Bücher mit dem Tag "begegnungen"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "begegnungen" gekennzeichnet haben.

54 Bücher

  1. Cover des Buches Zwei an einem Tag (ISBN: 9783548063270)
    David Nicholls

    Zwei an einem Tag

    (3.719)
    Aktuelle Rezension von: booklover98

    Mich hat der Klappentext direkt angesprochen - ich kenne weder den Film noch die Serie zum Buch und bin blind an die Geschichte rangegangen. Mich hat der Schreibstil und die wenig emotionale Darstellung nicht abgeholt - die Charaktere blieben, trotz der großen Zeitspanne, in der wir sie begleiten, für mich kaum greifbar und berühren mich nicht. Die Idee fand ich total interessant, aber für mich war es nicht das richtige Buch.

  2. Cover des Buches Das Café am Rande der Welt (ISBN: 9783423285827)
    John Strelecky

    Das Café am Rande der Welt

    (1.327)
    Aktuelle Rezension von: Larissa_Jabali

    Das Café am Rande der Welt gehört für mich zu den Büchern, die man nicht wegen der Spannung liest, sondern wegen der Fragen, die sie im eigenen Leben auslösen. Es lädt dazu ein, den Alltag für einen Moment zu verlassen und ehrlich hinzuschauen: Lebe ich wirklich das Leben, das ich leben möchte? Die Geschichte ist einfach erzählt und genau darin liegt ihre Stärke. Sie schafft Raum zum Innehalten und hat mich dazu inspiriert, meinen eigenen Weg bewusster zu hinterfragen. Ein Buch, zu dem ich immer wieder gerne zurückkehre. 🌿

  3. Cover des Buches Tschick (ISBN: 9783499013218)
    Wolfgang Herrndorf

    Tschick

    (2.997)
    Aktuelle Rezension von: ENI

    Tschick von Wolfgang Herrndorf, erschienen 2010, ist ein Jugendroman, der weit über seine eigentliche Zielgruppe hinauswirkt. Die Geschichte begleitet die beiden Jugendlichen Maik Klingenberg und Andrej „Tschick“ Tschichatschow auf einer spontanen Reise durch die deutsche Provinz und verbindet Roadmovie-Atmosphäre mit einer berührenden Erzählung über Freundschaft, Identität und das Erwachsenwerden.

    Im Mittelpunkt stehen zwei Aussenseiter, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch zueinanderfinden. Was als verrückte Ferienaktion beginnt, entwickelt sich zu einem Abenteuer voller Begegnungen, Umwege und unerwarteter Erkenntnisse. Dabei erzählt Herrndorf nicht nur von jugendlicher Freiheit, sondern auch von Einsamkeit, Sehnsucht und dem Wunsch, irgendwo dazuzugehören.

    Besonders beeindruckt hat mich die Sprache. Sie wirkt authentisch, lebendig und genau auf die Figuren abgestimmt, ohne jemals künstlich oder übertrieben zu erscheinen. Obwohl ich mit 45 Jahren deutlich älter bin als die Protagonisten, konnte ich mich erstaunlich gut in die beiden Jungen hineinversetzen. Gerade diese Mischung aus Leichtigkeit, Humor und leiser Melancholie hat mich sehr berührt. Vielleicht zeigt sich darin eine grosse Stärke des Romans: Er erzählt zwar von Jugendlichen, spricht aber Erfahrungen an, die viele Menschen unabhängig vom Alter nachvollziehen können.

    Auch die Verfilmung hat mir gefallen. Zwar entsprachen die Darsteller nicht ganz meinen eigenen Vorstellungen der Figuren, dennoch empfand ich die Umsetzung als erstaunlich nah am Buch und seinem besonderen Ton.

    Tschick ist für mich ein zeitloser Roman über Freundschaft, Freiheit und das Gefühl, seinen eigenen Weg zu suchen. Schade, dass Wolfgang Herrndorf so früh verstorben ist – von diesem Autor hätte ich sehr gerne noch weitere Bücher gelesen.

  4. Cover des Buches Ich bin dann mal weg (ISBN: 9783890296005)
    Hape Kerkeling

    Ich bin dann mal weg

    (4.121)
    Aktuelle Rezension von: xoxo_love_books

    Ja so gut geschrieben. Fühle mich wie das Kind das er da beim Schreiben in dieser einen holzigen Steinhütte trifft. Guter Humor, tiefgründige Gespräche und viel Hoffnung zu finden. Bzw. wer Hoffnung bräuchten mehr davon erlangen möchte, sollte dieses Buch lesen. Ich möchte noch mehr von ihm lernen und ihn irgendwann gern einmal wieder treffen.

  5. Cover des Buches Before us (ISBN: 9783453419698)
    Anna Todd

    Before us

    (946)
    Aktuelle Rezension von: Stefanie-B

    „Before Us“ ist ein Zusatzband zur After-Reihe und richtet sich vor allem an Leserinnen und Leser, die nach dem Ende der Hauptreihe noch mehr Zeit mit den Charakteren verbringen möchten.

    Zum Teil wird die Geschichte aus Hardins Perspektive erzählt. Und es war schön, seine Gedanken zu Tessa kennenzulernen und die frühen Phasen ihrer Beziehung noch einmal aus seiner Sicht zu erleben. Allerdings wirkten einige Abschnitte auf mich etwas langatmig, da vieles bereits bekannt war und nicht immer genügend neue Einblicke (Stellen, die ganz „Hardin-Like“ sind) geboten wurden, um mich dauerhaft zu fesseln.

    Am besten gefallen hat mir der hintere Teil des Buches, der die Geschichte von Hardin und Tessa nach den Ereignissen des letzten Bandes weiterführt. Zudem kommen mehrere Nebencharaktere zu Wort, wodurch man zusätzliche Perspektiven erhält. Gerade diese Einblicke fand ich spannend und bereichernd. Schade war lediglich, dass dieser Teil nur einen vergleichsweise kleinen Abschnitt des Buches ausmacht.

    Der Schreibstil liest sich gewohnt flüssig. 

    Für Fans der After-Reihe ist „Before Us“ eine nette Ergänzung, auch wenn nicht alle Kapitel gleichermaßen spannend sind. Insgesamt ein solides Zusatzbuch für zwischendurch, das einige interessante neue Perspektiven bietet, aber mich nicht wirklich fesseln konnte. 

  6. Cover des Buches Die Eleganz des Igels (ISBN: 9783423429917)
    Muriel Barbery

    Die Eleganz des Igels

    (860)
    Aktuelle Rezension von: Keyofbooks

    Das Buch ist definitiv nicht für jeden. Es liest sich wie ein Tagebuch von zwei sich Anfang fremden Frauen - einer älteren Dame und einem jungen Mädchen. Doch schon die ersten Kapitel lassen den Leser über die offene ankündigungen staunen. Man lebt quasi mit den Charakteren und erlebt alles, was sie auch erleben, ohne sich daran beteiligen zu wollen. Wenn man die 60% des Buches überwunden hat, wird belohnt. Denn gerade da erlebt das Aschenputtel endlich sein Glück und trifft den Prinzen. Nur leider war das Glück viel zu kurz, verändert aber viele Leben.

  7. Cover des Buches In einem Zug (ISBN: 9783755805601)
    Daniel Glattauer

    In einem Zug

    (344)
    Aktuelle Rezension von: marpije

    Ein berühmter Schriftsteller fährt mit der Zug von Wien nach München, im Zug sitzt in seinem Abteilung eine Frau mit welche eigentlich er will nicht sprechen aber doch die sprechen ganze Zeit, entweder sie fragt und er antwortet oder umgekehrt, da er viel über Liebe schreibt und führt eine langjährige Ehe fragt ihn die Frau, welche kann in dauerhaften Beziehung nicht bleiben, viel über Liebe und Ehe und er erzählt und erzählt...

    Ja , das ist tatsächlich nicht mein Buch, ich mag die andere Bücher von der Autor aber diese hat mich gelangweilt, bestimmt ist hier viel wichtigen Beobachtungen aus unserem Leben und viel Gedanken über jetzige Welt aber mir war das alles zu langatmig und zäh. Der Schreibstil ist nicht schlecht , die bisschen Ironie hat mir auch gut gefallen, aber ich komme nicht zu Recht mit die Monotonie hier.

  8. Cover des Buches Miss you (ISBN: 9783453359352)
    Kate Eberlen

    Miss you

    (216)
    Aktuelle Rezension von: Monikaisreading

    Eine total schöne Liebesgeschichte um zwei Menschen die sich im Laufe des Lebens immer wieder knapp verpassen. Ich habe mit beiden geweint, geflucht gelitten und mich gefreut. Ich zähle es zu meinen Lieblingsbüchern 

  9. Cover des Buches Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen (ISBN: 9783641176990)
    Mitch Albom

    Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen

    (344)
    Aktuelle Rezension von: Mareike_Pfenning

    Ein zu Tränen rührendes Buch über die fünf Menschen, denen der Hauptprotagonist im Himmel begegnet. Gehört für mich zu den Klassikern der Literatur neben dem kleinen Prinz und Dienstaga bei Morrie. Ein Buch, das ich wirklich immer wieder mal lesen kann und das auch für immer einen Platz in meinem Regal haben wird.

  10. Cover des Buches The Wonderful Wild (ISBN: 9783548063706)
    Gesa Neitzel

    The Wonderful Wild

    (96)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Was wir von der Natur lernen können – ein Buch über Achtsamkeit, Instinkte und das "Wilde" in uns selbst.

    Dieses Buch ist etwas ruhiger und reflektierter als ihr Debüt "Frühstück mit Elefanten", aber es ist genau so lesenswert! Es geht weniger um die Action einer Safari und mehr um die Lektionen, die Tiere und Pflanzen für unseren modernen Alltag bereithalten.

    Ein wunderschönes Buch, das mich daran erinnert hat, wie sehr wir die Verbindung zur Natur verloren haben. Es ist wie ein tiefes Durchatmen beim Lesen.

    Gesa schafft es, komplexe biologische Wunder ganz einfach und inspirierend zu erklären. Nach diesem Buch sehe ich die Natur mit ganz anderen Augen.

  11. Cover des Buches Farben, die das Leben malt (ISBN: 9783328107248)
    Marianne Cronin

    Farben, die das Leben malt

    (111)
    Aktuelle Rezension von: parden

    100 JAHRE - 100 BILDER...

    Das Leben ist kurz. Niemand weiß das besser als die siebzehnjährige Lenni. Sie leidet an einer unheilbaren Krankheit, die ihr nicht mehr viel Zeit lässt. Was soll sie mit gleichaltrigen Freunden, die ihr ganzes Leben noch vor sich haben? Was soll sie anfangen mit der ihr verbleibenden Zeit, wenn sie noch so viele Fragen hat, die das Leben ihr nie beantworten wird? In einem Malkurs im Krankenhaus trifft sie auf Margot: dreiundachtzig, voller Lebenserfahrung, Witz und Widerspenstigkeit. Margot weiß, wie es ist, im letzten Kapitel des Lebens angekommen zu sein. Als sie entdecken, dass sie zusammen genau einhundert Jahre gelebt haben, fühlt es sich für Lenni an wie ein Weckruf. Sie wollen gemeinsam Bilder malen – für jedes ihrer hundert Jahre eins. Für all die kostbaren Momente, voller Liebe, Lachen und Weinen, voller Erinnerungen, von denen sie sich gegenseitig erzählen. Und auch wenn ihre gemeinsame Geschichte sich dem Ende neigt, spüren sie doch umso mehr, dass im Leben jeder Moment zählt, bis zum letzten Augenblick… (Verlagsbeschreibung)

    Marianne Cronin erzählt hier eine Geschichte über das Sterben – und schafft es dennoch, vor allem vom Leben zu berichten. Obwohl sich der Roman mit Krankheit, Abschied und Tod beschäftigt, ist er gleichzeitig warmherzig, humorvoll und voller Lebensfreude. Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen der 17-jährigen Lenni und der 83-jährigen Margot entwickelt sich mit viel Wärme und Charme. Die Idee, gemeinsam einhundert Bilder zu malen – eines für jedes gemeinsam gelebte Lebensjahr – verleiht dem Roman eine schöne Struktur und eröffnet nach und nach die Lebensgeschichten beider Frauen. Denn: um die Bilder geht es nur vordergründig, viel wichtiger sind die Geschichten dahinter.

    Der Roman lebt vor allem von seinen Figuren und ihren Erinnerungen. Viele Szenen zeigen eindrucksvoll, wie prägend Begegnungen und Entscheidungen für ein ganzes Leben sein können. Besonders Margots Erfahrungsschatz wird durch die Erinnerungen deutlich. Allerdings nehmen die Rückblenden auf Margots langes Leben stellenweise sehr viel Raum ein und wirken mitunter etwas langatmig. Hier hätte der Erzählfluss an einigen Stellen m.E. von einer stärkeren Straffung profitiert. Margot selbst ist eine ruhige Figur, die sich im Verlauf mit ihrer mutigen, lebensklugen und mit einem leisen Humor überraschenden Art zunehmend in mein Herz schlich.

    Erstaunt war ich darüber, dass nie wirklich klar wird, woran Lenni eigentlich leidet. Ich verstehe die Entscheidung, die Krankheit nicht in den Mittelpunkt zu stellen und Lenni nicht über eine Diagnose zu definieren. Trotzdem hätte ich mir zumindest einige mehr Informationen gewünscht, um ihre Situation besser einordnen zu können. 

    Lenni selbst mochte ich sehr. Sie ist witzig, schlagfertig, klug und trotz ihrer zuweilen spröden Art sehr einfühlsam. Gleichzeitig hatte ich manchmal das Gefühl, dass sie fast schon zu selbstlos ist, vor allem im Umgang mit ihrem Vater, der mit ihrem bevorstehenden Tod kaum umgehen kann. Das wirkte auf mich stellenweise etwas heroisch und für eine Siebzehnjährige fast schon zu reif. Lennis Gespräche mit dem Krankenhauspfarrer Pater Arthur zählen für mich dagegen zu den stärksten Momenten des Romans.

    Trotz der genannten Kritikpunkte konnte mich der Roman emotional erreichen - er brachte mich zum Lächeln, Nachdenken und auch ein paar Mal zum Schlucken. Er erinnert daran, dass ein erfülltes Leben nichts mit der Anzahl der gelebten Jahre zu tun hat, sondern mit den Menschen, die einem begegnen, und den Erinnerungen, die bleiben. Diese Geschichte ist traurig, ohne deprimierend zu sein, und hoffnungsvoll, ohne kitschig zu wirken. Alles in allem: lesenswert!


    © Parden

  12. Cover des Buches Entlang den Gräben (ISBN: 9783406803451)
    Navid Kermani

    Entlang den Gräben

    (12)
    Aktuelle Rezension von: 101844

    Allein von der Aufmachung, kommt "Entlang den Gräben" sehr wertig und ansprechend daher. Die Landkarte mit verzeichneter Route stimmt schon vor dem Lesebeginn auf die Reise ein und heizt die Neugierde an. Strukturell ist das Buch in Tagen unterteilt. So bekommen die Lesenden einen Eindruck über die Dauer der Aufenthalte.

    Obwohl eine Reportage vorliegt, schafft es der Autor mittels der Ich-Erzählperspektive und seiner ganz eigenen Note, die sich aus forscher Direktheit, Humor und Empathie auszeichnet, eine angenehme und dichte Atmosphäre zu kreieren. Gleich zu Beginn lernen die Lesenden den Autor als einen intelligenten, aufgeschlossenen und mutigen Mann kennen. So setzt er sich zum Beispiel zum Kaffee und Kuchen in eine AFD-Versammlung. Solche Momente gibt es mehrere und sie lassen einen beim Lesen die Luft anhalten. Trotz klar formulierter Kritik bleibt Navid Kermani respektvoll, wertschätzend und verständnisvoll. In diesem Verhalten manifestiert sich der Begriff "Toleranz" in seiner authentischsten Bedeutung und ringt den Lesenden unweigerlich Anerkennung ab.

    Gemeinsam mit dem Autor, stellt man beim Lesen fast, wie fern doch der so nahe Osten eigentlich ist. In unzähligen Gesprächen mit den verschiedensten Personen, erschließen sich auf intensive Weise ganz neue Perspektiven auf die Vergangenheit, Gegenwart und etwaige Zukunft Europas. Gerade die persönlichen Schicksale und Erfahrungsberichte regen zum Nach- und Mitdenken an.

    Der Schreibstil ist so unmittelbar und ehrlich, dass zu keiner Zeit das Gefühl aufkommt, man wäre nicht eine*r der Mitreisenden. Vor allem tabuisierte Themen, kommen schonungslos zur Sprache.

    Die ausgiebigen politischen Sequenzen werden immer wieder durch persönliche Anekdoten, Eindrücke und Beobachtungen entzerrt. Vor allem letztere sind bemerkenswert. Der Autor hat einen Blick für Details und entwirft wortgewandt beeindruckende Landschaftsbilder.


    Vor allem die ersten Stationen der Reise stellen den Lesenden bekannte Schrecken aus der Vergangenheit noch einmal sehr deutlich vor Augen. Allein von Köln bis Litauen hätte der Buchtitel auch "Entlang den Gräbern" lauten können. Man verdrängt den Umfang der Gräueltaten der vergangenen Jahrzehnte bis hinein in die Gegenwart. Und dennoch vermag Navid Kermani es, die Stimmung nicht ins Bodenlose kippen zu lassen. Respektvoll verweilt er an den richtigen Stellen und treibt die Reise dann gekonnt schwungvoll wieder in höhere Stimmungslagen. Kein einfacher Spagat, der ihm hier gelungen ist. Besonders interessant, sind auch die Gespräche mit prominenten Persönlichkeiten, die ich an dieser Stelle nicht vorweg nehmen möchte.


    Insgesamt löste "Entlang den Gräben" in mir die ganze Palette an Emotionen aus. Von sprachloser Betroffenheit bis hin zu spontanem Auflachen. Ein Lesegenuss der besonderen Art.

  13. Cover des Buches Mein drittes Leben (ISBN: 9783257248340)
    Daniela Krien

    Mein drittes Leben

    (227)
    Aktuelle Rezension von: Nicolai_Levin

    Die Icherzählerin Linda ist untröstlich, seit ihre siebzehnjährige Tochter Sonja bei einem Verkehrsunfall getötet wurde. Ein rechts abbiegender Lkw-Fahrer hat das Mädchen auf dem Fahrrad übersehen. Der Verlust wirft Linda komplett aus der wohlgeordneten und gutsituierten Lebensbahn, wir lernen sie kennen, als sie sich ein Leben auf dem gemieteten Bauernhof einrichtet, in Klausur, weitab von allem, getrennt von ihrem Mann, der nach und nach wieder ins Leben zurückfindet. Lindas einziger Kontakt ist die autistische Nine und deren alleinerziehende Mutter Natascha sowie sehr lose und gelegentlich die Nachbarn auf dem Nebenhof. Über Nine, deren Pflege Linda mit dem Erlös aus dem Verkauf ihrer Eigentumswohnung in Leipzig bezahlt, und eine schwere Erkrankung Richards, den sie nicht allein lassen kann, kommt sie ganz allmählich wieder zurück ins Leben.

    Ich habe eine Menge unzufriedener, enttäuschter Kritiken für dieses Buch gelesen, und ich habe den Verdacht, dass die alle von Leuten kommen, die diese Geschichte ganz anders aufgefasst haben als ich.

    Ja, ich fand Linda ausgesprochen unsympathisch. Und ich vermute, das soll auch so sein. Sie suhlt sich in ihrer Trauer, weigert sich, das Leben weitergehen zu lassen. Alle Menschen, denen sie begegnet und die ihr Rat und Meinung sagen, haben für meine Begriffe recht mit ihren Standpunkten. Richard, der Ehemann, der nicht auch noch das eigene Leben dem der Tochter hinterherwerfen will. Die Eltern der Schulfreunde, die Lindas manische Erinnerungstreffen unpassend und übergriffig finden.

    Für mein Verständnis zeigt uns Daniela Krien in diesem Buch, wie egoistisch Trauern ist. Wir leiden ja nicht unter dem Schicksal der Verstorbenen um deren selbst willen, sondern wir beklagen die Beziehung, die damit endet, weil UNS jene, die tot sind, nicht mehr zur Seite stehen, UNS Freude und Erfüllung geben. Und mehr noch: Im Grunde ist auch die Entscheidung für Familie und Kinder von Anfang an eine egoistische, bei der wir UNSERE Ideale und Werte in unseren Kindern wiederfinden wollen. Wenn ich sehe, wie befremdet Linda die beste Freundin ihrer Tochter betrachtet, die sich in den Jahren seit Sonjas Tod mit Anfang Zwanzig weiterentwickelt hat, rebellisch und wild geworden ist, dann frage ich mich (und soll mich das sicher fragen), wie schlecht Linda wohl mit dem Abnabelungsprozess ihrer eigenen Tochter zurecht gekommen wäre, wenn diese noch am Leben wäre.

    Doch; ich darf sagen, ich habe eine Menge Nachdenkenswertes aus diesem Buch ziehen können. Das Ende, in dem Linda durch Empathie (für Nine, für Richard) auch mit sich selbst wieder ins Reine kommt, war mir dann ein wenig zu schlicht, zu süßlich, zu kalenderweisheitssimpel. Aber jedes andere Ende wäre vermutlich unerträglich gewesen.

  14. Cover des Buches Popóm (ISBN: 9783755800798)
    Johanna Sebauer

    Popóm

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Miamou

    Nach Johanna Sebauers „Nincshof“ war ich sehr gespannt auf „Popom“, denn das Buch hat mit dem Doppelgängermotiv eigentlich eine ausgesprochen interessante Ausgangsidee: Henrik Popom trifft auf sein älteres Ich. Was wäre, wenn man plötzlich sich selbst gegenübersteht – nur eben einige Jahre älter? Daraus hätte für mich eine sehr spannende Geschichte entstehen können.

    Leider konnte mich „Popom“ nicht ganz so fesseln wie „Nincshof“. Die Geschichte kam für mich stellenweise nur schwer in Gang und manches war mir schlicht zu lang. Sebauer spielt sehr viel mit Sprache und lässt zahlreiche philosophische Gedanken in die Geschichte einfließen. Grundsätzlich hat mir das gefallen, aber an einigen Stellen war es für mich einfach etwas zu viel des Guten. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass die Geschichte hinter den sprachlichen und philosophischen Spielereien ein wenig zurücktritt.

    Auch mit Henrik selbst bin ich nicht so richtig warm geworden. Gerade der junge Henrik war mir teilweise zu jammernd und anhänglich, was ihn für mich nicht unbedingt zu einer sympathischen Figur gemacht hat. Das könnte allerdings durchaus beabsichtigt gewesen sein, denn im Laufe der Geschichte verändert er sich und legt diese Eigenschaften zunehmend ab. Vielleicht musste man ihn also genau so erleben, um seine Entwicklung nachvollziehen zu können.

    Am liebsten mochte ich deshalb Franzi, Henriks Kollegin. Sie ist in vielerlei Hinsicht sein Gegenpol: Auch sie hat ihr eigenes Päckchen zu tragen, wirkt dabei aber viel mehr bei sich und weiß, was sie möchte – und vor allem auch, was sie nicht möchte. Ihre Figur hat für mich dadurch eine angenehme Klarheit in die Geschichte gebracht.

    Was mir im Vergleich zu „Nincshof“ ebenfalls gefehlt hat, war die Atmosphäre. Dort hat mich Sebauer viel stärker in ihre eigene Welt hineingezogen. Bei „Popom“ blieb dieses Gefühl für mich eher aus, obwohl die Geschichte durchaus interessante Gedanken und Ideen mitbringt.

    Auch das Ende konnte mich leider nicht mehr richtig überzeugen. Gerade weil der Doppelgänger das zentrale Motiv der Geschichte ist, hätte ich mir hier etwas mehr Klarheit gewünscht. Woher kommt er eigentlich? Was bedeutet seine letzte Begegnung mit Henrik? Und was passiert letztlich mit ihm? Für mich blieben da einige Fragen offen, ohne dass mich die Offenheit des Endes besonders gepackt hätte.

    Trotzdem möchte ich „Popom“ nicht schlechtreden. Die Idee ist spannend, die Autorin experimentiert mit Sprache und Gedanken, und gerade wer Freude an philosophischen Überlegungen und ungewöhnlichen Erzählkonzepten hat, könnte hier durchaus auf seine Kosten kommen. Ich würde aber "Nincshof" eindeutig mehr empfehlen. 


  15. Cover des Buches Ich lese dich (ISBN: 9783833875779)
    Eric Standop

    Ich lese dich

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Nothingforever99

    Vor einigen Tagen habe ich das Buch "Ich lese dich" von Eric Standop beendet und kann sagen, dass mich schon lange kein Buch mehr so gefesselt und in den Bann gezogen hat. Zuerst war ich ein wenig skeptisch, doch mit der Zeit fand ich die Leidenschaft für das Thema Gesichtslesen. Es ist einfach geschrieben, man erfährt viel über sich und seine Mitmenschen und hat mich wirklich positiv beeinflusst. 

  16. Cover des Buches 19.521 Schritte (ISBN: 9783453218659)
    Guido Maria Kretschmer

    19.521 Schritte

    (20)
    Aktuelle Rezension von: schokobook

    Man sollte in der Tat viel mehr mit offenen Augen und Herzen durch die Stadt gehen. Nicht nur in Berlin, sondern egal wo. Begegnungen können was sehr schönes, versöhnendes, trauriges und erinnerndes sein. Was für ein tolles Buch #19521schritte von @guidomariakretschmer. Und wie gut, dass hier die Bücher durch die Familie gehen und wir alle so auch an Bücher kommen, die wir so vielleicht nicht gelesen hätten!  Dieses Buch ist gemacht, für ein Wochenende auf der Couch und sich dann treiben lassen. Wenn man Berlin kennt, ist ein Wiedersehen und wenn man Berlin nicht kennt sicher ein Kennenlernen, aber auf jeden Fall ist dieses Buch eine Bereicherung. Unbedingt lesen! Man ist beseelt danach was für ein herzensguter und liebenswerter Mensch Herr Kretschmer ist. Guido, wenn ich mal in Berlin bin oder in Hamburg und dich sehe, dann rufe ich dir zu: Hallo Guido! 🙋🏼‍♀️

  17. Cover des Buches Die Deutschlehrerin (ISBN: 9783711721624)
    Judith W. Taschler

    Die Deutschlehrerin

    (142)
    Aktuelle Rezension von: PigletandherBooks

    👩🏻‍🏫 Wer mochte Deutsch in der Schule?


    Erst Mathe jetzt Deutsch, was ist Bündnis zur Zeit bei meinen Büchern. Aber weil mir „Die Deutschlehrerin“ von Judith W. Taschner so gefallen hat, nehme ich euch mit ins Buch 📖.



    📚 Worum geht es im Buch?

    Ein unerwarteter Kontakt bringt Mathilda und Xaver wieder in Verbindung, deren gemeinsame Vergangenheit lange zurückliegt. Stück für Stück entfaltet sich ihre Geschichte, welche von Erinnerungen, unausgesprochenen Wahrheiten und Fragen geprägt ist. Zwischen Gegenwart und Vergangenheit entsteht ein Bild, das mehr und mehr Risse bekommt und zeigt, dass nicht alles so ist, wie es zunächst scheint. 🤔


    ✨ Wie hat mir das Buch gefallen?

    Dieses Buch hat mich auf so vielen Ebenen komplett überrascht. Schon der Schreibstil und die Erzählweise sind besonders: Wir wechseln zwischen E-Mails 💻, Dialogen 💬und klassischen Prosatexten, gleichzeitig springen wir immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Anfangs wirkt das vielleicht etwas ungewohnt, aber es ist so durchdacht aufgebaut, dass ich schnell hinein gefunden habe und dann kaum noch aufhören konnte zu lesen.


    Ich war total gefesselt von der Dynamik zwischen den Protagonist*innen. Mit jeder neuen Information verschiebt sich das Bild, das man sich zuvor gemacht hat. Die Entwicklungen waren für mich nicht vorhersehbar, und zwischendurch wusste ich selbst nicht mehr, in welche Richtung sich die Geschichte bewegen wird. 😱


    Besonders stark fand ich, wie die Autorin mit uns als Leser*innen spielt. Immer wieder stellt sich die Frage: Was ist eigentlich real und was nicht? Denn auch den erzählenden Stimmen kann man nicht immer trauen 😳. Trotz der wenigen Figuren gelingt es, ein dichtes Psychodrama aufzubauen, das sich immer weiter zuspitzt und mit neuen Twists überrascht.


    Zum Ende möchte ich nichts verraten, aber nur so viel: Es lohnt sich wirklich, dieses Buch selbst zu erleben. Für mich steht fest, dass es nicht mein letztes Buch der Autorin gewesen sein wird. 📖✨


    Fazit: Ein raffiniert erzählter, spannender Roman, der mit Wahrnehmung spielt und lange nachhallt. 🖤📚

  18. Cover des Buches The Travel Episodes (ISBN: 9783492404877)
    Johannes Klaus

    The Travel Episodes

    (5)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76
    ‚Mögen sie euch an ferne Orte entführen. Mögen sie euch Lebensweisen näherbringen, die ihr so nie für möglich gehalten hättet. Mögen sie euch inspirieren und zum Staunen bringen. Und Mut machen, euch selbst und die Welt kennenzulernen.‘ (Seite 15)

    Bei ‚The Travel Episodes. Neue Reisegeschichten von allen Enden der Welt‘ handelt es sich um den dritten Teil der von Johannes Klaus herausgegebenen Reisegeschichten.

    Der Leser wird auch diesmal an exotische sowie an ganz gewöhnliche Orte mitgenommen, an denen die Autoren ganz besondere Geschichten erlebt haben.

    Gegliedert ist der dritte Band in ‚Das Glück des Fremdseins‘, wo der Leser unter anderem die Südsee, Russland und Syrien virtuell bereist, ‚Aus Angst wird Mut‘, wo einen die Autoren mit nach Wales, Kroatien, die Mecklenburgische Seenplatte, an die Elfenbeinküste etc. mitnehmen, sowie ‚Allein ist nicht einsam‘, wo man Geschichten aus und über Peru, Myanmar, Finnland u.v.a. folgen kann.

    Ich kenne Band 1 und Band 2 der Travel Episodes und finde den dritten Band im Vergleich etwas schwächer. Einige der Autoren kannte ich zudem schon, so dass die Geschichten nicht wirklich neu für mich waren.

    Viele der Geschichten schaffen es jedoch, den Leser vor Ort zu versetzen, lassen ihn beim Lesen träumen, Abenteuer vom heimischen Sofa aus erleben, besondere Fleckchen der Erde entdecken, exotische Speisen kosten und/oder aufatmen, weil der Autor seine aufregende Tour unbeschadet überstanden hat.

    Manche der Geschichten sind einfach von Grund auf spannend (z.B. die Reise von Dominik Mohr nach Syrien vor dem Krieg), andere sind hervorragend, mit großer Spannung oder viel Witz erzählt (z.B. die Kreuzfahrt von Philipp Laage oder die Indien-Reise von Oleander Auffahrt), wieder andere fand ich persönlich kaum interessant (z.B. die Ruhrpott-Geschichte von Karin Lochner). Alles in allem ist aber für jeden etwas dabei, weil die Geschichten so heterogen geschrieben sind und vollkommen unterschiedliche Orte und Reisearten behandeln.
  19. Cover des Buches Trude (ISBN: 9783931560546)
    Rose Marie Gasser Rist

    Trude

    (8)
    Aktuelle Rezension von: Renate1964

    Trude wächst zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Estland auf. Die Mutter hat die früh verloren. Der Haushalt ist auf die einfache Welt des Vaters und der Brüder ausgerichtet,  Bildung für Mädchen unwichtig. Eine Nachbarin, Olga,  unterstützt sie. Mit ihrer Liebe  Valentin geht sie nach Leningrad, bekommt  ver Kinder und erlebt die  Anfeindungen zu Kriegsbeginn. Für die Familie biete Australien Hoffnung. Durch Bombardierung verliert Trude den Mann und  den älteren Sohn, erfährt aber Trost durch die Aborigines. 

    Die Stärke dieser Frau, die noch viele Schicksalsschläge hinnehmen muß,  ihre Gedanken und Gefühle sind bewundernswert. Die Sprache ist flüssig, der Lebensweg bis zum 90. Lebensjahr durchgehend packend und macht Lust, auch über Amber und Meilin weiterzulesen.

    Auch die  Gestaltung des Covers und das Foto zu Buchbeginn sind gelungen. Ein Werk, das Kraft schöpfen lässt und nicht nur Fakten sondern auch Spiritualität und Gemeinschaft betrachtet


  20. Cover des Buches Der Reisende (ISBN: 9783608981544)
    Ulrich Alexander Boschwitz

    Der Reisende

    (141)
    Aktuelle Rezension von: Pikamads

    Gerade weil es eine so authentische Geschichte ist, werden alle Emotionen bildgewaltig nähergebracht. Ich musste das Buch doch tatsächlich öfter aus der Hand legen, weil es einfach so überwältigend war. Das Wissen, dass die Behandlung der Menschen in Bezug auf Otto Silbermann in so vielen Fällen einfach so falsch ist und doch aus der damaligen Überzeugung heraus geschieht, macht es einfach umso bedrückender seinem Schicksal zu folgen.

  21. Cover des Buches Unsere Zeit ist immer (ISBN: 9783328107972)
    Sophie Cousens

    Unsere Zeit ist immer

    (109)
    Aktuelle Rezension von: KiraNear

    Titel: Unsere Zeit ist immer

    Autor*in: Sophie Cousens

    Erschienen in Deutschland: 2021

    Originaltitel: This Time Next Year

    Erschienen in England: 2020

    Übersetzer*in: Babette Schröder 

     

    Weitere Informationen: 

    Genre: Slice of Life, Hetero, Romance, Drama

    Preis: € 11,00

    Seiten: 494

    Sprache: Deutsch

    ISBN: 978-3-328-10797-2

    Verlag: Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH

    Rezensionsexemplar: Nein 

     

    Inhalt:

    Zwei Dinge weiß Minnie ganz genau: Dass an ihrem Geburtstag immer alles schiefläuft, was nur schieflaufen kann - und dass ein Mann namens Quinn der Grund dafür ist. Minnie ist ihm noch nie begegnet. Doch sie weiß, dass sie beide am Silvesterabend kurz nach Mitternacht im selben Londoner Krankenhaus geboren wurden. Quinn kam eine Minute früher zur Welt und gewann als erstes Neunzigerjahre-Baby fünfzigtausend Pfund, während Minnie leer ausging. Als sie sich an ihrem gemeinsamen 30. Geburtstag durch einen Zufall kennenlernen, weiß Minnie entgültig, dass Quinn die für sie bestimmte Portion Glück einfach gestohlen hat: Im Leben des gutaussenden, charmanten Unternehmers läuft alles glatt, während sie kurz davor ist, ihre Wohnung und den geliebten Job zu verlieren. Doch wenn sie aus so unterschiedlichen Welten kommen, warum laufen sie sich fortan immer wieder über den Weg? Und warum lässt jede Begegnung Minnies Herz ein bisschen höher schlagen? 

     

    Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

    Ja, ein weiteres Buch aus der Bibliothek, welches ich zufällig dort gesehen habe, ansprechend fand und dann auch gleich mitgenommen habe. Weil hey, warum denn nicht? Besonders der Teil, dass er ein Glückspilz sein soll und sie ein Pechvogel, da wollte ich am meisten wissen, was es damit auf sich hat. Ob da wirklich was dran ist oder nicht.

    Spoiler: Nö, absolut nicht. 

    Zwar ist Quinn unter besseren Umständen aufgewachsen, allerdings haben seine Eltern Probleme. Sein Vater war irgendwann aus seinem Leben raus und seine Mutter kann das Haus nicht mehr verlassen, ohne Panik zu bekommen. Überhaupt hatten beide recht viele schöne und unschöne Momente in ihrem Leben, wie man bei den vielen Rückblenden und zwei POVs erfährt. Manchmal befinden sich die beiden auch entweder gleichzeitig oder nacheinander an dem gleichen Ort. Romantiker könnten jetzt sagen: Hach, das ist Schicksal! Und ja, ich denke, das könnte man hier schon behaupten. 

    Quinn find ich ganz in Ordnung, nur lebt er sein Leben ein bisschen zu wenig für sich selbst und lässt sich zu sehr mit der Phobie seiner Mutter einbinden. Es wäre besser, wenn er jemanden damit beauftragen würde, sich um die Dame zu kümmern. Gut, später schafft sie es stückweise dank einer Hilfe immer besser damit zurechtzukommen. Dennoch: Man merkt wirklich oft, wie sehr sie an ihm hängt und umgekehrt auch. Allerdings, als ihm mal ein Date deswegen ein Ultimatum stellt, hat er sich am Ende richtig entschieden. Weil so ein Ultimatum echt Müll ist.  

    Minnie war, joah, auch ok eigentlich. Aber hier und da ein bisschen zu stur. Besonders wenn es darum geht, Hilfe anzunehmen oder Quinn irgendwelche Schuldzuweisungen zu geben für Dinge, für die er nichts kann. Wie beispielsweise das mit dem Namen. Eigentlich sollte sie ja Quinn heißen. Die Mütter hatten sich gegenseitig unterstützt und Quinns Mutter hat dann ihr Kind ebenfalls Quinn nennen wollen, quasi als Dank an Minnies Mutter, wegen der Unterstützung. Als dann aber Minnies Eltern in der Zeitung den Namen Quinn lesen, bricht Minnies Mutter den Kontakt mit der anderen Mutter ab, nennt sie Dieb und nennt Minnie dann Minnie, weil: Wäre ja voll so nachahmermäßig, wenn wir jetzt bei Quinn bleiben.

    Tja, es müssen erstmal 30 Jahre vergehen und mehrere Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden, eine Sache, die man eigentlich in wenigen Minuten hätte klären können. Tja^^° 

    Ansonsten fand ich das Buch in Ordnung, Minnie kommt zwar ein bisschen zu spät in die Pötte, um zu kapieren und sich einzugestehen, dass sie etwas von Quinn will bzw Gefühle für ihn hat. Dennoch geht es für beide gut aus. 

     

    Fazit:

    Ist jetzt kein Highlight, absolut nicht. Aber trotz des einen oder anderen Makels hatte ich recht viel Spaß beim Lesen. Die Rückblenden fand ich am Anfang ein wenig verwirrend und random platziert, aber irgendwann hatte ich mich dann daran gewöhnt. Joah, kann man schon lesen, finde ich. Ist kein Muss, aber ein Kann. Von mir bekommt das Buch insgesamt vier Sterne :-)

  22. Cover des Buches The Travel Episodes (ISBN: 9783492406062)
    Johannes Klaus

    The Travel Episodes

    (8)
    Aktuelle Rezension von: Frechdachs

    NEIN VIEL BESSER - IRAN - NORWEGEN - MOSAMBIK - KONGO - RUANDA - UGANDA - AFGHANISTAN - PYRENÄEN - ETC.

    Bei mir war es dann mal wieder soweit - vor lauter Fernweh und zuhause auf der Couch rumhocken hatte ich das Buch The Travel Episodes: Neue Geschichten für Abenteurer, Glücksritter und Tagträumer als mein Leseziel auserkoren und wurde alles in allem soviel lässt sich jetzt bereits sagen nicht enttäuscht.

    Das Buch gliedert sich nach einem kurzen Vorwort von Andreas Altmann und von Johannes Klaus in die folgenden drei Kapitel:

    - Geschichten für Abenteurer
    - Geschichten für Glücksritter
    - Geschichten für Tagträumer

    Es hält insgesamt 27 kurzweilig zu lesende und unterhaltende Episoden unterschiedlichster Autoren/Reisender bereit.

    Die Geschichten selbst entführen den Leser in vielerlei Länder abseits der bekannten und ausgetretenen Touristenpfade.

    Jede einzelne Geschichte ist meiner Meinung nach lesenswert - wenn auch die Schreibstile der Verfasser sowie die Seitenumfänge der Berichte und damit auch die Detailliertheit doch sehr unterschiedlich ausfallen. Aber gerade das macht diese Sammlung verschiedener Reiseepisoden für mich aus. Das Buch zaubert einem auch an verregneten Tagen ein Schmunzeln und Lächeln ins Gesicht und man kann sich einfach mal in entfernte Gefilde wegträumen und den Alltagsstress hinter sich lassen.

    Das Buch selbst bietet sehr gut die Gelegenheit in die Reisewelten der Autoren ein- und abzutauchen und so wähnt man sich allein mit elf Huskies in der Wildnis Alaskas, 4.200 km unterwegs auf dem Amazonas, auf den Spuren der Berber in Marokko, im Angesicht mit Gorillas im Kongo, mit den "blauen Großraumnussschalen" namens pangas auf dem Weg zum paradiesischen Ziel "Little Corn", auf der Suche nach den letzten Berggorillas der Erde in Ruanda (Mrrrrmh-mrrrrrmh), mit Schmugglern und Drogendealern auf "Du und Du" im Iran, mit einer sechsköpfigen Familie auf Weltreise unterwegs, beim Sightseeing in Kabul, bei einer Wanderung quer durch die Pyrenäen, im skurrilsten "Museum" bzw. in der skurrilsten Sammlung von Helsinki - dem "Götan Maailma" um nur einige enthaltene Geschichten herauszugreifen.

    Die einzelnen Episoden geben mal mehr und auch mal weniger ausführlich die individuellen Eindrücke der Reisenden im jeweiligen - mitunter wirklich exotischen - "Touristenziel" wieder. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Reisenden bewusst die ausgetrampelten Touristenpfade verlassen und erst dadurch die richtige Würze besser gesagt die gewisse Spannung und Lebendigkeit für den Leser ins erlebte Geschehen kommt.

    Am Ende des Buches werden die im Buch enthaltenen Autoren im kurzen Abriss vorgestellt.

    Das Buch kommt im handlichen Taschenbuchformat und umfasst 352 Seiten (inkl. einigen farbigen und s/w-Fotos).

    Das Buch ist für fernwehgeplagte, abenteurerlustige und auch -hungrige Zeitgenossen sehr zu empfehlen. Das Buch darf allerdings nicht mit klassischer Reiseliteratur wie beispielsweise den üblichen Reiseführern verwechselt werden, da hier wirklich die persönlichen Eindrücke auf sehr individuellen Reisen im Vordergrund stehen.

  23. Cover des Buches Der kleine Buddha auf der Reise nach Hause (ISBN: 9783451037795)
    Claus Mikosch

    Der kleine Buddha auf der Reise nach Hause

    (36)
    Aktuelle Rezension von: Jacky2708

    Inhalt:

    "Zuhause ist es doch am schönsten", heißt es. „Aber wo genau ist eigentlich mein Zuhause?“, fragt sich der kleine Buddha und überlegt, was "zuhause sein" wirklich bedeutet. Dazu begibt er sich von seinem Lieblingsplatz unter dem Bodhi-Baum auf eine weitere Reise und damit zugleich auf die abenteuerliche Suche nach der eigenen Heimat. Unterwegs trifft der kleine Buddha über die Begegnung mit verschiedenen Menschen auf ganz unterschiedliche Vorstellungen vom eigenen Zuhause: „Zuhause“ kann ein Ort sein oder gleich die ganze Welt, eine bestimmte Person oder vielleicht nur ein Gefühl. Letzten Endes geht es darum, das Zuhause auch in sich zu finden, sich selbst Heimat zu sein.

    Fazit:

    Der Schreibstil ist einfach gehalten und liest sich flüssig. Der kleine Buddha macht sich auf seine 5. Reise und fragt sich, was eigentlich zu Hause ist. Auf seiner Reise begegnet er verschiedenen Menschen und fragt sie danach, was für sie zu Hause bedeutet. Es war wirklich schön ihn zu begleiten. Überall wird er mit offenen Armen empfangen und er hilft, wo er kann.  Wieder zurück hat er die Erkenntnis, dass zu Hause ganz verschiedene Möglichkeiten sind. Der eine findet es in einer Beschäftigung, ein anderer in einem Menschen oder Gefühl. Eine schöne Geschichte über zu Hause und dem achtsam sein.

  24. Cover des Buches Königskinder (ISBN: 9783426505434)
    Gernot Gricksch

    Königskinder

    (68)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin
    Das Buch erzählt die Lebensgeschichten von Mark und Simone, genannt Saraswati. Beide sind am selben Tag 1970 in Hamburg geboren und werden sich im Laufe ihres Lebens immer wieder flüchtig begegnen. Während Simone bei ihrer alleinerziehenden Hippie-Mutter aufwächst, die Inhaberin eines esoterischen Teegeschäftes ist, stammt Mark aus der Oberschicht und geht aufgrund seiner Hochbegabung auf eine elitäre Schule in Hamburg. Mark erlebt während seiner Kindheit und Jugend das ein oder andere Abenteuer durch seinen besten und einzigen Freund Hassan, während sich Simone als SDAJ-Anhängerin, militante Tierschützerin und Greenpeace-Aktivistin immer wieder selbst in Schwierigkeiten bringt. Ihre Wege kreuzen sich an den verschiedensten Orten in unterschiedlichen Situationen, aber zu einem Kennenlernen will es einfach nicht kommen. 

    Der Roman schildert immer abwechselnd Episoden aus den Leben von Mark und Simone, die zeitlich parallel verlaufen. Beide stammen sie aus unterschiedlichen Verhältnissen, haben keine Gemeinsamkeiten, weshalb es keine Berührungspunkte in ihrer beider Leben gibt. Nur durch Zufälle kommen sie sich immer mal näher, verpassen sich letztlich aber stets um Haaresbreite. Beide haben kein großes Glück in der Liebe oder finden eine Arbeit, die sie erfüllt und sind deshalb rastlos auf der Suche. Die Situationen, in die sie dabei geraten, sind manchmal abstrus, aber herrlich komisch, ohne dass der Autor albern oder unrealistisch wird. Mit großem Vergnügen verfolgt man deshalb, wie sich die beiden Charaktere von ihrer Kindheit bis zu ihrem Erwachsenenalter in unterschiedliche Richtungen entwickeln. 
    Das Buch ist gleichzeitig eine Zeitreise in die Hippie-Zeit der 70er, die politischen 80er bis über die 90er in das 21. Jahrhundert. Dabei werden historische Ereignisse geschickt mit den Biographien von Mark und Simone verwoben und der Zeitgeist durch Kleidungsstile, Fernsehen oder Musik nahe gebracht. 
    "Königskinder" ist ein wunderbar humorvoller, kurzweiliger Roman über zwei nicht ganz gewöhnliche Charaktere, deren Eigenschaften und ihre das Leben prägenden Erlebnisse mit Liebe zum Detail geschildert sind. Bis zum Ende im Jahr 2009 fiebert man mit, ob die zwei Seelenverwandten ihre Suche beenden können und sich doch noch begegnen und als diese erkennen. 

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