem Kennenlernen am Silvesterabend 1947 sehr gut verstanden. Sie war mir in ihrem Wesen gleich so vertraut, wie eine kleine Schwester. Ich habe so mit ihr mit gefühlt, gebangt, gelitten, mit ihr geweint und getrauert und mich mit ihr gefreut. Ich habe sie für ihre Willensstärke und ihren Mut bewundert; fand es sehr unterhaltsam und auch spannend, wie sie sich mit ihrem Baby durchschlägt und sich ganz langsam eine neue Existenz aufbaut. Und wie ich es vermutet hatte, gibt es auch eine romantische Wendung. Mehr wird aber nicht verraten.
Lilli Beck hat aber nicht nur Nora einen unverwechselbaren Charakter gegeben. Auch den anderen Menschen hat sie ein solches Eigenleben verpasst, dass ich sie mir sehr gut vorstellen und mich auch in sie hinein versetzen kann. Sehr sympathisch und liebenswert fand ich den Neffen des Hauses Wagner, Luis Doll. Ganz im Gegensatz zu Hanno Gollnik, einem Ekelpaket, dem ich nicht auf der Straße begegnen möchte.
Ganz wie ich es mag, habe ich hier einiges über die damalige, bestimmt nicht einfache Zeit erfahren. Bedrückend fand ich wie immer bei Geschichten aus dieser Zeit, dass einige Menschen von den Nachkriegswehen verschont wurden, und andere daran fast zugrunde gegangen sind.
Durch die Familie Wagner komme ich mit dem neu zu gründenden Verlagswesen und der Herausgabe einer neuen Zeitschrift in Berührung. Durch Luis Doll erfahre ich etwas über die Fotografie in der damaligen Zeit.
Ich habe den Ausflug in die Nachkriegsjahre hier in München sehr genossen. Und ich bin froh, dass sich gerade die Stellung der Frau doch sehr zum positiven gewandelt hat.
Ein großartiger Roman, der mir einige sehr interessante, spannende und nachdenkliche Lesestunden geschenkt hat. Ein paar Taschentücher habe ich auch verbraucht.
Ein absolutes Lesevergnügen, dem ich gerne meine Leseempfehlung ausspreche.
- José Eduardo Agualusa
Eine allgemeine Theorie des Vergessens
(83)Aktuelle Rezension von: Julietta89Der Einstieg gelingt schnell – man ist sofort mitten im Geschehen, auch wenn anfangs unklar bleibt, wohin die Geschichte führt. Gerade die Protagonistin, die sich in ihrer Wohnung eingeschlossen hat, fand ich bemerkenswert. Auch der kleine Sabulu war ein Highlight.
Was mich beeindruckt hat, war, wie viel man über die Geschichte Angolas mitbekommt. Gleichzeitig war es nicht immer einfach, der Handlung zu folgen. Viele Stränge, Zeitsprünge und Figuren haben es stellenweise verwirrend gemacht, wer gerade eigentlich im Mittelpunkt steht.
Die Figuren wirkten glaubwürdig, auch wenn manches ein wenig überzogen war. Besonders hängen bleibt das Wissen um die portugiesische Kolonialzeit und den schwierigen Bürgerkrieg in Angola – ein Hintergrund, der dem Buch viel Tiefe gibt.
- Elizabeth H. Winthrop
Mercy Seat
(57)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»Gabes Frage während des Abendessens fällt ihm wieder ein: Tut es weh? Und dann denkt er an das plötzliche Aufbäumen und den dumpfen Schlag, die Gänsehaut und das Anschwellen, das Zusammensinken und den aufsteigenden Rauch, all die Dinge, für die er heute Nacht verantwortlich ist.«
Louisiana im Jahr 1943. In einer kleinen Stadt kommt ein Lieferwagen mit einem elektrischen Stuhl an, auf dem ein junger Mann sterben soll. Sein Vergehen ist, dass er schwarz ist und ein junges, weißes Mädchen liebt. Ihr Vater überraschte beide beim Liebesspiel und nun soll der achtzehnjährige Will wegen Vergewaltigung hingerichtet werden. Vor Gericht stand die einsame Aussage Wills gegen die der anständigen weißen Bürger und seine Freundin, die theoretisch für ihn hätte aussagen können, brachte sich nach seiner Inhaftierung um.
Das Buch erzählt aus verschiedenen Perspektiven den Tag der Hinrichtung. Dabei wird mehr als deutlich, dass alle wissen, dass das Urteil falsch ist. Angefangen vom Bezirksstaatsanwalt, über den Sheriff, einen Geistlichen und diverse Einwohner der Stadt bis letztlich sogar zu den Wutbürgern, denn die mussten bestimmte Hebel ziehen, um das von ihnen gewünschte Urteil zu erhalten. Für einen weißen Jungen in einem vergleichbaren Fall wäre wohl nie die Höchststrafe verhängt worden und dieser Fakt ist selbst den Leuten klar, die Will für einen Vergewaltiger halten.
Wie erlebt man nun diesen letzten Tag, wenn man von einem schlechten Gewissen geplagt wird? Oder von Wut oder Verzweiflung wegen der schreienden Ungerechtigkeiten auf dieser Welt? Wie erlebt Will diesen Tag, vor dem er sich einerseits fürchtet, der aber auch ein Ende seiner Qualen in Aussicht stellt?
Die kurzen Kapitel mit ständig wechselnden Perspektiven fesseln ans Buch, obwohl man gleichzeitig merkt, wie sehr man in einen Strudel aus Hass und Verzweiflung hineingezogen wird. Ich hätte abwechselnd schreien und weinen können, das Buch ist extrem intensiv und berührt zutiefst, zumal es auch noch auf einem wahren Fall beruht. Alles andere als eine entspannende Lektüre, aber aufgrund der Rassismus-Thematik leider immer aktuell und lesenswert.
Fazit: Extrem intensiv und berührend, dieses Buch lässt einen nicht kalt.
- Gena Showalter
Broken Hearts - Brennende Sehnsucht
(20)Aktuelle Rezension von: nessy2012Also wenn man darauf steht das sich eine Frau so abhängig von einem Mann macht und so kontrollieren lässt dann ist dies das perfekte Buch.
Harlow hat kein Rückgrat um sich gegen Beck zu behaupten sie ist ein Spielball seiner Laune.
Ich musste mich zwingen dieses Buch zu Ende zu lesen doch bin nicht gerade begeistert davon. - Lilian Loke
Auster und Klinge
(40)Aktuelle Rezension von: VictoriaGraderLilian Loke verdient ihre Auszeichnungen, das wird mit der Lektüre klar. Ich finde "Auster und Klinge" nochmal viel besser als "Gold in den Straßen". Normalerweise spreche ich das Cover nicht an. Aber hier? Es springt einem nur so ins Gesicht und ich liebte es von Anfang an. Die Handlung ist packend, die Charaktere sind vielschichtig, hier ist nichts glatt poliert. Das außergewöhnliche an dem Titel ist aber, dass die lebhafte und durchaus actionreiche Handlung in einem extrem hohen sprachlichen Niveau verpackt kommt. Sie ist modern und präzise, kennt allerhand Details, verzichtet auf blumige Ausschmückungen, trifft aber direkt ins Herz.
Inhaltlich möchte ich nicht zu viel verraten. Was passiert wohl, wenn ein Einbrecher und ein Künstler gemeinsam ein Restaurant eröffnen?...
Unbedingt lesen!
- Winter Renshaw
Fearless
(60)Aktuelle Rezension von: leardinBand 2 der Amato-Brothers Reihe
In dem Buch "Fearless" von Winter Renshaw geht es um die betrogene Mutter Maren Greene und den jungen Charmeur Dante Amato.
Dante Amato stellt Maren Greenes Leben schon nach der ersten Begegnung mehr als auf den Kopf gestellt. Doch er verheimlicht Maren etwas Essenzielles, was am Ende fast alles zum Scheitern bringt.
Ich fand den zweiten Teil der Reihe genau so mega wie den ersten und kann es jeden nur wärmstens empfehlen.
- Ulrich Woelk
Der Sommer meiner Mutter
(66)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannGäbe es diesen ersten Satz nicht, das Buch bliebe bis zum Schluss: hoffnungsvoll. So aber schwebt dieser erste Satz unheilvoll über der sich entwickelnden Geschichte: „Im Sommer 1969, ein paar Wochen nach der ersten bemannten Mondlandung, nahm sich meine Mutter das Leben.“
Eine Geschichte von erkaltender Liebe, von erwachender Liebe und einer Liebe, die „anders“ ist. Und man tut „es“ (bzw. wünscht „es“ zu tun oder nicht zu tun), was man sowohl im Freud‘schen Sinne (Lustprinzip) verstehen kann als auch in der hier gemeinten Form, als gehemmte Umschreibungsform der körperliche Liebe (!) auf der einen, auf der erwachsenen Seite und als geheimnisvoller Vorgang, den man zunächst noch nicht zur Gänze versteht auf der anderen Seite. Denn immerhin ist der Erzähler dieser Seite gerade erst elf Jahre alt geworden („Alle sollten sich gegenseitig mögen – so stellte ich mir das vor.“). Ihm zur Seite steht die neue Nachbarin, ein knapp zwei Jahre älteres Mädchen. Aber diese zwei Jahre haben es in sich.
Wer in jener Zeit groß geworden ist, wird dort große Teile seiner Entwicklung widergespiegelt finden. Für die jüngeren unter uns ist es eine faszinierende Möglichkeit, sich zumindest gedanklich mit der Welt (und den Kämpfen) ihrer Eltern auseinanderzusetzen (es gab ja nicht nur die Mondlandung, sondern auch den Vietnam-Krieg – und die ersten Wellen weiblicher Emanzipation, eingebettet in die 68er-Bewegung), in der es galt „Richtig und Falsch“ (so etwas tut man nicht …) sowie „Gut und Böse“ (hier der freie Westen, dort der undurchsichtige kommunistische Machtblock) nach Kriterien zu unterscheiden, die aus heutigem Blickwinkel etwas antiquiert erscheinen.
Aber dies sind nur die Rahmenbedingungen, in denen sich die Geschichte entfaltet. Auch wenn die Protagonisten noch sehr jung sind und sich manche Dialoge diesem Alter entziehen („Ich begriff, dass es einen Unterschied zwischen der Wirklichkeit und Fernsehbildern gab, und ich war mir nicht sicher, ob mir das gefiel.“), so ist doch die von einer gewissen Grundmelancholie getragenen Geschichte äußerst schlüssig erzählt. Und den durch sie vermittelten Emotionen kann man sich kaum entziehen.
Gäbe es diesen ersten Satz nicht, würde man diesen Roman vielleicht in einem Rutsch lesen. Denn es gibt zunächst keine spektakulären Katastrophen und die Auseinandersetzung verlaufen eher freundlich gestimmt – auch wenn schon bald Ahnungen Entwicklungen denkbar machen, die ungut enden könnten: „Nach einer kurzen Pause sagte meine Mutter [zum Vater]: ‚Denkst du, mit der neuen Nachbarin wäre es einfacher?‘“ Es sind diese ahnungsvollen Sätze sowie kleine Gesten die zerrüttend wirken, kleine Brüche verursachend, die möglicherweise nicht mehr zu kitten sind. Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite findet man erste tastende von Unsicherheit unterlegte Gefühle von Zuneigung und Begehren, die letztlich in der Lage sind, alle Ketten zu sprengen.
Kurz: Dieses Buch ist eine herausragende Möglichkeit, sich sowohl dem Zauber der Liebe als auch dem der menschlichen Fehlbarkeiten hinzugeben.
(1.4.2019)
- Christoph Bausum
Die Welt im Jahr 2035
(2)Aktuelle Rezension von: leucoryxDas Buch fässt zusammen, was Spezialisten der CIA und der US-amerikanische National Intelligence Council (NIC) zusammengetragen, um Prognosen für die nächsten 20 Jahre aufzustellen. Es werden die globalen Trends in Bezug auf Politik, Wirtschaft, Gesellschaftsstrukturen, Umwelt, Technologien, Ideologien und vieles weitere aufgezeigt. Was eigentlich dem amerikanischem Präsidenten vorbehalten ist, wird hier für jederman zugänglich gemacht.
Ich hatte eine strukturierte und informtive Zusammenfassung der derzeitigen, globalen Trends erwartet. Spezialisten wie vom CIA können sichelrich ein genaueres Bild zeichnen als unsereiner das kann. Ich muss jedoch zugeben, dass ich als Naturwissenschaflterin wenig mit difuss wirkenden Interpretionsmöglichkeiten anfangen kann. Das Buch ist in zwei Teile geteilt, wobei mich der erste Teil besonders langweilte. Mir ist bewusst, dass niemand in die Zukunft sehen kann und man nur Vermutungen darüber anstellen kann, was passieren wird basierend auf aktuellen Fakten und Trendes der letzten Jahre. Aber was hier präsentiert wird ist etweder so naheliegend, dass ich das jeder denken kann, sehr diffus gezeichnet oder einfach nur eine Option unter vielen. Ich kann insgesamt nicht behaupten schlauer zu sein als vorher. Vielleicht fehlten mir auch einfach die Lösungsvorschläge, die hier nicht Thema waren. Ich kann selbst auch keinen Nutzen darausziehen, wenn beispielsweise gesagt wird, dass Regierungen an Glauben verlieren und schlechter agieren können.
Den zweiten Teil des Buches fand ich anfangs noch etwas interessant, da ihr Trends in den einzelnen Ländern aufgezeigt wurden. In den Medien haben einige, wenige Länder eine Überpräsenz, so dass man sich um andere Statten nciht allzu viele Gedanken machen. Dieser Teil des Buches bezog sogar die Antarktis und der Weltraum mit ein. Aber auch driftete es shcnell zu sehr allgemingültigen Trends ab, die sich zwar aus der unmittelbaren Gegenward baleiten, aber nichts neuartiges über das Jahr 2035 beinhalteten. Dadurch, dass sehr viele Bereiche (Politik, Wirtschaft, Klima, ...) auf der ganzen Welt behandelt werden, bleibt es recht oberflächlich. Es werden zwar mögliche Szenarien aufgezeigt und sogar mögliche Zeitungsberichte aus der Zukunft erstellt, aber unter welchen Konkreten Bedinungen diese Vor-und Nachteile sich für verschiedene Interessengruppen ergebn würden, wurde nicht tiefgründig diskutiert.
Ich habe mich sehr schwer getan mit dem Buch und unverhältnismäßig lange gebraucht, um es zu lesen. Für mich generierte der Inhalt keinen Mehrwert, aber vielleicht ergeht es anderen anders. - Lilli Beck
Die Schwestern vom See
(49)Aktuelle Rezension von: gaby2707Auerbach, ein idyllischer Ort am Bodensee – hier steht die Pension König, die Max König seinerzeit gegründet und dann mit Café und Konditorei ausgebaut hat, direkt am See. Als das Familienoberhaupt im Frühjahr 2022 mit 86 Jahren stirbt, herrscht große Traurigkeit im Hause König. Die ganze Familie trifft sich zu seiner Beerdigung. Auch Iris, die mit ihrem Mann Christian vor 3 Jahren nach Köln gezogen ist, wo sie zusammen sein Familienhotel führen, genießt es, wieder im Krise der Familie zu sein. Hatten sich die drei Schwestern Iris, Rose und Viola doch bei Iris´ Auszug geschworen, immer zusammenzuhalten – egal, was auch komme. In ihrer Ehe gibt es nach einem wunderschönen ersten Jahr die ersten Reibereien. Vor allem, weil Iris sich unbedingt Kinder wünscht, von ihrer Seite auch alles in Ordnung scheint, nur Christian mauert. Er kommt ohne Kinder ganz gut aus und legt, wie es scheint, keinen großen Wert auf Zuwachs in seiner Familie. Vielleicht tut der Ehe diese kleine Auszeit sogar ganz gut. Außerdem gibt es in der Pension einiges zu tun und Iris Hilfe wird sehr gerne angenommen.
Dies ist der erste Teil der dreiteiligen Familiengeschichte rund um die Familie König, ihre Pension und den Bodensee. Und das Zitat eines unbekannten Verfassers vor Beginn der Geschichte über Geschwister ist so wahr.
Autorin Lilli Beck stellt mir in diesem ersten Band die Familie König ausführlich vor. Wobei ich die meisten Geschehnisse aus der Sicht und den Gedanken der ältesten Tochter Iris erzählt bekomme. Aber auch ihre Schwestern Rose, die die Pension führt und Viola, die die Konditorei durch ihre neuen Kreationen immer bekannter macht, ihre Eltern Herbert und Florence und ihre kinderlose Tante Annemarie, die als Hausdame agiert, spielen eine große Rolle. Alle haben ihre Eigenheiten, ihre Ecken und Kanten und durch die facettenreichen, bildlichen Beschreibungen kann ich sie gut in mein Kopfkino einfügen. Mir ist die Familie König und auch Friedrich Kreutzer, ein ehemaliger Schulfreunde von Iris, in ihrer hilfsbereiten und fürsorglichen Art sofort sympathisch. Und was auch kommt, sie halten fest zusammen und lösen ihre Probleme gemeinsam.
Ich lerne die verschiedenen Traditionen im Hause König kennen und bin begeistert, dass jedes Kind bei der Geburt von Konditormeister Herbert eine eigene Süßigkeit kreiert bekommen hat. Was für eine schöne Idee. Bei den Beschreibungen der Torten, Kuchen und Gebäckstücke, die ich in der Konditorei bekomme, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Und auch die Ausblicke, die ich auf den See genießen darf, haben mir sehr gut gefallen und machen Lust, mal wieder hin zu fahren.
Etwas Unruhe kommt in die Familie, als sie im Nachlass des Großvaters einige Unterlagen finden, mit denen absolut nicht zu rechnen war. In Rückblicken habe ich immer wieder kleine Einblicke in das Leben von Max aus seiner Zeit, die er in Wien verbracht hat um hier das Konditorhandwerk noch ausführlicher kennenzulernen, bekommen. Da hatte ich mit solch einer Enthüllung schon fast gerechnet. Was es damit, und mit der anonymen Anzeige auf sich hat, die einen Lebensmittelkontrolleur in die Backstube bringt, oder was die schlechten Bewertungen im Internet zu bedeuten haben, verrate ich hier nicht.
Nur eines noch. In einer Familie ist nicht immer alles eitel Sonnenschein. Und auch bei den Königs kommt es zu einem schrecklichen Geschehen, bei dem hatte ich Tränen in den Augen. Aber auch das hält diese wundervolle Familie gemeinsam aus.
Lilli Beck hat mich für einige entspannte aber auch spannende und unheilvolle Stunden an den Bodensee und nach Wien entführt und vollkommen in ihre Geschichte hinein gezogen. Sie hat es geschafft, dass ich mich voll auf die Schicksale der Familie König habe einlassen können und mich mit ihnen gefreut, gebangt und gelitten habe. Und ich bin so froh, dass Band 2 schon hier liegt und ich gleich weiterlesen kann. Ich bin so gespannt, wie es mit den Schwestern, der Konditorei und der Pension König weiter geht.
- José Eduardo Agualusa
Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer
(9)Aktuelle Rezension von: reneeDer angolanische Journalist Daniel Benchimol, gerade unschön geschieden, teilweise etwas depressiv und traumatisiert wirkend, träumt immer wieder obsessiv von einer Frau, dann findet er beim Schwimmen im Meer eine Kamera und entdeckt darin Fotos von eben dieser Frau. Diese Bilder zeigen die Künstlerin Moira, die sich mit der Darstellung von Träumen beschäftigt. Daniel sucht sie schließlich.
Benchimols Freund, ein ehemaliger Guerillero und im Jetzt ein Hotelier, Hossi, kann sich nicht mehr an Träume erinnern, taucht aber regelmäßig in den Träumen anderer Menschen auf, was sogar den kubanischen Geheimdienst auf den Plan ruft.
Benchimols Tochter Lúcia schließlich träumt von einer freien Gesellschaft und demonstriert mit ihren Freunden gegen die autoritäre Regierung, wandert dafür ins Gefängnis und geht in den Hungerstreik. Ihr Vater setzt alles in Bewegung, um sie zu befreien.
Ein Idealist und sein Freund stolpern durch eine fantastische Geschichte übers Träumen, Träumereien?, nein, denn eigentlich ist das Buch eine Kritik am politischen Geschehen in Angola. Wobei hier auch ein reales Geschehen (die Proteste und die Inhaftierung der Protestierenden) in die fiktive und fantastische Geschichte mit eingebunden wird. Und damit könnte das Buch thematisch richtig interessant für mich sein.
So richtig ist es dies aber nicht! Denn diese Geschichte über das Träumen ist zwar ganz nett, für mich ist sie aber zu weit hergeholt, zu sehr durcheinander geraten, zu verworren, zu unrealistisch und zu fantastisch. Die verschiedenen Erzählstimmen verwirren, teilweise war es schwer herauszulesen ob jetzt Daniel oder Hossi erzählt, dies erschließt sich dann im weiteren Verlauf des Erzählten, dennoch ist dies etwas anstrengend zu lesen. Die Phantastik und das Unrealistische empfand ich zu viel, ob nun Hossi wegen seinem Auftreten in den Träumen anderer Menschen von der Geheimpolizei in Kuba festgehalten wird, ist dies so wichtig?, bzw. könnte diese Geschichte eigentlich ein eigenes Buch füllen. Als Handlungsorte Brasilien, Kuba und Angola zu wählen, ist dies nicht etwas zu viel? Es könnte doch alles in Angola verortet werden, dies ergäbe in meinen Augen ein stimmigeres und deutlicher zusammenhängendes Bild.
Durch die besondere Erzählkunst des Autors wird die Lektüre ab der Mitte des Romans stimmiger, für mich nachvollziehbarer und bekommt einen Erzählfluss. Deshalb werden es für mich dennoch noch 4 Sterne für dieses außergewöhnliche Buch. Aber etwas realistischer und etwas zentrierter wäre die Geschichte in meinen Augen besser und auch treffender und dem Grundgedanken mehr entsprechend gewesen.























