Bücher mit dem Tag "befremdlich"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "befremdlich" gekennzeichnet haben.

8 Bücher

  1. Cover des Buches Hotline (ISBN: 9783426514566)
    Jutta Maria Herrmann

    Hotline

     (148)
    Aktuelle Rezension von: Elfenstern

    Die Freunde Chris, Riko, Paula und Konrad gründen eine Beicht-Hotline, bei der die Anrufer ihr Herz ausschütten können. Eigentlich eine tolle Idee und es läuft auch super. Die meisten Anrufer suchen nur Jemanden, der ihnen zuhört und sie versteht oder sie zumindest nicht verurteilt.
    Allerdings gibt es auch andere Zeitgenossen, wie die Frau, die dort anruft und mitteilt, dass sie ihr Baby auf dem Friedhof lebendig begraben wird. Will sie das wirklich tun oder will sie sich nur wichtig machen? Was soll man in so einem Fall tun? Ruhig bleiben? Die Polizei informieren? Oder selbst aktiv werden?


    Vom Schreibstil her ist das Buch gut und verständlich geschrieben. Die Charaktere sind authentisch und ich mochte sie. Allerdings war mir das Buch für einen Psychothriller viel zu lasch. Die Geschichte dümpelt träge vor sich hin. Sie war nicht gerade langweilig aber hat auch nicht diesen Nervenkitzel vermittelt, den ich mir bei einem guten Psychothriller vorstelle. Erst im letzten Viertel nimmt die Geschichte Fahrt auf und wird tatsächlich spannend. Warum nicht gleich von Anfang an so? Aus meiner Sicht kann man das Buch durchaus lesen, wenn man gerade kein anderes greifbar hat. Direkt weiterempfehlen würde ich es allerdings nicht.

  2. Cover des Buches Die Glasglocke (ISBN: 9783518423653)
    Sylvia Plath

    Die Glasglocke

     (353)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze

    Für Esther Greenwood könnte es eigentlich nicht besser laufen. Sie hat ein Stipendium fürs College bekommen und zusätzlich einen Aufenthalt im mondänen New York inklusive begehrter Praktikantenstelle als Journalistin gewonnen. Esther träumt von einer Karriere als Dichterin oder Journalistin und vom ersten Sex. All das scheint in greifbarer Nähe aber immer mehr kommen ihr Zweifel ins Gehege. Will sie wirklich Dichterin werden? Oder lieber Sprachen lernen? Europa bereisen? Oder doch einen Mann und Kinder? – Was sie bisher immer kategorisch angelehnt hat. Jeder neue Traum scheint einen alten platzen zu lassen und plötzlich sieht Esther sich nicht mehr in der Lage so grundlegende Dinge zu tun, wie ihren Koffer zu packen, zu lesen oder zu duschen.

    Ich wußte, dass ich Mrs. Guinea dankbar sein mußte, und trotzdem empfand ich nichts. Hätte sie mir eine Fahrkarte nach Europa oder eine Kreuzfahrt rund um die Welt geschenkt, so hätte sich für mich nicht das geringste verändert, denn egal, wo ich saß – ob auf dem Deck eines Schiffes oder in einem Straßencafé in Paris oder Bangkok -, immer saß ich unter der gleichen Glasglocke in meinem eigenen sauren Dunst.
    Seite 200

    Silvia Plaths Roman wird im Laufe der Geschichte immer düsterer. Auch wenn es eher leicht und durchaus witzig begann ist davon bald nicht mehr viel übrig. Esther ist gefangen in ihrer Depression, kennt sich selbst nicht mehr und kreist gedanklich ständig um Selbstmord. Nach außen hin versucht sie die Fassade der selbstbewussten, engagierten Studentin aufrecht zu erhalten, was ihr immer weniger gelingt.

    Im Bezug auf die Depression ist der Roman äußerst gelungen. Plath wusste nur zu gut, worüber sie schreibt. Abgesehen davon, war mir der Aufbau teilweise etwas zu wirr. Esther gerät in manch seltsame Situation, die dann meines Erachtens einfach nicht richtig aufgelöst wird. Mehr als einmal hing ich etwas in der Luft und habe mich gefragt was denn nun genau los war. Auch, dass mehrfach das N-Wort zusammen mit rassistischen Figurenzeichnungen fällt hat mir nicht gefallen. Gegen die Figurenzeichnung kann man nun nichts tun aber in der 2020er Auflage hätte man zumindest das N-Wort entschärfen können. Dafür haben mir die Gedanken über die Doppelmoral im Bezug auf Mann und Frau, über Ehe und Sex ziemlich gut gefallen. Esthers Verzweiflung angesichts diverser Ungerechtigkeiten konnte ich allzu gut verstehen.

    Und ich wußte, trotz aller Rosen und Küsse und Essen im Restaurant, mit denen der Mann die Frau überschüttete, bevor er sie heiratete, war er insgeheim darauf aus, daß sie sich nach der Hochzeit unter seinen Füßen flach machte wie Mrs. Willards Küchenmatte.
    Seite 94

    Insgesamt war die Glasglocke für mich ein Buch mit Höhen und Tiefen. Es war teils sehr düster, manchmal aber auch erstaunlich witzig. Die größten Probleme hatte ich mit dem Aufbau, dafür gab es viele interessante Gedanken und auch wenn ich Esther oft nicht verstanden habe, war sie eine lebendige Figur, der ich gerne gefolgt bin. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich mir aber mehr von diesem Roman versprochen.

  3. Cover des Buches Es (ISBN: 9783453504080)
    Stephen King

    Es

     (2.270)
    Aktuelle Rezension von: Buecherphantasie

    Stephen King liefert mit dem Buch einen Roman mit etwas 1500 Seiten. Es ist ein typischer Roman und vorab möchte ich direkt sagen, dass das Buch definitiv nichts für Leser ist, die es nicht mögen viele Seiten ohne Spannung zu lesen. Bei Es ist der Einstieg in der Geschichte sehr langsam. Zunächst lernt man die Protagonisten kennen und alles ist sehr detailliert beschrieben. Man lernt auch die Geschichte von Derry, der Stadt in der das Buch spielt, kennen. Durch die Liebe fürs Detail von Stephen King  konnte ich mir alles hautnah vor meinem geistigen Auge vorstellen. Die Emotionen meinerseits haben einer Achterbahn geglichen. Es war zwar nicht durchgehen gruselig, aber ab und an kamen echt gruselige Szenen.

    Insgesamt ist es für mich definitiv ein Klassiker, den man als Stephen King Liebhaber lesen sollte.

    Trotzdem konnte ich nur 4 Sterne vergeben, da ich manchmal die intensiven Phasen der Erzählungen und Beschreibungen irgendwann einfach als zu viel empfand. 

  4. Cover des Buches Winter in Maine (ISBN: 9783442747597)
    Gerard Donovan

    Winter in Maine

     (298)
    Aktuelle Rezension von: Eleonora

    Julius Winsome hat nicht mehr viel im Leben. Seine Mutter starb bereits bei seiner Geburt, sein Großvater und Vater vor einigen Jahren und seine Freundin Claire verließ ihn ebenfalls vor geraumer Zeit. Er hat nur noch seinen geliebten Pitbullterrier Hobbes mit dem er in einer einsamen Hütte mitten im Wald wohnt. Umringt von 3282 Büchern, mit einer Tasse Tee in der einen und einem Buch in der anderen Hand, hat er seinen Stammsitz direkt am Ofen, so wie einst auch sein Vater. Er führt ein ruhiges, unspektakuläres Leben und fühlt in jeder Ecke der Hütte Erinnerungen an seine Kindheit und auch an seine Zeit mit Claire wieder aufleben. Doch als er eines Tages Hobbes erschossen im Schnee unweit seines Zuhauses auffindet, wandelt er sich vom friedvollen Einsiedler zum Rächer seines treuen Freundes📖 


    Trotz des Rachefeldzuges im Buch ist es eine sehr ruhige Geschichte. Julius ist sich seiner Taten vollends bewusst und handelt sehr strategisch und durchdacht. Immer wieder zieht es ihn in die Vergangenheit und er erzählt von seinem Großvater, der im ersten Weltkrieg und auch von seinem Vater, der im zweiten Weltkrieg gekämpft hat und von denen er alles gelernt hat. An seine Zeit mit Claire denkt er wehmütig zurück und vermisst sie, stellt sich aber auch immer wieder die Frage, wieso es mit ihnen auseinander ging. Mit seinem einsamen Leben hat er sich im Grunde abgefunden. Jedoch scheint mit dem Tod seines Hundes eine Grenze überschritten zu sein. Ein Verlust zu viel, ein Tropfen der das Fass zum Überlaufen bringt und Julius aus seiner Isolation herausholt um den Täter zu finden, dies aber in einer äußerst ruhigen und bedachten Weise. 

    Das Buch ist in 50 Kapitel unterteilt, die jeweils sehr kurz gehalten sind. Der Schreibstil, klar und schnörkellos, lässt einen flott vorankommen. 

    Ich fühlte mich für 208 Seiten tatsächlich versetzt ins eiskalte, verschneite Maine und die Geschichte von Julius hat mich ganz gut abgeholt. (4/5)⭐🙂

  5. Cover des Buches Die Geister von Graz (ISBN: 9783954514465)
    Robert Preis

    Die Geister von Graz

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Dieser Krimi mit Chefinspektor Armin Trost ist der dritte einer Serie, der in der steirischen Landeshauptstadt Graz spielt.

    Schon der Titel verheißt nichts Gutes. Während Armin Trost sich im Krankenstand und in seinem Baumhaus befindet, verändert sich Graz langsam aber sicher. Jede Menge Bettler kommen ans Tageslicht und verunsichern die Einwohner. Als dann noch ein abgetrennter Kopf durch die Halle des Hauptbahnhofs kullert, nimmt man auf Trosts Befinden keine Rücksicht und holt ihn schnurstracks aus dem Krankenstand. Es tauchen weiter abgeschnittene Körperteile auf. Die Obdachlosen tragen menschliche Finger als Talismane um den Hals.
    Doch damit noch nicht genug, verschwindet ein Mann während eines Spaziergangs mit Frau und Hund spurlos.
    Die Prophezeiung der Mutter des Verschwundenen:   "Nehmen Sie sich in Acht, die Dämonen der Vergangenheit sind unversöhnlich. Sie vergeben niemals." (S. 83) lassen Armin Trost schaudern und Übles erahnen, hat er doch mit seinen eigenen Geistern zu kämpfen.

    Gemeinsam mit Anette Lemberg und Johannes Schulmeister oder doch eher einsam, versucht Trost Licht ins Dunkel zu bringen. Eine mögliche Spur führt ihn ins ehemalige Jugoslawien, dessen nördlichste gerade einmal eine halbe Autostunde von Graz entfernt liegt. Ex-Jugoslawien, Lieferant von (Profi)Fußballern, Gastarbeitern und durch seinen Bürgerkrieg in den 1990ern in mehrere Nationalstaaten zerfallen, hält für Armin Trost böse Überraschungen bereit.

    Meine Meinung:

    Robert Preis versteht es meisterlich, seine Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Wie schon in den Vorgängerkrimis muss man als Leser aufpassen, zwischen Schein und Sein zu unterscheiden. Manche Geister, die der Autor hier loslässt, erscheinen völlig real. Die diffuse Angst vor den Bettlern, die sofort für alles verantwortlich gemacht werden, treibt die ohnehin mit begrenzter Sympathie für Fremdes ausgestatteten Bürger von Graz endgültig an ihre Toleranzgrenzen.

    Schon der Einstieg kommt unwirklich daher und ist, wie sich später herausstellt, die Schlüsselszene.

    Immer wieder gelingt es dem Autor auf seine ganz subtile Weise den Leser zum Nachdenken über Schein und Wirklichkeit anzuregen. Viele Elemente wie z. B. Namen haben eine doppelte, metaphorische Bedeutung. Die gruselige Atmosphäre im dichten Nebel ist auch ein Beispiel dafür.

    Eine in diesem Verwirrspiel interessante Figur ist der neue Polizeidirektor von Graz, Balthasar Gierack. Der Leser darf sich sein eigenes Urteil bilden, was es mit diesem neu eingeführten Charakter auf sich hat.

    Das Buch besteht aus 140 kurzen Kapiteln, die ein wenig an Gedankensplitter erinnern. Doch gerade diese kurzen Sequenzen treiben den Leser dazu an, noch eins und abermals eines zu lesen, bis er atemlos am Ende des Buches (und der Nacht) ankommt.

    Fazit:

    Wieder ein außergewöhnlicher Kriminalfall für den etwas wunderlich wirkenden Kriminalbeamten Armin Trost, dem ich gerne wieder 5 Sterne gebe.
  6. Cover des Buches Die Tochter des Himmels (ISBN: 9783442099948)
    Ysabelle Lacamp

    Die Tochter des Himmels

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  7. Cover des Buches Der Trost von Fremden (ISBN: 9783257606386)
    Ian McEwan

    Der Trost von Fremden

     (59)
    Aktuelle Rezension von: Hamlets_Erbin
    "Sie reden von Freiheit und träumen von Knechtschaft." (S.105)

    Inhalt: Colin & Mary, seit sieben Jahren ein Liebespaar, verbringen ihren Urlaub in Venedig. Eine feste Routine hat sich zwischen ihnen etabliert, die oftmals in gemeinschaftlichen Schweigen endet. Eines Abends treffen sie bei der Suche nach einem Restaurant auf Robert, der sie, etwas aufdringlich, in eine Bar führt, wo er ihnen eine verstörende Begebenheit aus seiner Kindheit erzählt. Es soll nicht die letzte Begegnung mit Robert bleiben...

    Meinung: Rein formal besteht der Roman bzw. die Novelle lediglich aus Venedig-Beschreibungen und Dialogen/Monologen. Was mich zunächst wenig begeisterte, macht im Hinblick auf die Erzählung durchaus Sinn, wird durch die exzessiven Beschreibungen doch eine eindringliche Atmosphäre kreiert, und zwar die eines Paares, das sich treiben lässt und gleichsam verloren ist. 
    So ist es dann auch diese Atmosphäre, aus der sich die Spannung der Geschichte generiert (und die mich in ihrer unheilgeschwängerten Absolutheit an die Erzählungen von E.A. Poe & J. London erinnerte). 
    Psychologisch hat die Geschichte dagegen meines Erachtens deutliche Schwächen. Das Handeln der Figuren konnte ich einfach nicht nachvollziehen. Dass Colin und Mary die Nähe von Robert nicht abwehren, sondern sie sogar suchen, obwohl sie seine dunkle Seite schon relativ früh erkennen, ist paradox. Fehlt es ihnen an Vorsicht, Verstand oder sind sie einfach nur entsetzlich gleichgültig? Was es auch ist, der Autor thematisierte es nicht und so bleibt man als Leser mit dem Eindruck zurück, dass McEwan ihr extrem unrealistisches Handeln lediglich konstruiert hat, um sein effekvolles Ende in Szene setzen zu können.

    "Die Welt formt das Denken der Menschen. Die Männer haben die Welt geformt. Also wird das Denken der Frauen von den Männern geformt." (S.106)
  8. Cover des Buches Deep Sea (ISBN: 9783492406000)
    James Nestor

    Deep Sea

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Saruna
    Dieses Buch kam neu als Taschenbuch in unsere Buchhandlung und ich wollte wegen des schönen Covers unbedingt rein lesen. Aus dem rein lesen wurde dann ein verschlingen!

    Deep Sea ist sehr gut strukturiert und hervorragend aufgebaut. James Nestor gibt uns auch sehr viele Hintergrundinformationen und ich finde es einfach nur spektakulär, wenn er beschreibt, wie er es schafft die Luft für immer länger und länger anzuhalten.
    Oft musste ich das Buch aber auch auf die Seite legen, weil das beschriebene mir gerade zu Nahe ging. Das Free diving ist gefährlich und kann schwere folgen mit sich ziehen!

    Trotzdem fand ich es unglaublich bereichernd in diese Welt abzutauchen. James Nestor ist bei der Apnoetieftauchen Weltmeisterschafft dabei, besucht die Amas in Japan, schwimmt mit Pottwalen und trifft einen Blinden der sich nur mit Klicklauten zurechtfindet, er besucht eine Unterwasserstation und taucht schliesslich aus dieser uns noch so unbekannten Welt, wieder auf. Dieser Reisebericht geht unter die Haut!

    Leider hat es in diesem Band der Malik reihe nur wenige Farbfotos, dafür aber sehr beeindruckende. Ich hätte gerne mehr gesehen, denn die Bilder strahlen eine unglaubliche ruhe aus. Magisch, beinah wie in einer anderen Welt! Wirklich ganz toll gelungen.

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