Bücher mit dem Tag "bibliotheken"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "bibliotheken" gekennzeichnet haben.

77 Bücher

  1. Cover des Buches Die Seelen der Nacht (ISBN: 9783442377190)
    Deborah Harkness

    Die Seelen der Nacht

     (1.153)
    Aktuelle Rezension von: Charlea

    "Die Seelen der Nacht" ist das Debüt der Autorin Deborah Harkness gewesen und jetzt, wo ich es in wenigen Tagen ausgelesen habe frage ich mich, wie das ein Debüt sein kann!
    Um es mit wenigen Worten zu sagen, hat dieses Buch absolut alles für mich gehabt, dass es braucht, um mich stundenlang an sich zu binden, fast als stände ich unter einem Bann. Egal ob Haupt- oder Nebencharaktere haben mich alle abgeholt. Was ich besonders gut fand war die Entwicklung der Charaktere, die nicht nur logisch und konsequent vorgenommen wurde, sondern dabei auch irre spannend war.

    Aber auch die Geschichte war sehr gut. Da die Schreibe der Autorin sehr flüssig ist, hatte ich das Buch in kürzester Zeit durchgeschmökert und hatte mir auch direkt auf den letzten hundert Seiten den zweiten Teil bestellt.

    Ich würde das Buch allen Fans von Historienepen (vor allem wegen des 2. Teils), Mystery, Liebesschmökern und starken Frauencharakteren empfehlen.

  2. Cover des Buches Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt (ISBN: 9783404208838)
    Akram El-Bahay

    Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt

     (211)
    Aktuelle Rezension von: Ms_Violin

    Samir ist einer der besten Diebe von Mythia. Seit dem Tod seines Bruders will er dieses Leben jedoch hinter sich lassen und so schafft er es mit einer List in die Palastwache aufgenommen zu werden. Sam träumt von Ruhm und Ehre als Wächter des Weißen Königs, doch stattdessen soll er in Paramythia, einer riesigen Bibliothek unterhalb der Stadt, Dienst schieben. Sam, der selber nie lesen gelernt hat, erwartet also nichts anderes als Nächte voller Langeweile und Bücherstaub und ahnt gar nicht, wie falsch er damit liegt.
    Kani dagegen, die als Tochter eines Gelehrten eine absolute Büchernärrin ist, hat schon einiges über über die seltsamen Geschehnisse innerhalb der unterirdischen Bücherstadt gehört und gibt sich als Dienerin aus, um heimlich mehr darüber herauszufinden.


    Die Welt fand ich vom ersten Moment an spannend und die Bibliothek wird anfangs auch so plastisch beschrieben, dass ich sie mir bestens vorstellen konnte und nur zu gerne einmal in dieser Bibliothek, welche die Ausmaße einer Stadt hat, stöbern würde.
    Positiv überrascht wurde ich auch davon, dass Sam ziemlich schnell mit den seltsamen Vorkommnissen innerhalb von Paramythia konfrontiert wird. Zu dem Zeitpunkt hatte ich eigentlich noch erwartet, dass er selber erst einmal diese unterirdische Welt genauer erkunden muss, bevor es mit der eigentlichen Action losgehen würde. Das war dann aber eben doch nicht der Fall und so werden wir zusammen mit Sam überraschend mitten hinein geworfen in diesen undurchschaubaren Kampf seltsamer Wesen, die Sam bisher nur als Märchengestalten und Fabelwesen kennengelernt und von denen ihm seine Mutter erzählt hat, als er noch klein war.

    Da setzt allerdings dann auch mein erster Kritikpunkt ein. Denn es bleibt wirklich sehr lange undurchschaubar, was genau das Ziel der „Bösen“ ist - mal ganz abgesehen davon, dass es lange unklar bleibt, wo genau die Wesen herkommen - und so wird man erst kurz vor Schluss tiefer in diese Welt und die Beweggründe eingelassen, während Sam und Kani die restliche Zeit irgendwie versuchen mehr herauszufinden, was allerdings zwischendurch auf mich häufig eher undurchdacht (und teilweise auch unbeholfen) gewirkt hat.

    Vor allem aber sind mir  die Figuren etwas zu blass geblieben.
    Sam und auch Kani wirken zwar ganz sympathisch, aber durch ihre fehlende Tiefe, bin ich nicht so richtig nah an sie herangekommen. Bei beiden werden auch immer mal wieder tiefergehende Geheimnisse angedeutet, die allerdings in Sams Fall meist doch recht offensichtlich sind und das Geheimnis über Kani, welches Kanis Vater zum Ende hin Sam gegenüber offenbart, hat bei mir auch schon ziemlich eindeutige Vermutungen ausgelöst. Aber vielleicht überrascht mich der Autor ja doch noch und geht hier nicht den offensichtlichen Weg.

    Denn auch wenn mir gerade die Figuren zu wenig Substanz hatten und viel Potenzial beim Tempo der Geschichte verschenkt wurde, hat die Welt mir sehr gefallen und auch die Andeutungen zum Ende hin, wie die Geschichte weiter gehen könnte und welche Pläne verfolgt werden, haben mich neugierig genug gemacht, sodass ich die Reihe weiter verfolgen möchte und einfach mal hoffe, dass der zweite Teil die kritisierten Punkte besser umsetzt. 


    Fazit: Die Welt und die Grundidee sind spannend. Die Vorstellungskraft lief bei mir dank der plastischen Beschreibungen zu Beginn sofort auf Hochtouren, leider sind die Figuren ein wenig blass geblieben und das Tempo konnte auch nicht immer überzeugen. Trotzdem bin ich neugierig genug auf den zweiten Teil und runde daher meine 3,5 Sterne auf!


  3. Cover des Buches Die Seiten der Welt (ISBN: 9783596198528)
    Kai Meyer

    Die Seiten der Welt

     (1.465)
    Aktuelle Rezension von: BiblioJess

    Für Furia Salamandra Faerfax sind Bücher ihre ganze Welt. Die angehende Bibliomantin lebt mit ihrem Vater und ihrem Bruder auf ihrem abgeschiedenen Landsitz. Furia wünscht sich nichts sehnlicher, als ihr Seelenbuch zu finden und die Macht der Worte entfesseln zu können. Doch ihre Familie birgt ein großes Geheimnis und als schließlich alles auseinanderfällt und ihr Bruder in Gefahr schwebt, muss sie nach Libropolis, die Stadt der verschwundenen Buchläden. Dort trifft sie auf Rebellen und muss feststellen, wie viel ihr bisher verschwiegen wurde. So auch der drohende Krieg gegen die Bibliomantik.


    Kai Meyer schreibt einfach wunderbare, fantastische Welten. Kann man nicht anders sagen. Was ich so an seinen Büchern liebe, ist, dass man nie irgendwelche 08/15-Fantasygeschichten bei ihm findet. Sie sind immer was ganz außergewöhnliches, besonderes – was nicht heißt, dass es nicht auch mal anderen Büchern ähnelt, aber er schafft es immer, ganz tolle, aufregende Welten zu erschaffen. So auch hier.

    Eine Geschichte, in der die Magie den Büchern innewohnt, in der es Bücherliebende gibt, die diese Magie nutzen können, und viele buchbezogene magische Dinge – das ist einfach zauberhaft und spannend. Es gibt Nachtrefugien, Lesebändchenbäume, Schnabelbücher und so vieles mehr. Das hat mich total überzeugt.
    Auch mag ich seinen Schreibstil einfach, seine Art, mit Worten umzugehen. Das hat er wirklich raus. Nur hab ich hier eine Weile gebraucht, um richtig ins Buch reinzukommen. Vielleicht war ich auch zu unkonzentriert oder woran auch immer es lag, aber ich hatte am Anfang Schwierigkeiten, zu verstehen, wie diese Welt funktioniert; die Erklärungen, was genau es damit auf sich hat, kamen für mich ein wenig zu langsam. Erst war ich etwas verwirrt. Das hat sich dann aber zum Glück auch wieder gelegt und ab da war ich drin in der Geschichte.

    Furia ist eine angenehme Protagonistin, die ich gern begleitet hab, aber so die letzte emotionale Verbindung hat mir zu ihr (oder auch zu anderen) gefehlt, ich hab mich teilweise etwas distanziert von den Ereignissen, die sie erlebt, gefühlt – was sie nicht weniger spannend gemacht hat, aber dadurch haben sie mich nicht so tief berührt. Liegt vielleicht an der überblickenden Erzählperspektive, die auch teilweise auf andere Charaktere umschwenkt. Andererseits fand ich das wieder cool, weil man so mehr Blickwinkel bekommen hat und auch andere Geschehnisse ein wenig verfolgen konnte, was gut gemacht war.

    Handlungstechnisch war es abwechslungsreich, es gab Action, aber auch ruhigere Szenen, und viele Überraschungsmomente. Gegen Ende, so die letzten 20 Seiten ca., ging es mir aber ein wenig zu schnell, zu Knall auf Fall, und es hat sich so einiges recht schnell und problemlos aufgelöst, was ich gerne noch größer und komplexer gehabt hätte. Das fand ich etwas schade. Gerade, weil es Band 1 einer Trilogie ist, hab ich gehofft, manches davon wird noch in die nächsten Bücher reingetragen (z.B. was Siebenstern angeht).


    Trotzdem hab ich das Buch super gern gelesen, die Welt ist fantastisch, gut geschrieben und die Handlung spannend. Ich bin so neugierig, wie es weitergeht (denn natürlich ist nicht alles am Ende aufgelöst und es gibt noch offene Probleme) und kann Band 1 definitiv empfehlen, wenn ihr Lust auf etwas außergewöhnlichere Fantasy habt (es ist übrigens ein Jugendbuch, Furia ist 15. Man kann es aber auch sehr gut lesen, wenn man älter ist). Gute 4 Sterne und ich sehe Tendenz nach oben für die kommenden Teile, ich freu mich schon.

  4. Cover des Buches Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra (ISBN: 9783453418455)
    Robin Sloan

    Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

     (518)
    Aktuelle Rezension von: Maza_e_Keqe

    Die Rezession meint es nicht gut mit Programmierer und Webdesigner Clay Jannon. Er befindet sich mitten in einer „wirtschaftlichen Großwetterlage“ und braucht dringend einen Job. Also wird er Nachtschicht-Buchhändler bei Mr Penumbra, der eine Mischung aus Verkauf und Ausleihe führt.

    Ein Roman über eine Buchhandlung klang für mich als Viel-Leserin spannend. Allerdings scheint der Beruf des Protagonisten dem entgegen zu stehen und so langeweilte ich mich etliche Seiten lang über seine hingebungsvolle Beschreibung von Quellcodes, Programmiersprachen, Visualisierung und digitalen Modellen. Erstaunlicherweise hat zumindest letzteres eine Bedeutung für die Handlung. Nebenbei gibt es noch die unausweichlichen Rollenspiel-Assoziationen. Clay ist ein Nerd (Achtung, Flachwitz), wie er im Buche steht.

    Ich-Erzähler Clay hat einen leichten und flüssige Erzählstil bis auf ein paar eingestreute Fremdwörter, die den Text stellenweise ein wenig holpern lassen. Er beschreibt auf oft amüsante Weise, die mich regelmäßig schmunzeln und grinsen ließ. Auch finde ich einzelne Sätze zitierungswürdig. Es macht wirklich Spaß ihm zu folgen.

    Ich konnte mich zwischen den Seiten beim Lesen zwischenzeitlich „verlieren“. Auch die Rollenspielformulierungen störten irgendwann etwas weniger. Wer ist denn Krieger, Schurke oder Zauberer in diesem Szenario?

    Clays Entscheidungen und Handeln kann ich größtenteils nicht nachvollziehen, aber das Ergebnis…?

    Gestört haben mich die überdeutlichen und reichlichen „Produktplatzierungen“, die wie Werbung von Sponsoren ins Buch einfließen.

    Es geht um Bücher, um Computerprogramme, Verschlüsselungen, jahrhundertealte Geheimnisse… aber auch um Freundschaft, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung.

    Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich die Verknüpfung von alten Büchern und Buchdruck mit moderner Technik und Medien genial oder grauenhaft finde. Das muss wohl jeder Lesende selbst entscheiden. Von mir erhält das Buch 3,5 Sterne, die ich auf 4 aufrunde.

     

  5. Cover des Buches Kafka am Strand (ISBN: 9783442740437)
    Haruki Murakami

    Kafka am Strand

     (1.059)
    Aktuelle Rezension von: Countofcount

    Für mich ist „Kafka am Strand“ sicherlich eines DER Bücher.

    Murakami breitet seine surreale und kafkaeske Welt so dicht und verwoben aus wie das allenfalls noch in „Die Aufziehvogel-Chroniken“ und „1Q84“ geschieht. 

    Mehrere Handlungsstänge, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben (und jeweils für sich schon „verrückt“ genug sind), werden kunstvoll verwoben.

    Wie immer bei Murakami kann man das Ganze entnervt nach wenigen Seiten (oder einigen Kapiteln) in die Ecke pfeffern, oder aber man lässt sich drauf ein und erlebt ein (wie ich finde) sehr sensibel gezeichnetes Werk. Natürlich sind sprechende Katzen (oder gar Kühlschränke mit Katzenköpfen), regnende Meeresbewohner oder UFO-ähnliche Geschehnisse nicht jedermanns Sache, ist aber letztlich auch egal, weil Murakami das in der Summe total kunstvoll kombiniert und atmosphärisch verwebt. 

    Und so ist -wie eigentlich so oft bei Murakami- das Thema „Einsamkeit“ / „Suche“ / „Sehnsucht nach Ankommen“ vorherrschend. 

    Für mich persönlich -wie gesagt- eines DER Bücher. Möglicherweise sogar DAS Buch.

  6. Cover des Buches Der Name der Rose (ISBN: 9783423210799)
    Umberto Eco

    Der Name der Rose

     (1.566)
    Aktuelle Rezension von: Waldspaziergang

    Der Name der Rose enthält viele Gedanken. Gedanken zur Wahrheit und Wissenschaft, die zum Nachdenken anregen, zum Realisieren oder Überdenken seiner eigenen Meinung, seiner Überzeugung zum Thema. Eine Tiefe wird geöffnet in die einzudringen man eingeladen ist. Auch einige Andere Themen werden angesprochen, doch im Vordergrund steht die Suche der Wahrheit.          

    William von Baskerville (eine Erinnerung an Sherlock Holmes weckend) und sein Begleiter Adson ermitteln in einer angesehenen Abtei in Italien, die überschattet wird von der mysteriösen, Nebel umwobenen Bibliothek, deren Betreten allen verboten ist.        
    Eine dunkle Macht scheint umzugehen und immer wieder neue Opfer zu fordern. Hinweise, und Verdächtige gibt es genug. Doch die Zusammenhänge sind verworren. Nutzbringend ist auch nicht die Versammlung Königs- und Papsttreuer Gesandter, zu deren Besprechung William ausgesandt wurde und die zwischen den im Streit liegenden Parteien vermitteln soll. Ihr Ergebnis ist das noch deutlichere Zerwürfnis und die Verhaftung zweier Schuldiger, die die Taten nicht begangen haben, die man ihnen vorwirft.
     Nachdem alle Verdächtige, Einer nach dem Anderen, selbst zum Ofer wurden, blieb letztlich nur noch einer übrig, der von William schließlich gestellt, zum Äußersten schritt und in seinem Wahn die Schrift des Philosophen vor aller Augen bewahren zu müssen, sich selbst mit ihr vernichtet und dabei die ganze Bibliothek in Flammen setzt, mit der schließlich die ganze Abtei zugrunde geht.     

    Ein entmutigendes Ende, wie schmerzlich die Vorstellung von brennenden Büchern und brennendem Fleisch doch ist. Auch William ist entmutigt, muss er am Ende feststellen, dass die Verschwörung, der er auf der Spur zu sein glaubte, nie existierte. Jeder Mord hatte seine eigenen Motive, hing ungebunden und eher zufällig mit den Anderen zusammen.

    Manchmal zeigen mir Bücher neue Gedanken und manchmal helfen sie mir schon vorhandene Gedanken wahrzunehmen. Wie William glaube ich nicht an eine Wahrheit, keine die wir sehen können. Wie William glaube ich an eine Vielzahl, dutzende von Möglichkeiten, die wir nur durch Wahrscheinlichkeiten und Indizien gegen einander abwägen können. Und wie „Der Name der Rose“ so schön veranschaulicht ist am Ende wahrscheinlich keine von ihnen richtig.

    In diesem Gedanken liegt für mich der Hauptwert des Buches. (Ich glaube darin eine Anleitrung für meinen wissenschaftlichen Bericht gefunden zu haben ;)) Daneben gibt es immer wieder mal schleppende Passagen über die Politik, Architektur, Religion der Zeit und die Visionen Adsons, nicht zu vergessen immer mal wieder kleine lateinische Texte, denen ich mit meinem drei Jahre zurückliegendem Schullatein nicht beizukommen vermag. Die Texte sind am Ende des Buches nachzuschlagen und auch die zuvor genannten Passagen, mag man sie sich Satz für Satz zu Gemüte führen und durch Nachschlagewerke ergänzen oder schon ein Vorwissen über die gegebenen Zustände haben, sind gewiss lehrreich. Doch ich sitze abends gemütlich in meinem Sessel warm eingewickelt in meine Decke weit entfernt von Laptop, Handy oder Duden, und so fielen mir genannte Passagen doch eher lästig und seufzend sehnte ich die Seiten mit mehr Absätzen herbei.

    Ein letztes noch: den Titel des Buches finde ich genial! Auf Seite 590 fiel mir auf, dass er sich mir immer noch nicht recht erklären wollte. Ich vergaß darüber und dann auf der letzten Seite, im letzten Satz (den ich auch noch nachschlagen musste) fiel plötzlich alles perfekt ineinander.

  7. Cover des Buches Aller Anfang ist Hölle (ISBN: 9783596188598)
    Jana Oliver

    Aller Anfang ist Hölle

     (729)
    Aktuelle Rezension von: Ilona67

    Klappentext

    Im Jahr 2018 hat Luzifer die Zahl der Dämonen in allen größeren Städten erhöht. Wenn sie nicht mit ihren Hausaufgaben beschäftigt ist oder mit ihrer wachsenden Zuneigung zum engelsgleichen Dämonenfänger-Azubi Simon, ist Riley in Atlanta unterwegs, um geplagte Bürger vor Höllenbrut zu bewahren - nur Dämonen ersten Grades natürlich, gemäß den strikten Regeln der Zunft. Das Leben ist so alltäglich, wie es nur sein kann für eine ganz normale Siebzehnjährige. Aber dann ruiniert ein mächtiger Geo-Dämon fünften Grades Rileys Routineauftrag in einer Bibliothek und bringt ihr Leben in Gefahr. Und als ob das nicht schlimm genug wäre, trifft eine unvorhergesehene Tragödie die Fängerzunft. Nun hat Riley eine gefährlichere Zukunft vor sich, als sie sich jemals vorzustellen vermocht hat.


    Konnte mich leider nicht packen. Ich werde diese Reihe nicht fortsetzen.

  8. Cover des Buches Die souveräne Leserin (ISBN: 9783803112545)
    Alan Bennett

    Die souveräne Leserin

     (519)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Gebundene Ausgabe: 120 Seiten

    Verlag: Wagenbach (28. August 2008)

    ISBN-13: 978-3803112545

    Originaltitel: The Uncommon Reader

    Übersetzung: Ingo Herzke

    Preis: 16,00 €


    Einfach wunderbar!


    Inhalt:

    Mehr zufällig landet die Queen im Bücherbus der örtlichen Bücherei und lernt dort Norman kennen, der in der königlichen Küche arbeitet. Um nicht unhöflich zu sein, leiht die Königin sich ein Buch aus: Der Beginn einer steilen Leserkarriere! Fortan unterhält sie sich mit Norman über Literatur, man sieht sie nur noch selten ohne Buch, sehr zum Missfallen ihrer Minister und Berater …


    Meine Meinung:

    Dies ist ein wunderbar warmherziges Büchlein über das Lesen und über die Queen, gespickt mit britischem Humor und allerlei Fakten aus der Literatur und (nicht ganz ernst zu nehmenden) Eindrücken aus dem Königshaus. Es ist herrlich amüsant zu lesen, und bestimmt findet sich jede Leserin und jeder Leser zumindest ein Stück weit darin wieder. 


    Ich habe es sehr genossen.


    Fazit: 

    Eine wundervolle Liebeserklärung an die Literatur und an die Queen - man kann es einfach nicht anders sagen.


    ★★★★★


  9. Cover des Buches BookLess 3. Ewiglich unvergessen (ISBN: 9783841503954)
    Marah Woolf

    BookLess 3. Ewiglich unvergessen

     (513)
    Aktuelle Rezension von: FamiGirl_06

    Lucy wird von Batiste und Beaufort gefangen gehalten und unter Drogen gesetzt, die dafür sorgen, dass sie sich an nichts erinnert. Nathan ist ebenfalls in den Fängen seines Onkels. Aber Lucys Freunde setzen alles daran, den beiden zu helfen.

    Der dritte und letzte Band dieser Reihe ist ein würdiges Ende der Bücher über Bücher. ;-) Es ist bis zur letzten Sekunde spannend. Man wird von einem Abenteuer ins nächste geworfen und bangt die ganze Zeit mit Lucy und Nathan mit.

    Das Ende war für mich auch sehr überraschend. Mit dieser Lösung hätte ich nicht gerechnet, aber ich will nicht zu viel verraten. :-)

    Diese Trilogie ist die erste, die ich von Marah Woolf lese, aber es wird bestimmt nicht die letzte sein. Bei ihr habe ich das Gefühl, in das Buch zu "fallen" und alles hautnah miterleben zu können. Manchmal musste ich mich umsehen, weil ich dachte, Lucy steht neben mir. Es ist unglaublich fesselnd, von der ersten bis zu letzten Seite.

    Deshalb gibt es von mir auch hier wieder eine klare Leseempfehlung! :-)

  10. Cover des Buches Unter der Haut (ISBN: 9783827013750)
    Gunnar Kaiser

    Unter der Haut

     (41)
    Aktuelle Rezension von: lesenstattglotzen

    Gunnar Kaisers Debütroman beginnt in New York 1969. Der eher nachlässige Student der Literaturwissenschaften Jonathan lernt den geheimnisvollen Lebemann Josef Eisenstein (beide deutscher Abstammung) kennen. Eisenstein nimmt sich des unerfahrenen jungen Mannes an und führt ihn von einer amourösen Eroberung zur nächsten. In Eisensteins Wohnung soll Jonathan sich dann mit den Mädchen paaren und seinem Meister hinterher jedes pikante Detail beschreiben. Ansonsten rauchen sie, trinken Portwein und hören Wagner in der mit Bücher vollgestellten Lasterhöhle.

    In Buch Zwei wird die Kindheit und Jugend des Josef Eisenstein erzählt und wir erfahren hier wie er dunkle Neigungen und eine unstillbare Gier nach wertvollen und seltenen Büchern entwickelt.


    Die Protagonisten des Jahres 1969 wirken leider etwas zu eindimensional und überzeichnet.

    Im Jahr 1969, in dem es den beiden Protagonisten nur um Triebbefriedingung zu gehen scheint, ist der Student Jonathan der formbare Klumpen Ton in den Händen des älteren Mannes. Aufkeimender Ungehorsam wird wiederholt dadurch bestraft, dass Eisenstein sich rar macht und den Jungen eine gewisse Zeit nicht mehr zu sich in die Wohnung lässt. Jonathans anfänglicher Ärger darüber verwandelt sich allzu schnell in Verzweiflung und lässt ihn jeden Halt verlieren. Auf der Suche nach seinem Meister irrt er durch die Stadt und legt sich schließlich schluchzend in Embryonalhaltung auf die Fußmatte seines Meisters. Man möchte den Jungen einen rückratlosen Waschlappen schimpfen.


    Der Eisenstein von 1969 scheint nur ziellos durch die Stadt zu schlendern und rauchend, trinkend und vor allem belehrend auf seiner Couch zu lungern, wenn er nicht grade die jungen Leute in seinem Wohnzimmer beim Liebesakt beobachtet. Zwischendurch straft er seinen Adlatus durch geheimnisvolle Abwesenheit. Ein schmieriger Typ, der nicht so richtig zusammenzubringen ist mit dem jungen Eisenstein im Berlin der Dreißiger Jahre, der es in der Kunst des Buchbinders und Gerbers zur Meisterschaft bringt und schuftet, an sich arbeitet und in die exklusive Welt der Buchliebhaber drängt.


    Die Sprache und Erzählweise erinnern an die Thomas Manns. Ich persönlich finde das schön und angenehm zu lesen. Dem einen oder anderen modernen Leser mag das vielleicht ein wenig zu blumig sein. Man könnte vermuten, dass dem Autor ein wenig zu sehr an der äußeren Form gelegen ist — ganz wie Eisenstein, der über die kostbaren Einbände der begehrten Bücher in Ekstase gerät, dem der Inhalt aber fast einerlei ist, sei es Hitlers Mein Kampf oder Ovids Kunst der Liebe.


    Fazit: Die Leidenschaft für alte, seltene Bücher bringt der Autor gut rüber. Auch die Entwicklung des jungen Eisenstein und dessen ambivalentes Ringen mit seinen Leidenschaften und Neigungen, sowie seine Lehrzeit in den schönen Handwerkskünsten ist glaubhaft und einfühlsam geschildert. Man fühlt auch die Liebe des Autors für die Schönheit der deutschen Sprache. 
Für die ansonsten aber flache und chauvinistische Handlung, in der es vornehmlich um die Triebbefriedigung geht, und die allzu überzeichneten Charaktere im New York des Jahres 1969 ziehe ich zwei Sterne ab.

    Trotzdem habe ich Respekt für die Leistung des Autors und danke ihm für spannende und unterhaltende Stunden

  11. Cover des Buches Das Papierhaus (ISBN: 9783458176152)
    Carlos María Domínguez

    Das Papierhaus

     (234)
    Aktuelle Rezension von: AnjaLG87

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es hatte diese märchenhafte, mystische Atmosphäre, wie sie irgendwie nur südamerikanische Autoren kreieren können. Die Geschichte ist sehr kurz, dafür aber umso intensiver und "nachwirkender". Das Setting rund um einen Bücherliebhaber und sein Haus aus Büchern am Strand ist einzigartig und eine wirklich interessante, lesenswerte Idee für eine Erzählung.

  12. Cover des Buches In einer Person (ISBN: 9783257242706)
    John Irving

    In einer Person

     (130)
    Aktuelle Rezension von: Eggi1972

    John Irving erzählt in eindringlichen aber auch lustigen Worten, von einem Bi-Sexuellen  Jungen im Vermont der 50er Jahre, welcher sich selbst noch nicht versteht und somit auch die Welt, die ihn umgibt nicht versteht. Er fühlt sich immer wieder zu der wesentlich älteren Bibliothekarin Mrs. Frost hingezogen. Er sagt immer wieder er liebt Sie.

    Er erzählt auch, wie er sich als Teenager in einen Mitschüler „verliebt“ hat, der ihn aber irgendwie immer nieder macht. Immer wieder stellt er fest, dass er sich zu Jungen oder Männern hingezogen fühlt, aber auch zu Frauen - am besten mit breiten Schultern und wenig Brüsten.

    Sein Berufswunsch ist Schriftsteller zu werden, und diesen wird er  sich auch erfüllen. Sehr oft beschreibt er, wie man als Schwuler in den USA immer wieder diskriminiert wurde und wie es war, wenn man damals eine andere sexuelle Neigung hatte.

     

    Was mich auch sehr bewegt hatte, war die Art wie John Irving beschreibt, wie es in den 80er Jahren war, als die AIDS Welle ihren Höhepunkt hatte und immer mehr seiner Freunde und Weggefährten, auch die aus der Schule oder dem späteren Umfeld von William unseren Roman „Helden“

     

    Je länger man dieses Buch liest, desto mehr wachsen einem die Figuren in dem Buch ans Herz und man fühlt mit. Es beschäftigt einen und man ist froh, in einer toleranteren Zeit zu leben. Wobei man immer auch das Gefühl hat, dass noch nicht alles perfekt ist.

     

    Was das Buch so lesenswert macht ist, dass NIE mit einem erhobenen Zeigefinger gesagt wird so war es und das war schlecht.

    Nein, es wird ein Plädoyer für die Offenheit zwischen den Menschen und ihren verschiedenen Neigungen gehalten.

    Es werden Probleme aufgezeigt, die man immer irgendwie hat. Wo man denkt, ist man nun wirklich noch normal? Jeder Mensch hat etwas wo er sagt, ich glaube das ist doch nicht normal.

    Aber anstatt das wir es offen aussprechen, was uns bedrückt, fressen wir es immer wieder in uns rein. Wir sind nicht offen uns gegenüber, geschweige denn unserem Umfeld. Ich denke, dass vieles was in dem Buch beschrieben wird nur deswegen passiert ist, weil wir nicht offen miteinander umgehen.

  13. Cover des Buches Die unheimliche Bibliothek (ISBN: 9783832162931)
    Haruki Murakami

    Die unheimliche Bibliothek

     (173)
    Aktuelle Rezension von: Ava_lon

    Inhalt

    Eigentlich will der Junge nur zwei Bücher zurückgeben und noch ein wenig stöbern. Aber statt in den Lesesaal führt ihn der merkwürdig cholerische alte Bibliothekar in ein Labyrinth unter der Bücherei, wo er ihn einkerkert. Statt Wasser und Brot gibt es in diesem Verlies Tee und köstliche Donuts, serviert von einem mysteriösen Schafsmann und einem stummen Mädchen, das sprechen kann und wunderschön ist. Doch das ändert nichts daran, dass der Junge als Gefangener der Bibliothek um sein Leben fürchten muss, während die Grenzen zwischen Dingen, Menschen und Orten immer weiter verschwimmen.
     ›Die unheimliche Bibliothek‹ ist ein kafkaesker Alptraum und zugleich eine einfühlsame Geschichte von Verlust und Einsamkeit. Murakami schachtelt die Ebenen dieser kunstvollen Erzählung ineinander wie die Welten, die sich in der Bibliothek zu berühren scheinen, und Kat Menschiks schwindelerregend schöne Illustrationen ergänzen sie um weitere Abgründe. Ein Juwel.

    Cover

    Ich liebe dunkle ausdrucksstarke Cover. Hier wirkt der Einband schon ein wenig gruselig, welches durch den Titel verstärkt wird.

    Mein Eindruck

    Ich mag die Geschichten von Haruki Murakami und war auf diesen Alptraum gespannt. In der Vergangenheit habe ich auch vieles von Kafka gelesen, deswegen war auf den  kafkaesker Alptraum gespannt. Und auch hier geht es um etwas Absurdes und zugleich Unheimliches. Ist die Situation, die so beiläufig anfängt real oder doch ein Traum. Es wird zunehmend gruseliger und doch auch subtil faszinierend. Der Schafsmann und das schöne stumme Mädchen sind Zeugen in dieser willkürlichen Welt. Wunderbare Figuren, die den Charakter des Jungen spiegeln.

    Im Zentrum der Macht der Alte, der Bibliothekar und das Dunkle im Abgrund.

    Eine gute Beschreibung eines Alptraums, der mit jeder Interpretation zeitgleich neue Fragen aufwirft und sich wie eine Spirale weiterentwickelt.

    Der Star ist nicht nur ein Vogel, sondern auch ein Symbol der inneren Befreiung - er plustert sich regelrecht auf.

    Besonders die Illustrationen haben mir gefallen, da sie die Erzählung untermauern, den Worten noch etwas Gruseligeres einflüstern.

    Das Ende fand ich sehr schön. Die Schuhe zurücklassen und einen neuen Weg beschreiten, wer möchte es nicht?.

    Fazit

    Sehr schönes kleines Buch mit tollen Illustrationen.

  14. Cover des Buches Wie ein Leuchten in tiefer Nacht (ISBN: 9783499275494)
    Jojo Moyes

    Wie ein Leuchten in tiefer Nacht

     (206)
    Aktuelle Rezension von: melissajahn

    In Jojo Moyes "Wie ein Leuchten in tiefer Nacht" geht es um die Satteltaschenbibliothekarinnen (was für ein Wort!) von Kentucky.

    1937 folgt die junge Engänderin Alice ihrem Verlobten in diese raue Bergwelt, in der eigene Regeln gelten und Frauen keinen hohen Stellenwert besitzen. Da sich ihre junge Ehe mehr als Gefängnis entpuppt und Alice unter der strengen Herrschaft ihres Schwiegervaters und Minenbesitzers Geoffrey Van Cleve zu leiden hat, lässt sie sich auf diesen ungewöhnlichen Job ein, der sie fordert und zu einer selbstbewussten Frau reifen lässt. Tag für Tag bringt sie mit ihrem Pferd fortan Bücher in die Berge und lernt dabei, für ihren eigenen Weg zu kämpfen. Eine bezaubernde Liebesgeschichte darf natürlich ebenfalls nicht fehlen

    Obwohl ich mich anfänglich mit der Geschichte der reitendenden Bibliothekarinnen schwer getan habe, hat mich der flüssige Schreibstil und die Wortpoesie von Jojo Moyes sofort überzeugt. Kaum eine Autorin wie sie versteht es, mich als Leser so in die Geschichte eintauchen zu lassen, dass ich das Gefühl habe, direkt neben den Protagonisten zu stehen. Sie recherchiert genau, kleidet selbst Nebenfiguren liebevoll aus und versorgt ihre Leser mit vielen wichtigen Hintergrundinfos, die im passenden Kontext niemals belanglos erscheinen. Die 500 Seiten habe ich in einem Rutsch hinuntergelesen und würde mir auch eine Fortsetzung sofort kaufen. Alles in allem eine absolute Leseempfehlung!

  15. Cover des Buches Der Historiker (ISBN: 9783833303944)
    Elizabeth Kostova

    Der Historiker

     (303)
    Aktuelle Rezension von: David_Lindsam

    Der Titel des Buches (engl. „The Historian“) ist zugleich Motto, Charakterisierung aller Hauptpersonen und Auflösung eines großen Rätsels zum Ende hin – und könnte damit kaum treffender gewählt sein.
     Eingleisig oder gar schmalspurig wird der Roman deshalb nicht. Im Gegenteil. In drei Generationen spielt die Handlung und wir reisen in verschiedenen Zeiten des 20. Jahrhunderts (30er, 50er, 70er) von Amsterdam, nach Istanbul, Budapest, Südfrankreich und Rumänien, immer auf den Spuren Vlad III. und den Zeugnissen über ihn aus dem 15. Jahrhundert. Die treibenden Kräfte sind die großen Fragen: Wo ist das Grab des vermeintlichen Grafen Dracula? Und liegen dort wirklich seine sterblichen Überreste?

    Unerwarteter Erfolg für einen viktorianischen Roman …

    Als der Debütroman von Elizabeth Kostova 2005 in den USA erschien, landete er direkt auf Platz 1 der amerikanischen Bestsellerlisten (New York Times u.a.). Zwei Jahre zuvor war „The Da Vinci Code “ von Dan Brown (dt. „Sakrileg“) erschienen und zu den Topsellern in der Branche aufgestiegen. Das Publikum war begierig auf Thriller, die Action und die Suche nach Rätseln in der Geschichte verbanden, weshalb die Verlagswelt sich in einer Auktion um die Rechte für dieses Werk überbot und damit ein groteskes Stück Buchgeschichte schrieb. Nachdem der Verlag Little, Brown and Company bereits 2 Millionen als Honorar für die Autorin aufgewendet hatte, musste ein gigantisches Marketing mit TV-Werbung und zehntausenden Vorabexemplaren folgen. Ein riskantes Buchpokerspiel …

    Am ersten Tag des Erscheinens wurde in den USA 80.000 Exemplare verkauft. Nach nur einer Woche lagen die Verkaufszahlen bereits so hoch (ca. 700.000), dass The Historian sich auf den Platz 1 geschoben hatte. Das ist eine waschechte american success story und in diesem Fall ein besonderer Glücksfall für die Leserwelt. Durch spekulative Marktmechanismen wurde ein sonst eher leises und anspruchsvolles Werk in Welt der Massenware hochgepusht.  

    Niemand war mehr über den Erfolg erstaunt als die Autorin selbst: „It’s a literary novel, not a commercial novel“. Nach ihrer Meinung hatte sie einen langsamen, viktorianischen Roman geschrieben. Ihre Helden stolpern nicht abgebrüht, abenteuerlustig und plündernd wie India Jones durch unentdeckte Überreste der Vergangenheit, sondern sie sind echte Historiker und Bibliothekare, die sich in mühevoller Kleinarbeit durch vergilbte Karteikartenkataloge kämpfen und die Geheimnisse der Vergangenheit in unzugänglichen Faksimiles akribisch entziffern.

    In Deutschland erschien das Buch noch im gleichen Jahr (2005) bei Bloomsbury (engl. Verlag, bei dem Harry Potter im Original erschien), aber die Resonanz war sehr verhalten. Ich kann nur mutmaßen, ob das vergleichsweise schmale Marketing der Grund war, oder vielleicht die etwas eigene deutsche Leserschaft. Tatsächlich dominierten den deutschen Fantasy-Markt in dieser Ära Zwerge, Orks, Elfen und natürlich die Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei. Obwohl ebenfalls 2005 (und auch bei Little, Brown and Company) Stephenie Meyer mit dem ersten Buch ihrer Twilight-Serie einen Vampir-Boom in den darauffolgenden Jahren auslöste, wurde Der Historiker von dieser Welle nicht mitgerissen. Mein böser Verdacht ist, dass das deutsche Fantasy-Publikum schlicht keine anspruchsvolle Kost gewohnt war und deshalb das Dargebotene nicht zu würdigen wusste. Das Urteil mildernd muss ich hinzufügen, dass der viktorianische Schauerroman eine lange und würdige Tradition in den englischsprachen Ländern besitzt und die Geschmacksnerven der Leserschaft besser auf einen über 800 Seiten langen Roman eingestellt sind, in dem der interessante, aber normale Historiker-Alltag nur an einzelnen Stellen von dem Unheimlichen durchbrochen wird. Hoch spannend bleibt es allemal – auf zum Inhalt:

    Geschichten über Geschichte

    In ihrer Kindheit bereiste Elizabeth Kostova (geb. 1964) mit ihrer Familie die südeuropäischen Ostblockstaaten und erinnert sich gerne an die Geschichten, die ihr Vater zur Unterhaltung auf den langen Fahrten über Dracula erzählte. Damit war nicht nur ihr Interesse an dieser schillernden Gestalt zwischen Mythos und historischer Realität geweckt, sondern auch die Erzählform für ihren ersten Roman gefunden. In dem fiktiven Epilog stellt sich eine amerikanische Geschichtsprofessorin vor, die in Rückblenden von ihren Erlebnissen als Sechzehnjährige berichtet, natürlich auf Reisen durch Europa mit ihrem Vater, dem sie ganz langsam das große Geheimnis um ein kleines Büchlein entlockt, das in seinem Inneren nur einen großen, zornigen Drachen beherbergt – das Zeichen des Ordo Draconis, dem Vlad der III. angehörte, weshalb er den Beinamen Drăculea trug.

    Ihr Vater, den wir als Paul kennenlernen, berichtet von den seltsamen Begebenheiten, wie er in den 50ger Jahren als Student in Oxford bei seinen Unterlagen plötzlich dieses leere Buch fand. Als er seinen Geschichtsprofessor Rossi zu Rate zieht, offenbart ihm dieser, dass auch er ein solches Buch besitzt und seine Nachforschungen ihn zu dem walachischen Fürsten (heutiges Rumänien) aus dem 15. Jahrhundert geführt haben. Aus unerfindlichen Gründen übergibt der sonst so rationale Professor Paul die Aufzeichnungen über seine Suche nach dem Grab und fügt fast ängstlich hinzu: „Dracula … Vlad Țepeș … lebt noch“ (35). Am gleichen Abend verschwindet Rossi spurlos; zurück bleiben nur ein paar Tropfen Blut. Verzweifelt sucht Paul in den Unterlagen nach Hinweisen, was seinem Professor passiert sein könnte, und trifft in der Bibliothek auf eine junge Doktorandin, die Rumänin Helen. Nach einer zaghaften Annäherung der beiden zeigt sich, dass Helen den Professor durch ihre Arbeit über Vlad III beeindruck möchte, weil sie dessen uneheliche Tochter ist. Paul erzählt ihr von seinem Verdacht, was mit dem Professor geschehen sein könnte, aber ein Bibliotheksangestellter belauscht das Gespräch und beißt Helen in den Hals. Überhastet brechen die beiden nach Istanbul auf, wohin eine erste Spur weist.

    Immer weiteren Dokumenten und ihren Geheimnissen folgend reisen Paul und Helen nach Ungarn, Rumänien und Bulgarien, werden von Untoten heimgesucht, entdecken nach langen Mühen tatsächlich das Grab des Fürsten, treffen auf den sterbenden Professor, erfahren die wahre Geschichte der Begegnung zwischen ihm und Helens Mutter aus seinen persönlichen Aufzeichnungen und begegnen dem leibhaftigen Vlad Dracula … Mehr kann ich leider nicht verraten, ohne doch auf gemeine Art zu spoilern.

    Inzwischen ist jedoch auch der Vater der Erzählerin spurlos verschwunden und die 16-Jährige macht sich in Südfrankreich auf die Suche nach ihm, denn sie vermutete ihn an einem der letzten Orte, wo Dracula noch eines seiner geheimen Gräber besitzt. Sie wird von unheimlichen Wesen verfolgt, aber auch von einem studentischen Gentleman wacker unterstützt.

    Die verschiedenen Erzählebenen verflechten sich im Laufe des Romans so stark miteinander, dass man als Leser die Geschehnisse in drei Zeiten fast synchron erlebt. Von Rossi erfahren wir durch seine Briefe und Tagebucheinträge, von Paul aus dessen eigenen Schilderungen auf der Reise mit seiner Tochter und zuletzt und parallel alles in der Erzählgegenwart von dieser selbst. Historik und die persönlichen Schicksale verweben sich auf brillante Art in den Historikern selbst.

    Durch Geschichten in der Kindheit der Autorin wird das Interesse an Geschichte geweckt und daraus entsteht wieder die Lust auf Geschichten … Das ist die Geschichte des Buches Der Historiker.

    Übrigens sind die historischen Hintergründe und Orte des Romans sehr gut recherchiert und stimmig, nur die Fakten um das Grab sind fiktiv und die Dokumente und Zeugnisse dazu fast komplett erfunden (ich habe selbst schon zum Thema Vlad III. geforscht).

    Eine eigenwillige Hommage an Bram Stoker

    Der Historiker liegt weitab vom üblichen Fantasy-Mainstream und ist durchaus ein Art Kunstwerk. Elizabeth Kostova hat 10 Jahre daran gearbeitet – manche der bekannteren Fantasy-Autoren bringen deutlich mehr als ein Werk pro Jahr heraus. Daraus lässt sich ersehen, welche Arbeit hinter diesem Buch steckt. Das macht einen Unterschied und der Unterschied ist spürbar.

    Die Autorin hat sich eine interessante Mischung ausgedacht, indem sie historische Briefe, Dokumente und persönliche Berichte mit der Rahmenhandlung einer Ich-Erzählerin verbindet, die uns als LeserIn zu einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit einlädt. Dabei nutzt die Amerikanerin ein Gestaltungsprinzip ihrer großen literarischen Vorlage, Bram Stokers „Dracula“ (1897), der seine Vampir-Geschichte als Tatsachendokumentation in Form von Tagebucheinträgen und Zeitungsartikel präsentiert.

    Kostova stellt dieses Prinzip nicht in Frage, ironisiert es nicht. Eingebettet in eine rückblickende Erzählung umspinnt sie auf diese Weise unseren modernen, rational und historisch geprägten Geist und verführt uns für die Zeit des Lesens, daran zu glauben, dass Dracula tatsächlich noch bis ins letzte Jahrhundert sein Unwesen getrieben hat und, wenn ich den Epilog richtig verstehe, vielleicht sogar noch heute.

    Vampirisches?

    Kommen Vampir-Freunde auf ihre Kosten? Vielleicht nicht, je nach dem. Wer Bram Stokers Dracula mag, wird den Historiker noch weit mehr mögen, weil die Erzählweise viel moderner und weniger weitschweifig, blumig und umständlich ist. Und ein paar typische Gerne-Elemente finden sich durchaus. Bisse, Blut, Werkzeuge für die Vampirjagd (Silberdolch), Angriffe durch dienende Untote (Vampire), bezwingende Hypnose, Fledermausschatten, Särge und Grüfte …
    Am meisten enttäuscht am ganzen Buch hat mich die Begegnung mit Dracula selbst – er ist anders als meine Vorstellung von ihm … und nicht übermäßig böse. Schade – ich hätte mich gerne mehr gegruselt.
     Die Büchlein mit den leeren Seiten und dem Drachen hat er übrigens selbst gedruckt und verteilt … Warum? Wenn ich das mal so ganz verstanden hätte. Ich finde es nicht stimmig.

    Trotz der Umfänglichkeit des Buches bleibt vieles über Vlad Dracula offen, wie er zum Vampir wurde, wie viele seiner Art es noch gibt – reizvoll und unbefriedigend zugleich, aber in jedem Fall anregend für
     die eigene Fantasie. Und das schätze ich durchaus.

    Einordnung in der Literatur und Kritik

    Ein Feuilletonist der FAZ betitelte (2005) seine Rezension sarkastisch „wie man einen Roman pfählt“ und spielte damit auf die grausamen Hinrichtungsmethoden des historischen Vlads und auf Längen des Romans an, eine beliebte Kategorie der Literaturkritik, die wenig besagt. Tatsächlich ging es mir an einigen Stellen aber ähnlich und ich musste zwischendurch mein Durchhaltevermögen bemühen, um dran zu bleiben. Die Frage ist, wodurch diese Längen entstehen.
    Ausführlichere Berichte von der Reise, Beschreibungen der Landschaft und der Städte, Details des Interieurs – all das gehört zum Schmuckwerk und literarischen Gewand eines Romans, der sich an die viktorianische Erzählweise des 19. Jahrhunderts anlegen will, dennoch wirkt es ungewohnt. Die Gothic Novel lebt davon, dass in die alltäglich erlebte Wirklichkeit plötzlich das Übersinnliche hereinbricht und alles in Frage stellt, weshalb man in der Literaturforschung von magischem Realismus spricht.
    Die Längen haben also System. Trotzdem erwarten die Lesegewohnheiten des 21. Jahrhunderts etwas mehr Spannung. Mir hätte es geholfen, wenn die äußeren Orte ähnlich wie bei Dan Browns Thriller in einem direkten Zusammenhang mit der historischen Detektivarbeit gestanden hätten. Aber man kann auch nicht alles in einem Buch haben.
    Der Historiker bietet zudem eine wunderschöne und tragische Liebesgeschichte, lässt das Leben im Rumänien und Bulgarien der 30er und 50er Jahre szenisch vor Augen treten und erzeugt eine leicht gruselige, melancholische Stimmung, die perfekt zu der Erzählung passt.

    Und noch ein Zitat:

    „Es ist eine Tatsache, dass wir Historiker uns für Dinge interessieren, die zum Teil unser eigenes Ich widerspiegeln, vielleicht den Teil, den wir am liebsten nicht näher untersuchen würden, es sei denn auf dem Feld der Wissenschaft. Und je mehr wir in unsere Interessen eintauchen, desto mehr ergreifen sie von uns Besitz.“ (314)

  16. Cover des Buches Büchergrüfte (ISBN: 9783650400215)
    Eric Steinhauer

    Büchergrüfte

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Kaito

    Mumien, Seuchen und der Tod zwischen den Seiten.

    Ich erwähne selten die Gestaltung eines Buches in meinem Rezensionen. Aber diesmal erscheint mir das angebracht, denn in diesem Fall macht die Gestaltung einen großen Teil des Reizes dieses Buches aus. Der Einband ist sehr hochwertig gestaltet und die zweifarbige Schrift sowie kleine Illustrationen im Innenteil unterstreichen den teilweise sehr morbiden Inhalt.

    Man kennt ja Bücher die in Leder gebunden wurden, Leim der aus Knochen gewonnen wurde oder auch so unheimliche Dinge, wie vergiftete Seiten á la “Der Name der Rose”.

    Aber wusstet ihr auch, dass es Bücher gibt, die man in die Haut von Menschen gebunden hat? Oder dass es beliebte Praxis war Mumien oder Skelette in Bibliotheken auszustellen? Diese und weitere unheimliche Tatsachen stellt diese Buch vor. Da nisten todbringende Erreger zwischen alten Folianten und die Lektüre bestimmter Texte soll finstere Wesen anlocken. Die Kombination aus ziemlich gruseligen Texten und der Gestaltung mit blutroten Überschriften und Illustrationen von Ratten, Schädeln und Fledermäusen erzeugen eine fesselnde Stimmung. Man wird sich bewusst, dass der Verfall und scheinbar dunkle Mächte auch an einem gemütlichen Ort, wie einer Bibliothek lauern. Für Bücher-Begeisterte sind die Texte wirklich interessant. Man lernt eine ganz andere Seite von Bibliotheken und Büchersammlungen kennen. Wobei der Inhalt zum Teil nichts für schwache Nerven ist.

    Der Sprachstil wirkt hin und wieder etwas gestelzt und aufgesetzt. Manch einer fühlt sich vielleicht an ein Literatur- oder Germanistikstudium erinnert. Trotzdem lassen dich die Texte flüssig lesen und konnten mich fesseln. 

    Fazit:

    Wir haben hier keine durchgängige Gruselgeschichte. Und wahrscheinlich lässt sich das Buch auch mehr schlecht als recht in die Abteilung Sachbuch einordnen. Wenn man Interesse an ungewöhnlichen und morbiden Hintergründen zum Thema Bücher hat, dann wird man hier gut unterhalten. Auf den Sprachstil muss man sich einlassen können. Mir erschien er sehr passend und ich fand das Buch sehr kurzweilig und informativ.

  17. Cover des Buches Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek (ISBN: 9783453418844)
    David Whitehouse

    Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek

     (146)
    Aktuelle Rezension von: Phyria

    Der 12jährige Bobby Nusku lebt nach dem Verschwinden seiner Mutter alleine mit seinem gewalttätigen Vater, der öfter betrunken als nüchtern ist, und dessen neuer Freundin und wird von ihnen größtenteils ignoriert. Beim Warten auf die Rückkehr seiner Mutter vertreibt er sich die Zeit damit alles Mögliche zu archivieren, ob es nun Haare von ihr sind oder Stofffezen ihrer Kleider, selbst eine Liste über die Besucher im Haus führt er, damit sie nicht das Gefühl hat etwas verpasst zu haben wenn sie wiederkommt. Bobby ist alleine, isoliert und wird sogar von älteren Mitschülern gehänselt bis er Sunny trifft, der zum Cyborg werden möchte um Bobby beschützen zu können. Doch als Sunny plötzlich verschwindet ist sein einziger Halt Val und ihre Tochter Rosa, die er erst vor kurzem kennen gelernt hat. Es kommt zur Eskalation nachdem Bobby’s Vater die Beziehung missversteht, ausrastet und Gerüchte verstreut. Die einzige Möglichkeit der drei zusammen zu bleiben ist die Flucht mit dem Bücherbus den Val eigentlich nur putzen sollte. Joe, den sie unterwegs kennen lernen ist das fehlende Puzzlestück.


    Meine Meinung:

    Ein Roman, bei dem ich nicht gedacht hätte, dass er mich so packen könnte. Vor allem der bildhafte Schreibstil trägt bei dieser außergewöhnlichen Geschichte viel zum Lesevergnügen bei. Er lässt keine Langeweile aufkommen, ist so einfach, modern und doch sehr direkt mit einigen ganz tollen Zitaten. David Whitehouse schafft es die Emotionen und auch die Protagonisten dem Leser so nahe zu bringen, dass man gar nicht anders kann als diese ins Herz zu schließen, mitzufiebern und zu hoffen.

    Und doch könnte ich mir vorstellen, dass gerade die ersten 130 Seiten etwas abschreckend sein könnten, weil öfter mal Gewalt sowie Blut vorkommen und hierbei beziehe ich mich nicht nur auf Bobby’s Vater. Es gibt ein paar tragische Szenen, wie zum Beispiel die, in der Sunny zu einem Cyborg werden möchte und sich dafür von Bobby Knochen brechen lässt damit er Metalstücke eingebaut bekommt. Aber das war es auch, das mich einfach verblüfft hat, denn ist es nicht einfach nur unglaublich wie weit die Fantasie mancher Kinder gehen und wie tief doch eine Freundschaft sein kann? Auf jeden Fall muss man vor allem in diesem Abschnitt auf solche und andere Passagen gefasst sein, das Buch besitzt eben einige deprimierende Züge.

    Das Besondere an ‚Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek’ ist, dass der Roman mit dem Ende beginnt. Das bedeutet, man bekommt schon direkt am Anfang einen Auszug davon präsentiert, wie der Roman endet und so ist es umso spannender zu erfahren wie genau es zu der aufgeführten Situation, in der Val, Bobby und Rosa in ihrem Bücherbus von Polizisten umgeben sind, kommen konnte.

    Die vier Charaktere Bobby, Valerie, Rosa und Joe sind eindeutig das Herz des Romans, wobei auch der Hund Bert eine schöne Rolle spielt. Jeder von ihnen hat sein eigenes Päckchen zu tragen und es hat mich glücklich gemacht zu sehen wie perfekt sie doch eigentlich alle zueinander passen, sich ausbalancieren, füreinander da sind und auf sich acht geben. Was man von diesem Buch lernt ist vorbehaltlos, dass es bei einer Familie nicht darauf ankommt blutverwandt zu sein.


    „Familie ist dort, wo man sie findet. Eine Familie muss nicht aus einem Vater, einer Mutter, einem Sohn und einer Tochter bestehen. Familie ist dort, wo es genug Liebe gibt. Und für diese vier war es eben jene ungleiche, außergewöhnliche Gruppe von Menschen…“   


    Die Liebe kommt hier jedenfalls nicht zu kurz und es ist unbeschreiblich wie sehr sich jeder infolgedessen von ihnen weiterentwickelt. Und auch die Hoffnung ist immerzu präsent, ganz besonders bei Bobby dessen Sehnsucht nach seiner Mutter so groß ist, dass sie nicht mal in Worte zu fassen ist. Manchmal kam er mir ehrlich gesagt viel jünger vor, vielleicht sogar etwas zurückgeblieben, weil seine Aktionen so seltsam und unbedacht waren und gar nicht zu einem zwölfjährigen gepasst haben. Das liegt aber vor allem an seiner Lebenssituation, immer wieder schrecklich wie Eltern -oder in diesem Fall der Vater- in der Lage sind ihre Kinder so schlecht zu behandeln. Doch macht Bobby eine ganz tolle Entwicklung durch und das liegt größtenteils an Val. Diese Frau ist kurz gesagt der Wahnsinn, total fürsorglich und liebevoll zu ihrer behinderten (ich denke mal autistischen) Tochter Rosa und Bobby, den sie ganz schnell in ihr Herz schließt. Und auch wenn sie sich der Konsequenzen bewusst ist schreckt sie nicht davor zurück auf diese Abenteuerreise mit dem gestohlenem Bücherbus zu gehen. Ich bewundere sie und liebe ihre ruhige und weise Art. Der Exsoldat Joe war für mich eine zeitlang ein Rätsel, aber auch ihn lernt man Stück für Stück kennen und lieben. Keiner von ihnen hat eine einfache Vergangenheit, sie haben sich regelrecht durchgeschlagen, genießen nun die Freiheit miteinander und lernen darüber hinauszuwachsen. Die Angst von der Polizei gefasst zu werden ist jedoch immer vorhanden.

    Selbst Bücher kommen in diesem Roman nicht zu kurz, sie werden gelesen, zitiert, die Protagonisten ziehen Vergleiche zu ihrem eigenem Leben und lassen sich von ihnen inspirieren. Natürlich stehen sie nicht im Vordergrund, sind jedoch perfekt in diese Geschichte eingebaut und bereiten Spaß.

    Würde noch gerne anmerken, dass ich über die Kapitelnamen sehr verwundert war und was die anbelangt gibt es gegen Ende tatsächlich auch noch eine kleine, fabelhafte, selbsterklärende Überraschung über die ich einfach nur lächeln musste :)


    Fazit:

    Ein außergewöhnlicher, bewegender Roman über Familie, Liebe und Freundschaft, der mich von der ersten bis zur letzten Seite unterhalten hat. Diese Reise werde ich garantiert so schnell nicht mehr vergessen. Klare Leseempfehlung! 

  18. Cover des Buches Die Stadt der Träumenden Bücher (ISBN: 9783328107514)
    Walter Moers

    Die Stadt der Träumenden Bücher

     (3.345)
    Aktuelle Rezension von: Viviliebtlesen

    Ich hatte zunächst Zweifel, dieses Buch zu kaufen. Ich hatte ehrlich gesagt Angst davor, von einer Kinderbuch-Abenteuerreihe überrascht zu werden. Klare Aussage hierzu: Nein! dafür ist es zu brutal ( in weiteren Sinne), zu "voll" geschrieben. Diese Sprache, die Bilder, die Texte - alles lädt zum Mitfühlen ein! Mir fehlen einfach die Worte. Ich lese eigentlich sehr bodenständige Bücher, ohne Kitsch, ohne Fantasy. Aber das war überhaupt nicht komisch in diesem Buch. Es war eine neue Welt, die mich einsogen, wie ein Wirbel. Es war so fantastisch, die begeisternd, dass ich mich, nachdem ich es beendet habe, leer, einsam und alleingelassen fühlte. Ich hatte einen Regenbogen im Kopf, der mit dem letzten Satz erlosch. Mich für ein neues Buch zu motivieren, war nicht leicht. Dieses Buch, diese Geschichte - einfach perfekt. Danke !

  19. Cover des Buches Die Spur der Bücher (ISBN: 9783596296484)
    Kai Meyer

    Die Spur der Bücher

     (219)
    Aktuelle Rezension von: Schugga

    „Bibliomantik, die: Das Vermögen, mittels eines Buches Magie auszuüben. Dies geschieht, indem der Bibliomant (Buchmagier) ein Seitenherz seines Seelenbuches spaltet.“

    Mercy Amberdale ist eine geborene Bibliomantin. Ihr Job ist es, für reiche Auftraggeber wertvolle Bücher zu beschaffen wie Erstausgaben oder Bände, denen eine besondere Magie innewohnt. Nachdem einer dieser Aufträge dramatisch endet, verteufelt sie ihr bibliomantisches Talent und schwört sich, fortan ohne Magie zu leben. Doch der mysteriöse Tod eines Buchhändlers, der inmitten seiner Bücher verbrannte, ohne, dass das Papier rings um ihn herum auch nur angekokelt wurde, weckt nicht nur Mercys persönliches Interesse, sondern bringt sie schnell in tödliche Gefahr. Zeit, mit dem Schwur zu brechen?

    Kai Meyers Welt der Bibliomantik war mir bisher neu, daher dachte ich, ich fange mit dem Prequel seiner Trilogie „Seiten der Welt“ an. Der Klappentext ließ auf eine Art Krimi mit bibliophilem Charakter schließen, was mich ziemlich reizte. Zunächst erlebt man Mercy und ihre Freunde jedoch rund 2 Jahre früher bei besagtem missglückten Einsatz, welcher auch die Freundschaft der jungen Clique zerbrechen ließ und Mercy dazu brachte, sich von ihrem bibliomantischen Talent abzuwenden. Und das ist so ein Punkt, der mich unter anderem an Mercy störte: Statt den Fehler bei sich zu suchen, gibt sie dem Talent die Schuld, welches sie lieber unterdrückt, statt sich der Wahrheit zu stellen. Auch ansonsten knobelt sie lieber alles mit sich aus und verrennt sich dadurch schnell mal in der ein oder anderen Sackgasse. Zwar ist Mercy intelligent und nicht auf den Mund gefallen, wenn sie etwas will, dennoch handelt sie manchmal ziemlich unüberlegt. Und dass sie so an ihrem Schwur festhält, selbst wenn sie oder jemand anders in Lebensgefahr schwebt, wollte mir nicht einleuchten.

    Der erhoffte Kriminalfall entpuppte sich dann auch vielmehr als ein Aufhänger in die Welt und Historie der Bibliomanten, die Macht der „Adamitischen Akademie“ sowie erste Hintergründe über Mercys unklare Herkunft.

    Sehr gefallen hat mir die bibliophile Atmosphäre des Romans, welche stets durch kleine Details durchklingt. Auch kamen erste bibliomantische Objekte vor, welche recht interessante Eigenschaften aufwiesen, allen voran der „Besserwisser“, der ein kleines Highlight des Romans für mich war. Aber auch die Origamis als papierne Haustiere gefielen mir. Als anstrengend empfand ich, dass die Handlung oftmals durch zähe Dialoge unnötig in die Länge gezogen wurde, was die Spannung wiederholt arg strapazierte. Zudem war mir Hauptprotagonistin Mercy mit ihrer Art an sich unsympathisch, was auf Dauer ebenfalls den Spaß an der Lektüre mindert. Deswegen gebe ich dem Roman 3,5 von 5 Punkten und hoffe auf eine spannendere Fortsetzung mit Mercy Amberdale.

  20. Cover des Buches Die Bibliothek bei Nacht (ISBN: 9783596159444)
    Alberto Manguel

    Die Bibliothek bei Nacht

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Beust

    Es gibt diese Bücher, die bei der Lektüre ein warmes Licht ausstrahlen, den Rest der Welt in schläfrige Dunkelheit versinken lassen und um sich und ihren Leser herum eine behagliche Atmosphäre intimer Lektüre verbreiten. Das sind Bücher, die in sich die Geborgenheit der Bibliothek tragen – nicht jeder Bücherei, versteht sich, sondern der Bücherstube der Gelehrten, die ihre Bücherregale geschmackvoll mit Bildern und Erinnerungsstücken abwechseln und einen Raum als Rückzugsort kreieren, der die Sicherheit des Mutterleibs verströmt.

    Alberto Manguels „Bibliothek bei Nacht“ ist ein solches Buch, das den Leser schon im Titel auf die Stimmung einstellt, die es vermitteln wird. Manguel erzählt eine ganz persönliche, bisweilen intime Kulturgeschichte der Bibliothek und verbindet seine herumschweifenden Gedanken und Anekdoten mit seinen eigenen Erfahrungen im Umgang mit seinen Büchern. Manguel geht es nicht um das Buch oder das Lesen – denen widmet er sich in anderen Texten. Hier geht es um den Raum, in dem die Bücher versammelt werden. Um das Wie, Warum, Womit, Wie lange und Für Wen.

    Beeindruckend ist der breite Blickwinkel, mit dem Manguel durch die Landschaft seines Sujets schreitet, sich hier von einer Idee ablenken und dort von einer Anekdote locken lässt. Seine Bibliothek ist eine polyglotte Völkerverbinderin, die zu allen Zeiten, seit es Bücher gibt, und an allen Orten alle Menschen verbindet, die man als Leser bezeichnen kann. Alle Zeloten, Eiferer und Fanatiker, die womöglich aus dem Buch ihre zerstörerische Weltanschauung schöpfen, schließt Manguel aus, denn gelehrte Leser, die um des Lesens willen lesen, werden nicht fanatisch. Ihr Wahnsinn liegt allein in der Sucht, Bücher auf Bücher häufen zu wollen.

    Der Text ist nicht in Bibliotheken der Religionen, Epochen, Nationen oder Sprachen gegliedert, sondern in Gedankenbahnen: Bibliothek als Mythos, als Ordnung, als Form, als Insel, als Identität und einige mehr. Manche der Bahnen beschreitet Manguel mit großer Sicherheit und lässt die Strecke wie ein weiches Sofa wirken – die Blibiothek als Ordnung, als Raum oder als Zuhause sind absolut zauberhafte Texte voller intimer Wärme, bibliophiler Begeisterung und wissenswerter Geschichten. Andere lassen bisweilen Details vermissen, die ich gern gelesen hätte: In der Bibliothek als Zufall hätte ich gern auch über die Einzigartigkeit jeder Bibliothek gelesen, weil sie nicht nur durch das Sammlerinteresse, sondern auch durch Zufall und Gelegenheit zu einem Gebilde gewachsen sind, das es so nur ein einziges Mal auf der Welt (und in der Zeit!) gibt. Manguel beschreibt mehr, wie das Schicksal der Welt viele Bibliotheken und Werke hat abhanden kommen lassen, so dass der Zufall bestimmt, was noch übrig ist – oder wie der Altgermanist Burkhart Wachinger ausgerufen hat: „Alle Überlieferung ist zufällig!“ Nicht ganz stimmig ist etwa die Bibliothek als Macht, in der Andrew Carnegie seinen paternalistischen Auftritt hat, weil die hier präzisierten Überlegungen nicht in das Grundkonzept des Buches zu passen scheinen.

    Völlig im Fluss und regelrecht mitreißend sind Manguels Gedanken über die Bibliothek als Werkstatt oder als Zuhause, in denen der völkerverbindende, die Zeiten überdauernde Gemeinschaftssinn der Buchmenschen erklingt, ob es verständige Mullahs in der Wüste der Pilger, Betreiber von Eselsbibliotheken in den Anden oder reumütige Inquisitoren sind. Sie alle lädt Manguel wispernd in seine eigene Bibliothek und als Nachbarn in die Heimat der Lesenden, in die Mitte der angenehmen Lektüreerfahrung seines gelehrten Werkes.

    Was andere kritisieren – die vereinbarte Wohligkeit der Schilderungen in diesem Buch – halte ich für seine Stärke: eine ganz wunderbare Schatzsuche vom heimatlichen Leseort aus.

  21. Cover des Buches Dhampir 02 (ISBN: 9783802584893)
    Barb Hendee

    Dhampir 02

     (68)
    Aktuelle Rezension von: annlu

    *In Miiska hatten sie Jagd auf drei Untote gemacht. Doch Bela war mindestens zwanzig mal so groß, wie die kleine Hafenstadt. Innerhalb der drei Wehrwälle mussten sie einen Untoten finden und der einzige Hinweis bestand aus der Leiche eines jungen Mädchens.*


    Dhampir 2


    Magiere und Leesil sind gerade wieder dazu bereit, ihre Taverne in Miiska zu öffnen, als sie nicht nur mit anfallenden Steuern, sondern auch der schlechten wirtschaftlichen Lage in der Hafenstadt konfrontiert werden. Da sie nicht ganz unschuldig an der Situation sind, nimmt Magiere widerwillig das Angebot eines Ratsherren aus der Hauptstadt Bela an. Sie soll den Untoten zur Strecke bringen, der seine Tochter auf dem Gewissen hat. Doch ganz so einfach wie in Miiska wird ihr die Jagd hier nicht gemacht.



    Der Einsieg ins Buch ist mir dieses Mal leichter gefallen, als im ersten Band. Das lag wohl auch daran, dass von Beginn an Leesil einen großen Anteil an der Geschichte nahm und ich den Halbelfen mittlerweile interessant finde. Dass es zwischen ihm und Magiere immer wieder zu Spannungen kommt, die auf laufende Missverständnisse beruhen, war zwar nicht immer ganz so meins, eine schnelle Annäherung der Beiden hätte aber auch nicht in die Geschichte und schon gar nicht zu Magieres Distanziertheit gepasst.


    Wie im ersten Band auch, kamen hier auch wieder die Vampire zu Wort. Dass wir Rattenjunge wieder begegnen war nicht verwunderlich, umso mehr aber seine Wandlung in einen besonnenen Meister, der sich seine eigenen Vampirsklaven schafft. Dazu gehört auch der junge Adelige Chane, der zwar unter dem Einfluss seines Meisters steht, der mir aber immer als die größte Gefahr für Magiere und Leesil vorkam. Sein Können in den arkanen Beschwörungen, aber auch seine Intelligenz fand ich interessant. Leider wurde dadurch seine Faszination dem grausameren Blutrausch gegenüber nicht verdrängt, sodass er trotz allem der „Bösewicht“ blieb.


    Der zweite Band hat mir bei weitem besser gefallen, als der erste. Das mag daran liegen, dass Magiere und Leesil nun wissen, mit welchen Gegnern sie es zu tun haben, an den durchaus interessanten Vampircharakteren oder einfach nur daran, dass sich Magiere nicht mehr so zurückweisend und unsympathisch verhielt. Auch fand ich die Suche nach den Vampiren, die hier nicht mehr dem Zufall zuzuschreiben war, sondern eine wirkliche Jagd darstellte, spannender, als die Ereignisse des ersten Bandes.

  22. Cover des Buches Das Geheimnis des Bücherhüters (ISBN: 9783841500298)
    Corinna Gieseler

    Das Geheimnis des Bücherhüters

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Silliv
    Wiedermal einige Widersacher, immer gibt es den dicken Schlägertypen und einen bösen Erwachsenen. Superidee, dass es Bücherhüter gibt, die Bücher zum Sprechen bringen. 
    Actiongeladenes Buch, alles rund, trotzdem hätte ich gerne mehr erfahren von den "bösen" Büchern.
  23. Cover des Buches Der Dorfgescheite (ISBN: 9783406726279)
    Marjana Gaponenko

    Der Dorfgescheite

     (6)
    Aktuelle Rezension von: WinfriedStanzick

    Wer Bücher, besonders alte Bücher liebt, wer mit Freude und Begeisterung Umberto Ecos „Der Name der Rose“ gelesen oder seine Verfilmung gesehen hat, der wird auch an diesem neuen Roman von Marjana Gaponenko seine ungetrübte Freude haben. „Einen Bibliothekarsroman“ nennt sie ihre Geschichte des einäugigen Ernest Herz, der ziemlich erschöpft und seines exzessiven Liebeslebens überdrüssig ins Kloster geht. Im Stift W. hat er nach dem rätselhaften Selbstmord seines Vorgängers die Stelle des Bibliotheksleiters angenommen. Für Ernest Herz, der Bücher, besonders aber alte Bücher liebt, die Aufgabe seines Lebens.

     

    Sein Vorgänger, Pater Mrozek, hat auf eine sehr kuriose Art seinem Leben ein Ende gesetzt, und weil Herz dessen Wohnung bezieht, verfolgt ihn des Paters Geschichte auf Schritt und Tritt.

     

    Schon bald stößt der aufgeklärte Herz mit seinen Vorstellungen von einer zeitgemäßen Bibliothek auf den Widerstand der konservativen klerikalen Bewohnerschaft und auch der Leitung des Klosters. Immer mehr Zweifel ergeben sich Herz an dem Selbstmord des Vorgängers und als sein Radiogerät, das er ins Kloster mitgebracht hat, nur noch „Radio Gabriel“ empfängt, beginnt sich Herz auf eine spannende und unterhaltsam zu lesende Suche zu machen. Er will wissen, was im Kloster los ist, zumal der Fund eines mittelalterlichen Bestsellers mit dem Titel “Dialogus Miraculorum“, dessen Einband fehlt, seine detektivische Neugier geweckt hat.  Warum hat sich Pater Mrozek umgebracht? Wer oder was hat ihn dazu getrieben?

     

    Als Herz im Dorf den schönen Kellner der Gastwirtschaft „Zum Lamm“ trifft, hat er sofort das Gefühl, dieser junge Mann könnte ihm weiterhelfen. Aber was hat dieser für ein Geheimnis?

     

    Mit ihrem neuen Roman hat Marjana Gaponenko die Welt der Bibliothek und die Kultur eines alten Klosters zum Thema eines spannenden Romans gemacht, der mit Gespür für Komik liebevoll erzählt ist, und einen selten so erlebten literarischen Blick für die schrägen und skurrilen Details offenbart.

     

    Ich habe dieses Buch mit Freude gelesen. Gute Unterhaltung ist das auf hohem sprachlichem Niveau. Die Autorin geht virtuos mit der Sprache um und man spürt ihre regelrecht sinnliche Freude an Wörtern, die ansteckend ist.

     

     

     

     

  24. Cover des Buches Eine Geschichte des Lesens (ISBN: 9783596175154)
    Alberto Manguel

    Eine Geschichte des Lesens

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Wer denkt, er werde in diesem Buch "Lesetips" erhalten, der ist völlig falsch. Manguel gibt einen breit angelegten Überblick über die Geschichte des Lesens als Beschäftigung. Neben der kulturellen Bedeutung des Lesens beleuchtet der Autor auch naturwissenschaftliche bzw. medizinisch/neuronale Erkenntnisse, wie Lesen im Kopf funktioniert und warum es so wichtig ist, um bspw. mit Sprache gut umgehen zu lernen. Hinzu kommen unzählig viele Facetten der Geschichte des Buches/Lesens: wann und wo wurde die erste Biographie verfasst, mit welcher Intention. Wo hat man Bücher gerne bevorzugt gelesen, wer der vielen bekannten historischen Persönlichkeiten war hier am schrulligsten? Und wer hat zu unlegalen Mitteln gegriffen, um sich seltene Ausgaben zu beschaffen? Amüsant und intelligent geschrieben, zu keinem Zeitpunkt langweilig. Sehr empfehlenswert!

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks