Bücher mit dem Tag "besetzung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "besetzung" gekennzeichnet haben.

74 Bücher

  1. Cover des Buches Ein Bild von dir (ISBN: 9783499269721)
    Jojo Moyes

    Ein Bild von dir

     (810)
    Aktuelle Rezension von: Cora_Jeffries

    Da ich bereits "Die Tage in Paris" gelesen habe, war ich auf dieses Buch sehr gespannt. Es ist die Geschichte von Sophie und Edouard. Aber auch von Liv.

    Kaum hatte ich mit Lesen begonnen, war ich komplett in der Story abgetaucht. Habe Sophie auf Schritt und Tritt begleitet. Ich finde es immer interessant, wie die Menschen um 1912 gelebt haben und vor allem war dies kein schönes Jahr für sie. Überall waren Soldaten, verängstigten die Menschen in Frankreich. Jeder Schritt wurde überwacht und wenn dies schon nicht genug war, musste sie aufpassen, was die anderen über sie erzählt wird.

    Liv ist seit vier Jahren Witwe und weiß nicht so wirklich, was sie tun soll. Sie hat Schulden und lebt im Haus, dass ihr Mann David erbaut hat. Sie lernt Mo, eine Kellnerin, kennen. Kurzerhand zieht sie übergangsweise bei Liv ein. So recht schlau bin ich aus Mo nicht geworden. Sie ist sprunghaft und hat zwei Jobs.

    Paul ist ein verständnisvoller Mann und lernt Liv durch einen Zufall kennen. Was er aber nicht weiß, ist, dass sie das Bild hat, nachdem er schon lange sucht.

    Der Roman hat mich so in seinem Bann gezogen, dass ich komplett die Zeit vergessen habe. Der Schreibstil ist flüssig und herzergreifend.

  2. Cover des Buches Alles Licht, das wir nicht sehen (ISBN: 9783442749850)
    Anthony Doerr

    Alles Licht, das wir nicht sehen

     (364)
    Aktuelle Rezension von: lillywunder

    Es gibt ja diese Romane, die sind einfach wunderschön, selbst wenn in ihnen gleichzeitig ganz schön viel Schrecklichkeit steckt. Einer davon ist der (mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete) Roman "Alles Licht das wir nicht sehen" von Anthony Doerr, der es meisterhaft versteht, die Grausamkeiten des Krieges genauso einzufangen wie den Zauber des Lebens. 


    Erzählt wird die Geschichte von zwei Kindern, die während des zweiten Weltkrieges aufwachsen. Werner, der mit seiner Schwester als Waisenkind im Ruhrgebiet aufwächst und dessen Zukunft als Bergarbeiter unter Tage schon festzustehen scheint. Und Marie-Laure, ein blindes Mädchen, das hunderte Kilometer entfernt in Paris bei ihrem Vater, einem Museumsmitarbeiter, aufwächst. Beide sind sie von Wissenschaft fasziniert, haben ein forschendes, lebendiges Interesse an der Welt. Werner, der schon in jungen Jahren ein Verständnis für Mathematik und Technik entwickelt und sich in der Nachbarschaft einen Namen macht, da er gelernt hat, Radios zu reparieren. Und Marie-Laure, die in Braille-Schrift einen Roman von Jules Verne nach dem anderen verschlingt, Ausflüge ins Museum macht und die kniffligen Rätsel ihres Vaters im Nullkommanix löst. Als der Krieg heraufzieht, kündigt sich auch in ihren Leben das Unheil an. Bei Werner, der mit seinen herausragenden technischen Fähigkeiten ins Visir der Nazis gerät und auf Umwegen in einer Spezialeinheit der Wehrmacht landet. Und bei Marie-Laure, die mit ihrem Vater aus Paris fliehen muss und dabei den wohl wertvollsten Besitz des Museums vor den Deutschen retten muss.


    Anthony Doerr erzählt beide Handlungsstränge parallel, immer abwechselnd in sehr kurzen Kapitelchen von oft nur zwei bis drei Seiten und auch wenn mir diese Erzählweise in anderen Roman nicht immer zusagt, so passt es hier ganz großartig und das (doch recht dicke) Buch liest sich schnell weg, frei nach dem Motto "ein Kapitelchen les ich noch". Die beiden Geschichten sind am Anfang noch unverbunden, man merkt aber immer mehr, dass sie sich aufeinander zu bewegen und im August 1944, wenn die französische Küstenstadt Saint-Melo als letzte Nazi-Festung unter Bombenhagel steht, zusammentreffen werden. Bis dahin spielt das Radio ein wichtiges und verbindendes Element, dessen Wirkung beinahe magisch aufbereitet wird. Überhaupt ist Anthony Doerr ein Meister der poetischen Sprache, seine Sätze strotzen vor Ausdruckskraft und Schönheit, wenn sie beispielsweise die sinnlichen Wahrnehmungen der blinden Marie-Laure beschreiben und verfehlen dennoch auch ihre erschreckende Wirkung nicht, wenn die Grausamkeiten der Nazi-Umerziehung von Kindern oder der Bombardierungen beschrieben werden. Die sehr aufgeladenen Metaphern waren mir persönlich manchmal ein wenig zu viel des Guten und wirkten das ein oder andere Mal etwas angestrengt. Ein kleines Kritikpünktchen, über das ich gern hinwegsehe bei diesem ganz wunderbar erzählten Roman.

  3. Cover des Buches Das Haus der verlorenen Kinder (ISBN: 9783746632209)
    Linda Winterberg

    Das Haus der verlorenen Kinder

     (124)
    Aktuelle Rezension von: spozal89

    Von der Autorin kenne ich bereits andere Bücher und ich liebe Ihren Schreibstil. Die Bücher sind immer sehr berührend und die Schicksale der Protagonisten nehmen einen mit. Auch "Das Haus der verlorenen Kinder" hat mich wieder sehr berührt und ich mag es wie Vergangenheit und Gegenwart zusammen spielt. An sich klingt die Story sehr realistisch und ich kann mir gut vorstellen, dass es damals wirklich so war, hin und wieder war es mir aber einen Tick zu viel Kitsch und zu unglaubwürdig - vor allem der Schluss der Geschichte.
    Alles in allem hatte ich aber schöne Lesestunden und ich werde sicher noch mehr von der Autorin lesen.

  4. Cover des Buches Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (ISBN: 9783596510979)
    Milan Kundera

    Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

     (1.139)
    Aktuelle Rezension von: apirateslifef0rme

    Und diese Verwirrung habe ich in diesem Fall absolut nicht als etwas negatives wahrgenommen. Den Figuren als Außenstehende*r dabei zu verfolgen, wie sie sich und die Menschen um sich herum verletzen, geht unter die Haut. 

    Das Buch verlangt einem viel ab. Immer wieder erkennt man Charakterzüge an den Figuren, die einem seltsam bekannt vorkommen, und im nächsten Moment verflucht man die Figuren für ihre Handlungen (bei mir jedenfalls war es so). Ehe man sich versieht landet man so in der selben Ambivalenz und Verwirrung, in der auch die Figuren stecken.

    Ich habe diese unerträgliche Leichtigkeit beim Lesen gespürt, es war schlimm und faszinierend zugleich und hat mich lange nicht losgelassen.

  5. Cover des Buches Die Nachtigall (ISBN: 9783746636337)
    Kristin Hannah

    Die Nachtigall

     (502)
    Aktuelle Rezension von: Katharina83

    Dieses Buch hat mich geflasht. 

    Anfangs dachte okay wieder zwei Sichtweisen. Aber dann ging es los ab Mitte des Buches konnte ich es nicht mehr weg legen. Zum Ende hin hatte ich sogar Angst es könnte das eintreten was im meinem Kopf als end szenarium entstanden war. 

    Gott sei Dank kam es nicht so 

    Ich kann es nur empfehlen es zu lesen. 

  6. Cover des Buches Der Glanz von Südseemuscheln (ISBN: 9783453418196)
    Regina Gärtner

    Der Glanz von Südseemuscheln

     (80)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee

    Samoa, 1914: Mathilde Hinrichs wartet auf eine letzte Maschine, um mit ihrem Bruder Fritz endlich die Konservenfabrik für Ananas in Betrieb zu nehmen, die sie auf ihrer Plantage anbauen. Doch der Erste Weltkrieg kommt ihren Plänen zuvor. Mit der neuseeländischen Besatzung verliert die Insel nicht nur den Status als deutsches Hoheitsgebiet, auch die deutsche Bevölkerung verliert nach und nach ihren Besitz und ihre Rechte. Mathilde kämpft aber weiterhin für die Erfüllung ihres Traums.


    Mathildes Cousine Alma ist mit ihrem Mann Joshua nach Sydney gezogen, wo er als Kapitän meist auf See ist. Daher bekommt er zunächst gar nicht mit, dass mit dem Kriegsausbruch eine extrem antideutsche Stimmung in Australien herrscht, die Alma und den Sohn Max vor Schwierigkeiten stellt. Als Joshua schließlich während einer Tour als verschollen gilt, muss Alma ebenfalls mit ungeahnten Widrigkeiten kämpfen.


    Es ist schon mehrere Jahre her, dass ich das Vorgängerbuch „Unter dem Südseemond“ gelesen habe, und ich hatte etwas Sorge, nicht mehr zu den Charakteren und in die Handlung zurückzufinden. Doch Alma und Joshua sind mir in Erinnerung geblieben und die Sorge war unbegründet. Mathilde war ebenfalls ein sehr spannender und interessanter Charakter. Sie ist sehr unabhängig und unternehmerisch, das hat mir imponiert. Überhaupt sind die Frauen hier die Starken. Die Männer sind mit Ausnahme Scott Turners, beinahe ständig unterwegs oder interniert, so dass die Hauptlast der Versorgung bei den Frauen liegt. Das empfand ich als sehr authentisch.


    Man merkt, dass Regina Gärtner wieder sehr gut recherchiert hat, um die Atmosphäre während des Ersten Weltkriegs, sowohl in Australien als auch auf Samoa, einzufangen. Dies ist ihr hervorragend gelungen. In der Schule haben wir damals eher die Auswirkungen als die Details des Ersten Weltkriegs behandelt, daher war es mir zum Beispiel neu, dass deutsche Kriegsschiffe bis in den Indischen Ozean hinein in Kampfhandlungen verwickelt waren. Die Besetzung Samoas durch neuseeländische Soldaten bis hin zum Gewissenskonflikt bei Mathilde, als sie für Turner arbeitet und sich dann in ihn verliebt, sind authentisch und fesselnd dargestellt. 

    Im Gegensatz dazu war Almas Teil oft geradezu gemächlich erzählt. Bei beiden Frauen wünschte ich mir an einem Punkt, dass die Handlung nun den nächsten Schritt tut, sonst wäre es über kurz oder lang zu eintönig. Zum Glück geschah dieser Schritt dann auch kurz darauf.


    In einem Punkt war mir der glückliche Zufall dann etwas zuviel, nämlich als es um den Jungen Patrick und seine Herkunft ging. Daher vergebe ich „nur“ vier Sterne. Das obligatorische Happy End kommt aber sehr stimmig daher, wie ich es von einem Historischen Roman mit Liebesgeschichte erwarte. Insgesamt empfand ich sowohl „Unter dem Südseemond“ als auch „Der Glanz von Südseemuscheln“ als sehr stimmig und atmosphärisch erzählt. Dabei habe ich außerdem noch viel über das Leben in der ehemaligen deutschen Kolonie Samoa gelernt, einen literarischen Schauplatz, den ich bis dato noch nie „besucht“ habe.

    Ich kann die beiden Romane um Alma und Mathilde allen empfehlen!

  7. Cover des Buches Kreuzschnitt (ISBN: 9783426306048)
    Øistein Borge

    Kreuzschnitt

     (102)
    Aktuelle Rezension von: Benni91

    "Kreuzschnitt" von Oistein Borge ist der erste Teil einer Krimi-Serie rund um dem Ermittler Bogart Bull, der in Norwegen seinem Job nachgeht,. Nachdem dieser vor kurzem sowohl Frau, als auch seine Tochter bei einem Autounfall verloren hat, ist dieser aber verzweifelt bis depressiv...... Bogart kennt den Verantwortlichen für diesen Unfall selbst durch seine Arbeit, aber auch, dass dieser schwer behindert ist, scheint ihn nicht zufrieden zu stellen.....

    Als in Frankreich der schwerreiche norwegische Unternehmer ins einer Villa ermordet wird, wird Bull abkommandiert und ermittelt in der Folge mit den französischen Behörden in diesem Verbrechen.... Auffällig ist, dass nichts gestohlen wurde, sondern nur ein Bild von Edward Munch mitgenommen wurde..... Lange bleib es nicht bei nur diesem einen Opfer, in der Familie kommt es zu einem weiteren Todesfall..... Sind das Zufallsopfer, oder steckt ein persönliches Motiv hinter diesen Taten? 

    Die Hauptgeschichte fand ich wirklich kreativ, es geht u.a. um die die 1940er Jahre und die Konflikte zwischen den französischen Widerstandskämpfern und Nationalsozialisten.... Dieser Handlungsstrang wird vor allem in der Vergangenheit erzählt und gegen Ende hin schlüssig mit der Gegenwart verknüpft..... Bull als Charakter fand ich durchaus sympathisch und auch der französische Ermittler Moulin hat mir sehr gefallen. 

    Kurz vor dem Ende wartet "Kreuzschnitt" auch nochmal mit einer überraschenden Wendung auf, die ich durchaus gelungen fand... Allerdings war mir die Entlarvung des Täters ein wenig zu abstrakt und manche Längen führen zu diesem einen Punkt Abzug.... Dennoch wirklich eine originelle Geschichte, die für mich dennoch nicht ganz an den 3. Teil heranreicht.... Teil 2 steht noch auf der Leseliste....  Gute 4 Sterne von mir! 

  8. Cover des Buches Der Hunger der Lebenden (ISBN: 9783548291215)
    Beate Sauer

    Der Hunger der Lebenden

     (106)
    Aktuelle Rezension von: biancasch

     Friederike Matthée ermittelt in einem Mordfall. Das Opfer ist eine ehemalige Kriminalbeamtin und die Täterin ist sofort gefunden… Natürlich nicht! Das Opfer war in der Vergangenheit auch Täterin und die Tatverdächtige ein Opfer. Und ist sie überhaupt die Täterin? 

    Die Geschichte spielt in der Nachkriegszeit und die Liebe darf auch nicht fehlen.

    Mehr möchte ich gar nicht schreiben. Das Buch ist unterhaltsam, kurzweilig und leicht zu lesen. 

    Eine tolle Urlaubslektüre.

  9. Cover des Buches Welt in Flammen (ISBN: 9783499268434)
    Benjamin Monferat

    Welt in Flammen

     (120)
    Aktuelle Rezension von: Alexandra_Wagner

    einer meiner absoluten Lieblingsthriller, toll geschrieben und Action pur

  10. Cover des Buches Seelen (ISBN: 9783551312495)
    Stephenie Meyer

    Seelen

     (5.286)
    Aktuelle Rezension von: maikengreimel

    Ich habe so eine leichte Hass-Liebe mit mehrteiligen Geschichten... weil sie dich einerseits extrem in den Bann ziehen, wenn sie gut sind, andererseits oft an Qualität des Storytellings ab Band 2 mangeln. Nicht immer, after öfters. Seelen ist für mich persönlich ein wunderbares Beispiel für eine Geschichte, die man auf viele Bücher aufblasen könnte, aber glücklicherweise die Tiefe der Details nur in eines gepackt hat. Daher ist das Buch gespickt voll mit Details und spannenden Wendungen. Von meiner Seite eine Empfehlung! 

  11. Cover des Buches Das letzte Licht des Tages (ISBN: 9783426227121)
    Kristin Harmel

    Das letzte Licht des Tages

     (112)
    Aktuelle Rezension von: baronessa

    „Vorsicht Spoiler!“

    Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hat auch Folgen für die französischen Weinbauern. Sie müssen zwar ihren besten Wein den Deutschen liefern, aber dennoch bleibt die Angst um ihr Leben. Das hält sie aber nicht zurück, um sich den Widerstand anzuschließen. Sie verstecken Gewehre und Munition, tauschen Informationen und bieten Flüchtlingen Unterschlupf. Für Inés ändert sich das Leben auf dem Weingut ebenso. Anstatt der verwöhnten Ehefrau bislang muss sie sich jetzt ebenso an den Weinanbau beteiligen. Sie fühlt sich desillusioniert und nicht mehr geliebt, sie willigt in eine Liaison ein. Ihr Ehemann bemerkt dies nicht, denn er hat längst Gefühle zu einer Anderen. Als Inés dies bemerkt, fährt sie wütend zu ihrer Freundin Edith nach Reims. Ihr Alkoholzustand lockert ihr die Zunge, zu spät bemerkt sie ihren Fehler und setzt damit eine gewaltige Lawine in Gang. 

     

    Liv hat alles verloren. Ihre Ehe ist gescheitert, ebenso ihr Kinderwunsch. Den Job hat sie dafür aufgegeben und jetzt steht sie vor dem Nichts. Zeit um im Mitleid zu versinken hat sie nicht. Ihre Großmutter steht überraschend vor der Türe und will sie zu einer Reise abholen. Frankreich weckte ihre Lebensfreude und Optimismus, wenn da nicht die Geheimnistuerei ihrer Großmutter wäre, als sie eine Fahrt nach Reims antraten. Dort begegnete sie auch Julien, der Anwalt ihrer Großmutter. Liv erfuhr, dass ihre Großmutter lange hier lebte, aber die Hintergründe blieben ihr versperrt. Ihre Großmutter wurde immer mysteriöser, je mehr Fakten auftauchten. Liv wollte endlich Klarheit über die Vergangenheit und rechnete nicht damit, dass sich ihr Leben damit für immer verändern würde. 

     

     

    Meine Meinung:

    Fangen wir diesmal mit dem Ende an, denn ich kann euch versichern, dass das Buch 5 Sterne von mir erhält. Ich kann es euch sehr empfehlen, denn es hat alles, was eine gute Geschichte braucht. 

     

    Als Erstes hat mich der Klappentext angesprochen und ebenso der Titel. Ich dachte nur – das hört sich nach einer packenden Geschichte an. Ist es auch! 

    Es gibt zwei verschiedene Handlungsstränge, die sich im Laufe der Geschichte hervorragend verbinden. Dazu gibt es Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Das Geschehen lässt sich flüssig lesen, obwohl es zwei verschiedene Zeitepochen sind. Offenbart werden diese in dem jeweiligen Kapitel mit Zeitangabe und Personenangabe. 

     

    Die Protagonisten haben keine Sympathiewerte, passen aber zu ihren jeweiligen Charakteren. Inés ist jung, unachtsam und töricht, sie denkt nicht nach, sondern handelt einfach. Liv ist älter und bedacht, sie hat kein positives Lebensgefühl. Sie tut mir leid, denn es hört sich nicht nach einem guten Leben an. Die Großmutter ist faszinierend in ihrem Charakter oder mann kann es auch kompliziert nennen. Einerseits ist sie exentrisch, dennoch mutig und vollkommen widersprüchlich. Sie kann man schlecht in einer Schublade packen. Kann man Verständnis aufbringen für sie? Nein und ja! Fehler begeht jeder, sie hat jedenfalls Wiedergutmachung geleistet, das muss man ihr hoch anrechnen. 

    Die Männer in dem Roman sind außer Julien auch nicht gerade sympathisch. Sie haben zwar auch ihre gute Seiten, aber dennoch lethargisch gegenüber ihren Frauen. Vieles hätte vermieden werden können, wenn man nicht nebeneinander her gelebt hätte, sondern miteinander. 

     

    Das Geschehen ist dramatisch, schließlich wird eine Zeit heraufbeschworen, die man heute am liebsten vergessen würde. Es sind die bildhaften Darstellungen, die die Begebenheiten aufleben lassen. Man spürt die Angst und ebenso die Hoffnung. Die Szenerie ist also sehr gut interpretiert. 

     

    Wie schon geschrieben, mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Sie ist ergreifend, tragisch und doch voller Hoffnung. Dazu spielt sie in einer Umgebung, wo man nur an etwas Prickelndes denkt und nicht an Gewalt. 

    Sehr gut gelungen – hat mich überzeugt, deswegen auch 5 Sterne dafür. 

     

     

    Fazit: 

    Großartiges Zusammenspiel von zwei Zeitebenen, die eine bedeutsame Historik aufweisen. Die Veranschaulichung des Milieus und der Charakterisierung der Protagonisten ist sehr gut gelungen. Der Werdegang des Geschehens verliert nicht an Spannung, sondern er überzeugt auch ebenfalls durch seine Wendungen. 

     

  12. Cover des Buches Niemand weiß, dass du hier bist (ISBN: 9783492059183)
    Nicoletta Giampietro

    Niemand weiß, dass du hier bist

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Lealein1906
    Ich habe jetzt schon so einige Bücher aus dem Zweiten Weltkrieg gelesen, aber dieses hier hat mir noch einmal ein paar ganz neue Facetten offenbart. Zudem hat es ganz besondere Charaktere.
    Lorenzo ist 12 Jahre alt und kommt bei seiner Tante in Siena unter. Dort wartet er darauf, dass seine Eltern ihn zurückholen. In seinem jugendlichen Eifer ist Lorenzo zusammen mit seinem Freund Francesco überzeugter Faschist. Doch dann lernt er Daniele kennen, einen Juden. Da fängt er an nachzudenken.
    Am Anfang fiel es mir schwer, mit Lorenzo klarzukommen, wegen seiner hohen Meinung vom Krieg und dem Faschismus. Allerdings habe ich mich auch gefragt, wie ich wohl als 12-Jährige gedacht hätte, wenn man unter so einer Prägung aufwächst. Trotzdem ist Lorenzo ja von Anfang an ein lieber Junge und durch den Wandel, den er während des Buches durchmacht, mag man ihn immer mehr. Dadurch hatte auch ich das Gefühl, immer mehr in die Geschichte reinzuwachsen.
    DIe Beschreibungen von Siena während des Krieges fand ich sehr beeindruckend, da muss wirklich auch viel Recherchearbeit dahinterstecken. Die Sprache fand ich dafür sehr gut gewählt. Sie passt total gut zum Buch. Ich findeNicoletta Giampietro erzählt gerade die Details, die oft auch traurig sind, genau richtig lebendig und eindrücklich und bewegend.
    Es ist so wichtig, dass es diese Bücher gibt, die aus diesen Blickwinkeln, und vielleicht gerade die eines kleinen Jungen, auf den Krieg schauen, sodass etwas hoffentlich nie wieder vorkommt.
    Dafür gibt es auf jeden Fall 5 Sterne von mir.
  13. Cover des Buches Die leuchtenden Tage am Bosporus (ISBN: 9783458363972)
    Lucy Foley

    Die leuchtenden Tage am Bosporus

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Betsy
    "Die Minarette erheben sich in ihrer bleichen Eleganz bis in die Wolken hinauf. Die Stadt wirkt, als läge sie in einem Dornröschenschlaf."

    Istanbul 1921: Auch nach Ende des Krieges ist die Stadt noch immer von den siegreichen Entente-Mächten besetzt und die Einwohner haben sich notgedrungen mehr oder weniger damit arrangiert. Mittendrin die junge Nur, die aus wohlbehüteten Verhältnissen entstammt und fließend Englisch spricht, nun aber ihr Dasein gemeinsam mit ihrer Mutter und Großmutter, sowie einem von ihr aufgenommenen verwaisten Jungen, in einer kleinen Wohnung fristet und sich neben dem Unterrichten mit Näharbeiten durchschlägt. Ihr Mann ist im Krieg gefallen, ihr geliebter Bruder verschollen und ihr ehemaliges Zuhause nun ein britisches Militärkrankenhaus. Als der Junge jedoch schwer krank wird, springt sie über ihren Schatten und bringt ihn zum leitenden britischen Arzt George, der nun in ihrem alten Zuhause lebt. Obwohl Nur in ihm den Feind sieht und nur Verachtung für ihn und seinesgleichen übrig hat, entspinnen sich dennoch nach und nach zarte Bande zwischen ihnen, die eigentlich nicht sein dürfen.

    "Die Finger, die die Zigarette halten, sind geschmeidig, elegant. Und doch, erinnert sie sich selbst, sind es die Hände von einem Menschen der nicht viel besser ist als ein Schlachter. Sie hat Augen, sie sieht die Uniform; er mag Arzt sein, aber er ist auch Soldat. Sein Titel ist nur ein eleganter Euphemismus für "Mörder"."


    Die Autorin versteht es mit Worten umzugehen und den Leser von Anfang an in ihren Bann zu ziehen, so poetisch, stimmungsvoll und berührend ist diese Geschichte, die trotz der ernsten Themen, und einer damit alles andere als leichten Handlung, nichtsdestotrotz einfach wunderschön ist. Dabei fließt die Geschichte recht ruhig dahin, schafft es aber dennoch den Leser zu fesseln, weil man bis zuletzt gespannt ist wie sie enden wird und dabei immer wieder gekonnt mit den Emotionen des Lesers gespielt wird. Dies gelingt nicht nur durch die melancholisch märchenhafte Atmosphäre, sondern vor allem auch, weil die Personen unglaublich vielschichtig dargestellt werden und auf sehr authentische Weise aufgezeigt wird, wie tragisch Krieg für alle Beteiligten ist und die Grenze zwischen Opfer und Täter oftmals nur hauchdünn ist, je nachdem wie die Umstände sind.

    "Krieg bedeutet, schreckliche Dinge für einen guten, ja sogar edlen Zweck zu tun. Jedes Kind weiß das. Jede Armee hat Verräter getötet, das ist einfach ein weiteres tragisches, aber notwendiges Nebenprodukt des Krieges. Es liegt nichts Würdevolles darin, sich selbst zu quälen."


    Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und auch Zeitebenen erzählt. Anfänglich muss man sich ein wenig auf die schnellen Wechsel einstellen, vor allem da alles noch keinen echten Zusammenhang ergibt. Dies legt sich aber sehr rasch und gerade durch die unterschiedlichen Perspektivwechsel, die übrigens schön gekennzeichnet sind, bekommt man wunderbare Einblicke in die jeweiligen Personen und ist oftmals selbst hin- und hergerissen, da alle hier ihre ganz eigene Geschichte haben die sie ausmacht.

    Da wäre zum einen die für ihre Zeit sehr gebildete und selbstständige "Nur", eine Türkin, die einige Verluste hinnehmen musste, miterlebt hat wie ihr Zuhause von ihren Feinden okkupiert wurde und sich dennoch nicht unterkriegen lässt. "George", ein britischer Militärarzt, der offen für die Lebensweise des Orients ist und dessen Schönheit erkennt, aber auch schlimme Dinge im Krieg gesehen hat und offenbar ein Geheimnis hütet. Der "Junge", der von Nur aufgenommen wurde nachdem sie ihn in den zerbombten Trümmern seines Hauses gefunden hat und der anfänglich durchaus ein wenig für Fragezeichen beim Leser sorgt, weil man erst nach und nach mehr zu seinem Hintergrund erfährt und was genau es mit ihm auf sich hat. Der "Gefangene", der an der Front im 1. WK kämpft, beim Massenmord an den Armeniern dabei ist und von dem am Ende nichts mehr an den einst so sanften und lebensfrohen Mann erinnert, der er einmal war, sowie der "Reisende", der viele Jahrzehnte später mit einem Koffer voller wertvoller Erinnerungsstücke eine lange Reise antritt und quasi die Rahmenhandlung zu der ganzen Geschichte bildet. Der Inhalt des Koffer verknüpft dabei auf wunderschöne Art und Weise die Gegenwart mit der Vergangenheit, denn jeder einzelne Gegenstand daraus hat seinen ganz besonderen Platz in dieser Geschichte. Durchaus für eine gewisse Spannung sorgt dann auch die Identität des Reisenden, da man erst zuletzt wirklich sicher sein kann, um wen es sich dabei handelt, denn die Autorin versteht es durchaus geschickt den Leser immer mal wieder ein wenig unsicher werden zu lassen, ob er wirklich derjenige ist, für den man ihn hält.

    Der Leser taucht hier ein in das bunte und geschäftige Treiben auf dem Basar, bekommt die Schönheit am Bosporus gezeigt und kann die Gerüche der orientalischen Gewürze und des Kaffees fast schon selbst wahrnehmen. Zugleich zeigen sich aber auch die immer noch vorhandenen Spuren des Krieges, wie zerstörte Wohnviertel, Menschen die aus ihren Häusern vertrieben wurden, sowie das Misstrauen und der Unmut gegen die Besatzer. Vor allem über den Armenienkonflikt erfährt man einiges, der hier wie eine verhängnisvolle Wolke immer wieder über dem Ganzen zu schweben scheint und dessen Schilderungen einem einfach nur unter die Haut gehen. Besonders traurig ist dabei allerdings die Tatsache, dass dieser an den Armeniern verübte Genozid von der Türkei bis heute nicht anerkannt wird.

    "Die Wirren des Krieges", sagt er. "Ich glaube, die Menschen denken in dieser Situation, dass sie Teil von etwas Größerem sind als sie selbst. Doch häufig sind sie zu weniger geworden. Weniger menschlich. Sie werden zu Teilen einer Maschinerie, und eine Maschinerie besitzt keine Moral."


    Und inmitten all dieser Dinge entspinnt sich eine wunderschöne Liebesgeschichte, die so ganz anders ist als man es von anderen Geschichten her gewöhnt ist und gerade deshalb ihren ganz eigenen Reiz hat. Einerseits sehr subtil und regelrecht unschuldig, aber zugleich von einer Intensität die man selten so spürt wie hier, wo selbst eine kleine Berührung etwas Bedeutsames ist.

    Mit dem Ende zeigt die Autorin hier einmal mehr, dass sie ihr Handwerk versteht, denn erst auf der letzten Seite fügt sich jedes noch so kleine vorherige Detail zu einer wunderschönen Gesamtkomposition zusammen und präsentiert dem Leser einen emotionalen, aber auch unglaublich stimmungsvollen und passenden Abschluss zu dieser Geschichte. Damit wirkt die Geschichte nicht nur noch einige Zeit nach, sondern sorgt auch für feuchte Augen bei Leser.

    Schön wäre allerdings noch ein kleines Glossar mit all den türkischen Begriffen gewesen, die hier vorkommen, selbst wenn sich ein Großteil beim Weiterlesen von selbst erklärt, sowie ein paar historische Eckdaten, die das Ganze noch mal schön abgerundet hätten, auch wenn das nichts daran ändert, dass die Geschichte für sich genommen einfach großartig ist.

    Fazit: Eine wunderschöne, aber auch sehr berührende und melancholisch anmutende Geschichte, die mit ihrer wortgewaltigen und bildhaften Sprache, sowie ihrer ruhigen und gefühlvollen Art in der sie erzählt wird, verzaubert. Einmal mehr zeigen sich hier die verschiedensten Gesichter des Krieges und man wird gefangen genommen von der inneren Zerrissenheit der jeweiligen Protagonisten, die sehr authentisch dargestellt werden. Ein wunderbares Buch, das sowohl optisch als auch vom Inhalt her zu begeistern vermag und großes Gefühlskino bietet, ohne jedoch kitschig zu sein. Für mich eines dieser Bücher, das mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.
  14. Cover des Buches Die Rosenzüchterin (ISBN: 9783734109003)
    Charlotte Link

    Die Rosenzüchterin

     (411)
    Aktuelle Rezension von: eriS

    Franca leidet unter psychischen Problemen und Angstzuständen. Ohne ihre Tabletten geht sie nirgends hin. Im Auftrag ihres Mannes fliegt sie nach Guernsey und erleidet da eine nächste Panikattacke nachdem kein Hotelzimmer mehr verfügbar ist. Alan läuft ihr in diesem erbärmlichen Zustand über den Weg und nimmt sie mit zu seiner Mutter Beatrice. Hier findet sie für ein paar Tage Unterschlupf. Der Abstand von zu Hause und ihrem gewohnten Umfeld, dass sie immer mehr runterzieht, tut ihr sehr gut und sie fühlt sich richtig frei. Während ihres Aufenthaltes freundet sich sich mit der Hauptprotagonistinnen Beatrice und Helene an und erfährt deren Geschichte.

    Beatrice ist auf der Insel aufgewachsen und ging bei einem Fluchtversuch ihrer Eltern im Getümmel verloren. Sie ist nun ganz alleine auf der von deutschen besetzten Insel. Erich Feldmann, Mitglied der deutschen Wehrmacht und seine Frau ziehen ins Elternhaus von Beatrice ein und ziehen sie wie ihre eigene Tochter auf. Hier nimmt die gemeinsame Geschichte von Beatrice und Helene ihren Lauf.

    Beatrice erzählt in 'Die Rosenzüchterin' Franca ihre Lebensgeschichte und versucht ihr aus ihrem "Schneckenhaus" zu finden. Leider geraten gegen Schluss beide in eine unschöne Geschichte und das fröhliche Miteinander wird durchgeschüttelt.

    Das Buch ist in zwei Zeitstränge aufgeteilt. Während Beatrice ihre Geschichte erzählt, wird ein Rückblick in die entsprechende Zeitspanne gemacht. Dadurch kann die Geschichte noch viel intensiver erlebt werden. Aus meiner Sicht handelt es sich erst bei den letzten ca. 200 Seiten um einen Kriminalroman, davor gleicht es eher einem historischen Roman, wo der Leser einiges über die Besetzung der Insel zu Kriegszeiten erfährt.

  15. Cover des Buches Ein Ort für unsere Träume (ISBN: 9783734105678)
    Kristin Harmel

    Ein Ort für unsere Träume

     (29)
    Aktuelle Rezension von: eulenmatz

    MEINUNG:

    Bisher war ich immer großer Fan von Kristin Harmel, aber die letzte Jahre habe ich ihre Bücher ein wenig schleifen lassen. Ein Ort für unsere Träumeist bereits 2018 erschienen. 

    Die Geschichte beginnt 1939 in New York. Ruby, ein junge Amerikanerin, die aus Kalifornien stammt, studiert in New York. Durch Zufall lernt sie den Pariser Marcel Benoit kennen und verliebt sich in ihn. Sie zieht mit ihm nach Paris. Zu dieser Zeit haben die Deutschen bereits Frankreich besetzt. Um die Ehe zwischen Ruby und Marcel ist es nicht gut bestellt. Es gibt immer wieder Auseinandersetzungen, da Marcel immer wieder verschwindet und auch sehr dünnhäutig ist. Ruby schließt Freundschaft mit der jüdischen Nachbarstochter Charlotte. Eines Tages erreicht Ruby die Nachricht, dass Marcel getötet worden ist. Doch Ruby findet in diesen Zeiten eine Aufgabe, die sie am Leben hält.

    Kristin Harmel hat eine große Faible für Paris und Geschichte, die dort zur Zeit des zweiten Weltkriegs spielen. Ihr erster Roman, Solange am Himmel Sterne stehen, spielt auch zu dieser Zeit, wenn auch die Geschichte etwas anders ist. Ein Ort für unsere Träume beginnt in der Gegenwart und endet auch dort, aber ansonsten spielt das Buch komplett zur Zeit des 2. Weltkriegs von 1939 bis 1944/45. Ich würde es daher auch als historischen Roman bezeichnen, auch wenn es das Cover nicht vermuten lässt. Es beginnt gemächlich, für mich irgendwann ein bisschen zu gemächlich. Natürlich kenne ich die Geschichten von Kristin Harmel und am Ende gibt es häufig ein großes Geheimnis, was gelüftet wird. Bis dahin ist die Geschichte ganz interessant, aber auch nichts, was nicht schon gelesen hat. Ruby schließt sich wie ihr Mann Marcel der Resistance Bewegung an. Ich habe hier Parellelen zu Kristin Hannahs Die Nachtigallgesehen.

    Man liest immer wieder im Wechsel aus der Sicht von Ruby, Charlotte und einem Piloten namens Thomas. Diese Kapitel beginnen recht früh und natürlich ist klar, dass Thomas wichtig für die Handlung ist, aber sein Fliegerleben fand ich leider nicht so spannend. Es gab auch viele technisches Infos, die ich recht schnell überlesen habe. Dennoch kann ich nicht sagen, dass mich die Geschichte am Ende nicht berührt hat. Diese emotionale Feuerwerk am Ende, was sich tief im Herzen festsetzt, dass kann Kristin Harmel einfach gut schreiben, nur der Weg dorthin war mir ein bisschen zu langatmig. Im Nachwort erfährt man auch, wie sie auf die Idee gekommen ist für Ruby.

    FAZIT:

    Ein Ort für unsere Träume ist eine Geschichte, die zur Zeit der deutschen Besetzung in Paris während des zweiten Weltkriegs spielt, Die Autorin hat reale Ereignisse hier fiktiv neu zusammen gesetzt. Sie greift ein Thema auf, welches schon in vielen Romane verarbeitet wurde, daher war es für mich kein neuer Stoff mehr. Der Weg zum sehr emotionalen Ende, hätte ein bisschen spannender und interessanter sein können. Ich bin dennoch gespannt auf die neueren Bücher der Autorin.

     

  16. Cover des Buches Der Bogenschütze (ISBN: 9783499258336)
    Bernard Cornwell

    Der Bogenschütze

     (99)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28

    Einen kurzen Blick auf das Geschehen erlaubt die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:

    Ich bin ein grosser Freund von historischen Romanen in denen historische Fakten und Figuren mit einer fiktiven Erzählung verknüpft werden. Das ist auch hier der Fall. 

    Die Geschichte spielt Mitte des 14. Jahrhunderts zu Beginn des 100jährigen Krieges und wimmelt von historischen Fakten und schildert einige der grösseren und kleineren Auseinandersetzungen sowie auch einer der bedeutendsten Schlachten dieser Zeit. Das alles hat der Autor verknüpft mit dem Leben und Schicksal seines Protagonisten.

    Die Schreibweise ist hervorragend, sie erzeugt ein gutes Tempo wo dies erforderlich ist und vermittelt Ruhe wo dies gewünscht ist.

    Die Figuren sind sehr sorgfältig gezeichnet und werden dem Leser gut präsentiert. Man kann sich in die Hauptfigur gut hineinversetzen.

    Das Buch ist spannend und hat mich sehr gut unterhalten; ausserdem hat es mir mächtig "Appetit" auf die beiden Folgebände gemacht.

  17. Cover des Buches Tauben im Gras (ISBN: 9783518188927)
    Wolfgang Koeppen

    Tauben im Gras

     (225)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Hier geht's zur Kurzmeinung auf meinem Blog.


    Kurzmeinung

    + beeindruckender Stil, vor allem die vielen Synonyme und bildhaften Umschreibungen, die sich auseinander entwickeln und in freien Assoziationsketten aneinander gefügt werden

    + fließende Übergänge zwischen den Perspektiven durch Verknüpfung über unvollständige Sätze oder identische Worte

    + starke Verflechtung der Perspektiven, indem die Figuren sich wechselweise begegnen


    - sprachlich so komplex, dass es sehr viel Konzentration erfordert und anstrengend zu lesen ist

    - fühlt sich ziellos an, auch wenn das Ziel, das München der Nachkriegszeit zu analysieren, durchaus erreicht wird

  18. Cover des Buches Eine Frau in Berlin (ISBN: 9783442737949)
    Anonyma

    Eine Frau in Berlin

     (134)
    Aktuelle Rezension von: Liebes_Buch

    Nach dem Krieg gab es Massenvergewaltigungen. 

    Der Verlag lobt die Autorin dafür, kein Sekbstmitleid zu zeigen.

    Ihr Freund trifft es eher. Als er zurück kommt, sagt er, sie sei wie eine Hündin geworden. Sie schreibt selber, sie will überleben wie ein Tier. Sie schreibt auch, es habe ihr körperlich nicht geschadet, sie sei gesund.

    Wenn man in Deutschland Hilfe gesucht hat, weil die Oma etc durch solche Erlebnisse traumatisiert war, wurde man ausgelacht. Deutsche sind stolz drauf, angeblich alles ohne Schaden wegzustecken, überlegen und unkaputtbar. In Wahrheit aber nur kalt und vertiert.

    Wie es in diesem Buch heisst: das gehört halt dazu.

    Wie Deutsche mit Katastrophen umgehen, ist einfach abscheulich.Hier werden die Deutschen auch ein Volk von Stummen  genannt.

    Ein sicher aufschlussreiches Buch. Man möchte schreien.




  19. Cover des Buches Die Töchter der Sturminsel: Roman (ISBN: B08F24WN8N)
    Judith Nicolai

    Die Töchter der Sturminsel: Roman

     (28)
    Aktuelle Rezension von: busdriver

    "Die Töchter der Sturminsel" ist ein berührender, trauriger Roman, der seine Leser auf die englische Kanalinsel Guernsey führt. 

    Die deutschen Besatzer werden 1942 in privaten Haushalten der Inselbewohner untergebracht. Da die meisten von ihnen nach England geflohen sind, deportiert oder verhaftet wurden, leben nur noch wenige Einheimische dort. 

    Nicht alle Deutschen sind überzeugte Nazis, so wie Florian, der Sanitäter. Er verliebt sich in Alice, die Hofbesitzerin. Hat ihre Liebe eine Chance?

    Und dann ist da noch Friedericke, die Frau des Wehrmachtsoffiziers, die sich mit Henry Durant anfreundet. Sie fühlt sich einsam auf der Insel und wendet sich dem jungen Mann zu. Der hat aber ganz andere Pläne...

    Was wäre, wenn diese Menschen in Friedenszeiten aufeinander getroffen wären? Welche Freundschaften wären entstanden! Diese Geschichte beweist wieder einmal, dass sich Liebe ihren Weg sucht, trotz aller Widrigkeiten.

    Die Autorin hat diese zwei Liebesgeschichten perfekt verwoben mit dem historischen Hintergrund, den Schrecken des Krieges und die Hoffnungslosigkeit der Menschen. Man fühlt mit den Figuren und hofft, dass alles bald ein Ende hat. Spannend und einfühlsam erzählt, ist dieses Buch ein wahrer Lesegenuß!



  20. Cover des Buches Sieben Jahre in Tibet (ISBN: 9783492403993)
    Heinrich Harrer

    Sieben Jahre in Tibet

     (122)
    Aktuelle Rezension von: Buchtel

    Ich überlegte zuvor 4 von 5 Sternen zu vergeben, aber nach den grade gelesenen letzten Zeilen konnte ich nicht anders und gab 5.

    Worte aus dem Buch von Heinrich Harrer:Es ist mein großer Wunsch, mit diesem Buch ein wenig Sympathie und Verständnis zu wecken für ein Volk, dessen Wille, in Freiheit und Frieden leben zu dürfen, in der Welt so wenig Beachtung gefunden hat.

    Heinrich Harrer wurde 1912 in Österreich geboren und gehörte 1936 der Olympia-Mannschaft an. Bekannt war es zunächst als Skiläufer und Bergsteiger. Kein Wunder, das der Himalaya ihn lockte.

    Nach einer Expedition in Asien wurde er in ein indisches Internierungslager gesteckt. Nach mehreren Fluchtversuchen gelang ihm die Übersiedlung in das neutrale Tibet. Eine lange Reise auf dem Dach der Welt beginnt und Harrer setzt sich mit tibetischen Beamten, widrigen Witterungsbedingungen und der dünnen Hochlandluft auseinander. 


    Er durchwandert mehrere hundert Kilometer und überwindet viele Höhenmeter (bis zu über 6000 Meter!). Seine Reise führt ihn zur verbotenen Stadt Lharsa, die heilige Hauptstadt der Tibeter in Osttibet, Sitz des 14. Dalai Lama, dem geistigen Oberhaupt, dem Gottkönig oder auch der 14. Inkarnation Tschenresis, dem Lebenden Buddha. 

    Harrer und Kundün, der damals14-jährige Dalai Lama, kommen 1949 auf verschiedene Weisen in Kontakt miteinander. Eine lebenslange Freundschaft verbindet sie schlussendlich. 

    Die Tibeter faszinieren mich. Durch die europäischen Augen Harrers erfuhr ich in dem Buch von den sieben Jahren in Tibet, auf denen Harrer auf der Flucht war, die Gastfreundschaft und den Glauben der Tibeter kennenlernte und es schnell schaffte, unter ihnen ein Leben aufzubauen, dass er nach seinem ungewollten Fortgang aus diesem Land durch die kommunistischen Rotchinesen oft schmerzlich vermissen sollte.

    Zentral im buddhistischen Glauben steht die Überwindung des Ego. Da gibt es Mönche, die bewusst ihren Geist vom Körper trennen, Orakel, die in Trance die Geschehnisse bestimmen und eine unvergleichlich schöne Burg auf einen roten Felsen, in welcher die Inkarnation eines Gottes lebt und ein ganzes Volk segnet. 


    Harrer lebte unter den sanften Tibetern mit ihrem kindlichen Humor, in einer Umgebung, die den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, missachtet, dennoch anderen Menschen und Religionen tolerant gegenüber aufgestellt war und den Frieden und die Harmonie liebten.

    Heutzutage scheint das tibetische Hochland als Teil von China zu bestehen, ein Gedanke von Unabhängigkeit lebt im Exil. Der Dalai Lama konnte nach Indien fliehen...

    Der Schreibstil des Buches ist eher ein langer und detailreicher Bericht. Wörtliche Rede kommt nicht vor. An manchen Stellen erschien der Text etwas langatmig. In vielen Anekdoten beschreibt der Autor von seiner Reise und seinen Erlebnissen in Lharsa. Die Aussage des Buches hat mich jedoch mitten ins Herz getroffen. Mit Spannung habe ich jede Seite gelesen. Ich habe mich in das mit Worten beschriebene tibetische Hochland und seine Menschen verliebt.

  21. Cover des Buches Der Reisende (ISBN: 9783785725979)
    Arnaldur Indriðason

    Der Reisende

     (22)
    Aktuelle Rezension von: HighlandHeart1982
    Der Reisende ist der erste gemeinsame Fall der beiden Ermittler Thorson und Flóvent.

    Inhalt

    Der Mord an einem jungen Handelsreisenden könnte brutaler nicht sein. Er wurde in der Wohnung eines ehemaligen Schulkameraden regelrecht hingerichtet. Da es sich bei der Tatwaffe um einen amerikanischen Revolver handelt, mischt sich die Militärpolizei in die Ermittlungen der isländischen Polizei ein. Schnell kommt der Verdacht auf, dass es sich um einen Fall von Spionage handeln könnte.

    Meine Meinung

    Ich habe bisher alle Bücher von Arnaldur Indridason gelesen, die auf dem deutschen Markt erhältlich sind. Die Ermittler Thorson und Flóvent sind mir nicht unbekannt, da ich ihre bisher weiteren Fälle schon kannte.

    Ich finde es sehr interessant, dass man in diesem Buch das erste aufeinander treffen der beiden erlebt, und sich von Anfang an zeigt, wie gut die Zwei sich ergänzen.

    Der Schreibstil ist wie immer grandios, und man fliegt wieder einmal förmlich durch die Seiten, und ehe man sich versieht, ist das Buch auch schon vorbei.

    Ich finde auch dass das Cover die gesamte Stimmung des Inhalts wieder sehr gut herüber bringt.

    Desweiteren finde ich persönlich es faszinierend mehr über die isländische Geschichte in der zeit der Besatzer zu erfahren. Natürlich ist die Handlung wie immer fiktiv, aber sie wirkt sehr authentisch, was das ganze greifbar macht.

    Der Fall ist schockierend und spannend zu gleich, und zeigt die Abgründe der menschlichen Seele auf.

    Wenn man sich für die Zeit des Nationalsozialismus interessiert, ist es interessant, zu erfahren, dass es auch in Island mal eine Partei gegeben hat, die diesem Gedankengut zugetan war.

    Auch die Rolle der Deutschen, und deren Einfluss wird wieder einmal sehr anschaulich aufgezeigt.

    Fazit

    Mir hat dieses Buch, wie fast alle des Autoren, wieder sehr gut gefallen und ich bin sehr gespannt, wie es mit Thorson und Flóvent weiter gehen wird. ich hoffe, es wird da noch ein paar Fälle geben.

    Ein Muss für alle Fans von nordischen Krimis.
  22. Cover des Buches Das Bücherzimmer (ISBN: 9783423195287)
    Rosemarie Marschner

    Das Bücherzimmer

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Lesezeichenfee

    Marie Zweisam ist die Hauptperson in Rosemarie Marschners Buch: Das Bücherzimmer. Der Leser darf die Zeit mit ihr verbringen, als sie 14 ist, und in Linz als Dienstmädchen arbeitet, danach pflegt sie ihre kranke Mutter bis zu ihrem Tod und dann heiratet sie einen Bäcker, dank der vielen Arbeit und seiner Mutter kommt es zur Scheidung. Was davor und danach passiert, wird auch erzählt, das Ende eher kurz und knapp.



    Die Zeit als Dienstmädchen wird ziemlich ausführlich beschrieben. In dieser Zeit liest man auch, wie es ihr zuvor als „Bastard“ gegangen ist. Ihre Mutter hat ein Kind bekommen, obwohl sie nicht verheiratet war. Da sie „nur“ eine Bauerntochter war und ihr „Freund“ aus einem guten Linzer Hause, kam eine Hochzeit nicht in Frage. Marie wurde in ihrer Schulzeit immer gehänselt, aber sie war eine sehr gute Schülerin und ihr Lehrer hätte sie gerne studieren lassen. In dieser Zeit lernt man auch die Ohnesorgs kennen. Sehr sympathische Juden. Leider erfährt man nach ihrer „Flucht“ nichts mehr von ihnen. Ich hätte nun vermutet, dass Marie und der „Jude“ heiraten. Es wurde nur verraten, dass sie danach noch in Schanghai war, wohin die Ohnesorgs vermutlich flohen. Leider blieb dieser Teil der Geschichte dann völlig im Dunkeln, was ich sehr schade fand.



    Als Marie ihre Mutter pflegte hatte sie einen herzlichen und liebevollen Kontakt zu ihr. Vorher eher weniger, weil die Mutter wusste, dass Marie von zu Hause weggehen musste. Sie wollte nicht, dass Marie schlimmes Heimweh bekam.



    Der praktisch 3. Teil war, als sie den Bäckerjungen heiratete, den sie in Linz kennen gelernt hat. Sie musste sehr viel arbeiten, hatte kaum Freizeit, ihre Schwiegermama hat sie bis zum geht-nicht-mehr ausgenutzt. Und wenn man mich fragt, ihre Schwiegermutter hat sie von Anfang an gehasst. Erst wollte sie abkassieren (der Anbau und die Möbel), dann wurde Marie ausgenutzt (kaum Freizeit und ein viel zu großes Gebiet, wo sie die Waren ausfahren musste) und dann durfte Marie nicht kritisieren (Juden, Ohnesorgs) und als sie dann noch was gegen Hitlers Machenschaften sagte, dachte die Schwiegermutter voller Freude: Hah, jetzt werden wir sie los. Die Frau war in diesem Buch eindeutig der schwärzeste und böseste Part, fast schlimmer als Hitler, halt in „kleinem Rahmen“. Die Autorin hat zwar immer geschrieben, man wisse nicht, was genau die Schwiegerutter dachte und so. Aber ihr Handeln sagte doch alles.



    Es war eine „Schwarz-Weiß-Malerei“ in der Marie und ihre Mutter als „weiße Engel“ beschrieben wurden und nie böse waren und die perfekten Menschen. Dadurch kamen die „Bösen“ viel stärker heraus.



    Ich fand das Buch sehr authentisch und es deckte sich vieles mit meinem Schulwissen, vor allem die Geschichten aus der Hitler-Zeit, auch wenn alles mehr oder weniger „kurz angerissen“ war. Insgesamt fand ich den Werdegang oder besser gesagt die Art von „Biografie“ sehr unterhaltsam und insgesamt gefiel mir der Roman sehr gut. Schade fand ich nur, dass man als Leserin nicht noch ein Weilchen mit Marie verbringen durfte, als es das Leben wieder gut mit ihr meinte.



    Zwischendurch – während ihrer Bäckerinnenzeit – war das Buch dann zeitweise etwas langweilig, durch den Ausbruch von Marie und der „verleumderischen“ Schwiegermutter wurde es dann wieder spannender. Leider war dann das Buch auch schnell zu Ende, was ich sehr bedauert habe.



    Die Charaktere waren sehr gut beschrieben. Ich konnte mir die Figuren sehr gut vorstellen. Der Notar gefiel mir irgendwie sehr gut. Auch wenn er es nicht möchte, aber er fördert Marie und sie genießt die Zeit. Am Besten war dann die letzte – wirklich die allerletzte – Szene mit dem Notar. Und die Leseausweisszene fand ich auch wunderbar. Der Notar war teilweise unfreiwillig „komisch“ mit (wie hieß sie noch mal?) „Walburga“ oder so. Irgendwie fand ich die Szene witzig. Es passte wunderbar in das Buch.



    Der Schreibstil war auch sehr unterhaltsam und spannend. Insgesamt fand ich das Werk toll. Das Thema weniger und es gehört so überhaupt nicht in mein Beuteschema. Aber auch dieses Buch „sprach“ mich an und wollte unbedingt von mir gelesen werden und ich bereue dies keinesfalls.

    Das Cover gefiel mir sehr gut, genauso wie der Titel. Mein Cover ist die Frau von hinten, mit den hochgesteckten Haaren, als Dienstmädchen.



    Mein – Lesezeichenfees – Fazit:

    Diesem Buch würde ich 9 Sterne geben, wenn ich könnte. Einen Stern ziehe ich ab, weil es zwischendurch kurzzeitig ein bisschen langweilig wurde. Also bleibt es bei den 5 Sternen, die ich geben kann. Sonst war es sehr spannend und kurzweilig, die Charaktere waren so gut beschrieben, dass das Kopfkino ansprang. Ich finde das Buch – trotz des Themas und der Zeit in der es spielt – wunderbar und ich kann das Buch sehr empfehlen.


    • Cover des Buches Ein Lied für Valentine (ISBN: 9783596030309)
      Amélie Breton

      Ein Lied für Valentine

       (10)
      Aktuelle Rezension von: MissNorge
      ✿ Kurz zur Geschichte ✿
      Honfleur, 1942: Die Journalistin Valentine kommt in die Normandie. Dort begegnet sie Yves, der dem Widerstand gegen die deutschen Besatzer angehört. Ein riskanter Auftrag führt sie gemeinsam nach Paris. Inmitten der Gefahr finden sie eine kurze Zeit des unbeschwerten Glücks.
      Als die Nazis auf Yves aufmerksam werden, muss er fliehen. Tage später wird sein gekentertes Boot am Strand gefunden.
      Von Yves‘ Tod überzeugt, verlässt Valentine die Normandie.
      Jahre später begegnen sie sich wieder – denn Yves hat überlebt. Ihre Gefühle sind so stark wie damals. Jetzt muss Yves eine schreckliche Entscheidung treffen.
      (Quelle: Amazon.de)
      ✿ Meine Meinung ✿
      Amélie Breton hat einen Normandie-Roman geschrieben, der mich tief berührt hat. Zwischen den Seiten stecken so viel Liebe und Gefühle, aber auch Verzweiflung und Sehnsucht. Eigentlich könnte man auch sagen, daß das Buch zwei Geschichten enthält, die aber verwandtschaftlich verbunden sind. Im Damals spielen Yves und Valentine die Hauptrollen und im Heute sind es Sophie und Nicolas, obwohl ganz am Rande auch noch Oliver, der Ehemann von Sophie eine Rolle spielt. 1942 trennt der Krieg die Liebe zwischen Yves und Valentine. Trotz allem spürt man immer die tiefe innere Verbundenheit und die Liebe ist ganz intensiv in ihren Seelen verwurzelt. Acht Jahre Ungewissheit und Lügen verhindern ein Wiedersehen. Bis etwas passiert, das alles auf den Kopf stellt. Valentine ist Sophie´s Großtante und Yves ist mit Nicolas verwandt. In den Abschnitten von Heute stellt Nicolas Sophie´s Leben auf den Kopf. Er zeigt ihr auf wie schön das Leben sein kann, wenn man seinen Gefühlen und Träumen folgt. Der eingefahrene und langweilige Alltag mit Oliver lässt Sophie´s Sehnsucht erwachen, anders zu sein. Sich den Traum als Malerin zu erfüllen, mal tun und lassen was sie möchte. Sozusagen öffnet ein Fremder ihr die Augen und beide verbindet die Geschichte aus dem Krieg von Yves und Valentine.
      ✿ Fazit ✿
      Eine bewegende Liebesgeschichte aus der besetzten Normandie, in der Valentine immer spürt das ihr Yves nicht tot sein kann und darf.
    • Cover des Buches Arc de Triomphe (ISBN: 9783462027235)
      Erich Maria Remarque

      Arc de Triomphe

       (55)
      Aktuelle Rezension von: Sofie_Schankat
      Bisher hat mir jeder Roman, den ich von Remarque gelesen habe, sehr gut gefallen, so ist es auch mit "Arc de Triomphe." Ravics Gefühle und Gedankengänge werden sehr tiefgründig und ausführlich beschrieben und sind diesmal auch sehr bildhaft. So bildlich hatte ich das aus anderen Büchern nicht in Erinnerung. Oft sind es ja gerade die Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelten, die mir fehlen, und deshalb lese ich auch so gerne Remarque. Denn er versteht es, den Leser die Gefühle des Protagonisten fühlen zu lassen. Und in "Arc de Triomphe" ist mir das besonders positiv und eindrucksvoll aufgefallen.
      Die Grundstimmung ist wieder einmal sehr trist und auf diese typisch kühle, resignierte Art beschrieben. Ich interessiere mich nicht so sehr für Geschichte, aber es war dennoch eindrucksvoll und auch oft hart zu lesen, wie die Menschen/ Flüchtlinge damals gelebt haben. Krankheit, Angst, Unsicherheit, Abgehärtet- und Abgestumpftsein und Einsamkeit prägen diesen Roman. Auch der Beginn des Krieges und somit das Ende des Buches war ziemlich eindrucksvoll geschildert.
      Mich persönlich haben dann aber doch auch vor allem die zwischenmenschlichen Beziehungen interessiert. Die Charaktere, mit denen Ravic zu tun hat, waren gut ausgearbeitet und ich konnte sie mir alle gut vorstellen. Joan war einerseits sympathisch, andererseits ging sie mir, je länger das Hin und Her gedauert hat, auch sehr auf die Nerven. Ihr Tod hat mich allerdings sehr angerührt. Ich hatte sogar feuchte Augen, das passiert mir bei Büchern fast nie.
      Was ich wieder einmal sehr an Remarque geschätzt habe, ist, dass er seine Protagonisten oft ganz anders reagieren lässt, als ich das erwartet hätte und als es mir auch zunächst logisch erscheint (z.B. Ravics Reaktion nach Haakes Tod). Aber trotzdem denke ich nie, dass das nicht passen würde, weil die Gefühle und Gedanken, auch im Hinblick auf Situation und Hintergrund, immer so beschrieben werden, dass es einfach passt.
      Ich glaube, ein derartiger Roman, der im Grunde ja nur den Alltag eines Emigranten erzählt, hätte bei einem anderen Autor sehr schnell langatmig und langweilig werden können – aber nicht bei Remarque. Wahrscheinlich liegt das tatsächlich an dieser einzigartigen Art, Gefühle zu beschreiben und Atmosphären zu schaffen.
      Ich kann nur fünf von fünf Sternen geben. Ich habe jetzt auch genug geschwärmt :D

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Hol dir mehr von LovelyBooks