Bücher mit dem Tag "bevölkerung"
17 Bücher
- Juli Zeh
Unterleuten
(671)Aktuelle Rezension von: LidenDatum : 07.11.2025
✨Handlung✨
Unterleuten ist ein kleines 200 Einwohner Dorf in der alten DDR. Nun sollen Windräder in dem Dorf errichtet werden - Konflikte entstehen und alte Reibereien werden hochgeholt. Ein Gesellschaftsroman über Moral und Egoismus.
✨Protagonisten✨
Es wird aus vielen, unterschiedlichen Sichten geschrieben - und jeder davon war kein riesengroßer Sympathieträger, dafür waren die Charaktere vielschichtig, verletzbar und vor allem eins: menschlich. Sie haben Fehler gemacht, haben sich mal mehr, mal weniger reflektiert und auch wenn man bei manchen Dingen dachte: Was stimmt nicht mit dir ?, so war es nie artifiziell sondern immer passend oder glaubwürdig. Ich musste so oft an Menschen aus meinem Umfeld denken und welche Gemeinsamkeiten sie mit den jeweiligen Protagonisten haben (mich selber eingeschlossen). Am meisten Mitleid hatte ich wohl mit Frederik Wachs und Elena Gombrowksi.
PS: Manfred Gortz (Linda Franzen ihre „Bibel“) ist ein rein fiktiver, satirischer Charakter genauso wie sein Buch „Dein Erfolg“. Keine Nachahmung bitte xD
✨Setting✨
Die Geschichte spielt sich in Brandenburg ab, Unterleuten, ein fiktives kleines Dorf mit alteingesessenen Einwohnern und frisch zugezogenen Personen. Meinungsverschiedenheiten sind vorprogrammiert und auch die Manier, wie diese geklärt werden.
✨Schreibstil✨
Die kurzen Kapitel der jeweiligen Protagonisten lässt einen durch das Buch fliegen. Jeder hatte auf seine Art und Weise irgendwie Recht gehabt und auch die Motive waren nachvollziehbar, wenn auch nicht moralisch korrekt. Die Sympathie zu den einzelnen Personen hat geschwankt und auch die Spannung um die jeweilige Geschichte.
✨Fazit✨
Das Soziogramm eines Dorfes. Hier ist nicht die Polizei die Judikative. Juli Zeh hat ein Werk geschrieben, welches mich nachdenklich zurücklässt, wie alle ihre Bücher. Ich freue mich, noch mehr Bücher von ihr zu lesen !
- Khaled Hosseini
Tausend strahlende Sonnen
(1.270)Aktuelle Rezension von: MinijaneNachdem ich „Drachenläufer“ von Khaled Hosseini vor längerer Zeit gelesen und geliebt habe, wollte ich natürlich unbedingt auch das nachfolgende Buch „ Tausend strahlende Sonnen“ des Autor‘s lesen.
Wie erwartet, ist das Buch keine leichte Kost. Deshalb stand es wahrscheinlich auch so lange Zeit ungelesen im Regal.
Es geht um 2 starke Frauen, die in ihrem Leben so unendlich viel Furchtbares erleben müssen und trotzdem immer weiter machen. Da ist zunächst einmal Mariam, die als uneheliches Kind schon einen schweren Start ins Leben hat. Sie wird zwangsverheiratet mit Raschid, einem 30 Jahre älteren Schuster. Alleine schon diese furchtbare Ehe und die Machtlosigkeit der afghanischen Frauen in dieser patriarchalischen Gesellschaft machen wütend und traurig.
Laila wächst dagegen in Kabul bei einer liebevollen Familie auf, doch Krieg und Bombardierungen erschüttern auch ihr Leben. Die Wege der beiden Frauen kreuzen sich, als Leila mit 14 Jahren ihre Eltern durch einen Bombenanschlag verliert. Nachbar Raschid nimmt Laila zwar auf, aber das hat einen Preis. Mariam muss sie als Zweitfrau ertragen und macht Laila das Leben zunächst zusätzlich schwer. Nach anfänglicher Feindschaft raufen sich die beiden Frauen dann aber zusammen und entwickeln eine tiefe Verbundenheit und Freundschaft.
Während ein Regime zum Nächsten wechselt, wird die Situation für die Frauen in Afghanistan immer schlimmer. Wir verfolgen etwa 30 Jahre der geschichtlichen Entwicklung des Landes, beginnend in den 80er Jahren bis zu den Anschlägen vom 11.September mit der anschließenden Intervention der USA in Afghanistan. Es ist unfassbar, was die Menschen haben aushalten müssen, insbesondere über das Schicksal der Frauen zu lesen, war manchmal kaum auszuhalten.
Khaled Hosseini ist ein hervorragender Geschichtenerzähler, dem es gelingt die afghanische Geschichte aus Sicht zweier Frauen in einer frauenfeindlichen Welt zu erzählen, die aber nie aufgeben und ihr Schicksal irgendwann in die eigene Hand nehmen.
Großartig!
- Ernest Cline
Ready Player One
(65)Aktuelle Rezension von: SoerenTeenager Wade Watts verbringt einen Großteil seines Leben in der Online-Welt OASIS. Anders ist das trostlose Leben für viele Menschen im Jahr 2044 auch gar nicht zu ertragen. Als der Erfinder der digitalen Welt stirbt, beginnt eine Online-Schatzsuche. Irgendwo in seinem virtuellen Universum hat er drei Schlüssel versteckt und derjenige, der sie zuerst findet, wird nicht nur Herrscher über die OASIS, sondern erbt auch das milliardenschwere Vermögen. Wie tausende andere auch begibt sich Wade auf die Suche. Er hat allerdings einen kleinen Vorteil: So wie der Erfinder der Online-Welt ist Wade ein großer Fan der Achtziger Jahre und hat es dadurch eine Spur leichter, die versteckten Rätsel und Hinweise zu entschlüsseln. Doch die Konkurrenz bleibt ihm dicht auf den Fersen.
Nachdem ich bereits Steven Spielbergs Verfilmung kenne, bin ich mit keinen großen Erwartungen an den Roman herangegangen. Aber die Buchvorlage ist um einiges nerdiger, spannender und abwechslungsreicher. Trotz oder gerade wegen der vielen Anspielungen auf die Popkultur der 80er-Jahre macht die Geschichte sehr viel Spaß. Man fiebert und leidet mit Wade und freut sich darauf, ihn bei seiner Schnitzeljagd zu begleiten. Wer mag, kann in dem ganzen virtuellen Treiben sogar den einen oder anderen philosophischen Ansatz erkennen. Tolle Geschichte. Ich freue mich schon auf die vor kurzem erschienene Fortsetzung, die folgerichtig „Ready Player Two“ heißt.
Die ungekürzte Hörbuchfassung hat eine Dauer von 14h49min und wird gewohnt großartig von David Nathan gelesen. - Navid Kermani
Entlang den Gräben
(12)Aktuelle Rezension von: 101844Allein von der Aufmachung, kommt "Entlang den Gräben" sehr wertig und ansprechend daher. Die Landkarte mit verzeichneter Route stimmt schon vor dem Lesebeginn auf die Reise ein und heizt die Neugierde an. Strukturell ist das Buch in Tagen unterteilt. So bekommen die Lesenden einen Eindruck über die Dauer der Aufenthalte.
Obwohl eine Reportage vorliegt, schafft es der Autor mittels der Ich-Erzählperspektive und seiner ganz eigenen Note, die sich aus forscher Direktheit, Humor und Empathie auszeichnet, eine angenehme und dichte Atmosphäre zu kreieren. Gleich zu Beginn lernen die Lesenden den Autor als einen intelligenten, aufgeschlossenen und mutigen Mann kennen. So setzt er sich zum Beispiel zum Kaffee und Kuchen in eine AFD-Versammlung. Solche Momente gibt es mehrere und sie lassen einen beim Lesen die Luft anhalten. Trotz klar formulierter Kritik bleibt Navid Kermani respektvoll, wertschätzend und verständnisvoll. In diesem Verhalten manifestiert sich der Begriff "Toleranz" in seiner authentischsten Bedeutung und ringt den Lesenden unweigerlich Anerkennung ab.
Gemeinsam mit dem Autor, stellt man beim Lesen fast, wie fern doch der so nahe Osten eigentlich ist. In unzähligen Gesprächen mit den verschiedensten Personen, erschließen sich auf intensive Weise ganz neue Perspektiven auf die Vergangenheit, Gegenwart und etwaige Zukunft Europas. Gerade die persönlichen Schicksale und Erfahrungsberichte regen zum Nach- und Mitdenken an.
Der Schreibstil ist so unmittelbar und ehrlich, dass zu keiner Zeit das Gefühl aufkommt, man wäre nicht eine*r der Mitreisenden. Vor allem tabuisierte Themen, kommen schonungslos zur Sprache.
Die ausgiebigen politischen Sequenzen werden immer wieder durch persönliche Anekdoten, Eindrücke und Beobachtungen entzerrt. Vor allem letztere sind bemerkenswert. Der Autor hat einen Blick für Details und entwirft wortgewandt beeindruckende Landschaftsbilder.
Vor allem die ersten Stationen der Reise stellen den Lesenden bekannte Schrecken aus der Vergangenheit noch einmal sehr deutlich vor Augen. Allein von Köln bis Litauen hätte der Buchtitel auch "Entlang den Gräbern" lauten können. Man verdrängt den Umfang der Gräueltaten der vergangenen Jahrzehnte bis hinein in die Gegenwart. Und dennoch vermag Navid Kermani es, die Stimmung nicht ins Bodenlose kippen zu lassen. Respektvoll verweilt er an den richtigen Stellen und treibt die Reise dann gekonnt schwungvoll wieder in höhere Stimmungslagen. Kein einfacher Spagat, der ihm hier gelungen ist. Besonders interessant, sind auch die Gespräche mit prominenten Persönlichkeiten, die ich an dieser Stelle nicht vorweg nehmen möchte.
Insgesamt löste "Entlang den Gräben" in mir die ganze Palette an Emotionen aus. Von sprachloser Betroffenheit bis hin zu spontanem Auflachen. Ein Lesegenuss der besonderen Art.
- Bernd Ingmar Gutberlet
Berlin für die Hosentasche
(2)Aktuelle Rezension von: seschatBernd Ingmar Gutberlet ist ein ausgesprochener Berlinkenner. Der studierte Historiker liebt die deutsche Hauptstadt sehr und veranstaltet gar selbst Städtetouren. So verwundert es nicht, dass gerade er einen kleinen Berlinführer für die Hosentasche geschrieben hat.
Doch Vorsicht! Gutberlets Städtewissen hebt sich deutlich von der üblichen Reiseführerliteratur ab. Detail- und kenntnisreich informiert in er den Leser über Berlins Architektur, Geschichte, Wirtschaft, Geographie, Dialekt, Politik und persönliche Geheimtipps wie überschätzte Sehenswürdigkeiten. Sein Erzählton wechselt dabei von nüchtern-erklärend bis hin zu persönlich-ironisierend. Und schnell wird klar, er kennt Berlin wie seine Westentasche. Die im 12. Jh. entstandene Metropole befindet sich zeit seiner Gründung im Wandel und steht niemals still. Auch hierfür weiß er einiges anzuführen und geht dabei natürlich auch auf den umstrittenen Flughafenbau ein. Darüber hinaus gibt er einen ganz persönlichen Ausblick auf Berlins Zukunft. Kurzum, seine Beschreibung der Großstadt mit momentan 3,6 Mio Einwohnern unterhält vortrefflich und bereichert den Wissenshorizont des Lesers um einige Fakten; gern auch skurriler Natur. Dass der Autor auf Bilder bzw. Fotos verzichtet hat, ist in keiner Weise ein Nachteil, denn seine bildhaften Schilderungen reichen aus. Zudem wird jeder, der mindestens einmal in Berlin gewesen ist, wissen, wovon Gutberlet an der ein oder anderen Stelle spricht.
FAZIT
Ein umfangreicher Berlinführer mit Mehrwert, der sich zudem noch wunderbar flüssig lesen lässt.
- Jutta Sommerbauer
Die Ukraine im Krieg
(15)Aktuelle Rezension von: Diana182Das Cover zeigt verstörte Gebäude sowie Soldaten und Panzer. Dieses Bild ist sehr erschreckend, aber dem Thema entsprechend passen gewählt. Da ich in den Medien zwar einiges mitbekommen habe, aber längst nicht alle Zusammenhänge bereifen konnte, war ich auf dieses Buch mehr als neugierig!
Aber erst einmal eine Kurzfassung des Inhaltes:Nur zwei Flugstunden von Wien und Berlin entfernt, im Osten der Ukraine, herrscht Krieg, unterbrochen nur durch einen fragilen Waffenstillstand. Die Lösung dieses Konflikts wird entscheidend sein für das künftige Verhältnis zwischen Europa und Russland. Wie leben die Millionen Zivilisten im Kriegsgebiet? Sind sie kriegsbegeistert oder Kriegsgeiseln? Ist der Donbass nur ein Hort von Terroristen und Verbrechern? Dieser politische Report nimmt die Leser mit auf eine abenteuerliche Reise ins Innerste der beiden „Volksrepubliken“ von Donezk und Luhansk. Er berichtet von ihren selbst ernannten Herrschern, die im Frühling 2014 wie aus dem Nichts auftauchten; von tschetschenischen Söldnern und russischen Soldaten , die für Geld und Ruhm in den Donbass gekommen sind. Er schildert den Alltag der leidgeprüften Zivilbevölkerung und erzählt vom unerklärten Bruderkrieg zwischen Russen und Ukrainern. Dieser Krieg entwickelt sich zunehmend zu einem „eingefrorenen Konflikt“, der Europa noch jahrelang begleiten wird. Eine rasche Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht.
Meine Meinung:
Da es in den Medien wieder sehr ruhig geworden ist, könnte man meinen, es herrscht wieder Frieden in der Ukraine. Doch leider weit gefehlt! Dieses Buch gibt Einblicke in die aktuelle Situation, durchleuchtet aber auch die einzelnen Hintergründe, welche zu einem Krieg in der nur 2 Flugstunden entfernten Ukraine führten.
Hier werden viele erschreckende Fakten genannt, welche mir bisher noch nicht bekannt waren. Aber auch die vielen Verzweigungen im Hintergrund werden hier ausführlich aufgeführt und erklärt.
Sachlich und für jedermann verständlich erläutert die Autorin hier die einzelnen Vorkommnisse und gibt tiefere Einblicke, als man sie bisher aus den Medien entnehmen konnte.
Erschreckende Bilder unterlegen diese Aufführungen noch zusätzlich.
Mein Fazit:Ein gut recherchiertes Buch, was mir viele Hintergründe und Vorfälle näher erklären konnte. Die einzelnen Zusammenhänge werden hier deutlich und verständlich dargestellt.
Ein erschreckendes Buch über den noch aktuell andauernden Krieg in der Ukraine.
- Sandra Lüpkes
Die Schule am Meer
(126)Aktuelle Rezension von: Nicola89Juist, 1925: Tatkräftig und voller Ideale gründet eine Gruppe von Lehrern am äußersten Rand der Weimarer Republik ein ganz besonderes Internat. Mit eigenen Gärten, Seewasseraquarien und Theaterhalle. Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft: die jüdische Lehrerin Anni Reiner, der Musikpädagoge Eduard Zuckmayer, der zehnjährige Maximilian, der sich mit dem Gruppenzwang manchmal schwer tut, sowie die resolute Insulanerin Kea, die in der Küche das Sagen hat. Doch das Klima an der Küste ist hart in jeder Hinsicht, und schon bald nehmen die Spannungen zu zwischen den Lehrkräften und mit den Insulanern, bei denen die Schule als Hort für Juden und Kommunisten verschrien ist. Im katastrophalen Eiswinter von 1929 ist die Insel wochenlang von der Außenwelt abgeschlossen. Man rückt ein wenig näher zusammen. Aber kann es Hoffnung geben, wenn der Rest der Welt auf den Abgrund zusteuert?
Schon bald nachdem ich zu lesen begonnen habe, hatte ich das Gefühl, dass dieses Buch auf wahren Begebenheiten beruht, konnte aber im Buch zunächst keinen Hinweis darauf entdecken. Erst als ich ungefähr die Hälfte des Buches gelesen hatte und immer noch denselben Eindruck hatte, habe ich angefangen, ein bisschen zu recherchieren und habe recht schnell die Bestätigung dafür gefunden. Es gibt dazu auch einen ca. 5-minütigen Beitrag in der ARD-Mediathek.
Obwohl die Geschichte ein bisschen gebraucht hat, um richtig packend zu werden, habe ich mich dennoch entschieden, dem Buch 5 Sterne zu geben. Die Geschichte kommt zudem ohne großen Spannungsbogen aus und schafft es trotzdem noch lange in Erinnerung zu bleiben.
Vorne im Buch gibt es eine Skizze des Internatsgeländes und auch einige Bilder, die aus dem Archiv des Küstenmuseums Juist stammen, wie die Autorin im Nachwort erwähnt. Besonders das Nachwort hat mich nochmal nachdenklich gestimmt und ich finde es wirklich traurig, dass es für Sandra Lüpkes offenbar wirklich schwierig war, all diese Informationen über die Schule am Meer, sowie die Menschen, die dort gelebt haben, zusammenzutragen. Wie dann auch aus dem Nachwort hervorgeht, hatte das Internat auch eine später recht bekannte Schülerin: Beate Uhse.
- Horst Evers
Der König von Berlin
(19)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerWitzig, boshaft und gnadenlos politisch unkorrekt.
- Kalle Max Hofmann
BERLIN ZOMBIE CITY: Horrorthriller (Berlin Zombies 1)
(0)Noch keine Rezension vorhanden - Paul Morland
Die Macht der Demografie
(3)Aktuelle Rezension von: SikalEiner der wichtigsten Aspekte des menschlichen Zusammenlebens ist die Demografie und deren Auswirkung auf Wirtschaft, Umwelt und natürlich den Menschen. Der Autor Paul Morland nimmt die Demografie als Ausgangspunkt um eine spannende Geschichte rund um den Menschen zu erzählen.
Zuallererst, muss angemerkt werden, dass es dem Autor sehr gut gelingt, seine eigenen Ansichten – sowohl politischer als auch wirtschaftlicher Natur – in den Hintergrund zu stellen. Nur ab und an auf den letzten Seiten, bemerkt der Leser welcher politischen Gesinnung der Autor anhängt.Diese Trennung der eigenen Meinung von den tatsächlichen Fakten, macht dieses Buch zu etwas Besonderem. Zahlen und Fakten bestimmen den Inhalt – nicht Meinung und Stimmungen.
Dennoch fesselt dieses Buch und erklärt wie die Welt in den letzten Jahrhunderten zu dem wurde, wie wir sie kennen und wie eine Gesellschaft im Wandel damit umgehen kann oder muss.
Der Vergleich einzelner Regionen der Welt mittels demografischer Zahlen gibt dem Leser schnell einen Überblick wie sich die Welt entwickelt hat und wohin der Weg weiterführt – wenn nicht Faktoren zu tragen kommen, welche auch schon früher für drastische Änderungen der Entwicklung gesorgt haben.
Welche Faktoren das sein können, darüber hüllt sich auch der Autor selbst in Schweigen – ist es doch bisher noch niemandem gelungen, Bevölkerungszahlen und deren Entwicklung wirklich präzise vorherzusehen. Und Paul Morland macht auch klar, dass dies nicht der Anspruch dieses Buches ist.
Am Ende bleibt dem Leser sehr viel Spielraum, sich seine eigene Meinung zu bilden oder sich tiefer in die Materie zu begeben.
Dies ist sicher kein Buch, welches dem Leser Aufgaben vorgibt, um auf den nächsten Seiten die Lösungen zu präsentieren. Lösungen – sofern es überhaupt ein Problem gibt – gibt es so viele wie Menschen auf diesem Planeten – und das kommt auch immer wieder zu tragen in den einzelnen Kapiteln. Wo haben wir Probleme, welche Arten von Problemen haben wir bezüglich unseres Zusammenlebens oder ist das, was wir als Problem sehen, überhaupt eines?
Wer sich informieren möchte, worum es bei der Demografischen Entwicklung auf unserem Planten geht, wie sich diese entwickelt hat und welche Auswirkungen diese mit sich bringt, ist dieses Buch sehr zu empfehlen und als äußerst lesenswert einzustufen.
Einzig die Erklärungen der Begrifflichkeiten oder sich wiederholende Fakten (in unterschiedlichen Weltregionen) werden vom Autor auch ebenso oft wiederholt. Hier hätten sich einige Seiten einsparen lassen und das Buch noch flüssiger gemacht.
- Frank Schirrmacher
Das Methusalem-Komplott
(27)Aktuelle Rezension von: HoldenSchirrmachers Schrift gegen Altenhaß und für eine Neuorientierung der Gesellschaft. Er selbst hat den Zustand des alten Mitmenschen ja nicht mehr erleben müssen. Man wundert man sich über die subtilen Einflüsterungen der Gegenwartsgesellschaft, wie man vermeintlich Alte aufs "Altenteil" schieben möchte, daß die Best ager auch in fortgeschrittenen Alter häufig körperlich und geistig noch voll da sind, hat einen selbst überrascht. Gerad wurde Joe Biden wegen seines Alters als möglicher Präsidentschaftskandidat gegen Donald Trump wegen seines Alters ausgemustert (trotz offenbar recht guter Bilanz seiner Präsidentschaft), die "Heute-Show" witzelte über das "Greise Haus", und in der Werbung gibt es wieder nur Junge und Ganzjunge, sogar auf der AOK-Mitgliederzeitschrift sind nur junge gesunde Menschen. Viel hat sich nicht geändert, obwohl wir laut Schirrmacher längst in der Gerontokratie leben müßten. Augenöffnend und klug, aber auch anspruchsvolle Kost.
- Judith Henderson
Kommt ein Alligator in die Stadt
(2)Aktuelle Rezension von: kleine_buecherwuermchenDer Junge traf im Wald auf einen Alligator. Mit der Zeit wurden sie Freunde und beschlossen eines Tages, gemeinsam in die Stadt zu gehen. Die BewohnerInnen hatten große Angst und somit verbot der Bürgermeister Alligatoren in der Stadt. Der Junge setzte sich für den Alligator ein und hatte die Idee, dass die Menschen ihm ihre Essensreste geben könnten. So könnte sich der Alligator nützlich machen und es würde weniger Müll geben. Der Bürgermeister wollte davon jedoch nichts hören, doch die StädterInnen begannen heimlich den Alligator zu füttern und waren glücklich mit der Lösung. Durch die üppigen Mahlzeiten wurde das Tier jedoch so groß, dass sie es nicht mehr so gut vor dem Bürgermeister verstecken konnten.
Zu welcher ausgefallenen Lösung sie kommen und wie die Geschichte ausgeht, dürft ihr selber nachlesen. 😉
Meine Erfahrung/Meinung:
🙂
Ich mag die Geschichte, in dem ein vermeintlich böses Tier zuerst Angst auslöst, ausgestoßen wird und dann mit der Zeit doch ein wertvolles Mitglied der Gemeinschaft wird.
Die diversen und auch ein wenig inklusiven Illustrationen sprechen mich an. Leider wurde bei der Sprache nicht so sehr darauf geachtet und immer nur „die Städter“ verwendet.
Alles in allem ein tolles Buch über Freundschaft, Zusammenhalt und Integration. - Renée Ahdieh
Fluch und Flammen
(58)Aktuelle Rezension von: kebergerHallo,
ich habe die Kurzgeschichte sehr gerne gelesen und sie hat mir sehr gut gefallen.
Schreibstil:Der Schreibstil ist sehr gut, flüssig und hat mir sehr gut beim Lesen gefallen.
Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut und hat mich direkt angesprochen.
Fazit:
Mir hat es sehr gut gefallen und hat mir wieder einmal schöne 5 Leseminuten beschehrt.
In Liebe
Kerstin
- Ira Levin
Die Frauen von Stepford
(30)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderJoanna hat es hart getroffen und um wieder auf die Beine zu kommen, zieht die Familie nach Stepford. Wunderschöne Damen, makellos und ihren Ehemännern immer zu Diensten. Kann das alles echt sein? Joanna wird misstrauisch und forscht nach und kommt etwas ungeheurem auf die Spur. Ich liebe die Verfilmungen und wollte das Buch haben und es ist genauso schwarz und voller bitterem Humor. Echter Tipp!
- Bernd Fuhrmann
Hinter festen Mauern
(2)Aktuelle Rezension von: WinfriedStanzickRom, Venedig, Florenz, Mailand, London, Paris, Brügge, Gent, Köln, Trier, Lübeck, Frankfurt, Regensburg, Nürnberg, Würzburg, Augsburg und Freiburg.
Das sind die europäischen Städte, deren Entwicklung und Bedeutung im Mittelalter der Historiker Bernd Fuhrmann in diesem prächtig ausgestatteten Band städte- und kulturgeschichtlich untersucht. Wie gestaltete sich das Leben dort, in welchen sozialen Strukturen war das Leben, die Wirtschaft und der Handel organisiert?
Wer hatte die Macht und wie wurde sie erhalten? Welche Rollen spieklte die Kirche und ihr Klerus?
Das Buch ist chronologisch aufgebaut in insgesamt sechs Kapitel:
· Frühmittelalter- spätantikes Erbe und Neuanfänge
· Vom 10. Ins 13 Jahrhundert –urbane Zentren bilden sich heraus
· Spätmittelalter- die Entfaltung städtischen Lebens
· Armut und Reichtum – die kommerzielle Revolution im Spätmittelalter
· Städtische Sozialstrukturen – die Geschlechterherrschaft wird abgelöst
· Ausblick ins 16. Jahrhundert – Handelsfamilien prägen die Gesellschaft
Mit nur wenigen Anmerkungen und einen weiterführenden Literaturverzeichnis am Ende des Buches , ist dieser Band gedacht für ein breites an Geschichte und Kulturgeschichte interessiertes Publikum und erfüllt doch alle wichtigen historischen Standards.
Viele farbenprächtige Fotis mittelalterlicher Gebäude, die bis in die Neuzeit erhalten geblieben sind und zahllose zeitgenössische Gemälde lockern ein sehr empfehlenswertes Buch auf, das sich auch wunderbar als wertvolles Geschenk eignet.
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