Bücher mit dem Tag "behinderte"
7 Bücher
- Klaus-Peter Wolf
Ostfriesenkiller
(469)Aktuelle Rezension von: Tom_Anacker1Es war ganz ok, den Hauptcharakter mochte ich und ein paar Beziehungen waren gut ausgearbeitet, dennoch fand ich den Plot einfach ein wenig langweilig aber wenn man ein Familiendrama mit ein bisschen Krimi möchte dann gerne. War nicht mein Fall.Ich werde dem Autoren aber definitiv noch eine Chance geben
- Yrsa Sigurdardottir
Feuernacht
(110)Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseiteWas mich an Yrsa Sigurðardóttir immer wieder fesselt, ist dieses typisch isländische Gefühl von Kälte, Weite und unterschwelligem Grauen – und genau das trifft mich in Feuernacht sofort wieder. Schon die ersten Seiten haben etwas Beklemmendes: ein Brand in einem Behindertenheim, fünf Tote, ein junger Mann mit Down-Syndrom, der als Täter feststeht – aber irgendwie spürt man sofort, dass hier etwas nicht stimmt. Genau dieses Misstrauen, dieses leise Unbehagen, ist es, das mich durch den ganzen Roman begleitet hat.Was Sigurðardóttir hier erzählt, wirkt nicht wie ein klassischer Whodunit, sondern vielmehr wie ein schleichendes Auseinanderdriften verschiedener Wahrheiten, die erst nach und nach sichtbar werden. Dóra, die ich in den früheren Bänden ohnehin schon gern begleitet habe, wirkt hier noch ein bisschen wacher, vorsichtiger, gleichzeitig viel persönlicher. Man spürt deutlich, wie sehr sie sich von dieser Geschichte berühren lässt, ohne dass es je kitschig oder sentimental wird. Sie geht ihren Weg – mal behutsam, mal mit einer fast schon sturen Hartnäckigkeit –, und gerade das macht sie so glaubwürdig.
Besonders beeindruckt hat mich, wie konsequent Sigurðardóttir die Themen Behinderung, Ausgrenzung und institutionelle Verantwortung in die Handlung einwebt, ohne sie zu überhöhen oder moralisch zu verkleistern. Man erfährt hier viel über Lebenswelten, die man sonst selten in Krimis liest. Und das tut weh. Man merkt sehr schnell, dass der Brand nicht nur ein Verbrechen gegen fünf Menschen war, sondern auch ein Angriff auf ihre Würde – und auf das fragile System, das sie eigentlich schützen sollte.
Atmosphärisch funktioniert Feuernacht für mich besonders stark in zwei Bereichen: Erstens in der bedrückenden Darstellung der psychiatrischen Einrichtung, in der Jakob lebt; zweitens in den unheimlichen Szenen rund um den Spukfall, der auf den ersten Blick völlig losgelöst wirkt – und dann doch langsam seine Verbindung bekommt. Yrsa schafft es einfach: diese leisen, irritierenden Momente, die einen kurz frösteln lassen. Nie übertrieben, nie Effekthascherei, sondern diese typisch nordische Art, in der das Übernatürliche als Möglichkeit einfach im Raum stehen darf.
Auch die Struktur des Romans mochte ich: die parallelen Handlungsstränge, die immer wieder aufeinander zulaufen, ohne dass man jemals den Faden verliert. Es gibt Wendungen, die ich früh erahnt habe, und andere, die mich auf den letzten Metern doch kalt erwischt haben. Vor allem das Ende hat mich überrascht – nicht, weil es einen Schockmoment liefert, sondern weil es in seiner Logik erschreckend plausibel wirkt. Genau die Art Auflösung, die einem erst mal durch den Kopf schießt und dann nachhallt.
Was mich zusätzlich gepackt hat, sind die kleinen Menschlichkeiten, die Yrsa immer wieder einbaut: Dóras alltägliche Momente, Probleme, Begegnungen. Nichts davon nimmt übermäßigen Raum ein, aber es erdet die Geschichte und hält die düstere Grundstimmung im Gleichgewicht. Der Humor ist typisch isländisch: trocken, knapp, fast beiläufig – und genau deshalb wirkungsvoll.
Wenn ich Feuernacht in die Reihe einordne, dann gehört es für mich zu den stärkeren Bänden. Vielleicht nicht ganz so brachial atmosphärisch wie Geisterfjord – aber dafür thematisch dichter, gesellschaftlich härter und erzählerisch subtiler. Es ist ein Buch, das weniger auf Schock setzt als auf das stille Entsetzen, das entsteht, wenn man erkennt, welche Abgründe hinter scheinbar „normalen“ Fassaden lauern. Und die Tatsache, dass ein junger Mann mit Down-Syndrom im Mittelpunkt steht, macht das Ganze noch so viel tragischer – und gleichzeitig umso wichtiger.
Unterm Strich ist Feuernacht für mich ein klug aufgebauter, intensiv erzählter Island-Krimi, der Spannung, gesellschaftliche Relevanz und eine Prise Mystery perfekt miteinander verbindet. Ein Buch, das man nicht einfach nach dem letzten Satz weglegt, sondern das einem noch ein paar Tage im Kopf bleibt – und das ist meistens das beste Zeichen.
- Samuel Koch
Rolle vorwärts
(6)Aktuelle Rezension von: GluehsternchenInhalt: Samuel Koch selbst liest/spricht sein Leben. Seine Gedanken. Sein Sein!
Meinung: Ich bin ziemlich begeistert.
Sowohl von diesem Leben, das so ein heftiges Auf und Ab ist, als auch von der Zuversicht, der Ehrlichkeit, der Menschlichkeit, dem trockenen Humor und dem Glauben, der ja doch auch eine wesentliche Rolle spielt.Man wird so klein und demütig, auch wenn ich Schmerzen auch kenne, täglich.... ist es für mich unvorstellbar mich nicht alleine zu bewegen geschweigedenn zu essen, zu leben...
Es ist schon ein grenzwertiges "Dasein", von dem ich auch nicht weiß, wie ich damit klar käme... dieses "gefangen im Betonklotz Körper" das klingt wahrlich erschreckend und das kann ich mir vorstellen. Das ist schlimm... und doch gibts wieder die schönen Momente. Die Listen. Die Freunde. Das Schauspielern.
Das Hörbuch ist echt toll und ich werde es weiterempfehlen!
Mit hat auch die Stimme sehr gut gefallen. Es war NIE langweilig, auch wenn es echt lang ist, wenn man da so zuhört, aber es war immer sehr kurzweilig.Die Themen sind auch super, manchmal hätte man sich noch mehr Tiefgang gewünscht, grad wo er die Mails vorliest, da denkt man: "Ja und? Wie ist es nun ausgegangen?" :D
Oder Sterbehilfe... schweres Thema, wichtiges Thema! Ja man könnte jetzt viel diskutieren. Ich fand es echt super und es hat wirklich Freude gemacht zuzuhören!
Definitiv auch beigetragen hat es, sich über das eigene Leben wieder mehr Gedanken zu machen, sich bewußter wahrzunehmen und das Leben wieder mehr zu schätzen! Man muß es sich nur immer wieder ins Gedächtnis rufen.Auch unsere 11 jährige Tochter hat gebannt mitgehört.
Mit 4 Cds ist es sehr lang, aber nie langweilig. Die ersten 3 Cds gehen um die 70 min und die 4. dann 45min.
Fazit: Spannend, toll, lehrreich, nachdenklich, witzig, immer wieder anrührend! Danke!
- Tanja Kollodzieyski
Ableismus
(2)Aktuelle Rezension von: Stoeckchens_buecherweltMittlerweile erhalten wir glücklicherweise immer mehr Literatur zum Thema Ableismus, auch wenn es noch lange nicht genug ist. Zu einer Zeit, in der ich kaum etwas an Literatur zu dem Thema gefunden habe und damit meine ich vor allem im deutschsprachigen Raum, stach einem zu dem Thema vor allem dieses Buch ins Auge. Mit diesem Buch hat Tanja K. Eine super Erklärung zum Thema Ableismus abgegeben und seine Folgen und Auswirkungen erklärt. Dabei geht sie auf verschiedene Bereiche wie internalisierter Ableismus, Medien, Vorurteile und Klischees, aber auch Individualität ein. Sie spricht dabei auch des Öfteren von sich. In 21 Seiten bekommt man einen tollen Überblick über das Thema und es bietet einen super Einstieg. Optimal finde ich es sogar, in Kombination mit dem Buch Angry Cripples – Stimmen behinderter Menschen gegen Ableismus zu lesen. So hat man nicht nur einen tollen Einstieg in den Begriff Ableismus und seine Bedeutung, sondern hört von tollen Autor*innen Erfahrungen, Meinungen und Einblicke in Kunstwerke. Diese Bücher ergänzen sich somit super und geben einen Einblick in Theorie und Praxis.
Nicht nur Bücher für Menschen mit Behinderung, sondern vor allem für Menschen, die keine Begegnungen mit behinderten Menschen haben, um ein Gefühl für Ableismus und ableistische Strukturen zu bekommen und offen für mehr Reflexion zu sein.
Denn Ableismus ist in unserem Denken und Handeln verankert und wir müssen es aktiv verlernen.
Dieses Buch beweist das Gegenteil. Literatur gibt es bereits und Menschen, die auch aufklären. Man muss ihnen nur folgen und ihnen zuhören.
- Sophie von Maltzahn
Liebe in Lourdes
(6)Aktuelle Rezension von: otegamiEine Wallfahrt nach Lourdes ist eine Herausforderung, noch dazu 24 Stunden in einem Zug voller geistig und körperlich eingeschränkter Kinder und voll verantwortlich für ein Kind! Die 39-jährige Kassandra führte bis jetzt ein total anderes Leben, sucht aber zum ersten Mal diese Herausforderung!
Und wie immer und überall: bei einer Ansammlung von Menschen menschelt es!
Mich begeisterte die messerscharfe Beobachtungsgabe der Autorin, mit der sie die verschiedenen Charaktere (teilweise bissig, teilweise zynisch und auch dazwischen immer wieder warmherzig) beschreibt! Interessant fand ich die Organisation der Wallfahrt und was Lourdes mit den einzelnen Menschen so macht!
Dieses Buch ist absolut nichts für Kirchen-Ablehnende! Wenn schon nicht gläubig, sollte der Leser wenigstens tolerant dem Glauben und der Kirche gegenüber stehen!
- Rainer Gross
Grafeneck: Krimi
(1)Aktuelle Rezension von: NelingDies ist eher ein tiefgründiges Buch über die Verbrechen der Nazidiktatur gegenüber Behinderte , als ein richtiger Krimi. Ein wichtiges Buch gegen das Vergessen, allerdings leider teilweise ein wenig langweilig. Auch der Sprecher las mir ein wenig zu eintönig vor. Trotzdem empfehlenswert, besonders für Jugendliche. - Lena Hach
Mission Hollercamp Band 1 - Der unheimliche Fremde
(80)Aktuelle Rezension von: mabuerele„...Einen Tag vor der Abfahrt zum Hollerkamp bekomme ich eine Nachricht von Jakub. Er ist natürlich schon längst auf dem Campingplatz angekommen. Emiiy sowieso…“
Leon freut sich auf die Ferien in der Campinganlage, zumal dieses Jahr seine große Schwester in einem eigenen Zelt schläft. So hat er mehr Platz.
Die Autorin hat eine spannendes Kinderbuch geschrieben. Der Schriftstil ist kindgerecht und gut verständlich. Leon erzählt die Geschichte selbst. Dazu gibt es ab und an Randbemerkungen seiner freunde.
Auf den Campingplatz gibt es einige merkwürdige Vorfälle. Leon, Jakub und Emily wollen herausfinden, wer dahinter steckt. Ist es der merkwürdige Fremde, der ab und an mit seinem Hund auftaucht und immer barfuß läuft?
Mia hat eine Auge auf ihren kleinen Bruder Leon. Der fragt sei zwar ab und an nach ihrer Meinung, möchte sie aber nicht immer dabei haben, wenn es angeblich gefährlich ist.
hat er keine guten Erinnerungen.
„...Meine Befürchtung ist, dass Charlotte unsere eingeschworenen Dreier-Crew durcheinanderbringt. Weil Charlotte echt alles durcheinanderbringt. Das ist so etwas wie ihr Superpower…“
Es geht um Freundschaft und Zusammenhalt, aber auch um den Kampf gegen Vorurteile.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.






