Bücher mit dem Tag "bergbau"
48 Bücher
- Ken Follett
Sturz der Titanen
(1.303)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIch weiß nicht, ob Sturz der Titanen das ideale Weihnachtsbuch ist – schließlich taucht man tief in den Ersten Weltkrieg ein. Aber wann hat man sonst schon einmal so viel Zeit, um sich ganz in Ruhe auf einen 1000-Seiten-Schmöker einzulassen?
Ken Follett hat diese besondere Gabe, einen schon nach wenigen Seiten mitten ins Geschehen zu ziehen. Ja, zu Beginn gibt es viele Schauplätze und zahlreiche Figuren, die man erst einmal einordnen muss. Doch erstaunlich schnell fiebert man mit allen mit, lernt sie zu lieben oder zu hassen und begleitet sie auf einer intensiven Reise durch einen dunklen Abschnitt der Weltgeschichte.
Das Buch ist stellenweise harte Kost. Der Erste Weltkrieg wird eindringlich und schonungslos geschildert, und die Schrecken, die die Menschen erleiden mussten, gehen nahe. Gleichzeitig war dieses Buch für mich besser als jede Geschichtsstunde. Die Recherche ist unfassbar gut – jede historische Begebenheit, jede reale Persönlichkeit und jeder Schauplatz sind sorgfältig eingebettet. Man merkt auf jeder Seite, wie fundiert und durchdacht dieses Buch ist.
Besonders spannend fand ich die unterschiedlichen Perspektiven: England, Russland, die USA – dadurch versteht man politische Zusammenhänge, Entscheidungen und Entwicklungen viel besser, auch wenn man bei den vielen politischen Manövern aufmerksam lesen muss.
Großartig ist zudem, wie Ken Follett die Lebenswege seiner Figuren miteinander verwebt. Ihre Geschichten kreuzen sich nach und nach, ohne konstruiert zu wirken. Alles hängt zusammen, alles greift ineinander, sodass man nie das Gefühl hat, mehrere getrennte Handlungsstränge zu lesen.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Für meinen Geschmack hätten einige Passagen – vor allem die sehr detaillierten Beschreibungen von Waffen, Strategien und Gefechten – etwas kürzer ausfallen können. Auch wenn ich Folletts Detailverliebtheit schätze, war mir das stellenweise etwas zu viel.
Fazit: Sturz der Titanen ist ein eindrucksvoller, spannender und lehrreicher Auftakt der Jahrhundert-Saga, die ihren Namen mehr als verdient. Habt keine Angst vor den 1000 Seiten – sie lohnen sich wirklich. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band, auch wenn ich jetzt erst einmal wieder etwas leichtere Kost brauche.
- Sabine Ebert
Die Spur der Hebamme
(430)Aktuelle Rezension von: Thommy28Klappentext (Zitat):
"Sachsen im Jahre 1173: Die Hebamme Marthe und ihr Mann, der Ritter Christian, könnten mit ihrem Leben glücklich sein, doch da erreicht sie eine schlimme Nachricht: Randolf, Christians ärgster Feind, ist aus dem Heiligen Land zurückgekehrt. Und damit nicht genug: Eines Tages taucht im Dorf jener fanatische Beichtvater auf, dem Marthe und ihre Fähigkeit, die Menschen zu heilen, schon lange ein Dorn im Auge sind. Nur zu gern ergreift er die Gelegenheit, die Hebamme zu denunzieren. Christian will seine Frau in Sicherheit bringen, doch zu spät: Marthe muss sich wegen Hexerei vor einem Kirchengericht verantworten …"
Meine persönliche Meinung:
Der zweite Band der Reihe schliesst sich inhaltsmäßig unmittelbar an das Geschehen des ersten Bandes an. Man trifft auf die bekannten Figuren - und auch auf zusätzliche Personen. Die Protagonisten sind vielfältigen Gefahren und Qualen ausgesetzt bevor das Finale den Leser auf den kommenden Band vorbereitet.
Wieder hat die Autorin die Handlung mit der aus der Reihe "Schwert und Krone" verknüpft. Das hat für Leser die diese Reihe schon gelesen haben einen angenehmen Wiedererkennungseffekt. Andererseits kommt es dadurch zu Wiederholungen bereits bekannter Ereignisse. Diese Wiederholungen waren sicher unvermeidlich, haben mich aber dennoch gestört. Ich habe da schnell nur "darübergelesen"....!
Ansonsten hat mir das Buch wieder sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf Band 3.
- Jennifer Estep
Spinnentanz
(271)Aktuelle Rezension von: Lisa_PapyrusNach dem guten ersten Band und einer kleinen Pause habe ich mir nun den zweiten Teil zu Gemüte geführt. Da die Handlung von Teil 1 weitergeführt wird, werde ich nicht viele Worte dazu verlieren. Aber die Handlung ist nicht alles, was konsequent weiterentwickelt wird. Auch bei den Charakteren wird vieles weitergeführt, was auch schon in Band 1 angedeutet wurde. Davon bin ich ein großer Fan. Gerade, was Donovan Caine am Ende beschließt, ist zwar auch der einen Seite schade, aber auch der anderen Seite eben auch konsequent für seinen Charakter und somit auch logisch. Es werden aber nicht nur die alten und bekannten Charaktere weitergeführt, sondern es werden auch neue Figuren eingeführt, von denen ich hoffe, dass sie noch eine ganze Weile Teil von Gins Welt sein werden.
Insgesamt fand ich auch den zweiten Band wieder gelungen. Es war spannend, düster, blutig, aber auch gefühlvoll. Mir gefällt die Reihe und ich lese definitiv weiter. Auch euch kann ich sie nur empfehlen. - Sabine Ebert
Das Geheimnis der Hebamme – Das Buch zum Film
(747)Aktuelle Rezension von: miss_chipsWir befinden uns im Deutschland zur Zeit von Kaiser Barbarossa. Nachdem Marthe, die als Hebamme und weise Frau arbeitet, nach einer Fehlgeburt vor dem Burgherr Wulfhart fliehen muss, schließt sie sich einer Gruppe aus Siedlern an, die sich auf den Weg nach Osten machen, um dort eigenes Land zu erhalten. Ritter Christian führt die Gruppe an und findet nach und nach Gefallen an Marthe, die ihm auch nicht ganz abgeneigt ist. Jedoch hat Christian Feinde, die damit auch Marthe ins Auge fassen. Zudem ist Marthe als unverheiratete junge Frau sowieso gefährdet.
Marthe ist eine wirklich liebenswürdige Protagonistin, die stets bemüht ist Menschen zu helfen und ihr Bestes zu geben. Sie weiß, welche Kräuter wie helfen und wie man mit Menschen in einer Notlage umgehen sollte. Leider hat sie trotz ihres jungen Alters schon viele schlimme Dinge erlebt. Man trachtet ihr nach dem Leben; sie ist in neuer Umgebung auf sich allein gestellt; sie weiß nicht, wem sie vertrauen kann.
Christian ist ein Ritter, der bürgerlich geboren wurde. Daher wird er von manchen der nobelgeborenen Ritter nicht als wahrer Ritter angesehen. So auch nicht von seinem ärgsten Rivalen Randolf. Christian ist ein überraschend sympathischer Charakter, der tatsächlich nicht glaubt, dass Frauen stumm und still zu sein haben. Er setzt sich im Buch immer wieder für Marthe ein und hat im Verlauf des Buches meinen Respekt gewonnen.
Es gab einige Charaktere, die einfach nur abscheulich waren. Ich weiß, dass ich im Mittelalter andere gesellschaftliche Maßstäbe ansetzen muss. Aber wie Frauchen verachtend sich manche der Charaktere verhalten haben, hat mir doch immer wieder zugesetzt. Es gab viele Vergewaltigungsszenen, viele misogyne Kommentare und Gedanken, die nicht unbedingt schön zu lesen waren.
Natürlich gab es auch andere nette Charaktere, um die ich ständig gebangt habe. Leider wurden sie nicht nur einmal verletzt und gedemütigt. Mögen sie auch den Rest dieser Reihe überleben.
Die Geschichte war interessant zu lesen. Die Kombination aus Fiktion und historischer Realität, gepaart mit einem Funken Übernatürlichkeit hat mich in seinen Bann gezogen. Reale Personen und Orte sind immer wieder aufgetaucht und wurden wunderbar in die Welt unserer Protagonisten eingeflochten.
Zudem mochte ich persönlich den Schreibstil sehr, da er klar und auf den Punkt war. Es habe elendig langen Beschreibungen der Landschaft. Stattdessen wurden nur die nötigen Details eingebunden und die Storyline vorangetrieben.
Alles in Allem war das wirklich ein sehr gutes Buch für mich und ich bin gespannt, wie es mit Christian und Marthe weitergeht. Wer jedoch Probleme mit Gewalt und frauenfeindlichem Verhalten hat, sollte dieses Buch unbedingt meiden.
- Ken Follett
Die Brücken der Freiheit
(549)Aktuelle Rezension von: MikeyMalachi McAsh genannt Mack ist entgegen britischen Rechts Leibeigener eines schottischen Kohlegrubenbesitzers. Als er sein verbrieftes Recht auf Freiheit durchsetzen will, wird er grausam bestraft, ihm gelingt jedoch die Flucht nach London.
Auch in London, wo er als Kohlelöscher arbeitet, geschieht ihm Unrecht, er begehrt wieder auf, wird verhaftet, entgeht nur knapp der Todesstrafe und wird als Sträfling nach Virginia verschifft.
In Virginia muss er wie ein Sklave auf einer Tabakfarm arbeiten, flieht erneut und erlangt endlich seine Freiheit. Außerdem bekommt er noch obendrauf die Schwiegertochter des Kohlegrubenbesitzers aus dem ersten Teil.
Man merkt schon an der Art, wie ich das Buch beschreibe, dass ich nicht sehr tief beeindruckt war. Die Geschichte ist eigentlich gut, wirklich, leider hat Ken Follett nichts daraus gemacht. Die ganze Handlung wirkt unausgefeilt, das heißt, die Charaktere nicht ausgearbeitet, alles insgesamt sehr sprunghaft und kurzgefasst. Um das Thema ist es leider schade.
Und so hat man das Gefühl, es mit einem Übungsstück für einen Roman zu tun zu haben oder einem Fortsetzungsroman in der Tageszeitung.Da es mein erstes Buch von Ken Follett ist, hoffe ich natürlich, dass die großen Romane, die ich hier noch zu liegen habe, besser sind. Hier war ich jedenfalls enttäuscht.
- Douglas Preston
Attack - Unsichtbarer Feind
(85)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeCorrie Swanson, mittlerweile Studentin, möchte für ihre Masterarbeit die ihr forensisches Interesse widerspiegeln soll, elf Minenarbeiter exhumieren und untersuchen, als sie auf Widerstand der örtlichen Gemeinde trifft, ja gar verhaftet wird. Natürlich erhält sie Unterstützung von Pendergast, allerdings rät auch er ihr, die Sache fallen zu lassen, aber sie macht auf eigene Faust weiter. Dies führt nicht nur zu mehreren Anschlägen auf ihr Leben, sonder auch zu einer ungewöhnlichen Verbündeten und stetig wächst ihre Klarheit, dass die 11 Minenarbeiter nicht einfach nur einem Unglück zum Opfer gefallen sind.....
Das Autorenduo kehr mit Band 13 der Reihe zurück zu absoluter Höchstform. Ein Thriller mit Gruselfaktor, temporeich, durchweg spannend und mit wundervoll mysteriöser Komponente. Mit dem Fokus auf Corrie gelingt es den Autoren neue und für den Leser unerwarte Wege des Protagonisten zu gehen und wieder lebendiger zu schreiben. Wie immer sind sämtliche Charaktere detailliert und bildhaft ausgearbeitet. Pendergast ist noch nicht wieder vollständig auf dem Berg, aber lässt endlich wieder Züge des gewohnten Special Agents erkennen. Der Konterpart mit der diesmal Recht eigensinnigen, selbstbewussten und durchaus sehr smarten Corrie ist erfrischend und bringt viel positive Bewegung ins Geschehen. Trotz der hohen Handlungsdichte und der temporeichen Abfolge der Ereignisse, gelingt es den Autoren die Story locker, leicht und flüssig zu erzählen und wie immer Fakten und Fiction fast nahtlos miteinander zu verschmelzen. Immer ist die Handlung mit Fachwissen unterfüttert ohne dass es zäh oder anstrengend für den Leser wird. Genial eingearbeitet sind die Verweise und die Ermittlungen rund um Sherlock Holmes, die Geschichte innerhalb der Geschichte, die dem Ganzen zusätzlich Würze verleiht und gekonnt in Szene gesetzt ist.
Mein Fazit: Ein Pendergast, der mehr zu seinen Wurzeln zurückgeht und neben temporeicher Spannung, das Mysteriöse und Gruselige nicht vernachlässigt, dank der stärker in den Fokus rückenden Corrie dabei aber lebendiger den je ist. Jetzt freue ich mich um so mehr auf Band 14.
- Michael Hjorth
Das Mädchen, das verstummte
(260)Aktuelle Rezension von: Anja_SteinvorthInhalt: Die Familie Carlsten wurde in ihrem eigenen Haus in Torsby kaltblütig ermordet. Kommissar Höglund und seine Kollegen der Reichsmordkommission finden bald heraus, dass es eine Zeugin gegeben haben muss: Nicole, die 10-jährige Nichte der Carlstens. Den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman berührt der Fall, Nicole erinnert ihn an seine eigene verstorbene Tochter. Kann Nicole gerettet werden?
Bewertung: Dies war der erste Band um den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman, den ich gelesen habe. Um den Inhalt zu verstehen war es auch nicht nötig, die vorherigen Bände gelesen zu haben. Der Schreibstil liest sich flüssig und obwohl das Buch knapp 600 Seiten hat, war es durchgängig spannend und überraschend.
Die Protagonisten sind vielschichtig beschrieben und jeder trägt sein eigenes Schicksal mit sich. In diesem Band steht vor allem Sebastian Bergman im Fokus, da Nicoles Geschichte ihn an seine eigene verlorene Familie erinnert. Professionalität und eigene Sehnsüchte vermischen sich zunehmend bei ihm im Lauf der Geschichte. Doch auch anderen Charakteren wird an Tiefe gegeben. Interessant ist auch die Figur Billy. Hier möchte man gerne wissen, wie es mit ihm weitergeht.
Der Plot an sich ist klug konstruiert und sorgt immer wieder für Überraschungen und Wendungen. Das Ende ist logisch und ein erschütterndes Bildnis von Menschen, die für Geld und Politik alles bereit sind zu tun.
Fazit: Ein spannender und empfehlenswerter Kriminalroman, der Lust auf die anderen Bände macht.
- Geraldine Brooks
Das Pesttuch
(116)Aktuelle Rezension von: buchjunkie
Das ist ein ganz großartiger historischer Roman nach wahren Begebenheiten!
Eine Frau gegen den Schwarzen Tod. Als in einem kleinen Dorf im Norden Englands die Pest ausbricht, übernehmen Angst, Hysterie und Hexenwahn die Herrschaft. Der Schwarze Tod wütet unerbittlich. Die Dorfbewohner haben dem Pfarrer gelobt, den Ort nicht zu verlassen, ehe nicht die Seuche besiegt ist. Mehr als einmal sind sie kurz davor, einander gegenseitig zu meucheln. Die junge Witwe Anna Frith beweist in dieser schlimmen Zeit Mut, sie schenkt Leben und findet Liebe und privates Glück. Eines Tages hat das Grauen ein Ende. Aber Anna Frith steht die schwerste Prüfung noch bevor ...
Mir gefällt die Schreibart von Geraldine Brooks sehr gut, das Buch strahlt eine Ruhe aus beim Lesen!
Erzählt wird die Geschichte in einer modernen Sprache, doch man merkt gleich, dass man im 17. Jahrhundert steckt!
Anna Frith ist eine bewundernswerte Protagonistin und aus ihrer Sicht wird die Geschichte über das „Pestdorf“ erzählt!
Mir hat diese Roman sehr gut gefallen und ich hab schon weitere Bücher der Autorin auf meinem Wunschzettel!
- Jocelyne Saucier
Niemals ohne sie
(100)Aktuelle Rezension von: Caro_LesemausNach vielen Jahren treffen die Cardinals mit ihrer schier unglaublichen Anzahl an Kindern wieder aufeinander und das unausgesprochene Unheil droht, diese Familie zu überrollen. Schuldgefühle, Unwissenheit, bewusstes Verschweigen - das findet man wohl in vielen Familien vor. In diesem Roman gründet sich dieser zerstörerischer Mix auf ein Jahre zurückliegendes Vorkommnis, über das nie offen gesprochen wurde.
Die Autorin lässt in jedem Kapitel ein anderes Kind der Familie zu Wort kommen und seine Erinnerungen an die Dinge schildern. Man erhält nicht von allen eine Perspektive (aber dafür sind es auch einfach zu viele...), aber sicherlich von den Schlüsselfiguren. Nach und nach setzt sich ein Bild zusammen ohne dass man so ganz genau weiß, wie das alles zustande kam. Die Autorin spielt mit den verschiedenen Gefühlswelten der Figuren, die sich teils schuldig fühlen, teils "nur" Mitwisser sind, teils gar nichts so richtig wissen. Diese Mischung ist wirklich interessant. Lange Zeit tänzeln die Familienmitglieder förmlich umeinander herum, warten auf den großen Knall oder hoffen inständig, er möge nicht kommen.
Fazit:
Eine interessante Familiengeschichte rings um ein Vorkommnis, das jahrelang tot geschwiegen wurde und angesichts eines Familientreffens förmlich ans Licht drängt. Sprachlich toll und empfehlenswert.
- Ken Follett
Sturz der Titanen
(116)Aktuelle Rezension von: Bianca_CimiottiEuropa spaltet sich. In den 12 Audio-CD geht es hauptsächlich um die Zeit des 1. Weltkrieges. Die Zeit davor und danach. Anfangs hatte ich meine Probleme alle auseinander zu halten. Es passiert aber auch so viel gefühlt gleichzeitig. In Russland, Deutschland, Frankreich und Amerika. Doch mit der Entwicklung der Geschichte fügt sich alles nach und nach. Manchmal habe ich den Kopf geschüttelt, manchmal gelacht.
Meist höre ich aber einfach nur faszinierend zu. Geschichte im Roman.
Sehr schön gelesen von Johannes Steck.
Bin gespannt wie es weiter geht.
Frauenrecht und Wahlrecht stehen an. Und leider auch die Zeit mit Hitler rückt in der Geschichte näher.
- Siddharth Kara
Blutrotes Kobalt. Der Kongo und die brutale Realität hinter unserem Konsum
(6)Aktuelle Rezension von: sbalunziaWas hat der Kongo mit Klaviertasten, Handys, Nagasaki, Ionen-Lithium-Batterien und der Industrialisierung zu tun? Was war dein erster Gedanke? Ich verrate es dir: die vielen Mineralien und Stoffe in den Böden des Kongo.
"Bitte sagen Sie den Menschen in ihrem Land, dass im Kongo jeden Tag ein Kind stirbt, damit sie mit ihren Smartphones ins Netz gehen können."
Als ich das Buch begonnen habe, war ich mir noch nicht so sicher, wie wohl die ganze Gliederung gestaltet worden ist. Ich stellte mir das ganze Thema als sehr komplex vor (was es auf jeden Fall auch ist). Der Autor schaffte es aber gut, mich als völlig Unwissende abzuholen und durch das ganze Thema zu begleiten. Die Kapitel reichten von der Entdeckung und Kolonialisierung von Kenia bis hin zu den verschiedenen Staatswechseln, weiter bis zum hier und jetzt. Es sind ausgewogene Berichte zwischen Recherchen, Augenzeugenberichten und Interviews mit verschiedenen Parteien des Bergbaus und Weiterverkaufs. Sehr spannend fand ich unter anderem das Interview mit einem Forscher der Universität Lubumbashi.
Firmen, welche Kobalt in ihren Geräten verarbeiten, äussern sich, nur Kobalt aus "sauberen" Quellen zu beziehen. Kara zeigt auf, dass dies genauso realistisch ist wie im See das Erkennen von Wasser aus verschiedenen Flüssen.
Eine Aussage ist mir besonders im Kopf geblieben und jagt mir immer wieder einen Schauer über den Rücken:
"Vielleicht können ein Mal Batterien ohne Kobalt auskommen und die gleiche Leistungsfähigkeit und Sicherheit halten. Dies wird das Elend der kongolesischen Bevölkerung nicht beenden. Der neue Rohstoff wird sehr wahrscheinlich auch in diesen Böden schlummern. Sein unbeschreiblicher Reichtum hat dem kongolesischen Volk nichts als unsägliches Leid gebracht."
Das einzige, was mir fehlte, war die Veranschaulichung. Z.B. eine Karte, damit man besser versteht, von welcher Miene gesprochen wird.
Es war kein einfaches Buch. Auch zu sagen: "Es hat Spass gemacht, es zu lesen" wäre falsch. Es war aber unglaublich bereichernd und meiner Meinung nach ein Muss für jeden, der ein Handy, eine Powerbank, ein E-Bike besitzt oder Batterien benutzt.
Für mehr Rezensionen: Instagram -> book_recommender_sbalunzia
- Martin Conrath
Kohle, Stahl und Mord: Das 13. Opfer
(73)Aktuelle Rezension von: kupfis_buecherkisteZeche Ludwig: zwei Kumpel richten Elektroleitungen ein, um den Bau eines Museums voranzutreiben. Dabei gibt es ein kleines Erdbeben, was zu einem Wassereinbruch führt, der 13 Leichen zu Tage trägt. Das ist eine Sensation: vor 34 Jahren wurden 12 Kumpel vermisst, sie sind als wanderndes Dutzend bekannt. Doch wer ist die 13. Leiche? Der Fall ist nicht nur wegen der 12 Kumpel brisant, die lange verschollen waren. Die 13. Leiche birgt noch mehr Rätsel, da sie mit einem Kopfschuss ermordet wurde. Der Täter kann nur im Kreis der Kumpel liegen, die mit ihm im Stollen begraben lagen. Oder läuft der Mörder noch frei herum?
Die Ermittlerin Erin Akan und die Psychologin Jana Fäller nehmen sich des Falles an. Zwar wird schnell klar, wer das 13. Opfer ist, aber auch warum er vermeintlich getötet wurde. Doch wer hat alles ein Motiv. Da das 13. Opfer viele Kumpel durch krumme Finanzgeschäfte geschädigt hat, gibt es ein erstes Motiv. Während der Ermittlungen wird klar, dass das Motiv der Rache nicht der alleinige Grund ist. Zumal sich der Oberbürgermeister seltsam verhält und wie der Staatsanwalt in den Fall verwickelt zu sein scheint. Mit Hilfe der Kumpel, die damals auch in der Zeche gearbeitet haben, schafft es Erin, den Fall zu lösen. Und riskiert damit die Wiederwahl des Oberbürgermeisters.
Der Fall um das wandernde Dutzend, aber auch um das 13. Opfer war ein recht spannender Krimi. Zum einen hat mir sehr gut gefallen, wie hier das Thema Bergbau beschrieben wurde. Immer wieder hat der Autor verständlich erklärt, wo man sich im Berg befindet, welche Auswirkungen der Bergbau auf die Region hat, wie die Geräte funktionieren. Aber auch wie die Kumpel zusammen halten, wie die Strukturen im Berg sind (Kleidung, wie komme ich in den Berg), und wie der Zusammenhalt untereinander ist. Die Kumpel sind nicht nur im Berg verbunden, sondern auch privat. Genau hier setzt der Autor an. Die Kollegen kümmern sich um die verbliebenen Familien, halten Kontakt, decken sich aber auch untereinander. Durch die Ermittlungen und die Unterstützung der Kumpel können die Kommissare den Täter ausmachen. Die Hauptermittlerin kann sich auf ihr Team verlassen, muss aber sich auch behaupten. Dabei stößt sie auch an ihre Grenzen: denn politische Machtspielchen zwingen sie dazu, neu zu denken und Umwege zu gehen, denn ihr werden von oben die Hände gebunden. Hier stimmt was ganz und gar nicht und Elin bleibt sich treu.
Das Buch ist eine tolle Mischung aus Bergbaugeschichte, aber auch einem tollen Kriminalfall. Die Protagonisten waren glaubhaft und sympathisch, überzeugend. Ein super Regionalkrimi. Das Abschlusswort des Autors hat seine Motivation klargemacht, welchen Bezug er und seine Familie zum Bergbau haben. Lesenswert
- Homer Hickam
Albert muss nach Hause
(87)Aktuelle Rezension von: mattderElsie beschließt das der Alligator wieder nach Hause muss. Homer Nimet sich frei von der Firma. Er Arbeit in ein Bergwerk. Die Reise soll Zwei Wochen dauern. Sie leihen sich Geld für dir Reise. Unterwegs erleben sie aller Hand Abenteuer. Homer wird Baseball Spieler weil er gut werfen kann. Elsie Erbt Geld von den Besitzer, sie werden aus der Stadt gejagt. Macht schon spaß der Reise zuflogen.
- María Dueñas
Wenn ich jetzt nicht gehe
(90)Aktuelle Rezension von: awogfliWas für eine Lese-Qual war dieses langatmige Abenteuerbuch fast ohne Abenteuer, diese furchtbare Schmonzette. Ich fragte mich die ganze Zeit, was die Spanier so an dieser Autorin und ihrer Art zu erzählen finden. Dramaturgisch hat dieses Werk die Qualität einer Telenovela mit gefühlten 1000 Folgen, die Handlung ist alles andere als rasant, es passiert sehr wenig aber es zieht sich ewig laaang. Sprachlich hatte ich ohnehin keinen Anspruch an dieses Werk. Ständig zählte ich die Seiten, die ich noch lesen musste, aber wegen der Autorinnenchallenge habe ich bis zum Ende durchgehalten.
Am Ende ist ist der beinharte Abenteurer auch noch in einer romantischen schmalzigen Verwicklung gefangen, ihm schlottern die Knie und Schmetterlinge flattern im Bauch - wäh das ist furchtbar und total glaubwürdig (Ironie off). Ganz zum Schluss wollte ich aber dann auch wie bei einem Autounfall, bei dem man nicht wegschauen kann, wissen, wie die Autorin die gesamten Intrigen auflöst.
Fazit: Wer kein Spanier ist und Telenovelas nicht liebt, sollte tunlichst die Finger von diesem Buch lassen. - Evie Dunmore
Die Rebellinnen von Oxford - Furchtlos
(72)Aktuelle Rezension von: GuinevereOriginal"Die Rebellinnen von Oxford - Furchtlos" ist der dritte Band der Reihe und handelt von der jungen Dame Harriet, die sich durch einen Fehltritt in einer ungewollten Ehe wiederfindet und nach einem Weg hinaus suchst. Währenddessen lernt sie nicht nur sich selbst, sondern vor allem ihren Ehemann besser kennen, der doch nicht so böswillig scheint, wie er wirkt.
Von Anfang an war ich fasziniert und gefesselt von dem Buch. Schon die vorherigen Bände ließen sich sehr gut verschlingen, doch bis jetzt ist dies definitiv mein Lieblingsband der Reihe. Nicht nur ist der Schreibstil so angenehm wie auch schon zuvor, was das Lesen zu einem echten Vergnügen macht, die Figuren waren für meinen Geschmack auch interessanter kennenzulernen, als bei den vorherigen Bänden.
Allgemein gibt mir dieses Buch ein wenig das Gefühl eine realistischere Version des Märchens "Die schöne und das Biest" zu lesen, was meine Faszination an dem Buch erst recht gesteigert hat, da dies mein Lieblingsmärchen ist.
Durch verschiedene Situationen und die wechselnde Sicht pro Kapitel erhält man einen guten Einblick in das Leben, der Gedanken, die Meinungen etc von Harriet wie auch Lucien Blackstone, was dem Leser einen guten Überblick über ihre ganze Situation gibt und Spannung weckt, was für Konflikte sich entwickeln und wie diese gelöst werden.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Schreibstil, die Charaktere wie auch das Geschehen perfekt harmonieren und das Buch somit ein wundervolles Leseerlebnis für jeden ist, der sich für historische (Liebes-)Geschichten begeistert.
- Inka Brand
EXIT® - Das Buch: Der Fall des Ryan Creed
(16)Aktuelle Rezension von: ShirinkolleggerOft fehlt mir bei den EXIT Büchern eine spannende Handlung. Dieses Buch jedoch fand ich sehr spannend. Auch der Nachfolger (EXIT - Der Löwe von San Marco) gefiel mir gut. Endlich ein EXIT, welches neben den spannend Rätseln auch eine spannende Geschichte bietet.
- Sabine Weigand
Die englische Fürstin
(59)Aktuelle Rezension von: TochterAlicewie das früher ablief: Daisy von Pless, die als schönste Frau ihrer Zeit bezeichnet wurde, musste einen langweiligen, älteren deutschen Fürsten heiraten und zwar nur aus dem Grund, dass er steinreich war und ihre bankrotten Eltern aushalten konnte.
Wie es ihr dabei ging, das war egal. Wobei sie in jeder Hinsicht das Beste daraus machte, obwohl ihr Mann nicht nur reizlos, sondern regelrecht unsympathisch war und sie nach Strich und Faden betrog! Dabei konnte ihn eigentlich niemand leiden, weswegen er in der politischen Landschaft des Kaiserreichs vor dem Ersten Weltkrieg überhaupt keine Schnitte hatte, so sehr er sich auch bemühte!
Daisy hingegen hatte neben ihrer Schönheit auch noch was zwischen den Ohren und zudem ein ganz schön lautes soziales Gewissen.
In ihrer spannenden und eindringlichen Romanbiographie bringt Sabine Weigand die englische Fürstin, die es nach Schlesien verschlug, dem Leser unglaublich nahe. Ich habe richtiggehend darin geschwelgt. Nur stand für mich Herzschmerz ein bisschen zu sehr im Mittelpunkt. Dennoch ein sehr empfehlenswertes Buch für alle historisch Interessierten.
- Donna Douglas
Die Schwestern aus der Steeple Street
(18)Aktuelle Rezension von: Elkes_LiteraturwolkeInhaltsangabe:
Agnes Sheridan hat ihre Ausbildung zur Gemeindeschwester in Leeds abgeschlossen und bekommt einen eigenen Bezirk zugeteilt: das kleine Bergarbeiterdorf Bowden!
Voller Enthusiasmus und Energie möchte Agnes ihre Aufgabe angehen, aber schon im Haus von Dr. Rutherford wird sie gebremst. Die Haushälterin ist fast noch schlimmer als ihre strengen Ausbilderinnen.
Und die Menschen, die allesamt von der Kohle abhängig sind, sind ein sehr eigenartiges Völkchen. Sie vertrauen lieber einer „Heilerin“ als einer ausgebildeten Schwester. Und Dr. Rutherford hat in den letzten Jahren alles dafür getan, damit die Menschen dem medizinischen Personal noch weniger vertrauen.
Hanna Arkwright ist groß, ungehobelt und wirkt wie ein Mann. Selbst ihre Mutter kann ihr nicht allzu viel abgewinnen und trauert ungeniert der verstorbenen Sarah nach, die lieblich und reizend war. Auch Seth Stanhope, der Schwager, trauert der Frau nach und vergisst dabei, dass er noch drei Kinder zu Hause hat, die ihn ebenso brauchen wie er sie.
Erst durch beherztes Eingreifen von Schwester Agnes, die bis dahin schon einige Monate im Bowden gearbeitet hat, erwacht Seth aus seiner Erstarrung und erkennt in der jungen Frau nicht nur einen Eindringling.
Mein Fazit:
Großbritannien, 1926! Die junge Gemeindeschwester Agnes kommt in ein Dorf, wo überwiegend Armut herrscht. Ihre Stelle wird von der Fürsorge bezahlt, doch die Menschen trauen ihr nicht über den Weg. Sie sind noch sonderbarer als die Menschen in Leeds, bei denen sie im vorherigen Band schon so ihre Schwierigkeiten hatte.
Die Menschen vertrauen sich lieber einer Heilerin an, die mit seltsam riechenden Säckchen, Cremes und Tees heilt als mit echter Medizin. Allerdings liegt es nicht am hohen Ansehen, sondern weil Hannah Angst verbreitet. Ihre Mutter hat das sehende Auge und verspricht ihrer ungehobelten Tochter, dass die neue Gemeindeschwester ihr das Leben schwer macht.
Während Agnes und Hannah ihre kleineren und größeren Scharmützel ausfechten, erleben die Menschen ihre eigenen Schicksale. Männer verunglücken in Gruben oder werden krank. Kleinere und größere Liebeleien können ganze Familien ins Unglück stürzen und über all dem thront der Minenbesitzer, der mit seinen Arbeitern kein Erbarmen und kein Mitleid hat.
Die Atmosphäre wurde von der Autorin wieder mal gut eingefangen, die feinen Nuancen von Kommunikation unterstrichen. Das Leben der Menschen ließ mich nicht kalt, es war eine sehr unwürdige Zeit, wenn man in diesen Stand hinein geboren wurde. Und doch machten sie alle das Beste daraus. Ich habe keinen Zweifel daran, dass es tatsächlich so gewesen ist, auch wenn die Geschichte natürlich fiktiv ist.
Donna Douglas steht für beste Unterhaltung und hat nebenbei eine wunderbare Milieustudie erarbeitet. Das Ende war, für mich jedenfalls, etwas vorhersehbar, allerdings ist es nicht weniger fies, denn jetzt kann ich es kaum erwarten, den dritten Band der Reihe zu lesen. Für mich ist dieses Buch wieder fünf Sterne wert und erhält außerdem eine klare Lese-Empfehlung.
- Christine Kabus
Das Geheimnis der Mittsommernacht
(78)Aktuelle Rezension von: Kleinbrina„Das Geheimnis der Mittsommernacht“ ist mein erster Roman von der hochgelobten Christine Kabus, von daher war ich hier besonders gespannt, ob sie mich mit ihrem Norwegenroman überzeugen kann. Meine Erwartungen waren hoch und ich muss sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde.
Die Geschichte hat zwar durchaus seine Längen und wäre mit Sicherheit auch ohne gut fünfzig Seiten weniger bestens ausgekommen, allerdings konnte mich das Buch aufgrund der tollen Atmosphäre und den interessanten Figuren durchaus in den Bann ziehen, sodass die Geschichte sehr schnell ausgelesen war.
Zuerst einmal soll gesagt werden, dass man sich schon in gewisser Art und Weise für Norwegen und die Geschichte des Landes interessieren sollte, wenn man sich voll und ganz auf „Das Geheimnis der Mittsommernacht“ einlassen möchte, denn hier geht es nicht nur um Sofie Svarstein und Clara Ordal, sondern auch um das Land an sich, was ich sehr interessant fand.
Sofie Svarstein und Clara Ordal könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Sofie bei ihrer Familie todunglücklich ist und mit ihrem Vater nur schwer klar kommt, wollte Clara eigentlich mit ihrem Mann aus Liebe nach Deutsch-Samoa auswandern, allerdings kam dann ein verhängnisvoller Brief dazwischen, der ihren Mann dazu zwingt, zurück in seine Heimat Norwegen zu gehen, wo seine Mutter, mit der er seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte, im Sterben liegt.
Dadurch, dass die Geschichte aus zwei Sichten erzählt wird und somit zwei Erzählstränge besitzt, lernt man Sofie und Clara und ihre Lebensgeschichten gleichermaßen gut kennen und ich empfand beide als sympathisch. Bis sie sich treffen, hat es allerdings eine ganze Weile gedauert, sodass man hier einiges an Geduld aufbringen muss.
Das Cover ist hübsch anzusehen und passt perfekt in die Geschichte hinein. Ich habe zwar schon gelesen, dass es gleichzeitig auch sehr altbacken wirken soll, allerdings kann ich dies nicht bestätigen. Auch die Kurzbeschreibung ist durchaus gelungen, auch wenn ich hierbei sagen muss, dass das angekündigte Geheimnis doch eher ein laues Lüftchen ist und somit nicht ganz den Erwartungen entspricht.
Kurz gesagt: Wer sich für historische Romane und Norwegen interessiert, der wird an „das Geheimnis der Mittsommernacht“ durchaus seinen Spaß haben, denn die Geschichte besticht gleichzeitig auch mit einer tollen Atmosphäre und interessanten Figuren, sodass ich das Buch nur empfehlen kann.
- S. K. Tremayne
Stiefkind
(286)Aktuelle Rezension von: Brina_10Rachel zieht mit ihrem Mann und dessen Sohn auf das Anwesen nach Cornwall, welches ebenfalls ihrem Mann gehört. Hier lebt sie sich langsam ein, merkt aber auch schnell, dass ein Schatten über dem Anwesen zu liegen scheint. Immerhin gibt es eine lange Familiengeschichte, in deren Minen unzählige Menschen ihr Leben lassen mussten. Zuletzt ertrank die Mutter ihres Stiefsohnes Jamie in einer der Minen, gar nicht weit vom Haus entfernt. Und auch Jamie scheint zu spüren, dass etwas nicht stimmt, denn er wirkt auf Rachel immer sonderbarer...
Dieser Thriller konnte mich leider nicht ganz fesseln. Vor allem am Anfang zog sich das Buch sehr in die Länge und man erfuhr viele Details zu den Minen und der Arbeit in den Bergwerken. Diese waren zwar interessant, trugen aber oftmals nicht dazu bei, die Handlung voranzutreiben und waren für diese auch teilweise irrelevant.
Im mittleren Teil wurde die Geschichte dann schon spannender und eine düstere Stimmung konnte erzeugt werden Langsam ahnte ich dann, worauf es hinauslaufen könnte. Es gab hier durchaus Themen, die gut umgesetzt waren und die gut bearbeitet wurden. Dennoch konnte es mich einfach nicht fesseln, weil es immer wieder zu Abschweifungen vom Thema kam, sodass ich den Faden verlor.
Auch das Ende fand ich nicht so gut gewählt. Hier hätte ich mir viel mehr Spannung und Beschreibungen gewünscht und ihn auch insgesamt einfach spektakulärer erwartet.
- Cecilie Enger
Aufs Meer hinaus
(35)Aktuelle Rezension von: oceanloverEin leiser und zarter, mitnichten jedoch kraftloser Roman über die ersten Reederinnen Norwegens, der dazu beiträgt, Frauen in der Geschichte ihren Platz (zurück) zu geben beziehungsweise aus der Vergessenheit zu holen.
Zur vollständigen Rezension: https://oceanlove--r.blogspot.com/2024/06/aufs-meer-hinaus.html
Die Geschichte von Bertha (und Hanna) ist trotz des ungewöhnlichen Lebensverlaufs eine ruhige, leise. Während ich Hanna die faszinierendere Figur fand und mir gewünscht hätte, mehr über ihr Inneres zu erfahren und sie besser kennenzulernen, folgt die Erzählung doch ausschließlich Bertha. Aus einer anderen Perspektive erzählt oder zumindest abwechselnd hätte das Buch aufregender und fesselnder sein können; ich glaube jedoch, dass die Autorin uns bewusst der vermeintlich "langweiligeren" Figur folgen lässt.
Die Kühle der Erzählung ist zugleich die Besonderheit des Romans und passt zum norwegischen Setting - ich hätte mir ab und an mehr Leidenschaft und Nähe zu den Figuren gewünscht, statt dem Geschehen aus der Ferne zu folgen; gleichzeitig hat diese fast schon nüchterne Art auch ihren Charme.
Der Klappentext ist insofern irreführend, als dass der Fokus nicht auf dem Reederinnen-Dasein Berthas und Hannas liegt, sondern ihr gesamtes Leben widergegeben wird und es dabei häufig Zeitsprünge gibt. Diese großen Lücken verstärkten den Eindruck, eine Geschichte lediglich erzählt zu bekommen, statt sie mitzuerleben und erhöhten die Distanz zu den Figuren.Auch im Ende bleibt sich die Geschichte beziehungsweise die Autorin ihr treu - kein großer Knall und fast schon melancholisch. Ich gebe es zu, dass ich beim Lesen der letzten Sätze Enttäuschung verspürte, weil ich doch auf ein "schöneres" Ende gehofft hatte - im Nachhinein passt es jedoch so, da Berthas und Hannas Geschichte vor allem die eines Lebens voller Aufs und Abs ist. Und letztlich hatten die Beiden ja glückliche Zeiten, viel erreicht und für die damaligen Verhältnisse ein "spektakuläres" Leben geführt. Auch dass die erste Szene nie erklärt wird, enttäuschte mich - wem begegnete Bertha da und inwiefern war das ein wichtiger Moment?
Wundervoll gelungen ist es Cecilie Enger, die Zartheit und Beständigkeit dieser wahren (Liebes-)Geschichte einzufangen. Ich bin froh, dass sie die Zeitzeugnisse zu diesem Roman verarbeitet und somit das Leben von Bertha Torgersen und Hanna Brummenæs festgehalten hat. Und während sie den historischen Kontext veranschaulicht, sind doch auch die Bezüge zur heutigen Zeit, die Verbindungen, deutlich.
Was ich mir zudem noch gewünscht hätte, wäre eine Karte im Buch, um mit dem Zeigefinger mitreisen zu können. Im Gespräch auf der Buchmesse hat der Moderator zudem häufig auf Fotos verwiesen - ich dachte, die seien mit im Buch, aber vielleicht hatte er da auch eine norwegische Ausgabe?!
- Camilla Sten
Das Dorf der toten Seelen
(222)Aktuelle Rezension von: kaethchen_grimmKennt ihr Bücher, deren Klappentext wie die Beschreibung eines anderen Buches klingt?
So ging es mir mit diesem Buch. Klar, der Grundkern stimmt natürlich, aber irgendwie wurde da was angeteasert, das überhaupt nicht stimmte.
Hier ein Auszug aus dem Klappentext:
"... doch bald geschehen seltsame Dinge. Die Handys haben keinen Empfang, im Walkie-Talkie ist ein heiseres Lachen zu hören. Und kurz darauf ist der erste aus dem Team tot ..."
𝙆𝙪𝙧𝙯 𝙙𝙖𝙧𝙖𝙪𝙛 ist übrigens dann Seite 277 von knapp 400. 😅
Anfangs war das Buch unglaublich spannend. Ein einsames Dorf, dessen Bewohner vor 60 Jahren spurlos verschwanden. Lediglich eine Leiche und ein Neugeborenes wurden gefunden. Was ist damals passiert? Ich wollte es unbedingt wissen.
Die Autorin hat das ganze sehr spannend verpackt, jedes Kapitel endete mit einem dramatischen Satz, welcher zum Weiterlesen verleitete, weil ich die ganze Zeit dachte: "Oha jetzt passiert was." Aber es passierte nichts. So ging es die ganze Zeit weiter. Bis ich zu den letzten 100 Seiten kam.
Irgendwie ein bisschen enttäuschend. 😐
- Eva Völler
Ein Gefühl von Hoffnung
(51)Aktuelle Rezension von: PixibuchDies ist der zweite Teil der sehr gut gelungenen Rohrpottsaga. Inzwischen haben wir das Jahr 1959. Inge arbeitet in einer Buchhandlung. Sie ist mit Peter verlobt, möchte aber momentan noch nicht heiraten. Bärbel soll von der Schule verwiesen werden, hat sie sich doch einem Lehrer widersetzt, der noch immer Hitler verehrt. Johannes ist zum Gewerkschafter aufgestiegen mit eigenem Büro. Mit Hanna führt er eine On-Off-Beziehung. Und die Lehrerin erkennt nicht, das Jakob hochbegabt ist und will ihn auf die Sonderschule bringen. Karls Kriegsverletzung ist sehr spürbar, hat er doch mit seinem Gedächtnis sehr große Probleme. Oma Mine führt noch immer das Regiment und bei den Rabes herrscht nach wir vor Chaos. Die Kohlenkrise macht sich jetzt bemerkbar, die Kumpels bangen um ihre Arbeit. Dire Autorin führt uns wieder mitten ins Leben der Familie Wagner. Man fühlt sich mittendrin in dem kleinen Siedlungshäuschen und spürt den Duft von Oma Mines Essen. Sie haben alle mit ihren Problemen zu kämpfen, halten aber nach wie vor fest zusammen. Der Wirtschaftsaufschwung macht sich bemerkbar, Waschmaschinen und Autos werden jetzt vermehrt gekauft. Doch in diesem Buch gibt es wieder sehr viel Schicksalsschläge, es werden einige Tote zu beklagen sein. Das Buch läßt sich sehr gut lesen, die Kapitel sind einwandfrei unterteil und die Sprache und Ausdruckweise von Eva Völler ist sehr ansprechend. Am Ende des Buches hofft man mit einer Fortsetzung, den sehr gerne möchte man wissen, wie das Leben der Protagonisten weitergeht. Das Cover zeigt im Hintergrund eine Zeche und m Vordergrund hängt eine Frau weiße Wäsche auf, wohlwissend,, dass sie gegen den Ruß ankämpfen muß.























