Bücher mit dem Tag "bibliotheken"
15 Bücher
- Jojo Moyes
Wie ein Leuchten in tiefer Nacht
(285)Aktuelle Rezension von: GeerthiMit „Wie ein Leuchten in tiefer Nacht“ hat Jojo Moyes ein Denkmal für die mutigen Frauen der Geschichte gesetzt. Alice, die der Liebe wegen von England nach Amerika zieht, findet sich in der Fremde zunächst nicht zurecht. Ihren Platz findet sie erst, als sie sich einer aussergewöhnlichen Gruppe von Frauen, die Sattelbibliothek, anschliesst. Deren Mission ist es Bücher in die entlegensten Winkel zu bringen und Menschen Hoffnung zu schenken. Diese mutigen Frauen reiten durch unwegsames Gelände, um Bücher zu jenen Menschen zu bringen, die von der Welt vergessen wurden, sei es wegen Krankheit, Armut oder der einsamen Lage in den Bergen/Hügel/Wälder.
Jojo Moyes schreibt so lebendig, dass ich sofort in die Handlung abtauchen konnte. Die Mischung aus historischer Faktennähe (die Sattelbibliotheken existierten tatsächlich!) und der tiefen Freundschaft zwischen den Frauen macht das Buch zu einem echten Lesehighlight.
Wer Geschichten über Zusammenhalt und weibliche Stärke sucht, kommt an diesem Werk nicht vorbei. Dieses Buch verdient eindeutig 5 volle Sterne!!! ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
- Robin Sloan
Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra
(550)Aktuelle Rezension von: angies_bücherZunächst einmal möchte ich mit dem positiven anfangen: der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen und das Buch war angenehm zu lesen. Leider hat mir die Geschichte an sich überhaupt nicht gefallen. Ich konnte mich auf die Idee des ewigen Lebens und die Buchhandlung und geheim Gesellschaft leider nicht einlassen. Insgesamt fand ich die Geschichte einfach nur furchtbar langweilig. Sehr schade
- Akram El-Bahay
Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt
(235)Aktuelle Rezension von: die_BuecherschlangeSamir hängt seine Karriere als Dieb an den Nagel, um als Wächter einen ehrbaren Beruf auszuführen. Statt wie in seinen Träumen den König zu bewachen, muss er allerdings in der Bibliothek Paramythia seinen Dienst antreten. Er erkennt schnell, dass Bücher zu bewachen alles andere als langweilig ist, denn die unterirdische gigantische Bibliothek birgt mystische Geheimnisse. Und ehe er sich‘s versieht, erlebt er mit der Dienerin Kani und dem Gelehrten Hakim wundersame und gefährliche Abenteuer.
Ich habe das Buch vor 9 Jahren schon einmal gelesen, aber nicht die restlichen Teile der Reihe. Da ich vieles vergessen habe, lese ich jetzt die komplette Reihe in einem Rutsch durch.
Es hat mich wie damals auch jetzt wieder in seinen Bann gezogen. Die Vorstellung von einer gigantischen Bibliothek, die unter einer Stadt verläuft, mit Geheimgängen und allem was dazu gehört ist faszinierend. Der Schreibstil des Autors gefällt mir gut, er ist flüssig und hält die Spannung fast immer sehr hoch. Den Protagonisten werden nur wenig Atempausen gegönnt. Ich konnte mich gut in Samir hineinfühlen und seine Taten nachvollziehen. Obwohl das Buch nur aus seiner Sicht geschrieben ist, konnte ich mich auch in Kani hineinversetzen und mit ihr fühlen.
Samir hat einen großen Schritt getan, kann sich aber von seiner Vergangenheit nicht so wirklich lösen, und seine Fähigkeiten sind bei seinen Abenteuern sehr hilfreich. Die Menschen aus der Diebesgilde sind ihm sehr wichtig, was er erst richtig erkennt, als er einen gewissen Abstand zu ihnen hat. Die Beziehung, die er mit Kani aufbaut, fügt sich angenehm in die Geschichte ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Ich finde die beiden sehr süß.
Die Charaktere müssen in der Geschichte viel Leid ertragen, aber es gibt auch einen Lichtblick.
Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung der Story und der Charaktere.
- Irene Vallejo
Papyrus
(167)Aktuelle Rezension von: AlrikBeim Aufschlagen von Papyrus legt sich ein Sog über die Sinne: Werkstätten am Nil erscheinen vor dem inneren Auge, bleiche Rollen rascheln, und Hände falten Worte wie zarte Blätter. Die Lektüre fühlt sich an wie eine Entdeckungsreise durch eine Welt, in der Bücher nicht nur Gegenstände, sondern lebendige Brücken zwischen Zeiten sind. Vallejo schreibt mit einer Wärme, die Wissen tragbar macht; ihre Szenen sind anschaulich, voller kleiner Helden — Buchhändler, Schreiber, eine Nonne, die Schriften bewahrt — und jede von ihnen hinterlässt ein Bild, das nachklingt.
Die Verbindung von erzählerischem Schwung und fundierter Forschung beeindruckt: Fakten werden nicht trocken aufgereiht, sondern in Geschichten eingebettet, so dass das Lesen selbst zur Handlung wird. Manchmal verlangt die Fülle an Exkursen aktive Aufmerksamkeit; der rote Faden löst sich stellenweise auf, und gelegentliche Abschweifungen fordern Geduld. Genau hier liegt aber auch der Reiz: Wer bereit ist, sich treiben zu lassen, wird mit überraschenden Einsichten belohnt.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Bücher mehr sind als Information — sie sind Überlieferung, Rettung und Widerstand gegen das Vergessen. Für alle, die Geschichte fühlen möchten und Lust auf ein leidenschaftlich erzähltes Sachbuch haben, ist Papyrus ein bereichernder Schatz. Wer eine streng lineare Darstellung sucht, könnte sich stellenweise geordnetere Strukturen wünschen. Insgesamt aber hat dieses Buch den Blick auf das geschriebene Wort vertieft und lange nachklingen lassen.
- Kai Meyer
Die Spur der Bücher
(254)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeMercy Amberdale ist eine geborene Bibliomantin, heißt sie kann mit Hilfe der Bücher Magie nutzen. Sie beschafft für reiche Auftraggeber wertvolle Bücher, wie Erstausgaben oder Bände, denen eine besondere Magie innewohnt. Der mysteriöse Tod eines Buchhändlers, der inmitten seiner Bücher verbrannte, ohne, dass das Papier rings um ihn herum auch nur versengt wurde, führt Mercy auf die Suche nach Antworten. Antworten, die ihr gesamtes Leben verändern könnten....
Kai Meyers Welt der Bibliomantik ist gleichzeitig ein Fantasykrimi und eine Hommage an Bücher und Geschichten. Der Schreibstil ist äußerst flüssig, detailreich und bildhaft. Die Protagonistin durchgezeichnet und mit zunehmender Tiefe im Verlauf des Buches. Hingegen die Nebencharaktere bleiben sehr blass und bekommen nur die nötigsten Details. Der Autor nutzt das Buch um eine Reihe geschichtlicher Hintergründe und Informationen zur bibliomantischen Welt zu geben. Diese sind zwar durchaus interessant, aber im Kontext des Geschehens teils einfach etwas viel und erzeugen dadurch kleine Längen. Ausgesprochen fantasiereich sind die magischen Details, die für einige Schmunzler sorgen und dem Buch seine besondere Note verleihen.
Mein Fazit: Ein nettes fantasiereiches Buch, dass mich thematisch voll abholen konnte, dem aber gefühlt etwas Feinschliff fehlte. Ich vermute, dass sich junge Leser mit den vielen historischen Informationen eher schwer tun und die für mich verschmerzbaren Längen sehr viel stärker wahrnehmen. Ansonsten macht es einfach Spaß in eine Welt einzutauchen, in der Bücher einen so besonderen Stellenwert haben und ich freue mich auf die Fortsetzung.
- Romalyn Tilghman
Die Bücherfrauen
(105)Aktuelle Rezension von: Chrissy87Drei sehr unterschiedliche Frauen treffen in einer kleinen US Stadt aufeinander und je mehr Zeit miteinander verbringen, desto mehr freunden sie sich an. Gemeinsam setzen sie sich für das Gemeindezentrum und die Bibliothek ein.
Der Klappentext war so vielversprechend und die Umsetzung war es leider nicht. Mir ist die ganze Geschichte einfach viel zu oberflächlich geblieben. Es gab hier einige tolle Themen die aber nie wirklich in die Tiefe gegangen sind.
Die beiden jüngeren Protagonistinnen fand ich absolut austauschbar, besonders am Anfang. Die dritte Protagonistin hätte entweder auch mehr Raum verdient oder man hätte sie ganz weglassen sollen, so war das aber nichts Halbes und nichts Ganzes.
- Ross King
Das Labyrinth der Welt
(43)Aktuelle Rezension von: TheSaintLondon, Mitte des 17. Jahrhunderts: Der mit Asthma und Kurzsichtigkeit gestrafte und mit einem Klumpfuss beeinträchtigte Buchhändler Isaac Inchbold lebt ein zurückgezogenes und bescheidenes Leben in seinem kleinen Laden "Nonsuch Books". Von dem lärmenden London draußen nimmt er wenig Notiz - lieber vergräbt er sich in seine Arbeit und die Bücher. Ein Brief von Lady Alethea Marchamont mit einer Einladung nach Pontifex Hall lockt den Bücherwurm aus seiner sicheren Umgebung und die Erteilung eines Suchauftrages nach einem mysteriösen Pergament hinein in ein labyrinthisches Verwirrspiel voller Gefahren und Geheimnisse. Dieses mystifizierte Schriftstück ist Bestandteil des "Corpus Hermeticum", eines von der Kirche als ketzerisch verrufenen und konfiszierten Buches. Im Laufe der detektivischen Spurensuche wird Inchbold immer klarer, dass es noch andere Parteien gibt, denen eine Beschaffung dieses Schriftstücks mit dem Titel "Das Labyrinth der Welt" mit allen Mitteln Recht ist. Es beginnt eine spannende Jagd nach diesem Schriftstück, dessen Inhalt Kirche und Staat bei Veröffentlichung erschüttern würden...
Ross King (* 1962) offeriert mit seinem zweiten 1998 erschienenen Buch eine wahre Ode an das Buch. Hier liegt ein Roman vor, der an Ecco's "Der Name der Rose" denken lässt und ein Werk über Bücher schlechthin ist - über ihre Entstehung und Geschichte. King erzählt in zwei Handlungssträngen, die er dann ineinander fließen lässt, einerseits von Inchbold's Suche in England um 1660 und andererseits von den Hintergründen jener Bücher, die von Kirche und Staat verboten waren. Der Leser erfährt vom Prager Fenstersturz, dem 30jährigen Krieg sowie über das England Cromwell's und den spanisch-englischen Auseinandersetzungen. Der gesundheitlich Mitgenommene findet sich inmitten von rücksichtslosen Katholiken und Protestanten, von Spionen, Buchhändlern und -schmugglern... der Leser sich konfrontiert mit Informationen über Alchemie, Astronomie, Kartographie, Esoterik und religiösem Fanatismus.
Der Roman ist für Leser, die Zeit haben. Die Geschichte eignet sich nicht zum drüber lesen... man muss sich hineinfallen und sich von der Schwelgerei über Bücher mitreißen lassen. Hier wird nicht nur die Auseinandersetzung der Kirche mit Galilei und anderen vermeintlichen Ketzern geschildert, sondern Ross bietet auch eine kleine Bibliographie zu verschiedenen Lebensbereichen. Es wird eine Welt dargeboten, in welcher ein Buch noch die Welt zu verändern vermochte. Für bibliophile, geographisch und historisch interessierte Leser ein unvergleichlicher Genuss!
- Celeste Ng
Unsre verschwundenen Herzen
(191)Aktuelle Rezension von: GruenenteBird ist 12 Jahre alt uns lebt ein einsames, trauriges Leben gemeinsam mit seinem Vater Ethan. Birds Mutter Margaret ist verschwunden. Denn sie wird wegen „Aufwiegelung“ polizeilich gesucht.
Das Buch spielt in den USA, in einer nicht näher spezifizierten Zukunft, oder einer parallelen Gegenwart. Wir befinden uns in einem dystopischen Roman, in einer amerikanischen Gesellschaft, die von PACT (Preserving American Culture and Traditions) reguliert wurde, einem Gesetzespaket, das unamerikanische Einflüsse stoppen soll. Ode genauer gesagt, das asiatische Einflüsse unterbinden soll. Denn Das Land hat eine sehr schwere Wirtschaftskrise durchgemacht. Die Gründe wurden nicht im eigenen Land gesucht, sondern China wurde als Verursacher angeprangert. So entstand ein unglaublicher Rassismus gegen alle asiatisch-stämmigen Mitbürger.
Alle Menschen, die gegen PACT protestierten, wurden direkt eingesperrt oder, sie wurden unter Druck gesetzt, indem man ihnen die Kinder nahm. Diese Kinder wurden dann weit entfernt in Pflegefamilien oder Heime gesteckt und ganz der eigenen Identität beraubt.
Nachdem eine Zeile aus einem Gedicht, das Birds Mutter veröffentlicht hat, als Leitspruch für eine Anti-PACT-Bewegung, hergenommen wurde galt Margaret automatisch auch als Aufständische. So verschwand sie. So konnte Ethan zumindest seinen Vater behalten.
Unzählige Kinder wurden unter dem Deckmantel von PACT aus ihrem Zuhause gerissen. Eine wahre Hexenjagd zog sich durchs Land. Passte der Nachbar nicht, wurde er anonym angezeigt, das Kind wurde mitgenommen. Entsetzlich.
Das Buch handelt größtenteils von Bird, seinem Leben mit seinem Vater. Da auch Bird asiatisches Blut in den Adern hat, wurde er in der Schule gemobbt, hatte keine Freunde, war total vereinsamt.
Als Bird eine Nachricht seiner Mutter findet macht er sich auf die Suche nach ihr. Dabei erfährt er ihre Geschichte. So werden die Beweggründe für ihre Flucht und die Motivation für ihre Gedichte und Taten erst richtig klar.
Das Buch gefällt mir sehr gut, poetisch, spannend, bestürzend, lehrreich. Einfach klasse!
- Markus Walther
Bibliophilia. Am Ende des Buchlands
(8)Aktuelle Rezension von: eastNach dem verheerenden Brand in Beatrice‘ Antiquariat hat sie keinen Fuß mehr ins Buchland gesetzt. Ihre Geschichte ist geschrieben, auch wenn sie einen hohen Preis dafür gezahlt hat. Doch die Welt der Geschichten scheint sie noch immer nicht gehen lassen zu wollen und so findet sie sich noch ein letztes Mal auf einer Reise durch das wundersame Buchland wieder, im Kampf um die Zukunft der Fantasie.
„Literatur ist der Dosenöffner für den Verstand.“ Das ist der Satz, der mir von dieser Buchreihe am nachdrücklichsten in Erinnerung bleiben wird. Markus Walters Geschichte wird allen Buchliebhabern dieser Welt aus dem Herzen sprechen, allen, die auch gern einmal die Bücher flüstern hören wollen. All jene Leseratten werden sich im Buchland wohlfühlen, auch wenn es dort zeitweilig ganz schön seltsam werden kann. Dann tummeln sich dort nicht nur Fantasiegestalten und Buchfiguren, nein, auch Personifizierungen von Gefühlen oder längst vergessene Autoren treiben ihr Unwesen. Zu allem Übel versteht keine der betreffenden Personen das Buchland in Gänze, immerhin ist es ja unendlich.
Mit anderen Worten: die Reise gleicht einem Fiebertraum, einer wilden Party des verrückten Hutmachers. Die Geschichte selbst steht dabei gar nicht zwangsläufig die ganze Zeit im Vordergrund und ist auch nicht immer das spannendste am Buch. Viel eher ist es die Reise ins Buchland selbst, die den Leser nachhaltig faszinieren kann. Die Protagonisten müssen selbst erst entscheiden, wie sie ihre Geschichte zu Ende schreiben, denn nun kommt das wahrhaft verwirrende: Beatrice‘ Geschichte gleicht einem Henne-Ei-Problem, es ist Schrödingers Fantasybuch: Beatrice schreibt ihre Geschichte, Buchland, nach dem, was sie erlebt, aber erst durch die Magie ihres Romans wird das Erlebte real. Genau so verwirrend und selbstironisch ist auch die ganze Trilogie, schafft es dabei aber trotzdem, den Leser nicht komplett an frustrierte Verwirrung zu verlieren. (Solange er nicht beginnt, jede Wendung zu hinterfragen.
Viel eher ist sie eine Hommage an das Geschichtenerzählen, eine Liebeserklärung an das geschriebene Wort und ein Zeugnis dessen, welche Kraft es haben kann. Fantasie vermag es, die Welt bunter zu machen und uns Hoffnung zu schenken und somit sind schreiben und lesen die größten Geschenke, das lässt uns der Autor auf diesen Seiten nie vergessen, auch wenn er gegen Ende seiner Geschichte auch ein bisschen seiner eigenen Verwirrung anheimgefallen ist und womöglich auch etwas über das Ziel hinausgeschossen ist. Trotzdem bleiben mit Buchland eine faszinierende, einzigartige Geschichte und das Wissen, dass jede Geschichte es wert ist, erzählt zu werden.
- Thomas Kniesche
Büchermorde – Mordsbücher
(13)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»Im Detektivroman muss es ganz einfach eine Leiche geben, und je toter sie ist, desto besser.«
Dieses Buch nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Welt der Büchermorde. Hierbei handelt es sich nicht nur um Morde, die in Büchern geschehen, sondern auch um solche im Umfeld von Büchern, beispielsweise in Bibliotheken. Ebenfalls zählen zu den Büchermorden solche, die wegen eines Buchs verübt wurden oder bei denen das Buch selbst in irgendeiner Art zur tödlichen Waffe wurde.
Der Autor, ein in den USA lehrender Professor of German Studies und leidenschaftlicher Krimi-Leser, hat sich ausführlich mit dieser Thematik befasst. Der Leser kann sich auf seine Ergebnisse freuen, die in passende Kapitel unterteilt sind. Da heißt es zum Beispiel „Warum Bibliophile morden“, „Buchhändler sind die besten Detektive“, „Das Buch als Waffe“ oder „Bildung schützt vor Blutdurst nicht“. Die einzelnen Kapitel können unabhängig voneinander gelesen werden, bauen nicht aufeinander auf. Das hat den Vorteil, dass man sich immer mal zwischendurch eins gönnen kann ;-)
Ich habe einiges Neue erfahren, beginnend bei den verschiedenen Erscheinungsformen der Bibliomanie (ich hatte zuvor noch nie von „Bibliotaphen“ gehört) bis zu Berichten über Menschen, die für ein Buch bereit waren zu töten. Jede seiner Ausführungen begleitet der Autor mit reichlich Belegen, was beim Lesen eine Fülle von Literaturtipps nach sich zieht. Im Anhang werden alle besprochenen Bücher noch mal aufgeführt und außerdem gibt es Empfehlungen für weiterführende Sachliteratur zu den einzelnen Themenbereichen. Das Buch selber ist mit gerade mal 144 Seiten so umfangreich ja nicht, kann aber gut als Ausgangspunkt für eine weiterführende Recherche genutzt werden.
Kleiner Kritikpunkt von meiner Seite: Die vorgestellten Bücher werden manchmal so ausführlich besprochen, dass eine Lektüre eigentlich nicht mehr notwendig ist. Als Beispiel möchte ich hier „Die Akademiemorde“ aufführen. Alle wichtigen Handlungsstränge werden aufgezählt einschließlich der Auflösung – ich war froh, dass ich es bereits gelesen hatte. Auch zu „Der Name der Rose“ wird die Auflösung verraten, allerdings weist der Autor schon in der Einleitung darauf hin, dass er sich manchmal gezwungen sah, dies zu tun. Daher hier meine Empfehlung: Wer „Die Akademiemorde“ noch nicht kennt, meide das Kapitel 3. Und bei wem „Der Name der Rose“ noch auf der Leseliste steht, das Kapitel 4.
Fazit: Dieses Büchlein ist ein Fest für Bibliophile. An einigen Stellen sorgt nur der Sachbuchcharakter dafür, dass zu viel gespoilert wird.
»Am Ende schließt sich der Kreis, der eingeleitet wurde mit der Frage nach der Popularität von Büchermorden im Zeitalter des Büchertodes. Glaubt man … kann dieser Büchertod nie absolut sein, das Buch kann zwar durch andere Datenträger ergänzt und vielleicht auf weite Strecken ersetzt werden, es kann aber nicht mehr gänzlich aus unserem Leben verschwinden. Das Buch wird uns weiter faszinieren, es wird weiter – und jetzt erst recht – ein Objekt der Begierde sein, es wird weiter fatale Leidenschaften auslösen und weiter auf die verschiedensten rätselhaften Weisen in Mordgeschichten verwickelt sein.«
- Jutta Orth
Bibliotheken
(6)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchJe mehr man sich mit dem Buch befasst, desto größer fällt die Begeisterung aus. Man kann nur ein Kapitel lesen oder einfach nut durchblättern und auf sich das Gesehene/ Gelesene einwirken lassen. Bereichert ungemein.
Bin noch am blättern, aber bisher genial GUT.
- Bernhard Hampp
Schwaben erlesen!
(4)Aktuelle Rezension von: peedeeDer Autor Bernhard Hampp lässt die Bücherfreunde das Leseland Württemberg auf eine ganz besondere Art erkunden: Er führt sie zu geschichtsträchtigen Orten von Dichtern und Denkern, aber auch auf Büchermärkte oder in Klosterbibliotheken.
Erster Eindruck: Ein schönes, hochwertiges Buch mit Lesebändchen in einem etwas grösseren Format. Der Schutzumschlag ist sehr schön bedruckt (obwohl ich kein Fan von Schutzumschlägen bin), viele schöne Fotos – gefällt mir sehr gut.
Das Buch ist in folgende Kapitel unterteilt: Stuttgart und der Westen; Tübingen und der Süden; Ulm und der Osten; Heilbronn und der Norden. Der Autor stellt dabei die unterschiedlichsten Persönlichkeiten/Institutionen vor, hier ein paar Beispiele:
- Literaturhaus Stuttgart: Im 2001 eröffnete das Literaturhaus und seit jenem Jahr strömen die Lesefreudigen dorthin, um z.B. Lesungen von angesagten Autoren zu geniessen. Es gibt auch Schreibwerkstätten und Ausstellungen für alle Altersgruppen. Ein Restaurantcafé und ein Buchladen vervollständigen das Angebot. Das Literaturhaus steht für meinen nächsten Stuttgart-Besuch auf der „to do list“.
- Bibelmuseum Bibliorama Stuttgart: Ein Museum ganz zu Ehren des meistverkauften Werkes weltweit – die Bibel.
- Hölderlinturm in Tübingen: In diesem Turm hat der Dichter Friedrich Hölderlin seine letzten 36 Lebensjahre geistig umnachtet verbracht. Eine wirklich tragische Vorstellung…
- Antiquariat Heckenhauer in Tübingen: Hermann Hesse wollte Dichter werden, sonst gar nichts. Und er wurde (vorerst) Buchhändler. „Er flüchtete vom Äussern der Bücher ins Innere.“
- Gustav-Schwab-Museum in Gomaringen: Ich muss zugeben, dass mir Gustav Schwab nicht bekannt war. Es war jedoch sehr schön, über ihn zu lesen, denn er war – entgegen vieler anderer Dichter seiner Zeit – kein Zerrissener und Getriebener.
- Klostermuseum und Bibliothek der Abtei Neresheim (vom Cover): „Sie bauten eine Bibliothek und sammelten Bücher, um allen, die darin Leben, Nutzen zu stiften.“ Nur die wenigen Mönche des Klosters dürfen die literarische Schatzkammer betreten.
Bücher haben etwas Verbindendes: Egal, woher ein Bücherfreund kommt – durch das Buch entsteht eine Verbindung zu anderen Lesefreudigen. Bücher haben auch etwas Überdauerndes: Obwohl ich in erster Linie Zeitgenössisches lese, gefällt mir der Gedanke, dass so viele Bücher die Zeit überdauern.
Das Sachbuch hat sich verständlicherweise nicht im gleichen Masse flüssig lesen lassen, wie ein Roman. Zuweilen haben mich die vielen Informationen zu den erwähnten Personen mit ihren Jahreszahlen ein wenig erschlagen. Für die umfangreichen Recherchen und die Liebe zum Buch vergebe ich 4 Sterne. - Ursula Janßen
Die drei Betrüger: Historischer Roman
(2)Aktuelle Rezension von: DianaKlewinghausDieser Roman lässt das 17. Jahrhundert und viele seiner Persönlichkeiten auf eindrucksvolle Weise auferstehen. Er entkräftet so manches Vorurteil und lädt den Lesenden ein, grundsätzlichen philosophischen Fragen zwischen Mystik und Aufklärung Raum zu geben, die ihre Auswirkungen bis heute behalten haben, die moderne politische und gesellschaftliche Entwicklungen ebenso erklären wie hinterfragen.
Ich folgte den Spuren des fiktiven Protagonisten durch die Ränke der Reichen und Nöte der armen Bevölkerung in einem kriegsverwüsteten Europa. Stets auf der Suche nach einem geheimnisvollen Manuskript, das die Weltreligionen ihrer Machtstellung entheben könnte. Die nicht nur für die beginnende Neuzeit provokante These Jesus, Moses und Mohammed seien Betrüger, ist streitbarer Gegenstand des gesuchten Traktats und der Überlegungen des Protagonisten. Der Icherzähler der Binnenhandlung verstrickt sich mit Leib und Seele in einer Jagd nach Wissen und Macht, wobei er sich als Gelehrter allein für Ersteres interessiert und schnell meine Sympathie auf seine Seite zog.
Die gefahrvolle Reise ist bildhaft und mehrschichtig dargestellt, der meist altertümlich anmutende Erzählstil sehr passend und stimmungsvoll.
Zitate aus über 2000 Jahren Philosophiegeschichte zu Kapitelbeginn waren für mich die Sahne auf dieser geistvollen Köstlichkeit. Wer beim Lesen nur konsumieren und kritisches Denken ausschalten möchte, ist nicht Adressat meiner dringenden Empfehlung.
Eine Inspiration für Liebhaber historischer Manuskripte und alle, die sich – im Gestern wie im Heute – kritisch mit religiösen Strömungen befassen oder es wagen wollen, sich im Geiste den Untiefen der menschlichen Urangst zu stellen: der Angst vor dem Tod. - Guillaume de Laubier
Die schönsten Bibliotheken der Welt
(19)Aktuelle Rezension von: Selene1Ein tief beeindruckender Bildband mit hervorrragenden Texten. - Matthew Battles
Die Geschichte der Bibliothek
(5)Aktuelle Rezension von: berkaEine Geschichte der Bibliotheken von der Antike bis zur Gegenwart. Man merkt dem Text an, dass gründlich recherchiert wurde. Der Autor reißt eine Fülle von Geschichten rund um Bücher und deren Inhalte an, vermag sie aber nicht ausführlich genug und nur selten begeisternd zu erzählen. Das erschwert die Lektüre ein wenig. Sehr plastisch jedoch wird immer wieder die Geschichte seiner Heimatbibliothek (Harvard) wiedergegeben. Sehr gut und ungewöhnlich fand ich das kommentierte Quellenverzeichnis am Ende. - 8
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