Bücher mit dem Tag "bertolt brecht"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "bertolt brecht" gekennzeichnet haben.

17 Bücher

  1. Cover des Buches Der gute Mensch von Sezuan (ISBN: 9783518475010)
    Bertolt Brecht

    Der gute Mensch von Sezuan

    (515)
    Aktuelle Rezension von: very_bad_books

    MEINUNG:


    Obwohl ich das Buch nur aufgrund des Deutschunterrichtes gelesen habe, hat es mir sehr gefallen.🥰 Es wurde immer wieder Spannung aufgebaut und man fragte sich wie es wohl weitergehen soll. Bertolt Brecht veranschaulichte auch sehr gut, dass es fast unmöglich ist, ein guter Mensch zu sein und trotzdem menschenwürdig zu leben.😔 Die Menschen sind einfach zu gierig und wenn man ihnen den kleinen Finger reicht, wollen sie gleich die ganze Hand. Ich mochte, dass er seine Leser zum Nachdenken anregen wollte und zumindest bei mir hat das auch funktioniert.📚💭

  2. Cover des Buches Geschichten vom Herrn Keuner (ISBN: 9783518465172)
    Bertolt Brecht

    Geschichten vom Herrn Keuner

    (53)
    Aktuelle Rezension von: Lyriker
    Man fragt sich: Wie kommt eine derartige Fülle in solch kurze Geschichten?

    -Ein besonderes Erlebnis jenen Kunst-Erguss  genießen zu dürfen
  3. Cover des Buches Die Königin von Berlin (ISBN: 9783426307717)
    Charlotte Roth

    Die Königin von Berlin

    (93)
    Aktuelle Rezension von: ReadingWitch

    Rezension "Die Königin von Berlin" 

    Ich liebe Geschichten über außergewöhnliche und starke Frauen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen und sich von Rückschlägen nicht einschüchtern lassen. Das Leben solch einer Frau hat Charlotte Roth in ihrem Roman „Die Königin von Berlin“ aufgegriffen und dem Leser eindrucksvoll nähergebracht.

    Carola Neher war eine berühmte, deutsche Schauspielerin in den Goldenen Zwanziger Jahren. Sie war auch eine Muse von Bertolt Brecht. Für sie schrieb er die Rolle der Polly Peachum in der Dreigroschenoper. Auch Brecht wird in diesem Buch detailliert beschrieben. Wobei ich sagen muss, dass es mir vorher gar nicht klar war, dass er solch eine unsympathische und egozentrische Person war. So was wird im Deutschunterricht in der Regel nicht thematisiert. Den Gegenpart dazu bildet der einfühlsame und sensible Alfred Henschke, genannt Klabund, den Carola im Laufe der Geschichte heiratet.

    Gleich zu Beginn schreibt Charlotte Roth, dass ihr Roman keine Biographie ist, sondern eine Erzählung über eine Frau, die von ihrem Ehrgeiz und ihrer Liebe zum Schauspiel getrieben wird. Mit ihrer leichten und mitreißenden Erzählweise lässt sie das Theater der zwanziger Jahre für den Leser wieder lebendig werden. 

    Mit zwanzig Jahren schmeißt Carola Neher ihre Stelle in einer Bank und ihr enges bürgerliches Leben in München hin und verlässt diese Stadt mit dem nächsten Zug. Sie will nach Berlin auf die große Bühne, doch ihr Geld reicht nur für ein Ticket nach Baden-Baden. Sie bekommt dort kleinere Rollen am Theater und schafft es schließlich nach Berlin. Dort lernt sie den jungen Brecht kennen, der genauso wie sie für seinen Erfolg über Leichen zu gehen scheint. Er sieht ihr Talent, beginnt mit ihr zu proben und verspricht ihr den großen Durchbruch. Doch für ihren Platz auf der Bühne muss Carola selbst kämpfen. Im Laufe der Zeit lernt sie auch Klabund kennen, der so ganz anders als Brecht Carola emotional berührt. Sie heiratet ihn aus Liebe und Pflichtgefühl heraus.

    All diese Ereignisse und Verwicklungen bis hin zum dramatischen Finale beschreibt die Autorin auf eine bewegende Art und Weise. Die Charaktere erscheinen dem Leser plastisch und real. Die Szenen sind faszinierend und packend dargestellt.

    Fazit

    „Die Königin von Berlin“ ist ein großartiger Roman, den man kaum zur Seite legen möchte und bedauert, dass neben den Goldenen Zwanzigern auch die Geschichte um die Schauspielerin Carola Neher ein Ende findet. Diese Geschichte ist nicht nur bloße Unterhaltung, sie inspiriert einen auch zum Handelt und die eigenen Träume einfach zu verwirklichen.

    https://www.readingwitch.com/post/die-koenigin-von-berlin

  4. Cover des Buches Leben des Galilei (ISBN: 9783518475003)
    Bertolt Brecht

    Leben des Galilei

    (588)
    Aktuelle Rezension von: Karla_die_Freie

    Das Leben des Galilei wurde sehr interessant geschrieben. Das Buch habe ich in der Schule gelesen und es war auf gar keinen Fall langweilig. 

  5. Cover des Buches Die Zeitreisende (ISBN: 9783833889172)
    Ute Lemper

    Die Zeitreisende

    (40)
    Aktuelle Rezension von: Linda-Odd

    Ich kannte Ute Lemper bisher nur vom Namen her, lese jedoch gerne Biografien und auch gerne von älteren Frauen die bereits mehr gelebt haben als ich.

    Ich habe noch sehr viel neues aus der deutschen Geschichte gelernt. Sei es der Farsleben Zug, das Verhalten der deutschen Presse gegenüber Marlene Dietrich und auch ihr selbst (hat sich wenig verändert in der Zeit), die Nazi Bunker unterhalb des Potsdamer Platzes.

    Man spürt wie sehr sie für ihre Kunst lebt und einsteht und kaum Kompromisse eingeht.

    Liebe es auch weiterhin zu erfahren was für ein untalentierter Arsch Andrew Lloyd Webber ist. Keine Musikerbiografie ohne eine Erwähnung seines nicht vorhandenen Talentes Songs für Frauen zu schreiben.

    Lieben wir.

  6. Cover des Buches Der kaukasische Kreidekreis (ISBN: 9783518475065)
    Bertolt Brecht

    Der kaukasische Kreidekreis

    (111)
    Aktuelle Rezension von: sommerlese
    "*Bertholt Brecht*" schrieb 1944 sein Theaterstück "*Der kaukasische Kreidekreis*".


    Die Handlung führt zu einer Kolchose von Ziegenbauern im Kaukasus, die der benachbarten Obstbauernkolchose ein fruchtbares Stück Land überlässt. Um sich dafür zu bedanken führen die Obstbauern ein Theaterstück auf.

    Ein Kind aus reichem Haus wird von seiner leiblichen Mutter inmitten von Kriegswirren verlassen. Die arme Magd Grusche kümmert sich um das Kind, beschützt es, weil sie es wirklich liebt. Als die Mutter nach Kriegsende zurückkehrt, will sie das Kind zurückhaben, um an sein Erbe zu kommen. Der Streit um das Kind wird im Kreidekreis vom Dorfschreiber und damit Armeleuterichter Azdak entschieden.


    Brecht ist ein begnadeter Autor, der seine Leser oder das Theaterpublikum durch seine erzählenden Stücke zum Nachdenken bringen wollte. Er hat eine überaus einnehmende Erzählkunst, die menschliche Fehler aufzeigt, den Eigennutz und die Selbstsucht anprangert und dennoch ein großartiges Stück Literaturgeschichte ist, dem man inhaltlich verfällt.

    Die fremd klingenden Eigennamen sind anfangs schwer zu fassen, man gewöhnt sich jedoch schnell daran und wird mit ihnen bekannt. Der einzigartigen Erzählung kann man sich nicht entziehen, sie ist das Herzstück dieses gelungenen Theaterstückes, das Emotionen weckt, aufwühlt und die Tragweite der menschlichen Art erkennen lässt. 
    Die Charaktere stellen sich als Beispiele der menschlichen Gesellschaft dar, den Zuschauern wird regelrecht der Spiegel vorgehalten.
    In der Rahmenhandlung versteckt sich ebenfalls die Geschichte des Richters Azdak.
     
    Brecht bringt in diesem Stück seinen Wunsch zum Ausdruck, humanes Verhalten zur gesellschaftlichen Realität werden zu lassen. Wer wirklich liebt, verzichtet auf eigene Vorteile und gibt der geliebten Person Freiraum und auch Schutz.

     
    Ein Theaterstück, welches durch seine epische Form typisch für Brecht ist und mich immer wieder begeistert.  

  7. Cover des Buches 1920 (ISBN: 9783351037772)
    Wolfgang Martynkewicz

    1920

    (7)
    Aktuelle Rezension von: Buecherwurm1973

    1920 ist die Zeit des Umbruchs. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Monarchie abgeschafft. Die neugegründete Demokratie ist noch sehr fragil und instabil. Es herrscht Unordnung und Chaos. Das schlägt sich auch auf die Kunst nieder. Der Dadaismus findet den Weg nach Deutschland. In den Büchern verarbeiten die Autoren ihre Erfahrungen aus dem Krieg und somit ist dieser nach wie vor präsent. Die Wissenschaft und Forschung macht nun riesen Fortschritte. Anstatt sich an den neuen Möglichkeiten und wissenschaftlichen Theorien zu erfreuen, werden sie als Humbug verschrien. Im Falle von Einstein sogar mit seiner Religion verbunden.

    Der Autor bezieht sich nicht nur auf das Jahr 1920, sondern wagt einen Blick in die Vergangenheit und die Zukunft. Um die ganze Tragweite des Schaffens zu begreifen, muss man ein Blick zurück und vorwärts werfen.

    Das Buch ist nicht ganz einfach zu lesen. Es ist sehr viel Stoff und vielschichtig geschrieben. Ich musste langsam lesen, um alles aufzunehmen und verarbeiten zu können. Ich habe jeden Fall eine neue Sichtweise auf die Weimarer Republik, einmal nicht aus der Sicht Politik.  

  8. Cover des Buches Hauspostille und Songs der Dreigroschenoper (ISBN: 9783942656795)
  9. Cover des Buches Der Jasager und Der Neinsager (ISBN: 9783518101711)
    Bertolt Brecht

    Der Jasager und Der Neinsager

    (16)
    Aktuelle Rezension von: Ninifee
    Beeindruckend.
  10. Cover des Buches Allein im Miteinander (ISBN: 9781518724862)
    Sven Hensel

    Allein im Miteinander

    (1)
    Aktuelle Rezension von: ElyseoDaSilva
    Sven Hensel hat ein Theaterstück geschrieben - das wird vermutlich einige Menschen davon abhalten, ihn zu lesen, sollte es aber nicht! Mit bemerkenswerter und schonungsloser Klarsicht zerpflückt er den Alltagsrassismus anhand der Begegnungen, die Kiosk-Besitzer Murat widerfahren. Gerade die Treffsicherheit, mit der Hensel seine Figuren und deren unhinterfragte Denkschemata aufzeigt, verursachte mir ein ums andere Mal Würgereiz - denn mit Fug und Recht wirft er die Frage auf: Haben wir aus unserer Geschichte eigentlich nichts gelernt?
    In Zeiten von wiedererstarkendem braunen Gedankengut sollte diese Lektüre wahrlich Pflicht in den Schulklassen sein - stünde einzig zu befürchten, dass die Schüler sich ihr aus genau diesem Grund verweigern würden.
    Allein im Miteinander jedenfalls ist ein politisches Stück, dass mich mit seinem Brennen stark an Bert Brecht erinnert.

  11. Cover des Buches Liebesgedichte (ISBN: 9783458684374)
    Bertolt Brecht

    Liebesgedichte

    (19)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer
    „… und ich verbeuge mich in den Wind“ (S.49)

    Zum Inhalt:

    Brecht „hinterließ mit über 2000 Gedichten und drei großen Lyriksammlungen eines der umfangreichsten und gewichtigsten lyrischen  Werke der deutschsprachigen Literatur des 20. Jh.s.“1), so kommentiert Kindlers Neues Literaturlexikon das Lyrische Werk Brechts. In dem vorliegenden Band werden thematisch zusammengestellt einige der Liebesgedichte Brechts vor den Vorhang dieser überwältigenden Fülle geholt. 50 Stück sind es an der Zahl bei denen Brecht immer wieder zwischen lyrischen Formen changiert. In der Regel eingängig, melodiös gehalten ergänzen sich dabei Form und Inhalt in organischer Art und Weise, was den Leser oft mehr spüren als intellektuell analytisch erfassen lässt, was hinter oder zwischen den Worten ausgedrückt werden soll. Zumal die Perzeption und Interpretation gerade in Sachen Liebe eine ausgesprochen subjektive ist, wobei sich die Lyrik hierbei geradezu anbietet Brücken zwischen Gefühl und literarischem Ausdruck zu schlagen. So ist eines der für mich persönlich beeindruckendsten Gedichte aus diesem Band „Morgens und abends zu lesen“, de es in einer beeindruckenden Schlichtheit die Dualität von Zweisamkeit und Eigenliebe einfängt. Sonette, Balladen, Lieder selbst einfache kurze Stabreime spiegeln das Œvre Brecht in diesem Band ansatzweise wieder und machen die Lektüre zu einem Genuss.

    Fazit:

    Der kleine Band aus der Insel-Bibliothek kann nur als ein thematischer Einstieg in das lyrische Schaffen eines der bedeutendsten Schriftsteller des deutschen Sprachraumes dienen. Dies jedoch gelingt ihm außerordentlich gut. Elisabeth Hauptmann hat mit viel Gespür, sowohl für Autor wie für Leser, eine Auswahl arrangiert, welche die handwerkliche, wie auch inhaltliche Bandbreite Brechts ansatzweise wiedergibt. Auf jeden Fall ein überaus lesenswerter Beitrag mit dem die Insel-Bibliothek ihrem Anspruch erneut gerecht wird.


  12. Cover des Buches Bertolt Brecht (ISBN: 9783644517516)
  13. Cover des Buches Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht.: Textanalyse und Interpretation mit ausführlicher Inhaltsangabe und Abituraufgaben mit Lösungen (Königs Erläuterungen) (ISBN: 9783804420366)
  14. Cover des Buches Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (ISBN: 9783518188637)
    Bertolt Brecht

    Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny

    (21)
    Aktuelle Rezension von: Robin_Neuner

    Herauszuheben ist die Sicht auf die heutige Zeit. Vergleicht man die Geschichte mit heute, wird einem gruselig bewusst, dass sich wenig verändert hat.

  15. Cover des Buches Vom Küssen der Kröten (ISBN: 9783453406650)
    Hellmuth Karasek

    Vom Küssen der Kröten

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Karaseks Glossen aus der Berliner Morgenpost und dem Hamburger Abendblatt, schnwankend zwischen hochkulturell und persönlich-gaga, heutzutage ein schöner Rückblick auf die Mitte der Nullerjahre (2004-2008). Was macht man, wenn die Fußballliebe eine Familie zerteilt, wer ist Koch und wer Kellner im Verhältnis Schröder-Fischer, und immer noch besser von den beiden (ab)serviert zu bekommen als vom "lupenreinen Demokraten" Wladimir Putin (wegen Beresowski Litwinenko Politkowskaja Juschtschenko), da kann eine alptraumartige Essenseinladung schon mal zu schwißnassen Nächten führen. Und Laura Karasek kommt auch vor, liebe Grüße!

  16. Cover des Buches Flüchtlingsgespräche (ISBN: 9783518222744)
    Bertolt Brecht

    Flüchtlingsgespräche

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Trotat

    Die Gespräche der beiden einzigen Figuren - der Arbeiter Kalle und der Physiker Ziffel, beide aus dem Deutschland der 40er-Jahre nach Helsinki geflohen - haben aufgrund ihrer Kurzweiligkeit und ihres teilweise verborgenen Sprachwitzes einen gewissen Charme. Entstanden ist das Werk, welches Bertolt Brecht selbst nicht veröffentlichte, 1941 während Brechts Exil in Finnland. Besonders gefallen haben mir die politiktheoretischen und philosophischen Einschübe, welche sich hervorragend dazu eignen, als für sich stehende Absätze - nicht jedoch als "schlaue Sätze" - zitiert zu werden. Abgesehen davon, dass eine weitere (vielleicht störende) Figur die beiden ungleichen und sich doch sehr einigen Figuren sicherlich interessant gewesen wäre, störte mich beim Lesen nur, dass das Werk nicht vor Druck noch einmal bearbeitete wurde. Ein Beispiel von Unsauberkeiten, die dadurch im Text zu finden sind, ist der fast ausschließliche Gebrauch von "Wieheißterdochgleich", während nur gegen Ende an einigen Stellen von Hitler gesprochen wird.

    Ansonsten werde ich dieses Buch wahrscheinlich dann wieder zur Hand nehmen, wenn ich die beiden unterschiedlichen Gruppen des "Volkes", die Bedeutung des Wortes "ausgebrochen" oder den Nährwert von Humor auf trockenem Brot nachschlagen möchte.

  17. Cover des Buches Brecht (ISBN: 9783462051988)
    Heinrich Breloer

    Brecht

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Giselle74

    Brecht. Roman seines Lebens. So lautet der knappe Titel dieses 527-Seiten-Wälzers. 527 Seiten, das ist doch nicht viel, wird so mancher denken. Und dann noch unzählige Photos, das liest sich doch recht schnell. Irrtum. Das zieht sich wie die B4. Rechts ein Dorf und links ein Baum und immer geradeaus.
    Zunächst muss man wissen, dass das Ganze ein Buch zum Film ist. Es gibt einen Film? Es gibt einen Film. Mit Burghart Klaußner als Brecht und Adele Neuhauser als Helene Weigel. Die beigefügten Bilder sind daher meist aus diesem Film, Originalphotos sind so gut wie nicht vorhanden. Die etwas unbeholfen eingefügten Erklärungen zu Drehbelangen hätte es meiner Meinung nach nicht gebraucht, aber vielleicht gehören die zu einem solchen Buch-Film-Konzept zwingend dazu, wer weiß?
    Dann "Roman seines Lebens", nicht Biographie. Breloer füllt seine Recherchelücken mit hättekönntewürde, geschrieben wie eine penible Inhaltsangabe des Films: "Augsburg, eine Gasse in der Nacht. Wir blicken auf eine hohe Mauer. Ein Lampion erscheint, wie ein Ton auf einer Notenlinie..." (S.42)
    Es geht um den "privaten" Brecht, um den Menschen hinter der Fassade des Genies, weniger um seine Werke. Die werden natürlich genannt, größere Erfolge oder Niederlagen am Theater auch beschrieben, an der Recherche ist nichts auszusetzen, aber in erster Linie sind es die Beziehungen und Liebschaften, die rechts und links unserer Landstraße liegen, die den Autor angezogen haben müssen wie die Motte das Licht.
    Und, was soll ich sagen? In der nächsten Zeit wird niemand den Namen Brecht nennen können, ohne dass es mich gewaltig schüttelt. Ein zudringlicher Widerling, egoistisch, narzistisch und gefühlskalt, dabei zum Ausgleich rücksichtslos, Herr der Besetzungscouch und lüstern über jede Jungschauspielerin herfallend. Aber nur so konnte er selbstverständlich das Beste aus den Damen herausholen. Aha.
    Brechts Genie waren alle untertan, der hatte immer das hellste und größte Zimmer und ausreichend Platz für seinen Harem. Und so geben sich 527 Seiten lang die Bewunderinnen die Türklinke in die Hand. Dazwischen schreibt der Meister Stücke und huldigt dem Kommunismus. Lebt in seiner Theater- und Schlafzimmerblase und verpasst die tatsächlichen Ereignisse in der DDR. Waren nun aber auch nicht seine Probleme, der Brecht konnte ja ein- und ausreisen und seine Meinung ungestraft kundtun. Puh.
    Ich bin mit Brechts Texten groß geworden. Vor allem mit der Dreigroschenoper und Mahagonny, aber natürlich auch mit der Courage oder der Heiligen Johanna. Sein episches Theater, sein Umgang mit der Sprache, seine Forderung, das Publikum selbst denken zu lassen, haben Großes und Großartiges auf den Theaterbühnen entstehen lassen.
    Dem Menschen Brecht, wenn er denn Breloers Beschreibungen entsprochen hat und davon gehe ich doch weitestgehend aus, dem Menschen hätte ich nicht begegnen mögen. Der Autor Brecht hat die Theater gefüllt, der Mensch Brecht hat mich in seiner Vorhersehbarkeit geärgert und gelangweilt. Eine Liebelei und noch eine Liebelei, und das in Endlosschleife.
    Oder wie er es selbst formuliert hat in der "Ballade von der sexuellen Hörigkeit":

    Da steht nun einer fast schon unterm Galgen
    Der Kalk ist schon gekauft, ihn einzukalken.
    Sein Leben hängt an einem brüch’gen Fädchen.
    Und was hat er im Kopf, der Bursche? Mädchen!
    Schon unterm Galgen, ist er noch bereit.
    Das ist die sexuelle Hörigkeit.

  18. Zeige:
    • 8
    • 12
    • 24

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks