Bücher mit dem Tag "bewunderung"
14 Bücher
- Elena Ferrante
Meine geniale Freundin
(687)Aktuelle Rezension von: EgataEines meiner Lieblingsbücher. Die Inhaltsangabe klingt wenig aufregend. Elena und ihre Freundin Lila wachsen im Neapel in der Nachkriegszeit auf, zwischen Mafia und Familienfehden. Aus der Sicht des Kindes und der Jugendlichen erzählt Elena von Höhen und Tiefen des täglichen Lebens, vom Erwachsenwerden und der Armut, aus der sie versucht herauszukommen, indem sie um gute Bildung kämpft. Die Autorin wechselt öfter die Perspektive und erzählt scheinbare Kleinigkeiten so spannend, dass man das Buch nicht weglegen kann. Ich hatte es mir geliehen, aber dann sofort den Folgeband gekauft, auch, weil so viele Fragen offen blieben.
- Joël Dicker
Die Geschichte der Baltimores
(395)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannUnd dies, obwohl die Ausgangsvoraussetzungen für ein gelingendes Leben kaum besser hätten sein können. Was alles schief gehen kann, welche Verwicklungen möglich sind und – nicht zuletzt – welche Zufälle ein Leben in Richtung Scheitern oder zum Erfolg schubst, wird in diesem großartigen Roman von Joël Dicker leidenschaftlich und voller Empathie „nacherzählt“. Nacherzählt deshalb, weil der Autor im Buch (Marcus Goldman) genau eine solchen Auftrag von einer anderen „Lichtgestalt“ des Buches (Saul Goldman) erhält: „‘Viele von uns versuchen, dem Leben einen Sinn zu geben, doch das Leben hat nur Sinn, wenn wir fähig sind, unseren entscheidenden drei Bestimmungen gerecht zu werden: zu lieben, geliebt zu werden und zu verzeihen. Der Rest ist Zeitverschwendung. Und vor allem: Schreib weiter! Denn du hattest recht: Man kann alles wiedergutmachen. Versprich mir, mein lieber Neffe, dass du uns wieder gut machst. Mach die Baltimores wieder gut.‘“
Doch bevor es zu diesem Zitat kommt, sind eine Menge menschlicher Abgründe zu durchwaten, einiges an narzisstischen Persönlichkeitsstörungen zu ertragen und so mancherlei Eifersuchtsdramen auszuhalten – und ob eine solcherart klärende Wiedergutmachung tatsächlich gelingen kann, und ob eine solche hier gelungen ist, mag jede(r) Leser*in selbst entscheiden. In seiner Struktur wird dieses Buch allen Ansprüchen korrekt, allerdings schrappt die Inszenesetzung gelegentlich messerscharf am Kitschroman vorbei: „Er konnte nicht alleine bleiben. Gott sei Dank hatte er Colleen, die sehr lieb zu ihm war. Sie las ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Sie wachte über ihn. Sie war sein Rettungsanker.“
Dennoch geht von diesem Buch ein eigentümlicher Sog eine besondere Magie aus. Zum einen, weil man möglicherweise ähnlichen Träumen nachhängt, zum anderen, weil man einfach nicht anders kann, als den handelnden Personen dabei neugierig zuzuschauen, wie sie ihren von vielen Herausforderungen geprägten Lebenswandel eine je eigene Handschrift zu verpassen versuchen. Dabei werden dialektisch die Pole des Lebens ausgeleuchtet und in ihrer übersteigerten Form, teils zur Groteske verzerrt, zum Klingen gebracht. Ist man erst einmal eingegroovt, gibt es kein Entrinnen mehr, da verzeiht man auch die kleineren sprachlichen Ausrutscher. Erfolg, Freundschaft, Liebe, Macht, wobei das eine mit dem anderen zusammenzuhängen, sich zu bedingen scheint, spielen in diesem Roman entscheidende Rollen. Wobei von der Liebe vermutlich die größte Kraft ausgeht. Obwohl: Freundschaft verzeiht alles … Hier nachzulesen und nachzuspüren.
(28.4.2023)
- Meg Wolitzer
Das weibliche Prinzip
(143)Aktuelle Rezension von: eliswaIn diesem knapp 500seitigen Roman wird die strebsame und eher zu Beginn eher ziellos ehrgeizige Greer zur gefeierten und berühmten Feministin.
Das Thema Feminismus wird von unterschiedlichen Seiten umkreist: zum Einen findet Greers Leben durch die Idee des Feminismus ein Ziel und sie selbst auch den Mut ihre innere Stimme auch zu einer äußeren zu machen. Zum anderen verehrt sie Faith Frank, eine Feministin der zweiten Welle der Frauenbewegung auch als Person sehr und reagiert desillusioniert als sie Kratzer und Brüche in Faiths Haltung erlebt. Ihre Verehrung bringt sie dazu, einen Brief ihrer Freundin Zee, die auch bei der von Faith geführten Stiftung "Loci" arbeiten möchte, unterschlägt und nicht weitergibt, weil sie die Arbeit mit Faith Frank nicht teilen möchte. Ein Verrat, ja. Aber auch ein Verrat gegen das "Weilbliche Prinzip"?
Das so benannte Manifest "Faith Franks aus den 70er Jahren postuliert einen Gegensatz zu konkurrenzorientierten, "männlichen" Welt, vermittelt den Wert ovn Stärke in Verbindung mti Anstand und ermutig Männer wiederum zur Sanftheit."Sanft" ist auch das ganze Buch geschrieben (manchmal an der Grenze zur säuselnden Langatmigkeit". In irgendeiner Weise agieren auch viele der Hauptfiguren sanft: Greer und ihre Highschool- Liebe Cory bleiben sich über Jahre ineiner Fernbeziehung innig verbunden. Cory erlebt durch den frühen Tod eines Familienmitglieds den Zusammenbruch seiner beruflichen Träume und seiner Familie. Seine Trauer bringt ihn dazu, jahrelang liebevoll seine Mutter zu pflegen,seine Karriere hintanzuzhalten und ohne Dünkel als Putzhilfe zu jobben statt als Risikomanager Prestige und Vermögen zu ernten.
Das Buch wirft viele Fragen auf: Stell der Verrat, den die Frauen mit ihren großen feministischen Idealen anenander üben auch einen Verrat am Feminismus dar oder diskreditiert er ihn ganz? Bedeutet Feminismus für ein Ende der Gewalt gegen Frauen zu sein und für gleiche Chancen oder Müssen Frauen gleich die besseren Menschen sein und im "weiblichen Prinzip" gleich die Menschheit an sich verbessern? und gilt nur die als glaubwürdige Feministin, die moralisch makellos lebt?
Die langsame Erzählweise mit dem wechselnden Fokus auf unterschiedliche Figuren mit vielen Rückblenden lässt Zeit um über diese Fragen nachzudenken und die Figuren besser kennenzulernen. Das habe ich genossen.
Ein wenig ärgerlich ist die Doppelung, dass Greer, ebenso wie Faith am Schluss des Buchs durch ein Manifest kometenhaft aufsteigt . Über den Inhalt des schmalen Buches wird wenig mehrl als die Aufforderung "Seid laut" gesagt und ich finde die Wendung nicht glaubwürdig;ebensowenig konnte ich hier die Unterschiede zwischen dem "alten" und dem "neuen" Feminismus ausmachen.
- Christine Weiske
Das Vermächtnis der Johanna
(9)Aktuelle Rezension von: NimithilRomina, die unerwartet das Erbe der Johanna annimmt, stellt sich den Kampf gegen das Böse. Die Geschichte ist von der Grundidee sehr interessant gestaltet und hat in meinen Augen viel Potenzial. Ich hatte jedoch das Gefühl, dass oft gesprungen wurde und womit ich bis zum Ende nicht klar gekommen bin war die abgehackte Sprache und der damit verbundene Schreibstil.
Es gab Teile des Buches wo die Sprache floss und es war sehr gut gelungen (ein Genuss!), jedoch folgten oft Teile wo es nicht der Fall war. Dies stört in meinen Augen den Lesefluss.
Auf den ersten 50 Seiten des Buches passiert viel und man ist von Anfang an in der Geschichte drin. Aus dem Buch heraus wird nicht bewusst in welcher Zeit es spielt, finde ich jedoch nicht so schlimm. Was ich vermisst habe ist jedoch ein genauerer Einblick in die Welt und die Charaktere. Nach dem ersten Band habe ich nur einen groben Eindruck erhalten.
Da ich der Meinung bin, dass die Geschichte viel Potenzial hat würde ich 2,5 Sterne geben. Die Idee ist wirklich sehr gut, aber in meinen Augen muss am Schreibstil noch gefeilt werden - stilistische Eigenheiten sind okay, aber das war etwas zu viel.
Ich bin mir sicher, dass meine Rezension auch hier eingestellt war... warum diese weg ist weiß ich leider nicht. - Agatha Christie
Das Böse unter der Sonne
(162)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeEin exklusives Hotel auf einer kleinen britischen Insel mit Schmugglergeschichte wird zum ungeliebten Urlaubsort des exzentrischen Detektivs Hercule Poirot. Als die frühere Schauspielerin Arlena Stuart Marshall, die mit Ehemann und Stieftochter angereist ist, am Strand erscheint überschlagen sich die Gerüchte, Hassreden und das Nase rümpfen der anderen Gäste. Die Möchtegern-Idylle zerbricht ganz, als Arlena ermordet in einer Badebucht aufgefunden wird. Wie unterstützt Poirot die örtliche Polizei und natürlich stellt er unorthodoxe Fragen und wird dafür belächelt. Wie immer lässt er niemanden an seinen Gedankengängen teilhaben, klärt den Fall jedoch lückenlos auf, mit den winzigsten Informationen, die urplötzlich einen ganz unerwarteten Sinn ergeben, sobald er alle zum großen Finale versammelt hat.
Den Leser erwartet hier ein klassischer Krimi nach bewährtem Muster. Eine Reihe buntgewürfelter Protagonisten, Fakten, die sich jeder Logik zu entziehen scheinen und am Ende doch völlig logisch sind, ein überheblicher, wortkarger Poirot, der nichts desto trotz Sympathieträger ist und selbstverständlich am Ende die perfekte Lösung liefert. Natürlich gelingt es der Autorin auch eine völlig unerwartete Auflösung zu präsentieren, die selbst wenn der Leser etwas vermutet hat, immer noch kleine Überraschungen parat hält. Die Story lädt zum mitraten ein, unterhält, lässt immer Raum für ein leichtes Augenzwinkern und fesselt auf locker flüssige Weise.Mein Fazit: Ein Klassiker seines Genres, der sich wunderbar lesen lest, sich als unterhaltsame Lektüre anbietet, aber mit verhältnismäßig wenig Neuem aufwartet. Ein Strukturkrimi nach bewährtem Schema, den ich trotzdem sehr gerne gelesen habe.
- Maud Woolf
Die 13 Tode der Lulabelle Rock
(59)Aktuelle Rezension von: admitIm Buch ist es möglich, für viel Geld Kopien von sich selbst anfertigen zu lassen, die - halb Klon, halb Roboter - für bestimmte Aufgaben dienen, z.B. um die vielbeschäftigten Originale zu entlasten. Die Geschichte wird aus der Sicht der 13. Kopie eines Filmstars erzählt, die hergestellt wurde, um alle vorigen Kopien zu töten. Der irreführende Klappentext hat mich zum Kauf verleitet. Nicht mein Fall, denn die Story entpuppt sich als ziemlich durchschaubar und beantwortet keineswegs existenzielle Fragen. Das Cover ist gelungen. Die Protagonistin versucht, philosophisch zu werden und sich selbst zu finden, wirkt allerdings verloren.
Der Weltenbau beschränkt sich auf die Stadt Bubble-City, in der die Handlung stattfindet, und bleibt einseitig. Schade! - Franziska Gehm
Die spinnen, die Großen!
(3)Aktuelle Rezension von: raven1711Rezension Nikolai Renger - Die spinnen, die Großen!
Klappentext:
Mal ehrlich: Erwachsene können ziemlich seltsam sein! Hüpft der Nachwuchs auf dem Trampolin, klatschen sie Beifall, aber wehe, die Kinder hüpfen auf dem Sofa. Malen finden sie nur auf einem Blatt Papier schön, nicht aber auf der Tapete, und plantschen nur am Strand, auf gar keinen Fall aber im Badezimmer. Nein, den Großen kann man es wirklich nicht recht machen …
Meinung:
Warum darf man als Kind auf dem Trampolin springen, auf dem Sofa aber nicht, obwohl das genauso gut federt? Oder am Meer im Wasser planschen und spritzen, daheim in der Badewanne aber nicht? Die spinnen doch, die Großen! Da blickt ja keiner mehr durch, da kann man ja keinem etwas recht machen.
Welches Kind kennt das nicht? Und welcher Erwachsene auch nicht? Diesem Thema widmen sich hier Franziska Gehm und Nikolai Renger, herausgekommen ist ein buntes, freches Kinderbuch, dass nicht nur Kindern unheimlich viel Spaß macht, sondern auch uns Großen. Denn man findet sich in so vielen Situationen wieder, die liebevollen Illustrationen laden zum Entdecken ein und so mancher Lacher ist hier garantiert.
Die kurzen Reime sind perfekt zum Vorlesen, überfordern den kleinen Zuhörer nicht und geben so viel Raum, um die Kinder selber erzählen und entdecken zu lassen. Auch die größeren Kinder haben noch viel Spaß daran und so hat mein älterer Sohn hier seine Vorlesefähigkeiten geübt und seinem kleinen Bruder bereitwillig die Geschichte vorgelesen.
Fazit:
Die spinnen, die Großen! ist ein grandioses Kinderbuch und ein großer Spaß für die ganze Familie. Mit viel Humor und einem Augenzwinkern erkennt man sich hier allzu oft wieder. Ein Buch zum immer wieder Vorlesen und Entdecken!
Von uns gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Magellan Verlag für das Rezensionsexemplar. - Isabella Archan
Die Alpen sehen und sterben
(45)Aktuelle Rezension von: AlmeriDer erste Kriminalroman von Isabella Archan habe ich nun ausgelesen und meine erste Geschichte über die Mörder Mitzi kennen gelernt. Einige wissen, was die Mörder Mitzi durchgemacht hatte. Sie war erst Zeugin eines eiskalten Mordes und zum Ende hin wurde sie dann noch fast selbst ein Opfer. Ich will daher nicht mehr “spoilern”. Ich wurde von der Schreibart der Autorin von Anfang an mitgerissen und war über den Verlauf der Geschichte hin und wieder fassungslos, wie sich die Mörder Mitzti doch immer wieder in Gefahr brachte. Beeindruckend selbst bei der Rezension verfassen, denke ich noch Tage über das Geschriebene nach. Ich mochte die Protagonistin von Anfang an, wie auch die anderen Charaktere. Die Autorin nahm mich auch irgendwie mit, als ob ich einen Film im Fernsehen anschaute. Ich konnte mir die Handlungsorte sehr gut vorstellen. Für mich war daher alles stimmig in diesem Roman, ich fand ihn spannend und fesselnd. Der Auftakt dieser Krimibuchreihe ist gelungen! Mal sehen, wie mir die anderen Kriminalromane gefallen werden.
- Margaret Atwood
Die Räuberbraut
(32)Aktuelle Rezension von: SandraWerInhalt:
Zenia ist die Hauptgestalt des Buches. Überall, wo sie erscheint, passiert ein Unglück. Sie zerstört die Menschen ohne Gewalt auf eine hinterhältige, manipulative Art und macht aus den Menschen, die mit ihr zu tun haben psychische Wracks. Die 3 Hauptprotagonistinnen im Buch fallen alle auf Zenias Lügengeschichten herein und verlieren dadurch alles, was ihnen lieb ist. Ihre Leichtgläubigkeit, ihr Glaube ans Gute, ist genau das, was ihnen zum Verhängnis wird. Zenia raubt all den 3 Hauptpersonen im Buch ihren Mann und zerstört so sowohl Schritt für Schritt das Leben der Frauen als auch das ihrer Männer. Nur Zenias Tod kann für die Frauen Erleichterung bringen, obwohl sie sich nicht einmal nach ihrem Tod wirklich sicher fühlen.
Meinung:
Man wird langsam in das Buch eingeführt. Die Geschichten aller drei Frauen beginnen in ihrer Kindheit. Es wird geschildert wie die 3 Frauen aufgewachsen sind und was sie geprägt hat, um zu verdeutlichen, was für Menschen sie sind, um ihre Charakterzüge zu verdeutlichen. Das gelingt der Autorin auch wirklich gut. Nur langsam wird man in die Geschichte Zenias eingeführt und bis zur Hälfte des Buches hat man noch immer nicht herausgefunden, was genau es denn ist, das so schlimm ist an Zenia. Erst nach und nach stellt sich heraus, dass alle drei Frauen ein ähnliches Schicksal haben werden und in allen drei Fällen ist Zenia dafür verantwortlich. Auf eine manipulative Art, mit Lügen und ohne Rücksicht auf Verluste gewinnt sie zuerst das Vertrauen der Familie und nistet sich sogar dort ein, um dann den Mann im Hause zu verführen und der Familie zu entreissen. Eine Horrorvorstellung schlechthin.
Hier zwei Textstellen, die ich exemplarisch für Atwoods Schreibstil finde, aber die inhaltlich nicht von Bedeutung sind. Das Buch ist angenehm zu lesen und lässt einen durchaus manchmal schmunzeln, trotz der unlustigen Thematik:
„Sie hat eine Vision…, in der sie sich all ihrer weltlichen Güter entledigt. Sich von all ihren dreckigen Profiten trennt. Anschließend könnte sie einer Sekte oder etwas Ähnlichem beitreten. Ein Mönch werden. Eine Mönchin. Eine Mönchette. Von getrockneten Bohnen leben. Aber gäbe es dort elektrische Zahnbürsten? Mußte man, um heilig zu sein, Zahnbelag in Kauf nehmen?“
„Sie tat das alles im Inneren ihres Kopfes, weil die Ereignisse dort ebenso real sind wie die Ereignisse sonstwo.“
Fazit:
Auf alle Fälle lesenswert. Es war mein erstes Buch von Margaret Atwood, aber nach diesem denke ich, dass es sich auszahlt einmal einen Atwood-Roman gelesen zu haben. - Monica Sabolo
Die goldenen Tage
(20)Aktuelle Rezension von: katzenminzeCrans-Montana ist ein mondäner Urlaubsort in der französischsprachigen Schweiz. Er ist Anlaufstelle für viele begüterte französische Familien, so auch eine Clique Jungs, die ihre Ferien auf der Skipiste, in der Disco und vor allem damit verbringen, die „drei C's“ - Chris, Charlotte und Claudia - anzuschmachten. Drei unerreichbar scheinende Mädchen, die ihnen mit ihrer schieren Anwesenheit den Kopf verdreht haben.
Ich hatte mich eigentlich sehr auf diesen Roman gefreut, weil ich „Summer“ von Monica Sabolo wirklich gerne mochte. Aber leider hat mich der gute Wille hier nicht weit gebracht. Die gepriesenen „drei C's“ konnte ich bis zum Schluss nicht auseinander halten. Es fehlte Charakter, es fehlte Leben, es fehlten Alleinstellungsmerkmale! Die drei waren austauschbar und selbst dann nicht greifbar, wenn aus ihrer Perspektive erzählt wurde. Die Mädchen wirken seltsam bedürfnislos und lassen alles nur über sich ergehen. Dass sie auf ihr Äußeres reduziert werden, kann man da kaum kritisieren.
Ähnlich war es bei den „Jungs“. Wobei es hier durchaus gewollt war, dass man diese Gruppe an Feriengästen, die alle gleichzeitig und mit einer wilden jugendlichen Leidenschaft in diese Mädchen verliebt waren, nicht auseinanderhalten kann. Sie sollen eine Einheit bilden, aber wie viel besser ist dieses Phänomen Jeffrey Eugenides in „Die Selbstmordschwestern“ gelungen?! Zum einen hält Sabolo diesen Blick von Außen auf die Mädchen nicht durch. Und zum anderen bringt der mehrfache Perspektivwechsel innerhalb der Geschichte nichts wirklich Neues.
Belanglosigkeiten und Befindlichkeiten wechseln sich ab. Dazu ein gewollt bedeutungsschwangerer Ton, kaum Handlung und oberflächliche Figuren. Ich bin enttäuscht. Hätte ich in der Zeit doch lieber nochmal den Eugenides gelesen.
- Hape Kerkeling
Frisch hapeziert
(33)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderWir alle lieben ihn den, den Hape Kerkeling. Wir warn mit ihm wandern, wir haben ihn als Club Animateur kennen gelernt, als Verwandten der Queen und er hat uns auch mitgenommen in seine Kindheit und jetzt gibts Kolumnen. Gewohnt locker, lustig, aber auch immer mit einem Augenzwinkern und Tiefe. Natürlich kommen die Royals vor und hier betrachtet Hape genau, was am Hofe so vor sich geht. Wer ist eigentlich ein Promi und was macht ihn aus? Begegnung mit Pamela Anderson und vielen weiteren bekannte Damen gibt es hier. Hape erzählt von einem Wahlkampf, warum Uschi Blum doch nicht zum ESC gefahren ist und gibt wieder ganz viel von sich preis. Herrlich!
- Miriam Toews
Das gläserne Klavier
(8)Aktuelle Rezension von: YukBook„Our house was taken away on the back of a truck one afternoon late in the summer of 1979“. So beginnt die englische Fassung dieses Romans von Miriam Toews. Dieser originelle Satz genügte, um mich für den Kauf dieses Buches zu entscheiden. Nun könnte man eine skurrile und vergnügliche Familiengeschichte erwarten. Zum Glück war ich vorgewarnt, dass dem nicht so ist. Ganz im Gegenteil: Die Ich-Erzählerin Yolandi erzählt von der bedingungslosen Liebe zu ihrer selbstmordgefährdeten Schwester Elfrieda, kurz Elf.
In Rückblicken erfahren wir, wie sie als Kinder von Mennoniten in der kanadischen Provinz aufwuchsen. Schon immer stand Yoli im Schatten von Elf und deren künstlerischen Begabung. Doch Elf hat das Suizid-Gen des Vaters geerbt und will nicht mehr leben. Nach einem missglückten Selbstmordversuch landet sie in der Psychiatrie eines Krankenhauses.
Yoli lässt uns hautnah erleben, wie schwer es ist, sich in einen Menschen mit Todessehnsucht hineinzuversetzen. Was geht in ihren Köpfen vor? Wie kann man ihre Lebenslust wieder wecken? Während der Krankenbesuche fragt sich Yoli, ob Elf über Gründe nachdenkt, am Leben zu bleiben oder über Möglichkeiten, ihr Leben zu beenden. Dabei hätte sie allen Grund, glücklich zu sein: Sie hat einen Ehemann, der sie über alles liebt, und wird als Konzertpianistin umjubelt. Ist ihr Leben so perfekt, dass sie es nun beenden kann? Yoli dagegen sieht ihre Existenz als gescheitert: sie ist beruflich erfolglos, pleite und und schlägt sich nach zwei missglückten Ehen als alleinerziehende Mutter durch. Und doch legt sie eine unbändige Energie, Hartnäckigkeit und Leidenschaft an den Tag, wenn es darum geht, ihre Schwester am Leben zu erhalten. Während sie überlegt, ob sie Elf nicht in ein gefährliches Land schicken sollte, wo es ums nackte Überleben geht, verlässt sich Elfs Ehemann Nic lieber auf die regelmäßige Einnahme der Medikamente. Auch wenn sie unterschiedlich mit ihrer Situation umgehen, teilen sie doch den Glauben an ein Wunder und die Hoffnung, dass sie doch noch auf Welttournee gehen könnte. Trotzdem erscheint es Yoli zunehmend grausam, jemanden gegen seinen Willen zum Leben zu zwingen. Umso zerrissener fühlt sie sich, als Elf sie bittet, sie in die Schweiz zu begleiten und ihr beim Sterben zu helfen.
Miriam Toews kehrt in diesem autobiografisch geprägten Roman ihr Innerstes nach Außen und zieht uns in ihre widersprüchliche Gedankenwelt hinein. Auch wenn die Geschichte bedrückend und aufwühlend ist, sorgt sie durch witzige und ironische Passagen auch für heitere Momente und bietet mit großer Erzählkraft vielfältige Einsichten in ein ernstes Thema.
- Eric-Emmanuel Schmitt
Mein Leben mit Mozart
(54)Aktuelle Rezension von: HoldenSchmitt beschreibt seine wechselhafte Beziehung zu Mozart und seinen Werken, wie Mozart ihm als todessehnsüchtigem Pubertierenden das Leben rettette. Auch seine zwischenzeitliche Mozart-Verleugnung, weil W.A.M. als nicht "cool" genug galt und er manchen vermeintlich "einfacheren" Stücken nichts abgewinnen konnte, spricht er an, was ihm heute eher peinlich ist. Stark sind Schmitts Briefe v.a. an den Stellen, als er von der Aids-Epidemie berichtet und wie diese ihm die Füße unter den Beinen weggezogen hat. Ich kenne mich mit Mozart zu wenig aus, um hier eine kompetente Bewertung abgeben zu können, aber die Musikbegeisterung des Autors spricht aus jeder Zeile. Vielleicht auch für mich ein Einstieg? Vermutlich eher der Griff zu einer Mozart-Biographie.
- Robin Theis
Toxin: Eine giftige Kurzgeschichte
(3)Aktuelle Rezension von: YoyomausZum Inhalt:
Der niedliche Giftfrosch Walter hat unbeschreibliche Langweile. Sein Herrchen, das erschreckend nahe am Wasser gebaut ist, wird dabei von ihm gründlich analysiert, wobei sich der Frosch vor allem für das unbeständige Liebesleben seines weinerlichen Herrchens interessiert. Doch Walter zögert nicht, seine giftigen Fähigkeiten einzusetzen, wenn mal wieder das Leben seines Herrchens aus den Fugen gerät.
Cover:
Auch das Cover gefällt mir wieder sehr gut. Es trifft den Kern der Geschichte und der kleine gelbe Frosch auf dem dunklen Cover ist ein richtiger Blickfang. Sehr schön, einfach und unkompliziert.
Eigener Eindruck:
Frosch Walter ist ein Giftfrosch und will ganz einfach nur seine Ruhe haben. Zu seinem sehr emotionalen Herrchen hat er einen guten Draht und Walter denkt, dass die beiden sich gesucht und gefunden haben. Doch nicht immer ist sein Herrchen glücklich und wird durch Menschen in seinem Umfeld verletzt. Zeit für Walter Rache zu nehmen, denn schließlich ist er eine Waffe seinesgleichen…Wir erleben die Geschichte von Frosch Walter und seinem Rachefeldzug aus Sicht von ihm als Frosch. Er berichtet darüber, wie quälend es sein kann ein Zootier zu sein und wie schön endlich bei seinem Herrchen zu wohnen. Dankbar ist er, der kleine Kerl und will seinen Herren beschützen, genau wie er ihn. Dass das den beiden unter anderem aber auch zum Verhängnis wird ist tragisch, aber irgendwie sehr passend zu der ‚Geschichte. Humorvoll berichtet Walter über sein Leben, bisweilen sehr sarkastisch und sein Rachefeldzug lässt den Leser schlussendlich schmunzeln, auch wenn das eigentlich gar nicht so lustig sein sollte, denn jeder bekommt das, was er verdient. Das ist wirklich ein gelungener Lesehappen und ich würde mich auf mehr von dem Autor freuen. Das ebook gab es übrigens gratis und dafür, dass es einfach so zu haben war, ist es qualitativ einfach gigantisch. Weiter so.
Fazit:
Ziemlich schräg und einzigartig schön. Eine humorvolle Geschichte über den kleinen Giftfrosch Walter welcher unter anderem Rache nimmt. Absolut wert gelesen zu werden!
Idee: 5/5
Charaktere: 4/5
Logik: 4/5
Spannung: 4/5
Emotionen: 4/5
Gesamt: 4/5
Daten:
ISBN: 9783736899209
Sprache: Deutsch
Ausgabe: E-Buch Text
Umfang: 23 Seiten
Verlag: BookRix
Erscheinungsdatum: 10.06.2015
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