Bücher mit dem Tag "beethoven"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "beethoven" gekennzeichnet haben.

53 Bücher

  1. Cover des Buches Ausgelöscht (ISBN: 9783404169399)
    Cody McFadyen

    Ausgelöscht

     (1.603)
    Aktuelle Rezension von: Sarah31

    Während Smoky Barrett und die anderen Gäste auf das Brautpaar am Altar blicken, hält ein Lieferwagen vor der Kirche und eine Frau wird hinausgestoßen. Ihr Kopf ist kahl geschoren, ihre Haut ist blutig. Die Frau wurde vor sieben Jahren entführt. Weitere Frauen werden aufgefunden, die seit Jahren verschwunden waren. Sie alle können nicht mehr sprechen, denn ihnen wurden zentrale Nervenbahnen im Gehirn durchtrennt...

  2. Cover des Buches Liebesbriefe großer Männer (ISBN: 9783865391872)
    Sabine Anders

    Liebesbriefe großer Männer

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Edith_Hornauer
    Pessoa, eins seiner Bücher habe ich immer bei mir. Ob Briefe, Gedichte, Geschichten - sie erzählen vom Leben, von der Vorstellung davon, mit  allem, was  dazu gehört... Was soll ich noch schreiben,
    ich habe mich in seine Literatur verbissen... 
  3. Cover des Buches Clockwork Orange (ISBN: 9783608939903)
    Anthony Burgess

    Clockwork Orange

     (345)
    Aktuelle Rezension von: Gallert-Oktaeder

    Durch die Verfilmung von Stanley Kubrick 1971 weltweit bekannt geworden, ist die Thematik von Anthony Burgess‘ Clockwork Orange nach wie vor unverbraucht. Alex, der nachts mit seinen Droogs um die Häuser zieht, wehrlose Männer verprügelt, Frauen vergewaltigt, Raubzüge plant und sich mit anderen Gangs prügelt, gerät schließlich in die Hände der Staatsgewalt. Ein Experiment soll an ihm durchgeführt werden, welches das Böse in ihm abtöten soll. Jedes Mal, wenn er auch nur daran denkt in irgendeiner Form eine Gewalttat auszuüben, wird ihn eine gewaltige Übelkeit befallen, die ihn ohnmächtig und hilflos in seinem Handeln macht. Ist es in Ordnung in die Willensfreiheit des Menschen einzugreifen, damit er der Gesellschaft nicht mehr zur Last fällt? Oder liegt in diesem Eingriff nicht ein viel unmenschlicheres Böse, dass den Menschen dazu bringt gegen die eigene Natur zu handeln? Es ist ein kontroverses Thema, dass zu Burgess‘ Zeiten damals gerade diskutiert wurde. Seine Gesellschaftskritik besitzt bis heute Aktualität und zwingt den Leser sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.  

    In dieser Neuübersetzung von Ulrich Blumenbach findet sich neben dem Roman selbst ein ausführlicher Anhang. Hier bespricht Burgess unter anderem das Nadsat, die an das Russische angelehnte Kunstsprache, die die ganze Handlung durchtränkt, seine Haltung zu Gewalt, die Entstehungsgeschichte des Buches und warum die Verfilmung ein anderes Ende nahm, als seine Vorlage. Sehr interessant für alle die sich nach dem Lesen von Clockwork Orange intensiver mit den Inhalten des Romans und dem Autor auseinandersetzen möchten.

     Man kann durchaus geteilter Meinung zum Inhalt von Clockwork Orange sein. Doch der Vorwurf es würde sich hier nur um eine sinnlose Gewaltorgie handeln, ist aus der Luft gegriffen. Anthony Burgess, der ein sehr pazifistisch lebender Mensch ist, schreibt hier einen Roman, der uns zum Nachdenken anregt über das menschliche Wesen und unsere Gesellschaft.

  4. Cover des Buches Feuer im Elysium (ISBN: 9783740806163)
    Oliver Buslau

    Feuer im Elysium

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Verena_Buchblogger

    Von Anfang an hat mich diese Geschichte gefangen genommen, wenn auch auf eine ruhige Art und Weise. Ich habe es ein wenig mit dem Österreichischen Gemüt verglichen, so ein bisschen gemütlich, aber durchaus erhaben! ;-) Und spannend ist es auch noch! :-)

    Der Leser ahnt gleich zu Beginn, dass der Unfall mitnichten ein Unfall war und es ist interessant mitzuverfolgen, wie auch Reiser nach und nach Dinge hinterfragt, nachforscht und die losen Fäden miteinander verbindet, um am Ende dem Täter, dem Verbrecher einen Strick daraus zu drehen! :-)

    Kombiniert wird diese Kriminalgeschichte mit dem aufsehenerregenden Ereignis der Uraufführung von Beethovens 9. Sinfonie im Kärntnertortheater, für die auch Reiser dank seines alten Geigenlehrers Piringer den Geigenbogen schwingt! Beethoven ist sein Idol! In einem Stück von Beethoven mitzuwirken ist eine große Ehre und eine fast nicht zu stemmende Aufgabe, denn so etwas schwieriges hat Reiser noch nie gespielt! Aber nicht jeder in Wien ist mit dieser Aufführung einverstanden.  Vermutet man doch eine geheime Verschwörung gegen das Kaiserreich! Denunziantentum ist angesagt und man fragt sich, wer hier wirklich "gefährlich" ist!

    Burschenschaften treiben ihr Unwesen, doch "kämpfen" sie nicht immer auf der selben Seite. Aber würden sie soweit gehen, Morde zu verüben, nur um ihren Ansichten Ausdruck zu verleihen?

    "Alle Menschen werden Brüder"

    Und mittendrin Reiser. Irgendwie ein armer Tölpel, der das alles gar nicht möchte, sondern nur seine Theresia ehelichen will. Immer mehr gerät er zwischen die Fronten, bis es am Ende im Kärntnertortheater zum fulminaten Showdown kommt!...

    Oliver Buslau hat mit "Feuer im Elysium" einen Kriminalroman geschaffen, den man genießen muss, wie die Sinfonien von Beethoven oder ein leckeres Stück Sachertorte! Die Bilder, die in meinem Kopf entstanden sind, klingen immer noch nach! Ebenso die Musik, die ich, wenngleich nur in Worten beschrieben, durchaus hören konnte! Etwas, dass ich in diesem Moment mit Beethoven gemein habe. ;-) Wie kann ein Mensch, der am Ende nichts mehr gehört hat, nur so Großartiges komponieren? Absolut phantastisch!! Ich gestehe, ich bin ein Klassik-Fan und besonders Beethoven höre ich sehr, sehr gerne! Ich bin quasi ein Fan-Girl! ;-) Aufgewachsen in Bonn sind wir beide ja Rheinländer durch und durch! :-)

    Man erhält in diesem Roman auf jeden Fall einen kleinen Einblick in Beethovens Privatleben, eigentlich geht es ja in erster Linie um Reiser und die Machenschaften der Reichen und Adligen! Aber auch die Musik kommt nicht zu kurz! Wer sich für klassische Musik interessiert, wird auf jeden Fall auf seine Kosten kommen! :-)

    Ich bin immer noch sehr angetan von "Feuer im Elysium", von der Sprache, aber auch von der Musik! Öfters habe ich mir schon die 9. angehört! Die Atmosphäre im Buch war aber auch einfach zu schön, ebenso die Straßen- und Platzbeschreibungen, die Szenen bei Beethoven zu Hause oder auch beim Piringer, wenn seine Frau zu Mittag gekocht hat, ganz zu schweigen von den Proben! Ich hätte ewig weiterlesen können und war wirklich ein klein wenig traurig, als es zu Ende war...

  5. Cover des Buches Frau Beethoven (ISBN: 9783492503839)
    Verena Maatman

    Frau Beethoven

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Eliza08

    Mit Frau Beethoven hat ein sehr musikalisch angehauchter Roman meine Lesezeit erfreut. Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen. Das Cover ist in Bunt gezeichnet. Der Leser erkennt eine Frau in einem schwarzen Kleid, welche an einem Klavier musiziert. Der Klappentext gibt einen kurzen Einblick in das Handlungsgeschehen und weiß sehr gut entscheidende Passagen des Romans noch für den Leser zurückzuhalten. Im wesentlichen Handlungsgeschehen geht es um die ungarische Adelige Josephine Brunsvik, welche im Laufe ihres Lebens immer wieder von dem berühmten Komponisten Ludwig van Beethoven begleitet wird. Dabei tritt die Tragik ihres Lebens im Laufe der Erzählung immer mehr zu Tage. Als wesentliche Hauptdarstellerin überzeugt Josephine durch ihre Liebe zur Musik und ihrer Leidenschaft zu Ludwig van Beethoven. Sie kann nicht ohne ihn, wird aber durch gesellschaftliche Verpflichtungen immer wieder von ihrem Lebenstraum, mit ihm ihr Leben zu teilen, zurückgeworfen. Ihr zur Seite, als wesentlicher Nebendarsteller, steht der berühmte Künstler Ludwig van Beethoven. Obwohl der oft von seiner „Muse“ enttäuscht wird, kann er nicht von ihr lassen und steht Josephine auch in den schwierigsten Stunden ihres Lebens oft zur Seite. Als weitere nennenswerte Nebendarsteller tritt Therese Brunsvik, Josephines ältere Schwester, sowie in späteren Passagen Christoph von Stackelberg, Josephines zweiter Ehemann in der Erzählung in Erscheinung. Gerade ihre ältere Schwester überzeugt mit persönlicher Reife und ist Josephine oft ein Halt in schwierigen persönlichen Situationen. Christoph von Stackelberg tritt als sehr berechnender und kühler Ehemann in der Geschichte auf. Gerade das gute und überzeugende Nachwort der Autorin muss dabei auch erwähnt werden. Sie hat die Geschichte aus der Sicht von Josephine erzählt. Dabei tritt Christoph, als sehr unfairer und gemeiner Ehemann auf. Hätte sie die Geschichte eventuell aus seiner Sicht erzählt, wäre aufgrund von Josephines manchmal sehr berechnendes Verhalten aufgrund familiärer Verpflichtungen, eventuell eine andere Perspektive für den Leser ersichtlich geworden. Als Kritikpunkt bleibt für mich festzuhalten, dass Josephine als oft sehr hilflos dargestellt wird. Unabhängig vom Zeitgeist des 18. Jahrhunderts hätte ich mir eine personelle Verwandlung und Veränderung gewünscht. Der Aufbau der Geschichte ist in kleine Rückblicke, sowie Vorausblick des Zeitgeschehens der Ereignisse insgesamt als stringent zu bezeichnen. Es sind Zeitsprünge in dem Roman vorhanden, welche den Lesefluss jedoch nicht stören. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut lesbar. Als Zielgruppe des Romans kommen Freunde von klassischer Musik, sowie tendenziell eher Frauen in Frage. Das Fazit des Romans ist, dass der Autorin eine leichte und doch sehr tragische Geschichte über die berühmte „unbekannte Geliebte“ Beethovens insgesamt gut gelungen ist. Einzig und allein die manchmal etwas zu einfache Charakterdarstellung von Jospehine ist dabei als Kritikpunkt im Wesentlichen festzuhalten. Aber für Fans der Musik von Ludwig van Beethoven kann dieser Roman durchaus empfohlen werden.

  6. Cover des Buches Vom Anfang bis heute (ISBN: 9783328100065)
    Loel Zwecker

    Vom Anfang bis heute

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Wolfhound

    Loel Zwecker komprimiert uns hier die Weltgeschichte auf unter 500 Seiten. 

    Dabei schafft er es durch seinen Schreibstil, aber auch durch vereinzelt eingestreute unnütze Anekdoten, den manchmal doch recht trockenen Geschichtsaspekt aufzulockern. An einigen Stellen konnte ich mir ein Schmunzeln oder auch Lachen nicht verkneifen. 

    Die Themen sind gut aufgearbeitet und machen auch Spaß. So bekommt man einen schönen knackig kurzen Einblick in vielen Aspekte unserer Geschichte.

    Jedoch werden auch hier (unvermeidbare?!) Schwerpunkte wie z. b. die französische Revolution gesetzt und andere Bereiche werden nur angerissen. So werden Jahrhunderte der afrikanischen Geschichte nur wenige Seiten. 

    Auf der anderen Seite sind so schwierige Themen wie Rassismus und die Kolonialisierung meiner Meinung nach gut dargestellt und aufgearbeitet.

    Leider ist der lockere, moderne Stil des Buches auch auf einigen Strecken etwas anstrengend und die Coolness und der Humor wirken zu gewollt, was mir zum Ende hin den Lesespaß etwas verhagelt hat. Dennoch ist es ein absolut lesenswertes Buch, aus dem man einiges mitnehmen kann und das mein Wissen in einigen Belangen doch wieder sehr aufgefrischt hat

  7. Cover des Buches Briefe in die chinesische Vergangenheit (ISBN: 9783423211734)
    Herbert Rosendorfer

    Briefe in die chinesische Vergangenheit

     (184)
    Aktuelle Rezension von: Beust
    Rosendorfers "Briefe in die chinesische Vergangenheit" sind natürlich Rosendorfers Briefe an die (bayerische) Gegenwart. Indem er den tausend Jahre zuvor aufgebrochenen Kao-tai bemüht, einen Blick auf unser Deutschland zu werfen, hält er ihm einen skurrilen Spiegel vor. Das ist oft sehr witzig, weil Rosendorfer Kao-tai genau beobachten lässt. Allerdings beschlägt der Spiegel rasch, wird zur Masche und verliert den ironischen Witz.

    Das liegt auch und vor allem an dem, was Kao-tai kritisieren soll. Rosendorfer hat sich ja genau überlegt, was Kao-tai kritikabel finden soll, weil es "früher besser" war. Deshalb ist sein Text absolut gesellschaftskritisch zu lesen - und seine Haltung oft sehr konservativ, bisweilen sogar "tümelnd". Da spricht dann kein tausend Jahre alter Chinese, sondern ein 50 Jahre alter, wertekonservativer Bayer, gebürtig aus Bozen. Allein die Klassifizierung der Musik spricht da Bände.

    Damir die Dosis des Lobs der vergangenen Zeit nicht zu groß wird, besser nicht am Stück lsen, sondern den oberflächlichen Witz in kleinen Portionen genießen.

    Und dann den "Papalagi" lesen.
  8. Cover des Buches Liebesbriefe großer Männer (ISBN: 9783492254267)

    Liebesbriefe großer Männer

     (74)
    Aktuelle Rezension von: BiaBia92

    Ein traumhaftes Buch. Konnte es nur schwer weglegen, bei so viel wunderbaren Liebeserklärungen und so viel Schmetterlingen, die auf einmal da waren :D

    Für alle Frischverliebten, die ihre Gefühle nur schwer ausdrücken können, wirklich zu empfehlen!
  9. Cover des Buches Beethoven (ISBN: 9783549074848)
    Kirsten Jüngling

    Beethoven

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Senziwani

    Dieses Buch ist eine Fundgrube für alle, die den Menschen Ludwig van Beethoven kennenlernen möchten.

    So viel sei vorweggenommen: Dieser geniale Mann hat es seiner Umgebung nicht leicht gemacht. Um seinen neunjährigen Neffen unter seinen Einfluss zu bringen, scheute er auch nicht davor zurück, auf gerichtlichem Wege gegen seine Schwägerin vorzugehen und dabei seinen damals schon legendären Ruf in die Waagschale zu werfen. In der Folge unternahm er alles, Mutter und Sohn voneinander fernzuhalten.

    Die Autorin zeichnet das Bild der Persönlichkeit Ludwig van Beethovens in vielen Begebenheiten nach und bringt uns einen widersprüchlichen Charakter nahe, der sich nach Nähe zu anderen Menschen sehnte und dennoch alles tat, um sie abzustoßen.

    Deutlich wird, dass nicht alles, was uns überliefert wurde, heute mit letzter Gewissheit erklärt werden kann. Vergeblich wartet der Leser darauf zu erfahren, wer die Geliebte war, der Ludwig van Beethoven den Brief an eine unsterbliche Geliebte widmete. Die Autorin trägt die Fakten zusammen, die für die eine oder andere Dame in der Nähe des Komponisten sprechen und nimmt den Leser so mit auf eine spannende Reise, die vielleicht nie ihr Ziel erreichen wird.

    Ein empfehlenswertes Buch.

  10. Cover des Buches Die Kreutzersonate (ISBN: 9783938484722)
    Leo Tolstoi

    Die Kreutzersonate

     (109)
    Aktuelle Rezension von: Calypso49

    Die Geschichte bietet einen Einblick ins Russland im 19. Jahrhundert, die damalige Gesellschaft und ins Seelenleben des Hauptdarstellers. 

    Interessanter Aufbau des Werkes da man als Leser die Haupthandlung nicht direkt miterlebt, sondern nur durch eine Figur erzählt bekommt. Teilweise sind mir diese Erzählungen zu langatmig, aber aufgrund dessen auch wieder authentisch.

    Die sozialkritische Theorie von Tolstoi die im Mittelpunkt der Geschichte steht hat bei Erscheinen des Buches sicher für Aufruhr gesorgt. Das zeigt auch das Nachwort in dem er zwei Jahre nach Erscheinen des Werkes auf erhaltene Briefe eingeht indem er die von ihm vertretene Theorie nochmals ausführlicher darlegt.

    Das Buch ist eine gute Abwechslung zur Gegenwartsliteratur mit zum Nachdenken anregenden Inhalt.

  11. Cover des Buches Beethoven (ISBN: 9783406749414)
    Jan Caeyers

    Beethoven

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Wedma

    Diese Beethoven Biografie aus der Feder von Jan Caeyers beeindruckt in vielerlei Hinsicht, v.a. aber durch die Fülle an relevanten Informationen, die Beethovens Leben betreffen, und den bildhaften, sehr zugänglichen Erzählstil, denn so eine beachtliche Menge an Stoff und das Wie des Erzählten, die so facettenreich und reif über Beethoven und seine Familie erzählen, sind äußerst selten.

    Es handelt sich um die 2. Auflage der Sonderausgabe 2020.

    Es gibt 5 Teile. In jedem findet man seine Schwerpunkte. Mal fühlt man sich in die Zeiten der Hexenverbrennung entführt, mal in die modernen Zeiten, und immer bildet die Musik den roten Faden der Geschichte. In den ersten beiden bekommt man vermittelt, wie die Kindheit des Musikgenies aussah, wie er das Klavierspielen lernte, wer seine Lehrer und Gönner waren. Auch über seinen Werdegang als Komponist findet man reichhaltige Informationen, sodass man sich davon ein umfangreiches Bild machen kann. Über seine „unsterbliche Geliebte“ liest man zunächst im 3.ten Teil, was sich auch bis kurz vorm Schluss fortsetzt.

    Sehr bereichernd wirken die Ausführungen zu Besonderheiten der damaligen Zeit, i.e. die gesellschaftlichen Verhältnisse, die innenpolitischen Lage Österreichs, vor und nach der Eroberung durch Napoleon, was die Nachfrage nach der Musik, die Beethoven schrieb, erklärte. Der kulturgeschichtliche Aspekt tut dem Ganzen sehr gut, denn so kann man in diese Zeit eintauchen und die wegweisenden Entscheidungen Beethovens besser nachvollziehen. Dass man so viele bekannte Namen trifft, z.B. Clementi, Czerny (von ihm hört man hier oft und bis zum Schluss), Goethe (da gibt es ein extra Kapitel über die Begegnungen von Beethoven und Goethe), Haydn, Mozart, Salieri, der europäischen Könige und Fürsten, mit Bezug auf Beethoven kurz auch ihre Geschichten erzählt bekommt, macht das Gesamtbild runder und bereichert es ungemein.

    Über die Entstehung/ Aufführung seiner bekanntesten Stücke wie Opera Fidelio, Missa Solemnis, Ode an die Freude, 5.te Symphonie gibt es extra Kapitel. So manche ergänzenden Infos liest man in anderen Kapiteln, da diese unter anderen Blickwinkeln nochmals beleuchtet werden.

    Noch ein positiver Aspekt, der hier öfter aufgefallen ist: Dass der Autor die Musikstücke so griffig und verständlich, im Kontext des Zeitgeschehens und dem, wie es Beethoven um diese Zeit erging, zu beschreiben vermochte, i.e. was ihn bewegt, was ihn geärgert hatte. Im Teil 5, Kapitel 2 liest man: „Die Macht der Masse und ihr schlechter Geschmack ärgerten und deprimierten Beethoven: ‚Man sagt vox populi vox dei, - ich habe nie daran geglaubt.‘ In einer Kultur der oberflächlichen Vergnügungen für genusssüchtige Ignoranten… schien für seine Musik kein Platz mehr zu sein.“ Klingt ungemein aktuell, nicht wahr?

    Man findet auch, insb. im letzten Teil, einige Seiten über seinen Charakter, sein typisches Verhalten, seine Gewohnheiten. Man bekommt also einen umfangreichen Eindruck, wie Beethoven als Mensch war, wie er mit anderen umging. Dem oft komplizierten Verhältnis zu seinem Neffen Karl und seinem späteren Schicksal ist viel Raum gegeben worden, aus dem man tiefere Einblicke in seinen Charakter gewinnt. Das gilt auch dem Verhältnis zu seiner großen Liebe.

    Die Biografie ist im Großen und Ganzen chronologisch aufgebaut, dennoch gibt es oft Sprünge in der Zeit, sei es, dass man ein bestimmtes Thema abschließen oder ein anderes unter einem bisher unerwähnten Blickwinkel beleuchten wollte. Diese Zeitsprünge wirkten manchmal verwirrend. Aber nicht so, dass man sich insgesamt nicht zurechtfände.

    Die Buchgestaltung fiel hochwertig aus, wie so oft bei C.H. Beck: Festeinband mit dem Farbfoto Beethovens mit passendem Lesebändchen. Für perfekte Orientierung wurde auch gesorgt: Auf jeder Seite sieht man oben, in welchen Teil man gerade liest und die Kapitelüberschrift. Insg. gibt es 47 Abbildungen und 24 Notenbeispiele. Die s/w Fotos der Noten oder auch der Ölgemälde, Zeichnungen, die Beethoven oder andere Personen, Landschaften usw. zeigen, bereichern das Leseerlebnis ebenfalls. Einige Notenabschnitte seiner Werke wurden direkt in den Text hineingearbeitet, was dem Buch auch besonderes Flair verleiht.

    Fazit: Eine bemerkenswerte, umfangreiche, wohl gelungene Biografie. Man liest nicht nur die Lebensgeschichte des Genies. Ein opulentes Gemälde der Zeit und der Geschehnisse um Beethoven sind genauso ein Teil des Ganzen. Man sieht, dass hier ein Musiker durch und durch an den Werken war. Und auch das verleiht der Biografie ihren unverwechselbaren Charakter.

    Dieses Werk kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Ich habe es genüsslich und extra langsam gelesen. Dies hat mir viele schöne Lesestunden bereitet, was ich Euch auch wünsche.

  12. Cover des Buches Als Ludwig aus dem Rahmen stieg (ISBN: 9783945455098)
    Cordelia Albert

    Als Ludwig aus dem Rahmen stieg

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Molly2802

    Paul übt das Stück „Für Elise“ auf dem Klavier. Leider klappt es nicht so richtig und er Flucht über Beethoven. Dieser lässt es sich nicht nehmen und steigt höchstpersönlich aus dem Bilderrahmen und spielt Paul das Stück vor. Die beiden kommen ins Gespräch und Beethoven erzählt Paul aus seiner Kindheit und aus seinem Leben. 

    Das Buch ist wunderschön gestaltet, es fällt sofort auf. Die Illustrationen ziehen sich durch das ganze Buch. Es macht Spaß jede Seite zu entdecken. Wir haben es mit den Kindern mehrmals gelesen und jedesmal entdecken wir noch mehr Sachen, die uns vorher nicht so aufgefallen sind. 

    Man lernt eine Menge über Beethoven, die interessanten Fakten werden anschaulich für die kleinen dargestellt. Auch als Erwachsener lernt man noch etwas und auch für mich war das Buch sehr liebenswert. 


    Erwähnen möchte ich auch das Glossar am Ende des Buches, was einem schon mal hilft schwere Begriffe nachzuschlagen. Ebenso befinden sich noch Kurzbiografien weiterer Persönlichkeiten im Anhang. 

    Ein absolut gelungenes Buch, was ich sehr empfehlen kann! 

  13. Cover des Buches A Clockwork Orange (ISBN: 9780241951446)
    Anthony Burgess

    A Clockwork Orange

     (94)
    Aktuelle Rezension von: seitenweiser
    Die ausführliche Rezension gibt es hier: https://seitenweiser.wordpress.com/2015/05/17/uhrwerk-mensch/
  14. Cover des Buches Beethoven (ISBN: 4048906565908)
    Felix Huch

    Beethoven

     (9)
    Aktuelle Rezension von: winni123
    Hier kommt auch der junge, noch völlig unbekannte Musiker und Komponist zur Sprache. Sicher war es extrem schwierig die einzelnen Komponenten zusammen zufügen. Aber ich finde sehr anschaulich in die damalige Zeit gesetzt.Es gab sicher nicht arg viel an überlieferten tatsachen aus dieser Zeit. Sehr anschaulich auch der Weg eines von der Musik völlig eingenommenen Eigenbrötlers. Ob er tatsächlich mit Mozart gesprochen hat? Aber sehr gut ist die ganze Dramatik aber sicher auch Dynamik dieser Begegnungen zu spüren. Der Schreibstil ist natürlich aus den 50er Jahren, auch der ganze Aufbau. Da darf man auch nicht mit modernen Biografien vergleichen. Es war eine Freude in diese Zeit einzutauchen. Wer etwas von der klassischen Musik hält, sollte es lesen.
  15. Cover des Buches Wie bitte? (ISBN: 9783453407749)
    David Lodge

    Wie bitte?

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Janine2610

    Der Klappentext:

    Der Linguistikprofessor Desmond Bates hat sich vorzeitig in den Ruhestand versetzen lassen, aber genießen kann er den nicht. Er vermisst die Universitätsroutine und seine Studenten, er hat jeden Neugierde verloren.
    Seine jüngere Frau Winifred macht hingegen ein späte Karriere und blüht geradezu auf, was dazu führt, dass Desmond mehr und mehr auf die Rolle eines Anhängsels reduziert wird. Winifreds jugendlicher Enthusiasmus macht Desmond den zwischen ihnen stehenden Altersunterschied nur noch schmerzlicher bewusst. Sorgen macht er sich außerdem um seinen greisen Vater, einen ehemaligen Tanzmusiker, der eigentlich längst nicht mehr in der Lage ist, allein zu wohnen, sich aber beharrlich weigert, sein Haus zu verlassen und in ein Heim zu ziehen.
    Doch es ist vor allem anderen der schleichende Verlust seines Gehörs, der Desmond das Leben vergällt und ihn immer wieder in peinliche Situationen und eheliche Konflikte treibt. Auf Gesellschaften und in größeren Gruppen ist er außerstande, sich zu unterhalten.
    Durch eine dieser peinlichen Situationen lernt er unfreiwillig eine Studentin kennen, die ihn mit ihrer gefährlichen Unberechenbarkeit vollends aus der Bahn zu werfen droht.

    Meine Meinung:

    Der pensionierte Linguistikprofessor Desmond Bates wird von seiner Schwerhörigkeit geplagt. Nicht nur sein schlechtes Gehör macht ihm das Leben schwer, auch mit seiner Frau Winifred, kurz Fred, und seinem alten, anstrengenden Vater Harry muss er sich ärgern. Und als wenn das nicht alles schon genug wäre, taucht dann auch noch die junge, nicht minder attraktive Doktorandin Alex Loom auf, die Desmond auf Gedeih und Verderb als Berater und Korrekturleser haben möchte. Und um das zu erreichen, sind der jungen Frau fast alle Mittel recht...

    Leider habe ich ein ganzes Buchdrittel gebraucht, bis ich mich eingelesen habe. Ich habe sogar schon mit dem Gedanken gespielt, das Buch abzubrechen (mein erstes!) - obwohl ich eigentlich keine Buchabbrecherin bin. Gott sei Dank habe ich aber durchgehalten, denn ab dem 2. Drittel war ich endlich drin in der Geschichte um Desmond, der sich scheinbar nur mit Problemen herumschlagen muss - sei es jetzt familiärer, partnerschaftlicher, außerhäuslicher oder hörgerätemäßiger Natur. Es passiert ihm so allerhand Witziges, vor allem was die Sprache und das Hören selbiger betrifft. Auch das ganze Geplänkel mit seiner Frau Fred und seinem Vater Harry war amüsant. Und das Hin und Her mit dieser unberechenbaren Alex Loom mitzuverfolgen war sowieso beste Unterhaltung.

    Der gehobene Schreib- und Erzählstil ist in meinen Augen ganz einzigartig. Auffällig waren die teils sehr langen und verschachtelten Sätze, die oft alles andere als einfach zu lesen waren, vor allem, wenn man nicht immer hundertprozentig bei der Sache war.

    Alles in allem war ich ziemlich zufrieden mit dieser anspruchsvolleren Art der Unterhaltung - und das sogar noch nach längerer Einlesezeit.

  16. Cover des Buches Barins Dreieck (ISBN: 9783442749492)
    Hakan Nesser

    Barins Dreieck

     (63)
    Aktuelle Rezension von: Nokbew

    Gut, drei Geschichten die verwirren und im Gedächnis bleiben. Ich finde, eines der besten Bücher von Håkan Nesser!

    Ich habe Barins Dreieck mit Begeisterung gelesen. Ich liebe Håkan Nesser und seine unspektakuläre, intelligente Art, Krimis und Romane zu schreiben!

  17. Cover des Buches Das Beethoven-Lexikon (ISBN: 9783890074764)
    Heinz von Loesch

    Das Beethoven-Lexikon

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  18. Cover des Buches Appassionata. Lebensroman Ludwig van Beethoven. (ISBN: B0000BNPBG)
  19. Cover des Buches Die 10. Symphonie (ISBN: 9783426502297)
    Joseph Gelinek

    Die 10. Symphonie

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Bokmask
    Dieses Buch war das Erstlingswerk des Autors, ich habe es als zweites gelesen, nachdem mir „Die Geige des Teufels“, in dem es um Paganini geht, sehr gut gefallen hat. Die Idee, klassische Musik in einem Thriller zu verarbeiten, fand ich persönlich sehr interessant, sodass ich um die Bücher nicht herumkam. In diesem Werk rankt sich alles um die 10. Symphonie von Ludwig von Beethoven. Ob sie jemals geschrieben wurde, steht in den Sternen, aber in diese Geschichte wurden die Gerüchte und Forschungsergebnisse um dieses Rätsel der klassischen Musikwelt gekonnt eingeflochten. Meiner Meinung nach wird ein wenig zu viel mit Ausdrücken jongliert, die ein Leser, der sich nicht mit Klassik beschäftigt, nicht kennen kann. Spannung ist fast von Anbeginn der Geschichte vorhanden, diese wird immer weiter ausgebaut und kann bis zur Aufklärung der Geschehnisse gehalten werden. Der Schreibstil ist flüssig und gut verständlich, wenn man sich etwas in der klassischen Musik auskennt. Einige Szenen sind so bildlich beschrieben, dass ich der Meinung bin, dieses Werk sollte nur von Erwachsenen gelesen werden. Erzählt wird aus der Sicht der jeweiligen Figur, die gerade im Vordergrund agiert. Ebenfalls gibt es einen Strang, der in die Vergangenheit geht und diese aus der Sicht von Ludwig von Beethoven erzählt. Sehr schnell hatte mich der Autor in den Bann seiner Geschichte gezogen, die Seiten liefen nur so davon. Nach zwei Tagen hatte ich dieses Werk ausgelesen, sodass ich gespannt bin auf weitere Werke von Joseph Gelinek. Ich vergebe vier von fünf Sternen. Bisher veröffentlicht: Die 10. Symphonie Die Geige des Teufels (Jedes Werk ist eigenständig, es handelt sich um keine Serie)
  20. Cover des Buches Martha Argerich (ISBN: 9783570580233)
    Olivier Bellamy

    Martha Argerich

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Wedma

    Die Biographie von Martha Argerich aus der Feder von Olivier Bellamy habe ich sehr gern gelesen. Ich habe nicht nur eine spannende Persönlichkeit und eine äußerst talentierte Künstlerin, sondern auch ihre nicht weniger spektakulären Freunde und Familie kennengelernt. In Marthas Gesellschaft fühlte ich mich sehr wohl, konnte ihre Beweggründe prima nachvollziehen, bin gerne durch die wichtigsten Ereignisse ihres Lebens gegangen, der Unterhaltungsfaktor ist dabei kaum auf der Strecke geblieben.

    Martha stammt, wie auch Hannah Arendt, Daniel Barenboim, uvm. von den russischen Juden ab. Ihre Mutter, allg. als Juanita bekannt, wurde „in eine Familie russischer Juden hineingeboren, die Ende des neunzehnten Jahrhunderts vor zaristischen Pogromen nach Argentinien geflohen war…“ S. 16. Der Vater war halb Kroate, halb Katalane. Es gibt ein Dorf in Kroatien, das Argeric heißt.

    Marthas außergewöhnliche Begabung wurde früh genug wahrgenommen und von den Eltern aus allen Kräften befördert. Sie bekommt mit drei Jahren ein Klavier und wird zu den besten Lehrern geschickt. Zu Hause wird sie von ihrer Mutter zu endlosen Übungen motiviert. Mit fünf Jahren bekommt die einen neuen Lehrer Vincenco Scaramuzza, der ihr v.a. Lampenfieber eingeprägt hat.

    Später in Wien, als 14-Jährige, lernt sie eine Zeit lang bei Friedrich Gulda, der sie auf einer Augenhöhe wahrnimmt und entspr. mit ihr umgeht.

    Was Marthas Spiel betrifft, so liest man auf S. 91: „Man begeisterte sich für ihr ‚kindliches Lächeln‘, ihr ‚unbewegtes Gesicht‘, und einer der Kritiker beendete seinen Artikel gar mit den Worten: ‚Ich habe keine Frau erlebt, die Klavier spielt, sondern eine Künstlerin, die sich aus ihrem Innersten heraus die Musik verzehrt.‘“ Oder auch: „… er hatte das Gefühl, in Marthas Spiel den Pulsschlag des Universums zu vernehmen. Sie ‚spielte‘ nicht Bach – nein, sie ließ die Sonne über dem Erdball aufgehen.“ S. 126.

    Zugegeben, ist in dieser Bio der Kindheit recht viel Raum gegeben.  Ab dem 20-sten Lebensjahr, spätestens nach hundert Seiten wird es richtig spannend, da Marthas Persönlichkeit zutage tritt.

    Marthas Hilfsbereitschaft und Nichtvoreingenommenheit von ihrem eigenen beachtlichen Talent kamen sehr sympathisch und für heutige Zeig vllt überraschend rüber. Sie förderte auch viele Künstler durch ihre Beziehungen in der Szene, ließ sie Kontakte knüpfen, bei den bedeutenden Förderern auftreten, auch bei sich im Haus wohnen, denn sie hatte eine andere Vorstellung vom Familiären leben. Vllt durch die Ehe ihrer Eltern von der trauten Zweisamkeit abgeschreckt, mietete sie größere Häuser, in denen die befreundeten Künstler wohnten, und ihre Freunde ein- und ausgehen konnten, wie es gerade gut für sie erschien. Auch als Martha ihre Töchter bekam, alle drei von verschiedenen Vätern: einem Chinesen, einem Franzosen, dem bekannten Dirigenten Charles Dutoit und einem Kroaten, dem Pianisten und Dirigenten Stephen Kovacevich, änderte sich kaum etwas daran.

    Martha ist auch eine außergewöhnliche Mutter:„Außerstande, ihr eigenes Leben und ihre Karriere zu steuern, unternahm Martha nicht einmal den Versuch, ihren Kindern gegenüber als Autoritätsperson aufzutreten.“ S. 187.

    Etwas zu kurz kamen die Töchter in dieser Bio insgesamt. Zu gerne hätte ich gewusst, was aus ihnen geworden ist. Aber gut, sie haben ihr Privatleben und wollen ihre Ruhe haben.

    Auch Marthas Krebserkrankung in der zweiten Lebenshälfte und wie sie damit umging, kam im letzten Drittel anschaulich zur Sprache. Nur eine mutige, durch und durch starke Person konnte den Schicksalsschlägen auf diese Art begegnen.

    Martha hat ihre Meinung und vertritt diese auch konsequent. Sie ist im Juri von diversen Klavier-Wettbewerben, die manchmal auch einen Eklat mitbringen. Z.B. Marthas Mut und Selbstlosigkeit, das Festival in Buenos Aires finanziell allein zu stemmen,  haben leider keine Chance gegen die Fehler des Systems gehabt. „In Stich gelassen von der High Society von Buenos Aires, verkündete Martha, dass sie den Festivaljahrgang 2005 aus eigener Kraft stemmen wolle. Schließlich kam es für sie nicht in Frage, diese Niederlage hinzunehmen und sich von der Arroganz des Geldes bestimmen zu lassen. Im Jahr darauf musste sie eine weitere böse Überraschung erleben. Unzufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen und mageren Löhnen, begannen die Orchestermitglieder und Techniker des Teatro Cólon ausgerechnet am Abend ihres Auftritts mit Charles Dutoit zu streiken. Martha wurde an ihrer linken Flanke angegriffen, von denjenigen, deren Loyalität sie sich stets so gewiss gefühlt hatte. Sofort schlug sie sich auf die Seite der Streikenden und unterstützte ihre Forderungen im Fernsehen. Doch in ihrem tiefsten Innern war sie verletzt.“ S. 260-261.

    Die Biographie lässt sich insgesamt gut und leicht lesen. Die Seiten fliegen nur so dahin. Manches ist weniger chronologisch geradlinig dargelegt worden, da nach Themen geordnet, sodass man in den Zeiten vor und zurückspringt. Aber es tut dem Lesevergnügen keinen großen Abbruch.

    Es gibt auch Fotos, die Martha als Kind, mit Juanita im Meer, in jungen Jahren mit ihrem Vater und Bruder, und auch mit ihren Töchtern, und extra Fotos mit ihren Männern zeigen. Ein klarer Pluspunkt.

    Was diese Bio auch so lesenswert macht, sind die Zusammenfassungen von Lebensläufen der Künstler, die in Marthas Leben eine Rolle gespielt haben, die Namen s.o. So wird auch deutlich, in welchem Netzwerk sie agiert hat, welche Menschen einen Einfluss auf ihr Leben und Schaffen genommen haben, etc.

    Fazit: Ich hatte viel Vergnügen und Freude, Martha Argerich und ihre Freunde kennenzulernen und durch die wichtigen Stationen ihres Lebens zu gehen. Martha ist eine großartige Person. Daniel Barenboim soll einmal über sie gesagt haben, sie sei ein wunderschönes Gemälde ohne Rahmen, S. 268. So stelle ich sie mir auch vor. Herrlich. Gerne lese ich weitere Bios und Ausführungen zu Marthas Leben und Schaffen, und vergebe für diese Bio sowohl die fünf wohl verdienten Sterne, als auch eine Empfehlung für die Liebhaber der Biographien, und für diejenigen, die es werden wollen.

  21. Cover des Buches Die Kreutzersonate (ISBN: 9783752993462)
    Leo N. Tolstoi

    Die Kreutzersonate

     (1)
    Aktuelle Rezension von: parden

    ERSTAUNLICHE EINBLICKE IN TOLSTOIS GEDANKENGUT...

    Auf einer nächtlichen Bahnreise durch das winterliche Russland entspinnt sich zwischen wechselnden Fahrgästen ein langes Gespräch über Liebe, Ehe, Moral und Gesellschaft. Gegen Ende erzählt der ehemalige Gutsbesitzer Posdnyschew einem Mitreisenden vom tragischen Verlauf seiner Ehe und legt ein erschütterndes Geständnis ab: Zunehmend enttäuscht und von unbegründeter Eifersucht zerfressen hat er seiner Frau das Leben genommen. Meisterhaft setzt Leo Tolstoi die authentische Geschichte in Literatur um und entfaltet subtil das innere Drama seiner Figuren. Zugleich ist dieses bedeutende Alterswerk Ausdruck der eigenen sozialkritischen und moralischen Positionen. 

    Vor etwa vier Jahren las ich "Kreutzersonate" von Margriet de Moor und stieß dabei auf interessante Zusammenhänge. Bezüglich der "Kreutzersonate" gibt es offenbar einen Dialog über die Jahrhunderte hinweg zwischen Musik auf der einen Seite und Literatur auf der anderen. 

    Beethoven benannte seine Violinsonate Nr. 9  so, weil er sie einem Violinisten namens Kreutzer gewidmet hatte (1802). Der hat sie dann zwar selbst nie gespielt, doch seither ist sein Name untrennbar mit dieser Sonate verbunden. Lew Tolstoi ließ sich später von diesem Werk inspirieren und schrieb nun seinerseits die Novelle "Kreutzersonate" (1889). Der ungarische Komponist Janácek wiederum beschäftigte sich Jahre später mit Tolstois Werk und schrieb im Alter von 69 Jahren ein Streichquartett mit ebendem Titel "Kreutzersonate" (1923). Einer möglichen Interpretation zufolge könnnten die vier Sätze des Stückes von Janácek verschiedenen Abschnitten der Erzählung Tolstois entsprechen. Und Margriet de Moor hat sich schließlich von Janáceks Werk inspirieren lassen und schrieb ihre Erzählung "Kreutzersonate" in eben dieser Tradition (2002).

    Dies aber nur mal nebenher - doch seit der o.g. Lektüre spukte die "Kreutzersonate" von Lew Tolstoi immer wieder durch meinen Kopf, so dass ich jetzt endlich zu der Novelle griff.

    Durch die überschaubare Seitenzahl ist es nicht schwer, der Handlung zu folgen, die im Wesentlichen aus Dialogen zu Beginn und später aus einer Erzählung aus der Sicht des ehemaligen Gutsbesitzers Posdnyschew besteht. Die Gespräche entstehen auf einer langen Zugfahrt und drehen sich vor allem um die Liebe und die Ehe - und als Posdnyschew sich einschaltet auch um die damit häufig verbundene Eifersucht.

    Der ehemalige Gutsbesitzer hatte in den letzten Jahren ausreichend Zeit, sich Gedanken um diese Themen zu machen - denn nach dem Mord an seiner Frau, von dem er vor Gericht jedoch freigesprochen wurde, da es sich hierbei eindeutig um eine Eifersuchtstat handelte - blieb ihm nicht mehr viel als eben diese seine eigenen Gedanken. Die fünf Kinder aus seiner Ehe leben nicht mehr bei ihm, sondern bei der Schwester seiner von ihm erstochenen Frau. Einsamkeit und Melancholie sind nun Posdnyschews ständige Begleiter, v.a. aber eine sonderbare Erregung mit dem Ziel, andere von den Ergebnissen seiner ständigen Grübeleien und Überlegungen zu überzeugen.


    "Bei uns heiraten die Leute, ohne in der Ehe etwas anderes zu sehen als eine Paarung, und das Ende vom Liede ist Betrug oder Gewalttat (...) doch wenn, wie es zumeist der Fall ist, Mann und Frau die äußerliche Verpflichtung übernommen haben, ihr ganzes Leben lang gemeinsam zu leben und schon vom zweiten Monat an einander hassen und den Wunsch hegen, sich zu trennen, und dennoch zusammen weiterleben, dann entsteht jene fürchterliche Hölle, in welcher Trunksucht, Revolver und Gift, Mord und Selbstmord ihre verhängnisvolle Rolle spielen."


    Nur zu diesem Zwecke jedenfalls scheint er seinem Gegenüber - einem namenlos bleibenden Ich-Erzähler - seine Lebensgeschichte zu erzählen. Dieser lässt die so vehement vorgetragenen wie teilweise extremen Ansichten Posdnyschews meist unkommentiert stehen, so dass es nun an dem Leser / der Leserin ist, sich damit selbst ausenanderzusetzen.

    Natürlich muss man diese Zeilen im Zusammenhang mit dem historischen Kontext sehen, doch scheinen die hier geäußerten Ansichten selbst für die damalige Zeit teilweise extrem. Dachte ich während des Lesens der Novelle noch an eine Satire oder Überspitzung des Dargestellten, belehrte mich das angehängte Nachwort Tolstois schließlich eines Besseren. Ganz im Stile eines philosophisch-moralischen Essays versucht er dort, die in der Novelle geäußerten frauen- und lustfeindlichen Arugumente als zwangsläufig logisch und unumstößlich herzuleiten. Das hat mich gelinde gesagt verblüfft. Posdnyschew ist demnach im Grunde ein Alter Ego Tolstois. Nur dass der Schriftsteller die von ihm in der Novelle erhobenen Postulate wie Enthaltsamkeit in der Ehe selbst keineswegs lebte - und somit ein perfelktes Bild der Doppelmoral abgab.

    Tatsächlich scheinen diverse Vorkommnisse in seiner eigenen Ehe Tolstoi zu eben dieser Novelle veranlasst zu haben. Das Landgut des Ehepaars Tolstoi war häufig Schauplatz heftiger Meinungsverschiedenheiten. Mit der berühmten "Kreutzersonate" verlagerte sich die Kontroverse auf eine literarische Ebene. Lew Tolstoi offenbarte damit eine erschütternde Einstellung der Ehe und den Frauen gegenüber, die Welt sah sich als Zeuge einer persönlichen Abrechnung des Autors mit seiner Ehefrau. 

    Doch eben diese Ehefrau Sofja Tolstaja konterte mit einer eigenen literarischen Replik ("Eine Frage der Schuld") und rückte das Werk ihres Mannes damit in ein neues Licht. Den Roman zu veröffentlichen, wagte sie zu Lebzeiten jedoch nicht - er wurde 75 Jahre nach ihrem Tod erstmals in Russland veröffentlicht. Auch eine Art, einen Rosenkrieg zu führen...

    Ohne Tolstois Gesamtwerk und seine schriftstellerischen Fähigkeiten schmälern zu wollen: diese Novelle hat mich verblüfft und mir ganz erstaunliche Einblicke in sein Gedankengut gewährt. Zumindest ist mir wieder einmal deutlich geworden, dass bei aller Würdigung eines unbestreitbaren Talentes der Mensch dahinter nicht immer dieselbe Würdigung verdient...

    Auf den Roman seiner Frau jedoch bin ich jetzt natürlich neugierig geworden. Die Lesekette reißt nicht ab...


    © Parden

  22. Cover des Buches Sprechen wir über Beethoven (ISBN: 9783710900501)
    Eleonore Büning

    Sprechen wir über Beethoven

     (4)
    Aktuelle Rezension von: sternenstaubhh

    In dem Musikverführer "Sprechen wir über Beethoven" habe ich Beethoven kennengelernt wie in keinem anderen Buch zuvor. Den Komponisten Ludwig van Beethoven verbinden die meisten mit bezaubernden Melodien wie "Für Elise" oder "Mondscheinsonate". Nur die wenigsten wissen vielleicht das viele seiner Musikstücke eng an seine Zeitgenossen gebunden ist und häufig Widmungen des Künstlers tragen. Doch wer war der Mensch Beethoven? Wer war der Mann mit dem intensiven Blick und der wilden Frisur der sich ganz der Musik verschrieben hatte? Die Autorin Eleonore Büning war beim RBB für eine 47-teilige Sendereihe über Beethoven verantwortlich. Ich selbst kannte die Reihe zuvor leider nicht. Man spürt jedoch beim Lesen ihre Begeisterung und ihren ernormen Kenntnisreichtum. Ihr flüssiger Schreibstil sorgt dafür, das zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommt. In "Sprechen wir über Beethoven" kann der Leser sowohl in Beethovens Leben wie auch in seine musikalischen Werke eintauchen. So bezeichnet Frau Büning Beethoven als "Kopf-Komponisten", den man heute wohl als Workaholic bezeichnen würde. Der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven ist der geeignete Zeitpunkt, um sich mit dem Leben des Künstlers und seiner Musik näher auseinander zu setzen. In diesem Buch hat mich vor allem die Kombination aus biografischen Text und Musikrezension angesprochen. Bei der Lektüre dieses Buches lernt man nicht nur viel über Ludwig van Beethoven selbst, sondern auch über seine Musik und andere Komponisten klassischer Musik. Man muss nicht unbedingt ein Musikkenner sein, um dieses Buch zu lesen. Wer ein Musikliebhaber ist, wird sich an der Lektüre sicherlich erfreuen können. Ich habe in die meisten der in dem Buch aufgeführten Kompositionen hineingehört und viele schöne neue Melodien und Musikstücke für mich entdeckt.

  23. Cover des Buches Begegnung mit der Unsterblichkeit (ISBN: B0000BQG53)
    Kurt David

    Begegnung mit der Unsterblichkeit

     (5)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Andante Spumante (ISBN: 9783462029871)
    Konrad Beikircher

    Andante Spumante

     (5)
    Aktuelle Rezension von: petronella
    Einerstklassiger Konzertführer für die klassische Musik. Informativ und höchst unterhaltsam. Hier werden einem keine Fakten "um die Ohren gehauen", sondern witzige oder interessante Details aus dem Leben der Komponisten erzählt, danach wird das Werk besprochen, das in dem Führer vorgestellt wird. Und auch bei der Werkbesprechung gibt es keine terminologische Faktenflut. Beikircher sucht sich schöne Stellen heraus, erklärt, warum der die schön findet. Dieser Konzertführer ist erfrischend subjektiv in der Auswahl der Werke und unterhaltsam informativ bei fundierter Sachkenntnis. Sollte man in Schulen einführen.

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