Bücher mit dem Tag "belgrad"

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40 Bücher

  1. Cover des Buches HERKUNFT (ISBN: 9783630874739)
    Saša Stanišić

    HERKUNFT

     (207)
    Aktuelle Rezension von: BrittaRoeder

    Wie fühlt es sich an, wenn man auf seine Herkunft reduziert wird? Auf etwas, worauf man überhaupt keinen Einfluss hat? 

    Stanišić hat in seinem autobiografisch-gefärbten Roman seine eigenen sehr persönlichen Erfahrungen niedergeschrieben. Er zeigt: Auch wenn Herkunft ein Zufall ist – so der zentrale Gedanke des Buches – bestimmt sie trotzdem unser Leben. Herkunft ist Familiengeschichte. Sie ist daher immer etwas sehr persönliches, sehr individuelles und  - wie am Beispiel der Großmutter gezeigt wird – sie ist am Ende sogar etwas Unauslöschliches. 

    Stanišić ‘ Ton wechselt zwischen humorvoll  und melancholisch, zwischen poetisch und flappsig. Oft scheint es als ob der Autor den Ereignissen rückblickend ihre Schärfe nehmen will. „Herkunft“ ist dadurch ein überraschend leises Buch geworden. Aber genau darin liegt seine große Klugheit. 

    Der Autor lässt sich erst gar nicht hineinziehen in die politische Diskussion um die Herkunftsfrage. Stattdessen entlarvt er den nationalistischen Ansatz, Herkunft zu definieren, per se als diskriminierend. Herkunft alleine geografisch oder religiös zu verorten, zeigt Stanišić, raubt den so in eine Kategorie eingeteilten Menschen das Recht auf ihre Individualität.

    Herkunft, das wird hier sehr eindringlich klar, ist niemals eine Frage der Politik. Diese Frage ist von grundsätzlich menschlicher Natur. Und so ist dieses unpolitische Buch irgendwie auch sehr politisch, einfach, weil es so menschlich ist.

  2. Cover des Buches Kinder des Judas (ISBN: 9783426637685)
    Markus Heitz

    Kinder des Judas

     (680)
    Aktuelle Rezension von: Michelly

    Die "Kinder des Judas" ist der Auftakt einer Vampir-Trilogie und alle drei Bücher gehören zum "Pakt der Dunkelheit". Die Kinder des Judas wird meines Wissens offiziell als Band 3 gehandelt des Paktes der Dunkelheit, ich habe allerdings die anderen Bände vorher nicht gelesen und ich hatte keine Probleme die Geschichte zu verstehen.

    Markus Heitz liefert uns hier einen soliden Vampir-Roman mit viel Spannung, Action und Blutvergießen. Mitunter sind die Szenen recht brutal, aber nicht niveaulos oder billig. Ein hochwertiger Vampirroman ohne den bekannten Kitsch, abwechslungsreich und mit einigen Tempowechseln in der Geschichte. Es gibt einen ordentlichen Spannungsbogen, was die Geschichte sehr kurzweilig macht.

    Die Protagonistin Sia ist sehr gut dargestellt, kann ich das Wort "authentisch" benutzen, obwohl sie eine Vampirin ist? Mir gefällt die Figur ausgesprochen gut, eine mitunter brutale Kämpferin mit sehr schön ausgearbeiteten menschlichen Zügen und überraschend viel Herzwärme. Auch die Figuren um Sia herum sind gut ausgearbeitet und gestalten so eine abwechslungsreiche und fesselnde Geschichte. Der Schreibstil ist locker und flüssig.

    Ich hatte bisher noch keines der Bücher von Markus Heitz gelesen, war aber so begeistert, das ich mir gleich Band 2 und 3 der Trilogie gekauft habe. Wer Vampire mag, dem kann ich den Roman nur ans Herz legen.

  3. Cover des Buches Tribunal (ISBN: 9783518465158)
    André Georgi

    Tribunal

     (76)
    Aktuelle Rezension von: eleisou
    Das Buch handelt um das Den-Haager-Kriegsverbrecher-Tribunal. Jasna Brandic, eine junge Sonderermittlerin, ermittelt für das Tribunal gegen Kriegsverbrecher im ehemaligen Jugoslawien. Als ihr Kronzeuge Jovan Oreskovic ermordet wird, ist sie verzweifelt denn sie hat es nicht geschafft den Verantwortlichen Kovac für seine Gräueltaten in Serbien von Gericht zu bringen. Denn leider hat Kovac viele Anhänger draußen die jeden Feind eliminieren. Kurz danach aber bietet sich ein weiterer Kronzeuge an und Jasna möchte diese Chance ergreifen. So kann sie ihren Fehler wieder gut zu machen und zu einer Verurteilung beitragen. Auf eigene Faust reist sie nach Belgrad um Kontakt aufzunehmen. Doch damit begibt sie sich in großer Gefahr. 
    Ein sehr realistischer Krimi in dem die Handlung schnell voran geht, ohne Zögern und ohne dass man ins Stocken gerät. Etwas zu kalt für meinem Geschmack war es schon teilweise und mir fehlte ein wenig Humor, Gefühl, eben eine kleine Mischung wie es öfters in Krimis auch vorkommt. Natürlich ist das Thema an sich sehr ernst und am Ende habe ich mitgefiebert od Jasna es letztendlich schafft ihm die gerechte Strafe zu geben. 
    Insgesamt wurde ich aber das Buch weiterempfehlen.
  4. Cover des Buches Nalas Welt (ISBN: 9783404617111)
    Dean Nicholson

    Nalas Welt

     (53)
    Aktuelle Rezension von: Lesewuermchen

    Das Buch ist in einem flüssigen Stil geschrieben und hat mich von der ersten Seite an begeistert. 

    Dean plant mit seinem Freund Ricky eine Reise um die Welt - per Fahrrad.

    Letztendlich ist Dean dann aber alleine unterwegs und trifft auf seiner Reise auf eine kleine Straßenkatze, die er nicht alleine zurücklassen möchte. Nala wird seine ständige Begleiterin, fährt in einer Tasche am Fahrrad mit oder auch teilweise auf seiner Schulter. Ganz hinreißend dazu fand ich die Fotos, die Dean, seine Katze und auch viele der Menschen zeigen, denen er im Laufe seiner Reise begegnet ist. Es gibt lustige und auch traurige Begebenheiten.

    Dean hat ein großes Herz. Nicht nur um Nala hat er sich gekümmert, auch zwei Hunde will er retten, spendet viel Geld, dass er durch seinen plötzlichen Ruhm, den er selbst kaum fassen kann, verdient.

    Ein außergewöhnliches Reiseteam auf einer ungewöhnlichen Reise - wundervoll erzählt. Ich kann das Buch aus vollem Herzen weiterempfehlen.


  5. Cover des Buches Sommernomaden (ISBN: 9783218010467)
    Marianne Jungmaier

    Sommernomaden

     (17)
    Aktuelle Rezension von: LiberteToujours
    Die Erzählerin hat nirgendwo eine Heimat. Was aber auch dazu führt, dass sie überall zuhause ist. Getrieben und rastlos jagt sie von einem Land ins nächste, auf der Suche nach irgendwas, von dem sie wahrscheinlich selbst nicht genau weiß, was das ist..


    Puh. Mir ist glaube ich schon lange keine Rezension so schwer gefallen. An einigen Stellen hatte ich das Gefühl, zwei verschiedene Bücher im selben Einband in der Hand zu halten - denn so fantastisch die eine Hälfte der Kapitel war, so langweilig und unnötig empfand ich die andere Hälfte.
    Das einzige was mich von dieser Vermutung abbringen konnte war der Schreibstil - denn der blieb durchgehend auf einem hohen Niveau, sehr bildhaft, ja fast ein bisschen poetisch. 

    Ich habe allerdings durchaus ein Muster feststellen können - denn ob mir ein Kapitel gefallen hat oder nicht hing selten von den Ländern und deren Beschreibungen ab. Darum geht es hier nämlich eigentlich auch nur am Rande. Viel mehr geht es um den Selbstfindungsversuch eines Menschen. Wir beobachten einen Weg.
    Gefallen hat er mir immer dann, wenn ich das Gefühl hatte etwas authentisches zu lesen. Wenn es mir so vorkam als hätte die Protagonistin sich endlich einmal eingestanden wie sie wirklich ist.
    Die Kapitel in denen sie auf Biegen und Brechen versucht hat, ihre Unabhängigkeit zur Schau zu stellen konnten mich hingegen nicht packen. Das erschien mir einfach zu gewollt - und eben auch nicht ganz wahr. Denn, wir können so frei sein, wie wir wollen. An irgendwas hängt unser aller Herz - und das ist doch auch eigentlich gut so.

    Auch das Ende ringt mir leider nur ein Zähneknirschen ab - zwar fand ich es schön, dass wir im selben Land enden, in dem wir begonnen haben (das macht die Sache wundervoll rund), allerdings fand ich es schade, dass so viele Fragen offen bleiben. Mir kam das Ende dann einfach einen Ticken zu plötzlich.

    Für mich also ein glatter Schuss in die Mitte - zum Teil Großartig und zum Teil eben gar nicht.
  6. Cover des Buches Durch Mauern gehen (ISBN: 9783630875002)
    Marina Abramović

    Durch Mauern gehen

     (16)
    Aktuelle Rezension von: CaroLiest
    Stark! Eine sehr motivierende Story von Marina Abramović . Sie ist eine tolle Frau, die ihren Weg geht. Sie hat Charisma, Willensstärke, Pathos. Sie erzählt grandios aus ihrem Leben.
  7. Cover des Buches Per Anhalter durch den Nahen Osten (ISBN: 9783959102452)
    Patrick Bambach

    Per Anhalter durch den Nahen Osten

     (15)
    Aktuelle Rezension von: BeiterSonja

    Das Cover gefällt mir.

    Am Anfang gibt es eine Karte, wo man als Leser die Reise mit verfolgen kann.

    Der Schreibstil ist im Tagebuch - Stil. Finde ich persönlich gut, daher hat man das Gefühl mit dabei zusein. Den Mut die Strecke komplett zu trampen und bei Leuten zu übernachten, welche ich nicht kenne - Couchsurfing - finde ich mutig. Gerade in gewissen Ecken auf der Strecke.


    Ich hätte gerne mehr erfahren über manche Orte bzw. von der Bevölkerung, Fotos fehlen auf jeden Fall. Das macht einen guten Reisebericht aus. Es gibt am Ende einige Fotos aber für einen Reisebericht zu wenig. 

  8. Cover des Buches Das Einstein-Mädchen (ISBN: 9783423213998)
    Philip Sington

    Das Einstein-Mädchen

     (135)
    Aktuelle Rezension von: Physsie

    Ich bin sofort in das Buch "Das Einstein-Mädchen" von Phillip Sington eingetaucht. Der Erzählstil ist flüssig und leicht zu lesen.

    Die Geschichte spielt in Berlin im Jahr 1932. Hauptschauplatz ist die psychiatrische Abteilung der Charité. Dr. Martin Kirsch, der dort als Psychiater tätig ist, ist verschwunden. Seine Verlobte macht sich auf die Suche nach ihm. In einer Rückblende wird seine Geschichte erzählt. Er wird behandelnder Arzt einer Frau, die in der Nähe von Albert Einsteins Sommerhaus fast nackt gefunden wurde. Sie leidet unter Amnesie und hatte nur einen Zettel mit einer Ankündigung eines Vortrags von A. Einstein dabei. Deshalb wird sie das Einstein-Mädchen genannt.

    Es wird eine ganze Menge über psychische Krankheiten, Vererbung, Rasse, usw. erzählt. Für meinen Geschmack etwas zu viel. Die darüber hinausgehende politische Situation wird nur soweit angesprochen, wie nötig, um die Atmosphäre zu beschreiben. Das gefällt mir sehr gut, es gibt schon genügend Bücher die sich mit Nazideutschland beschäftigen.

    Wie der Titel des Buches schon vermuten lässt, wird auch auf die physikalischen Theorien von A. Einstein eingegangen, allerdings nur sehr kurz und oberflächlich, genau richtig, um dem Roman das nötige Flair zu geben.

    Der Erzählstil zeichnet sich durch deutliche Sprünge zwischen den Erzählsträngen aus. Dies erzeugt Tempo und Spannung. Allerdings werden nicht alle zu Ende gebracht. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die ganze Geschichte nicht völlig durchdacht ist.

    Mein Fazit: Das Buch ist spannend und unterhaltsam. Reale Personen (Einstein, von Laue) und reale Begebenheiten werden mit Fiktion verknüpft. Dies macht die Geschichte lebendig, aber nicht zu anspruchsvoll. Als Lektüre zur Entspannung zu empfehlen!

  9. Cover des Buches Die guten Tage (ISBN: 9783552059115)
    Marko Dinic

    Die guten Tage

     (16)
    Aktuelle Rezension von: evaczyk

    In seinem Roman "Die guten Tage" setzt sich Marko Dinic ähnlich wie Buchpreisträger Sasa Stanisic mit "Herkunft" mit der jungen Generation aus dem ehemaligen Jugoslawien und ihrer Neuankunkft im Ausland auseinander. Die Erfahrung von Migration, von Heimatlosigkeit, von Exil - das eint beide Schriftsteller und beide Bücher. Ebenso die Rolle der Großmütter, die die Erzähler gewissermaßen in der verlorenen beziehungsweise verlassenen Heimat verankern, auch emotional, und deren Tod ein Einschnitt ganz besonderer Art ist.

    Es gibt aber auch ganz klare Unterschiede. Stanisic´s Ich-Erzähler hat seine bosnische Heimat als Kind verlassen, auf der Flucht vor dem Krieg, in dem auch die ethnische Zusammensetzung seiner Familie plötzlich gefährlich geworden war. Sein Buch handelt or allem vom Ankommen und den Erinnerungen an das verlorene Land, das es nicht mehr gibt. Dinic´s Erzähler ist ein junger Serbe, in einem Vorort Belgrads geboren und aufgewachsen. Als er, von den Freunden wegen seiner guten Deutschkenntnisse als "Svabo" verspottet, nach dem Abitur nach Wien aufbricht, ist das auch ein Bruch mit dem Vater, einem Beamten.

    Aus der Sicht des Erzählers ist der Mann, der sich vom Kommunisten und Tito-Anhänger zum serbischen Nationalisten wandelte ein Schreibtischtäter, die Onkel, innerlich und äußerlich versehrt aus dem Krieg zurückgekommen, sind in seinen Augen Verbrecher. Mit diesem Vater, diesen Onkeln, der Indoktrination nationaler Größe, wollte er nichts mehr zu tun haben. Und schon ohne den Krieg wäre es eine harte, archaische Welt gewesen, in der die Männer den Ton angaben, mit Worten oder Fäusten schlugen und die Frauen schweigen und gehorchen mussten. Dass er aus dieser Welt ausbrechen kann, verdankt der Erzähler der geliebten Großmutter, die ihm finanziell den Neustart in Wien ermöglicht und die Chance, ein "normaler Mensch" zu werden.

    Erst zu ihrer Beerdigung kehrt er zehn Jahre späte, eher widerwillig und an Bord eines "Gastarbeiterbusses" zurück nach Belgrad. Es ist das Jahr 2015, und während der Bus an der ungarischen Grenze steht, warten irgendwo im Dunkel der Nacht verzweifelte Menschen, eben diese Grenze in umgekehrter Richtung zu überqueren.. Dabei werden diejenigen, die im Bus sitzen, so beschrieben, als könnten auch Jahre in der Diaspora nicht das auslöschen, wovor der Erzähler aus Belgrad geradezu geflohen ist. Der Bus als Mikrokosmos männlichen Imponiergehabes, von Flüchen, Aggression und Alkohol - irgendwie gleicht er der Trostlosigkeit der Belgrader Vorstadt mit kiffenden, trinkenden und perspektivlosen Jugendlichen, aus der der Erzähler einst zu entkommen versuchte.

    Balkan-Folklore liegt diesem Buch fern. Dinic zeichnet das Bild einer wütenden, frustrierten Generation, die ihren Vätern nicht verzeihen kann, die eigentlich nur Niedergang erlebt. Düster, aber eindrucksvoll.

  10. Cover des Buches James Bond - Liebesgrüße aus Moskau (ISBN: 9783864250781)
    Ian Fleming

    James Bond - Liebesgrüße aus Moskau

     (24)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint
    Wieder besticht dieser Roman mit der unvergleichlichen Art Fleming's, Orte und Plätze sehr plastisch und genau zu beschreiben. So ist auch dieser 007-Roman eher wieder eine Reisebeschreibung (von London nach Istanbul und von dort zurück nach Paris mit dem legendären Orient-Express) denn ein Agentenroman. Die russische Agentin Romanowa bleibt ein farbloses Püppchen - kaum der Erwähnung wert... die Gegenspieler Rosa Klebb und Grant hingegen sind gut und bedrohlich gezeichnet. Die Verfilmung hält sich überraschenderweise sehr an Fleming's Erzählung. Die russische Geheimorganisation SMERSH will den britischen Geheimdienst durch einen grandiosen Skandal bloßstellen... um dies zu bewerkstelligen, wird eine junge Agentin unter dem Vorwand, sie habe ich in das Bild des Agenten James Bond verschaut und wolle von ihm in den Westen gerettet werden, mit einer legendären Dechiffriermaschine auf den Weg geschickt. Sehr interessant bei diesem Roman ist das offene Ende des Showdowns in Paris...
  11. Cover des Buches Die Villa am Rande der Zeit (ISBN: 9783423141123)
    Goran Petrovic

    Die Villa am Rande der Zeit

     (32)
    Aktuelle Rezension von: secretworldofbooks
    Deckblatt:


    Der Belgrader Student Adam erhält ein ungewöhnliches Angebot: Er soll ein Jahrzehnte zuvor erschienenes Buch umarbeiten. Ein scheinbar harmloser Auftrag. Doch bei der Lektüre macht Adam eine sonderbare Erfahrung: Unversehens findet er sich mitten in dem Roman wieder und begegnet anderen Lesern, die über dieselbe Gabe verfügen. Nicht alle haben ein unschuldiges Interesse an dem Buch. Als ein Mord geschieht, muss Adam sich entscheiden: Will er seinen Auftrag erfüllen oder verhindern, dass dieser imaginäre Zufluchtsort unwiederbringlich verloren geht?



    Inhalt:


    Um etwas Geld für seine Miete dazu verdienen zu können, nimmt der Student Adam einen Auftrag an der nicht so einfach scheint. Er soll ein Buch umschreiben . Als er anfängt  es zu lesen bemerkt er das sich etwas Merkwürdiges ereignet. Er kann in das Buch hinein und die Handlung in echt erleben. Fasziniert davon ,taucht er immer wieder und für längere Zeit in die Geschichte ein. Darunter leidet sein echtes Leben und er bekommt es nicht mit. Er fragt sich ob er diesen Auftrag überhaupt erledigen kann.


    Meinung:


    Neugierig auf diesen Roman machte mich die interessante Handlung, wer würde nicht in die Story eines Buches reinhüpfen können ,wenn er die Gelegenheit dazu hat. Auch fand ich das Cover mit der blauen Feder und dem Tintenfaß schön. Leider kam ich am Anfang nicht in die Geschichte rein. Das dauerte ein ganzes Stück, aber dann entfaltete sich auch bei mir der Zauber dieser Geschichte und ich wollte unbedingt weiter lesen.Schön fand ich auch die einzelnen Kapitel.

  12. Cover des Buches Mondherz (ISBN: 9783426508480)
    Christiane Spies

    Mondherz

     (58)
    Aktuelle Rezension von: ichundelaine
    Bei Mondherz darf man sich unter gar keinem Umstand vom eher kitschigen Cover abschrecken lassen, denn hinter diesem schlummert eine phantastisch gute Story mit toll ausgearbeiteten Charakteren und einer dicken Portion Spannung und eine Love-Story gibt es natürlich auch!

    Nach den ersten 50 Seiten wird Veronika, eine Edelfrau, bereits in einen Werwolf verwandelt, was mir erst mal ziemlich antiklimatisch vorkam, allerdings fängt die Geschichte auch dann erst richtig an. Veronika soll eine Prophezeiung erfüllen und die Werwölfe Gabor und Miklos sollen sicherstellen, dass sie dies auch tut. Allerdings ist Veronika mal so gar nicht das brave kleine Frauchen, sondern entwickelt sich im Laufe des Buches zu einer richtig mutigen Wölfin, die ihren eigenen Weg geht.

    Eingebettet ist die Geschichte in die Zeit der osmanischen Kriege und spielt im Ungarn und Serbien Mitte des 15. Jahrhunderts. Christiane Spies fängt diese Zeit wundervoll ein und malt mit ihren Worten bunte Bilder in die Köpfe der Leser. Es geht um den ungarischen König und seine Verbündeten, um Intrigen und Ränkeschmieden, um Werwölfe und einen Grafen Namens Vlad Draculea und obwohl das Buch mit 666 Seiten schon ein ziemlicher Brummer ist, gibt es keine Längen und das ganze liest sich geschmeidig in einem Stück runter.

    Was mir persönlich auch gut gefallen hat, ist der Umstand, dass die Liebesgeschichte nicht so krass im Vordergrund steht wie bei manch anderem Buch in diesem Genre. Wer also mal eine andere etwas anspruchsvollere Werwolf-Geschichte lesen möchte, macht mit Mondherz absolut gar nichts falsch!

  13. Cover des Buches Mord im Balkanexpress (ISBN: 9783709934425)
    Matthias Wittekindt

    Mord im Balkanexpress

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Sikal
    Der Krimi spielt im Jahr 1895, als es in der Donaumonarchie bereits zu brodeln beginnt. Da trägt natürlich ein Bombenattentat im Wiener Burgtheater nicht gerade zur Beruhigung bei. Zu Ehren des neuen Burgtheaterdirektors soll sogar Kaiser Franz Joseph erscheinen. Ein als Kellner getarnter Terrorist legt eine Bombe, mit der Seine Majestät getötet werden soll. Glück im Unglück für den Kaiser, dass er sich verspätet. Viele weitere Besucher der Feierlichkeiten haben weniger Glück und sind unter den Toten oder Verwundeten.

     

    Die berühmte Schauspielerin Christine Mayberger kommt mit einem Schock davon, während ihr Geliebter Albrecht – ein Cousin des deutschen Kaisers – von Berlin nach Wien eilt, um ihr zur Seite zu stehen. Doch Christine hat sich längst auf Details und Spuren der Attentäter eingeschossen und so finden sich Albrecht und seine Geliebte bald im Balkanexpress Richtung Belgrad, um die Anarchisten nicht aus den Augen zu verlieren. Doch auch die Geheimdienste bleiben nicht untätig und heften sich auf die Fersen – manches Mal weiß man nicht genau, wer denn nun wen gerade womit verdächtigt… Herrlich!

     

    Im Balkanexpress treffen nicht nur die Anarchisten, die Geheimdienste Österreichs und Serbiens aufeinander, sondern auch Impresario Tarasow und sein Assistent Fritz Matern scheinen äußerst verdächtig. Und welches Spiel spielt wohl Oberst Lazar? Werden die Geheimdienste einen weiteren Anschlag auf den Kaiser verhindern können oder stehen ganz andere Ziele im Vordergrund? Bevor es zu einem grandiosen Finale kommt, kann man mit Spannung den Bemühungen der einzelnen Charaktere folgen – und das Ganze nicht zu knapp.

     

    Die Autoren Matthias Wittekindt und Rainer Wittkamp haben einen spannenden Krimi geschrieben, der die Atmosphäre der Jahrhundertwende perfekt einfängt. Die altmodischen Gepflogenheiten, die taktischen Überlegungen der Geheimdienste, die erpresserischen Aktivitäten in den Bordellen oder auch den Hang zu pompöser Pracht.

     

    Ein schwungvoller Krimi zur Zeit Österreich-Ungarns mit viel Spannung und Atmosphäre, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

     

     

     

     

  14. Cover des Buches Pfingstrosenrot (ISBN: 9783257244038)
    Christian Schünemann

    Pfingstrosenrot

     (8)
    Aktuelle Rezension von: vanessabln
    In ihren zweiten Fall wird Milena Lukin durch ihren Onkel gezogen, der sich gerade im Krankenhaus erholt und dabei Unmengen an Essen herbeigeschafft bekommt. Die Fürsorglichkeit der Protagonistin, zusammen mit ihrer Entschlossenheit und dem Mut, ist immer wieder sympathisch und eine wunderbare Mischung. Ein altes serbisches Ehepaar ist im Kosovo ermordet worden, als es dorthin zurückgekehrt ist. Vorurteile flammen auf, gleichzeitig wird von den Zuständigen nicht viel ermittelt. Milena möchte gerne mehr über die Umstände erfahren, da ihr Onkel einst in die Frau verliebt gewesen war. Die verschiedenen Stränge haben mir gut gefallen, man erfährt viel über die einzelnen Personen, vom ehrgeizigen Politiker bis hin zu jungen Kellnern. Einen großen Raum nimmt auch in diesem Buch des Autorenpaares wieder die Geschichte des Landes bzw. der beteiligten Länder ein, bis hin in die komplizierte Gegenwart. Langweilig wird der Krimi trotzdem nicht, ganz im Gegenteil. Trotz der ernsten Thematik fand ich das Buch durchgehend spannend. Sicher gibt es so einige Zufälle, aber konstruiert wirkt es trotzdem nicht. Das Privatleben Milenas kam mir hier fast ein wenig zu kurz, aber sie hat ja auch wenig Zeit dafür. Ein spannender, ernster und anspruchsvoller Krimi ist es auf jeden Fall (selbst Schreibfehler sind nicht zu finden) und ich kann den dritten Teil kaum erwarten zu lesen.
  15. Cover des Buches Mutterland (ISBN: 9783518456040)
    David Albahari

    Mutterland

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Aldawen
    Der Ich-Erzähler, vor einigen Jahren aus seiner serbischen Heimat vor dem ausbrechenden Bürgerkrieg nach Kanada geflüchtet, greift dort zu einem Stapel Tonbänder, den er mitgebracht hat. Entstanden sind diese Bänder kurz nach dem Tod seines Vaters, und seine inzwischen gleichfalls verstorbene Mutter erzählt darauf ihr Leben. Das Abhören der Bänder trägt den Erzähler zum einen in seinen Erinnerungen zurück, zum anderen überlegt er ständig, wie er es literarisch verwerten kann und diskutiert dies auch regelmäßig mit seinem schriftstellernden Freund Donald. In der Auseinandersetzung mit dem Leben und den Ansichten seiner Mutter muß der Erzähler auch seine eigene Position definieren. Die Erinnerungen der Mutter wären sicher interessant gewesen, hätten sie einen bedeutenderen Anteil an diesem – wohl zumindest in Teilen autobiographischen – Roman. Leider unterbricht Albahari seine eigene Erzählung ständig mit zwei Dingen, die mich vor allem auch wegen der Häufigkeit ihres Vorkommens in diesem schmalen Band wirklich genervt haben. Da ist zum ersten sein Kokettieren mit dem Satz „Wenn ich doch nur schreiben könnte, dann ...“ – ja, wenn er so fest davon überzeugt ist, es nicht zu können, dann soll er es doch lassen rollen Zum zweiten waren es die permamenten Rückgriffe auf das, was sein Freund Donald wohl zu etwas sagt oder meint oder vielleicht auch nur meinen könnte. Ich glaube ohne weiteres, daß die Versetzung in ein anderes Land, durch die einem die Muttersprache und damit ein beträchtlicher Teil der Ausdrucksfähigkeit geraubt wird, nicht einfach ist, aber dieses Verhalten, fast in Form eines vorauseilenden Gehorsams bloß keine Meinung anzunehmen, die der Donalds widersprechen könnte, das ging mir doch zu weit. (Im übrigen habe ich auch spätestens nach der zweiten Erwähnung die Lage des Restaurants auf der Flußinsel, in dem er sich mit Donald trifft, hinreichend begriffen, eine weitere gefühlt dutzendfache Wiederholung war wirklich nicht nötig.) Durch diese „gestalterischen“ Mittel bleibt leider der serbische Teil der Erzählung weitestgehend auf der Strecke, die paar Schlaglichter, die die Tonbandaufnahmen der Mutter zu liefern vermögen, sind leider nicht mehr als eben das: Schlaglichter. Zusammenhänge, die die Geschichte dieser Region oder auch nur deren Auswirkungen auf eine normale Familie erhellen könnten, werden so nicht deutlich. Schade, hier wurde viel Potential verschenkt.
  16. Cover des Buches Die Kriege der Viktoria Savs: Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin (ISBN: 9783218009911)
    Frank Gerbert

    Die Kriege der Viktoria Savs: Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Anchesenamun
    Ich habe ja schon viele Bücher über den Zweiten Weltkrieg und die Nazizeit gelesen, aber über den Ersten Weltkrieg weiß ich ehrlich gesagt nicht sonderlich viel. Dass es damals auch so genannte "Heldenmädchen" gab, also Frauen, die als große Ausnahmen im Militärdienst dienten, obwohl dies nicht vorgesehen war, fand ich sehr spannend. Deshalb wollte ich die Geschichte von Viktoria Savs unbedingt lesen.

    Es gibt zahlreiche (historische) Zeitungsberichte über diese Frau, die damals zur Heldin hochstilisiert wurde, letztendlich aber eine umstrittene Figur auch unter Militärangehörigen blieb. Sowohl im Ersten als auch Zweiten Weltkrieg war sie aktiv und wurde dort für Propagandazwecke "missbraucht" - oder auch nicht, denn so wie es aussieht, hat die kampfbegeisterte Viktoria selbst all die Heldengeschichten um ihre Person nur zu gerne in Umlauf gebracht bzw. bestätigt.

    Nun ist also der Journalist Frank Gerbert auf Viktoria Savs Spuren gewandelt. Gleich im Vorwort kam für mich das überraschende Eingeständnis, dass Gerbert lediglich den Versuch vornehmen kann, ein Bild von Viktoria Savs zu zeichnen. Ich hatte eigentlich vermutet, dass er mehr gesicherte Informationen über diese Frau zu bieten hätte und hier mit einer fundierten Biographie aufwartet. Dem ist jedoch nicht so, und so sind die meisten Geschichten rund um die Savs mit Vorsicht zu genießen, in einigen Teilen gibt es auch widersprüchliche Überlieferungen. Es muss also meist bei Mutmaßungen bleiben, was ich sehr schade fand. Immerhin ist der Autor aber diesbezüglich ehrlich, so dass man gleich zu Beginn weiß, worauf man sich beim Lesen einlässt.

    Gerber rekonstruiert also anhand von Zeitungsberichten, erhaltenen Dokumenten, bereits vorhandenen Recherchearbeiten und Gesprächen mit Zeitzeugen Viktoria Savs Leben und ihren Charakter. Viele Überlieferungen bleiben hierbei umstritten und gehören in den Augen des Journalisten eher in das Reich der Mythen. So ist es zum Beispiel fraglich, ob Viktoria Savs wirklich als Soldatin an der Front gekämpft hat oder lediglich niedrige Aufgaben übernahm, für die durchaus auch Frauen eingesetzt werden konnten. So gibt es gar einen Leserbrief von anderen Soldaten, denen die Heroisierung ihrer "Kameradin" in den Zeitungen so sauer aufstößt, dass sie behaupten, ihr wurde der Fuß völlig unprätentiös bei einer Sprengung von Felsgestein abgerissen, als die Dame gerade auf dem Lokus weilte...

    Die Frau, die der Leser kennenlernt, ist doch eher unsympathischer Natur. Viktoria war ein "Tomboy", verhielt sich Zeit ihres Lebens wie ein Mann, hatte vermutlich auch eine lesbische Beziehung mit einer jüngeren Frau, die sie offiziell nach dem Zweiten Weltkrieg adoptierte. Ihre Halbschwester, mit der sie jedoch kaum etwas zu tun hat, beschreibt Viktoria als herrisch, egozentrisch und wenig liebenswert. Dem Vater folgt sie begeistert in den Krieg, sie möchte unbedingt gegen die Italiener kämpfen. Auch nach dem Unfall, bei dem Viktoria einen Fuß verlor, wollte sie sofort wieder zurück an die Front. Später dann ließ sie sich nur allzu gern von den Nationalsozialisten einspannen und arbeitete u. a. als Spionin gegen ihre eigene Heimat. Ein Bild zeigt sie mit hohen Funktionären der gefürchteten Waffen-SS. Spätestens hier werden wohl alle Sympathien für sie verpuffen. So bezeichnet Gerber sie denn auch im seinem Schlusswort als "ebenso faszinierendes wie abstoßendes politisch-psychologisches Unikum".

    Die ersten Kapitel fand ich noch etwas holprig, ich kam nicht so recht in den Schreibstil hinein. Das mag aber auch daran liegen, dass ich erstmal dem Buch gegenüber negativ eingestellt war, nachdem ich gelesen hatte, dass es lediglich auf Rekonstruktionen und Mutmaßungen basiert. Im Laufe des Buches fand ich jedoch immer mehr hinein, und dann ließ es sich auch flüssig und durchaus unterhaltsam lesen. Gerber hat keinen nüchtern-sachlichen Stil, sondern einen lockeren, ja mitunter humorigen Erzählstil, der das Buch recht kurzweilig gestaltete.

    Alles in allem wird dem Leser hier eine interessante, wenn auch nicht gerade sympathische Persönlichkeit vorgestellt, von der leider noch zu viele Fakten im Dunkeln liegen, so dass man sich zusammen mit dem Autor oft mit Spekulationen zufrieden geben muss.
  17. Cover des Buches Gypsy Blues (ISBN: 9783945133019)
    Eberhard Nembach

    Gypsy Blues

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Gulan
    Während er hinter Marija auf allen Vieren aus dem Karton wieder herauskroch, hörte er vor sich einen spitzen Schrei. Ein größerer Junge mit schmutzigen Händen hatte sich vor dem kleinen Mädchen aufgebaut und zog ihr farbloses Kleidchen nach oben. Markus drängelte sich an den beiden vorbei und sah jetzt ihren blassen und knochigen Mädchenkörper. Wortlos starrte Markus auf das Kind, dessen Kleid der Junge immer noch am Saum festhielt, Marijas helles Schimpfen und Schluchzen ignorierend. […]
    „Look!“, Ionel zeigte auf eine Stelle oberhalb der Hüfte, die spitz aus dem Mädchenkörper hervorstach.
    Eine feuerrote Narbe, lang und gerade, verlief senkrecht an ihrer Seite. (S.57)

    Journalist Markus Kampmann reist nach Belgrad, um dort über die Ermordung des Ministerpräsidenten Zoran Djindjic zu berichten. Dort erfährt er von einer Organmafia, die Romakinder als Organlager missbrauchen und sogar lebenswichtige Organe entnehmen. Zusammen mit der dänischen NGO-Mitarbeiterin Greta begibt er sich auf die Spur. Schnell wird klar, dass von den Sicherheitsbehörden keine Unterstützung zu erwarten ist. Stattdessen erhalten sie unerwartete Hilfe von konkurrierenden verbrecherischen Organisationen. Auf ihrer ersten Station in Rumänien begegnen sie dem kleinen Roma-Jungen Ionel. Kurz darauf verschwindet er spurlos und es beginnt eine fieberhafte Suche nach ihm durch Südosteuropa.

    Autor Eberhard Nembach ist hauptberuflich beim Hessischen Rundfunk tätig und war vorher Hörfunkkorrespondent für Südosteuropa. Er kennt also die Gegenden, von denen er schreibt und das macht das Buch durchaus interessant. Die Tour über den Balkan führt Markus Kampmann in informelle Roma-Siedlungen in Bukarest, in siebenbürgische Kleinstädte und moldawische Weinkeller. Manchmal hat man allerdings auch den Eindruck, dass alle Probleme Südosteuropas wenigstens einmal kurz vorkommen müssen. Das Tempo ist rasant, die Kapitel kurz und der Ton dem Thema angemessen rau und hart. Man kann allerdings nur hoffen, dass Nembach die journalistischen Aspekte dieses Buches maßlos überzeichnet. Denn wie Kampmann seinen Job interpretiert, ist teilweise haarsträubend. Ständig versucht er verschiedenen Redakteuren, weiteres Budget aus dem Kreuz zu leiern und liefert ohne Vorbereitung (aber scheinbar zufriedenstellend) irgendwelche Beiträge ab.

    Leider bleiben für mich die Figuren über das ganze Buch blass und oberflächlich. Selbst bei der Hauptfigur Markus Kampmann, dem latent ungeduldigen Journalisten, bleibt über weite Strecken unklar, warum er das alles macht. Will er einen journalistischen Coup, will er die Kinder, insbesondere den Jungen Ionel, retten oder will er solange wie möglich im Ausland bleiben, um seiner schwangeren Frau aus dem Weg zu gehen? Zudem wird die anfangs vielversprechende Geschichte am Ende ziemlich konfus und die Zufälle und Ungereimtheiten nehmen zu. Das Buch endet in einem Karl-May-reifen Showdown in den Bergen des Kosovo. Quasi alle Figuren tauchen nochmal auf und man fragt sich schon irgendwie: Wie sind die da jetzt alle hingekommen?

    Ein rasanter und spannender Roadtrip quer durch den Balkan mit einem interessanten Aufhängerthema. Leider blieben die Figuren ziemlich blass und irgendwann waren manche Wendungen aus meiner Sicht auch nicht mehr logisch. Hier hätte man mehr herausholen können.

  18. Cover des Buches Europas letzter Sommer (ISBN: 9783896671837)
    David Fromkin

    Europas letzter Sommer

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Liisa
    Historiker führen viele politische Entwicklungen des 20. Jahrhunderts auf den 1. Weltkrieg zurück. In der Schule wurde bei mir der 1. Weltkriege nur kurz gestreift, man konzentrierte sich viel stärker auf den 2. Weltkrieg und die Greuel Nazi-Deutschlands. Die ganz groben Fakten kannte ich natürlich, aber ich wollte mehr darüber erfahren, wie es überhaupt zum 1. Weltkrieg gekommen ist. Als dann das Buch "Europas letzter Sommer" des Geschichtsprofessors David Fromkin erschien, das sich genau mit dieser Fragestellung befasst, war klar, das sollte meine Lektüre werden. Das Buch ist geeignet, um sich einen grundsätzlichen Eindruck zu verschaffen und ist wohl einigermaßen auf der Höhe der modernen Forschung zu diesem Thema, allerdings eher mit dem Gewicht auf Forschungen aus dem englischsprachigen Raum. Wie gesagt, als Grundlagen-Lektüre durchaus geeignet und auch leicht verständlich geschrieben. Wirklich erschreckend fand ich, wie die Zeit vor dem 1. Weltkrieg beschrieben wird: "Die Jahre zwischen 1890 und 1910 waren, ähnlich wie heute, eine Zeit internationaler Kongresse und Abrüstungskonferenzen gewesen, in der Weltwirtschaft hatten Globalisierungstendenzen zunehmend an Bedeutung gewonnen, und man hatte sich bemüht, eine Art von Völkerbund zu schaffen, um Kriege zukünftig zu verhindern. Die Menschen erwarteten immer währenden Frieden und dauerhaften Wohlstand. Stattdessen wurde die europäische Welt urplötzlich aus den Fugen gerissen, brach in sich zusammen und versank für Jahrzehnte in Tyrannei, Krieg und Massenmord." Fromkin zeigt dann zwar, dass hinter den Kulissen längst Bestrebungen im Gange waren, die dann letztlich zum 1. Weltkrieg führten, aber für den normalen Bürger kam die Entwicklung tatsächlich wie aus heiterem Himmel. Mit Blick auf uns heute meint Fromkin abschließend, die "offenen" Gesellschaften der heutigen Zeit würden zweifellos bei einer vergleichbaren Entwicklung rechtzeitig Warnsignale wahrnehmen, so dass eine solche Überraschung wohl nicht mehr möglich wäre. Letztlich unverändert aber bleibt, dass Nationen und ihre Führungspolitiker hinter den Kulissen tätig sind und versuchen ihre Ansprüche und Macht zu wahren. Bis der normale Bürger etwas von Konflikten mitbekommt, weil sie offen zutage treten, ist häufig schon sehr viel vorausgegangen, was im Verborgenen geblieben ist. Das aber macht die Beurteilung und Einschätzung der aktuellen Situation genauso schwierig, wie es damals kurz vor und beim Ausbruch des 1. Weltkrieges war.
  19. Cover des Buches Sonnenfinsternis: Kriminalthriller (ISBN: 9783952394410)
    Daniel Moor

    Sonnenfinsternis: Kriminalthriller

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Der Gebrauch des Menschen (ISBN: 9783446268272)
    Aleksandar Tisma

    Der Gebrauch des Menschen

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Hallogen
    Grausam, brutal, unerträglich. Was der serbische Schriftsteller da schildert, ist keineswegs leichte Kost. Gezeigt wird das Leben dreier Personen im serbischen Novi Sad: Vera, die jüdische Frau, die im Zweiten Weltkrieg schlimmste Qualen erleiden muss und danach erneut zum Opfer wird, weil sie das Mitleid kaum ertragen kann. Sredoje, der serbische Sexsüchtige, der im Zweiten Weltkrieg zum Kollaborateur wird und dann eine ungewöhnliche Wandlung durchmacht, und die Deutschlehrerin Anna, die an ihrem Weltschmerz leidet, während in ihr eine echte Krankheit schlummert. Drei Schicksale, die nicht miteinander vergleichbar sind, drei Lebenswege, die sich kreuzen und wieder trennen. Und über allem schwebt ein ungewöhnliches Tagebuch. Ein sperriger Roman, aber äußerst durchdacht und geschickt konstruiert. Die Schrecken, die die einzelnen Personen erleiden, machen einem erneut klar, das die Schilderung eines Einzelfalls oft mehr aussagt, als Zahlenreihen von Opfern. Ein wichtiges und großes Buch, bei dem man mitdenken muss, um alles zu verstehen. Manche der Gewaltexzesse sind nichts für schwache Nerven, und nur mit dem Wort 'ekelhaft' zu beschreiben. Nur sind sie leider allesamt nah an der Wahrheit. Überzeugend ist vor allem die Figurenzeichnung, die keinerlei Schwarz-Weiß-Färberei zulässt. Hier gibt es schlicht keine Helden, und genau daraus entstehen starke Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten.
  21. Cover des Buches Das Genius Patent: Österreich Thriller (ISBN: 9783902784797)
  22. Cover des Buches Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution (ISBN: 9783518399224)
    Bora Ćosić

    Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution

     (17)
    Aktuelle Rezension von: LevMatroskin
    Hauptberuflich sind wir eine Familie. Kriege, faschistische Regime, Diktaturen fegen über das Land hinweg und können doch nicht in den Kern der Cosic-Familie vordringen, die ohne jeden Heldenmut allen Aggressionen trotz. Sich immer um die gleichen Fehler, Irrtümer und Gefühle kreisend, spielen sie während das Weltgeschehen an ihnen vorbei eilt, ihre ganz eigene Rolle, erzählt durch die schnellen Augen eines Kindes, das von einem Gedanken zum nächsten eilt.

  23. Cover des Buches Die Ohrfeige (ISBN: 9783423138444)
    David Albahari

    Die Ohrfeige

     (4)
    Aktuelle Rezension von: HeikeG
    Ein undurchschaubares Spiel - Wie eine Ohrfeige manchmal ein ganzes Leben verändern kann - "Über einige Dinge lohnt es sich nicht nachzudenken, oder man sollte nie aufhören, über sie nachzudenken.", so sinniert der namenlose Ich-Erzähler in David Albaharis fabelhaftem Roman "Die Ohrfeige". Und dieser Satz durchzieht latent metaphorisch alle Seiten dieses sehr tiefgründigen Buches. Eigentlich "war nichts Außergewöhnliches vorgekommen: eine Ohrfeige, ein nasser Strumpf, die Stille, die Verfolgungsjagd. Gemessen am Zustand der Welt waren das Bagatellen.", überlegt Albaharis Protagonist, ein eigenbrötlerischer Journalist, der, abgesehen von gelegentlichen Übersetzungen, kleine Essays und Kommentare für eine Wochenzeitung schreibt. Mit seinem Freund Marko trifft er sich regelmäßig, um zu kiffen und dabei über Gott und die Welt im Allgemeinen und die politische Situation des zerfallenen ehemaligen jugoslawischen Staates im Besonderen zu philosophieren. "Was ist das für eine Welt, in der so viele Menschen verloren gehen? Und wenn sie alle verloren sind, wer garantiert mir, dass nicht auch ich schon längst verloren bin?" Er grübelt über die Wirklichkeit, die Erinnerung, den Krieg, den politischen Terror und den Hass: "mein Zuhause [war] eine verdrehte Welt". Eine Beobachtung des jungen Serben am Ufer der Donau soll sein Leben von Grund auf verändern. An einem Sonntag im März 1998 wird er Zeuge einer Szene, die ihn sechs Jahre später, immer noch tief traumatisiert, veranlasst, diese Geschichte zu Papier zu bringen. Was war passiert? Ein Mann gibt einer jungen Frau urplötzlich, ohne jede Ankündigung, eine Ohrfeige. Die komplette Situation erschien ihm damals äußerst suspekt, ja geradezu grotesk. "Die Wucht der Ohrfeige, die Handbewegung, das Verhalten des Mädchens danach, die Art, wie sie taumelnd ins Wasser trat, nichts passte zueinander; es schien, als wäre etwas anderes abgemacht gewesen...". Er verfolgt die Frau, verliert sie jedoch aus den Augen. Doch plötzlich scheint Belgrad voller geheimnisvoller Zeichen zu sein, dessen Zusammenhang er herauszufinden versucht. Stehen sie gar mit diesem ominösen Erlebnis am Donauufer in Zusammenhang? Ominöse Zeichen, ein geheimnisvolles Manuskript Albahari strickt aus diesem Augenblick einen grandiosen Roman, voller tiefgründiger Selbstreflexionen, mystischer Verwicklungen und philosophischer Zwiegespräche, in einer Kulisse, die geradezu prädestiniert ist für derartige Verquickungen: Serbien zwischen den Jahren 1998 und 1999. Doch was hat es mit dem geheimnisvollen Manuskript auf sich, das der junge Mann erhält und welches ein Eigenleben zu entwickeln scheint, ständig seinen Text verändert, aber trotzdem immer wieder zu einer homogenen Einheit wird? Es enthält zum einen die Geschichte der jüdischen Gemeinde Belgrads, zum anderen ein Bündel kabbalistischer Texte und mystischer Lehren von Gut und Böse. Dieses Manuskript scheint wiederum mit anderen Dingen in seinem Leben im Zusammenhang zu stehen. Wurde er - ein Nichtjude - gar als Retter der Juden auserkoren? Alle Begebenheiten erweisen sich nach und nach als Teil eines großen, klebrigen Netzes, in das der junge Journalist offensichtlich bewusst eingebunden wird; in dessen Verstrickungen er sich jedoch zusehends verirrt und nicht mehr befreien kann. Dieses Netz symbolisiert den zunehmenden Nationalismus in seiner Heimat und ganz konkret die eskalierende Situation der Juden, Gräber werden geschändet, Ausstellungen jüdischer Künstler zerstört: ein beängstigender Antisemitismus, der sich während des Balkankriegs in Belgrad tatsächlich entwickelte. Zwiestreit zwischen Chaos und Ordnung David Albaharis anspruchsvoller Roman erzeugt einen magischen Sog, dem sich der Leser kaum entziehen kann. Er taucht ein in einen Text voller Bilder und Klänge, der fast losgelöst von der Sprache zu sein scheint und wird von seiner Mystik und seinen mannigfaltigen Andeutungen geradezu gefangen genommen. Beinahe mühelos wechselt der Autor zwischen realer und imaginärer, irrationaler Ebene, erzeugt "gespiegelte Spiegelungen im Wechselspiel von Licht und Dunkel". Er fordert den Leser heraus, die Gedanken von innen heraus zu beobachten. Analytisches Denken und Logik sind beim Lesen hier fehl am Platz. Chaos und Ordnung stehen ständig im Zwiestreit. Dieses Buch beginnt nicht wie andere Bücher mit Fragen, die am Ende beantwortet werden, sondern hier häufen sich die Fragen gegen Ende, und die Antworten sind überall verstreut. "Die Ohrfeige" ist keine geordnete Erzählung, in der die Stränge harmonisch angelegt sind, sondern "eher ein Abbild des Lebens, das immer chaotisch ist, da sich in ihm immer viel zu viele Dinge auf einmal ereignen.", meint sein Erzähler. Albahari versteht es großartig zu täuschen, auf eine Fährte zu locken, die sich an der nächsten Ecke wieder zu verlieren scheint oder in eine andere Richtung führt. Im selben Augenblick tauchen andere Nebenstränge auf, die scheinbar losgelöst nebeneinander herlaufen, im Endeffekt aber doch zu einem gemeinsamen Strang verflochten werden, der um das eigentliche Zentrum herumkreist und erst auf den letzten Seiten einen kulminierenden Höhepunkt erfährt. Ein ausgesprochenes Leseerlebnis Durchaus hilfreich ist es, sich die politische Situation der damaligen Zeit zu vergegenwärtigen. Das "Land war dabei auseinanderzufallen, Bombendrohungen hingen in der Luft wie überreifes Obst, Menschen zerbrachen, als wären sie aus Legosteinen zusammengesetzt, der Irrsinn war nahe daran, zum Normalzustand erklärt zu werden (…) Nie war die Wirklichkeit so weit von der Wirklichkeit entfernt wie in jenen Jahren in Belgrad, und noch nie hatte man so sehr darauf gepocht, dass dies die einzige Wirklichkeit sei.", stellt der Protagonist fest. Albahari ist es gelungen, das Wesen der Welt und des Lebens auf das Trefflichste zu beschreiben. "Beim Schreiben stehen unserer Phantasie alle Wege offen, die Wirklichkeit jedoch gewährt uns nur wenige Möglichkeiten und manchmal nicht einmal die.", so der Autor. "Die Ohrfeige" ist ein Abstrakt seiner ganz persönlichen politischen Verzweiflung, eine Geschichte vom Kampf zwischen Gut und Böse. Und so lässt er den verstörten Helden am Ende erkennen, dass "nicht [wir] Angst vor anderen [haben], sondern vor uns selbst oder genauer gesagt, wir fürchten die Veränderung, zu denen uns die Anwesendheit anderer verleiten könnte. (…) Um andere zu hassen, müssen wir zuerst uns selbst hassen wegen unserer Unzulänglichkeit oder Schwäche, derer Ursache wir nicht bei uns, sondern bei jemand anderem suchen, und zwar nicht bei irgendjemandem, sondern bei dem, der wegen seines Andersseins auffällt und - was noch wichtiger ist - zu schwach ist, um sich zu verstecken oder sich zu wehren." Fazit: "Die Ohrfeige" ist kein fröhliches, aber ein beklemmend eindringliches Buch. Es ist ein Ausflug in die Schattenwelt der Mystik, als Flucht vor dem, was die Welt und deren Wirklichkeit war/ist. Eine unbedingte Leseempfehlung an all diejenigen, die anspruchsvolle Literatur mögen, denn nicht zuletzt dank der großartigen Übersetzung aus dem Serbischen von Mirjana und Klaus Wittmann ist dieser Roman ein ausgesprochen tiefgründiges, überwältigendes, phantastisches Leseerlebnis.
  24. Cover des Buches Das Einstein-Mädchen (6 CDs) (ISBN: 9783898139489)
    Philip Sington

    Das Einstein-Mädchen (6 CDs)

     (8)
    Aktuelle Rezension von: mandalotti

    Die Geschichte hat mich nicht wirklich umgehauen. Ich fand es wenig spannend und hatte teilweise auch Probleme dran zu bleiben. 

    Auch das Ende fand ich dann etwas merkwürdig. 


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