Bücher mit dem Tag "beziehungslosigkeit"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "beziehungslosigkeit" gekennzeichnet haben.

15 Bücher

  1. Cover des Buches Aufstieg und Fall großer Mächte (ISBN: 9783423280358)
    Tom Rachman

    Aufstieg und Fall großer Mächte

     (117)
    Aktuelle Rezension von: Duffy

    In einem kleinen Dorf in Wales betreibt Tooley Zylberberg eine schon fast bankrotte Buchhandlung zusammen mit Fogg, einem jungen Mann aus dem Ort. Es ist das vorläufige Ende einer unfreiwilligen Wanderschaft, die sie mit ihrem Vater begann, als der als Computerfachmann nur einjährige Engagements in aller Welt annahm.Eines Tages trat die exzentrische Sarah in ihr Leben, die sie in ihre Obhut nahm und später übernahm diese Rolle Humphrey, ein selbsternannter Exilrusse, in New York. Die wichtigste Person in ihrem Leben sollte aber Venn bleiben, der geheimnisvoll auftauchte, um dann gleich wieder zu verschwinden. Dennoch prägte er ihre Persönlichkeit wie kein Zweiter.

    In dieser Buchhandlung erhält sie nach Jahren eine Mail von einem Verflossenen, der ihre nebulöse Vergangenheit wieder zur Gegenwart macht. Es besteht die Chance, einige Wahrheiten zu erfahren.


    Rachmans zweiter Roman ist in erster Linie ein geschickt aufgebautes Konstrukt. Wie eine Zwiebel schält er den Kern über einen Zeitraum von 30 Jahren heraus, immer wieder Dekaden zurückgehend aus drei Zeitperspektiven. Das ist ein Kunstgriff, der ähnlich dem Cliffhanger, den Leser an den Stoff fesselt. Man kann diese Geschichte auch in einem Zug erzählen, um denselben Effekt zu erreichen, wenn man die Dramaturgie ein wenig verändert. Rachman hat aber einen anderen Weg gewählt und sich damit in Sicherheit gebracht, denn die Story ist zwar gut und vor allem gut erzählt, aber sie hat Schwächen. Die größte ist, dass nicht offenbar wird, worauf es am Schluss hinauslaufen soll. Die Dramaturgie lässt mehr Vermutungen offen, als z.B. der Titel der Geschichte verspricht. Einiges bleibt im Unklaren, die Kindheit Tooleys z.B., die einfach hin-und hergeschoben wird, ohne dass es behördliche Probleme gibt. Bis herauskommt, dass es hier nur um die Geschichte von Tooley geht, ist das Buch schon zu Ende. Natürlich lässt sich einiges „Hochgeistiges“ oder „Tiefgründiges“ hineininterpretieren, doch die wahren Ambitionen dürften unter dem Strich nur dem Autor bekannt sein.

    Wofür Rachman nichts kann, sind die Erwartungen, die man an ihn hat. Waren die „Unperfekten“ das Manuskript, dass den wohl größten Vorschuss des Literaturbetriebs einbrachte, ist natürlich auch dieser hier zum Erfolg verdammt, denn die Hype, die dem ersten Roman voranging, machte daraus einen Bestseller und der muss ja wiederholt werden. Es sind die Marktmechanismen, die heute aus einem Buch einen Erfolg machen und ob darüber jeder Autor glücklich ist, sei dahingestellt.

    Rachman ist ein überzeugender Erzähler, aber weder die „Unperfekten“ noch dieser hier haben das Zeug zum Klassiker. Es fehlt ihnen die Genialität, die einzigartige Handschrift und der letzte, aber entscheidende Esprit. Der Wiedererkennungswert im Stil des Schreibers. Es ist eine gute Geschichte, die gut erzählt ist, aber den Leser nicht zwingend zu einer Wiederholung der Lektüre treibt. Um es einfacher zu sagen: Ein Buch, das man lesen kann, aber das nicht nachhaltig wirkt.


  2. Cover des Buches About a Boy (ISBN: 9783462043075)
    Nick Hornby

    About a Boy

     (694)
    Aktuelle Rezension von: Brot
    .
  3. Cover des Buches American Psycho (ISBN: 9783942656412)
    Bret Easton Ellis

    American Psycho

     (402)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaronin

    Es ist Jahre her, dass ich „American Psycho“ gelesen habe. Trotzdem ist mir der Roman noch ziemlich gut in Erinnerung geblieben – vielleicht mehr, als mir lieb ist. Normalerweise breche ich Bücher nicht ab, aber hier war ich mehrmals kurz davor gewesen.

    Und nach dem Lesen habe ich zumindest verstanden, warum das Buch auf dem Index landete. Normalerweise finde ich diese Form der Bevormundung blöd. Aber wenn’s denn sein muss – packt eine FSK-Zahl drauf und fertig. Warum das in Sonderfällen nicht auch bei Büchern machen? Aber ich schweife ab.

    Während des Lesens hatte ich extrem widersprüchliche Gefühle. Es gibt ellenlange Beschreibungen völlig nichtiger Dinge, zum Beispiel das Aussehen von Visitenkarten – ob deren Farbe Elfenbein oder Eierschale ist, welche Schriftart verwendet wurde und so weiter. Es wird debattiert, in welches angesagte Restaurant man essen gehen soll, Bateman spricht viel über seine Lieblingsmusik und bestimmte LPs. Man verfolgt seitenweise seine Körperpflege und die Wahl seiner Kleidung. Kapitalismus ist ein durchgängig wichtiges Thema des Romans.

    Die scheinbar beliebigen Belanglosigkeiten plätschern so vor sich hin – und wechseln sich dann mit Batemans sadistischen Neigungen, seinen Sexorgien und seinen immer brutaler ausfallenden bestialischen Morden ab. Ich glaube, als das Buch damals erschien, war es ziemlich schockierend zu lesen, aber ebenso glaube ich, dass es auch heute noch schockiert. Denn in jeder Zeile schwingt eine grauenhafte Gleichgültigkeit mit, die Bateman als Erzähler suggeriert.

    „American Psycho“ kennt kaum Tabus, um seinen Protagonisten in all seinen Facetten darzustellen. Seine Sexualität, seine egomanischen Züge, seine Langeweile vom Leben, seine Gewaltbereitschaft, sein Drang zu töten – schonungslos stürzt Ellis seine Leser von seitenlanger Monotonie in Gewaltexplosionen und umgekehrt.

    Dabei ist der Roman nicht im klassischen Sinne spannend. Hier und da musste ich mich regelrecht durchquälen, weil einfach nichts passiert ist – nur um einige Seiten später eine neue brutale Aktion zu lesen. Insofern hat „American Psycho“ viele unterschiedliche Empfindungen in mir ausgelöst, von gelangweilt über schockiert und angeekelt bis hin zu beeindruckt.

  4. Cover des Buches Mein Lied geht weiter (ISBN: 9783423135634)
    Gisela Zoch-Westphal

    Mein Lied geht weiter

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Perle
    Klappentext:
    Mein schönstes Gedicht?
    Ich schrieb es nicht.
    Aus tiefsten Tiefen stieg es.
    Ich schwieg es.

    Eigene Meinung:
    dieses Buch entdeckte ich im Mai-Juni 2016 in der Stadtbücherei. Mascha Kaléko verehre ich schon seit Jahrzehnten. Deshalb nahm ich diesen Gedichtband kurzentschlossen mit.

    Am Sonntag kam ich endlich dazu, diese hundert Gedichte auf 153 Seiten von ihr zu studieren. Jedoch die ersten Seiten mit ihren Werken gefielen mir weniger, erst im hinteren Teil wurden sie wieder interessanter und lesbar. Sie hat mit 15 Jahren begonnen Gedichte zu verfassen, genau wie ich auch 1982. Habe in den letzten drei Jahren schon einige Gedichtsbänder von ihr durchgeblättert und fand immer Gefallen und Hoffnung darin. Habe auch mit ihr einiges Gemeinsam - wie mit Rose Ausländer - Autorinnen die um 1900 geboren sind - anscheinend sind sie mir ähnlich - als wenn sie geahnt hätten - dass es mal ein Double von ihnen gibt.

    Leider verstarb sie im Januar 1975 viel zu früh, da war ich noch keine 8 Jahre alt und interessierte mich noch nicht für die Poesie und hatte auch noch nichts von ihr gehört. Erst in den 90er Jahren in Radiosendungen, während der Moderator ihre Werke zum Besten gab und wir sehr begeistert waren. Auch heute noch lieben wir ihre Gedichte und lese sie immer wieder gerne.

    Das oben genannte Gedicht ist wirklich fast das schönste Gedicht in ihrem Buch - "Mein Lied geht weiter" - in dem ganze Hundert Gedichte von ihr zu finden sind.

    Vergebe hierfür gut und gerne liebgemeinte 3 Sterne!


  5. Cover des Buches Sommerdiebe (ISBN: 9783036959382)
    Truman Capote

    Sommerdiebe

     (155)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Vom ersten Satz an entsteht in meinem Kopf so ein facettenreiches, farbiges Bild des Geschriebenen, dass ich einfach nur fasziniert bin. Da ist kein Wort überflüssig, die Sprache ist präzis und absolut tödlich. Ohne dass das Unheil je beim Namen genannt wird, spürt man es näher kommen, bis es dann unversehens da und das Buch zu Ende ist.
  6. Cover des Buches Der fremde Freund / Drachenblut (ISBN: 9783518188699)
    Christoph Hein

    Der fremde Freund / Drachenblut

     (93)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    -Eine absolut positive Überraschung!- Cover: Leider muss ich sagen, dass ich das Cover absolut nichtssagend finde. Es hat auch nicht wirklich viel mit dem Inhalt zu tun. Gut, vielleicht kann man deuten, dass die Ich-Erzählerin dem Leben innerlich eigentlich längst den Rücken gekehrt hat, aber…ich glaube, das wäre zu weit hergeholt. Dennoch passt der Titel, bzw die Titel perfekt zum Inhalt. Meinung: Ich musste das Buch ja für die Uni lesen und hatte deshalb eigentlich so gar keine Erwartungen. Manchmal ist das wirklich gut, denn so muss ich sagen, dass ich jetzt im Nachhinein echt positiv überrascht bin. In dem Buch wird das Leben der Ich-Erzählerin beschrieben, welches mit Vierzig ziemlich trostlos und trist wirkt. Sie ist geschieden und kinderlos, ihre Eltern eigentlich nur lästige Bekanntschaften, ihre Schwester so gut wie anonym, Freunde und gute Bekannte gibt es eigentlich nicht. Schließlich geht es darum, jedem Problem der anderen so gut es geht aus dem Weg zu gehen, immerhin hat man ja selbst genug von der Sorte. Die Ich-Erzählerin ist zufrieden mit ihrer Lebensweise, das ja. Aber glücklich ist sie nicht. Dazu fehlt ihr zu viel. Erst als Henry in ihr Leben tritt, scheint sich etwas zu verändern, doch dann stirbt er plötzlich und alles scheint sich wieder dem zuzuwenden, was die Ich-Erzählerin schon erlebt hat. Niemals hätte ich gedacht, dass in einem Buch, was ich zur Pflicht lesen musste, so viel Wahrheit steckt und mich so berühren kann. Manchmal musste ich innehalten, um die Sätze, die sich teilweise wie Stecknadeln ins Herz bohren, verdauen zu können. Es ist für mich eine wahre Kunst, in absolut nüchternen, beinahe schon Aufzählungen gleichenden Sätzen so eine hohe Emotionalität im Leser zu erreichen. Anfangs dachte ich, dass ich mich mit dem Schreibstil niemals anfreunden könnte. Die wörtliche Rede ist eher angedeutet, als wirklich explizit geschrieben und die Zeitsprünge bekam man meist erst viel zu spät mit. Doch trotzdem. Genau das, genau dieser Schreibstil hatte es mir zum Schluss komplett angetan. Durch diese eintönige Schreibweise wird das langweilige, beinahe schon trostlose Leben der Protagonistin beschrieben und obwohl sie immer wieder betont, wie zufrieden sie mit allem ist, merkt man als Leser sofort, dass sie nur einfach nicht schafft, aus ihren Mustern auszubrechen, wofür sie ihre Gründe hat. Die aber dennoch keinen Hinderungsgrund darstellen sollten, denke ich. Ich möchte auch für jeden Leidensgenossen sagen: das Ost/West-Thema spielt in diesem Buch keine absolut vorherrschende Rolle. Es wird einmal kurz auf ein paar Seiten thematisiert, das Wort Osten / Ostdeutschland fällt vielleicht 2-3 Mal. Juhu! Obwohl man während der Lektüre die Distanz zur Ich-Erzählerin nicht aufgeben kann, weil sie dazu als Person viel zu sehr in den Hintergrund rückt, hat man trotzdem das Gefühl, sie sehr gut zu kennen. Durch die schonungslosen Berichte ihrer Gedanken und Meinungen weiß man dennoch genau wie sie tickt und das finde ich total interessant. Denn das spiegelt genau das Ich der Erzählerin wider. Auf der einen Seite kennt sie sich, aber trotzdem kennt sie sich auch nicht, sie hält es eben so mit sich aus. Aber man hat als Leser keine andere Wahl, man macht sich automatisch Gedanken über die Protagonistin. Schwankt zwischen Wut und Mitleid, mal will man sie durchrütteln, mal möchte man sie einfach nur in die Arme nehmen. Eine solche ambivalente Person ist mir selten in Büchern begegnet. Ansonsten sind fast alle Personen höchst unsympathisch, weil sie durch die Protagonistin auch meist nur auf ihre Fehler, Probleme oder Macken reduziert werden. Zum Teil fand ich das etwas anstrengend, aber dadurch wirkte das Buch umso mehr nach. Auch die Beziehung zu Henry fand ich etwas gewöhnungsbedürftig, aber anders wäre es auch hier gar nicht möglich gewesen, weswegen ich es irgendwann einfach als gegeben akzeptiert habe und keine Nachfragen mehr gestellt habe. Etwas traurig ist es, dass die Protagonistin am Ende genau dort ankommt, wo die Geschichte beginnt und sich eigentlich gar nichts verändert. Aber ich finde, dass die Aussage der Novelle dadurch umso stärker ist. Fazit: Ein Buch, was für mich eine komplette Überraschung war. Ich hatte es trotz Notizenschreibens innerhalb von ein paar Stunden ausgelesen, weil der Lesefluss trotz des seltsamen Schreibstils sehr schnell zustande kam. Alles in dieser Novelle ist etwas seltsam und ich habe auch schon von wesentlich sympathischeren Charakteren gelesen, aber dennoch hat mich das Buch sehr stark berührt und zum Nachdenken angeregt, weswegen ich es jedem nur empfehlen kann.
  7. Cover des Buches Wer hat Angst vor Virginia Woolf ...? (ISBN: 9783596270156)
    Edward Albee

    Wer hat Angst vor Virginia Woolf ...?

     (59)
    Aktuelle Rezension von: wollsoeckchen88
    George und Martha erwarten Gäste. Die beiden sind ein schon viele Jahre verheiratetes College-Pärchen, das sich scheinbar auseinandergelebt hat und sich ständig Gemeinheiten an den Kopf wirft. Martha wird vorgeworfen, sie trinke viel zu viel und hure herum, während sie meint, ihr Mann sei ein kompletter Versager. Die Gäste, ein neu hinzugezogenes, junges Ehepaar - Nick und Putzi - treffen ein und werden zunächst hilflose Zeugen dieser grausamen Streitigkeiten, schließlich selbst in das Geschehen mit hineingezogen und die ohnehin schon gereizte Situation spitzt sich immer weiter zu. Heraus kommt ein unglaublich intensives Theaterstück, bei dem nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Fiktion und Realität verschwimmen miteinander und das Geflecht wird von Albee erst ganz am Schluss aufgelöst. Die Charaktere sind herrlich gestrickt und passen wie die Faust auf's Auge, die Handlung, die sich um sie herum entspinnt, packt den Leser bis zum Schluss. Dieses grandiose Stück ist ein Must-Read und aufgeführt ein Must-See.
  8. Cover des Buches Sämtliche Stücke (ISBN: 9783499231384)
    Sarah Kane

    Sämtliche Stücke

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Niburi_Fumiko_Ayanami

    Sarah Kane manages to capture the vile nature of the human species in beautiful words. Above all, she succeeds in doing the same in reverse. Her plays don't necessarily convey a plot, but always a storm of emotions that consistently threatens to tear the readers mind apart, keeping him enthralled in the hope that by reading the last line, the disaster would subside.

    Spoiler alert: it won't.

  9. Cover des Buches Jetzt stillen wir unseren Hunger (ISBN: 9783100049100)
    Christoph Bauer

    Jetzt stillen wir unseren Hunger

     (10)
    Aktuelle Rezension von: evalitera
    Leider ist dieses Buch ziemlich unbekannt, es sind philosophische Spaziergänge mit Humor und eine seltene seltsame Liebesgeschichte.
  10. Cover des Buches Die Identität (ISBN: 9783596509546)
    Milan Kundera

    Die Identität

     (108)
    Aktuelle Rezension von: bearelic

    Inhalt:

    Es geht um die Beziehung zwischen Chantal und Jean-Marc.

    Nach einigen Schicksalsschlägen – ihrer Scheidung und dem Verlust ihres Kindes – beschließt Chantal beruflich Karriere zu machen und sich eine Wohnung und somit ein Stück Freiheit zu erkaufen.Als Sie mit Jean - Marc zusammen kommt – er ist 4 Jahre jünger und hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser – scheint ihre Liebe in ihrer kleinen Welt vollkommen.

    Ein Ausflug am Meer und ein paar unbedachte Worte ändern jedoch alles. Plötzlich fühlt sich Chantal nicht mehr begehrenswert, weil sich die Männer nicht mehr nach ihr umdrehen und verfällt in eine Art Depression. Jean - Marc möchte ihr wieder ein bisschen von dem Zauber zurück geben, den Chantal so vermisst und  schreibt ihr geheime Briefe unter dem Deckmantel eines heimlichen Verehrers. Er belauscht ihre Reaktionen auf die Briefe des vermeintlichen Liebhabers und ist verblüfft, weil er erkennen muss, dass Chantal sich nicht so verhält, wie er es von ihr kennt und erwartet hätte. Sie hingegen ist verwundert, beunruhigt, geschmeichelt und „beschuldigt“ mehrmals den Falschen auf der Straße der ihr nachzuspionieren scheint, bis sie Jean-Marc als Absender entlarvt. Die Situation eskaliert, die Missverständnisse häufen sich und beide finden sich plötzlich in einer fremden Stadt wieder – in Momente gedrängt, derer sie eigentlich entfliehen wollen und alles gerät aus den Fugen….

     

    Meine Meinung:

    Als ich vor Jahren "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" von Milan Kundera gelesen habe und es hervorragend und großartig fand, war „Die Identität“ eine kleine Enttäuschung für mich.

    Zu Beginn fand ich es sehr mühsam in die Geschichte hinein zu finden und Sympathie für die Protagonisten zu hegen. Nach ca. 50 Seiten fiel es mir leichter und ich fand sogar einige Textpassagen ganz gut.

     Seite 49: ".... Freundschaft ist das Problem der Männer. Das ist ihre Romantik. Nicht unsere."

    Seite  56: "Das Krematoriumsfeuer überreicht mir seine Visitenkarte." - ein bisschen makaber, aber irgendwie gefällt mir der Spruch.

    Seite 60: "Mit deinem Tod hast du mich um die Freude gebracht, bei dir zu sein, aber gleichzeitig hast du mich frei gemacht. Frei in meiner Einstellung zur Welt, die ich nicht mag. Und dass ich mir erlauben kann, sie nicht zu mögen, ..."

    Zum Ende des Buches, als sich die Geschehnisse in eine andere Stadt verlagern, kann ich der Handlung leider gar nicht mehr folgen. Mir ist immer noch nicht klar, wie Jean-Marc seine Chantal in einer so großen Stadt plötzlich wieder fand, wenn er sie noch am Bahnsteig aus den Augen verloren hatte und er keine Spur besitzt, die er nachverfolgen konnte. Die Situation mit Chantal in dem fremden Haus, dem sie nun doch entfliehen wollte, war verstörend und unklar welche Hintergründe zu dem ganzen führten. Und das abstruse Ende, ob es nun ein Traum ist oder nicht, erschließt sich mir nicht.

     

    Fazit:

    Den roten Faden in dem Buch vermisst man gänzlich und selbst die paar schönen Textpassagen über Freundschaft und Tod können nicht darüber weg trösten, dass es eine verstörende Geschichte ist, die den Leser grübelnd über das Ende zurück lässt. Getreu dem Motto: “Man muss nicht alles lesen.“ und „Mut zur Lücke.“ – würde ich zum Lesen dieser Geschichte abraten!

  11. Cover des Buches Draußen vor der Tür (ISBN: 9783746733678)
    Wolfgang Borchert

    Draußen vor der Tür

     (220)
    Aktuelle Rezension von: sapphowasright

    Dieses Buch beinhaltet ein Theaterstück und mehrere Kurzgeschichten und damit das Lebenswerk des Autors. Das Stück handelt von einem Soldaten, der aus Russland zurückehrt und kein Zuhause hat zu dem er sich wenden kann, also wandert er von Tür zu Tür. Borchert hat es als "Ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will", das liegt aber keineswegs an der Qualität des Stücks sondern an der schrecklichen Situation, die es beschreibt. Die Kurzgeschichten handeln von ähnlich verzweifelten Situationen während und nach dem Krieg. Es ist ganz bestimmt kein leicht verdaulicher Lesestoff und bedarf möglicherweise Nachbesprechung also empfehle ich ein Lesen in Gruppen oder ein Niederschreiben von Gedanken in eine Art Tagebuch zur besseren Verarbeitung. Wer sich in einer geeigneten psychischen Lage befindet sollte sich dieses Kunstwer aber auf keinen Fall entgehen lassen. Borchert kann mit Worten spielen wie kaum ein anderer und die Hoffnungslosigkeit und der bittere Schmerz der erzählungen lassen mich nie unberührt. cw: Selbstmord (vor allem im Theaterstück und "Das Holz von morgen), Essen, Krieg, Ratten, Tod, Mord, Vergewaltigung

  12. Cover des Buches Wie Max es sah (ISBN: 9783548603407)
    Louis Begley

    Wie Max es sah

     (12)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches Manhattan Medea / Blaubart - Hoffnung der Frauen (ISBN: 9783886612086)
    Dea Loher

    Manhattan Medea / Blaubart - Hoffnung der Frauen

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Salutcori
    Die beiden Stücke sind moderne Adaptionen literarischer Klassiker. Die Neuauffassung ist sehr gut geglückt und regt zum Nachdenken über die Rollen von Mann und Frau an und ob diese so überhaupt existieren. Man könnte Abhandlungen über die aufgeworfenen Problematiken und Themen schreiben. 
    Ich finde es wahnsinnig interessant und deshalb denke ich, dass diese Stücke insbesondere für diejenigen geeignet sind, die sich mit gesellschaftlichen Problemen und Themen beschäftigen wollen und einfach einmal weiterdenken möchten. 
  14. Cover des Buches Gedichte, die einer schrieb, bevor er im 8. Stock aus dem Fenster sprang (ISBN: 9783423125789)
    Charles Bukowski

    Gedichte, die einer schrieb, bevor er im 8. Stock aus dem Fenster sprang

     (51)
    Aktuelle Rezension von: kewagi
    Gedichte für Menschen, die den ganzen Quatsch manchmal satt haben.
  15. Cover des Buches Der Fleck, die Jacke, die Zimmer, der Schmerz (ISBN: 9783499236600)
    Wilhelm Genazino

    Der Fleck, die Jacke, die Zimmer, der Schmerz

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Kattro

    Das ist das vierte Buch, das ich von Genazino gelesen habe und nach "Liebesbloedigkeit" vielleicht das Beste. Der Titel trifft insofern wiedermal den Nagel auf den Kopf, da es sich staendig wiederkehrend um Flecken, Jacken, Zimmer und seelische Schmerzen dreht. Ein Paar fluechtet vor seinem Alltag und dem Alltag in der Stadt an immer neue, fernere Orte, um dort unbekannte, aber dennoch vertraulich wirkende Erlebnisse zu machen, die eine eigene Welt schaffen und von der bestehenden abzulenken vermoegen.
    In seinem typischen Stil lenkt der Autor das Auge der Leser auf die kleinen und oft merkwuerdigen Dinge des Lebens.

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