Bücher mit dem Tag "berichte"
15 Bücher
- Swetlana Alexijewitsch
Tschernobyl
(43)Aktuelle Rezension von: TheCoonSwetlana Alexijewitsch hat Überlebende interviewt, die die Tragödie in und um Tschernobyl hautnah miterlebt haben. Dabei handelt es sich um Rückkehrer, Geflohene und Helfer im Katastrophengebiet. Ihre Schicksale sind so unterschiedlich wie die Menschen dahinter aber allesamt gleich berührend und verstörend. Die Hintergründe, etwa wie es zu dem Reaktorunglück kam, werden hier nicht beleuchtet, sondern ausschließlich das Schicksal der Menschen.
Es handelt sich hier definitiv um keine leichte Kost, weder was das Erzählte noch was den Schreibstil betrifft. Es ist unglaublich, was die Menschen dort ertragen musste und wie lange ihr Leid durch die Verstrahlung noch anhält.
Die Texte stammen aus Interviews mit den betreffenden Personen und werden „Monolog über...“ genannt. Genauso lesen sie sich auch, als Monologe. Einige der Passagen waren dadurch sehr mühsam zu lesen, da die Sätze teilweise lose enden oder unzusammenhängend sind. Ich habe deswegen auch manchmal Abschnitte übersprungen, da ich nicht wusste worum es überhaupt geht.Trotzdem ist es ein sehr wichtiges Werk, das Menschen meiner und späterer Generationen (die also erst nach dem Unglück geboren wurden) näherbringt, was für ein Ausmaß die Katastrophe wirklich hatte und wie Menschen immer noch unter den Folgen leiden müssen.
- Jussi Adler-Olsen
Selfies
(47)Aktuelle Rezension von: S_MaltDieser 7. Teil aus der Serie um das Sonderdezernat Q unter der Leitung von Carl Mørck fällt aus meiner Sicht wieder ab.
Es werden einfach zu viele Handlungen sehr konstruiert zusammengeführt. Drei junge Frauen, die davon überzeugt sind, dass der Staat sie gefälligst zu versorgen hat. Die eine hält sich nebenbei noch ein paar Sugar-Daddys, die andere entzieht sich der Arbeitssuche durch wiederholte Schwangeschaften, die dritte lebt bei ihrem Freund, bezieht aber Wohngeld für eine Wohnung die sie nicht mehr bewohnt; und allen gemein, der Glaube, eigentlich doch besseres verdient zu haben - und die Sozialamts-Mitarbeiterin. Letztere hat genug von den Schmarotzern der Gesellschaft; nach der Diagnose Brustkrebs beschließt sie, diese von der Welt zu tilgen. Sie lernt über das Internet, wie man Autos knackt und, wie man sich einen Schalldämpfer baut.
Ihr erstes Opfer ist eines der genannten jungen Frauen; diese überlebt den Unfall und erkennt die Fahrerin. Das Trio nimmt sich vor, den Spieß umzudrehen. Außerdem überfallen sie einen Nachtclub und erschießen (ausversehen) anschließend eine Kleinkriminelle. Dies geschieht mit der alten Luger des Großvaters einer der Mädchen. Die Großmutter derselben ist vor einiger Zeit ermordet aufgefunden worden. Dieser Mord wiederum hat Ähnlichkeit mit einem Cold Case, den das Sonderdezernat Q bearbeitet. Und dann tauchen die drei Frauen in der Wohnung dieser Großmutter unter - in direkter Nachbarschaft zu Roses Wohnung. Diese wiederum steckt in einer schweren psychischen Krise. Außerdem spielt die Vergangenheit des besagten Großvaters eine Rolle in der ganzen Geschichte - und der totgeglaubte Vater einer der jungen Frauen taucht auch wieder auf. Und zu erwähnen ist noch, dass die Automörder-Sozialamt-Mitarbeiterin nicht erfolglos in ihren Taten bleibt; doch da es - außer dem Team vom Sonderdezernat Q - in Kopenhagen keine fähigen Polizisten gibt, entwischt sie immer wieder.
In Roses Vergangenheit werden dunkle Geheimnisse um den brutalen Unfalltod ihres tyrannischen Vaters aufgedeckt; und Rose selbst lebt seit Jahrzehnten in einer zweiten Identität, deren Lebensumstände so krass sind, dass es einfach nur unglaubwürdig ist, dass dies nicht bemerkt worden wäre. Und dann bekommt auch noch der Körper des gelähmten Freundes und Ex-Kollegen von Carl wieder Gefühl und Schmerzempfinden in Schulter und Arm.
Sorry, das war alles zu viel, zu wirr, zu konstruiert.
Es hing alles zusammen - und niemand hat etwas gemerkt. Tatsächlich - neudeutsch - too much.
Ich mache - einmal mehr - eine Pause vom Sonderdezernat Q und hoffe, dass sich Teil 8 dann wieder etwas fängt. Schade, die Serie hat - mit all ihren schrulligen und doch liebenswerten Charakteren - so schön angefangen.
Wegen des Sprechers Wolfram Koch, der seine Sache gut macht und wegen einzelner sehr guter Ansätze, gebe ich 2/5 Sternen.
- David Foenkinos
Lennon
(20)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerLennon von David Foenkinos ist mir zufällig in einem Buchladen begegnet, und da ich rein gar nichts über John Lennon wusste, habe ich es mitgenommen. Die Geschichte klang einfach gut, und im Nachhinein bin ich total froh über diese geniale Zufallsbegegnung.
Zur Story:
Mit 35 Jahren hatte John Lennon bereits eine sensationelle Karriere hinter sich. 1975 lebte er zurückgezogen mit Frau und Kind in New York und brachte fünf Jahre lang kein neues Album heraus. Der bekennende Lennon-Fan Foenkinos setzt die Beatles-Legende kurzerhand auf die Couch und lässt sie in mehreren fiktiven Therapiesitzungen von 1975-80 über ihr Leben erzählen. So erschafft er entlang wahrer Wegstationen das intensive Bild eines Menschen, der Zeit seines Lebens auf der Suche war.
Auf Foenkinos fiktiver Couch erzählt Lennon über seine von Verlust geprägte Kindheit, die Anfangsjahre der Band und eine Vielzahl von Katastrophen, die der „ständig wiederkehrende Refrain“ seines Lebens zu sein scheinen. Die Mutter, deren „Träume von Ruhm und Bohemeleben an der Wirklichkeit zerschellt“ waren, lässt den Jungen weitestgehend alleine, bis die Tante eingreift und ihn zu sich nimmt. Erst in der Band erfährt Lennon, was es heißt, die Dinge gemeinsam anzugehen. Irgendwann allerdings gibt es nur noch die Band und die Ikone John Lennon, der sich als Mensch zunehmend verliert.
Meine Meinung:
Klar fand ich es irre interessant, mehr über den Aufstieg und auch den Zerfall der Beatles zu erfahren. Oder über die Zeit danach oder Yoko Ono. Aber viel intensiver hat mich das Gefühl bewegt, John Lennon säße einem wirklich gegenüber. Dazu kam die Erkenntnis, dass ich bislang vielmehr über seinen Tod wusste als über sein Leben – und dass es mir schwerfallen wird, den Erzähler am Ende gehen zu lassen.
Was Lennon zusammenfassend absolut besonders macht ist, dass der Roman alle Ereignisse, Personen, Gedanken, Krisen und Orte zu dieser einen, intensiven Geschichte zusammensetzt, die nur einer so gelebt haben kann. Vielleicht die wahre Lebensgeschichte von John Lennon. Oder einfach nur die hochsensible, poetische Einschätzung eines bekennenden Fans: unglaublich nahe dran.
- Diverse
Historische Reisen. Berichte und Tagebücher berühmter Entdecker
(2)Aktuelle Rezension von: BibliomaniaDiese Sammlung historischer Reiseberichte hat wohl für jeden etwas dabei. Sei es nun eine Wettlauf zum Südpol, eine Fahrt auf dem Orinoko, oder die Suche nach Troja. Es sind zwölf verschiedene Reisen, zwölf verschiedener großer Abenteurer, die von verschiedenen Sprechern erzählt werden.
Manche Berichte, die z.B. den Wettlauf zum Südpol, die Pilerfahrt nach Medina und Mekka oder auch die Reise den Gelben Fluss entlang haben mir besser gefallen als andere. Bei diesen gab es viel vom Land zu berichten, die russischen Impressionen hingegen mit Lou Salomé und Rilke waren ein wenig langweilig. Natürlich haben mir bestimmte Sprecher auch besser gefallen, aber das ist ja reine Geschmackssache. Der Bericht um Fridtjof Nansen war leider ein wenig leise, die anderen Aufnahmen waren wohl besser.
Dennoch, wer einmal um den Erdball reisen möchte und gerne fremden Berichten lauscht, kommt hier voll auf seine Kosten! - Roland Werner
Faszination Jesus
(6)Aktuelle Rezension von: LEXIJesus, der Mann, der in kein Schema passt
Im vorliegenden Buch, bei dem es sich um eine leicht überarbeitete und aktualisierte Version aus dem Jahr 2005 handelt, versuchen die beiden Autoren, den Vorurteilen und dem Halbwissen über Jesus entgegenzutreten. Der Hauptteil wurde von Dr. Roland Werner verfasst und beschäftigt sich mit der Frage danach, wer Jesus ist und was er mit uns zu tun hat. Der knapp über siebzig Seiten zählende Anhang wiederum stammt von Dr. Guido Baltes und behandelt Themen von theoretischem Interesse. Aufgrund der kleinen, eng beschriebenen Seiten und der großen Menge an theoretischem Inhalt stellte das Buch keine einfache Lektüre dar. Es ist den Autoren hervorragend gelungen, das Wissen über Jesus zusammenzutragen und sie bieten ihren Lesern eine unglaubliche Vielfalt an Informationen und Sichtweisen – dieses Buch zeugt von akribischer Recherche und höchst umfangreichem Hintergrundwissen. So geht Dr. Roland Werner beispielsweise auf die verschiedenen Jesusbilder ein, nimmt die Berichte römischer Geschichtsschreiber unter die Lupe, beleuchtet die Darstellung Jesu in den Evangelien, beschäftigt sich mit Aspekten seiner Lehre, seines Wirkens, seines Lebens und Sterbens. Er geht auf die Gleichnisse, die Wunder und Heilungen ein, schreibt über die Bedeutung des Fischsymbols ICHTHYS (Jesous Christos THeou Yios Soter) und über die grausamste Hinrichtungsart der Antike: das Kreuz und die Kreuzigung als Methode, wie man einen Menschen so brutal und langsam wie möglich zu Tode foltern kann.
„Wenn wir die Faszination, die vom Leben Jesu ausgeht, richtig verstehen wollen, kommen wir nicht an seinem Tod am Kreuz vorbei.“
„Die Menschwerdung Gottes, die Inkarnation, ist die Grundlage für Kreuz und Auferstehung.“
Im von Dr. Guido Baltes verfassten Anhang schreibt der Autor über die Quellen, die uns von Jesus berichten, die Überlieferungen, beginnend mit jenen durch Jesu Jünger nach seinem Tod. Dr. Baltes schließt auch die Geschichte des Saulus aus Tarsus mit ein, der als Sonderbevollmächtigter des Hohen Rates für die Verfolgung der christlichen Gemeinden unterwegs war und während dieser religionspolizeilichen Mission eine Begegnung mit dem auferstandenen Jesus hatte. Eine Begegnung, die sein Leben komplett verändert hat. Besonders die Informationen zu den Verfassern der Evangelien aus alten, historischen Quellen sowie den Evangelien selbst, die Handschriftenfunde, apokryphe Evangelien und dem lange währenden Kampf um die Schriftrollen aus Qumran als sensationellsten Fund antiker Handschriften alter Zeiten fand ich in hohem Maße interessant. Den Abschluss dieses informativen Anhangs bilden Aussagen außerbiblischer/nichtchristlicher Quellen und Hinweise auf Jesus, dem Tag seiner Kreuzigung, die Ereignisse am Pfingstfest 30n. Chr. Und das frühe Christentum.
Fazit: Obgleich die Lektüre „Faszination Jesus“ eine gewissen Aufwand an Zeit und hohe Konzentration erforderte, lieferte sie mir eine höchst anregende und äußerst informative Zusammenfassung der bekannten Fakten zu Jesus. Ich kann dieses Buch uneingeschränkt weiterempfehlen.
- Köhler Ruth und Wolfgang Richter
Berliner Leben 1806-1847: Erinnerungen und Berichte
(0)Noch keine Rezension vorhanden - Agatha Christie
Das unvollendete Bildnis
(110)Aktuelle Rezension von: buch_klatschIn diesem Fall von Hercules Poirot führt der Fall in die Vergangenheit. Carla Lemarchant möchte Klarheit über die Ereignisse vor 16 Jahren haben, als ihre Mutter für den Mord an ihrem Mannes angeklagt und verurteilt wurde.
Als Leser*in steigst Du direkt in die Handlung ein. In einem Prolog stimmt Dich Christie auf den Fall ein, der zunächst unlösbar klingt, aber nicht für Hercules Poirot.
Gewohnt rekonstruiert Poirot den Fall durch Befragungen und geschickte Aufforderungen an die Beteiligten, hierdurch entsteht eine angenehme Gespanntheit, die allerdings durch Wiederholungen zum Ende gebremst wird.
Es ist immer wieder bemerkenswert wie Agatha Christie mit schlichten Mitteln Leser*innen in Bezug auf Täter an der Nase herumführt und am Ende mit einer logischen Schlussfolgerung überzeugt.
━ 𝖥𝖠𝖹𝖨𝖳 ━
Ein nüchterner Krimi, der durch Befragungsprotokolle einen 16 Jahre zurückliegenden Fall rekonstruiert.
4 | 5 Sterne 🌟
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Buchige Grüße 📚📖,
Jeanette.
- Ingo Siegner
Der kleine Drache Kokosnuss bei den wilden Tieren
(16)Aktuelle Rezension von: LuiseLotteMit seiner Reihe um die Abenteuer des kleinen Drachen Kokosnuss und seiner Freunde Oskar, dem, weil Vegetarier, aus der Art geschlagenen Fressdrachenjungen und dem altklugen Stachelschwein Matilda hat Ingo Siegner einen Volltreffer gelandet! Tausende von Kindern im Vor- und Grundschulalter nebst ihren Eltern und Großeltern und sonstigen Vorlesern lieben den kleinen Drachen, dessen 25. Abenteuer, das von witzigen Einfällen geradezu übersprudelt, ihn zu den wilden Tieren Afrikas führt.Matilda befindet sich gerade dort, auf Schüleraustausch, um die Tiere zu interviewen. Der kleine Affe Jojo seinerseits ist ihr Austauschpartner, ein schnellsprechender, fröhlicher Knirps, den Oskars Vater, dem riesigen Fressdrachen Herbert Ohnesorge, genüsslich das Fürchten lehrt.Als dann ein Brief Matildas auf der Dracheninsel ankommt, beschließen Kokosnuss und Oskar, samt Jojo, nach Afrika zu reisen. Vor allem wollen sie das unerschrockene und oft zu wagemutige Stachelschwein davor warnen, sich auch den gefürchteten Leoparden, der keine Gnade kennt mit denen, die sich in sein Revier verirren, als Interviewpartner auszusuchen. Und da der Gründrache Eugen gerade vor dem Abflug ins Land der wilden Tiere steht, schließen sich ihm unsre Freunde flugs an - und ein neues Abenteuer kann beginnen!Nachdem sie mit dem Löwen und seinen drei Frauen Gudrun, Renate und Gisela näher Bekanntschaft schließen, als ihnen lieb ist und ihnen nur dank der von Jojo eilig herbeigerufenen Elefanten mit heiler Haut entkommen, treffen sie auf Burkhard Büffel und Nudel Nashorn, die ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Schlammbaden, nachgehen und die ihnen erzählen, dass Freundin Matilda tatsächlich unterwegs ist zu dem Leoparden! Da ist Eile geboten, und Kokosnuss, Oskar und Jojo eilen zu dem als "Übelgurke", "Stinkstiefel" und "Finsterling" verschrienen Raubtier, um Matilda zu retten. Das tut Not, denn der Leopard hat das Stachelschwein bereits in seinen Fängen - und die Drachen nebst Jojo im Handumdrehen auch! Jetzt ist guter Rat teuer - doch Kokosnuss, nie um eine zündende Idee verlegen, hat einen Plan: er hat nämlich bemerkt, dass der Leopard Probleme mit den Augen hat, nur aus nächster Nähe kann er erkennen, wen er vor sich hat. So verschafft der kleine Feuerdrache dem Leoparden eine Brille, die eigentlich dem Affenjungen gehört und gewinnt für sich und seine Freunde nicht nur die Freiheit zurück sondern verhilft dem Leoparden zu einer buchstäblich ganz neuen Sicht auf die Welt, was aus dem gefürchteten Räuber schließlich eine zufrieden schnurrende Katze macht...Und wenn obendrein die launige Geschichte noch mit den stets so treffenden und originellen Zeichnungen des Autors versehen ist, die man nicht müde wird anzuschauen, sind sie doch so detailliert, dass man immer wieder etwas Neues entdeckt, dann ist das Lesevergnügen perfekt und man freut sich schon auf das nächste Abenteuer der Kokosnussbande mitsamt den übrigen, längst liebgewonnenen Bewohnern der Dracheninsel, die so vielgestaltig, verschroben, verwunderlich und dennoch uneingeschränkt zum Liebhaben sind, dass man sich immer wieder aufs Neue über ein Wiedersehen freut.Auf dass Ingo Siegner die spaßig-skurrilen Einfälle nie ausgehen mögen! - Jack Steen
The Asylum Confessions - Beichten der Wahnsinnigen
(28)Aktuelle Rezension von: DarkOntour-liestNachdem ich es bei einigen Bloggenden entdeckt hatte und es mir dann auch noch empfohlen wurde, musste es mit. Also ab zu Thalia und go.
Und ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch ist unfassbar stark geschrieben, man fliegt nur so durch die Seiten und so hatte ich es in zwei Tagen durch. Das spricht für sich, würde ich sagen. Der Schreibstil ist ehrlich, locker und vor allem sehr schnell. Man fühlt sich wie in einem Podcast und wird nach wenigen Zeilen schon in den Sog der Geschichte gezogen.
Doch worum geht es hier eigentlich?
Wir haben hier Jack. Jack arbeitet in einer psychiatrischen Einrichtung und widmet dem vollkommenen Bösen seine Aufmerksamkeit.
So kommt es, dass er genau diesen Personen einen Deal anbietet. Die Straftäter:innen sollen ihm die letzte Beichte ablegen und dafür schickt er sie in den Tod. Klingt erst mal nicht schlimm, aber die Stories, die er dann aufgetischt bekommt, sind alles andere als harmlos. Sie triefen nur so vor Blut, Schmerz und dem menschlichen Abgrund.
Und genau das macht das Buch so interessant, denn wir haben hier vier Fälle, in denen Jack seinen „Dienst“ anbietet, und jeder Fall ist schlimmer als der andere. Sei es Kannibalismus, Mord oder Vergewaltigung, um nur einiges zu nennen. Der Autor weiß genau, was er hier tut. Er füttert uns nach und nach mit kleinen Häppchen, die zum Schluss alle immer intensiver werden.
Definitiv ein Buch, das im Kopf bleibt. Ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich hier eingelassen habe, aber ich habe es nicht bereut. Festa hat hier mal wieder ein Buch auf den Markt gebracht, das man so sonst nie finden würde. Ein starker Autor mit einem unfassbar fesselnden und sehr kurzweiligen Schreibstil.
- Matthias Debureaux
Die Kunst, andere mit seinen Reiseberichten zu langweilen
(4)Aktuelle Rezension von: BibliomaniaDiese kleine, entzückende Büchlein von Matthias Debureaux erzählt herrlich bissig und sarkastisch, wie man all seine Freunde, Verwandte und Bekannte vergrätzt. In kurzen Abschnitten erfährt man, wie man sich besonders beliebt macht, dass man am besten schon lange vor der Reise alle möglichen Informationen teilt, lang und breit erklärt, erzählt und im Nachhinein eigentlich alle verbessert, die eine eben solche Reise unternommen haben.
Da ich selbst gerade eine wirklich tolle Reise hinter mir habe, konnte ich mich durchaus in einigen Punkten wiederfinden, auch wenn ich hoffe, selbst nicht so übertrieben zu reagieren.
Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und musste die ganze Zeit grinsen. Ich glaube auch jeder andere kennt mindestens eine Person, die lang und breit die eigenen Reiseerlebnisse auswalzen muss und man selbst ermüdend daneben sitzt und sich eher langweilt als gut unterhalten zu werden.
Wer es also richtig machen will, sollte dieses amüsante Büchlein zum Thema Reisen ebenso lesen uns insbesondere abwarten, bis man nach der eigenen Reise gefragt wird ;) Einfach super! - Lars A. Fischinger
Der Tod - Irrtum der Menschheit: PSI-Phänomene, Nah-Tod-Erfahrungen, UFOs und das Leben nach dem Leben: Hängt alles mit allem zusammen?
(1)Aktuelle Rezension von: KeksisbabyNahtoderfahrungen, Kommunikationsversuche über Welten hinweg und Entführungen durch Außerirdische sind Phänomene, die sich der Wissenschaft entziehen. Schnell wird das Paranormale als Phantasterei abgeschrieben. Der Autor Lars A. Fischinger hat in über 500 Seiten Berichte von Vorkommnissen zusammengetragen und stellt eine Verbindung zwischen ihnen her. Wie kommt es das Schilderungen von Nahtoderfahrungen Parallelen aufweisen mit der Entführung durch Extraterrestrische. Gibt es Multiversen und sind Geistererscheinungen nur Stellen im Vorhang, die zu dünn geraten sind?
Wie viele bin ich fasziniert von Paranormalen Phänomenen. Natürlich suche ich als Naturwissenschaftler immer eine rationale Erklärung, dennoch glaube ich, dass es noch viele Dinge gibt, die sich unserem Verständnis entziehen. Von daher hat mich das Buch des Autors auch magisch angezogen. Das einleitende Kapitel war noch spannend und ich bin nur so durchgeflogen, aber dann begann es eintönig zu werden. Es wurde zu einer Aneinanderreihung von Zeugenberichten und Versuchen einer Erklärung wie dieses Phänomene zusammenhängen könnten. Es blieb jedoch bei dem Versuch, denn dem Autor gelang es nicht mir seine Sicht näher zu bringen, seine Überzeugung warum oder wie diese Erlebnisse zusammenhängen könnten. Ich hätte jede noch so abstruse Theorie willkommen geheißen. Positiv ist zu bemerken, dass das Werk sehr gut recherchiert ist und vor Quellenangaben nur so strotzt. Es liest sich eher wie eine wissenschaftliche Abhandlung und dennoch vermisse ich die Quintessenz, die Begründung oder wenigstens die Positionierung ob es nun ein Leben nach dem Tod gibt. Alles in allem war die Lektüre sehr unbefriedigend für mich, ich habe dennoch bis zum Ende durchgehalten, weil ich glauben möchte das etwas nach dem Leben existiert und hoffte in den zahlreichen Quellen etwas zu finden, was mich überzeugt.
Nach der Lektüre muss ich jedoch ernüchternd feststellen, dass dieses Buch für mich schlicht keinen Aussagewert hat und es in keinem Fall etwas erklärt.
- Keigo Higashino
Böse Absichten
(103)Aktuelle Rezension von: Mary2Mit „Böse Absichten“ habe ich mich erstmals einem japanischen Kriminalroman gewidmet. Das Buch ist Teil einer größeren Reihe um Kommissar Kaga. Leider sind bislang nur zwei Bände ins Deutsche übersetzt worden, so dass ich als Leserin nicht die vollständige Entwicklung der Ermittlerpersönlichkeit nachvollziehen konnte.
In „Böse Absichten“ wird der Erfolgsautor Kunihiko Hidaka in seinem Haus ermordet aufgefunden. Die Offenbarung des Täters geschieht schon frühzeitig im Buch, spannend wir die Lektüre jedoch durch die komplizierte Suche nach dem Motiv. Durch abwechselnde Erzählperspektiven (Kommissar Kaga bzw. Osamu Nonoguchi als Freund des Opfers) und stilistische Variationen bleibt die Lektüre über die insgesamt 256 Seiten immer interessant. Die Auflösung ist nachvollziehbar und dennoch auch überraschend. Das Motiv reicht weit in die Vergangenheit zurück.
Für mich war dieser Kriminalroman ein sehr interessanter Einblick in die japanische Literatur. Der Autor pflegt einen sehr sachlichen Stil und kommt ohne die Schilderung von Gewaltszenen aus.
Das Leseerlebnis war zwar ungewohnt, hat meine Perspektive aber deutlich erweitert.
Ich gebe daher eine Leseempfehlung für Krimi-Fans, die einmal über den Tellerrand hinausblicken möchten.
Von mir gibt es vier Sterne.
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