Bücher mit dem Tag "beobachtungen"
21 Bücher
- Michael Nast
Generation Beziehungsunfähig
(108)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeEin unbequemes Buch, denn es regt zum Nachdenken und Reflektieren an. Ja, es ist nicht alles nett und schön, was der Autor hier von sich gibt. Ich bin auch nicht mit allem einverstanden, aber ich fand es dennoch kurzweilig und unterhaltsam und für mich persönlich enthält es auch einige Wahrheiten.
12.01.2026
- A. J. Finn
The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?
(311)Aktuelle Rezension von: Vivien_tsIn diesem Thriller lebt Anna seit einem Jahr in einem Haus ohne es verlassen zu haben. Dabei beobachtet sie aus ihrem Fenster heraus ihre Nachbarn bis sie an einem Tag Zeuge eines Verbrechens wird.
Als ich dieses Buch begonnen habe, ist es mir zuerst sehr schwer gefallen reinzukommen. Der Schreibstil war für den Anfang etwas kompliziert, doch wenn man erstmal die Handlung verstanden hat, war die Geschichte flüssig zu lesen. Deswegen fand ich es auch nicht schlimm, dass die Spannung erst circa nach 200 Seiten begann. So konnte man es besser nachempfinden. Was ich jedoch als sehr schade empfand, war, dass man auch erst ab diesem Punkt in der Geschichte Dinge erfahren hat, die nicht schon auf dem Klappentext zu finden waren.
Ab circa der Hälfte des Buches konnte ich es jedoch nicht mehr aus der Hand legen. Ich wäre niemals auf diesen Ausgang der Geschichte gekommen, vor allem weil man so lange nicht weiß, was man glauben kann und was nicht.
Auf jeden Fall eine Empfehlung von mir. - Andreas Tjernshaugen
Das verborgene Leben der Meisen
(38)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerTjernshaugen hat mit diesem Buch ein wunderbare Hommage an die kleinen wunderbaren Meisen geschrieben. Seine Beobachtungen und seine Auffassungsgabe lassen einen als Leser wunderbar abtauchen. Er beschreibt aber auch viele Hintergünde die es Wert sind, sie sich durchzulesen. Auch wenn er dabei nichts schönt, zeigt es,das wir Menschen einfach zu viel in die Natur eingreifen und zerstören. Seine Landschaftsbeschreibungen und die Beobachtungen daraus, lassen dieses Buch unheimlich luftig wirken. Es ist auch mal in Ordnung wenn man es für 3-4 Tage mal nicht liest sondern dabei die Aufmerksamkeit den Vögeln im Garten widmet. Seine Beobachtungsweise bringt einem als Leser so viele Details wieder, das man sofort zwischen männlicher und weiblicher Kohlmeise unterscheiden kann. Tjernshaugen wirkt bei keinem Satz belehrend oder nüchtern, ganz im Gegenteil. Er weiß den Leser zu fesseln und mit seinen privaten Erzählungen wirkt er wie der Nachbar von nebenan. Sehr schön und wichtig zu erwähnen sind die Fotos/Zeichnungen im Buch. Davon hätten es auch gern mehr sein dürfen. Was mir ebenfalls noch sehr gut gefallen hat ist die Haptik des gesamten Buches. Es ist mal ganz anders als die anderen Bücher. Der Verlag hat einen ganz einfach Pappeinband gewählt, der eben sehr natürlich und dennoch wertig wirkt. Was für viele vielleicht billig aussieht, ist aber ökologisch ein toller Schritt in der Buchindustrie. Dieses Buch hat mir unheimlich viel und noch mehr Details über die wunderschönen kleinen, quirligen Meisen beschert. Jede ist bei mir und in meinem Garten mehr als willkommen und ich werde noch mehr dafür tun als ohnehin schon, dass sie sich richtig wohl fühlen. Dieses Buch ist einfach nur empfehlenswert! - David Jackson
Der Bewohner
(104)Aktuelle Rezension von: ReadAndTravelThomas Brogan ist Serienkiller. Auf der Flucht vor der Polizei findet er Unterschlupf in einem unbewohnten Reihenhaus. Und ungeahnte Möglichkeiten eröffnen sich ihm: Denn die Dachböden der Häuserzeile sind miteinander verbunden. Brogan «besucht» die anderen Häuser, klaut Essen und erfährt intimste Geheimnisse. Die schöne Colette hat es ihm besonders angetan: Er will alles über sie herausfinden, er muss sie besitzen, sie seinem Willen unterwerfen – und sie töten. Doch nicht nur, dass in Brogans Kopf zwei Seelen streiten - auch will Colette lieber am Leben bleiben.
Der Bewohner hat mich insgesamt gut unterhalten. Die Idee rund um den Mörder auf dem Dachboden fand ich besonders spannend und genau das hat mich auch am Ball gehalten. Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht zu lesen – perfekt, um ohne große Anstrengung in die Geschichte einzutauchen.
Die Charaktere waren interessant angelegt, auch wenn sie mich nicht komplett umgehauen haben. Insgesamt ist das Buch eher „nett für zwischendurch“ als ein absolutes Highlight, aber definitiv solide Spannung für Krimi-Fans.
⭐️ 3,5 von 5 Sterne
Ein gutes Buch für ein paar spannende Lesestunden, auch wenn es nichts völlig Besonderes ist.
- Hengameh Yaghoobifarah
Habibitus
(8)Aktuelle Rezension von: reneeHengameh Yaghoobifarah versammelt in diesem Buch Kolumnen, die in der taz und auch im Missy Magazine von 2016 bis 2022 erschienen sind. Und diese Kolumnen sind recht bissig gelungen.
Habibi und Habitus. Ein Liebling und das Erscheinungsbild also. Eine Mischung desgleichen. Nun zum Liebling macht sich Yaghoobifarah mit diesen Kolumnen sicher nicht. Aber genau dies ist sicher auch eine Intention und sicher gewünscht.
Denn Yaghoobifarah blickt sehr zynisch und sarkastisch auf unser Land, auf unser Sein und nimmt uns damit einerseits in die Pflicht der Reflexion. Andererseits will Yaghoobifarah auch treffen. Und das gelingt mühelos.
Denn unser patriarchales System und unsere Gesellschaft, die oft mühelos und damit sehr befremdlich rechtsextremes Gedankengut in ihrem Denken, in ihrem Sein transportiert und damit wenig Aufschreie auslöst, wirkt sicher für Außenstehende und Zureisende gespenstisch und bedrohlich. Denn dieses 30er/40er Gespenst ist immer noch da, zeigt sich gerade jetzt wieder in seiner ganzen Macht. Ebenso wie unser patriarchales System weiterhin die Macht einseitig verteilt lässt und sich die Macht nicht aus den Händen reißen lassen will und damit neues Denken ständig durch alte Strukturen blockiert wird.
Was denken da Neuankömmlinge? In den Kolumnen kann man einen Teil dieses Denkens erahnen, erlesen. Wie gesagt einen Teil. Denn hier spielt auch wieder der Begriff Habitus eine Rolle. Denn jede Betrachtung einer Person entspringt ihrer jeweiligen Sozialisation, ihrer Stellung in der Gesellschaft. Und somit ist Hengamehs Blick nicht nur ein Blick aus einer anderen Welt, sondern auch ein Blick aus der LGBTQIA+ Perspektive. Was interessant ist. Denn auch da gebärdet sich unser patriarchales System ja recht bedenklich. Obwohl es Verbesserungen gibt, möchte die alte konservative Welt diese Verbesserungen am liebsten einstampfen. Unser Onkel Friederich und seine Kumpanen werden dies auch schaffen, so meine Meinung, denn diese konservativen Strukturen ziehen sich durchs ganze Land und bekommen demnächst sicher wieder mehr Macht, durch ihre allseitig existente Polemik, die leider für viele nicht durchschaubar ist und der sie leider vermehrt aufsitzen. Leider!
Von daher ist Hengamehs Buch, die Kolumnen darin, sehr wichtig und braucht Aufmerksamkeit. Denn die allerorten grassierende Dummheit kann man nur mit Informationen und Wissen, dem Sichtbarmachen bekämpfen, wenn dies denn gesehen wird.
Nun hat dieses Buch aber auch einige Stachel, die sich beim Lesen in das Fleisch des Lesenden bohren, sicher gewollt in seiner ungestümen Boshaftigkeit. Ich sage nur Sauberkeit nach dem Rückkehren von gewissen Örtlichkeiten. Dennoch fließt hier auch ein gewisser Humor mit rein. Was für manche unserer Zeitgenossen sicher schwer zu erkennen ist, denn der Humor ist bei uns rar gesät.
Aber auch Hengameh verrät, dass einige der Kolumnen heute sicher anders ausfallen würden. Ja, die Kraft der Reflexion halt. Was in den jungen Jahren und den damit verbundenen hehren Zielen in einer gewissen Schwarz-Weiß-Denke ausfällt, wird mit den Jahren grauer. Ich weiß!
Doch die Betrachtungen in den Kolumnen der Jahre 2016 bis 2022 haben nicht an Bedeutsamkeit verloren, denn unsere patriarchale Welt existiert weiter, unsere Betrachtung der Menschen und ihre jeweilige Benotung in ihrer Wichtigkeit fürs System sind weiterhin existent, unser Sexismus und die damit einhergehende Bewertung der Geschlechter ist weiterhin existent, unsere Betrachtungen dem Andersartigen gegenüber haben sich oft von damaligen Gedanken nur wenig entfernt. Es liegt noch viel Arbeit vor uns unsere Welt bunt und tolerant zu gestalten und Hengamehs Texte sind ein wichtiger Faktor in dieser Arbeit. Lesen!
- Alexander Oetker
Sonntags am Strand
(42)Aktuelle Rezension von: luckytimmiDer Witwer Enzo bewacht und bewirtet einen Strandabschnitt am ital. Meer. Wie jeden Sonntag kommen verschiedene Familien/Paare mit ihren verschiedenen Problemen zu ihm und wollen einen Schirm, eine Liege, etwas zu Essen oder Trinken und manchmal auch ein offenes Ohr. Da gibt es einen wortkargen älteren Mann, dem 1-2 Gläser Wein reichen, eine gestresste Familie mit 3 Kindern, ein Paar, das sich wenig einig ist und ein Mädchen. Nur die ältere Frau, die sonst jeden Sonntag ebenfalls am Strand ist, fehlt…
Dieses dünne Buch liest sich wirklich schnell. Die Geschichte an sich ist wenig aufregend und ein klein bisschen utopisch (z.B. sagt ein „fremdes“ Mädchen einem Paar die Meinung…), aber eine perfekte leichte Strandlektüre. Die Kapitel sind recht kurz und tragen immer die Überschrift eines der Menschen, um die es in der Geschichte geht…
- Ada Dorian
Die Zähmung der Tiere
(6)Aktuelle Rezension von: yellowdogDie Zähmung der Tiere ist ein neuer Roman von Ada Dorian, die mit ihrem Erstling Die betrunkenen Bäume aufgefallen war und das neue Buch zeigt deutlich eine literarische Weiterentwicklung. Die Zähmung der Tiere thematisiert die Türkei und den momentanen Zustand dort nach dem Putsch. Es ist ein komplexer roman mit vielen Figuren, die kapitelweise wechseln. Nicht allen Figuren kommt man als Lesre nahe, wenn sei nur kurz auftreten, aber alle tragen mit ihren Eindrücken dazu bei, ein umfassendes Bild der Türkei zu zeigen.Im Mittelpunkt unter anderen ein Mann, dessen Schwester am Tag des Putsches verschwunden ist, vermutlich verhaftet. Dann gibt es noch eine Modedesignerin, die in der Türkei fertigen lässt und eine Frau, die jedes Jahr in die Türkei in Urlaub fuhr und jetzt enttäuscht andere Ziele sucht, udn tatsächlich neue Perspektiven findet.
Ada Dorian geht sorgfältig vor, um ein realistisches Bild der Türkei zu zeigen, unvoreingenommen, aber in aller Deutlichkeit.
Es ist ein ernstes Buch, dass die Sehnsucht der Menschen zeigt, aber wenig Hoffnung gibt. - Edith Holden
The Country Diary of an Edwardian Lady
(3)Aktuelle Rezension von: SchlehenfeeIm Jahr 1908 führte Edith Holden ein Naturtagebuch, in dem sie Wetter, Pflanzen und vor allem Vögel notierte, die sie in ihrem Garten in Warwickshire oder bei Reisen nach Devon und Schottland beobachtet hatte. Die Künstlerin zeichnete dazu viele dieser Pflanzen und Tiere und fügte für jeden Monat Bauernregeln, Gedichte oder andere kleine Verse hinzu. Das Tagebuch wurde jahrzehntelang als Familienschatz aufbewahrt, bevor es in den 1970er Jahren veröffentlicht wurde (in Deutschland unter dem Titel „Vom Glück, mit der Natur zu leben“).
Ich wurde ein wenig traurig beim Lesen, weil mir bewusst wurde, wie viel von dieser Blumen-, Insekten- und Vogelvielfalt wir Menschen durch unsere Profitgier in den letzten einhundert Jahren zerstört haben.
Von dieser Tatsache abgesehen, ist das „Country Diary“ auch ein schönes Buch, um einfach nur zu Schmökern, kleine Passagen zu lesen oder sich nur die Bilder anzusehen. Ich finde es wunderschön! - Paolo Rumiz
Der Leuchtturm
(6)Aktuelle Rezension von: EleonoraPaolo Rumiz hat sich ein ungewöhnliches Reiseziel ausgesucht: 3 Wochen verbringt er auf einer abgelegenen Leuchtturminsel im Mittelmeer. Schon zuvor hat er einige andere einsame und abgeschiedene Türme besucht, aber ganze 3 Wochen fast völlig abgeschnitten zu sein von der Zivilisation ohne Fernseher, Radio, Internet und Telefon ist auch für ihn etwas Neues. Es gibt so gut wie nichts auf der salamanderförmigen Insel mit dem Turm ganz oben auf den Klippen. Sie ist jeglichen Naturgewalten ausgesetzt. Starke Mittelmeerwinde rütteln ihn Nachts aus dem Schlaf, Geräusche, die er noch nie zuvor gehört hat lassen ihn erschaudern. Die einzige menschliche Gesellschaft die er hat sind die Wärter. Sie essen zusammen und verstehen sich. Rumiz jedoch hält sich zurück, möchte sie nicht stören in ihrem natürlichen Habitat und beobachtet lieber, wie sie ihrer Arbeit nachgehen. Er beobachtet auch den einäugigen Esel und das einzige Huhn auf der Insel, sowie die vielen Möwen, die um den Turm auf der Inselspitze kreisen. Die Abgeschiedenheit bringt ihn ins Grübeln über viele Dinge und als er nach 3 Wochen die Insel wieder verlässt kommt er sich auf dem Festland fast vor wie ein Fremder📖
,,Der Leuchtturm" ist ein sehr ruhiges Buch. Wer hier ein spannendes Inselabenteuer erwartet wird enttäuscht werden. Man verfolgt hauptsächlich Paolo Rumiz Gedanken. Er erzählt von seinen Reisen zu anderen Leuchttürmen, von der Geschichte, der Wichtigkeit und Schönheit der Türme, von den verschiedenen Mittelmeerwinden, die er auf der Insel spürt, von den Sternenbilder, die er noch nie so klar zuvor gesehen hat, von der Überfischung der Meere und von griechischer Mythologie. Er beschreibt seine Insel genau, die Arbeit der Leuchtturmwärter allerdings eher vage. Gerne hätte ich hier noch etwas mehr erfahren. Die Zeit auf der Insel führt ihn zurück zum Wesentlichen, zum Wertschätzen von Dingen und alten Ritualen, zu Gesten der Bescheidenheit und Freundlichkeit, denn dieser Ort liegt so abgelegen, dass man sparsam und entgegenkommend sein muss. Schnelle Hilfe ist nicht gegeben und man muss mit den wenigen Menschen um einen herum auskommen.
Er ist erzürnt und gleichzeitig traurig darüber, wie wir Menschen das Meer behandeln. Wie diese wunderschöne Unterwasserwelt mit all ihrer Vielfalt behandelt wird (,,vielleicht würden wir begreifen, wenn die Fische in den Netzen schrien"), dass wir Menschen offenbar nicht dazulernen und uns unsere Gier wichtiger scheint als der Schutz dieses Biotops. Eine Freundin sagte ihm: ,,Wir Meeresbiologen bräuchten einen Dichter, der berichtet, was da unten los ist, und der in der Lage ist, die Sehnsucht nach jener Zeit zu entzünden, als das Meer noch Meer war."
Ich brauchte eine Zeit um mich wirklich auf das Buch einzulassen. Es hatte zwar nur 160 Seiten, jedoch lasen die sich nicht so schnell weg. Ich hatte das Gefühle ich war selbst auf dieser Insel, diesen einsamen abgelegen Ort mitten im Meer. Es war eine Erfahrung mich durch dieses Buch dorthin versetzt zu fühlen. Im Übrigen hat Rumiz mit keinem Wort erwähnt wie seine Insel hieß und wo sie exakt lag. Er wollte sie dadurch schützen. Aber natürlich konnte man es trotzdem herausfinden, jedoch werde auch ich es hier nicht verraten.
Wer sich auf diese ruhige (Gedanken-) Reise zu einem leuchtenden Punkt mitten im Meer einlassen kann, dem wird es gefallen.
- Andreas Moster
Kleine Paläste
(43)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDer Roman hat mich sehr begeistert, klug und vielschichtig.
1986 Familie Holtz und Familie Dreyer sind Nachbarn. Man kennt sich aber für eine engere Verbindung ist Familie Holtz zu perfekt und Familie Dreyer im Gegenzug etwas zu gewöhnlich. Die Kinder Hanno und Susanne verbindet eine Freundschaft und sie verbringen viel Zeit miteinander. Nach einer großen Feier von Familie Holtz verändert sich auf einmal so einiges. Susanne zieht sich zurück und Hanno geht weg.
2018 Hanno kehrt zurück um sich um seinen Vater zu kümmern. Die Mutter ist verstorben und der Vater sitzt im Rollstuhl und leidet an Demenz. Hanno ist zunehmend überfordert und sehr froh als Susanne aus dem Nachbarhaus ihre Hilfe anbietet. Susanne lebt immer noch im Haus ihrer Eltern, hier sind beide schon verstorben, sie geht kaum raus und beobachtet das Familienleben der Familie Holtz mit einem Fernglas. So ist sie bestens vertraut mit ihren Gewohnheiten und kann bei der Pflege des Vaters unterstützen.
Der Roman erzählt von schwierigen Familienkonstellationen, Schuldgefühlen, Sprachlosigkeit, vom Neid unter Nachbarn, Konflikten unter Generationen untereinander und dem Anspruch immer nach Außen perfekt scheinen zu müssen.
Vielschichtige Story, großartig erzählt, einfach ein ganz wunderbarer Roman.
Ganz große Empfehlung!
- Caroline Eriksson
Die Beobachterin
(57)Aktuelle Rezension von: PrinzesschnNach der Trennung von ihrem Mann möchte Elena von vorn anfangen und mietet in einer schwedischen Kleinstadt ein Häuschen. Die Tage sind voller Trauer, das Haus jedoch ist leer. Sie verlässt dieses kaum, findet sich in einer minder schweren Depression wieder und meidet den einzigen Kontakt, den sie zur Außenwelt hat fast komplett. Ablenkung findet sie darin, ihre Nachbarn im Haus gegenüber zu beobachten. Scheinbar eine ganz normale Familie. Bis sie eines Tages etwas Seltsames beobachtet. Eine ungewöhnliche Obsession entwickelt sich und ehe sie es sich versieht, ist Elena besessen und steckt ihre eigenen Bedürfnisse fast vollkommen zurück. Nur, um die Familie im Haus gegenüber zu beobachten. Wenn sie sich dabei nicht selbst in Gefahr bringt.
Die Geschichte ist nicht neu und je mehr ich von dieser Sorte lese, umso mehr habe ich das Gefühl, muss sich die Handlung anstrengen, um rauszustechen. Das tat sie in diesem Fall jedoch nicht. Weder durch besondere Erzählmomente, eine ausgefuchste Protagonistin oder besondere Spannungselemente. Ich würde sogar sagen, dass das Buch das schwächste seiner Art ist und mich eher verstört (nicht im guten Sinne) zurückgelassen hat.
Ich wurde nicht warm mit den Charakteren. Weder mit Elena, für die ich keinerlei Sympathie aufbringen konnte, da sie so irrational handelte, dass ich in keiner einzigen Situation hätte mitfühlen oder geschweige denn nachvollziehen hätte können, was in ihr vor sich geht. Sie stößt der einzigen Person vor den Kopf, der offensichtlich noch etwas an ihr liegt, ihrer Schwester. Auch die ist seltsam distanziert, nicht unbedingt eine Sympathieträgerin, also auch hier niemand, auf den man bauen kann.
Ebenso der Nachbarsjunge, der am Anfang Potenzial zeigt, im weiteren Verlauf aber immer seltsamer wird, wurde von meiner Liste gestrichen.Ich kann leider nicht genau festmachen, was mich am Schreibstil daran hinderte, ihn als leicht und flüssig wahrzunehmen. Ich vermute jedoch, dass es die gekünstelte Ich-Perspektive ist, die nichts mit der locker, leichten Ich-Perspektive der üblichen Geschichten zu tun hat. Das mag aber auch an der Übersetzung gelegen haben. Eventuell lag es aber auch am Detailgrad, der an vielen Stellen einfach zu explizit gewesen ist und dadurch so ausschweifend gewesen ist, dass ich abschweifte.
Sicherlich ein solider Thriller für Menschen, die mit dem Schreibstil und den Charakteren warm werden, ich wurde es leider nicht. Schade.
- Alexander Oetker
Stille Nacht im Schnee
(44)Aktuelle Rezension von: Brigitte_SpalinkPünktlich zum Fest trifft sich die ganze Familie und pünktlich zum Fest fängt es an zu schneien. Da sie sich in einer Almhütte treffen und Käsefondue essen wollen ist das Wetter sehr passend.
Ein herrlicher Familienroman der Spaß macht. Nach und nach trifft die ganze Familie ein und wie das Weihnachten so ist, passt nicht jedem alles. Es wird diskutiert, gestritten und es wird am Essen rumgemeckert. Auch die Enkelkinder sind nicht immer leicht zufrieden zu stellen. Ich glaube, der ein oder andere wird sich in diesem Buch wieder finden. Alexander Oetker erzählt hier wunderbar wie es Heilig Abend bei so mancher Familie laufen könnte. Durch seinen gekonnten Schreibstil habe ich das Buch an einem Nachmittag gelesen. Bei einigen Szenen musste ich richtig schmunzeln. Aber sie bringen die Zeit gut über die Bühne bis die Bombe platzt. Und diese Neuigkeit ist nicht ohne. Das Buch ist wunderbar, aber es macht auch nachdenklich. Ich hatte vergnügliche Lesestunden und es passt wunderbar in die Weihnachtszeit.
- Hanns-Josef Ortheil
Paris, links der Seine
(6)Aktuelle Rezension von: ArbutusEin niveauvolles, beschauliches Buch, in kleinen Dosen genossen, hat etwas von einem ... Feinkostladen.
Es ist schon etwas anderes, einfach durch diese Straßen zu streifen und Cafés und Galerien wahrzunehmen. Oder einzutauchen in deren Atmosphäre, die kulturellen und gesellschaftlichen Strömungen, deren Geist sozusagen in diesen Vierteln weht. Hanns-Josef Ortheil hat dies mit den beiden Vierteln St.-Germain-des-Prés und Quartier Latin getan, viel mehr, zelebriert. Herausgekommen ist dabei ein erlesener Führer durch Pariser Feinkostläden und Spezialitätenrestaurants. Stets angereichert mit einer Prise Literatur. Oder einer Filmszene. Oder interessantem Hintergrundwissen über einstige Künstler- und Literatentreffs. Es ist kein Roman, auch kein aufsehenerregender Erlebnisbericht. Ortheil führt uns einfach behutsam, in seiner einnehmenden Schreibweise, von Straße zu Straße, von Platz zu Platz, von Szene-Buchladen zu geschichtsträchtigem Café. Und doch ist es alles ganz dicht, ganz intensiv. Der Autor flaniert nicht nur durch die Straßen, er geht auch in die École des Beaux Arts hinein und unterhält sich mit den Studenten, lässt sich von einer jungen Kunststudentin in ein Szenebistro ausführen und einzelne Stadtimpressionen erläutern. So entsteht immer wieder nicht nur ein besonderes Stimmungsbild, sondern man beginnt auch, durch die begeisterten Augen des Autors kulturelle Strömungen und Tendenzen in dieser Stadt zu erfühlen.
Man erfährt Außergewöhnliches über Pariser Künstler und über das Entstehen ihrer Kunstwerke. Man liest zum Beispiel von dem mittellosen Maler Maurice Duval, der abends seine Leinwand in der Seine abwusch, um am nächsten Tag wieder darauf malen zu können - von dem Fotografen Robert Doisneau, der solche Einzelschicksale fotografiert und ausgestellt hat. Wir lernen den Élan vital kennen, laut Ortheil "eine der stärksten Kräfte und eines der tiefsten Geheimnisse des Pariser Lebens". Wir erfahren, welche Konversationstechnik Karl Lagerfeld benutzt, hören von der Schreibweise des Enzyklopädisten Denis Diderot, von der Lebensphilosophie eines Christian Dior, lernen die legendären Buchhändlerinnen Adrienne Monnier und Sylvia Beach kennen und lesen ungläubig, dass Hemmingway im Januar 1945 mit seiner eintreffenden Kompanie auf Bitten der Buchhändlerinnen die letzten verschanzten Nazi-Heckenschützen vom Dach holte. Gerne würde ich etwas mehr festhalten können von dieser furiosen Tour durch die Geistesgeschichte von Paris.
Ich kann nicht ausschließen, dass sich ein Leser, der mit Kunst und Kultur wenig am Hut hat, bei der Lektüre grenzenlos langweilt. Es ist schon ein Buch für wahre Liebhaber. Ich würde mich zwar nicht zu den solchen zählen, war aber dennoch sehr fasziniert, wie liebevoll und schriftstellerisch gekonnt Ortheil in sehr speziellen, intimen Beschreibungen ins Innere der berühmten Metropole abtaucht.
Was mir beim Lesen hin und wieder aber doch ein wenig fehlt, ist die eigene Paris-Erfahrung. Es ist doch ein Nachteil, in der Millionen-Metropole immer nur umgestiegen zu sein ... eigentlich muss man dieses Buch lesen, wenn man gerade in Paris war, oder noch besser, wenn man hinzufahren gedenkt, oder - best of all - wenn man gerade da ist. Auf jeden Fall aber sollte man einen detaillierteren Stadtplan haben als den hinten im Buch abgedruckten; man könnte dann wenigstens aus der Luft die Flanierroute des begeisterten Autors ein wenig genauer nachvollziehen - so ist es doch eher eine Art detektivischer Schnitzeljagd... Aber ich staune, wie virtuos Ortheil dann immer wieder ein auf den ersten Blick recht dröges Thema in so einen prickelnden Lesegenus verzaubern kann.
Durch sein umfangreiches Hintergrundwissen macht Ortheil die Lektüre außerdem zu einem echten Bildungsgewinn. Man bekommt richtig Lust, in die erwähnten literarischen Werke tiefer einzutauchen. Wenn man beispielsweise bisher Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir nur dem Namen nach kannte, weiß man nach dieser Lektüre über die beiden Bescheid, über ihre Beziehung, über das Wesentliche ihrer Arbeit. Und Ortheil schafft es tatsächlich, selbst im nur spärlich mit französischer Literatur vertrauten Leser ein Interesse für das ungewöhnliche Literatenpaar zu wecken. Das Buch bildet also im günstigen Falle ganz außerordentlich. Im ungünstigeren Fall liest man auch schon mal jede Menge Namen und Zusammenhänge, die einem wie böhmische Dörfer vorkommen.
Mittendrin gerät Ortheils Parisspaziergang auch mal zu einem Schreiben über das Schreiben, so wie andere eine Oper über die Oper komponieren. Das ist alles schon sehr sophisticated, wenn mir dieses fremdländische Wort in diesem Zusammenhang gestattet ist.
Wenn der Autor dann auch noch die junge Kunststudentin Arlette über "die feinen Spielarten der Pariser Konversation" ausfragt, gebe ich mich geschlagen. Aber nur, um eine Seite später wieder überrascht an den Lettern zu kleben, wenn man aus dem Munde der jungen Französin hört, warum sie das Gesprächstempo der Deutschen als langweilig empfindet. Und wenn Arlette dann loslegt und die "Königsliga der eruptiven Monologe" beschreibt, muss ich schon schmunzeln. Und interessanterweise versteht man auf einmal, nach Lektüre dieses Kapitels, die Musik Maurice Ravels, obwohl der im Buch gar nicht vorkommt ...
Persönliches Pech der Rezensentin, dass sie keinen Wein trinkt. Dadurch lassen mich die ergötzlichen Besuche gewisser Lokalitäten teils ein wenig kalt, was ich aber nun dem Autor nicht ankreiden kann. Auch ist es hin und wieder schon etwas ermüdend, ständig von Speisen zu lesen, die man sich eh' nicht leisten kann. Wer hingegen seine Städtetouren nicht nur gerne mit kulturgeschichtlichen Reflexionen, sondern auch mit kulinarischen Hochgenüssen, zuzüglich eines guten Tropfens garniert, für den wird dieser Parisführer der speziellen Art eine wahre Fundgrube sein. - Dania Dicken
Die Profilerin - Die Furcht in deinen Augen
(39)Aktuelle Rezension von: Elenas-ZeilenZauber‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Da ich durch den Klappentext bereits wusste, dass Julie unversehrt nach Hause kommt, war die Suche nach ihr nicht wirklich spannend. Aber da wird zum Glück recht kurz abgehandelt. Was mich aber total gestört hat … halt!!!! SPOILER !!!
Als Andrea und Julie als Geisel genommen werden, wird zwar der Hund erwähnt, aber mehr nicht. Es wird nicht einmal davon geschrieben, dass Andrea oder Julie sagen, dass der Hund raus muss. Es wird nie erwähnt, dass der Hund in die Wohnung gepieselt und gekackt hat und dass es deswegen stinkt. Sorry, Dania, aber DAS ist echt daneben. Wenn schon ein Hund in der Handlung vorhanden ist, dann sollte er auch korrekt behandelt und nicht einfach ignoriert werden. Also das bin ich besser von dir gewohnt.
!!! SPOILER !!!Kommen wir zurück zum offiziellen Teil. Die Suche nach den Terroristen läuft gut, doch dann wird es vorhersehbar. Schade, auch da bin ich spannenderes von Dicken gewohnt. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die Luft raus ist. Wenigstens geht es zum Abschluss noch mal hoch her und es gibt die eine oder andere Wendung, die mich dann doch überrascht hat.
Der Schreibstil ist gewohnt locker-leicht. Es fällt mir schwer, aber dieser Band erhält von mir nur 3 Furcht-Sterne.‘*‘ Klappentext ‘*‘
Als ihre zehnjährige Tochter Julie nicht nach Hause kommt und auch die Suche nach dem Mädchen erfolglos bleibt, befürchten Profilerin Andrea und ihr Mann Gregory schon das Schlimmste. Doch dann steht Julie plötzlich scheinbar unversehrt vor der Tür - Andrea und Greg sind überglücklich und versuchen herauszufinden, wo ihre Tochter war. Bald schon stellt sich heraus, dass das junge Mädchen die Vorbereitungen eines Terroranschlags beobachtet hat. Was aber haben die Männer, die Julie in ihrer Gewalt hatten, wirklich vor? Für Andrea und ihr Team beginnt eine gefährliche Spurensuche ... - Jens Foell
Fakten sind auch nur Meinungen
(16)Aktuelle Rezension von: PucKker„Fakten sind auch nur Meinungen“ hat mich schon mit seiner Kurzbeschreibung neugierig gemacht, und es hat die Erwartungen absolut erfüllt. Jens Foell gelingt es, kritische Auseinandersetzungen mit der Wissenschaft auf eine Weise zu präsentieren, die sowohl tiefgründig als auch leicht verständlich ist. Als jemand, der Bücher wie „Science Fictions“ von Stuart Ritchie schätzt, habe ich besonders die logischen und klar strukturierten Argumentationslinien in Foells Werk genossen.
Das Buch ist nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam – die Beispiele sind oft mit einem Augenzwinkern erzählt, was den Lesefluss angenehm leicht macht. Auch wenn manche Argumente und Themen mir nicht völlig neu waren, hat Foell sie so aufbereitet, dass sie mich doch noch mit frischen Perspektiven überraschten. Besonders die humorvolle und gleichzeitig präzise Art, in der er komplexe Sachverhalte erklärt, hat das Lesen zu einem echten Vergnügen gemacht. Ein Muss für alle, die gerne hinterfragen, was vermeintlich „wissenschaftliche Fakten“ sind!
- Ingo Zamperoni
Anderland
(15)Aktuelle Rezension von: ban-aislingeachDas Sachbuch „Anderland – die USA unter Trump – ein Schadensbericht“ wurde von Ingo Zamperoni geschrieben. Das Buch ist am 11.05.2018 im Ullstein Buchverlag erschienen und umfasst 208 Seiten.
Mir ist immer sehr wichtig, dass die Leute auch wissen worüber sie schreiben. Da Ingo Zamperoni einige Verbindungspunkte in die USA hat, mag ich seine Bücher über dieses große und für mich faszinierende Land sehr. Das Fulbright-Stipendium führte ihn nach Boston, wo er ein Auslandsstudium machte. Übrigens er hat Amerikanistik, Geschichte und Jura studiert. Nach seinem Master blieb er in den USA, wo er als Inlandskorrespondent für die ARD arbeitete. Von 2014 arbeitete er zwei Jahre lang als ARD-Auslandskorrespondent in den USA. Inzwischen lebt er mit seiner amerikanischen Frau und den Kindern in Hamburg. Was ich auch sehr interessant finde ist die Tatsache, dass seine Frau Hillary Clinton ihre Stimme gab und sein Schwiegervater Donald J. Trump.
Wie ich es von ihm gewohnt bin, war auch dieses Buch in einem sehr angenehmen Schreibstil geschrieben, welcher sich flüssig lesen ließ. Es fängt mit einem Erklärungsversuch an wie es überhaupt passieren konnte, dass Trump die Wahlen gewann. Ich fand sehr gut, dass er gezeigt hat, dass Hillary Clinton Fehler machte und dass die Demokraten sich selber ins Fleisch geschnitten haben und das diese teilweise selber Schuld an dem Präsidenten sind. Dann führte Ingo Zamperoni uns zur Mauer, wo es nicht nur um die Flüchtlinge und die Kojoten ging, sondern auch was die Leute denken. Was ich da gelesen habe, ging mir unter die Haut und dennoch konnte ich die verschiedenen Meinungen nachvollziehen, vielleicht auch deswegen, weil ich mit Freunden schon lange darüber diskutiere. Es ging auch um die Dreamer und die illegalen Flüchtlinge und ich hoffe, dass Trump dieselbe Entscheidung treffen wird wie Ronald Reagan es einst tat. Was mir sehr gefallen hat war, dass es auch um American Football und die Flagge ging, jetzt habe ich zumindest das Dilemma um den Kniefall besser verstanden. Die Mauer soll ja nicht nur Flüchtlinge abhalten, deshalb ging es auch um Drogen und das Thema ist wirklich schockierend, besonders wie die Leute in die Drogenabhängigkeit rutschen, hat mich schockiert. Im Buch geht es auch um die Arbeit von Journalisten unter Trump und wie die Leute reagieren, wie das Land sich spaltet und wie schwer es sein wird unter einem anderen Präsidenten das Land wieder zu vereinen. Was ich auch noch sehr gut fand, war die Tatsache, dass Ingo Zamperoni auch darüber schrieb was für Erfolge Trump bisher einheimste und das sind erschreckenderweise mehr als ich dachte.
Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter, da ich es sehr interessant fand und verschiedene Themen behandelt wurden, was mir immer gefällt. Denn die USA sind nicht Trump und im Buch wird übrigens auch nochmal das Wahlergebnis erklärt.
- Luzius Flunk
Auf der Pirsch mit Knittelwirsch
(10)Aktuelle Rezension von: RabenaUnter dem Pseudonym Luzius Flunk hat hier ein gewisser Herr Maier seinen Mitmenschen genau "auf's Maul g'schaut". Witzig, skuril, amüsant, aber ohne Bosheit nimmt er die anderen und sich selbst auf die Schippe. Sei es auf Reisen, auf dem Weihnachtsmarkt, in Bus oder Bahn, überall gibt es Begegnungen mit unseren liebenswerten Mitmenschen! Durch seine genauen Beobachtungen entsteht eine gewisse Situationskomik, die wir alle irgendwann und irgendwo schon einmal erlebt haben dürften. Bei diesen Erzählungen darf und soll gelacht, - oder zumindest geschmunzelt werden. Da der Autor in Rheinhessen beheimatet ist, schreibt er so manche Anekdote schon mal in Dialekt. Aber keine Angst, im Text sind Wörter in Mundart mit einem * versehen, und im Anhang gibt es dafür das "Sternchenwortverzeichnis".
Mir persönlich hat dieses Büchlein sehr gut gefallen! Zum Zwischendurchlesen in einem öffentlichen Verkehrsmittel bestens geeignet! Vielleicht mit einem Knittelwirsch....?
- Birgitta Elin Hassell
Dämmerhöhe - Glutrot
(6)Aktuelle Rezension von: MarcsbuechereckeLAAANGWEEEEEIIIILIIIIG! Die ersten drei Bände von "Dämmerhöhe" haben mir wirklich gut bis sehr gut gefallen und gerade für einen Jugendroman in diesem Untergenre fand ich den ersten Band wahrlich "erschreckend". Mit Band 2 begann der langsame Abstieg: Weder konnte ich mich wirklich gruseln, noch war die Geschichte als solche spannend und packen. Während der Lektüre von Band 3 begann ich zu denken, wie austauschbar die Charaktere und auch die Handlungsbögen doch seien. Und jetzt: Das Buch ist mit seinen 180 Seiten und seiner wirklich großen Schrift schnell gelesen. Leider konnte mich die Handlung nur überhaupt nicht packen und so habe ich für dieses Buch wirklich lange gebraucht. Eine Entwicklung der Charaktere lässt sich überhaupt nicht bemerken, selbst bei der Protagonistin aus Band 2, die hier wieder in einigen Szenen in Erscheinung tritt, gibt es keine neuen Informationen. Als eben diese Person - Vigdis - erwähnt wurde, war mir das erste Mal aufgefallen, dass mir der Name zwar bekannt vorkam, ich ihn aber nicht in Verbindung mit einer gewissen Handlung bringen konnte. Für mich das "Todesurteil" einer Reihe ist gefallen, wenn ich die anderen Geschichten nicht mehr vor Augen habe. Das - nennen wir es mal - "packende" Finale konnte mich auch nicht wirklich vom Hocker reißen, da es keinerlei Atmosphäre rüberbringen geschweige denn Spannung aufbauen konnte. (Fun-Fact: Das Buch habe ich im stockdunkeln gelesen, wenn da keine Spannung aufkommen kann, soll das echt was heißen).Die Tatsache, dass nun seit über eineinhalb Jahren kein neuer Band mehr erschienen ist, spricht wohl dafür, dass nicht nur ich dieser Reihe den Rücken gekehrt habe.
Fazit: Der vierte Band einer Reihe, die stark angefangen hat, das Niveau allerdings nicht über Band 1 hinaus halten konnte. Eine Fortsetzung bräuchte ich jetzt nicht mehr. Viel Spaß beim Lesen! Bis bald! - Ernst Kaufmann
ANDERSWO WEIT
(12)Aktuelle Rezension von: PatnoIn Zeiten von Lockdown und Abstandsregeln hilft es, sich hin und wieder gedanklich wegzuräumen.
Wie wäre es mit einem bunten Potpourri von Erzählungen von „Anderswo“?
Ernst Kaufmann sucht Mitreisende, die ihn auf seinen Streifzügen um die Welt begleiten. Er zeigt Gegenden fernab touristischer Hochburgen, ist dicht bei den Menschen, fängt Stimmungen ein und verwandelt diese in imposante Bilder.
Die Reise beginnt auf der Insel Kreta. Von dort geht es nach Südamerika. Anschließend ist ein Besuch der Goldgräberstadt Florence in Idaho vorgesehen. Im National Museum of American History wartet der „Penny-Mann“ auf die Reisegesellschaft. Eine Übernachtung in der Stadt der Frauen in Mexiko wird zum unvergesslichen Erlebnis.
In Argentinien steht die Begegnung mit einem interessanten Menschen auf dem Programm.
„Eigentlich stammte El Profesor - wie er sich selbst bezeichnete - aus Holland, wo er einige Semester Frühgeschichte studiert hatte. Das war aber schon Vergangenheit gewesen, als er über Irrwege nach Argentinien kam, angelockt von der Schönheit der Anden und den Schätzen der versunkenen Kulturen im Boden.“ (Auszug aus dem Buch)
Die Reiseroute führt weiter nach Nigeria, wo der Schmied von Port Harcourt seine Gäste erwartet. Bevor es auf eine abenteuerliche Zugfahrt in Richtung Minsk geht, gibt es ein Naturschauspiel im Salzkammergut zu bestaunen.
In einem kleinen Bistro in Marseille endet eine Fussballerkarriere.
Ein versteinerten Schiff auf dem Felsen erregt die Aufmerksamkeit der Reisenden. Weiter geht es in die Zentralafrikanischen Republik. Knochentrockene 35 Grad!
„Unsere zusammengewürfelte Reisegruppe- außer uns und den beiden Eheleuten war noch eine Ziege an Bord - brach zwanzig Minuten später in einem weißen Toyota-Bus auf, dessen einziger gepolsterter Sitz der Platz des Fahrers war.“ (Auszug aus dem Buch)
Noch heißer wird es am Lake Superior, dem nördlichsten der Großen Seen Kanadas.
Nach einem kurzen Trip in die Great Plains, die Prärie im Osten Dakotas, endet die Reise in Mexiko.
Mit Feingefühl und Poesie berichtet der Autor von seinen Erlebnissen, Eindrücken und Beobachtungen. Man spürt beim Lesen seine Begeisterung für ferne Länder. Das reißt mit. Es gefällt mir, wie er auf die Menschen, die ihm begegnen zugeht, sie wahrnimmt und die Erinnerung an den besonderen Moment festhält.
Außerdem sind die Texte mit schwarz-weiß Bildern unterlegt, die während der Reisen angefertigt wurden.
Am Ende des Buches lasse ich die kuriosen, heiteren und nachdenklichen Geschichten noch einmal Revue passieren. Ich habe mich gut unterhalten.
Mit lebendigen Bildern im Kopf und vielen Inspirationen im Gepäck möchte ich am liebsten gleich Koffer packen und auf Spurensuche gehen.
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