Bücher mit dem Tag "biografien & erinnerungen"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "biografien & erinnerungen" gekennzeichnet haben.

71 Bücher

  1. Cover des Buches Splitterfasernackt (ISBN: 9783426784884)
    Lilly Lindner

    Splitterfasernackt

     (434)
    Aktuelle Rezension von: Soraja_liest
    Inhalt:
    Lilly Lindner erzählt von ihrem Leben. Sie erzählt von ihrem Nachbarn, der sie vergewaltigte als sie erst 6 Jahre alt war und wie sie damit versuchte umzugehen. Oder eben davon zukommen.

    Meine Meinung:
    Da es sich hier um die persönliche Geschichte von Lilly Lindner handelt, kann ich diese nicht "bewerten".
    Jedoch beeindruckte mich ihre "Sprachgewalt" auch in diesem Buch wieder. Diese allein ist ausschlaggebend für die 5 Sterne-Bewertung.

    Es handelt sich hier nicht um leichte Kost und sicherlich nicht um einen Unterhaltungsroman. Vielmehr erzählt uns die Autorin mit ihrem außergewöhnlichen und sehr berührenden Schreibstil aus ihrem Leben.
    Ich möchte nicht sagen, dass ich mit ihr mitfühlen kann oder sie und ihre Entscheidungen verstehe. Das kommt ihrer Erzählung in keinster Weise gerecht. Vielmehr möchte ich zu dem Buch sagen, dass es mich unfassbar gerührt und vor allem mitgenommen und bewegt hat. Dass Lilly Lindner die Kraft und den Mut aufgebracht hat, so viel von ihrem Innersten preiszugeben, ist beeindruckend. Davor kann man nur den Hut ziehen. Und Kraft daraus schöpfen. Und sich inspirieren lassen.

    Ich halte die Autorin für eine außergewöhnliche Frau mit einer wundervollen Begabung zum Schreiben. Und auch wenn es "schwere Kost" ist oder sein könnte, möchte ich gerne noch weitere ihrer Werke lesen.


  2. Cover des Buches Das Leben und das Schreiben (ISBN: 9783453435742)
    Stephen King

    Das Leben und das Schreiben

     (346)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ja, meine ersten spannenden Titel stammen aus der Feder von Stephen King. Sie haben mich gefesselt, geängstigt und haben lange in meinem Regal gestanden- irgendwann habe ich sie verschenkt, ausgelesen, überholt- fertig. Nochmal mit Joyland einen Versuch gestartet- mäßig begeistert und nun hat mich diese autobiographische Schreibanleitung von Stephen King wirklich absolut erfreut. Ich werde mich mit einem anderen Blick an mein Debüt setzen und die Türen solange zu lassen, bis es nach draußen kann. Ich kann dieses Buch nur jedem Autor und/ oder Fan von Stephen King ans Herz legen.

    Hätte ich die Zeit gehabt, wäre es in einem Rutsch durchgelesen worden.Super

  3. Cover des Buches Das Genie (ISBN: 9783257069983)
    Klaus Cäsar Zehrer

    Das Genie

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Lesegezwitscher

    Es ist Anfang 20. Jahrhunderts: William James Sidis wird als Wunderkind gefeiert und ist somit das beste Beispiel dafür, dass die einst für William erfundene "Sidis-Methode" seines Vaters funktioniert. Dieser hat seinen Sohn von Geburt an mit einem bestimmten Lernprogramm erzogen mit der Absicht aus ihm ein Genie zu machen. 

    Doch nach und nach wird deutlich, dass es für so ein noch die dargewesenen Genies keinen richtigen Platz in der Gesellschaft gibt. William wird erwachsen und eckt durch seine nicht erlernten sozialen Kompetenzen an. Er bricht mit seinen Eltern und der Vergangenheit und beschließt seine Intelligenz nicht mehr der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. 

    Ich wollte dieses Buch eigentlich schon länger lesen, war aber immer von dem Umfang und die doch recht eng bedruckten Seiten abgeschreckt. Ebenso dachte ich, dass dieses Buch von Schreibstil auch anspruchsvoll sei, weswegen ich immer den richtigen Moment gesucht habe.

    Anfang Dezember habe ich mich dann getraut und ich muss sagen: ich hätte es viel früher tun sollen. Dieser Roman hat mich einfach gepackt.

    Vorab: der Schreibstil ist super zugänglich und die Leser:innen können die Geschichte leicht verstehen. Sie ist sehr spannend geschrieben, sodass man immer wissen möchte, wie es weiter geht.

    Die Leser:innen begleiten William von Anfang an bis zum Ende, weswegen es auch schwer ist, eine Inhaltsangabe zu geben. Ich kann nur nochmal sagen: lest es selbst. 

    Es ist zum Einen eine sehr gute Coming-of-Age Geschichte eines Jungens, der seit seiner Kindheit geprägt wurde und nie seinen freie Persönlichkeit entwickeln konnte. 

    Zum Anderen ist es auch ein Gesellschaftsroman, denn William erlebt die zwei Weltkrieges und viele historische Ereignisse zwischendurch und sieht, wie die Gesellschaft von militärische Gewalt, Ausbeutung geprägt ist. 

    Der Roman zeigt, was passieren kann, wenn man seinen Prinzipien treu bleibt und keine Kompromisse eingeht und stellt sich die Frage inwiefern man sich den Strukturen beugen sollte, um ein gutes Leben zu führen oder was überhaupt die Definition eines guten Lebens ist. 

    William ist hierbei eine tragische Figur, die man einerseits sehr lieb gewinnt, andererseits wach rütteln möchte, ihn aber gleichzeitig für seine Standhaftigkeit bewundert. 

    Dieses Buch berührt! 

    Scheut euch nicht und LEST ES!

     


  4. Cover des Buches Der Klang der Hoffnung (ISBN: 9783570159903)
    Suzy Zail

    Der Klang der Hoffnung

     (70)
    Aktuelle Rezension von: MoWilliams
    „Der Klang der Hoffnung – Die Geschichte einer unmöglichen Liebe“ warf mich zuerst aus dem Konzept. Eine Liebesgeschichte in Auschwitz ist nichts, was ich mir als besonders romantisch oder liebevoll vorstelle, erst recht nicht, wenn es sich dabei um eine fünfzehnjährige Jüdin und den Sohn eines Kommandanten handelt. Doch es ist nicht nur eine Geschichte über eine junge Liebe, wie man anfänglich vielleicht glauben mag, sondern ein kleiner Ausschnitt über Menschlichkeit, dessen Verlust und der Frage, ob es eine Rechtfertigung dafür braucht, überleben zu wollen. 

    Der Roman von der australischen Autorin Suzy Zail, deren Vater selbst Auschwitz überlebte und nach Australien auswanderte, erzählt die Geschichte von Hanna Mendel. Bereit, um das ungarische Konservatorium zu besuchen, sobald der Krieg vorbei ist, lebt sie seit geraumer Zeit im Ghetto von Debrecen. Schließlich werden sie in die Serly-Ziegelei umgesiedelt, um wenige Tage später mit dem Zug nach Auschwitz-Birkenau transportiert zu werden. Hanna wird sehr schnell von ihrem Vater getrennt, sie bleibt mit einer verstörten Mutter und ihrer älteren Schwester Erika zurück. Als sie im Mädchenorchester Auschwitz ihre alte Klavierlehrerin Piri trifft, ergibt sich bald eine lebenswichtige Chance – der Kommandant sucht nach einer neuen Klavierspielerin und Hanna wird dazu ausgewählt, vorzuspielen.
    Zail bezieht gleich zu Anfang sehr viele historische Fakten mit ein – darunter das Ghetto, als auch die Serly-Ziegelei, deren Entstehung und Räumung historisch nahezu korrekt datiert ist. Auch das Mädchenorchester in Auschwitz, wie der gleich zu Beginn auftauchende Dr. Mengele hat es wirklich gegeben. Die meisten anderen Personen hat sie frei erfunden – zugleich in dem am Anfang auftauchenden Vorwort betont sie, dass es sich bei diesem Buch um einen fiktiven Roman handelt. Sie scheint sich auch ein wenig selbst aus der Situation „Auschwitz zu erleben“ zu „retten“. Denn ihr letzter Absatz beinhaltet, dass sie nicht so tun möchte, als wüsste sie über das Leben der Häftlinge in Birkenau Bescheid. „Ich denke nicht,“, schreibt sie, „dass jemand, der es nicht am eigenen Leib erfahren hat, das jemals verstehen kann. Aber es ist wichtig, es dennoch zu versuchen.“ 

    Und das tut sie. Suzy Zail überzeugt durch einen sehr bildlichen, eigensinnigen Schreibstil, der sehr viel Platz für Beschreibungen lässt und trotzdem nicht die Spannung aufgibt. Sie hat mit einer erstaunlichen subtilen, aber dennoch nicht zu sanften Art Auschwitz-Birkenau und deren Vorkommnisse beschrieben. Was mir allerdings gefehlt hat, waren die Gefühle zu den Beziehungen zu ihrer eigenen Familie und zu den restlichen weiblichen Häftlingen in ihrer Baracke. Da ihre Mutter von Anfang an die Situation in Auschwitz ignoriert und so tut, als wären sie auf Ferienurlaub, begibt sie sich durch ihr Verhalten nicht nur in Gefahr, sofort erschossen zu werden, sondern auch, sich nicht auf das Überleben zu konzentrieren. Hanna beweist hier nicht sonderlich viele Gefühle und klammert sich an ihre Schwester – auch die Trennung von ihrem Vater und das Auftauchen am Ende (ich werde hier ausnahmsweise nicht spoilern ;D) einer geliebten Person verblasste in wenigen Absätzen und war mir zu wenig. Entweder Hanna dreht ihre Gefühle selbst langsam ab, was allerdings der Begegnung am Ende widersprechen würde, oder Zail hat sich tatsächlich auf andere Faktoren konzentriert. Als Erstes wäre die Darstellung der SS, der vorkommenden Nazis und der Blockführerin zu nennen. Obwohl Hanna von Anfang an betont, wie sehr sie diese Leute dafür hasst, was sie tun, lässt Zail immer wieder Momente der Menschlichkeit einfließen. Der Kommandant ist gegenüber Juden eiskalt und brutal – er behandelt sie, als wären sie wertlos – umso stärker wirkt somit seine liebevolle Behandlung gegenüber seinem Schäferhund. Durch diesen Kontrast hat die Autorin in meinen Augen eine sehr realistische Darstellung von dem geschaffen, was es hieß, als Jude „nichts“ wert zu sein, sogar weniger als ein Tier. Die SS und die Blockführerinnen führen diese Gegensätze fort, untereinander sind die Lagerkommandanten sehr menschlich zueinander und auch die Blockführerinnen zeigen ein anderes Benehmen, sobald man ihnen „Wertschätzung“ entgegenbringt und ihnen Zigaretten, Essen oder Dinge zusteckt, die sie in „Kanada“ umtauschen können. 
    Zweitens, dass Zail Beziehungen durchaus mit sehr viel Feingefühl und vielen Emotionen beschreiben und erzählen kann, beweist die langsame Annäherung zwischen Hanna und Karl, dem Sohn des Kommandanten. Davor habe ich mich definitiv am meisten gefürchtet – was soll ich auch erwarten, wenn ich von „unmöglicher Liebe“ lese und ich automatisch an Twilight denken muss? An Twilight in Auschwitz? Dementsprechend ist diese Vorstellung nach wie vor wahnsinnig grotesk für mich – jedoch hat Zail sich sehr, sehr viel Zeit mit der Beziehung gelassen, die für mich persönlich nicht im Vordergrund der Geschichte stand, da sie im Vergleich viel zu wenig Seiten füllt. Karl rettet ihr vermutlich einmal das Leben und schließlich bemerkt sie, dass er in den Wäschekorb, den sie täglich in die Wäscherei von Auschwitz schicken lassen, Essen schmuggelt. Karl hasst, was sein Vater den Häftlingen antut und verschanzt sich daher im Haus und die meiste Zeit hinter einem Buch, doch er lässt Hanna und die anderen Häftlinge, die bei ihnen im Haus arbeiten, nicht im Stich. So gut er kann, rettet er sie vor seinem Vater und sagt nichts – wenn er außer Haus ist – wenn sie sich an den Essensresten bedienen.

    Je länger ich über diesen Roman nachdenke, umso mehr frage ich mich, ob für Zail selbst die Liebe tatsächlich im Mittelpunkt stand. Denn für mich ist die Freundschaft – die viel länger im Fokus steht und die sich zwischen Hanna und Karl entwickelt – viel wichtiger. Sie allein hätte schon gereicht, um zu zeigen, dass es egal ist, welche Religion Menschen haben oder welcher Minderheit sie angehören. Die Liebe entsteht wahnsinnig zart und lässt Hanna so oft hinterfragen, da Karl immerhin der „anderen“ Seite angehört, dass ich ihr sie glaube. Aber sie hätte diesen Faktor nicht benötigt – Zail hat auch so eine sehr subtile, gefühlsbetonte Geschichte von Auschwitz erzählt. 

    Trotzdem komme ich nicht darüber hinweg, dass diese „unmögliche Liebe“ so stark aufgezogen werden muss. (Ich bin hier sehr genau, weil ich dieses Buch vermutlich noch für eine Uniarbeit benötige) Auf S.90 begegnen sich die beiden das erste Mal, auf S.130 richtet Karl das erste Mal (gezwungenermaßen) das Wort an sie und auf S.160 sprechen sie das erste Mal wirklich miteinander, weil Karls Vater nicht zuhause ist. Auf S.230 müssen sie sich trennen, da die Russen immer näher kommen (das Buch umfasst 280 Seiten). Die „Liebesgeschichte“ spielt für mich keine sonderlich große Rolle. Und wie sollte sie auch? Hanna geht nicht Klavier spielen, hätte es nie getan, wenn es nicht darum gegangen wäre, extra Essensrationen für sie, ihre Schwester und ihre Mutter zu bekommen. Meine persönliche Vermutung ist, mit der ich hoffentlich falsch liege, weil sie mich rasend macht – dass mit dieser verbotenen Jugendliebe (natürlich) die Verkaufszahlen angekurbelt werden sollten. Was auch sonst? Verbotene Liebe zieht doch immer. Aber es geht hier nicht um Twilight, sondern um das Überleben in Auschwitz. Ich hoffe, dass hier ein Marketingteam sich dessen bewusst war.

    Andererseits, falls Suzy Zail ihren Roman tatsächlich als Liebesgeschichte bezeichnet, es sich so gewünscht und dies beabsichtigt hat, möchte ich natürlich fest an ihre vermutliche Intention glauben, dass auch Liebe keine Grenzen kennt, dass auch an einem so grauenvollen Ort wie Auschwitz Liebe entstehen kann. Denn wie hat mein Professor gesagt? Warum muss Auschwitz immer für den Tod stehen, warum kann es nicht auch ein Hoffnungszeichen dafür sein, dass es Menschen gab, die tatsächlich überlebt haben?
  5. Cover des Buches Als ich unsichtbar war (ISBN: 9783404603565)
    Martin Pistorius

    Als ich unsichtbar war

     (142)
    Aktuelle Rezension von: mesunshine

    Gefangen in seinem eigenem Körper. Der Geist und die Seele wacher und klarer als je zuvor. Du bist eingesperrt, niemand hört dich, doch du hörst und verstehst jedes Wort. Verzweiflung pur. 

    Martin Pistorius erzählt uns seine unfassbare Lebensgeschichte und gibt Einblicke seiner Verzweiflung, seiner Hoffnung und der Herausforderungen denen er sich stellen musste. Ein echter Held, wie er sich zurück ins Leben kämpft. Totale Gänsehaut Momente. 

    Dieses Buch hat mich emotional sehr mitgenommen und mir wieder einmal bewusst gemacht wie glücklich ich und die anderen "gesunden" Menschen sich schätzen können. 

    Was ich auch total bemerkenswert und unfassbar zugleich finde, ist die Tatsache das unser Gesundheitssystem, so gut es auch anscheinend sein mag, Lücken vorweist und oftmals vor Ratlosigkeit steht. 

    Nichts ist unmöglich, wo Hoffnung und ein fester Willen besteht. Ich ziehe meinen Hut vor diesem Man und bedanke mich für dieses Leseerlebnis. 

  6. Cover des Buches Die Gewitterschwimmerin (ISBN: 9783847906445)
    Franziska Hauser

    Die Gewitterschwimmerin

     (32)
    Aktuelle Rezension von: renee

    Ein wunderbares Buch! Für den Deutschen Buchpreis war es nominiert, stand 2018 auf der Longlist, vollkommen nachvollziehbar, wie ich finde. Mich hat es begeistert! Rückwärtserzählt, springt es mäandernd durch die verschiedenen Zeiten der Familie Hirsch und ihren verschiedenen Personen. Dabei steht die Familie Hirsch für die Familie Hauser selbst. Interessant dazu sind Recherchen im Netz und auch die Widmung der Autorin am Anfang des Buches. Applaus für diesen Mut! Denn das Erzählte hat es in sich, "Die Gewitterschwimmerin" ist eine Familiengeschichte vor einem interessanten historischen Hintergrund und eine Familiengeschichte, die auch einige dunkle Geheimnisse der Familie preisgibt. Missbrauch und seine Folgen anhand von Beispielen in einer realen Familie, der eigenen Familie, das ist definitiv harter Tobak. Und auch die Charaktere der Familie Hirsch sind keine rosaroten und durchweg liebenswürdigen Wesen, sondern haben Kanten, scharfe Kanten, an denen sich so mancher Leser tief schneiden wird. Auch dazu gehört viel Mut, denn so etwas hat meist Folgen. Besonders auch die historische Thematik ist hier recht gehaltvoll, sind doch die älteren Generationen der Familie Hirsch/Hauser politisch aktiv und darüber werden Verbindungen zwischen der Zeit der Nationalsozialisten und der folgenden der Sozialisten sichtbar, denn vielleicht ist gerade das Erlebte der alten Kommunisten in der Zeit des Nationalsozialismus der Grund für ihr rigoroses Vorgehen gegen eventuelle Gegner. Zumindest könnte man nach der Lektüre auf diese Idee kommen. Tamara Hirsch erzählt hier, aber über ihre Kinder erfährt man fast gar nichts. Wenn ich als Autorin aber soweit aushole und in meiner Familiengeschichte sehr tief grabe, sollten auch Informationen zu mir selbst kommen. Denke ich zumindest und das könnte der einzige Schwachpunkt des Buches in meinen Augen sein. Genauso wie der Stoff des Romans historisch interessant ist, hat mich das Geschilderte auch tief berührt. Deswegen satte 5 Sterne und eine Leseempfehlung von mir. 

  7. Cover des Buches Meine Flucht aus Nordkorea (ISBN: 9783442159130)
    Yeonmi Park

    Meine Flucht aus Nordkorea

     (68)
    Aktuelle Rezension von: Bibliokate

    Repression, Entmenschlichung, Unterdrückung, Manipulation.... All das sind Dinge mit denen Yeonmi Park aufgewachsen ist. 


    "Man schärfte mir ein, meine Meinung für mich zu behalten, nichts infrage zu stellen, der Regierung zu Gehorchen und nur das zu tun, zu sagen, oder zu denken, was mir von oben befohlen wurde. Ich glaubte sogar, dass unser geliebter Führer, Kim Jong - Il, meine Gedanken lesen und ich bestraft werden konnte, wenn ich etwas böses dachte. "


    Yeonmi Park wächst in einem der repressivsten, gewalttätigsten Regime der Welt auf. Sie erzählt von einem Leben voller Entbehrungen, [" Für eine Schüssel Reis war ich bereit mein Leben zu riskieren"] Zwang und Manipulation in einem stark patriachalen Staat in dem von Frauen erwartet wird ihren Vätern und Ehemännern bedingungslos zu gehorchen und Gewalt, gegen alle, Männer, Frauen, Kinder, andersdenkende, (Regimegegener)... immer wieder an der Tagesordnung steht.


    Schon in der Schule wurde Sie gedrillt und indoktrienert. Sie musste Lobeshymnen auf Nordkorea und hasstiraden auf die "Imperialistenschweine" auswendig lernen.


    Ihr Vater wurde wegen Schmuggel ins Arbeitslager gesteckt. Daraufhin waren sie wie geächtet. 


    Nachdem ihr Vater aus dem Arbeitslager entlassen wurde und ihre Schwester geflüchtet ist, wagten auch Yeonmi und ihre Mutter die Flucht und geraten in die Hände von Menschenhändlern die ihre Mutter vor den Augen der 13 jährigen Yeonmi vergewaltigten. 


    Ich fand dieses Buch wirklich wirklich gut geschrieben aber auch wirklich sehr furchtbar zu lesen weil es so oft zeigt wie hart das Leben in Nordkorea wirklich sein kann und wie brutal, grausam und schrecklich es sein kann ein neues Leben anfangen zu wollen.


    Ein extrem wichtiges Buch, für das man gute Nerven braucht und das auf jeden Fall nichts ist was man einfach weglliest und gleich zum nächsten Buch greift

  8. Cover des Buches Frau Einstein (ISBN: 9783462053432)
    Marie Benedict

    Frau Einstein

     (134)
    Aktuelle Rezension von: Runenmädchen

    Ich mag Romane, die ein Mix aus Realität und Fiktion sind. Dies animiert mich stets, selbst zu recherchieren. Dieser Roman ist der Autorin Marie Benedict gelungen. Ich fühlte mich gut unterhalten und aufklärend in die Zeit zurückversetzt.  

    Mileva war die erste Frau Albert Einsteins. Die Geschichte beginnt mit ihrer Ankunft in der Schweiz, wo sie ihr naturwissenschaftliches Studium aufnahm und Einstein kennenlernte. 

    Das Buch gewährt interessante Einblicke auf den europäischen Lebensabschnitt Einsteins. Es lässt ihn in einem anderen, neuen Licht dastehen, aber lest selbst! 

    Hie und da gab es ein paar Längen, daher habe ich mich für 4 Sterne entschieden. 

    Insgesamt ist es eindrucksvoll und dennoch ruhig erzählt. Mir gefiel Benedicts lockere und unaufgeregte Erzählweise sehr gut und ihr nächster Band liegt schon bereit. 


  9. Cover des Buches Alles Geld der Welt (ISBN: 9783959672191)
    John Pearson

    Alles Geld der Welt

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Anishe
    Als Cover-Buchmensch, dachte ich natürlich naiverweise, dass es im Buch hauptsächlich um die Entführung des 16-jährigen Millionen-Erben Paul Getty geht, der zwar einen steinreichen Großvater hat – aber auch einen geizigen dazu, der nicht bereit ist das Lösegeld von 17 Millionen Dollar für seinen Enkel zu bezahlen. Tja, dann liest man ein paar Seiten vom Buch und stellt erst einmal erschrocken fest, dass die Geschichte viel früher beginnt. Zeitlich also ganz weit weg von der Entführung.

    Nämlich, ja genau, beim Geizhals – Jean Paul Getty – der Erste! Ich muss ehrlich gestehen, dass ich anfangs nicht sehr warm geworden bin mit dem Kauz. Nicht mal als Kind fand ich ihn symphatisch! Aber gut, was will man denn erwarten, von irgendwo kommt die Prägung und der Charakter her und den größten Einfluss hatten immer noch seine Eltern.

    Von der Story her, finde ich viele Erzählstränge sehr langatmig und wiederkehrend. Der Autor scheint mir auch nicht sehr neutral  zu schreiben und es wirkt mir auf den Leser so, als ob der Autor da gerade eine emotionale Phase durchmacht. Vielleicht wird man ja gefühlsduselig bei so viel Recherchearbeit? Keine Ahnung, ich muss gestehen, ich lese keine Biografien. Diese hier ist allerdings schon sehr gut durchdacht und recherchiert, das muss ich zugeben. Ein paar Quellenangaben oder Verweise wären trotzdem nicht schlecht gewesen. Die Karte vom Familienstammbaum am Anfang des Buches ist übrigens sehr hilfreich – ohne den wäre ich wohl schon zu Beginn verloren gewesen. Kann sich doch kein Mensch merken, wer wer ist, so oft wie der Jean Paul I. geheiratet hat!

    Es ist unterm Strich kein Buch, welches schnell mal durchgelesen ist. Zumindest finde ich die Handlung einfach zu abstrakt, um da flugs mal drüber zu fliegen. Ich habe wirklich oft den Stammbaum anschauen müssen, um nicht durcheinander zu kommen. Die Entführung ist wirklich nur nebensächlich – was ich tatsächlich schade finde, denn irgendwie fühlt man sich ein bisschen betrogen. Ein bisschen mehr Drama um die Entführung  – auf mehr Seiten verteilt - hätte ich mir gewünscht.

    Für Biografie-Leser ist dieses Buch sicherlich ein Muss. Auch diejenigen, die gerne mal hinter die Kulissen der Familie Getty und im Allgemeinen von Superreichen blicken möchten, kann dieses Buch gute Unterhaltung liefern. Für Biografien-Neulinge vielleicht erst Mal zu viel Kost. Dann doch lieber den Film gucken = mehr Entertainmentpotenzial!


    Merci fürs Vorbeischauen & hoffentlich bis bald,

    Anishe
  10. Cover des Buches Nah und Fern (ISBN: 9783453404793)
    Nicholas Sparks

    Nah und Fern

     (168)
    Aktuelle Rezension von: Anjacy
    Interessiert hat mich das Buch anfänglich, weil ich selber gerne Reise. Beim Lesen ist jedoch das Interesse der Reiseberichte in den Hintergrund gerückt, da die Lebensgeschichte mit diesen Schicksalsschlägen in den Vordergrund rückt. Man hofft bis zum Schluß, daß "es" nicht passieren wird, obwohl man ja weiß, daß nur noch die beiden Brüder leben. Wirklich toll geschrieben.
  11. Cover des Buches Ein ungezähmtes Leben (ISBN: 9783453355620)
    Jeannette Walls

    Ein ungezähmtes Leben

     (134)
    Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-Lesen

    Nach Jeannette Walls‘ Schloss aus Glas habe ich auch ihren Nachfolge-Roman „Ein ungezähmtes Leben“ gelesen, der die Geschichte ihrer Großmutter erzählt.

    Lily Casey wächst im Wilden Westen zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf und kämpft sich durch alle Widrigkeiten, die das Leben dort mit sich bringt. Die Geschehnisse werden, wie bei „Schloss aus Glas“ ebenfalls chronologisch als einzelne Episoden aneinandergereiht, sodass auch hier selten Spannung aufkommt und das Buch durchaus Längen hat. 

    Auch in ihrem zweiten Roman werden mir zu wenig Gefühle vermittelt. Die Charaktere bekommen keine Tiefe, sie bleiben einem fremd und deren Beweggründe werden nicht erklärt. Auch die Sprache ist ebenso einfach wie in „Schloss aus Glas“.

    Insgesamt fand ich den zweiten Roman von Jeannette Walls etwas besser als den Ersten. Die Geschichte ist interessant, ein Zeitzeugnis des Lebens im Mittleren Westen anfangs und Mitte des letzten Jahrhunderts. Außerdem überkommt einen nicht unentwegt das Gefühl, eingreifen zu müssen, um schlimme Zustände zu ändern. Eine klare Leseempfehlung kann ich aber nicht aussprechen.

  12. Cover des Buches Die Tänzerin von Auschwitz (ISBN: 9783746632483)
    Paul Glaser

    Die Tänzerin von Auschwitz

     (29)
    Aktuelle Rezension von: mabuerele

    „...Den Alliierten war bekannt, dass es in Auschwitz Gaskammern gab. Sie flogen darüber hinweg, zerbombten halb Deutschland, nicht aber die Gaskammern, obwohl das doch nahegelegen hätte...“


    Es ist ein Verwandte des Autors, von der diese Aussage stammt.

    Paul Glaser wusste lange Zeit nicht, dass er jüdische Wurzeln hatte. Bei einem Besuch im KZ Auschwitz sah er einen Koffer, auf dem sein Familienname stand. Das führte ihn auf die Spur seiner Tante Rosie. Aus ihren Aufzeichnungen entstand diese Buch.

    Roosje Glaser war eine lebenslustige junge Frau. Ihre Welt war der Tanz. Zwar hatte sie eine Handelsschule besucht, um in der Firma des Vaters arbeiten zu können, doch das befriedigte sie nicht. Nach den Bruch mit den Eltern lässt sie sich zur Tanzlehrerin ausbilden. Sie stellt sich auf eigene Füße.

    Der jüdische Glaube spielt in ihrem Leben nie eine Rolle. Damit konfrontiert wird sie allerdings schon einmal als Kind, während ihr Vater in Deutschland arbeitete. Als die Welle des Nationalsozialismus in die Niederlande herüberschwappt, muss sie sich vom Bruder ihres Partners sagen lassen:


    „...Du kannst in die Kirche gehen, so viel du willst – du bist und bleibst Jüdin. Ich bin Nationalsozialist, und du wirst sehen: Die Juden werden zur Hölle fahren, und wir werden unseren Teil dazu beitragen...“


    Lange testet Roosje aus, wie viel Freiheit sie sich nehmen kann. Missgunst, Neid und Konkurrenzdenken, auch die Rache eines verschmähten Mannes sorgen für ihre erste Verhaftung. Danach ist sie vorsichtiger. 1942 gelingt es Rossje und ihrer Mutter, sich kurz vor der Deportation zu verstecken. Wieder werden sie verraten. Ihr Weg führt durch verschiedene Konzentrationslager. Es ist ihr starker Überlebenswille und ihr Mut, ungewöhnliche Wege zu gehen, die sie diese Zeit ertragen lassen.

    Nach dem Krieg gehört sie zu den wenigen, die ihr Recht einfordern. Warum so viele schweigen, formuliert eine Bekannte so:


    „...Wir waren nach dem Krieg so erschöpft, dass wir keine Kraft dazu hatten. Die Befreiung war für uns ein zweischneidige Angelegenheit...“


    Während der große Teil des Buches Roosjes Leben erzählt, skizziert Paul in einigen Kapiteln, wie sich seine Suche nach der Vergangenheit gestaltet hat.

    Das Buch wirft ein völlig neue Schlaglicht auf die Rolle, die niederländische Staatsorgane bei der Behandlung der Juden gespielt haben. Das folgende Zitat lässt nur erahnen, wie es in den Befreiten aussah:


    „...Der Vorsitzende des Schwedischen Roten Kreuzes, Graf Folke Bernadotte, hielt eine unvergessliche Ansprache, doch als die niederländische Nationalhymne gespielt wurde, konnte und wollte keiner mitsingen...“


    Nach dem Krieg hat Roosje alle Hebel in Bewegung gesetzt, um in Schweden bleiben zu können. Einer der Gründe war das Verhalten der niederländischen Regierung gegenüber den überlebenden Juden. Die Diskriminierung ging weiter.

    Fotos von Roosje ergänzen die Handlung. Auch einige ihre selbstgeschriebenen Gedichte werden im Buch veröffentlicht.

    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es ist ein wichtiges Dokument gegen das Vergessen.



  13. Cover des Buches Schwarze Magnolie (ISBN: 9783453604339)
    Hyeonseo Lee

    Schwarze Magnolie

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Runenmädchen

    Hyeonseo Lee schafft es, ihr außergewöhnliches Leben sachlich und ohne künstliche Dramatik zu erzählen.

    Das finde ich sehr beeindruckend, insbesondere auch, weil es viele Aktivisten (sei es Menschenrechtsaktivisten oder Andere) gibt, die auf Dramatik setzen, um ihre Botschaft zu vermitteln und ihre Wichtigkeit derartig darzustellen, als gäbe es keinen Morgen. In diesem Buch überwiegt eine angenehme, fast zurückhaltende Sachlichkeit. Denn eins erkennt man trotzdem sofort: Ihre Lebensgeschichte ist dramatisch!


    Die Autorin ist eine starke Frau und vermittelt mit Leichtigkeit und Ehrlichkeit, soweit es ihr möglich ist, Wissen sowie Vor- und Nacheile über das Leben innerhalb und außerhalb Nordkoreas. Sie vermittelt vielschichtig, was es bedeutet, Nordkoreaner zu sein. Wir erfahren, wie es war, in Nordkorea aufzuwachsen, wie es ist, eine Identitätskrise zu haben, aber auch, wie es sich anfühlt, die Welt kennenzulernen und sich in neuen Gesellschaften und Kulturen einzuleben. Ihre Familie hat sie ebenfalls aus Nordkorea geschleust. 

    Ihr seht, wie umfangreich dieses Buch ist.

    Allerdings finde ich den englischen Titel “THE GIRL WITH SEVEN NAMES“ viel passender und besser. 

  14. Cover des Buches Befreit (ISBN: 9783462054002)
    Tara Westover

    Befreit

     (89)
    Aktuelle Rezension von: hamburgerlesemaus

    Eine autobiografisches Buch über den anstrengenden Weg weg von dem paranoiden Vater bis hin zu einem selbstbestimmten Leben. Kaum zu glauben, dass es sowas heute noch in Amerika gibt..

    Fesselnde Geschichte einer starken Frau.

    🐭🐭🐭🐭🐭/ 5

  15. Cover des Buches Nachts träum ich vom Frieden (ISBN: 9783351037062)
    Carry Ulreich

    Nachts träum ich vom Frieden

     (10)
    Aktuelle Rezension von: annilittle

    »Meine Geschichte ist wie die von Anne Frank mit Happy End.«

     

    So spricht Autorin Carry Ulreich über ihre Geschichte und ich finde, besser, kann man sie nicht zusammenfassen.

     

    Nachdem mich das Tagebuch von Anne Frank sehr berührt hat, ich generell viel über den Zweiten Weltkrieg und den Nationalsozialismus lese, ist dieses Buch auch sehr schnell in mein Blickfeld gerückt.

    Wenn ein Buch mit einem anderen, sehr bekannten Werk verglichen wird, ist es manchmal schwierig und auch ungerecht dem neueren Titel gegenüber, weil es meistens schlechter abschneidet, weshalb ich etwas besorgt war, doch das war umsonst, denn das Tagebuch hat mich definitiv nicht enttäuscht.

    Es ergibt auch Sinn die beiden Werke zu vergleichen, denn beide sind im Teenager-Alter, wohnen in den Niederlanden, haben ähnliche Familienkonstellationen und beide mussten untertauchen. Trotzdem machen sie leider unterschiedliche Erfahrungen, weshalb auch nur eine der beiden überlebt hat …

     

    Mir hat das Buch, wie man anhand der Bewertung ja bereits erahnen kann, gut gefallen. Ich mochte den Erzählstil der jugendlichen Carry und fand es sehr interessant ihren Weg zu begleiten. Auch wenn es „nur“ die Beschreibungen eines jungen Mädchen waren, hatte ich sehr klare Bilder vor Augen, auch wenn ich mich wahrscheinlich niemals richtig in die Lage versetzen werden kann.

    Ich fand es sehr interessant zu erfahren, dass in dieser Zeit sehr viele Menschen Tagebuch geschrieben haben, gerne dürft ihr mir an dieser Stelle noch weitere Titel empfehlen :D. Zeitzeugen werden ja leider auch immer weniger …

    Den Aufbau halte ich für sehr gelungen. Bei Werken, die nicht der Unterhaltung, sondern in erster Linie der Weiterbildung dienen, finde ich es immer schön, dass ein Vorwort geschrieben wird, durch das man dann schon ein wenig an die Thematik herangetragen wird. Genauso schön finde ich es bei teils biografischen Titeln, wenn auch noch etwas über die (Familie der) Person erzählt und das mit Fotos angereichert wird. Ich fand es ebenso sinnvoll, dass mit Fußnoten und Verweisen gearbeitet wurde, allerdings hätte ich es besser gefunden, wenn diese unten auf derselben Seite erklärt würden und nicht in einem extra Register, da das Blättern den Lesefluss doch stört.

     

    Alles in allem ein interessantes und wichtiges Buch, das ich jeder:m empfehle, der:die mehr über das Leben der Rotterdamer Juden speziell oder generell noch eine andere Perspektive auf das Leben zur Zeit des Nationalsozialismus erhalten möchte!

     

  16. Cover des Buches Nonna (ISBN: 9783446258570)
    Thomas de Padova

    Nonna

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Norbert_H

    Ich habe mich für dieses Buch entschieden, da ich lange in Italien gelebt habe und gerade in dieses Zeiten meine Sehnsucht nach Italien sehr groß ist. Ich habe wieder einmal Fernweh und zugleich etwas Heimweh nach Italien. Nie habe ich mich irgendwo wohler gefühlt als dort.

    Kurz zum Inhalt:

    Thomas De Padova verbrachte seine Sommer stets in einem Dorf am Meer in Apulien, dort wo schon sein Vater, sein Großvater und sein Urgroßvater geboren wurden.  Alle verließen jedoch das Dorf in Italien auf der Suche nach einer neuen Existenz. Lediglich seine Oma, die Nonna ist geblieben. Aber warum? Ganz allein sitzt sie in ihrem dunklen Haus, ganz in schwarz gekleidet und wartet jeden Sommer auf den Besuch ihres Enkels Thomas de Padova. 

    Das Cover gefiel mir gleich sehr gut, weckt es doch Erinnerungen in mir. Dem Autor gelingt durch seinen wunderbaren Schreibstil eine bezaubernde Geschichte. Ich spüre gleich bei der Beschreibungen des Dorfes, der Gegend und der Menschen dort, die Verbundenheit des Autors mit der Heimat seiner Väter. 

    Auch ist die Nonna sehr gut und detailliert, mit viel Empathie beschrieben und ich sehe sie quasi vor mir, kann den Geruch, welcher sich durch das kleine Haus zieht riechen, die Stimmung dort regelrecht spüren, höre die Geräusche im und um das Haus und doch fühle ich etwas Bedrückendes.

    Die Nonna passt nicht mehr in diese Zeit, so glaubt man. Doch wer sich einmal auf den Weg in den Süden Italiens macht und auch mal fernab der Touristenströme das Land erkundet, wird merken, dass es sie wirklich gibt. Diese Menschen, die allein vor ihren Häusern sitzen, sinnieren und dennoch mit sich scheinbar im Reinen sind und in ihrer eigenen kleinen Welt doch zufrieden wirken. 

    Zunächst war mir die Nonna nicht wirklich sympathisch, was sich aber im Verlauf der kurzen Geschichte bald legt. Ich mag sie, je weiter ich lese. Und es schweben die ganze Zeit die Fragen über der Geschichte: Warum ist sie allein in Italien zurück geblieben, warum ist sie mit ihrem Mann zusammen geblieben, ja warum haben sie damals überhaupt geheiratet? Thomas de Padova versucht in Gesprächen mit seiner stets wortkargen Nonna all diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Wir erfahren die Geschichte seiner Vorfahren, vieles über das Leben im Dorf der Nonna und auch über die Nonna selbst.

    Es ist ein einfühlsames Werk, das leise und sehr emotional geschrieben ist und mich mitnimmt in eine ganz bezaubernde Gegend Italiens. Allerdings erschließt sich mir des Rätsels Lösung nicht wirklich und auch der Schluß lässt mich etwas ratlos und allein zurück. 

    Ich bin noch hin und hergerissen ob des Schlusses im Buch. Auch wenn ich am Ende nicht hundertprozentig zufrieden zurückbleibe, hat mich der Autor ein Stück weit mit nach Italien genommen und ich bin dankbar dafür, aber mein Heimweh ist dadurch wieder etwas größer geworden.




  17. Cover des Buches Jeder stirbt für sich allein (ISBN: 9783746767086)
    Hans Fallada

    Jeder stirbt für sich allein

     (302)
    Aktuelle Rezension von: LaKati

    In diesem letzten Roman von Hans Fallada, innerhalb nur weniger Wochen Ende des Jahres 1946 geschrieben, geht es um den Widerstand der kleinen Leute gegen den Nationalsozialismus. 


    Nachdem ihr Sohn in Hitlers Krieg gefallen ist, wollen Anna und Otto Quangel Zeichen des Widerstands setzen. Sie schreiben Botschaften auf Karten und verteilen sie in der Stadt. Die stillen, nüchternen Eheleute träumen von einem weitreichenden Erfolg und ahnen nicht, dass Kommissar Escherich ihnen längst auf der Spur ist.


    Es ist immer wieder schwer und grausam, ein Buch zu lesen, welches den Nationalsozialismus zum Thema hat. Die Grausamkeiten, die beschrieben werden, das unendliche und unerträgliche Leid der Menschen, die Rohheit und Brutalität der Nazis und die vorherrschende Atmosphäre der Angst sind unbegreiflich. Und wie bei allen Werken über den Nationalsozialismus kann man sich nicht mit dem Gedanken trösten, dass alles nur Fiktion ist. Es war die Realität. Jeder stirbt für sich allein basiert zudem auf einer wahren Begebenheit. Hans Fallada ließ sich von dem Ehepaar Otto und Elise Hampel, das zwischen 1940 und 1942 Postkarten-Flugblätter in Berlin gegen Hitler auslegte und verraten worden war, zu diesem werk inspirieren.


    Neben den Protagonisten kommen viele Nebenfiguren und -handlungen vor, die Fallada intensiv betrachtet und beschreibt. Die Charaktere, die er dabei zeichnet, kann man alle eher als Typen bezeichnen. Dennoch ist es sehr spannend und interessant, deren einzelne Schicksale zu verfolgen.Die Charaktere wirken authentisch, was auch an der Sprache liegt, an dem Vokabular dieser Zeit.


    Mich hat der Roman gefesselt, bestürzt, erschüttert, fasziniert und er wird sicherlich noch lange nachhallen. Seine vielen Handlungsstränge, die unterschiedlichen Personen-Typen und die Atmosphäre der Angst wecken in mir den Wunsch, zu meinen literaturwissenschaftlichen Wurzeln zurückzukehren und eine Abhandlung darüber zu verfassen! ;-)

  18. Cover des Buches Was nie geschehen ist (ISBN: 9783746636214)
    Nadja Spiegelman

    Was nie geschehen ist

     (46)
    Aktuelle Rezension von: la_chienne

    Mütter und Töchter: Auf den ersten Blick so gleich und beim näheren Betrachten dann doch, wie Orangen und Mandarinen, mit feinen, aber entscheidenden Unterschieden. 🍊🍊 Mit ihrem ersten Roman "Was nie geschehen ist" geht Nadja Spiegelman (Tochter von Art Spiegelman 🐁) auf Identitätssuche und taucht tief in ihre Familiengeschichte ein. 👧👩👵 Durch das Befragen ihrer aus Frankreich stammenden Mutter und ihrer dort gebliebenen Großmutter treten einige Geheimnisse und Widersprüche zu Tage und Nadja hinterfragt, was denn nun wirklich geschehen ist. 💭 "Jetzt, also jetzt, da ich ihre Vergangenheit kannte, sah ich beides. Ich sah, was meine Mutter alles getan hatte, um sich von ihrer eigenen Mutter zu unterscheiden. Und ich sah auch, wie die so lang verschwiegene Vergangenheit uns lenkte. Sie glich einer unsichtbaren Strömung im Ozean, sie definierte unseren Abstand, unsere Nähe zueinander, und sie verlief in einer solchen Tiefe, wir merkten kaum, dass nicht wir selbst den Kurs bestimmten." 💭 "Meine Mutter war nicht perfekt. Meine Mutter war heftig. Dinge geschahen nicht, weil sie möglich waren, sie geschahen, weil sie entschieden hatte, dass sie geschehen würden."

  19. Cover des Buches Die Frau im Orient-Express (ISBN: 9781477848289)
    Lindsay Jayne Ashford

    Die Frau im Orient-Express

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Sabine_Illetschko

    Ein gefühlvoller Roman, der uns in orientalische Gefilde entführt, der Geschichte einer großartigen Schriftstellerin folgt und mit einem emotionalen Ende überrascht. Absolut lesenswert!

  20. Cover des Buches Diana (ISBN: 9783426301586)
    Tina Brown

    Diana

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Vanessa92

    Über kaum ein Mitglied der königliches Familie wurde wohl mehr berichtet als über sie: Diana Spencer Prinzessin von Wales, Königin der Herzen, selbst über 20 Jahre nach ihrem viel zu frühen Tod ist die Faszination ihrer Person ungebrochen. Ich fand die Biografie äußerst gut recherchiert und es war sehr interessant zu lesen, da man vieles noch nicht wusste. Ich kann mich leider kaum bzw. gar nicht mehr an Diana erinnern, da ich keine 5 Jahre alt war als sie starb. Dies wird sicher nicht mein letztes Buch gewesen sein das ich über sie lese.


  21. Cover des Buches Das Mädchen auf dem Eisfeld (ISBN: 9783446262034)
    Adelaïde Bon

    Das Mädchen auf dem Eisfeld

     (7)
    Aktuelle Rezension von: dr_y_schauch
    Als die Protagonistin neun Jahre alt ist, wird sie von einem fremden Mann im Treppenhaus ihres Elternhauses missbraucht. Sie vertraut sich ihren Eltern an, sie erstatten Anzeige, ihr Leben geht weiter. Scheinbar unbeschwert. Jahrelang. Sie geht jahrelang zur Therapie, das schon, doch gleichzeitig ist die extrovertiert, studiert Schauspiel, ist der Mittelpunkt jeder Gesellschaft, lacht, quasselt, tanzt, flirtet. Das traumatische Erlebnis hat keine nennenswerten Spuren hinterlassen. Scheinbar. Denn in ihrem Inneren sitzen Quallen, die mit ihren Tentakeln nach ihr greifen, sie umfangen, festhalten, ihr den Atem rauben. Und da ist dieser Ort, auch in ihrem Inneren. Dort steht sie, „klein und verloren und frierend, in einer immensen weißen Wüste, wartet. Diesen Ort nennt sie ‚mein Mädchen auf dem Eisfeld‘, ahnt aber nicht, dass das Mädchen noch lange dort ausharren muss“.

    Erst über zwanzig Jahre später wird der Täter gefasst und vor Gericht gestellt. Sie erkennt, dass sie bei weitem nicht die Erste und erst recht nicht die Einzige ist, die ihm zum Opfer fiel. Sie erkennt nach und nach - die Erinnerung will sich erst viele, viele Jahre später einstellen, langsam, bruchstückhaft, ein Mosaik der Angst -, dass der vermeintliche Missbrauch eine Vergewaltigung war. Sie erkennt, dass sie nicht alleine ist. Und sie erkennt, dass Heilung möglich ist. Allen Umständen zum Trotz.

    Adélaïde Bon schildert das, was sie selbst als Kind erlebt hat, mit einer Kraft, die mir schier den Atem raubt. Die Abspaltung, die Dissoziation, die ein solches Trauma nach sich zieht, drücken sich unmissverständlich und unmittelbar in der wechselnden Erzählperspektive aus. Da ist zunächst von der namenlosen „sie“ die Rede, dann tritt, ganz zaghaft und vereinzelt, „Adélaïde“ namentlich in den Vordergrund, und schlief, anfänglich vereinzelt, dann immer häufiger, „ich“. Die Sprache ist klar und sachlich, zugleich berührend und poetisch.

    Man muss dieses Buch mit einer Warnung versehen: Es sickert einem ins Bewusstsein. Setzt sich dort fest. Hinterlässt Spuren. Denn Adélaïde Bon lenkt ihren Blick von ihrer persönlichen Geschichte nach außen:

    „[...] in den meisten Fällen gibt es bei sexuellem Missbrauch weder menschenfressende Ungeheuer noch Zauberfeen. Die meisten pädokriminellen Straftäter sind ganz reizende Menschen. Verwandte, gute Freunde, Nachbarn, Lehrer, unsere Idole, unsere Elite. Sie sind überzeugend in ihrer Rolle als aufrichtige Männer, ideale Mütter, hart arbeitende Fachleute. In Frankreich, wo etwa jedes fünfte Kind sexuelle Gewalt erlebt, wird nur wenigen von ihnen zugehört und noch seltener werden die Täter vor Gericht gestellt. Seit Jahrhunderten sind Vergewaltigungskultur, männliche Vorherrschaft und Kindesmisshandlung Teil unserer Gesellschaft. Wie viele geschlagene Kinder, wie viele von Angehörigen sexuell missbrauchte Kinder gibt es wohl unter unseren Vorfahren? Wie viele Mädchen wurden zwangsverheiratet, wie viele Frauen Abend für Abend unter dem Deckmantel der ehelichen Pflicht vergewaltigt? Wie viele Ehemänner, wie viele Väter haben sich das Recht herausgenommen, Handgreiflichkeiten als Mittel zum Stressabbau einzusetzen? Die ganze Menschheit ist ein Kind der Vergewaltigung, ein auf dem Eisfeld frierendes, wartendes Kind.“ (S. 146f.)

    "Das Mädchen auf dem Eisfeld" ist ein intensives, erschütterndes, wichtiges, bemerkenswertes Buch. Unbedingt lesenswert.
  22. Cover des Buches Allein gegen die Seelenfänger (ISBN: 9783426778708)
    Lea Saskia Laasner

    Allein gegen die Seelenfänger

     (39)
    Aktuelle Rezension von: Wihteblack
    Das Buch hatte ich auf der Strasse gefunden, und mich hat das Cover und den Titel gleich in den Bann gezogen. Finde es ein sehr gut beschriebenes Buch das mich gefesselt hat und Gänsehaut bekam. Finde es mutig und Wahnsinnig wichtig und richtig das sie den mut hatte zu sich zu stehen und es nicht zu verleugnen das ist ein Prozess denn man durchmacht. Auf jeden Fall ein super Buch zum empfehlen👍
  23. Cover des Buches Himmel, der nirgendwo endet (ISBN: 9783548060675)
    Marlen Haushofer

    Himmel, der nirgendwo endet

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Lia48
    INHALT:

    Die kleine Meta ist zu Beginn 2 1/2 Jahre alt. Mit ihrem kindlichen Blick auf die Welt, lässt sie den Leser an ihren Gedanken, an Eindrücken und an täglichen Ereignissen teilhaben.
    Zum Beispiel wie es ihr ergeht, als sie als Strafe der "Großen" in einem Regenfass sitzen muss... Der Papa bestraft sie nie. Der erzählt ihr immer so tolle Geschichten! Sie liebt den Papa! Aber bei der Mama kann sie oft nicht einschätzen, ob diese gleich liebevoll oder böse reagieren wird. Überhaupt ist sie laut der Mutter ja zu nichts zu gebrauchen! Und brav ist sie auch nicht, was der Mama so viel lieber wäre...
    Nein, Meta ist vielmehr ein kleiner Wildfang, der sich fantasievollem Spiel hingibt und die Welt erkunden möchte!


    MEINUNG:

    Die Geschichte wird aus der Perspektive der jungen Meta erzählt. Oft habe bei der Erzählweise von Kindern das Gefühl, dass mir ihre Welt nicht kindlich genug beschrieben ist. Dies ist hier anders! Die kindliche Sichtweise kommt trotz des jungen Alters gut zur Geltung. So passen ihre naiven Vorstellungen von der Welt wunderbar zur Perspektive des Kindes. Dadurch muss man sich vielleicht an die Ausdrucksweise etwas gewöhnen, welche jedoch auf den Leser gleichzeitig recht authentisch wirkt. Passend zum Alter des Mädchens beschreibt die Autorin, womit sich Meta in ihrem Alltag so beschäftigt. Dabei sammelt sie in jungen Jahren viele Sinneserfahrungen (z.B. leckt viele Dinge ab oder kaut sie), spielt mit Tannenzapfen, hört gerne Geschichten und spielt später gerne Rollenspiele. Ihre Gedanken und Ereignisse handeln oftmals von ihrer Familie und von der jeweiligen Beziehung, die sie zu den einzelnen Familienmitgliedern hat.
    Mehrmals konnte ich mit Meta mitfühlen und wäre gerne eingeschritten, wenn ihre Mutter sie mal wieder bestrafen wollte.
    Die unterschiedlichen Charaktere fand ich interessant dargestellt und Meta habe ich direkt in mein Herz geschlossen.
    Leider hatte ich an das Buch andere Erwartungen und Hoffnungen gehabt.
    Letztendlich ist es eine sehr ruhige Geschichte ohne Höhen und Tiefen (vielleicht abgesehen von den ersten Seiten). Ich mag ruhige Geschichten. Aber für mich benötigen auch sie irgendeine Art von Spannungsbogen. Dieser hat mir hier gefehlt! Das Buch besteht vielmehr aus einer Aneinanderreihung von Gedanken und täglichen Ereignissen, ohne dabei einen starken roten Faden aufzuzeigen.
    Ich weiß, dass manche Leser dies aber mögen. Für mich war es nur leider nicht nicht das richtige Buch.
    Auch hätte ich mir noch mehr Tiefe gewünscht, um mich emotional noch mehr zu erreichen.

    FAZIT: Ein Buch, das das kindliche Erleben und Denken wunderbar darstellt. Es ist jedoch mehr für Leser geeignet, die sehr ruhige Bücher ohne Spannungsbogen mögen. Mir persönlich haben die Höhen und Tiefen gefehlt, sowie ein roter Faden und noch etwas mehr emotionale Tiefe.
  24. Cover des Buches Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war (ISBN: 9783462001518)
    Joachim Meyerhoff

    Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war

     (323)
    Aktuelle Rezension von: yara



    Die Geschichte vom Buch „Wann wird es endlich werden wie es nie war“, ist ein Roman von Joachim Meyerhoff.


    Meyerhoff erzählt von ein paar Geschichten, eines Jungens, der bei einer Psychiatrie lebt und mit der Zeit aufwächst. Es geht hauptsächlich um die Familiendramas und Ereignisse.

    Der Hauptdarsteller heißt ebenfalls Joachim und  widerspiegelt  vom Autor, seine Geschichten und Erfahrungen der Kindheit. Es ist ein gut geschriebenes und packendes Buch.

    Mann taucht richtig mit in die Denkweise des Hauptdarstellers und lernt jede Charaktere gut kennen. Das Buch besteht nicht aus nur einer großen Geschichte, sondern aus vielen kleinen. Das macht das Buch auch so schön geschrieben, denn in jedem Kapitel geht es  um eine andere kleine Geschichte die Joachim in  seinem Leben erlebt hat. Die Kapitel sind recht lang geschrieben, aber machbar.

    Ich persönlich finde schon, dass dies ein gutes Kinderbuch ist, aber für zu junge Leute, ist es dann doch noch zu komplex.  Alters hinauf gibt es keine Begrenzung, da es für jeden spannend ist, vor allem da es auch um die Beziehungen zu jeder einzelnen  Person und deren Denkweise geht.

    Also, alles in einem, ein sehr schön geschriebenes Buch, mit einem spannendem Inhalt.

    Nur zu Empfehlen!

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