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298 Bücher
- Carlos Ruiz Zafón
Der Schatten des Windes
(5.836)Aktuelle Rezension von: Christian_FisDer Roman beginnt äusserst vielversprechend. Dem Leser eröffnet sich die Komplexität der beiden fein miteinander verwobenen Handlungsebenen: die Geschichte von Daniel Sempere und jene von Julián Carax, dem Schriftsteller, dessen Bücher auf mysteriöse Weise verschwinden und offenbar von einer Figur aus seinen eigenen Romanen verbrannt werden.
Dies mag zu Beginn etwas verwirrend sein. Ein Personenverzeichnis hilft dabei, die zahlreichen Figuren auseinanderzuhalten, insbesondere, weil die beiden Handlungsebenen und ihre Figuren im Verlauf der Geschichte zunehmend miteinander verschmelzen.
Leider greift Zafón im «Bericht über Erscheinungen» von Nuria Monfort zu einem recht plumpen Stilmittel. Er verlässt die Perspektive des Ich-Erzählers Daniel und erklärt darin das Geheimnis beinahe vollständig. Damit geht viel von der zuvor so wirkungsvoll aufgebauten mystischen und unterschwelligen Spannung verloren.
Der Schluss wirkt schliesslich geradezu hollywoodesk und überladen. Schade – hier hat Zafón meines Erachtens eine Chance vergeben, einen wirklich grossen Roman zu schreiben. Dennoch habe ich den Roman sehr gerne gelesen. Seine dichte Atmosphäre, die starken Figuren und der gelungene Einstieg machen ihn trotz dieser Schwächen zu einer lohnenden Lektüre.
- Stephen King
Es
(2.395)Aktuelle Rezension von: M_L777Ich habe „Es“ von Stephen King das erste Mal mit 14 Jahren gelesen. Heute, genau 16 Jahre später, liebe ich dieses epische Meisterwerk noch immer ganz genauso sehr wie damals. Egal, ob ich es klassisch auf dem Papier lese oder mich von der dichten Atmosphäre des Hörbuchs in den Bann ziehen lasse – die Faszination reißt einfach nicht ab.
Was dieses Buch für mich so unfassbar stark und einzigartig macht, sind Kings detaillierte Beschreibungen. Besonders am Anfang, wenn er sich extrem viel Zeit nimmt, jedem einzelnen Charakter eigene, tiefgehende Kapitel zu widmen. Man lernt die Figuren wirklich von Grund auf kennen und schließt sie ins Herz. Auch diese eindringlichen Monolog-Erzählungen, durch die man noch tiefer in die Geschichte eintaucht, sind genau das, was ich an seinem Schreibstil so liebe.
Und auch wenn ich früher große Angst vor Clowns hatte: Dieses Buch ist und bleibt ein absoluter Dauerbrenner in meinem Regal. Für meinen Geschmack schlichtweg genial!
- Joanne K. Rowling
Harry Potter und die Kammer des Schreckens (Harry Potter 2)
(11.563)Aktuelle Rezension von: LiJenMit der Kammer des Schreckens ist es eine gelungen Fortsetzung.
Für mich persönlich sind Spinnen der absolute Graus und es ist recht duster und wegen der Spinnen ist es nicht gerade mein Lieblings Teil der Reihe aber definitiv kann ich das Buch allen nur empfehlen.
Ich persönlich finde man lernt auch viel in diesen Büchern.
- Frank Schätzing
Der Schwarm
(5.455)Aktuelle Rezension von: Julia92Inhalt: Vor Peru verschwindet ein Fischer. Spurlos. Norwegische Ölbohrexperten stoßen auf merkwürdige Organismen, die Hunderte Quadratkilometer Meeresboden in Besitz genommen haben. Währenddessen geht mit den Walen entlang der Küste British Columbias eine unheimliche Veränderung vor. Nichts von alledem scheint miteinander in Zusammenhang zu stehen. Doch Sigur Johanson, Biologe und Schöngeist, glaubt nicht an Zufälle. Auch der indianische Walforscher Leon Anawak gelangt zu beunruhigenden Schlüssen: Eine Katastrophe kündigt sich an. Die Suche nach dem Urheber konfrontiert die Forscher mit ihren schlimmsten Albträumen. Frank Schätzing inszeniert den Feldzug der Natur gegen den Menschen als atemberaubendes Schreckensszenario mit Tempo und Tiefgang.
Meinung: „Der Schwarm“ war schon viele Jahre auf meiner Wunschliste. Bisher hatte ich noch kein Buch des Autors gelesen, obwohl sie mir immer wieder unterkamen. Mit „Der Schwarm“ hoffte ich auf einen spannenden Öko-Thriller, der mich noch lange nach dem Lesen beschäftigen würde.
Der Einstieg fiel mir leicht. Die Story über das Fischerboot fand ich spannend und ich fühlte mich direkt in die Situation hineinversetzt. Ginge es nach mir, hätte dieser Teil einen größeren Part im Buch einnehmen können.
Mit über 900 Seiten ist „Der Schwarm“ keine Lektüre für zwischendurch. Ich habe tatsächlich einige Wochen gebraucht, um es fertigzulesen, weil es mir manchmal zu trocken wurde.
Etwa bis zur Hälfte musste ich mich anstrengen, den Überblick über die Personen nicht zu verlieren, denn hier haben sehr viele Charaktere ihre Hände mit im Spiel. Etwas weniger wäre hier mehr gewesen, denn obwohl sie gut ausgearbeitet sind, fiel es mir aufgrund der hohen Anzahl schwer, einen Draht zu ihnen aufzubauen.
Die Sympathieträger sind für mich eindeutig Sigur Johanson, Karen Weaver und Tina Lund.
Das Buch ist sehr komplex, auch vom Aufbau her. Es umfasst so viele Themen, dass auch hier weniger mehr gewesen wäre. Man hätte daraus locker zwei bis drei eigenständige Romane verfassen können. Was ich zum Beispiel überflüssig fand, war Anawaks Ausflug zu den Inuit und die Mythen rund um dieses Thema. Charaktere wie Greywolf haben zwar ihre Berechtigung im Buch, aber diese ganze Geschichte rund um Herkunft, etc. hätte besser in ein anderes Werk gepasst. Solche Kapitel nahmen oft das Tempo aus der Story.
Das erste Drittel empfand ich als spannend und ich fühlte mich nah am Geschehen. Nach dem Tsunami flaute es ein bisschen ab. Der Mittelteil zog sich für mich. Erstens kamen noch viel mehr Personen hinzu, zweitens empfand ich gewisse Themen als zu detailliert herausgearbeitet. Der Autor verdient jeden Respekt für die Recherchearbeiten, aber für mich glich der Roman teilweise schon einem Sachbuch. Ich fühlte mich nicht mehr gut unterhalten, sondern kam mir vor wie in einem Unterricht.
Das letzte Drittel gefiel mir wieder besser. Zwar ähnelten die Actionszenen teilweise einen Hollywood-Streifen, aber das störte mich nicht. Ich war gefesselt von den Yrr und der Macht der Natur.
Der Epilog konnte mich nicht überzeugen. Ich hätte gerne noch mehr aus anderen Sichtweisen erfahren.
Die Pros waren für mich eindeutig das Setting, das vor allem im ersten Drittel vorherrschte, sowie das Thema insgesamt. Besonders die Details zu den Kontinentalhängen und Tsunamis haben mir sehr gut gefallen. Landschaftsbeschreibungen fand ich ebenfalls als gelungen und mit Johanson und Lund kam zu Beginn auch ein bisschen Emotion mit ins Spiel.
Die Kontras sind meiner Meinung nach die Längen, diverse Hintergrundgeschichten, die nicht zur Handlung beigetragen haben, zu viele wissenschaftliche Details und der Epilog.
Ich vergebe gute 3 von 5 Sternen, weiß jedoch nicht, ob ich mich noch an andere Werke des Autors wagen soll, da es für mich manchmal einfach zu viel des Guten war.
- Kai Meyer
Die Seiten der Welt
(1.542)Aktuelle Rezension von: AutorinLauraJaneEine Geschichte, perfekt für alle Buchliebenden!
Dachte ich. Denn leider konnte es mich irgendwie nicht richtig packen.
Die Magie, aus Büchern und Lesen gewonnen, war ein schönes Konzept und die Idee von Seelenbüchern, das jeder Bibliomant ein einzigartiges und eigenes Seelenbuch besitzt, toll! Doch leider flachte die Begeisterung für beides bei mir schnell ab.
Für mich zog sich die Handlung ziemlich und ich fand es streckenweise sogar langweilig - an anderen Stellen war es dagegen wirklich spannend. Eine durchwachsene Mischung also, wobei für mich die langatmigen Stellen überwogen haben.
Die Protagonisten waren dagegen ein schöner Lichtblick, denn ich habe sie schnell ins Herz geschlossen. Zumindest die Meisten. Das, was mich beim Lesen gegen Ende wohl berühren sollte, tat es leider nicht.
Ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß nicht, ob ich die Reihe weiterlese. Für mich könnte das ende vom ersten Band auch genau so stehenbleiben und ich frage mich, um was es in den anderen Büchern gehen soll? Bis auf einen sind alle losen Fäden verknüpft worden und der letzte kann, meiner Meinung nach, auch lose bleiben.
- Cassandra Clare
City of Ashes
(4.931)Aktuelle Rezension von: i1arieIch muss gesehen, dass ich mich ein bisschen durch das Buch gequält habe. Es war mir an einigen Stellen zu hektisch und auch zu kindisch. Die Handlung verläuft immer sehr sehr schnell. Klassische Problematik hier auch, würde die Charaktere miteinander reden, gäbe es weniger Probleme.
Aber nochmal geordnet, die Story von Band 2 knüpft direkt an Band 1 an. Wir haben noch alle Charaktere aus Band 1 dabei mit Clary, Jace, Simon, Alec, Magnus, Izzy & Luke. Ich liebe die Dynamik der Freunde untereinander aber man merkt hier einfach, dass es sich um ein Jugendbuch handelt.
Ich habe einige Unterschiede zur Netflix Verfilmung festgestellt aber der größte ist die zeitliche Abfolge. Dinge passieren in anderen Abfolgen und viel schneller und hektischer.
Mich stört es wie hier eine Handlung auf die nächste folgt und es dann sehr kurz nur angerissen wird. Ich hätte lieber etwas mehr Inhalt und weniger Hektik. Es ist dennoch ein sehr gutes Buch aber mit einigen Ups und Downs.
Optisch hat mein Exemplar der Bücherbüchsen Farbschnitt mit dem schwarz weiß Bild.
- Matt Haig
Die Mitternachtsbibliothek
(1.686)Aktuelle Rezension von: Eva_JirsaTriggerwarnung: Die ersten Kapitel sind heftig. Alle, die wirklich depressiv sind, sich zu sehr mit Nora vergleichen, sollten unbedingt im Hinterkopf behalten, dass das nur ein Buch ist! Lest unbedingt ohne zu urteilen bis zum Ende!
Denn sobald sie, Nora, in der Bibliothek ist, geht es erst los. Die Bibliothekarin zeigt ihr das Multiversum aus philosophischer Sicht und lässt Nora verschiedene Leben "anprobieren". Ungewöhnliche und geniale Idee, doch die Story wird zu schnell zum munteren Universen-Hopsen, was in seiner Vielzahl eher ermüdend wirkt.
Positiv ist, man leidet und liebt mit Nora! Das ist sehr toll geschrieben. (Wobei das Leiden depressiven Personen sehr nahe gehen könnte!)
Das Ende kommt etwas abrupt. Die kurze Action kann das nur mäßig kompensieren, aber wir Leseratten können uns an Noras (jetzt) positiver Lebenansicht ein paar Scheiben abschneiden. - Falls das der Gedanke hinter dem Buch ist, kommt er gut rüber.
- Audrey Niffenegger
Die Frau des Zeitreisenden
(4.388)Aktuelle Rezension von: Silla_GuDie Frau des Zeitreisenden ist wirklich ein ganz besonderes Buch! Wir begleiten Henry und Clare (mit wechselnden POVs aus der Ich-Perspektive) mehr oder weniger durch ihr komplettes Leben. Henry hat durch einen Gendefekt die "Gabe" durch die Zeit zu reisen und begegnet Clare somit bereits, als sie selbst noch ein Kind und er bereits ein erwachsener Mann aus der Zukunft ist. Als die beiden sich schließlich in ihrer Gegenwart treffen, kennt zwar Clare ihn, für Henry sind diese Treffen allerdings noch gar nicht passiert. Trotz allem ist beiden einfach klar, dass sie füreinander bestimmt sind.
Ich muss ehrlich zugeben, am Anfang habe ich wirklich etwas gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen. Die vielen Zeitsprünge mit den jeweiligen Altersangaben von Henry und Clare haben mich einfach nur verwirrt 😅 Als ich dann aber beschlossen habe, die Geschichte einfach zu lesen, ohne ständig verstehen zu wollen was da genau vor sich geht bin ich deutlich besser rein gekommen 👍 Daher kann es auch gut sein, dass mir Logikfehler o.ä. nicht aufgefallen sind. Ich tue mich im Allgemeinen etwas schwer mit Zeitreisen, da die irgendwie immer irgendwo Fehler beinhalten (in meinen Augen sind Zeitreisen daher auch tatsächlich einfach nicht möglich) aber das ist ja erstmal mein Problem und nicht das des Buches 🙈 Die Liebesgeschichte von Clare und Henry fand ich im Gesamten sehr berührend wobei am Ende vor allem die Tragik herausgestochen ist und ich wirklich auch traurig war...Obwohl schon während der Geschichte klar ist, wie es am Ende ausgeht, wollte ich es gar nicht wahrhaben und habe immer noch auf ein Wunder gewartet 😂
Insgesamt hat mir Die Frau des Zeitreisenden gut gefallen, auch wenn es kein Highlight für mich war. Ich habe auf jeden Fall riesen Respekt vor Audrey Niffenegger, die hier wirklich eine ausgeklügelte, komplexe Geschichte aufs Papier gebracht hat! Das muss man tatsächlich auch so erstmal hinbekommen 😊
- Laura Kneidl
Berühre mich. Nicht.: Special Edition
(2.335)Aktuelle Rezension von: belli4charlotteIch habe Berühre mich. Nicht. zum ersten Mal gelesen – und ich war völlig unvorbereitet darauf, wie sehr mich diese Geschichte treffen würde. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, in Sages Gedanken und Ängste hineinzurutschen, als würde ich direkt neben ihr stehen. Laura Kneidl schreibt mit einer leisen Intensität, die sich langsam, aber unaufhaltsam unter die Haut schiebt.
Sage hat mich sofort berührt. Ihre Unsicherheit, ihr Mut, ihre Art, trotz allem weiterzumachen – das alles wirkt so echt, dass man gar nicht anders kann, als mit ihr mitzufühlen. Und dann kommt Luca. Warmherzig, aufmerksam, geduldig auf eine Weise, die man in Liebesgeschichten viel zu selten findet. Er ist kein überzeichneter Held, sondern jemand, der einfach da ist, ohne zu drängen. Genau das macht ihn so unwiderstehlich.
Auch die Nebenfiguren bringen unglaublich viel Herz in die Geschichte. Besonders April und Megan haben mich überrascht – sie sind nicht nur „Freundinnen“, sondern echte Stützen, die Sage Halt geben, ohne sie zu überfordern.
Der Schreibstil hat mich komplett abgeholt. Emotional, klar, atmosphärisch – und gleichzeitig so leicht, dass ich kaum gemerkt habe, wie schnell die Seiten verflogen sind. Besonders beeindruckt hat mich, wie sensibel die ernsten Themen behandelt werden. Nichts wird dramatisiert, nichts verharmlost. Es fühlt sich einfach wahr an.
Und dann dieses Ende. Ich war fassungslos, aufgewühlt und gleichzeitig so dankbar, dass der zweite Band schon bereitlag.
Für mich ist Berühre mich. Nicht. eine dieser Geschichten, die man nicht einfach liest, sondern erlebt. Eine Geschichte über Angst, Vertrauen, Heilung – und eine Liebe, die nicht laut sein muss, um stark zu sein.
- Carlos Ruiz Zafón
Das Spiel des Engels
(1.413)Aktuelle Rezension von: Christian_FisIm zweiten Teil des Zyklus «Der Friedhof der Vergessenen Bücher» erzählt David Martín seine Lebensgeschichte. Die Handlung spielt zwischen 1917 und 1930 und damit eine Generation vor «Der Schatten des Windes». Erneut bildet das düstere, geheimnisvolle Barcelona die atmosphärisch dichte Kulisse.
Zafón erzählt konsequent aus der Perspektive David Martíns; eines alles andere als zuverlässigen Ich-Erzählers. David leidet an einem Gehirntumor. Realität, Wahn und möglicherweise Übernatürliches verschwimmen zunehmend. So bleibt trotz zahlreicher überraschender Wendungen stets die Frage: Was ist tatsächlich geschehen und was existiert nur in Davids Wahrnehmung?
Darin liegt für mich die grosse Stärke des Romans. Gerade weil Zafón auf eine eindeutige Trennung zwischen Realität und Einbildung verzichtet, behält das Werk bis zum Schluss seine rätselhafte Logik. Widersprüche und Mehrdeutigkeiten bleiben bestehen. Das mag manchen Leser stören, verleiht dem Roman aber eine faszinierende Tiefe und Vielschichtigkeit.
Gerade im Vergleich zu «Der Schatten des Windes» zeigt sich hier eine erzählerische Weiterentwicklung. Während dort der späte Bericht von Nuria Monfort die offenen Fragen für meinen Geschmack durch einen abrupten Perspektivenwechsel eher plump ausräumte, verzichtet Zafón diesmal auf eine solche vollständige, erzwungene Auflösung.
Bei alledem ist «Das Spiel des Engels» ein echter Pageturner. Der Roman entwickelt einen enormen Sog, liest sich leicht und hat kaum Längen. Zafóns Sprache ist erneut atmosphärisch dicht. Bemerkenswert ist die dramaturgische Dynamik: Das Buch besitzt zur Mitte hin einen regelrechten Kipppunkt. Es bricht radikal mit dem anfänglichen historischen Erzählton und wandelt sich überraschend in einen surrealen Mystery-Thriller. Ich mag diesen harten «From Dusk Till Dawn»-Moment sehr.
Eine klare Leseempfehlung – vorausgesetzt, man kann sich auf einen unzuverlässigen Erzähler und eine Geschichte einlassen, die nicht auf jede Frage eine eindeutige Antwort gibt.
- Sarah J. Maas
Das Reich der sieben Höfe – Silbernes Feuer
(759)Aktuelle Rezension von: Gwen21Für mich wirkt Das Reich der sieben Höfe – Silbernes Feuer wie eine Geschichte darüber, dass Heilung nicht plötzlich passiert, sondern ein langer und oft schmerzhafter Prozess ist. Besonders Nestas Entwicklung fand ich stark, weil sie nicht sofort „perfekt“ wird, sondern Schritt für Schritt lernt, mit ihrer Vergangenheit umzugehen und wieder Vertrauen zu anderen aufzubauen. Mir haben vor allem die emotionalen Momente und die Freundschaften gefallen, weil sie gezeigt haben, wie wichtig Unterstützung und Zusammenhalt sind. Auch die Beziehung zwischen Nesta und Cassian macht das Buch intensiv und spannend. Teilweise hat sich die Handlung zwar etwas gezogen, aber insgesamt fand ich das Buch emotional, kraftvoll und deutlich tiefgründiger als nur eine typische Fantasygeschichte.
- Lin Rina
Animant Crumbs Staubchronik
(1.205)Aktuelle Rezension von: Shontelle_BooksBälle, Männer und Verlobungen – das sollte eigentlich im Kopf einer jungen 17-jährigen Dame aus dem Jahr 1890 in England herumschwirren. Doch bei Animant sind es Bücher, Bücher und noch mehr Bücher! (Wer kennt es nicht🫢)
Bälle sind nur gezwungenes Begleit, um die Güte ihrer Mutter nicht überzustrapazieren.
Doch dann soll Animant nach London zu ihrem Onkel ziehen: Animant wittert Freiheit! Doch sie landet als Assistenz sie bei einem grimmigen jungen Bibliothekar ... der sie scheinbar so gar nicht leiden kann.
Staubchronik ist seit 2018 mein Wohlfühlbuch – mein Zuhause, wenn ich mich in der Buchwelt verloren fühle. Mein Weg führt mich jedes Jahr mindestens einmal zurück zu dieser Geschichte. Eine Geschichte der selbstbewussten Animant und ihrer Ansicht der Welt in einem Zeitalter, welches … nun, wie soll ich sagen, doch gern gegen die Frauen gestimmt war.
Lin Rinas Schreibstil ist so wohlig warm wie ein heißer Tee bei Regen. Diese Geschichte umhüllt mich jedes Mal, als würde ich sie das erste Mal lesen. Eine ruhige, cozy Liebesgeschichte, ungezwungen, gefühlvoll und verspielt. Die Geschichte kann man ohne Probleme mühelos weglesen, der Schreibstil ist bildhaft und charmant. Zurück bleibt: die kribbelnde Wärme der Worte und der Gefühle.
Lin hat hier ein Herzstück für mein Bücherregal gezaubert.
Die Charaktere sind allesamt fantastisch – von der Protagonistin hin zu diversen kleinen Nebencharakteren, die ebenfalls so lebhaft sind, dass sie keine Statisten darstellen.
Animant ist eine junge, freche Dame, welche so gar nicht in das damalige Zeitalter hineinpasst. Genau das macht sie so charmant und sehr humorvoll. Ihre Einstellung und ihr Hitzkopf sind großartig geschrieben, man kann sich in ihre Situationen des Erwachsenwerdens sehr einfühlen, und sie ist sehr nahbar. Ich wäre genauso 1890!
Mr. Reed ist genau nach meinem Geschmack – ein kalkühner, bissig dreinschauender, schöner Mann, der anfangs sehr einfach und naja … reserviert dargestellt wird. Mit der Zeit erweichen seine Gesichtszüge und seine Art (für Animant), und dennoch bleibt er genau so kühl wie am Anfang. Diese Balance ist unfassbar geschrieben, und ich habe das selten so gut dosiert gelesen. Er ist er, und niemand kann ihn ändern: Nur für manche lässt er sein Herz spielen, ein bisschen!
Mein Herz hat ebenfalls Miss Hamilton erobert – sie ist einfach … unverbesserlich und unfassbar genial! Mein kleiner weiblicher Crush!
Die Geschichte ist manchmal ein kleines Auf und Ab und so gefühlvoll geschrieben! Sucht ihr ein cozy Reading ohne Zwang und ohne großes Denken, aber mit viel Herz? Dann seid ihr genau richtig!
- Umberto Eco
Der Name der Rose
(1.633)Aktuelle Rezension von: MH41197Man kann mir mit Recht nachsagen, dass ich historische Romane nicht mag. Das hat seine Gründe - das Genre ist meiner Ansicht nach weder Fisch noch Fleisch, meist trivial, neolibreal dazu auffordernd, sich gleichzeitig an vergangenen Brutalitäten zu ergötzen und dabei dankbar zu sein, heute in der "besseren Welt" (die - Ironie! - natürlich frei von jedem Unrecht ist ... Nicht!) leben zu dürfen, und außerdem überfüllt mit sinnentleerten Gewalt- und Sexszenen.
Mit anderen Worten: Ich hätte vielleicht nicht gedacht, dass ich jemals einem historischen Roman eine volle Punktzahl geben würde, hätte ich Umberto Ecos "Der Name der Rose" nicht gekannt. Denn dieser Roman ist in jeder Hinsicht perfekt - obwohl in vergangenem Setting.
Im Italien des Jahres 1327 reist der englische Franziskanermönch und Ex-Inquisitor William von Baskerville (eine von Ecos humoristischen Anspielungen auf andere Literaten - der Nachname ist klar aus Sherlock Holmes entlehnt) mit seinem jugendlichen deutschen Gehilfen Adson von Melk in eine abgelegene, düstere Abtei in den Appenninen, um dort an einer theologischen Debatte zwischen den zerstrittenen Mönchsorden teilzunehmen. Aufgrund seiner Berühmtheit als früherer Inquisitor - vor allem als einer, der diese Tätigkeit mehr als Richter und Detektiv, denn als Hexenverbrenner verstand -, wird William vom Abt gebeten, den sonderbaren Tod eines jungen Mitgliedes des Klosters aufzuklären. William beginnt zu ermitteln - und stößt dabei schon bald an die Grenzen der Weltbilder seiner Zeit, und zwischen die Machenschaften der Post-Kreuzzugs-Ära der spätmittelalterlichen religiösen Extremisten, die für ihre Überzeugungen zu morden und zu sterben bereit sind und jedem Andersdenkenden keinerlei Existenzrecht zugestehen - sei er Wissenschaftler, Freigeist, kritisch denkender Theologe, Katharer, Jude, Muslim ... oder einfach nur eine Frau zur falschen Zeit am falschen Ort.
Spannend ist dieser Roman allemal - aber nicht im klassischen Stil eines Krimis (der "Der Name der Rose" zweifelsohne ist), dafür ist die Handlung sehr viel dichter gepackt, fast schon eine Milieustudie eines (spätmittelalterlichen) Klosters oder: einer religiös fundamentalistischen (oder wie wir es heute nennen würden: "evangelikalen") Gesellschaft - und damit hat der Roman trotz seines fernen Themas auch noch etwas: Aktualität. Wenn wir die Extremisten in Ecos Kloster über "die Ketzer" reden hören und über den Niedergang der Welt, dann fühlt man sich nicht wenig erinnert an moderne Eiferer, deren Ersatzwort für den Begriff Ketzer "die Woken" geworden sind, wenn man die Selbstherrlichkeit des letztendlichen Antagonisten erlebt, der im Bewusstsein vollkommener Rechtschaffenheit seine Mitbrüder zu einem höheren Ziel tötete und als Kollateralschäden in Kauf nahm, so hat man die Worte von selbstgerechten, brutalen Machtmenschen wie Putin oder Netanyahu im Ohr, und mit dem Selbstmord des Antagonisten und seinem Versuch, dabei alles mit sich zu vernichten, so denkt man unweigerlich an die Selbstmordattentate des ISIS. Umberto Eco hat einen Roman in der Vergangenheit geschrieben, der uns etwas über seine Gegenwart, und aus Ecos Perspektive, der ihn in den 1970er Jahren schrieb, sogar über Ecos damalige Zukunft, die heutige Gegenwart, erzählt. Und darin besteht bereits die Genialität des Namen der Rose - und in seinem Schreibstil: Denn Eco schreibt einen Plot im Plot - macht sich selbst zum zweiten Protagonisten, der im "heute" (oder eben: in den 1970ern) die französische Übersetzung der lateinischen Niederschrift des alten Mönches Adson von Melk ins zeitgenössische Italienische übersetzt - und begibt sich in dieser Eigenschaft dann in die Haut des alten Adson von Melk, der im Rahmen seines mittelalterlich-klösterlichen Weltbildes rückblickend die Geschichte seines jugendlichen Ichs an der Seite von William von Baskerville erzählt.
Der Name der Rose ist ein stilistisch, thematisch, plottechnisch und handwerklich ein Werk der Superlative: Der beste und der EINZIGE historische Roman, der nicht als "Märchen für Erwachsene" daher kommt, sondern einen Plot erzählt, der in tieferer Bedeutung von der erzählten Zeit in die Gegenwart seiner Niederschrift und bis ins Heute übergreift. Der Name der Rose ist kein "alter Schinken". Keine Mittelalterromantik. Er ist relevant - damals wie heute. Und auch morgen - solange es religiösen Extremismus und Machtgefälle in der Welt gibt.
- Sarah Sprinz
Dunbridge Academy - Anywhere
(1.152)Aktuelle Rezension von: NefinaFür die Leserunde zum neuesten Band der Dunbridge Academy dachte ich mir, dass ich vorher vielleicht mal mit Band 1 anfangen sollte, um besser in die Reihe reinzukommen. Ganz ehrlich? Ich hatte erst meine Zweifel. Mit über 30 noch eine Geschichte über Internatsschüler lesen? Ich war mir nicht sicher, ob mich das wirklich abholen würde.
Tja. Und dann habe ich angefangen zu lesen und war komplett verloren.
Dieses Buch liest sich so unglaublich locker und leicht, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Ehe ich mich versah, war ich völlig in der Welt der Dunbridge Academy angekommen und wollte sie gar nicht mehr verlassen. Das Internatssetting in Schottland hat einfach eine besondere Atmosphäre. Alte Gemäuer, Freundschaften, heimliche Treffen und dieses Gefühl von Zusammenhalt machen das Ganze unglaublich gemütlich.
Emma und Henry habe ich beide sofort ins Herz geschlossen. Emma wirkt stark, aber gleichzeitig sehr nahbar, und Henry war für mich einfach ein wundervoller Bookboyfriend. Die beiden harmonieren unglaublich gut miteinander und ihre Geschichte hat mich von Anfang bis Ende mitfiebern lassen.
Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte nicht von ständigem Drama lebt. Stattdessen stehen die Figuren, ihre Gefühle und ihre Entwicklung im Mittelpunkt. Dadurch wirkte alles sehr authentisch und emotional. Ich habe gelacht, mitgefiebert und an manchen Stellen auch ordentlich mitgelitten.
Aber nicht nur Emma und Henry konnten mich überzeugen. Auch die Nebencharaktere haben mich neugierig gemacht und dafür gesorgt, dass ich unbedingt mehr über die anderen Bewohner der Academy erfahren wollte. Genau deshalb musste ich nach diesem Buch natürlich direkt weiterlesen.
Sarah Sprinz hat einfach einen Schreibstil, der süchtig macht. Modern, emotional und gleichzeitig unglaublich leicht zu lesen. Für mich war Anywhere die perfekte Mischung aus Wohlfühlbuch, Liebesgeschichte und Internatsatmosphäre.
Fazit: Eigentlich wollte ich mich nur für die Leserunde einlesen, am Ende hat mich die Dunbridge Academy komplett für sich gewonnen. Emma und Henry habe ich geliebt und ich konnte gar nicht schnell genug zum nächsten Band greifen.
- Haruki Murakami
Kafka am Strand
(1.117)Aktuelle Rezension von: entspanntesLesenKafka Tamura verlässt Nakano und macht sich auf den Weg über die große Brücke. Er lässt zurück seinen Vater, mit Sack und Pack, hofft Abstand zu gewinnen und vielleicht seine Mutter und Schwester irgendwo da draußen zu finden. Währenddessen passieren in Nakano und rundherum surreale Dinge - mittendrin Nakata, ein Sechzigjähriger, der mit Katzen sprechen kann und anders denkt.
Meine Meinung:
Murakami erbaut Welten, die nebeneinander existieren. Ich kannte seinen Stil schon durch das zuletzt erschienene Buch "Die Stadt und ihre ungewisse Mauer".
Das Buch arbeitet tief mit Symbolik, erklärt nicht und lässt Zugang über die Gefühle des Lesers selbst.
Da Murakami zu fließend erzählt, entsteht dieser meditative Sog - ohne laut zu sein und Effekte zu provozieren.
Die Kapitel wechseln ab, es gibt 2 Wege und verschiedene Konstellationen, welche sich zum Teil spiegeln. Zu einem ist da der 15 jährige Kafka, Oshima als Leitfigur und Saeki, die Bibliotheksleiterin. Zum anderen Nakata auf seinem Weg mit Hoshino, um etwas zu tun, wofür es keine Zeit und keinen konkreten Rahmen gibt.
Der Roman war eine Wucht für mich und bewegte mich, weitere Murakami Romane auf meine Leseliste zu setzen.
Es kann bewegen, spiegeln, zeigen oder einfach eine Geschichte sein, die magisch anhaftet.
- Kerstin Gier
Wolkenschloss
(1.596)Aktuelle Rezension von: EllisbookshelfHab ich gerade ein Weihnachtsbuch im Frühling gelesen? Ja, ja hab ich. Aber es ist Kerstin Gier… who can blame me? Ich liebe ihren Schreibstil so sehr irgendwie hat der in sich schon etwas Magisches. Und ich liebe doch happy endings und dieses war so wholesome. Außer die Wahl der love interest… HALLO TRISTAN WAR JA MAL VIEL COOLER?!! Na ja trotzdem toll und vor allem auch spannend. Wer hätte gedacht, dass so viel in einem Schweizer Luxushotel passiert? PS: hatte noch jemand das Gefühl, der Haushälter war irgendwie unsterblich oder magisch? Oder hat er sich einfach extrem gut gehalten?
- Kai Meyer
Die Seiten der Welt – Nachtland
(683)Aktuelle Rezension von: anilaDie Seiten der Welt – Nachtland von Kai Meyer hat mich komplett begeistert. Schon nach den ersten Kapiteln war ich wieder mitten in dieser magischen Welt aus Bibliotheken, Geschichten und literarischen Geheimnissen gefangen. Nachtland schafft es, Spannung, Fantasy und Emotionen so miteinander zu verbinden, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre: düster, geheimnisvoll und gleichzeitig voller Wunder. Kai Meyer schreibt unglaublich bildhaft – jede Szene fühlt sich lebendig an, als würde man selbst durch die verborgenen Gänge und zwischen den Seiten uralter Bücher wandern. Die Ideen rund um die Macht der Bücher und Geschichten sind kreativ und faszinierend umgesetzt.
Auch die Figuren haben mir richtig gut gefallen. Sie wirken glaubwürdig, entwickeln sich weiter und machen die Geschichte emotional greifbar. Vor allem die Mischung aus Abenteuer, Magie und einer leicht melancholischen Stimmung hat das Buch für mich besonders gemacht.
Nachtland ist für mich ein perfekter Fantasyroman für alle, die Bücher lieben und gerne in außergewöhnliche Welten eintauchen. Spannend, atmosphärisch und voller Magie – definitiv ein Highlight!
- Jonas Jonasson
Die Analphabetin, die rechnen konnte
(733)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannZunächst ein großes Kompliment an die Übersetzerin. Es war sicher nicht einfach, diesen spielerischen Umgang mit Sprache, diese teils aberwitzigen und skurrilen Vorgänge, so zu übertragen, dass diese auch im Deutschen ihre gewünschte Wirkung entfalten. Es ist ein Genuss, diesen teils versteckten oder hintersinnig eingestreuten realen Bezügen in einer ansonsten doch sehr abgedrehten Story zu folgen.
Die Geschichte entfaltete ihren Reiz auch dadurch, dass die historischen Personen beim Namen genannt werden und das politische Geschehen in eine Lebenswirklichkeit hineingezogen wird, die die Distanz zu diesen Geschehnissen nicht nur verringert, sondern tatsächlich auch menschlicher und damit verstehbarer machen – unabhängig davon, ob sie sich so oder so oder auch ganz anders abgespielt haben. Diese indirekten Anspielungen fordern geradezu nach Weiterdenken heraus. Es fällt leicht mit der „guten Seite“ zu sympathisieren (wer möchte nicht gerne, trotz aller Hindernisse, so souverän durchs Leben gehen?), wobei die „böse Seite“ durchaus auch ihren Charme hat. Es gibt also ausreichend Raum, bei guter Unterhaltung, die eigenen Gedanken spazieren zu führen.
Da das Elend dieser Welt im Moment zuzunehmen scheint, kommt eine solche Geschichte gerade recht. Nicht als „Erlösungsgeschichte“, sondern als augenzwinkernder Hinweis: Nimm das Leben wie es kommt und mache das dir Mögliche daraus.
(19.11.2018)
- Alan Bradley
Flavia de Luce 1 - Mord im Gurkenbeet
(1.425)Aktuelle Rezension von: Moonchild7Ich habe nun zum zweiten Mal versucht, in diese Buchreihe hineinzufinden. Beim ersten Erscheinen des ersten Bandes war ich sofort interessiert, denn skurrile Figuren sprechen mich grundsätzlich an, auch wenn Krimis nicht zu meinen bevorzugten Genres gehören. Flavia als Protagonistin gefällt mir nach wie vor sehr gut. Ihr trockener Humor ist einer der stärksten Punkte des Buches und trifft genau die Art von Witz, die ich mag. Man muss diese Art Humor allerdings zu schätzen wissen, sonst verliert die Geschichte schnell ihren Reiz.
Lange Zeit dachte ich, mein anfänglicher Zugangsschwierigkeit läge an der umfangreichen Chemiethematik. Obwohl ich in der Schule selbst gut in dem Fach war, habe ich das Interesse später nicht weiterverfolgt. Inzwischen weiß ich jedoch, dass komplexe Themen mich in Romanen nicht grundsätzlich stören, sofern sie gut in die Handlung eingebettet werden. Andere Bücher haben mir gezeigt, dass ein guter Balanceakt möglich ist und man auch Fachliches leicht verständlich einfließen lassen kann. Ein Roman sollte das leisten können, da man ansonsten besser zu einem Fachbuch greifen könnte.
Dass ich der Reihe eine zweite Chance gegeben habe, liegt auch daran, dass sie häufig empfohlen wird, wenn man Wednesday oder die Addams Family mag. Die Parallelen liegen tatsächlich nahe. Flavia und ihre Familie erinnern in vielen Momenten an die exzentrischen Addams. Dennoch fehlt mir etwas Entscheidendes: die Leichtigkeit und das Fantasievolle, das ich an Wednesday so schätze. Der Schreibstil ist für meinen Geschmack überfrachtet. Es wird viel erklärt und wenig gezeigt, was den Lesefluss spürbar hemmt. Viele Sätze fließen nicht organisch ineinander, sodass ich häufig im Text hängen blieb und das Lesen nicht richtig genießen konnte. Action brauche ich nicht zwingend, aber ich wünsche mir einen natürlichen, atmosphärischen Handlungsfluss, der mich trägt.
Auch beim zweiten Versuch konnte mich dieser Band daher nicht vollständig überzeugen. Einige Elemente gefallen mir sehr gut, besonders die Figur Flavia und der Humor. Der Erzählstil verhindert für mich jedoch, dass ich wirklich in die Geschichte eintauche.
- Marah Woolf
WiccaCreed | Zeichen & Omen
(476)Aktuelle Rezension von: Freedom4meMir hat die Geschichte wirklich gut gefallen.
Es wird extrem viel Mühe auf das World-Building verwendet. Es gibt vier Völker (Menschen, Wicca, Hexen/r und Strigoi) und einiges an Regeln, Magie, Herrschern, Vergangenheit, politischen Problemen,...
Das wird alles wirklich gut nach und nach dargelegt und es wird zunehmend komplexer - auch wenn ich mir bei einigen Nebenfiguren nicht merken konnte, wie deren Charakter ist und zu welchem Volk sie gehören.Stellenweise hat es mich ein wenig genervt, dass es so viel Alltag zwischen den Völkern gab. Das war zwar einerseits schön und die Dynamiken auch wirklich gut geschrieben, mich stört es nur immer, wenn es ein großes Problem (bevorstehender Krieg, persönlicher Auftrag von Valea) gibt und die Figuren dieses dann ewig einfach ignorieren und andere Dinge tun. Hallo? Bleibt bei der Sache! Wie, tagelang ist ihr Auftrag nicht von Bedeutung?...
Zusammen mit dem Worldbuilding ist auch die Story wirklich gut und am Ende läuft alles noch besser zusammen, als ich gedacht hätte. Gleichzeitig kommt es hier auch zu vielen Wendungen, Problemen, Rückschläge, Enthüllungen - das war für meinen Geschmack etwas zu viel und ging alles zu schnell - gerade im Vergleich zum Mittelteil, wo wirklich lange handlungstechnisch keine Fortschritte gemacht werden und es mehr/nur darum geht, was für Beziehungen die Figuren zueinander aufbauen.
Fazit: Ein Buch mit einem gut ausgeklügelten und vielversprechenden Worldbuilding, auch wenn etwas viel Wendung und Information in die letzten Kapitel gesteckt wurde. Am Ende steht dadurch aber ein vielversprechendes Setting für den zweiten Band.
Wicca Creed I: Zeichen und Omen bekommt von mir 4 / 5 Sterne.
- Laura Kneidl
Verliere mich. Nicht.: Special Edition
(1.826)Aktuelle Rezension von: Kati_5972OMG! Buch eins der Reihe "Berühre mich. Nicht." hat mich emotional schon sehr mitgenommen und nun hat mir der zweite Band "Verliere mich. Nicht." den Rest gegeben. Ich muss gestehen, dass ich, als sich die Story dem Ende zuneigte, mich einige Zeit nicht getraut hatte, weiterzulesen, zu sehr hatte ich tatsächlich Angst davor, wie die Geschichte ausgehen wird. Vielleicht hatte ich auch etwas emotionalen Abstand gebraucht, um mich für das Ende der Story zu wappnen. Nun habe ich all meinen Mut auf mich genommen und mich unerschrocken dem Ende gestellt: Und bin mehr wie froh und erleichtert um den Ausgang der Geschichte, um hier nicht zu viel vorwegzunehmen.
Wie ich bereits in meiner Rezension zu Band eins geschrieben habe, sollte unbedingt die Triggerwarnung bei dieser Buchreihe beachtet werden, da sehr schlimme und emotional belastende Themen nicht nur angeschnitten, sondern auch vertieft werden. So erlebt man als Leser*in unmittelbar aus der Sicht der Protagonistin Sage mit, was ihr alles schlimmes widerfahren ist und wie sie sich durch ihre Panikattacken kämpft. Und nur ihr Freund Luca scheint die innerlichen Mauern, die sie zum Selbstschutz und aus Angst errichtet hat, nach und nach einreißen zu können.
Nach dem wirklich fiesen Ende von Band 1 knüpft der zweite Band unmittelbar an die Ereignisse des Vorgängers an und man steigt sehr schnell wieder in die Geschichte ein. Und Laura Kneidl schafft es auch hier erneut mit ganz viel Feingefühl die Geschichte um Sage und Luca weiterzuerzählen.
Da ich Band eins ein kleines bisschen besser fand und sich am Ende von Band zwei die Geschehnisse für mich persönlich zu überschlagen angefühlt haben, gebe ich "Verliere mich. Nicht" 4,5 Sterne 🌟
- Marah Woolf
BookLess 1. Wörter durchfluten die Zeit
(891)Aktuelle Rezension von: Dia87... die es zu retten gilt. Unglaublich großartige Idee, um Bücher zu würdigen. Da denkt man doch erstmal wirklich darüber nach, welche Bedeutung das geschriebene Wort für den Einen oder Anderen hat. Was wäre, wenn es unsere Lieblingsbücher nicht gäbe? Denn auch durch sie, werden wir zu denen, die wir sind.
- Lily S. Morgan
How To Catch A Magical Light (New York Magics 1)
(158)Aktuelle Rezension von: Ninchen24Arlyn Dorell ist die beste Diebin New Yorks – und das aus gutem Grund: Als Irrlicht kann sie sich unsichtbar machen. Zusammen mit ihrer menschlichen Mitbewohnerin und einer Hexe lebt sie in der magischen Bibliothek Libby, von wo aus sie ihre Aufträge plant. Doch als jemand ihre wahre Identität entdeckt und sie erpresst, bleibt ihr keine Wahl: Sie muss sich als Agentin beim Magical Bureau of Investigation bewerben, um ein wertvolles Artefakt zu stehlen. Ausgerechnet dort trifft sie auf Special Agent Marlon Heaton – den Dämon, der sie seit Jahren jagt und ihr gefährlich nahekommt.
Das Buch hat mir insgesamt gut gefallen, auch wenn ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Besonders interessant fand ich die Idee, dass Menschen und magische Wesen gemeinsam in einer Welt leben und dass selbst unter den magischen Wesen Herkunft und Stärke über Ansehen und Macht entscheiden. Das führt zu Konflikten und Aufständen bei den „niedrigeren“ Wesen und verleiht der Geschichte eine spannende Dynamik.
Die magischen Wesen sind faszinierend, hätten aber noch stärker genutzt werden können. Oft werden ihre Besonderheiten nur beschrieben, ohne dass sie die Handlung maßgeblich beeinflussen. Für mich blieb zum Beispiel unklar, warum Arlyn sich als Irrlicht unsichtbar machen kann – auch wenn ich es sehr passend finde, dass sie diese Fähigkeit für ihre Arbeit als Diebin einsetzt.
Arlyn selbst ist eine sympathische, lebendige Protagonistin. Ich mochte ihre quirlige Art, ihren Job und ihre Freunde sehr. Besonders gefallen hat mir die lebendige Bibliothek „Libby“, die fast wie ein fühlendes Wesen beschrieben wird – als Bücherliebhaberin hätte ich so eine Bibliothek selbst gerne. Marlon ist ihr Gegenpol: grummelig, verschlossen und auf sich allein gestellt. Er taut nur langsam auf, doch das Zusammenspiel mit Arlyn funktioniert sehr gut. Sie bringt Farbe in seine graue Detektivarbeit und lässt sich von ihm nicht beirren. Etwas unpassend fand ich nur, dass Arlyn sich von Anfang an zu ihm hingezogen fühlt – glaubwürdiger wäre es gewesen, wenn sich ihre Gefühle erst im Laufe der Geschichte entwickelt hätten.
Mir sind zudem einige Grammatik- und Rechtschreibfehler aufgefallen. Sie sind zwar nicht gravierend, treten aber öfter auf und stören gelegentlich den Lesefluss.Insgesamt ist es ein schönes, kurzweiliges Buch mit einer wendungsreichen Handlung, sympathischen Figuren und einem gelungenen Cliffhanger, der neugierig auf die Fortsetzung macht.
- Genevieve Cogman
Die unsichtbare Bibliothek
(452)Aktuelle Rezension von: Daniela_BeilnerTitel und Cover haben mich sofort angesprochen und auch der Klappentext klang vielversprechend - daher habe ich zugeschlagen und wurde nicht enttäuscht
Die Grundidee einer Bibliothek in der seltene Bücher gesammelt werden, die in den unterschiedlichsten Welten beschafft werden, war für mich sehr interessant und auch einmal etwas neues. Es dauerte etwas bis ich mit den Figuren warm geworden bin und ich mir einen Überblick über die Magie und die Welten verschafft habe, da irgendwie nicht allzu viel erklärt wird und man die Infos quasi nur nebenbei bekommt, aber ich bin trotzdem relativ schnell ins Lesen gekommen und finde vor allem Kai als Protagonisten sehr interessant und bin schon gespannt was wir noch alles in den weiteren Bänden über ihn erfahren werden. Auch alle anderen Personen scheinen das eine oder andere Geheimnis zu haben und da es sich um eine längere Reihe handelt bin ich schon gespannt was hier noch alles auf mich zukommt und wie viele fremde Welten ich noch gemeinsam mit Irene und Kai besuchen werde. Auch den Gegenspieler finde ich sehr interessant und hoffe ich erfahre noch mehr über seine Beweggründe
Da ich ja auch sehr gerne Krimis und Thriller lese war dieser Genre-Mix für mich sehr gelungen und ich freue mich schon auf die nächsten Teile der Reihe - Teil 2 habe ich mir gleich nach dem beenden von diesem Buch besorgt























