Bücher mit dem Tag "big bang"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "big bang" gekennzeichnet haben.

15 Bücher

  1. Cover des Buches Das Einstein Enigma (ISBN: 9783946621003)
    J.R. Dos Santos

    Das Einstein Enigma

     (78)
    Aktuelle Rezension von: Dini94

    Der Kryptologe Tomas Noronha wird von der iranischen Regierung beauftragt, Einsteins Dokument - die Gottesformel - zu entschlüsseln. Die CIA bekommt Wind davon und mischt bei diesem Auftrag ordentlich mit. Um Albert Einsteins Werk zu verstehen, muss Tomas sich neues Wissen aus der Physik und diverser Religionen aneignen. 

    Das Buch unterteilt sich, nach meiner Einschätzung, in 60% Erklärungen über Physik/Religion, 30% Haupthandlung (Entschlüsselung der Gottesformel) und 10% Lückenfüller (familiäre Umstände). 

    Aber keine Angst, der Autor erklärt die physikalischen Grundlagen recht simpel. Manche Absätze müssen eventuell zweimal gelesen werden.

    Wer sein Allgemeinwissen ein wenig erweitern möchte und genug von Liebesromane und Co. hat, der wird dieses Buch mögen.

  2. Cover des Buches Die kürzeste Geschichte der Zeit (ISBN: 9783499621970)
    Leonard Mlodinow

    Die kürzeste Geschichte der Zeit

     (54)
    Aktuelle Rezension von: tobi101996

    In dem Buch Die kürzeste Geschichte der Zeit von Stephen Hawking, geht es um die Erklärung was wir bereits alles über das Universum wissen und was die Vergangenheit darüber wusste oder zu glauben wusste. Es wird erklärt, wie wir zu dem Wissen über das Universum im Laufe der Jahre gelangt sind und was wir auch daraus gelernt und verbessert haben. Es werden kurz einzelne bekannte Wissenschaftler angesprochen, welche ihren Teil zum Verständnis des Universums beigetragen haben. 


    Meine Meinung:

    Auch wenn das Thema sachlich ist, konnte ich trotzdem alles verstehen und nachvollziehen. Die Geschichte war trotzdem spannend und gut erzählt, die beiden Sprecher der Geschichte haben sie gut wiedergegeben und verständlich erklärt. 


    Fazit:

    Mit normalem Hintergrundwissen von Chemie konnte ich die Geschichte gut verstehen. Ob sie zu verstehen ist, wenn man nicht gut in Chemie oder Physik ist, weiß ich nicht. Wenn man sich aber für das Universum interessiert und schon etwas darüber weiß, dann ist das Sachbuch bestimmt spannend und verständlich.

  3. Cover des Buches A Brief History of Time (ISBN: 9780553176988)
    Stephen Hawking

    A Brief History of Time

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Stephen Hawking ist wohl der berühmteste lebende Physiker unserer Zeit. Er wurde 1942 in Oxford geboren und leidet seit seinem 21. Lebensjahr unter einer Erkrankung des Nervensystems, ließ sich von allen daraus resultierenden Schwierigkeiten aber nicht von seiner Forschung abhalten. A Brief History of Time ist sein erstes populärwissenschaftliches Buch, in dem er versucht, seine Erkenntnisse im Bereich der Astrophysik und Kosmologie auch einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Er spannt einen weiten Bogen von Newtons Weltbild über Einsteins Relativitätstheorie bis hin zu Schwarzen Löchern und Zeitreisen. Ich hatte das Gefühl, es wäre für mich als Physikerin absolut notwendig, dieses Buch zu kennen. Im Endeffekt hätte ich es mir aber auch sparen können. Die erste Hälfte des Buches war für mich schon lange bekannt und die zweite Hälfte fand ich so theoretisch und abgehoben, dass sie mir auch nicht ganz so viel bieten konnte. Hawking schreibt im Vorwort, dass ihm gesagt wurde, jede Formel in diesem Buch würde die Verkaufszahlen halbieren. Deshalb beschränkt er sich auch auf das allseits bekannte E=mc2. Und trotzdem hatte ich oft das Gefühl, ein Lehrbuch zu lesen, aus dem alle Formeln gestrichen wurden. Keine Frage - Hawking kann gut erklären, allerdings nicht auf einem Niveau, das für Physik-Laien geeignet wäre. Vielleicht schafft er es, dem Leser das Gefühl zu geben, er würde auf einmal diese ganze Physik verstehen, von der er noch nie Ahnung hatte. Glauben kann ich das aber nicht. Ich habe ein Semester eine sehr intensive Vorlesung über die Allgemeine Relativitätstheorie gehört und erst danach konnte ich von mir sagen, dass ich dieses Konzept verstanden habe. Auch viele Dinge aus der Teilchenphysik, die mir erst gegen Ende meines Studiums klargeworden sind (Stichwort Paritätsverletzung), führt Hawking in einem Absatz ein und tut so, als wären sie das einfachste auf der Welt. Die zweite Hälfte des Buches ist dann eine sehr theoretische Abhandlung über Zeitreisen, Schwarze Löcher, die String-Theorie und vor allem die Suche nach der "Weltformel", die sich nur auf Berechnungen mit vielen theoretischen Annahmen gründen. Ob dies von Interesse für den Durchschnittsleser ist, kann ich schwer beurteilen. Einige Themen, die Hawking aufgreift, waren mir neu, andere waren mir schon bekannt, einiges halte ich für viel zu abgehoben, als dass man darauf auch nur einen Gedanken verschwenden sollte. Schade ist auch, dass in der Forschung alles sehr schnelllebig ist und die Gedanken, die Hawking 1988 noch für absolut neu und bahnbrechend hielt, heute schon widerlegt sein könnten. Ob also alles, was in diesem schon recht alten Buch steht, heute noch als korrekt erachtet wird, kann man natürlich als Leser nicht wissen. Physik-Lehrbücher von Hawking hätte ich während meines Studiums gerne verwendet, würden sie denn existieren. Denn erklären kann er wirklich gut, wenn auch - wie gesagt - auf einem etwas höheren Niveau. Dieses populärwissenschaftliche Buch fand ich zwar stellenweise sehr interessant, ich würde es aber keinem Physik-Laien empfehlen, der nur mal in diese Thematik hineinschnuppern möchte. Ob mir dieses Buch jetzt Erkenntnisse gebracht hat, kann ich gar nicht sagen. Ich habe es halbwegs gerne gelesen, wundere mich nur etwas darüber, warum dieses Buch so ein Bestseller geworden ist. In einem Spiegel-Artikel von 2006 heißt es "Das populärwissenschaftliche Buch, bislang weltweit rund zehn Millionen Mal verkauft, machte Hawking zum berühmtesten lebenden Forscher unserer Zeit. Doch wirklich gelesen oder gar verstanden haben vermutlich die wenigsten die streckenweise schwere Kost, die der Kosmologe ihnen in seinem Bändchen vorsetzt. Spötter lästern deshalb, die "Kurze Geschichte der Zeit" sei das meistverkaufte ungelesene Buch seit der Bibel." Das ist meiner Meinung nach sehr zutreffend. Für mich bekommt das Buch jedenfalls nur eine mittelmäßige Bewertung.
  4. Cover des Buches Ein Universum aus Nichts (ISBN: 9783328103097)
    Lawrence M. Krauss

    Ein Universum aus Nichts

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Jamii
    Zwar ist Übereinstimmung selbstverständlich kein Beweis, doch unter Kosmologen wächst die Ansicht, dass etwas, das watschelt wie eine Ente, aussieht wie eine Ente und quakt wie eine Ente, wahrscheinlich auch eine Ente ist.


    Meine Meinung

    Dieses Buch ist meiner Meinung nach der perfekte Schnittpunkt von interessanter Literatur für Leute vom Fach und für Laien, die wenig Information über Physik, Kosmologie und das Universum sowie die Theorien darüber haben.
    Das gilt immerhin für den ersten Part (vielleicht ein Drittel?) Dann wird das Buch komplizierter, der Inhalt setzt noch mehr Vorwissen voraus und (würde ich behaupten) viele Anfänger auf der Strecke lässt. Trotzdem ist es interessant und schon allein die schiere Größe einiger Zahlen ist definitiv beeindruckend.

    Krauss schafft es, das gesamte Buch durch einen Humor zu behalten, der nicht gezwungen wirkt, sondern (großteils und jedenfalls für mich) wirklich lustig ist. 

    Fazit

    Das Buch geht eindeutig in Richtung Fachbuch, aber wer schon Vorwissen hat oder nicht den Anspruch, alles gelesene zu verstehen, sollte dem Buch definitiv eine Chance geben.


    Disclaimer: Ich studiere Physik und bin mit einigem Vorwissen in dieses Buch gegangen.

  5. Cover des Buches Reise zur Stunde Null (ISBN: 9783806221442)
    Igor Bogdanov

    Reise zur Stunde Null

     (2)
    Aktuelle Rezension von: HeikeG
    "Wenn Sie religiös sind, dann ist es so, als würden Sie Gott sehen." - George Smoot, Astrophysiker, Nobelpreis für Physik 2006 - Jules Verne reiste "In 80 Tagen um die Welt", "20.000 Meilen unter den Meeren", zum Mittelpunkt der Erde und "Von der Erde zum Mond". Wie ein spektakulär illustrierter Zukunftsroman aus seiner Feder mutet auch das vorliegende Buch "Reise zur Stunde Null" der Autoren Igor und Grichka Bogdanov an. Doch die Zwillingsbrüder sind keine Schriftsteller fantastischer Literatur, sondern promovierte Wissenschaftler. Sie überbieten Jules Verne und reisen mit dem interessierten Leser zur absoluten Stunde Null - dem Ursprung des gesamten Universums. Jeder hat schon einmal in die unendlichen Tiefen eines wolkenlosen nächtlichen Sternenhimmels geblickt. 5.000 Sterne können wir mit bloßem Auge erblicken, Abermilliarden gibt es, 200 Milliarden allein in unserer Galaxie. Nach neuesten Schätzungen besteht das Universum aus mehr als 100 Milliarden Galaxien. Man fragt sich: Ist das Universum endlich? Wenn ja, was ist dahinter? Und was hat es mit dem großen "Big Bang" - dem großen Urknall - auf sich, dem allerersten Moment des Kosmos, dem absoluten Anfang von Raum und Zeit, den sogar Albert Einstein in Frage stellte, letztendlich jedoch die 1922 aufgestellte, bahnbrechende These des russischen Mathematiker Alexander Friedmann als korrekt bestätigte? Mittlerweile ist die Wissenschaft schon viele Schritte weiter und kann sich auf relativ gesicherte Erkenntnisse beziehen. Vieles bleibt jedoch immer noch im theoretischen Bereich, ist von Prozessen außerhalb des Vorstellbaren geprägt, mit Größenordnungen von absoluter Winzigkeit und gleichzeitig ungeheurer Größe. Auf jeden Fall erzeugt die Reise zu unserem Ursprung mehr als einmal Staunen, Ehrfurcht und Achtung. Albert Einstein traf den Ton diesbezüglich korrekt, als er meinte, "Man gewinnt die Überzeugung, dass sich in den Gesetzen des Universums ein Geist offenbart - ein Geist, der dem des Menschen bei weitem überlegen ist und gegenüber dem wir uns angesichts unserer bescheidenen Kräfte ärmlich vorkommen müssen." Das Buch gliedert sich in zwei Teile: Reise durch den Weltraum und Reise durch die Zeit. Der erstere ist eine relativ sanfte und gut verständliche Einführung in die Weiten unseres Kosmos, beginnend in unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße. Wir fliegen beinahe wie die Besatzung von Raumschiff Enterprise vom Merkur bis zum äußersten Gürtel unseres Sonnensystems und gar weiter darüber hinaus. Wir sehen blaue Zwerge, rote Riesen und kollidierende Galaxien, betreten eisige Steinwüsten, durchfliegen unvorstellbar heiße Gaswolken, planetarische Nebel oder Scheiben aus molekularer Materie und unternehmen sogar einen Abstecher ins Innere eines Schwarzen Loches. Mister Spock alias Igor und Grichka Bogdanov stehen uns dabei als äußerst kompetente und verständliche Reiseführer zur Seite. Spektakuläre Fotografien gebieten beim Lesen fasziniert Einhalt. Obwohl die meisten dieser Fotos am Computer erzeugte künstlerische Darstellungen sind, offenbaren sie trotz alledem ein hohes Maß an Authentizität und wirken niemals kitschig oder unglaubwürdig. Sie bestechen durch eine ausgezeichnete Bildbandqualität. Nach diesem auch für den Laien relativ verständlichen und "sanften" Einstieg drehen die beiden Autoren die Zeitachse um. Wieder zurück auf der Erde fliegen sie nun in die Vergangenheit, erst in die unseres Planeten, dann bis ins Jahr 380.000 nach dem "Big Bang", 7 Milliarden Jahre vor unserer Zeit und auch darüber hinaus. Igor und Grichka Bogdanov überspringen die Plancksche Mauer, um sich in das "Davor" zu wagen. Für die Autoren ein Ursuppe aus imaginärer Zeit und einer Dualität aus Energie und Information, in der ein "Quantensturm" tobt und die Raumzeit verzerrt. Hier stößt die Informationsvermittlung für den Laien an seine Grenzen. Es wimmelt von Fachausdrücken und physikalischen Konstanten und Inkonstanten. Da helfen auch die großartigen Computergrafiken nichts mehr. Der nur mit seinem schulphysikalischen Verständnis ausgestattete Leser kann Begriffen wie der euklidischen vierdimensionalen Raumzeit, Instantonen, magnetischen Monopolen und KMS-Zuständen nicht mehr folgen. Trotzdem ist "Die Reise zur Stunde Null" ein spektakuläres und faszinierendes Buch, das dem Interessierten einen wirklich fulminanten Eindruck von den umwerfend neuen Erkenntnissen der modernen Astronomie vermittelt. Allein die 150 großformatigen, farbigen Fotos und Bilder, die jeweils sehr anschaulich erläutert werden, lohnen ein Blick ins Buch. Viele passend platzierte Zitate von bekannten Persönlichkeiten, ein Vorwort von Dr. Joachim Bublath und ein Glossar runden dieses äußerst gelungene Werk ab. Fazit: "Niemand wird unter einem schlechten Stern geboren: manche verstehen es einfach nicht, den Himmel zu lesen." (Dalai Lama) Mit diesem großartigen Buch von Igor und Grichka Bogdanov, das beinahe ein sinnliches, aber auf jeden Fall ein atemberaubendes intellektuelles Vergnügen ist, fällt es jedenfalls ein bisschen leichter.
  6. Cover des Buches Der Urknall (ISBN: 9783406726743)
    Hans-Joachim Blome

    Der Urknall

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  7. Cover des Buches Dunkle kosmische Energie (ISBN: 9783827424808)
    Andreas Burkert

    Dunkle kosmische Energie

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Kruse
    Auch ich möchte mich in die positive Rezension dieses äußerst ansprechenden populärwissenschaftlichen Buches über die Grundlagen und den Werdegang unseres Universums einreihen. Dem, was bereits gesagt wurde, kann ich mich nur anschließen und auch ich möchte betonen, dass dieses Buch mich nachhaltig beeindruckt hat. Hier wird nicht - wie an vielen anderen Stellen - versucht uns durch skurrile, hanebüchene oder gar aberwitzige Phantasien hinters Licht zu führen. Hier sind es die Fakten, die im Vordergrund stehen - und siehe da, diese sind aufregend und nachvollziehbar und wissen eine spannende Geschichte zu erzählen. Was ist Zeit? Diese Frage stellt sich zum Beispiiel der Autor und hat mich auf seinem Weg mitgerissen. Ich habe es verstanden und ich habe verstanden, dass sie enden kann, und dass es genau dieses Enden ist, das unsere eigene Lebenszeitscheibe festlegt. Die spannende Geschichte betrifft also nicht nur das Universum, sie betrifft auch uns, denn wir sind Teil des Universums. Das ist mir klar geworden. Trotz meiner bescheidenen Vorkenntnisse ist mir darüberhinaus erstaunlich viel klar geworden und das hat sich zu einem Bild zusammengefügt, das durchaus Lücken hat, so wie auch die Astrophysik noch ihre Lücken hat. Das Bild, das ich jetzt im Kopf habe, hat mich auf jeden Fall weitergebracht, auch wenn ich immernoch nicht weiß, weshalb es uns gibt.
  8. Cover des Buches Der Ursprung des Menschen (ISBN: 9783446230873)
    Ilse Rothfuß

    Der Ursprung des Menschen

     (3)
    Aktuelle Rezension von: HeikeG
    Der lange Marsch zur Menschwerdung Woher stammt der Mensch? Warum gibt es ihn? Fragen, die seit jeher die Menschheit beschäftigen. Und wer, wenn nicht Yves Coppens, könnte diese Fragen besser beantworten. Der französische Wissenschaftler und ehemalige Professor am College de France, bringt Licht ins Dunkel unserer Vergangenheit. Er erzählt Kindern ab acht Jahren woher wir kommen und warum die einen noch auf den Bäumen, die anderen im Büro hocken. Auf sechzig großformatigen Seiten schildert der große Paläontologe, der u. a. mit dabei war, als 1974 das berühmte Australopithecus Mädchen Lucy gefunden wurde, dem Kind, das dieses Buch liest - oder besser: vorgelesen bekommt - die Geschichte unserer Vorfahren und die Entstehung des Universums. "Was war vor den Menschen? Vor dem Leben, den Pflanzen und den Tieren, vor dem Wasser, der Erde, dem Feuer und der Luft, vor der ersten Nacht und dem ersten Tag, vor der ersten Sonne und vor den Sternen? Was war da? Und wie war es?" Coppens Reise reicht vom sogenannten Nichts vor dem großen "BÄNG!!!" (da muss es doch etwas gegeben haben), über die Entstehung von Zeit, Raum und Materie (Einstein lässt grüßen) im sich langsam abkühlenden brodelnden kosmischen Kochkessel aus Quarks und Gluonen bis zum komplexen Universum mit all seinen Sternen und Galaxien. Er erzählt den kleinen Zuhörern oder Lesern wie sich erstes primitives Leben entwickelte und später ein unverhoffter Eindringling allem eine neue Richtung gab und den Lauf der Geschichte veränderte. Gemeint ist eine Art Fisch, die erstmals das Land erobert und im Laufe mehrerer Millionen Generationen hier heimisch wurde. Von da an geht es "Schlag auf Schlag". Nach den Amphibien folgen die Dinosaurier und die ersten Säugetiere. Und schwupps, schon tauchen die Primaten - unsere Vorfahren - auf. Und bis das erste seltsame Wesen auf dem Plan steht, "das nicht mehr wirklich ein Affe, aber auch noch kein Mensch ist", ist es auch nicht mehr weit. Der Marsch der Hominiden - der Weg zur Menschwerdung - kann beginnen. Natürlich passiert dies alles nicht so rasant wie es im Buch den Anschein hat. Jahrmillionen liegen zwischen all diesen Entwicklungsphasen. Doch Yves Coppens hat alles Wichtige auf zwanzig Seiten verdichtet. Seinen Text platziert er am unteren Buchrand. Zwei Drittel der Buchseite sind den geheimnisvollen dunklen Illustrationen Sacha Geppners, einem freien Künstler und Illustrator aus Paris, vorbehalten. In einer Melange aus verwaschenen, wabernden Blau- und Grüntönen, die der Tiefe unseres Universums und der vergangenen Zeit eindruckvoll gerecht werden, setzt Geppner nur sparsam leuchtende Akzente. Da steht auf der einen Seite die unheilvolle Silhouette eines Tyrannosaurus Rex, auf der anderen schaut das beleuchtete Gesicht eines Homo Habilis aus dem düsteren Strukturhintergrund. Wiederum ein paar Seiten später sieht der Betrachter eine Gruppe Neandertaler in einer dunklen Höhle gemeinsam um ein loderndes Feuer sitzen oder aber eine Homo Erectus-Frau liebevoll ihr kleines Kind im Arm halten. Yves Coppens hat sein Buch zweigeteilt. Die letzten dreißig Seiten widmet er ausschließlich der Evolution der Hominiden, das Spezialgebiet des Autors. In einfachen und verständlichen Worten erläutert er die einzelnen Wege, die unsere Vorfahren genommen haben, beginnend an ihrer Wiege, die zweifelsohne in Afrika stand. Sei es nun Homo habilis, Homo rudolfensis, Neandertaler, Homo erectus, Homo ergaster oder letztendlich Homo sapiens, immer neuere spektakuläre Funde haben den Stammbaum des Menschen inzwischen in einen beinahe verworrenen Stammbusch verwandelt. Und "eines Tages ... erfindet der Mensch die Schrift ... Damit geht die Vorgeschichte zu Ende, und die Geschichte beginnt. 14 Milliarden Jahre sind vergangen ... und wenige Jahrtausende Zivilisation." Ein Glossar, in welchem schwierige Begriffe erklärt werden, ergänzt dieses großartige und wunderbare Buch. Den Text Coppens hat letztendlich Soizik Moreau "aufgenommen, niedergeschrieben und verschönert, so wie sie immer macht", berichtet der Autor. Aus dem Französischen übersetzt hat ihn Ilse Rothfuss. Weil Yves Coppens seinen kleinen und großen Leser eine Fülle an Informationen mit großer Komplexität bietet, ist es sicher sinnvoll, Kindern dieses Buch nicht einfach in die Hand zu geben, sondern es ihnen vorzulesen und immer wieder einmal über einzelne Passagen gemeinsam nachzudenken und miteinander zu sprechen. Fazit: "Vom Sternenstaub zum Wesen, das erforscht, woher es kommt - die Geschichte des Menschen ist ein Wunder. Wie weit wir mit der Selbsterforschung gekommen sind, zeigt in bewundernswerter Klarheit dieses [großartige] Buch" Yves Coppens, schreibt der Hanser Verlag, bei dem "Der Ursprung des Menschen" erschienen ist. Dieser Aussage kann man sich uneingeschränkt anschließen. Sacha Gepners phantastische Illustrationen wirken als eindrucksvolles ergänzendes Pendant. Empfohlen für Kinder ab acht Jahren und danach jedes Alters.
  9. Cover des Buches Das Universum und das ewige Leben (ISBN: 9783423247122)
    Marcus Chown

    Das Universum und das ewige Leben

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  10. Cover des Buches Das hässliche Universum (ISBN: 9783103972467)
    Sabine Hossenfelder

    Das hässliche Universum

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  11. Cover des Buches Die kürzeste Geschichte allen Lebens (ISBN: 9783492992497)
  12. Cover des Buches Vor dem Urknall (ISBN: 9783499627750)
    Brian Clegg

    Vor dem Urknall

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Kaivai

    Was war vor dem Urknall? War da was? Oder nichts? Und: war der Urknall überhaupt?
    Viele Fragen tummeln sich im Reich der Kosmologie und Brian Clegg ringt mit ihnen wie Laokoon mit der Schlange. Eins wird klar in diesem Buch: Kosmologen sind Wissenschaftler, die aufgrund der allzuweiten räumlichen Entfernung ihres Forschungsgebiets, nicht in der Lage sind experimentell zu arbeiten. Das öffnet der Spekulation alle Pforten und solange kein großer Widerspruch am Firmament erscheint, blüht und gedeiht der Spekulatius. Wissenschaft im Verbund mit Fiktion heißt ja nicht umsonst im Englischen Science Fiction.
    "Spekulatius" brüllt das Krümelmonster und rupft aus der Kekstüte den Urknall (mit Inflationsfüllung), Schwarze Löcher, Wurmlöcher, Dunkle Materie, Dunkle Energie, Multiversen, kollidierende Branen heraus und verspeist sie genüßlich. Und dann winden sich seine Därme wie supersymmetrische Strings und verdünnisieren sich in die zehnte Dimension.
    Nicht ganz leicht zu lesen, dies Buch. Sehr faktenreich und vollgespickt mit Wissenschaftsgeschichte, aber allzuoft taumelt der Autor durch seine eigene Erzählung wie der Wanderer im Wald, der ihn nicht mehr sieht vor lauter Bäumen.
    Aber toll, wie er von den Bäumen erzählt. Hab vieles gelernt. Allein schon: die Inflation. Nur der Urknall reicht nicht. Dann wär das Universum nicht so gleichförmig, wie es ist. Also haben die Kosmologen einen Kniff eingeführt. Kurz nach dem Urknall steigerte sich die Ausbreitung des Universums abrupt inflationär und irgendwann, als das Universum ausreichend gleichförmig war, endete die Inflation genau so abrupt. Einen Nachweis für die Inflation gibt es nicht und ihre Ursache kann auch niemand erklären. Aber gebraucht wird sie, damit das Urknall-Modell Bestand hat. Ist also sozusagen die Krücke des Urknalls.
    Ein Baum, ein kniffliger. Und dann erzählt er von noch einem Baum: der Urknall enstand ja aus einem Punkt, der in seiner Größe Nahe null war. Und in diesem Punkt soll das gesamte Universum, das heutzutage hundert Milliarden Galaxien mit jeweils hundert Milliarden Sternen enthält, versammelt sein. Natürlich im Urzustand, als Wasserstoff. Aber, bei aller Verdichtungsfähigkeit, die der Materie zueigen ist, dagegen ist der Spaziergang eines Kamels durch ein Nadelöhr ein Sonntagsspaziergang. Der Autor fragt zurecht: wie soll das gehen? Aber leider wandert er dann wieder in die Bäume hinein und versäumt es zu erzählen, wie die Urknallbefürworter diese Frage beantworten.
    Fand ich schade. Oft fehlte mir die klare Linie. Manchmal hat er auch zu wenig Kante gegeben. Aber schön fand ich, dass er viele kritische Fragen aufgeworfen hat und auch nicht in Versuchung gekommen ist, sie mit Antworten glattzubügeln.
    Über Kosmologie zu lesen ist eine Herausforderung für den gesunden Menschenverstand. Kosmologen haben oft genug nicht mehr alle Untertassen im Schrank. Und fliegende Untertassen im Dachstübchen. Voller Leidenschaft stürzen sie sich in das Rätsel der Schöpfungsgeschichte. Au ja, das möcht ich auch lösen, hab ich gedacht, beim lesen des Buches. Und schwups, fiel mir dazu etwas ein. Natürlich keine Wissenschaft, aber eine kleine (mytho)logische Erklärung, warum aus Nichts etwas kommen kann, obwohl aus Nichts nichts kommt.
    Brian Cleggs Buch endet mit David Bohm. Ein Physiker, der durch seine Arbeit zu dem Schluß kam, dass Lokalität nicht existiert, d.h.: jeder Punkt im Universum ist mit jedem anderen direkt verbunden (so läßt sich auch die Quantenverschränkung erklären). Ich zitiere: "In Bohms Universum gibt es keine individuellen Teilchen. Alles ist ein Teil desselben Gegenstands. Das heißt nicht, alles, was wir sehen sei bedeutungslos und eine Fälschung, sondern nur, dass seine Konsistenz eher flüssig ist, statt aus einer großen Zahl einzelner Teilchen zu bestehen. Bohm benutzte das Beispiel von Strukturen, die aus dem Wasser hervorgehen, etwa Wellen und Strudel. Gewiss existieren sie und können aufeinander und auf andere Dinge reagieren, dennoch sind sie keine Gebilde aus eigener Kraft und unabhängig vom Wasser. Sie sind ein Teil des >Wasserhologramms<".
    Das schöne an diesem Bild, vom Universum als abgeschlossenes Ganzes, ist: ich kann mich damit identifizieren. Ich bin auch ein Wasserhologramm, ein Ganzes in dem diverse Teilchen umherschwappen. Diese Ganzheit ist das wesentliche an mir, dafür gibt es das schöne Wort Seele, in dem ja auch die See enthalten ist. Um eine Seele zu haben ist unbedingt Subjektivität vonnöten. Ich bin ein Subjekt mit Seele.
    Ist das Universum auch ein Subjekt mit Seele? Und wenn ja: was war vor dem Urknall?
    Ich bin ein Subjekt in den vier Dimensionen der Raumzeit. In mir kreuzen sich die Dimensionen in einem Punkt. Dieser Punkt nennt sich "Gegenwart" und beschreibt sowohl das räumliche als auch das zeitliche gegenwärtig sein. Ich erlebe meine Gegenwart, sie ist die Dimension meines Daseins, sozusagen die fünfte Dimension.
    Wenn das Universum ein Subjekt ist, ist es eins außerhalb von Raum und Zeit, denn Raum und Zeit sind in ihm. Es ist pure fünfte Dimension. Pure Gegenwart. Und genau diese Gegenwart war auch schon vor dem Urknall.
    Für den ersten Moment des Urknalls sagt auch die Wissenschaft dasselbe: Raum und Zeit werden geboren, es gibt nur die reine Gegenwart. Erst im zweiten Moment gibt es Vergangenheit. Und, sagt die Wissenschaft, weil es vor dem Urknall noch keine Zeit gab, ist es müßig über das davor zu spekulieren. Trotzdem drängt sich natürlich die Frage auf: woraus entstanden Raum und Zeit. Aus dem Nichts?
    Was ist das Nichts? Das Nichts ist etwas ohne Etwas. Nicht das geringste Etwas ist im Nichts enthalten. Nicht das klitzekleinste Objekt. Null Prozent Objektivität. Und objektiv kann aus dem Nichts auch nichts entstehen. Objektiv kann das Nichts auch nicht sein. Was bleibt: das Nichts kann nur subjektiv sein. Und das können wir uns als Menschen auch gut vorstellen: falls unsere Seele nicht unsterblich ist und wir gestorben sind, dann "erleben" wir das Nichts.
    Was bedeutet das für das universale Subjekt? Es ist nicht, so wie wir, an den Zeitpfeil gebunden. Vergangenheit und Zukunft sind eins. Und so kann es, Hokuspokus, seinen eigenen Ursprung erschaffen. In sich selbst, im Universum, kann es aus dem Nichts eines Subjekts schlüpfen und dann ewig sein, vor und hinter und mittendrin im Urknall. Übersetzt in ein Bild: der Vogel legt ein Ei, aus dem er selbst schlüpft.
    Verstanden? Klingt verrückt und ist es auch. 1,2,3, an meinem Fenster fliegen Untertassen vorbei...
  13. Cover des Buches Kann das alles Zufall sein? (ISBN: 9783902404541)
    Heinz Oberhummer

    Kann das alles Zufall sein?

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Ich liebe Bücher über das Weltall, und dieses gehört fraglos zu den besten seiner Art. Heinz Oberhummer gibt einen Überblick über den aktuellen Wissensstand der Astronomie und öffnet seinen Lesern die Augen hinsichtlich der einzigartigen Fähigkeit des Menschen, den Kosmos, in dem er lebt, wenigstens ansatzweise zu verstehen. Unser Sonnensystem, die Milchstraße, Galaxien, Sterne, Quasare, Pulsare, Supernovae, Schwarze Löcher und Dunkle Materie, nichts wird ausgelassen in diesem großartigen, interessant und verständlich geschriebenen Buch, das es trotz aller Wissenschaftsbezogenheit vermeidet, mit mathematischen Formeln zu langweilen. Auf spannende und zugleich unterhaltsame Weise wird der Frage nach der Herkunft unseres Universums und nach den möglichen Ursachen für die Entstehung des Lebens auf der Erde nachgegangen und erörtert, wie groß oder klein die Chancen für die Existenz von Leben irgendwo anders im All sind. Ein schmaler Farbbildteil nimmt den Leser mit auf eine Reise durchs Universum und illustriert die Erklärungen im Text. Angesichts der unglaublichen Wunder, die das Universum bereithält, ist es unmöglich, dieses Buch nicht faszinierend zu finden, der beste Einstieg daher für alle, die glauben, sich nicht für Astronomie begeistern zu können.
  14. Cover des Buches Big Bang (ISBN: 9783423344135)
    Simon Singh

    Big Bang

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Mario_Veraguth

    Eine Sternenfahrt durch die letzten zweieinhalb Jahrtausende astronomischer Erkenntnisse nimmt ihren Anfang in den Mythen und Legenden verschiedener Hochkulturen, streift griechische Astronomen und die ketzerischen Gedanken eines Kepler, um das Hauptaugenmerk immer näher zur Gegenwart und dem 19. und 20. Jahrhundert hin zu verlagern.

    Die Leichtigkeit und der Humor, mit dem Singh durch die, mit amüsanten Zitaten eröffneten Kapitel führt, treffen einen bei wissenschaftlich doch recht deftiger Kost umso unerwarteter und erfreulicher. Es mindert den Spaß auch nicht im geringsten, dass man vorab immer weiß, wer das Rennen der konkurrierenden Allerklärungsthesen gewinnen wird. Allein welch Modelle entworfen, zur Lehrmeinung erhoben und wieder gestürzt worden sind, würde Stoff für mehr als ein Buch liefern. Mit welchen Argumenten und Schlussfolgerungen die jeweiligen Verfechter einer Hypothese die jeweilige Wahrheit zu untermauern trachteten mutet mitunter bizarr an, wenn man sich den momentanen Stand der Forschung mit schwarzen Löchern, dunkler Materie, Stringtheorie, Quantenschaum und Konsorten jedoch aus den Augenwinkeln betrachtet, erscheinen sie beinahe harmlos, unschuldig und nachvollziehbar. In manchen Fällen kann man vom Glück des Thesenvaters sprechen, dass sich eine der jeweils unvorstellbaren Theorien im Nachhinein als richtig erwiesen hat, ohne dass man der Schlussfolgerung des jeweiligen Wissenschaftlers einen Denkfehler anlasten könnte. Es war schlichtweg das Glück oder Pech die richtige oder falsche Idee mit einem mehr oder minder logisch nachvollziehbaren Gedankengebäude untermauern zu können, ob es danach in sich zusammenbrach oder sich Jünger darum scharten, war Schicksal.

    Und schillernde und skurrile Figuren waren sie allemal, die Wissenschaftler damals und wahrscheinlich auch heute. Gerade diese Zurschaustellung der Menschlichkeit samt privater Anekdoten diverser Geistesgrößen lockert durch zum Schmunzeln anregende Macken und Eigenheiten die Lektüre auf und demontiert teilweise auch das hohe Ansehen mancher Koryphäen. Man mag wissenschaftlich genial gewesen sein, aber menschlich blieb man mitunter doch ein Misanthrop.

    Was zu den jeweiligen Zeiten eines Newtons, Einsteins, , Hubbles, Galileis, Brahes oder Kopernikus bizarr und unerklärlich anmutete, kann man genau so gut auch auf unsere heutige, peinlicherweise noch immer in den Kinderschuhen steckende Erkenntnis über die wirkliche Beschaffenheit all der stroboskopisch funkelnden Lichter am Nachthimmel ummünzen. So wie nur Bruchstücke des Himmels überhaupt erst betrachtet, kartographiert und interpretiert worden sind, von Erforschung oder Verständnis gar nicht erst zu sprechen, so sind die Blicke in die tiefere Beschaffenheit noch rarer und in ihrem Richtigkeitsgehalt unsicherer.

    In vielerlei Hinsicht werden entweder Theorien entwickelt, die daraus resultieren, dass man die Wirkung von etwas Unbekanntem auf bekannte Phänomene, wie etwa Schwerkraft oder Licht, als Erklärung für selbiges heranzieht. Oder es ergeben sich zufällige Betrachtungen von kosmischen Ereignissen, die jeglicher physikalischen Ordnung widersprechen und bis auf weiteres unter dem Vermerk der Unerklärlichkeit abgeheftet werden müssen.

    So ist es doch amüsant zu wissen, dass es immer den einen oder anderen Wissenschaftler geben wird, der die endgültige Allformel oder die universelle Erklärungstheorie in petto zu haben glaubt, sei es vor Jahrtausenden, in der Gegenwart oder ferner Zukunft. Egal in welcher Epoche, allein des Unterhaltungs- und Erkenntniswertes wegen ist diesen Kämpfern an der vordersten Front des Verstehens Respekt zu zollen. Und einer von Ihnen wird immer recht haben, was einen Nanometer Fortschritt im Verständnis der unendlichen und herrlichen Komplexität um, in und über uns ermöglicht.

  15. Cover des Buches Der kosmische Volltreffer (ISBN: 9783593385402)
    Paul Davies

    Der kosmische Volltreffer

     (3)
    Aktuelle Rezension von: HeikeG
    Das Leben und den Geist ernst nehmen! . - Paul Davies entwirft die Version eines "partizipatorischen Universums" - . Ist "die Menschheit nur ein chemischer Schaum auf einem mittelgroßen Planeten"? Diesem Satz Stephen Hawkings würden wohl die meisten Physiker und Wissenschaftler zustimmen und das Leben "als ein triviales, zufälliges Ornament der physikalischen Welt" einordnen, dem im Gesamtsystem des Kosmos' keine besondere Bedeutung zukommt. Paul Davies vertritt eine andere Version. Für ihn ist Leben kein "Nebenprodukt der Natur", sondern ein "zutiefst bedeutender Teil des kosmischen Geschichte". . Zu den größten Filmerfolgen der letzten Jahre zählt zweifelsohne die Matrix-Trilogie. Spektakulär ist die Enthüllung am Ende des ersten Teils, als der Zuschauer erfährt, dass "menschliche Wesen" gar nicht real existieren, sondern das Produkt einer Computersimulation sind: eine virtuelle Reality-Show, die von einer weit fortgeschrittenen Zivilisation mit gigantischen Computerressourcen veranstaltet wird. . Science-Fiction-Szenario oder vielleicht doch eine reelle Möglichkeit? Ist unsere Welt und das ganze Universum vielleicht nur Schwindel? Sind alle Gegenstände im Raum nur ein Hirngespinst? "Oder noch schlimmer: 'Auch Sie selbst sind nur ein Hirngespinst Ihrer Vorstellung. Und diese geistige Erfahrung, Ihre 'Vorstellung', wird in einem riesigen Computer zusammengebraut, der nicht in unserem Universum steht (das natürlich auch nicht wirklich, sondern nur virtuell existiert), sondern in einem hypothetischen 'anderen' Universum, dem Mutter-Universum. Ist so etwas auch nur im Entferntesten glaubhaft?", fragt sich Paul Davies. . Der Physiker und Sachbuchautor, der besonders im Bereich der Kosmologie, Quantenfeldtheorie und Astrobiologie forscht und arbeitet sowie das BEYOND-Forschungszentrum zu elementaren Fragen zur Entstehung des Universums und des Lebens in der Arizona State University leitet, hat sich mit dieser Idee - auch wenn sie noch so absurd klingen mag - und einer Menge anderer Möglichkeiten befasst, um Antworten zu finden. Antworten auf Fragen über sehr kleine Dinge wie zum Beispiel: Wie viel fundamentale Teilchen bilden die Welt? Ihn beschäftigen aber auch die essentiellen, die "großen Fragen": Warum ist unser Universum so wie es jetzt ist? Wie konnte es Leben erzeugen? Wer oder was hat den "Big Bang" ausgelöst? Gibt es nur ein Universum oder eine sehr große Anzahl von parallelen Universen, ein Multiversum? . Bausteine, die die Welt zusammenhalten . Davies diskutiert mögliche Lösungswege auf spektakuläre, spannende und überaus interessante, gleichzeitig jedoch äußerst tiefgreifende, lehrreiche und intelligente Art und Weise. Einige dieser Theorien dürften in früheren Zeiten nur als spekulativ oder überambitioniert abgetan worden sein. Doch Verbesserungen in den beobachtenden Methoden und Technologien haben unverhofft klare Fenster in einigen Bereichen geöffnet. Der Autor stellt die neuesten Entdeckungen und Kenntnisse - vor allem der letzten fünfzig Jahre - vor, die es den Wissenschaftlern erlaubt haben, das Puzzle der Geschichte und die Entstehung unseres Universums in detaillierter und beispielloser Einzelheit zusammenzusetzen. . Dabei erklärt er die Dinge immer klar, frei von unnötigen pedantischen Beschreibungen und reinem Fachjargon. Mathematische Gleichungen beschränkt er auf ein absolutes Minimum. Paul Davies ist sich vollauf bewusst, dass die meisten von uns die abstrakten Details und die Welt der Quanten nicht verstehen, doch er vermag dieses Areal mit zum Teil einfachen bildlichen Darstellungen überraschend leicht verdaulich zu vermitteln, eine gewisse physikalische Grundvorstellung vorausgesetzt. Er führt den Leser durch komplexe, ungelöste Debatten, was wiederum bedeutet, dass jener manchmal den Dingen einfach nur vertrauen muss. Eine der großen Stärken seines Buches ist jedoch, dass Paul Davies stets deutlich darauf hinweist, welche Ideen umstritten oder vorläufig und welche fest etabliert sind und als gesichert gelten. Für diejenigen, die sich tiefer informieren wollen, platziert er viele Fußnoten, mit weiterführenden Erklärungen und Literatur, die am Ende seines Buches gruppiert wurden. So wird der Fluss seiner Erzählung nicht unterbrochen. Hin und wieder schiebt er einen Kasten ein, um das bisher gesagte zusammenzufassen oder eine etwas kompliziertere Angelegenheit genauer zu erläutern. . Davies erzählt die Geschichte des Universums ziemlich linear. In den ersten Kapiteln stellt er die Grundkonzepte der modernen Physik und Kosmologie vor. Er beschreibt die Eigenschaften des Universums, seine "Geburt", die Bausteine, die die Welt "zusammenhalten" und diskutiert über die Verlockung einer einheitlichen Theorie. Anschließend greift er die Gedanken der Stringtheorie und das bizarre Verhalten von sub-atomaren Teilchen auf, die alle den Weg für vier oder fünf anerkannte Theorien über den Grund der Lebensfreundlichkeit unseres Universums pflastern. Diese Theorien reichen von dem einen, einzigen und einmaligen Universum, über das, in der Führung der Hand eines intelligenten Schöpfers, der allem den logischen Stempel aufdrückt, indem er an seiner kosmischen Schöpfungsmaschine sitzt und durch Drehen an deren Knöpfen, die Parameter des physikalische Universums justiert und feinabstimmt, bis zum neuesten Stand, dass wir in einem "Multiversum" leben, wo alle Iterationen irgendwo möglich sind. . Sein oder Nichtsein . Es ist beinahe eine Erleichterung, wenn Davies schließlich ein Universum begünstigt, in welchem die Entwicklung von intelligentem Bewusstsein fest in den Gesetzen der Natur verdrahtet ist, ähnlich wie E = mc2. Die berühmte magische Formel Einsteins drückt die Äquivalenz von Masse und Energie aus und dass Extreme von Masse und Geschwindigkeit die Dimension der Zeit auf seltsame Art und Weise manipulieren können. Davies spinnt den Faden noch weiter. Er entwirft die faszinierende Möglichkeit eines "partizipatorischen Universums", in dem sogar einige fundamentale "Lebensprinzipien" rückwärts durch die Zeit handeln können; sozusagen die Aufnahme eines gewissen teleologischen Moments in die Quantenmechanik. Leben und Geist als kreative Indikatoren in der Physik - eine radikale Idee oder mit anderen Worten, wir waren in der Tat bestimmt, hier zu sein. . Vielleicht sollte sich die Wissenschaft von der allzu idealistischen Platonschen Sichtweise der physikalischen Gesetze lösen, sie nicht mehr a priori setzen und sich für mehr "Mutabilität" und Wandlungsfähigkeit öffnen, meint der große theoretische Physiker John Archibald Wheeler, dem Paul Davies dieses Buch gewidmet hat. Er ist einer dieser Anti-Platoniker, dessen Gedanken zugegebenermaßen faszinieren und auch im logischen und philosophischen Bewusstsein der Rezensentin eine klare Favoritenrolle einnehmen. Doch warum sollte man die atemberaubend erfolgreichen Anwendungen der Quantenmechanik, von ihrer verwirrenden Interpretation, die Gegenstand heftigster Debatten ist, trennen und diesen Part den Philosophen überlassen? Warum soll nicht Leben und Geist im tiefsten Inneren der Natur des Universums verankert sein? "Der kosmischer Volltreffer" ist auf jeden Fall ein Buch, was lange nach dem Zuschlagen der letzten Seite nachhallt. . Fazit: Paul Davies dekodiert die reale Wissenschaft und trifft genau den Kern unseres Verständnisses über das Universum: eine klare Einführung in die moderne Kosmologie und die Grundlagen der Physik. Sein Buch ist eine Rückkehr zu dem, was die Wissenschaft ursprünglich war: Neugier über unsere Welt und uns.
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