Bücher mit dem Tag "bettler"
36 Bücher
- David Safier
Jesus liebt mich
(1.366)Aktuelle Rezension von: _jamii_Marie hat das Talent, sich ständig in die falschen Männer zu verlieben. Kurz nachdem ihre Hochzeit geplatzt ist, lernt sie einen Zimmermann kennen. Und der ist so ganz anders als alle Männer zuvor: einfühlsam, selbstlos, aufmerksam. Dummerweise erklärt er beim ersten Rendezvous, er sei Jesus. Zunächst denkt Marie, dieser Zimmermann habe nicht alle Zähne an der Laubsäge. Doch bald dämmert ihr: Joshua ist wirklich der Messias. Hat Marie sich diesmal in den falschesten aller Männer verliebt?
Dieses Buch war eine reine Tortur für mich. Weder hat mir der Schreibstil zugesagt, noch traf es meinen Humor. Die Witze waren dumm und platt. Obwohl ich sonst über sehr viel lachen kann, musste ich hier immer wieder die Augen verdrehen.
Marie wäre mir eigentlich sogar sympathisch, nur leider nervt sie unglaublich. Auch mit Joshua / Jesus habe ich extreme Mühe. Die Anziehung zwischen den beiden kann ich kein bisschen nachvollziehen, dass sich Jesus zu so jemandem hingezogen fühlt, obwohl sie kein bisschen religiös ist und das auch nicht ändern will, entzieht sich vollkommen meinem Verständnis.
Je länger ich lese, umso dümmer und schwachsinniger wird die Geschichte. Sämtliche Personen nerven nur noch und ich hoffe, dass der Mist bald durch ist. Das letzte Drittel habe ich dann eher quergelesen als etwas anderes, verpasst habe ich scheinbar nichts…
Ich habe auf eine lockere, leichte und unterhaltsame Lektüre gehofft… Was ich erhalten habe, kann ich nicht in Worte fassen.
Finger weg, ich habe selten so einen Schwachsinn gelesen.
- Laura Schroff
Immer montags beste Freunde
(121)Aktuelle Rezension von: Leseratte_09In „immer wieder montags beste Freunde“ berichtet Laura Schroff von ihrer außergewöhnlichen Freundschaft mit Maurice, einem Jungen aus ärmlichen Verhältnissen.
Die zufällige Begegnung der erwachsenen, erfolgreichen Laura mit dem Straßenkind Maurice führt zu einem Aufeinandertreffen sehr unterschiedlicher Welten und durch ihr Engagement gibt Laura Maurice die Chance auf ein Leben, welches er wohl ohne diese Begegnung nicht hätte erreichen können.
Im Grunde ist es eine wunderbare Geschichte, die dazu aufruft, immer mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und hinter die Fassaden von Menschen zu blicken. Nur, weil Maurice aus ärmlichen Verhältnissen kommt, sollte dies nicht zu Rückschlüssen auf seine emotionale und auch geistige Intelligenz führen. Gerade die Person des kleinen Jungen im Buch hat mich beeindruckt. Laura Schroff dagegen weniger. Sie bricht in das Leben des Jungen ein, scheint zunächst Verantwortung zu übernehmen und lässt ihn dann doch, als sie ihren Mann Michael kennenlernt, im Stich. Auch finde ich es wenig erwachsen, wie sie sich Michael unterordnet und nicht bereit ist, für ihre Verantwortung für Maurice einzutreten. Vielmehr ist das Buch eine für mich viel zu intensive Selbstdarstellung der Person Laura und ihres „Gutmenschseins“.
Es ist kein Buch, welches ich empfehlen kann, auch wenn es die Aufforderung enthält, den Blick für andere Menschen nicht zu verlieren. Und nur wegen dieses Denkanstoßes gibt es gut gemeinte 2 Sterne
- Knut Hamsun
Hunger
(157)Aktuelle Rezension von: MaseliKlappentext der Anaconda Ausgabe von 2023:
Es war in jener Zeit, als ich in Kristiania umherging und hungerte, in dieser seltsamen Stadt, die keiner verlässt, eher er von ihr gezeichnet worden ist ….
Mit diesen Worten beginnt der große Roman des norwegischen Literaturnobelpreisträgers Knut Hamsun, mit dem ihm 1880 der Durchbruch gelang. Atemlos verfolgt der Leser, wie ein namenloser, erfolgloser Journalist und Schriftsteller durch Kristiania, das heutige Oslo, treibt und dabei mehr und mehr in Elend gerät. Obdachlos hungert, friert, fantasiert er durch die Straßen. Die Außenwelt, Scham und Stolz verstellen ihm den Weg in ein gesichertes Leben.
"Hunger" ist ein radikaler Roman und Meilenstein modernen Erzählens, der bis heute seine Leser zeichnet.
Nun hatte der Hunger begonnen mich anzugreifen.
Meine persönlichen Leseeindrücke
Lieblingsbücher sind Bücher, die einen finden. Das sind nicht unbedingt die besten oder Lesehighlights, sondern jene, die für einen geschrieben sind. Ich habe nur wenige Lieblingsbücher: Radetzkymarsch – Deutschstunde – Leinsee und ab nun auch Hunger.
Hamsun, sagt Roger Willemsen, kann etwas, was nur große Schriftsteller zustande bringen: Er hat die große Fähigkeit die Geschichte zu erzählen, die er nicht erzählt. So ist es in „Hunger: Er schreibt über den namenlosen Protagonisten und seine Schwierigkeiten, mit seinem Können Geld zu verdienen und in diese Erzählung schleicht sich eine zweite ein, mit dem Hunger in der Hauptrolle. Wie Hamsun die Veränderung des Protagonisten schonungslos offenlegt, sein Innerstes entblößt und die Anstrengungen, die der Protagonist unternimmt, um den damaligen gesellschaftlichen Regeln zu genügen, ist erschütternd. Der Protagonist verfällt in den Wahnwitz des Hungers, wird leer und schmerzfrei. Sein Wahnsinn wird ein Delirium der Schwäche und der Erschöpfung und die Sorge wahnsinnig zu werden, verstört ihn zutiefst. Zu der geistigen Auswirkung kommt die körperliche hinzu, die ihn entstellt, sodass die Leute auf der Straße bei seinem Anblick erschrecken.
Ich hatte mich so viele Jahre oben gehalten, war in so harten Stunden aufrecht gestanden, und nun war ich mit einem Mal bis zur brutalen Bettelei herabgesunken.
Der Protagonist ist sich seiner Situation durchaus bewusst. Diese Selbstreflexion der Demütigung und Entehrung, die der verarmte Journalist erfährt, wird von Hamsun nicht expressiv erzählt, sondern aus den Zwischenräumen herausgearbeitet. Das macht die Größe aus und das ist das Radikale an Hamsuns Erzählkunst, mit welcher er die Moderne einläutet.
Du guter Gott, wie schlecht war es um mich bestellt. Ich war meines ganzen elenden Lebens so herzlich müde, dass ich es nicht mehr der Mühe wert fand, weiterhin darum zu kämpfen.
Hamsun gilt in Norwegen noch heute als größter Erzähler. Im deutschen Sprachraum hingegen ist er vergessen worden. Es wäre schön, wenn ich mit diesem Beitrag den einen oder anderen Literaturliebhabenden hiermit wieder auf ihn aufmerksam machen könnte.
Fazit
In seinem großen Roman „Hunger“ beschreibt Hamsun was es bedeutet, nichts zum Essen zu haben und was dieser Zustand mit dem namenlosen Protagonisten macht. Das Buch ist eine radikale Darstellung eines selbstzerstörerischen Psychogramms dieses modernen Antihelden.
Wie wunderbar schmeckte es, wieder ein ehrlicher Mensch zu sein!
- Arne Dahl
Neid
(39)Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseiteAuch im Hochsommer mit einer Hitzewelle in Europa kann sich das Ocop-Team keine Auszeit gönnen. Sie sind auf der Spur eines Menschenhändlerrings, der insbesondere mit dem Betteln in Fußgängerzonen Profit macht. Währenddessen will Paul Hjelm die EU-Politikerin Marianne Barriere unterstützen, die unter Druck gerät, nachdem sie einen kontroversen Gesetzentwurf eingebracht hat. Und auch der Mord an einem Wissenschaftler, der einen Durchbruch bei der Elektromobilität geschafft hat, hält das international agierende Team auf Trab…
Arne Dahls „Ocop“-Reihe ist auf vier Bände angelegt, „Neid“ ist der dritte Band – und so kennt der Leser natürlich schon die Charaktere und die grundlegenden Zusammenhänge. Der Einstieg fällt dementsprechend leicht, wenn man die vorigen Bände kennt. Wenn man die Strukturen aber noch nicht kennt, dürfte man leicht überfordert sein. Besonders die vielen schnellen Wechsel zwischen den verschiedenen Ermittlern sind dabei durchaus herausfordernd, da man sich immer erst einmal orientieren muss. Die einzelnen Stränge sind dabei auch durchaus auch schon anspruchsvoll und erzählen sehr interessante Szenerien, aber es ist eben die Kombination aller Teile, die so reizvoll ist. Gelungen ist auch wieder, dass man die Charaktere noch ein wenig besser kennenlernt und diese andere Seiten von sich zeigen können – natürlich nicht in dem Maße, wie das bei einem einzigen Ermittler der Fall ist. Aber es ist eben auch die Vielfalt, die diese Romanreihe ausmacht.
Wie man es von Arne Dahl und insbesondere den Ocop-Bänden bereits gewohnt ist, scheinen die verschiedenen Handlungsstränge zunächst unabhängig voneinander zu verlaufen. Es gibt nur wenige Überschneidungen, erst nach und nach dämmert dem Leser, wie alles zusammenhängen könnte. In vielen Punkten kann man dabei richtig lesen, entscheidende Details sind aber dennoch überraschend und wendungsreich ausgearbeitet. Ich mag den einsetzenden Aha-Effekt an einem gewissen Punkt, an dem sich alles zusammensetzt. Das ist spannend geschrieben und hätte aus meiner Sicht die eingebauten Action-Szenen nicht gebraucht, wirklich gestört haben mich diese aber dann doch nicht.
„Neid“ zeigt weitere finstere Seiten der menschlichen Seele, handelt von Habgier, Machtwillen und einer geringen Wertschätzung anderer Menschen. Verpackt ist das in einen dynamisch erzählten und spannenden Thriller, der auf den verschiedenen Ebenen gut funktioniert und noch weiter an Reiz gewinnt, wenn die Stränge zusammengeführt werden. Das ist elegant und flüssig geschehen, sodass ein lesenswerter und packender Thriller entstanden ist. - Bertolt Brecht
Die Dreigroschenoper
(248)Aktuelle Rezension von: NeuniBrechts Dreigroschenoper ist eines der erfolgreichsten (und besten) deutschsprachigen Theaterstücke. Das Stück ist in gleichen Maße eine beißende Kapitalismus Kritik wie ein großer Spaß. Auch wegen der kongenial Musik von Kurt Weil lohnt es sich eine Aufführung zu besuchen.
- Henning Mankell
Der Chronist der Winde
(321)Aktuelle Rezension von: mariameerhabaNelios Leben ist interessant. Das bleibt unbestreitbar. Auch der Bäcker hat seinen Reiz. Doch ich kann mich einfach nicht mit der Tatsache anfreunden, dass er den Jungen sterbenlässt, damit der Bäcker seine Lebensgeschichte hört. Das funktioniert in meinen Augen nicht und macht eher den Eindruck, als würde der Autor ein Kind für einen schlechten Effekt missbrauchen. Das ist so, als würde ein Reporter einen sterbenden Mann interviewen und eine nach Nahaufnahme der Wunden machen, um es dann für viel Geld zu verkaufen. Das ist billig, das ist schlecht, das ist unmoralisch.
Allein deshalb verliert das Buch in meinen Augen viel von seiner Stärke. Es wäre doch anders gewesen, vor allem besser, wenn Nelios Geschichte aus seiner Sicht erzählt wurde, chronologisch geordnet, von der Flucht bis zu dem Schuss und ohne den Bäcker, der am Ende völlig überflüssig wird.
Der Bäcker handelt meiner Meinung nach unmenschlich. Ich hätte den Knirps in ein Krankenhaus gebracht, gegen seinen Willen verarzten lassen und gewartet. Nur weil Nelio erwachsen klingt, ist es kein Grund, ihn einfach auf dem Dach dem Tod zu überlassen.
Das Ende fühlt sich sinnlos an. Der Bäcker gibt seine Stelle auf, um nutzlos sein Leben als Bettler zu führen, in dem er verzweifelt versucht, Nelios Geschichte zu erzählen. Der Leser bleibt der einzige Zuhörer und ich verstehe immer noch nicht ganz seine Motivation, ein Bettler zu werden, nur weil es Nelio auch war. Das kam mir übertrieben falsch vor. Als würde der Autor die Figur sein Schicksal auf erzwingen, um mehr Effekte zu erzielen.
Nelios Geschichte ist stark! Das gönne ich dem Autor. Was er erlebt, ist schlimm, seine Entwicklung interessant, das Rudel mit seinen Mitglieder wird so toll beschrieben, dass ich jeden einzelnen vor Augen hatte. Ich habe mich über die Geburtstagsfeier gefreut, ich habe wegen dem einen kranken Jungen geweint, ich war schockiert über Nelios Ende, ich war dabei. Aber den Bäcker habe ich richtig gehasst. Vom Anfang bis zum Ende.
Trotz der starken Geschichte schaffe ich es nicht, mich mit dem Bäcker und seinen Handlungen anzufreunden. Es funktioniert für mich nicht, sondern ist bloß Effekthascherei, die völlig billig und falsch ist. Allein dadurch schaffe ich es nicht, der Geschichte vier Sterne zu geben.
- Ava Richardson
Drachenverbündeter (Das Erwachen der Qapira 1)
(14)Aktuelle Rezension von: lovelybookdreamsMein erstes Buch der Autorin und ich wurde nicht enttäuscht.
Der 17jährige Del ist Waise, der auf der Straße lebt und sich seinen täglichen Lebensunterhalt zusammenklauen muss. Flink huscht er über Dächer und stibitzt vom Markt sein Essen, immer im Hinterkopf die Stadt zu verlassen und sich woanders ein besseres Leben aufzubauen. Es gelingt ihm, sich auf ein Schiff zu schleichen und dort als blinder Passagier mitzufahren - bis er entdeckt wird und sehr bald noch viel schlimmeres sein Leben durcheinanderwirbelt, was in einem regelrechten Überlebenskampf endet.
Mir hat vor allem Del unheimlich gut gefallen. Er ist einsam und von seiner Vergangenheit mehr als gezeichnet. Vertrauen zu fassen ist er nicht gewohnt, Teamarbeit ihm unbekannt. Seine Charakterentwicklung fand ich mega und absolut nachvollziehbar. Er ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich will auf jeden Fall seine weitere Reise / seine Abenteuer weiterverfolgen.
Ja, es gibt einige Schreibfehler in dem Buch, und auch eine Länge in der Mitte des Buchs, die dem Seeungeheuer geschuldet ist, aber Fehler passieren auch namhaften Autoren, die schon zehn Bücher rausgebracht haben.
Wer eine schöne Drachengeschichte liebt, wird hier nicht enttäuscht. Und ich bin mir sicher, das nächste Buch wird (noch) besser als dieses hier.
- Albrecht Sommerfeldt
Von Huren, Bettlern und Glunterschratzen: Historischer Kriminalroman
(50)Aktuelle Rezension von: MarthaAGNachdem ich 2022 den historischen Kriminalroman „Der Pesthof“ (Hamburg, 1619) und den Band „Gassengeflüster“ mit vier schwarzen, historischen Geschichten gelesen habe, musste ;-) ich auch „Von Huren, Bettlern und Glunterschratzen“ lesen, denn Albrecht Sommerfeldts Zeitreisen in die Anfänge des 17. Jahrhunderts und u.a. ins Hamburg der damaligen Zeit sind wahrlich faszinierend.
Dieses Buch nun (ent)führt mich ins Hamburg der Jahre 1617 und 1618, spielt also zeitlich vor dem „Pesthof“, was absolut unproblematisch ist, da alle Geschichten in sich abgeschlossen sind.
Zum Inhalt selbst werde ich nicht viel verraten, denn schließlich kann und sollte jede(r) diese fesselnde Geschichte selbst erlesen und erleben.
Schon vertraut mit dem flüssigen und zur damaligen Zeit wunderbar passenden Schreibstil des Autors, bin ich gleich mittendrin im Geschehen, in den Straßen und schmutzigen Twieten Hamburgs, sehe dank der wunderbaren und historisch genauen Schilderungen des Autors die Behausungen der Bewohner des Armenviertels St. Jakobi vor mir und gehe mit Johann Gabelschlag, seines Zeichens Veteran und Tagelöhner, durch die Stadtviertel Hamburgs, in düstere Kneipen, zum Bader und zu manch anderer Gestalt, deren Beschreibungen so bildhaft sind, dass man meint, sich mitten unter ihnen und sich, genau wie Johann, wiederholt in Gefahr zu befinden.
Es entspinnt sich eine spannende Geschichte, die mich von Anfang an packt. Ich ermittle gemeinsam mit Johann, denn, ja, es gilt, rätselhafte und teils mysteriöse Vermisstenfälle aufzuklären. Ich leide mit Johann, bange um ihn und kämpfe ;-) an seiner Seite. Figuren, die ich schon im „Pesthof“ kennengelernt habe, begegnen mir hier wieder, so dass ich etwas von ihrer Vorgeschichte erfahre; andere hingegen lerne ich hier kennen, unter ihnen ärmliche Handwerker und windige Händler, am Hungertuch nagende Bettler und bemitleidenswerte Habenichtse, gefährdete Huren und gefährliche Gauner.
Auch sprachlich ist diese Geschichte (be)merkenswert, denn so manche Gestalt spricht Rotwelsch, eine Art Geheimsprache, durch deren Gebrauch Gesprochenes für Fremde und Angehörige der höheren Schichten möglichst unverständlich sein soll. Keine Sorge, ein Glossar erläutert viele Begriffe, obwohl einige sich schon aus dem Zusammenhang heraus selbst erklären.
Was ich hier lese, fesselt mich, auch wenn die Ereignisse und deren Darstellung immer wieder erschütternd sind, zuweilen sogar erschreckend, aber so war sie wohl, die damalige Zeit, die Gesellschaft und das Leben überhaupt (nicht nur) in Hamburg vor mehr als 400 Jahren.
„Von Huren, Bettlern und Glunterschratzen“ (die Letztgenannten sind die im Rotwelsch so genannten Kinder von Huren) möchte ich ausdrücklich all denen empfehlen, die – ob nun als Kenner oder Genre-Neulinge - eine historische, hervorragend recherchierte, bildhaft geschriebene, fesselnde und spannende Kriminalgeschichte lesen und mit dieser eine auch sprachlich interessante Zeitreise in eine ganz andere Zeit, ich würde fast sagen, in eine noch so ganz andere Welt machen möchten.
Von mir gibt es – genau wie schon für die anderen, oben genannten Bücher von Albrecht Sommerfeldt - 5 große ;-) histo-kriminalistische Sterne!
- Anne Danck
Spielmannsbraut
(92)Aktuelle Rezension von: mar_la_beeAuf die Märchenadaption „Spielmannsbraut“ bin ich durch Zufall gestoßen und war gleich vom Klappentext angetan.
Natürlich kenne ich das Märchen von König Drosselbart und war sehr gespannt auf Anne Dancks‘s Version.
Ihr Schreibstil ist modern, detailreich und liest sich sehr angenehm und flüssig.
Bei den beiden Protas hatte ich das Gefühl, dass zu viel Fokus auf Prinzessin Mirelle gelegt wurde und Joakim ein bisschen unterging. Hier hätte ich mir seine Sicht etwas mehr gewünscht.
Auch die Lovestory der beiden war mir etwas zu vage und nicht wirklich greifbar.
Und als sie sich dann doch endlich etwas angenähert hatten, war das Buch auch schon zu Ende.
Da hätten einige Szenen mehr wirklich gut getan. Schade!
- Christina Geiselhart
Die Schatten von Notre-Dame
(11)Aktuelle Rezension von: Mausepup89"Die Schatten von Notre Dame" erzählt, aus der Perspektive von drei Hauptcharakteren, eine tragische Geschichte eines jungen Mädchens, welches auf der Straße landet und erfolglos auf der Suche nach Liebe und Zuneigung ist, welche sie nie zu verspüren vermochte.
Nach und nach wird im Buch deutlich welche Rollen die einzelnen Hauptcharaktere, dessen Geschichten abwechselnd geschildert werden, im Gesamtgeschehen haben und wie ihre einzelnen Schicksale miteinander verknüpft sind.
Im Vordergrund steht das junge Mädchen, welches früh von Ihrer Mutter verlassen wurde und von ihrem Vater zur Tante geschickt wurde. Schnell landet sie auf der Straße. Das Leben der Obdachlosen in Paris wird so detailliert und schonungslos geschildert, dass es mir an vielen Stellen die Sprache verschlagen hat. Auf der Suche nach Geborgenheit und Liebe trifft sie auf einen geheimnisvollen Straßenkünstler, welcher ihr eigentlich nur von der Straße helfen möchte, in den sie sich aber unsterblich verliebt. In ihrem Wahn und der Abhängigkeit von ihm verwischt sich für sie die Realität mit ihren Wunschvorstellungen eines perfekten Lebens mit ihm so sehr, dass auch er sie wieder verlässt. Wieder auf der Straße angelangt wird immer deutlicher wie zerrissen die Seele des Mädchens ist.
Für mich waren einzelne Passagen sehr schwer zu verdauen, vor allem wenn es um das Leben und die Begegnungen auf der Straße ging. Die Verknüpfung der einzelnen Geschichten fand ich sehr geschickt und das Ende lässt für mich viele Fragen offen.
Da mich die Geschichte sehr berührt hat und ich die Thematik sehr interessant finde kann ich das Buch an alle diejenigen weiterempfehlen, die sich gerne mit der Psyche des Menschen und mit sozialen Brennpunkten auseinandersetzen.
- Monika Maifeld
Morgen ist es Liebe
(128)Aktuelle Rezension von: lisolino„Morgen ist es Liebe“ hat mich von der ersten Seite an abgeholt und perfekt in vorweihnachtliche Stimmung versetzt. Ich habe das Buch im Dezember gelesen – und die winterliche Atmosphäre der Geschichte passt wunderbar zur Jahreszeit.
Besonders gut gefallen hat mir das liebevolle Chaos, in dem die verschiedenen Figuren miteinander verknüpft sind. Monika Maifeld gelingt es, jede einzelne Person mit viel Wärme, Humor und einem feinen Blick für Details zu zeichnen. Die Charaktere wirken dadurch unglaublich lebendig und nahbar. Was ich besonders mochte: Sie haben nicht nur Stärken, sondern auch Schwächen – genau das macht sie so authentisch und liebenswert.
Der etwas eigene Humor hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Vor allem die Gedanken der einzelnen Personen gaben dabei immer wieder Anlass amüsiert über die eigene Gedankenwelt zu reflektieren.
Für mich ist „Morgen ist es Liebe“ ein perfekter Begleiter für die Weihnachtszeit – warm, humorvoll und voller echter Gefühle. Eine klare Leseempfehlung! 🎄✨
- Catherine Shepherd
Der Flüstermann: Thriller
(218)Aktuelle Rezension von: käutzchenDies ist der dritte Fall von der Spezialermittlerin Laura kern.. ich selber suchte die Thriller der Autorin Catherine shepherd nach und nach besorge ich mir ihre Bücher und nun wahr das dran , der Thriller wahr spannend wie ich es von der Autorin kenne .. ich wurde keinesfalls enttäuscht..
Aber worum geht es bei den Thriller ? Dazu die Kurzbeschreibung von Buchrücken...
Ein grauenvolles Video taucht im Internet auf. Eine junge Frau wird vor den Augen aller Welt ermordet. Der täter flüstert ihr vorher etwas im ohr , das Laura kern zutiefst schockiert. Die Spezialermittlerin arbeitet auf Hochtouren, doch bereits nach kurzer Zeit wird ein neues Video veröffentlicht. Der täter scheint seine Opfer wahllos von der Straße zu holen. Bevor er tötet , testet er sie . Laura Jagd ein Monster, das ihr immer ein Schritt voraus ist . Erst viel zu spät entdeckt sie ein dunkles Geheimnis, das sie auf die Spur des Täters bringt . Aber der hat das nächste Opfer längst in seiner Gewalt, und niemand vermag zu sagen, ob Laura ihn rechtzeitig stoppen kann..
Jetzt nach den Thriller werde ich Bettler mit andern Augen sehen , was im Buch auch eine Rolle spielt, aber dazu werde ich nichts verraten und kann nur raten diesen spannenden Thriller zu lesen..
- Peter Dempf
Fürstin der Bettler
(47)Aktuelle Rezension von: Mani13Gern habe ich Fürstin der Bettler gelesen. Zum einen mag ich historische Romane, zum anderen berühren mich seither Geschichten von Heimatlosen und Bettlern. Peter Dempf hat einen sehr angenehmen Erzählstil. Nicht kitschig, aber dennoch emotionsgeladen. Ein gelungener Spannungsbogen, der es einem schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen. Ich für meinen Teil kann den Roman nur empfehlen.
- Gerhard Haderer
Voll im Trend!
(1)Aktuelle Rezension von: HoldenTrendbeobachtungen der Edelfedern des "Stern"-Magazins: Die Absurdität des deutschen (bzw. österreichischen) Alltags wird auf den Punkt gebracht. Eine meiner Lieblingsrubriken! Am bösartigsten mit den v.a. körperlichen Entgleisungen der Dargestellten liefert mal wieder Haderer ab, man erkennt physische Ähnlichkeiten mit so manchen Kollegen/ Nachbarn/ Chefs. Sehr gelungen, die Herren, die Neuauflage aber vielleicht auch mit einer Dame?
- Lesley Truffle
Hotel du Barry oder das Findelkind in der Suppenschüssel
(52)Aktuelle Rezension von: KaciKeine Bewertungen, da abgebrochen. Aber das geht hier ja leider immer noch nicht....
Leider auf Seite 100 abgebrochen. Ich kam mit der Art wie die Geschichte geschrieben wurde nicht klar. Man verfolgt irgendwie keine zusammenhängende Story sondern bekommt immer nur kurze Erlebnisse vieler verschiedene Charaktere serviert. Zudem super viele Zeitsprünge, die man auch nur mitbekommt weil das Kind aufeinmal ein anderes Alter hat...
- Keiji~Chan
Zwei Seiten
(7)Aktuelle Rezension von: Ninja_TurtlesZwei Seiten ~ Lyrik & Kurzgeschichten
Keiji~Chan - Selfpublisher
Triggerwarnung:
Es ist schon verdammt harter Tobak, ihr solltet also nicht zu sensibel sein, denn sonst könnte es passieren, dass ihr Euch von eurem JETZT in die Vergangenheit katapultiert.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ein Gedicht, welches ich für mich rausgepickt habe, da es einfach passt:
Nebel der Lügen
Ihr Nebel der Lügen beginnt sich zu lichten,
er wird sich niemals mehr verdichten,
sie wollen dich vernichten,
und ihr übles Werk verrichten,
du kannst auf sie getrost verzichten.
Der Ton zwischen euch wird rauer,
denn dein Blick wird nun genauer,
sie lagen stetig auf der Lauer,
doch du durchbrichst nun ihre Mauer,
reißt diese nieder wie ihre Erbauer.
Du hast ein reinigendes Feuer entfacht,
es hat sie tierisch aufgebracht,
doch genau so war es auch gedacht,
und nun bist du in voller Pracht
wie ein Phönix aus der Asche erwacht.
Sie wollten dir stets Schmerzen bereiten,
einen Kampf nach ihren Regeln bestreiten,
mit unfairen Mitteln gegen dich fighten,
der Sieg wird nun aus ihren Fingern gleiten
und sie vernichten, bis in alle Zeiten.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Früher war hier Natur,
heute nur triste Industrie.
Tierischer Massenmord pur,
Warum? Versteh´ich nie...
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Alles kehrt sich gegen ihn
und plötzlich stand er ganz allein.
Jeder, der sein Freund einst schien,
stach nun blindlings auf ihn ein.
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Ich lebe sehr zurückgezogen,
um den Menschen fernzubleiben.
Denn viel zu oft wurd´ich betrogen,
wenn sie ihre Spielchen treiben.
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Ich fühle mich in diesem Leben so fremd,
denn ich weiß, die Gesellschaft ist schlecht.
Und so bin ich es, der sich gegen sie stemmt,
bleibe ich, voller Fehler und echt.
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Klappentext:
In dieser Welt, in der wir leben, hat alles zwei Seiten:
Es gibt Armut und Reichtum, Glück und Unglück,
das ist halb voll oder halb leer.
In dieser Sammlung von Gedichten und Kurzgeschichten möchte Keiji~Chan eben diese zwei Seiten des Lebens aufgreifen und ihre verschiedenen Facetten thematisieren. Von kritisch und nachdenklich bis humorvoll und fröhlich ist für jeden Leser etwas dabei, um selbst diese zwei Seiten zu erleben.
Cover:
Anders hätte man es nicht machen können. Ich finde diesen Unterschied, zwischen Himmel und Hölle, sehr passend.
Meinung:
Es handelt sich hierbei um eine Ansammlung von Gedichten und Geschichten, der Name ist also schon unser Programm. ;-)
Man öffnet dieses Kleinod und befindet sich direkt im Inhaltsverzeichnis, welches im übrigen sehr gut gegliedert ist. Jedes Kapitel und jedes Gedicht hat seine eigene Überschrift, und es passt auch noch zusammen.
Der Schreibstil ist sehr gut und flüssig zu lesen, hier beherrscht Jemand sein Werk.
Die Gedichte sind sehr düster und nachdenklich angehaucht, sodass ich bei dem ein oder anderen sogar weinen musste. Ja, ich bin sehr gefühlsduselig, oder aber Keiji~Chan beherrscht es einfach, mit den Lesern zu agieren. ;-)
Es geht um die Natur, um eine Vergewaltigung, um das Leben selbst, um Ungerechtigkeiten. Verzweiflung, Hass und Liebe sind auch vertreten, und so pickt sich jeder etwas heraus, dass ihn anspricht. Ich finde, anders als mit Zynismus oder eben Sarkasmus ist diese Welt, in der wir leben, nicht zu ertragen. Und so merke ich jedenfalls, ein klein bisschen den Charakter von Keiji~Chan. ;-)
Erwähnt werden muss auch noch, dass eine Geschichte in Zusammenarbeit mit Jessica Lieser geschrieben wurde. Sie schreibt die eine und Keiji~Chan die andere Seite. Hat mir sehr gut gefallen!
Und eine Bitte an Euch da draußen: Seht nicht nur immer eine Seite, sondern hinterfragt, was es mit der anderen Seite auf sich hat. Bildet Euch selber ein Urteil, und lasst Euch nicht verblenden, von der "einen wahren Wahrheit"!!!
Und erkennt den Wert der kleinsten "Sorte - Gattung". Denn auch sie haben ein Recht auf Anerkennung!!!
Fazit:
Der Zynismus der Zyniker besteht nicht darin, dass sie sagen, was sie denken, sondern darin, dass sie denken. ( Gabriel Laub)
- Suzanna Jansen
Das Paradies der Armen
(9)Aktuelle Rezension von: AntonellaDas Totenbildchen ihrer Urgroßmutter Helena hat die Journalistin Suzanna Jansen bewegt, weit in die Vergangenheit ihrer Familie einzutauchen und schließlich ein Stück Niederländische Sozialgeschichte im Buch festzuhalten. Sie sichtet Dokumente, folgt den belegten Spuren ihrer Ahnen, und verknüpft dabei die Geschichte der Umerziehungsanstalt Veenhuizen mit ihrer eigenen Familiengeschichte. Dabei treten Fakten zutage, die für die noch lebenden Familienmitglieder überraschend und auch schmerzhaft sind.
Es beginnt mit ihrem Urahn Tobias, einem Soldaten, der über viele Stationen 1828 schließlich als Wächter mit seiner Familie in der neugegründeten und für die damaligen Verhältnisse geradezu revolutionären Umerziehungsanstalt Veenhuizen landet. Deren Gründer Johannes van den Bosch wollte tatsächlich die Lebensbedingungen der Armen verbessern und glaubte, das geeignete Mittel gefunden zu haben. Auch im weiteren Verlauf der Geschichte belegt die Autorin sehr eindrücklich, wie Reformen und Veränderungen durchaus im Sinne der dort zwangsweise untergebrachten Menschen gedacht waren. Allerdings gab es eine deutliche Diskrepanz zwischen den Ideen der meist weit entfernt Planenden und Einweisenden und den Wächtern vor Ort, die den Inhaftierten meist mit wenig Mitgefühl und Menschlichkeit begegneten. Vereinzelte Zeugnisse von Opfern dieser katastrophalen Lebens- und Arbeitsbedingungen belegen dies.
Interessant ist es auch, über die Rolle der Kirchen in der Geschichte der Armenfürsorge und der Familie der Autorin zu lesen. Denn die Zugehörigkeit zur falschen Kirche bedeutete soziale Ächtung und Verweigerung von Unterstützung. Einen Anspruch auf staatliche Armenfürsorge gab es erst spät. Die Entwicklung des Hilfesystems und die demütigenden Hürden, die es zu nehmen galt, werden sehr eindrücklich anhand Rozas Geschichte vermittelt. Abgeschlossen wird die Familiengeschichte dann mit der Mutter der Autorin.
Besonders beeindruckt hat mich die Gegenüberstellung der Lebensläufe von Tobias und Johannes van den Bosch. Es wird sehr deutlich, dass die unterschiedliche Herkunft der beiden Männer ihr komplettes weiteres Leben bestimmen und ihr Handeln wenig Einfluss auf ihre Stellung hat. Ebenso beindruckt haben mich die Frauen in der Geschichte, die trotz aller Widrigkeiten, Benachteiligungen und Unzulänglichkeiten ihrer Ehemänner für ihre Familien gekämpft haben und schließlich mit Roza den Armutskreislauf für ihre Kinder durchbrechen konnten.
Sehr gelungen finde ich die hochwertige und ansprechende Aufmachung des Buches. Das Coverfoto mit dem Sepiabild von zwei ernst dreinblickenden Kindern passt perfekt zum Inhalt. Zum besseren Verständnis der Familiengeschichte ist ein Stammbaum vorangestellt. Der Text wird durch viele Fotos von Familienmitgliedern, der Anstalt und von Dokumenten ergänzt.
Nach leichten Startschwierigkeiten hat mich dieses Buch dann doch sehr beeindruckt. Suzanna Jansen ist eine gelungene Verknüfung ihrer Familiengeschichte mit der Geschichte von Veenhuizen gelungen.
- Sofie Sarenbrant
Die Tote und der Polizist
(39)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeDer dritte Band dieser Reihe ist unterhaltsam und sehr duster. Spannend ist die Geschichte auch irgendwie, aber unterschwellig. Man weiß schon von Beginn an, wer der Täter ist, es geht hier darum, ihn auch überführen zu können. Und das ist nicht einfach, denn der Täter ist der Polizeichef von Stockholm.
Ein leider sehr aktuelles Thema wird hier behandelt. Bettler und Migranten sollen vertrieben werden, werden getötet.
Eine Geschichte mit einer dunklen Atmosphäre.
14.01.2025
- Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen
Der abenteuerliche Simplicissimus
(3)Noch keine Rezension vorhanden - Stephen Dobyns
Ist Fat Bob schon tot?
(12)Aktuelle Rezension von: Krimisofa_comStephen Dobyns hat schon so einiges geschrieben, denn er ist schon lange auf dieser Welt. Früher hat er studiert, bis er mit dem Master of Fine Arts abgeschlossen hat. Er hat also einen Uniabschluss für schöne Künste. Damit hat er unter anderem Lyrik und auch Sachbücher publiziert. Aber auch etliche Krimis – so wie sein aktuelles Buch „Ist Fat Bob schon tot?“. Die Schönheit kann man diesem Buch objektiv nicht absprechen – subjektiv aber sehr wohl.
Wie oben beschrieben wohnt Connor Raposo einem Unfall bei. Connor war früher Lehrer, dann im Casino als Automatenbeaufsichtiger tätig und heute ist er Mitte 20 und „auf der Schattenseite der Legalität“, wie es im Buch schön beschrieben wird, beschäftigt – denn er treibt gemeinsam mit seinem Onkel Didi, dem sonderbaren Vaughn und Eartha, die ständig oben ohne herumrennt, Spenden für diverse Hilfsorganisationen ein. Diese Hilfsorganisationen nennen sich „Waisenkinder im Weltall“ oder „Rettet Beagles vor der Nikotinsucht“ – und ja, diese Organisationen existieren natürlich nicht wirklich, wie man an den Namen erahnen kann. Allerdings gefällt mir dieser Aspekt tatsächlich ziemlich gut, denn das Geschäftsmodell könnte bei Leuten, die an Chemtrails, die Lügenpresse und Reptiloiden glauben, tatsächlich funktionieren – reich wird man damit allerdings vermutlich nicht ... naja, vielleicht doch.
Dann gibt es noch die zwei Detektives Benny Vikström und Manny Streeter. Der eine ist vom Leben, aber insbesondere von Vikström, enttäuscht, und Vikström wird ständig gefragt, ob er einer dieser skandinavischen Ermittler sei. Doch eines haben beide gemeinsam – sie hassen sich und gönnen sich nichts. Streeter weiß, dass Vikström Höhenangst hat und gängelt ihn damit – und Vikström isst gerne mal ein Eis vor Streeters Augen, weil er weiß, dass Streeter mit seiner Figur keines Essen sollte, es aber doch gerne würde. Beide fahren also eher die subtile Schiene. Das ist eine Zeit lang witzig, irgendwann nervt es aber. Genau wie die Tatsache, dass sich Streeter den Namen eines Zeugen nicht merken kann und ihn ständig Poppaloppa statt Papalardo nennt. Der Humor ist irrsinnig repetitiv, obwohl wir alle wissen, dass ein Scherz höchstens zwei mal funktioniert.
Apropos „Wir“, denn die Erzählweise ist tatsächlich interessant: Der Autor nimmt den Leser an die Hand und schreibt Dinge wie „Wenn wir X sehen, dann erkennen wir, dass Y zu der Zeit gar nicht an Ort A war, aber das weiß X natürlich nicht“. Das ist auch subjektiv gesehen schön geschrieben, wenn die Schreibweise nicht so langatmig und das Erzähltempo nicht das einer sterbenden Katz wäre. Ich habe irgendwann angefangen, Absätze zu überspringen, weil ich sie aufgrund diverser ausschweifender Beschreibungen einfach nicht relevant fand; Dobyns verliert sich viel zu sehr in unwichtige Details. Ich verstehe, dass das durchaus einen literarischen Mehrwert hat und ich habe auch Dobyns' Weltgewandtheit erkannt, die zwischendurch aufblitzt, aber – ach, es ist einfach nicht meine Vorstellung eines guten Buches. Und jetzt werde ich mich einem anderen, hoffentlich unterhaltsameren, Buch widmen.
Tl;dr: „Ist Fat Bob schon tot?“ hat eine kuriose Story mit teilweise spannenden Charakteren, brilliert aber großteils mit einer langweiligen und zu ausufernden Erzählweise. Humor ist zwar vorhanden, wiederholt sich aber immer wieder, so dass die Scherze irgendwann zu nerven beginnen. - Tara Stella Deetjen
Unberührbar - Mein Leben unter den Bettlern von Benares
(10)Aktuelle Rezension von: jackdeckGroßes Kompliment an die Autoren Tara S. Deetjen,die es schafft,ein ehrliches Bild von Benares,aber auch von sich abzugeben.Auf keiner Seite hat man das Gefühl,dass sich die Autorin "schmücken" will mit ihren humanitären Aufgaben. Man fühlt sich, als wäre man mit dabei und es ist spürbar, dass tatsächlich kiloweise eigene Tagebuchaufzeichnungen von Fr. Deetjen zu Grunde lagen. Ich bin schon seit Jahren ein riesengroßer Fan von Stella und ihrer Arbeit und hab mich sehr über die Erscheinung ihres Buches gefreut! Hab sie vor kurzem auch bei einer Lesung ihres Buches persönlich kennenlernen dürfen.. sie ist eine bewundernswerte Persönlichkeit, eine starke Frau, ein Vorbild und hat ein sehr großes Herz!! Unglaublich wieviel ein Mensch bewirken kann!!!
Für mich mein Buch des Jahres, ich bin sehr beeindruckt vom Lebenswerk Frau Deetjens und wünsche ihr viel Glück mit ihren Projekten. - Ulrich Alexander Boschwitz
Menschen neben dem Leben
(65)Aktuelle Rezension von: ATWOOD94Genau wie das zweite Buch von Ulich Alexander Boschwitz, 'Der Reisende', ist dieser Roman sprachlich und literarisch hervorragend. Es finden sich Wahrheiten, die auf seine eigene Weise ausgedrückt, sehr das Hirn und Herz der Leserin und des Lesers berühren. Die eher sachliche Darstellung des Lebens der am Rande der Gesellschaft stehenden Menschen macht es der Leserin und dem Leser möglich, sich diesen ohne Einschränkungen und Vorbehalte zu nähern, und ihnen als Menschen zu begegnen, als 'Menschen neben dem Leben', wie schon der Titel sagt. Die Erzählweise mit dem für den größten Teil des Romans episodenhaft anmutenden Konzentrieren auf die einzelnen Figuren macht es zu einer etwas komplexen Aufgabe, das ganze Aufgebot an Figuren im Blick und im Kopf zu behalten. Zum Ende hin werden diese Figuren zu einem großen Teil zusammengeführt. Hilfreich ist sicher, das Buch zeitnah zu lesen und nicht zu viele Lesepausen einzulegen. Und sich nicht darüber zu sorgen, dass man vielleicht nicht immer jede Figur genau zuordnen kann. Viel wichtiger ist es, diese Figuren als Menschen wahrzunehmen, was den Lesenden dank der außerordentlichen Erzählkunst Boschwitz' definitiv gelingt. Wer sich die Mühe macht, sich auf dieses Ensemble an Figuren einzulassen und ihr Leben betrachtet, wird belohnt mit einem ehrlichen und sachlichen Einblick in Menschen und ihr Leben, der einzigartig ist und die Atmosphäre und das Leben zu einer Zeit darstellt, die für uns heute häufig schwer vorzustellen und nachzuvollziehen ist. Das Elend wird greifbar, eben weil das Buch nicht sentimental und vordergründig emotional ist. Wie auch 'Der Reisende' ist dieses Buch eine absolute Empfehlung! Ich bin sehr froh, dass der Herausgeber endlich die deutschen Originalmanuskripte so hervorragend lektoriert veröffentlicht hat.
- Johann König
Kinder sind was Wunderbares, das muss man sich nur IMMER WIEDER sagen
(26)Aktuelle Rezension von: FranziDieBuechertanteManchmal muss es was lustiges sein. Und da mir die Geschichten und Sprüche von Johann König über Kinder und Familie gefallen, dachte ich mir, dass mir sein Buch Kinder sind was wunderbares auch gefallen könnte (SPOILER).
Meine Meinung:
Das Buch von Johann König schaut mit Humor und Ironie auf das Leben mit Kindern. Dabei ist es an der tatsächlichen Familie und deren Erlebnisse von König orientiert. Geschrieben ist es im Tagebuchstil und wenn auch über ca. ein Jahr chronologisch nochmal thematisch in einzelne Kapitel unterteilt. Außerdem gibt es ein paar Runninggags. Vieles kam mir sehr bekannt vor und ich hab viel gelacht bzw. geschmunzelt.
Fazit:
Im Laufe des Buches wiederholt sich manches und wird dadurch mit der Zeit langweilig. Es ist ein super Buch für zwischendurch, ich würde es allerdings nicht am Stück lesen, sondern mit Pausen. Mich hat auch das zweite Buch von Johann König interessiert, weiß aber noch nicht, ob ich das lesen werde.
Bleiben oder Weg? Erst mal bleibt es bei mir.
- Oliver Pötzsch
Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf (Die Henkerstochter-Saga 7)
(84)Aktuelle Rezension von: buchfeemelanieGenre: historisches Buch
Erwartung: Ein spannendes Buch
Meinung:
Der Schreibstil ist wie immer gut. Die Kapitel sind etwas länger. Mit dem Buch kann man gut die Reihe weiterlesen; es ist aber auch so als Einzelband lesbar.
Jakob ist wie immer ein Unikat. Ich mag seine ruppige Art hinter der oft ein weicher Kern steckt. Gerade hier im Vergleich zu anderen Henker sieht man doch, dass ihm das menschliche noch wichtig ist. Dazu ist er klug und aufmerksam.
Seine Tochter Magdalena mag ich weiterhin auch. Sie ähnelt in vielen ihren Vater. Leider war ich hier (vielleicht zum ersten Mal bewusst) von ihrem Mann enttäuscht. Er handelt egoistisch und macht sich wenig Gedanken über seine Familie.
Die Atmosphäre war wie immer gut beschrieben.
Das Buch begann recht spannend. jedoch muss ich leider sagen, dass ich es diesmal etwas langatmig fand.
Fazit: Leider nur 3 Sterne heute























