Bücher mit dem Tag "bibelkritik"

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6 Bücher

  1. Cover des Buches Das Spinoza-Problem (ISBN: 9783442748778)
    Irvin D. Yalom

    Das Spinoza-Problem

     (56)
    Aktuelle Rezension von: JulesBarrois

    Irvin Yalom wählt einen interessanten und vielversprechenden Ansatz für seinen „Roman“ – er bewegt sich auf zwei weit voneinander entfernten Spuren und kombiniert das Leben von Baruch de Spinoza, dem niederländischen Philosoph und Sohn jüdisch-portugiesischer Immigranten im 16. Jahrhundert mit dem Leben von Alfred Ernst Rosenberg, dem führenden NS-Ideologen im 20. Jahrhundert, über dessen jüdische Wurzel immer wieder gemunkelt wurde.

    Hier werden nicht nur grandios zwei Zeitebenen und Figuren miteinander verknüpft. Hier spiegeln sich auch die wahren Ab- und Hintergründe in unserer Vergangenheit wieder. Spiegelt Spinozas Leben, das Leben eines Intellektuellen und setzt ihm mit Rosenberg die Banalität des Bösen gegenüber. Hier der Freigeist Spinoza, der im klaren Denken und dem Mut zur Wahrheit Maßstäbe setzte, weil er die erkannten Wahrheiten über Rituale, Angst und autoritäre Traditionen, die nur dem Machterhalt dienen, nicht fallen lassen wollte. Und dort Rosenberg, der aus seiner Persönlichkeit heraus nichts mehr anstrebte, als sich zu binden. Der starre Dogmen und fanatische Behauptungen unreflektiert zu den Maximen seines Handelns machte. Und doch nur nach Liebe und Anerkennung strebt, diese aber wegen seiner eigenen inneren Abwehrhaltung auf seine Weise gar nicht finden konnte.

    „Das Spinoza Problem ", versucht nichts weniger, als eine zugängliche Einführung in Baruch Spinoza, der Rationalist aus dem 17. Jahrhundert, der das Fundament für die Aufklärung, und eine überzeugende Analyse legte. Und Alfred Rosenberg, der Ideologe, der die Theorien der rassischen Überlegenheit Hitlers artikulierte.

    Irvin Yalom präsentiert Spinozas Leben als eine Reihe von sorgfältig organisierter Gespräche. Die Gespräche, schaffen ein schönes Gefühl für den Charakter des Philosophen und eine klare Erklärung der großen Ideen dieses Mannes über die Natur, den freien Willen und Vernunft. Es ist aufschlussreich, schon vor 400 Jahre die Linien des modernen Säkularismus und des wissenschaftlichen Rationalismus festgelegt zu sehen.

    Die alternierenden Kapitel mit Rosenbergs Aufstieg zur Macht schüren eine andere Art von Faszination. Ein verhasster Mann, so pompös und pseudo-intellektuell, dass selbst Goebbels sich über ihn lustig macht: „Beinahe hätte es bei Rosenberg zum Gelehrten, zum Journalisten, zum Politiker gereicht, aber eben nur beinahe.“ (Seite 582)

    „Das Spinoza-Problem“ ist weit mehr als „nur“ eine romanhafte Doppelbiographie. Yalom versucht den Geist zu erreichen und sehen, wie er funktioniert - und, ja, wie er vielleicht geheilt werden kann. Es ist weniger die alte Geschichte aus dem 20. Jahrhundert, die Yalom interessiert. Er will die Macht von Spinozas philosophischen Erkenntnissen zeigen, die selbst den Geist eines erbärmlich kleinen Monsters, wie Rosenberg zu verunsichern mag. Philosophische Erkenntnisse von Euklid bis eben zu Bento Spinoza vermischen sich mit zwei Lebensgeschichten, psychotherapeutischen Sitzungen, der Darstellung der philosophischen und psychotherapeutischen Ziele von der inneren Freiheit des Menschen aus unguten Gebundenheiten und einer grundlegenden Kritik an religiösen Ritualen und nicht hinterfragten Traditionen oder Dogmen jedweder Art.

    Ein Manifest der Aufklärung, auch so könnte man dieses Buch betiteln. Eine Darstellung der tiefen Spannung im Menschen, einerseits eigenständiges Wesen zu sein und andererseits ebenso stark Teil der Gemeinschaft sein zu wollen, Teil einer Tradition, eines Mythos, eben nicht herauszufallen aus der Gemeinschaft, der man angehört.

    Literarisch hochwertig führt Yalom dies Spannung zwischen Individualität, Freiheit und, damit einhergehend, auch Relativität und Unsicherheit als Gegenüber zum „Dazugehören“ aus, zur, nur vermeintlichen, dogmatischen Sicherheit. Und lässt zu keinem Zeitpunkt des Buches den Leser darüber im Unklaren, dass es schlichtweg dem Menschen zwar möglich, aber letztlich ein nicht wirklich gangbarer Weg ist, die Kraft des eigenen Denkens und der erkennbaren Wahrheiten an eine Religion oder eine andere Form des „Glaubens“ (wie den Rassenwahn) zu delegieren. Ein Weg, der in Destruktion und Unfreiheit endet.

    Das Buch ist sprachlich hervorragend formuliert, im Stil wunderbar zu lesen und ebenso tief lehrreich, wie es zur eigenen Reflektion fast schon zwangsläufig hinführt.

  2. Cover des Buches Die verbotenen Evangelien (ISBN: 9783492250276)
    Katharina Ceming

    Die verbotenen Evangelien

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Man muss nicht unbedingt ein gläubiger Christ sein, um an diesem Buch Gefallen zu finden. Durch die Apokryphen wird deutlich, wie unstet das frühe Christentum war, und sie machen Lust darauf, mehr über die Kirchengeschichte zu erfahren. Gute, leicht lesbare Übersetzungen der Evangelien.
  3. Cover des Buches Lexikon der biblischen Irrtümer (ISBN: 9783784481241)
  4. Cover des Buches Die zehn größten Irrtümer des Neuen Testaments (ISBN: 9783828837119)
    Gernot Beger

    Die zehn größten Irrtümer des Neuen Testaments

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Peter_Domnik
    Ich habe das Buch nicht selbst gekauft, es ist mir geschenkt worden. Zum Glück, kann ich nur sagen, denn es ist lesenswert. Eine gelungene Kombination aus fundiert recherchiertem Sachbuch und amüsant geschriebener unterhaltsamer Lektüre.
  5. Cover des Buches Was mit Jesus wirklich geschah (ISBN: 9783871730337)
    Gerd Lüdemann

    Was mit Jesus wirklich geschah

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Munitiös anhand von Bibelstellen und Bibelauslegung gelingt es Gerd Lüdemann nachzuweisen, dass die Vorstellung von einer "Auferstehung" Jesu, also dem Ostererlebnis, das Ergebnis einer Vision war, die lediglich im Bereich des Psychologischen interpretiert werden muss. Sie ist - historisch gesehen - bei den Jüngern, sprich den Überlebenden Jesu, anzusiedeln und wurde erst später "hinzugedichtet". Sie war insoweit eine Form der Verarbeitung eines Traumas, nämlich des Verlustes des religiösen Führers. Und Lüdemann erklärt auch überzeugend, dass es für die christliche Lehre des Auferstehungsereignisses nicht bedarf, dass das Christentum auch ohne diese Erfahrung eine überzeugende Botschaft in sich trägt. -- Das Buch arbeitet sehr eng und zu gut zwei Dritteln mit Bibelzitaten; es ist insoweit für denjenigen hervorragend geeignet, der sich fachlich fundiert mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, nicht jedoch für den fachlichen Laien.
  6. Cover des Buches Moderne Bibel oder modernes Babel? (ISBN: 9783936850444)
    Michael Kotsch

    Moderne Bibel oder modernes Babel?

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Minni
    In "Moderne Bibel oder modernes Babel?" stellt Michael Kotsch einige Bibelübersetzung in Frage. Insbesondere untersucht der Autor die Übertragung "Der Junior Chef", die Volxbibel und die "Bibel in gerechter Sprache". Dem schließt sich ein kurzer Abriss über die Geschichte der Bibelübersetzungen an und ein kleiner Überblick über die deutschen Bibelübersetzungen. Wer Michael Kotsch kennt, der weiß, dass er etwas zu sagen hat, was auch der Grund war, weshalb ich dieses kleine Büchlein lesen wollte. Ich kenne den Autor von anderen Publikationen und Vorträgen als jemanden, der kein Blatt vor den Mund nimmt und sehr klar Trends dieser Zeit erkennt und einzuordnen weiß.
    Über die Hälfte des Büchleins machen die Analysen von den oben erwähnten drei Bibelübersetzungen aus. Dabei gibt der Autor viele Hintergrundinformationen und praktische Beispiele. Den "Junior Chef" kannte ich bislang gar nicht, aber diesem Buches nach habe ich da anscheinend auch nichts verpasst. Gerade bei den anderen beiden Übersetzungen waren die Kapitel sehr interessant, weil beide doch recht bekannt und verbreitet sind. Diese Informationen helfen sehr, sich seine eigene Meinung zu bilden, obwohl der Autor sehr klar seinen Standpunkt deutlich macht.
    Die Geschichte der Bibelübersetzungen in den verschiedenen Ländern fand ich nur insoweit interessant, wie ich eine Beziehung zu den Ländern habe. Ich muss gestehen, dass ich kein sonderliches Interesse über slawische oder finno-urgische Bibeln aufbringen konnte.

    Insgesamt hat mich auch in diesem Buch Michael Kotsch nicht enttäuscht, doch was mich extrem enttäuscht hat, war das sehr schlechte Lektorat des Verlages - wenn es denn eines gab! Ich kann mich nicht erinnern, bereits andere Bücher dieses Verlages gelesen zu haben, daher weiß ich nicht, ob das ein "Ausrutscher" war. Eine solch schlechte Arbeit hat der Inhalt des Buches nicht verdient. In den Kapiteln häufen sich Fehler über Fehler, Namen werden wiederholt falsch geschrieben, Formatierungen passen nicht, Bibelstellen werden falsch angegeben. Zudem habe ich gerade gesehen, dass es sich bei meiner Ausgabe um eine "überarbeitete 2. Auflage" handelt. Lieber Verlag: Bitte macht so etwas nicht noch einmal!

    Inhaltlich habe ich es nicht bereut, das Buch gelesen zu haben, da es sehr interessant ist. Vermutlich hat es mittlerweile aber eh seine beste Zeit hinter sich, da die behandelten Bibelübersetzungen bereits schon vor längerer Zeit erschienen sind und die Diskussionen großteils nicht mehr aktuell sind. Die schlechte Verlags-Arbeit macht es mir nun sehr schwer, das Buch zu bewerten.

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