Bücher mit dem Tag "biografischer roman"

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100 Bücher

  1. Cover des Buches Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe (ISBN: 9783746633497)
    Michelle Marly

    Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe

     (153)
    Aktuelle Rezension von: supersusi

    Hatte eine Art Biographie erwartet, zwar in Romanform, aber doch mit mehr Inhalt und Informationen. Stattdessen beschreibt dies Buch nur einen kurzen Zeitraum 1919-1922 und ist voll von furchtbar schmalzigem Gesülze. Ausführlich werden ihre Liebhaber zu der Zeit beschrieben, Boy, Igor Strawinsky und ein russischer Großfürst aus der Familie Romanow, aber Coco oder Gabrielle wie sie im Buch durchgängig genannt wird (Coco war nur ein Spitzname) bleibt irgendwie blass und oberflächlich. Auch Sätze wie auf Seite 44, als beschrieben wird, wie Boy (alleine) Auto fährt, haben mich sehr in Versuchung geführt, das Buch direkt wegzulegen, weil ich das einfach unerträglich schmalzig finde. : "Der Wind, der ihm entgegen wehte, war feucht und kühl und (...) verband sich mit seinem heißen Atem..." 

    Ich habe tapfer durchgehalten, da ich Bücher ungerne abbreche und es wurde auch besser, aber wirklich überzeugen konnte es mich nicht. Vielleicht hätte ich mehr auf den Untertitel achten sollen ( und der Duft der Liebe) oder auf den Klappentext, wo sie als "große Liebende" (was immer das sein soll) bezeichnet wird, dann wäre ich gewarnt worden.
       Zum Inhalt : Coco Chanels große Liebe Boy verunglückt tödlich und nach anfänglicher Trauer beschließt sie ein Parfum zu kreieren, dass ihre Liebe feiert. Zwei, drei Jahre und einige Liebhaber später ist es dann soweit und wird ein Erfolg. Ende des Buches. Irgendwie fehlt mir ganz viel in diesem Buch. Ich hatte nicht den Eindruck der Persönlichkeit Coco Chanels näher gekommen zu sein. Sie bleibt blass und farblos und ich kann mir  nur schwer vorstellen, dass sie wirklich so gedacht und gefühlt haben soll, wie es in dem Buch geschildert wird. Natürlich ist es auch schwer, über eine wirkliche Person zu schreiben, die man nie kennengelernt hat und sich zu überlegen, was wohl in ihr vorgeht. Aber mich lässt dies Buch unzufrieden zurück. Auch spürte man nicht wirklich, wie groß die Liebe zu Boy war. Das wurde zwar gesagt, aber es kam irgendwie nicht spürbar rüber (wie in anderen Büchern). Ich finde die Infos auf Wiki deutlich interessanter, spannender und informativer. Der Schreibstil ist auch nicht so mein Fall, aber immerhin liest es sich flüssig und man hat das Buch schnell durch. Das einzig Gute war, dass man einen Einblick in den Zeitgeist von damals bekam.  

    Schade, hatte mir echt was anderes vorgestellt.

  2. Cover des Buches Frida Kahlo und die Farben des Lebens (ISBN: 9783746635910)
    Caroline Bernard

    Frida Kahlo und die Farben des Lebens

     (130)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Frida hatte schon Kinderlähmung überstanden und wird dann als Jugendliche bei einem Busunglück schwer verletzt. Aber auch da kämpft sie sich wieder ins Leben. Sie verliert mehrere Kinder in den ersten Schwangerschaftsmonaten woran sie fast verzweifelt.
    Sie verliebt sich in das Malergenie Diego Rivera, der jedoch die freie Liebe praktiziert. Sie erduldet auch das.
    Um an ihren Lebensumständen nicht zu zerbrechen findet sie für sich die Malerei. In vielen Bildern drückt sie ihren Schmerz aus und stülpt ihr innerstes nach außen.

    Das Cover zeigt die Mexikanerin in ihren typisch farbenfrohen Kleidern. Das entsprach so ganz meinen Vorstellungen. Es hat mir gut gefallen.

    Ich habe das Hörbuch ausgewählt, da ich mehr über die Künstlerin erfahren wollte. Das habe ich hier nun in Romanform auch erhalten. Das Leben Frida Kahlos an der Seite ihres Mannes Diego, der sie immer wieder mit vielen anderen Frauen betrügt, obwohl sie die Liebe seines Lebens ist.
    Frida, die eigentlich eine starke Frau ist lässt sich das auch immer wieder gefallen, da sie ihm eigentlich in gewisser Weise hörig ist.
    Als sie ihn einmal allerdings erwischt ist sie so am Boden zerstört das sie eine lange Zeit den Kontakt zu ihm und zu ihrer Familie meidet. Hieran zerbricht sie fast.
    Aber trotz aller Schmerzen und Demütigungen die sie erleiden muss verliert sie nie ihren Lebensmut.
    In ihren Bildern drückt sie den Schmerz aus. Hier im Roman wird auch immer wieder auf verschiedene Bilder die sie zu den einzelnen Lebensphasen gemalt hat eingegangen. Man erfährt auch vieles über die Lebensumstände, die Politik und die Weltanschauungen des frühen 20. Jahrhunderts.
    Mir hat das Hörbuch schon gefallen, allerdings war es mir am Ende hin einfach zu lang. Hier hätte ich mir gewünscht das es ein wenig schneller voran ging, da sich doch alles irgendwo wiederholte. Sie liebten sich aber sie konnten nicht wirklich zu jeder Zeit miteinander sein. Er hatte viele Frauen und sie hatte wenige Männer, wovon es einer in meinen Augen wirklich verdient hätte mit ihr Leben zu dürfen.
    Ich konnte nicht alles nachvollziehen was sie in ihrem Leben so getan hat, aber es ist ja auch nicht mein
    Leben .
    Auf jeden Fall eine sehr interessante Frau und ein interessanter, aber hin und wieder doch etwas langatmiger Roman über ihr Leben und ihre Liebe.

  3. Cover des Buches Der letzte Satz (ISBN: 9783446267886)
    Robert Seethaler

    Der letzte Satz

     (188)
    Aktuelle Rezension von: buecherhaii

    Das Cover, der Klappentext und der Titel hören sich ja generell schon irgendwo traurig an. Das stellt sich in dem Buch auch nicht als Problem dar, da es auch traurig sein soll. Zumindest kommt mir der Inhalt sehr traurig vor.


    Das Problem in dem Buch ist auch nicht der Schreibstil, das Problem verbirgt sich eher in dem Buch. Die Kürze ist etwas was mich beunruhigt hat und diese Beunruhigung hat sich auch gehalten. 

    Warum? Ganz einfach, es war zu kurz für diese ganze Story. Man hätte das alles viel mehr ausreizen können, das Gewisse etwas hat mir einfach gefehlt das dieses Buch gebraucht hat.


    Man lernt klar den Menschen gut kennen, trotz der Kürze, aber es ist als ob etwas fehlt. Als ob das nicht alles hätte gewesen sein. Als ob man mitten in der Geschichte irgendwie das Ende herbei führt.

    Vielleicht soll die kürze aber auch Zeigen wie schnell das Leben vorbei sein kann... das Buch lässt mich leider unbeeindruckt zurück..

  4. Cover des Buches Die Bagage (ISBN: 9783446265622)
    Monika Helfer

    Die Bagage

     (166)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    "Lieber Hunger als kalt. Das war die Devise von der Bagage und ist die Devise bis heute herauf zu mir." - Monika Helfer, "Die Bagage"


    Österreich, zur Zeit des ersten Weltkriegs: Maria und Josef Brugger wohnen mit ihren Kindern am Rand eines Bergdorfs. Von allen werden sie nur die "Bagage" genannt, sie sind arm und leben abseits der Gesellschaft. Über Maria lästert man gern, denn sie ist mit Abstand die schönste Frau im Dorf - den Josef beneidet man um sie, außerdem heißt es, er betreibe krumme Geschäfte. Als Josef eingezogen wird, bleibt Maria mit den Kindern zurück. Zuvor wird noch eine Absprache zwischen Josef und dem Bürgermeister getroffen: Er solle sich um Maria kümmern und ein Auge auf sie haben. Doch bringt diese Abhängigkeit Kummer über die Familie - und ein gutaussehender Deutscher lässt Gerüchte über das Kind in Marias Bauch - Monika Helfers Mutter - aufkommen...


    In "Die Bagage" teilt Monika Helfer einen Teil ihrer Verganhenheit mit den Lesenden. Unter anderem aus Gesprächen mit ihrer Tante Kate rekonstruiert sie, was vor über 100 Jahren war - und bringt eigene Geschichten und die Erzählungen ihrer anderen Tanten und Onkel in Zusammenhang. Entstanden ist eine wirklich schöne und interessant zu lesende Mischung aus Fantasie und Wirklichkeit.


    Die Autorin springt in ihrem Buch immer wieder zwischen den verschiedenen Zeiten hin und her, mal spielt die Geschichte in der Vergangenheit, dann wieder kurz vor der Gegenwart. Diese Sprünge waren mir an einigen Stellen zu viel, ich habe so den Geschichtsfaden immer wieder von neuem aufnehmen müssen. In Kombination mit der außergewöhnlichen Erzählstimme der Autorin haben die Hüpfer in der Zeit aber dann doch eine sehr individuelle Darstellungsweise einer Familienchronik ergeben.


    Insgesamt hätte ich mir hier und da mehr Informationen und mehr Tiefe gewünscht. Trotzdem habe ich das Lesen von "Die Bagage" sehr genossen. Der autofiktionale Roman porträtiert eine faszinierende Familie und erinnert vor allem an Monika Helfers Großmutter, die bereits mit 32 Jahren verstorben ist. Empfehlen kann ich den Roman besonders allen, die gerne Familiengeschichten lesen, die auf wahren Begebenheiten beruhen - außerdem Liebhaber*innen von Romanen, die im ländlichen Raum spielen.

  5. Cover des Buches Mörderhotel (ISBN: 9783785725481)
    Wolfgang Hohlbein

    Mörderhotel

     (85)
    Aktuelle Rezension von: AutorinLauraJane

    Herman Webster Mudgett, der unglaublichste Serienmörder aller Zeiten. In Chicago errichtet er eigens ein Hotel, um seine Taten zu begehen. Ein Hotel, in dem es Falltüren, verborgene Räume, Geheimgänge, einen Foltertisch, ein Säurebad und eine Gaskammer gibt. Seine Opfer erleichtert er um ihr Geld und verkauft ihre Leichen an Mediziner. Niemand weiß, was im Kopf dieses Menschen vor sich geht. Bis die Polizei ihm auf die Spur kommt und eine gnadenlose Jagd beginnt … (Klappentext)


    Der Roman von Bestsellerautor Wolfgang Hohlbein erzählt die unglaubliche, aber wahre Geschichte um einen der ersten Serienkiller Amerikas! (Diesen Zusatz nehme ich absichtlich mit hier hinein, weil ich mich später noch darauf beziehen werde)


    Fast jeder Person, die Fantasy ließt, ist Wolfgang Hohlbein ein Begriff. Auch ich kenne ihn und habe schon einige Bücher von ihm gelesen - jedoch noch keinen Thriller. Und erst recht keinen, der auf einer wahren Begebenheit beruht.

    Sein Schreibstil ist flüssig und lässt sich toll lesen. Er passt wunderbar in die dargestellte Zeit, genau wie die Dinge, Verhaltensweisen, orte und selbst die Kleidung.

    Wir lesende verfolgen die Geschichte um Hermann Webster Midgett aus unterschiedlichen Perspektiven und Zeiten. Ein Teil spielt in der Gegenwart, der andere Teil in der Vergangenheit. Im Verlauf der Geschichte rücken diese zwei Stränge immer näher aneinander, bis sie zum Ende ineinander übergehen und nur noch eine einzige kurze Rückblende erfolgt. Der Aufbau selbst gefiel mir ungemein. Ich konnte mir meine eigenen Gedanken machen und rätseln, wer er wirklich ist und wie es zu allem kam. Die Vergangenheit gefiel mir dabei besser, als die Gegenwart, denn dort passierte eindeutig mehr. Die Gegenwart dümpelte teilweise ziemlich langatmig vor sich hin und bot kaum Spannung.

    Aber egal in welcher Zeit ich gerade war, die expliziten Beschreibungen von Verstümmelung, diversen Wunden und Blut hat mich abgeschreckt. Sicher, es geht um einen Serienmörder, aber trotzdem hätte die Gewalt etwas dezenter beschrieben werden können. Das ist aber nur mein persönlicher Geschmack. Trotzdem frage ich mich: musste das sein?

    Und dann dieses haarsträubende Ende! Auch hier kam für mich kaum Spannung auf, vor allem dadurch, dass es alles so gestellt wirkte und ich stark bezweifelte, dass irgendetwas davon wahr sein konnte.

    Was mich zu meinem größten Problem mit dem Buch bringt.

    Wie oben zitiert wird dieses Buch als wahre Geschichte des Serienmörders dargestellt. Allerdings steht an anderer Stelle „beruht auf einer wahren Begebenheit“ was schon wieder ein Unterschied ist. Für mich stimmt keine der beiden Aussagen.

    Ja, es gab den Serienmörder.

    Ja, auch der Ermittler existierte.

    Der Rest der Charaktere, genau wie fast die ganze Geschichte, ist völlig frei erfunden. Selbst für die Existenz eines „Mörderhotels“ gab es keine Beweise, es sind bestenfalls Gerüchte.

    Und falls ihr euch über den Fall informieren wollt, müsst ihr das im Internet tun. Denn natürlich ist bei einer erfundenen Geschichte im Anhang keine Notiz/Erklärung der wahren Begebenheiten oder des echten damaligen Falls.

    Alles in allem kann ich das Buch also nicht empfehlen. Es lockt mit falschen Versprechungen, nimmt auf dem Buchrücken das größte Geheimnis der Geschichte schon vorweg und war im Endeffekt auch nicht wirklich spannend. Außerdem sucht man die wahren Begebenheiten vergebens.


  6. Cover des Buches EVIL (ISBN: 9783453677005)
    Jack Ketchum

    EVIL

     (871)
    Aktuelle Rezension von: Miia

    Inhalt:

    Jack Ketchums beunruhigender, grenzüberschreitender Horrorthriller gilt unter Experten als eines der großen Meisterwerke des Genres. Die Geschichte eines Jungen, der inmitten einer amerikanischen Vorstadtidylle mit unvorstellbaren Grausamkeiten konfrontiert wird, steigt tief hinab in die Abgründe der menschlichen Psyche. Nachdem der brillant geschriebene Roman viele Jahre unter der Hand als geheimer Klassiker die Runde gemacht hatte, erhält er jetzt nicht zuletzt dank Stephen King, der zu diesem Werk auch eine ausführliche Einleitung verfasst hat, die verdiente Aufmerksamkeit und erscheint nun endlich auch als deutsche Erstausgabe.


    Meine Meinung:

    Ich wurde letztens von einem Freund nach einer Buchempfehlung gefragt. Er suchte etwas Brutales, eher blutig - ein Hauch von "The Punisher" (falls jemand die Serie kennt?!). Mir ist ehrlich gesagt, nichts eingefallen. Ich lese in der Regel eher Psychothriller. Die sind oft faszinierend und dunkel, aber eigentlich nie wirklich brutal und heftig. Deshalb habe ich gegoogelt und bin auf "EVIL" gestoßen. Laut vieler Rezensionen eins der brutalsten und heftigsten Bücher - viele konnten es nicht mal zu Ende lesen. Ich wollte mal selbst reinschnuppern, um meinem Freund doch noch eine Empfehlung geben zu können... Ich nehme mal vorweg: Ich habs ihm nicht empfohlen. Weil es absolut nicht das ist, was ich erwartet habe und auch nicht das ist, was er sucht. Sollte also jemand eine andere Idee haben - gerne her damit. 

    Aber nun zu EVIL: 

    Diese Geschichte ist wirklich einfach nur krankhaft. Die Idee an sich ist schon echt verstörend, die Umsetzung gleichermaßen. Man kann einfach in keiner Weise verstehen, warum der Autor diese Geschichte schreibt. Ich will nicht zu viel verraten, aber ich habe am Ende darauf gehofft, dass der Autor uns eine kleine Moral oder eine Sinnhaftigkeit seiner Geschichte präsentiert - aber das macht er nicht. Es geht ihm glaube ich nur darum, seine Leser zu schocken. Dabei fehlt aber der psychologische Effekt, also der Tiefgang und der Sinn, die schockierende Erkenntnis einer Figur.... oder irgendwas in der Richtung. Hier ist es einfach nur eine Beschreibung von Folter. Und das ist irgendwie zu wenig - sogar dann, wenn man einfach nur etwas Brutales lesen will. 


    Fazit:

    Ich war auf der Suche nach einer brutalen, heftigen, vielleicht blutigen Geschichte - ein bisschen wie in der Serie "Punisher". Bekommen habe ich mit EVIL einfach nur eine krankhafte Beschreibung von Folter. Ohne Moral, ohne tieferen Sinn, ohne schockierende Erkenntnis. Das ist nicht mal ausreichend, wenn man einfach nur etwas Brutales lesen will. 2 Sterne!

  7. Cover des Buches Lempi, das heißt Liebe (ISBN: 9783446260047)
    Minna Rytisalo

    Lempi, das heißt Liebe

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Lese_Lisel

    Ein Hörbuchhighlight aus 2020! Überraschend, emotional, mitreissend und poetisch.

    Aus drei verschiedenen Perspektiven und von drei verschiedenen Ich-Erzählern nähert sich dieser Roman der Titelheldin Lempi und dem Thema Liebe. Der Prolog baut von der allerersten Seite an eine Spannung auf.

    Viljami, der Bauernsohn aus finnisch Lapland, kehrt aus dem Krieg zurück und muss feststellen, dass seine geliebte junge Frau Lempi verschwunden ist. Die Trauer übermannt ihn derart, dass er sich ein Weiterleben nicht vorstellen kann. Im ersten Teil dieses geschickt aufgebauten Romans trauert Vljami um Lempi, blickt verklärt zurück auf ihr gemeinsames glückliches Jahr.

    Im zweiten Teil lernen wir aus der Sicht der Magd Elli eine ganz andere Lempi kenne. Eine verwöhnte, launische Lempi, die von Elli zutiefst beneidet und gehasst wurde. Von Elli erfährt man dann auch, was es mit Lempis Verschwinden zu tun hat.

    Im dritten Teil schliesslich kommt Lempis Schwester Sisko zu Wort. Dieser Teil hat mich zuerst nicht so interessiert. Ich dachte, ich wüsste ja jetzt praktisch alles. Und dass Sisko doch gar nicht so viel mit Lemi und Viljami zu tun hätte… Weit gefehlt! Als ich das Buch beendet hatte, muss ich diesen Teil gleich noch ein mal lesen! Für mich ist Sisko sowohl die sympathischste als auch die interessanteste Figur in dieser Geschichte!

    Absolute Leseempfehlung! Ein sehr spannendes und nachdenklich machendes Buch, das mich sehr bewegt hat.

    „In der Wegbiegung sieht man sie schon gut, da kommt sie, näher, schärfer umrissen, noch näher, bis hierher, trägt einen großen Koffer, bleibt stehen und stellt ihn ab, schwer ist er nicht, man sieht es am Wackeln. Sie streift sich übers Ohr, verlagert das Gewicht. Ihre Hüfte rutscht zur Seite, unter der Kleidung zeichnet sich die Unterhose ab, ihr Pony ist zu hübschen Seitenwellen frisiert, und sie fragt, ob das hier Pursuoja sei.
    (…)
    Der Mann auf der Treppe ist wie erstarrt, die ganze Welt bleibt stehen, die Vögel schweigen, die Tanne in der Hofmitte horcht, nichts wächst, keine Welle schlägt ans Ufer in diesem Moment, da die Welt darauf wartet, in eine neue Position zu rücken, und dies ist das Ende aller Dinge, und es ist der Anfang aller Dinge. „

  8. Cover des Buches Schloss aus Glas (Filmausgabe) (ISBN: 9783453359680)
    Jeannette Walls

    Schloss aus Glas (Filmausgabe)

     (531)
    Aktuelle Rezension von: secretworldofbooks

    Jeannette Walls erzählt in dem Buch "Schloss aus Glas" ihre Lebensgeschichte aus ihrer Sicht. Ihre Kindheit verbrachte sie in vielen verschiedenen Städten, zeitweise lebte sie auch mit ihrer Familie im Auto. Manchmal war es so schlimm, dass nicht mal mehr Geld für Essen da war. Fließend Wasser und Strom war etwas Besonderes. Geschenke gibt es auch nicht. Trotz allem blieb die Familie zusammen und stehen sich zur Seite. Früh musste Jeannette sich um ihre Geschwister kümmern. Sie wurde dadurch sehr schnell erwachsen. Erkannte schnell was gut ist und was nicht. Das lockere Leben ihrer Eltern stand für kein Kind als Vorbild. Sie schafften den Schritt in ein geregeltes Leben. 

    Ein angenehmer Schreibstil lässt die Lebensgeschichte wie einen Film vorbei ziehen. Ich bin froh über das Ende. Das die Kinder ein normales Leben haben und sich nicht so gehen lassen wie ihre Eltern. 

  9. Cover des Buches Die Erfindung des Countdowns (ISBN: 9783423282383)
    Daniel Mellem

    Die Erfindung des Countdowns

     (52)
    Aktuelle Rezension von: hannelore259

    Daniel Mellem ht mit seinem Roman Die Erfinung des Countdowns versucht das Leben Hermann Oberths zu beleuchten, dabei aber durch das Fehlen eines roten Fadens bei mir eher viel Verwirrung gestiftet.

    Hermann Oberth lebt vor dem ersten Weltkriegs als Siebenbürgener Sachse in Siebenbürgen und sieht sich als Deutscher. Doch die Folgen des ersten Weltkriegs machen ihn offiziell zu einem Rumänen und damit auch für die Deutschen zwischen den beiden Weltkriegen zu einem Ausländer, den sie nicht zwingend in ihrem Land wollen.
    Hermann hat seit Kindertagen erstaunliche Ideen und einen brillianten Kopf, mit dem er aber immer wieder gegen Wände läuft.
    Er ist eine streitbare Person, die sich im Laufe seines Lebens von einem neugierigen, sonderbaren Wissenschaftler zu einem nationalistisch, rassistischen, verblendeten Mann entwickelt, den noch nicht mal seine lebensfrohe Frau wieder erkennt. 

    Leider war dieses Buch weitesgehend eine Enttäuschung für mich. Konnte ich anfangs noch Sympathie für  Hermann Oberth empfinden, so wandelte sich das Gefühl immer weiter in Unverständnis und Antipathie um. Die Ansichten des Wissenschaftlers wurden immer egozentrischer. Teilweise konnte ich aber auch durch sprunghafte Erzählweise nicht wirklich nachvollziehen was die verschiedenen Protagonisten antreibt. Vor allem die Beweggründe seiner Frau blieben mir unlogisch. Da wäre etwas mehr Tiefe von Vorteil gewesen. 

    Interessant sind natürlich die Denkanstösse, wie weit darf man im Sinne der Wissenschaft gehen, wann wird es unethisch. War Hermann Oberth das? Diese Frage wird nicht beantwortet. Man muß sich seine eigene Meinung bilden. Dazu kann man das Buch lesen, aber ein großer Wurf ist es aus literarischer Sicht für mich nicht.

  10. Cover des Buches Die Tochter des Zauberers - Erika Mann und ihre Flucht ins Leben (ISBN: 9783746635811)
    Heidi Rehn

    Die Tochter des Zauberers - Erika Mann und ihre Flucht ins Leben

     (39)
    Aktuelle Rezension von: Eliza08

    Eine Frau voller Kreativität, voller Hoffnungen aber auch voller Zweifel begegnet der Stadt der “unbegrenzten” Möglichkeiten. Ein sehr schöner Roman über eine Frau, welche leider häufig im Schatten ihres fast schon übermächtigen Vaters stand, obwohl sie auch eine ganz besondere Persönlichkeit war.

    Das Cover ist bunt gestaltet. Man erkennt eine junge Frau in einem schwarzen Hosenanzug, welche Gedankenverloren durch den Central Park in New York City streift. In der Geschichte geht es um die junge Erika Mann, Tochter des berühmten Schriftstellers und Nobelpreisträgers Thomas Mann, welche mit ihrem Bruder Klaus Mann nach New York reist. Beeinflusst durch die Flucht ihrer Eltern aus Deutschland und der dort zunehmend bedrückenden politischen Verhältnisse versucht sie den amerikanischen Traum zu leben. Dabei eröffnet sich ihr eine Stadt, welche sie sich in ihren künstlerischen und lebenstechnischen Träumen kaum vorstellen konnte. Dennoch trügt der schöne Schein bald muss sie feststellen, dass doch einiges anders als in ihrer alten Heimat ist. Zusammen mit ihrem wichtigsten Menschen, ihrem Bruder Klaus Mann versucht sie zwischen Beziehungschaos und künstlerischem Durchbruchssinn ihren Weg zu gehen. Ob sie ihn wohl finden wird?

    Die Hauptprotagonistin ist eine Künstlerin wie sie im Buche steht. Lebensfroh sehr offen in allen Fragen des Lebens und stets an Veränderungen interessiert ist sie eine Frau von Welt. Sie ist leidenschaftlich und fokussiert in allen Dingen, welchen sie sich verschrieben hat. Leider muss sie dabei einige Menschen vor den Kopf stoßen und gerät manchmal an die Grenze ihres eigenen Lebenswandels. Als wesentliche Nebenfiguren der Geschichte sind ihr Bruder Klaus Mann, der Arzt Martin Gumpert, der sehr reiche Unternehmer Maurice, sowie ihre beste Freundin Theresa zu nennen. Am besten gefallen hat mir neben Klaus Mann ihre beste Freundin Theresa. Sie ist eine typische Frau aus Bayern und nicht auf den Mund gefallen. Sie wirkt sehr authentisch da sie eher das einfache Leben als das großspurige Jet Set Leben ihrer “Freundin” und Liebhaberin Erika Mann bevorzugt. Klaus Mann ist ein Mensch voller Widersprüche. Stets an der Seite von Erika ist er innerlich zerrissen. Zwischen dem innigsten Wunsch mit seinem Roman “Mephisto” aus dem großen Schatten seines Vaters zu treten hat er mit persönlichen Problemen, sowie dem Konsum von Rauschmitteln zu kämpfen.

    Der Aufbau der Geschichte ist sehr stringent und es sind keine wesentlichen Zeitsprünge zu verzeichnen. Die Geschichte spielt im Wesentlichen in den “Vorkriegsjahren” in den USA mit einem kurzen Abstecher nach Frankreich und ist somit für den Leser sehr gut einordbar. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gehoben und sehr gut lesbar. Die Spannung der Geschichte lebt von der Entwicklung der beiden Protagonisten und man hat als Leser nicht das Gefühl, das es langatmig wird.

    Als Zielgruppe des Romans kommen Freunde der 30iger Jahre, Anhänger der Stadt New York, sowie alle Freunde von starken Persönlichkeiten in Frage. Das Fazit ist für mich sehr positiv. Der Autorin ist es gelungen um die starke Persönlichkeit einen sehr facettenreichen Roman aufzubauen. Gerade die sehr detailverliebte Beschreibung der künstlerischen Vielfalt von New York City mit seinen vielen Theatern, Restaurants, Bars und Distrikten hat mir sehr gut gefallen. Da ich schon mehrmals in New York war und auch schon mal dort sogar kurz gelebt habe, konnte ich das Flair sehr gut nachvollziehen. Umso mehr konnte ich mich in die Geschichte hineinversetzen und ein wenig verstehen warum gerade Erika so fasziniert aber auch so zerrissen manchmal war.

  11. Cover des Buches Die Dame in Gold (ISBN: 9783746634494)
    Valérie Trierweiler

    Die Dame in Gold

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Nikola-Marie

    Viele erinnern sich sicher noch an einen der bekanntesten Restitutionsfälle der österreichischen Geschichte. Jahrelang kämpfte die Erbin um ihre goldene Tante Adele, der der österreichische Maler Gustav Klimt durch sein Gemälde zur Unsterblichkeit verholfen hat. Im Jahre 2006 wurde Adele wieder mit ihrer Lieblingsnichte vereint und zog in die Vereinigten Staaten.

    Adele Bloch-Bauer (1881-1925) war die Tochter eines Wiener Bankiers und die Frau eines reichen Zuckerfabrikanten. Die kunstsinnigen Bloch-Bauers gehörten zum jüdischen Großbürgertum Wiens und in ihrem eleganten Salon gingen die Größen ihrer Zeit ein und aus. Sigmund Freud, Stefan Zweig, das Ehepaar Mahler, Richard Strauss, Julius Tandler und Gustav Klimt, um nur einige zu nennen. 

    Wien 1903: Schon in jungen Jahren legt sich durch eine Fehlgeburt und den Tod eines kleinen Sohnes ein Schatten auf Adeles Seele, der sie zeitlebens begleiten soll. Um sie von ihren Depressionen abzulenken, will ihr Mann Ferdinand seine abgöttisch geliebte Adele von Klimt malen lassen. Und es scheint zu funktionieren. Der charismatische Klimt, dessen Ruf in Bezug auf Frauen legendär ist, bringt Adele auf andere Gedanken. Ihre intensiven Gespräche mit dem 20 Jahre älteren Klimt wirken auf die sensible Frau anregend und befreiend. Sie verliebt sich, lernt die Liebe auf eine ihr bis dahin unbekannte Art kennen. Auch Klimt ist fasziniert von Adele, sie wird zu seiner Muse, zur einzigen Frau, die er mehrmals gemalt hat.

    Die Dame in Gold ist ein in angenehm flüssigem Schreibstil verfasstes Epochengemälde, das uns näher mit der wahren Adele bekannt macht. Eine kluge, feinsinnige, melancholische Frau, stets auf geistige Anregung aus. Eine Frau, die fortwährend kränkelte und rauchte wie ein Schlot. Eine moderne Frau, die sich für neue Ideen und die Armen Wiens einsetzte. Eine Frau, der jeder Wunsch von den Augen abgelesen wurde, und der doch das wahre Glück verwehrt blieb.

    Ein wunderbares Buch, das eine erstaunliche Zeit vor unserem geistigen Auge zum Leben erweckt, auch wenn, nach meinem persönlichen Empfinden, ein Hauch mehr Tiefgang durchaus nicht abzulehnen gewesen wäre.


  12. Cover des Buches Das hungrige Krokodil (ISBN: 9783865326089)
    Sandra Brökel

    Das hungrige Krokodil

     (33)
    Aktuelle Rezension von: krimielse

    Sandra Bröckel hat mit ihrem Roman „Das hungrige Krokodil“ ein historisches Kleinod geschaffen, das sich auf berührende Weise dem Prager Frühling annähert und völlig kitschfrei auf literarischem Niveau die Lebensgeschichte von Pavel Vodák erzählt. Es ist eine wahre Geschichte, was das Buch umso beachtenswerter macht.


    August 1968 rollen Panzer der damaligen Bruderländer in das sozialistische Prag, um die Reform zu zerschlagen. Das bedeutet das Ende für den Prager Frühling und damit auch für den tschechischen Arzt Pavel Vodák, der zur Gruppe der oppositionellen Reformsozialisten in Prag gehört. Auch wenn er nicht das berühmte Manifest der 2000 Worte unterzeichnete war er Teilnehmer der konspirativen Treffen und hat viele Schriftstücke verfasst.

    Die Panzer zerstören alle Hoffnungen auf Veränderung und schleudern Pavel, seine Familie und die Tschechoslowakei zurück in eine finstere und misstrauische sozialistische Ära, die für den Chef der Prager Kinderpsychiatrie äußerst gefährlich wird. Aus Sorge um sich und seine Familie wagt Pavel die Flucht über Jugoslawien, mit seiner Frau Vera, seiner Tochter Pavli und seiner Schwiegermutter.


    Eine Arzttasche gefüllt mit Dokumenten sind der Schatz, den die Autorin Sandra Bröckel für ihr Buch als Basis benutzt hat. Die Tasche voller Lebenserinnerungen des Prager Arztes Pavel Vodák bekam sie von ihrer Freundin Paula alias Pavli, der Tochter von Pavel. Das hungrige Krokodil als gefährliches Symbol, das man nicht füttern darf und das nur scheinbar träge schläft, stammt aus den Aufzeichnungen Pavels und wird im Roman als kraftvolles Bild verwendet.


    Schon als Kind erlebt Pavel die Schrecken der Diktatur der Nazizeit. Später unmittelbar nach dem Krieg, als Student der Medizin in Prag, arbeitet er als ärztlicher Helfer in Theresienstadt, dem ehemaligen Konzentrationslager nahe Prag, wo er seine Frau Vera kennenlernt. Das Schwert kehrt sich nun um für den jungen deutschstämmigen Pavel, der noch völlig paralysiert von den Schrecken, wozu Menschen fähig sein können, in Prag erleben muss, wie Tschechen Deutsche umbringen. Als mit den Sowjets kommen muss Pavel sich vor dem Russischen Bären und seinem Uniformismus in Acht nehmen, bis unter Alexander Dubček im Frühling 1968 vorsichtige Reformen möglich zu sein scheinen. Pavel schließt sich begeistert der Gruppe Oppositioneller in Prag an und unterstützt durch seine Arbeit das „Manifest der 2000 Worte“, unter den ängstlich-besorgten Blicken seiner Frau Vera, die unter den Russen nicht weiter Medizin studieren durfte.

    Nur zufällig gehört Pavel nicht zu den Unterzeichnern des Manifests, und er wird in den nachfolgenden Jahren vielfach von der nunmehr strengeren Diktatur bedroht und reglementiert. Schließlich sieht er in der Flucht die einzige Möglichkeit, der drohenden Verhaftung zu entkommen und seiner Tochter Pavli ein Studium zu ermöglichen.


    Das Verlassen der Heimat als einzigen Weg, ein freies Leben ohne Angst zu führen, ist ein zeitlos aktuelles Thema. Leise und sehr eindringlich erzählt Sandra Bröckel die Geschichte Pavel Vodáks und seiner Familie, die Geschichte des Prager Frühlings und dessen Zerschlagung. Spannend und dramatisch, gut lesbar jedoch völlig ohne Kitsch und Rührseligkeit konnte ich das Buch kaum weglegen. Die Geschichte macht nachdenklich und regt zu weiterer Recherche an, Das Buch damit ist ein wertvolles Steinchen im historischen Puzzle des vergangenen Jahrhunderts, das einen sehr persönlichen und authentischen Blick auf die Entwicklung der Tschechoslowakei vom zweiten Weltkrieg bis zur Öffnung der Grenze 1989 wirft und dabei historische Geschehnisse wie die Entstalinisierung mit der Sprengung des monströsen Stalinmonuments in Prag oder die Selbstverbrennung des Studenten Jan Perlach am Ende des Prager Frühlings einbezieht. Lebensechte Charaktere geben der Geschichte großes Gewicht, die persönliche Sicht Pavel Vodáks auf die Ereignisse funktionieren für dieses Buch ebenso hervorragend wie das Bild des hungrigen Krokodils, das sich wie ein Faden als Ausdruck für schlummernde immer anwesende Gefahr durch den Roman zieht.


    Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, und von mir gibt es großen Applaus für die spannende, authentische, interessante, komplexe tatsachenbezogenen und hervorragend recherchierte Umsetzung der Thematik, die es schafft, sehr zu berühren ohne kitschig zu werden. Ich wünsche dem Buch viele Leser und vergebe begeistert volle fünf Lesesterne.


    Danke an den Pendragon-Verlag für die Möglichkeit, an einer Leserunde mit der Autorin teilzunehmen, das war für mich ein äußerst erhellendes und sehr bereicherndes Erlebnis.


  13. Cover des Buches Die Entdeckung der Langsamkeit (ISBN: 9783492259750)
    Sten Nadolny

    Die Entdeckung der Langsamkeit

     (434)
    Aktuelle Rezension von: Federfee

    Es ist die teils fiktive, teils realistische Lebensgeschichte des John Franklin (1786 – 1847), Seefahrer und Nordpolarforscher, der mit einer Besonderheit zu kämpfen hat: er ist extrem langsam und wird deshalb schon in seiner Kindheit und Jugend gehänselt. Er lässt sich aber nicht beirren und entwickelt Techniken, nicht nur, um im Leben zurechtzukommen, sondern sogar Karriere zu machen. Am Ende überträgt man ihm als Schiffskommandant sogar Forschungsaufgaben im Nordpolarmeer.

    Manche Abschnitte haben mir sehr gut gefallen: wie Nadolny den Leser in die verlangsamte Gedankenwelt des Kindes und jungen Mannes mitnimmt, wie er bestimmte Gefahrensituationen beschreibt, wie Franklin sich Gedanken um die Unsinnigkeit von Kriegen macht, wie überlegt er vorgeht.

    Und dann doch nur 3 Sterne? ? Leider hat mich der Roman gelangweilt: für eine Biografie zu romanhaft, für einen Roman zu viele inhaltliche Höhepunkte. Es geht ständig auf und ab. Weniger wäre vielleicht mehr gewesen, da es ja immerhin ein fiktionales Werk ist.

    Allerdings hat dieser Roman vielen gut gefallen, auch namhaften Kritikern (Ortheil). Ich fand ihn nicht schlecht, hätte ihn aber nicht lesen müssen.

  14. Cover des Buches White Christmas - Das Lied der weißen Weihnacht (ISBN: 9783352009396)
    Michelle Marly

    White Christmas - Das Lied der weißen Weihnacht

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Die Geschichte von dem jüdischen Komponisten, der sich in ein irisch-katholisches, reiches Mädchen verliebt, hätte sehr romantisch sein können. Leider war es das aber nicht. Zumindest nicht in diesem Buch. 

    Eigentlich mag ich Geschichten, die auf wahren Begebenheiten beruhen, sehr gerne. Oder Biografien in Romanform. 

    Hier hat mich die Geschichte aber leider sehr schnell verloren. Die Charaktere hatten keine Tiefe, alles blieb für mich oberflächlich, die Gefühle kamen nicht an. 

    Es ist bestimmt ein gutes Buch, aber mich hat die Geschichte leider nicht erreichen können. 

  15. Cover des Buches Marta (ISBN: 9783899983616)
    Monika Hürlimann

    Marta

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Durir

    Drastische Ereignisse und eine tapfere Prota. Liest sich rasch.

  16. Cover des Buches Ich, Ophelia (ISBN: 9783458363767)
    Lisa Klein

    Ich, Ophelia

     (25)
    Aktuelle Rezension von: elane_eodain
    » Mein erster Versuch, Hamlets Aufmerksamkeit zu erregen, war fehlgeschlagen. Doch gar nicht lange darauf, als ich es mir am wenigsten wünschte, nahm er von mir Notiz und stürzt mich in große Verlegenheit. «
    (Zitat aus "Ich, Ophelia" von L. Klein)

    INHALT: Dänemark, Schloss Helsingör, am Hof König Hamlets - die junge Ophelia kommt mit ihrem Vater und ihrem Bruder an den Hof und versucht Prinz Hamlets Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Daraus entsteht eine Tragldie wie sie wohl vielen bekannt ist ...

    GEDANKEN: Seit "Die Nebel von Avalon" bin ich großer Fan von wohlbekannten Geschichten, die aus einer bisher nicht gekannten Perspektive erzählt werden. Das verspricht neue Aspekte, neue Ideen und neue Gedanken. Die besonders in der Vergangenheit häufig vernachlässigte weibliche Sicht hat dabei besonderen Charme. Deshalb habe ich mich auf "Ich, Ophelia" sehr gefreut, den hier erzählt Ophelia in der Ich-Perspektive.

    Schon recht schnell war ich jedoch ernüchtert und es viel mir schwer, dran zu bleiben und die Geschichte weiter zu lesen. Ein Grund dafür war die angeblich starke und kluge, doch immer wieder sehr klischeehaft dargestellte Ophelia selbst. Ich habe keine emanzipierte Alphafrau erwartet, aber doch mehr als das übliche kleine, scheue, hübsche Mädchen, das den "geistreichen" Prinzen anhimmelt und von dessen Zu- oder Abneigung abhängig ist. Zudem gefiel mir die Sprache nicht, die ein Gemisch aus shakespearhafter Wortwahl und moderner Sprache ist, das wirkt zerstückelt und nicht zusammenpassend. Jedoch kann es sein, dass das mit einer nicht so stimmigen Übersetzung zusammenhängt und der Originaltext passender ist, das weiß ich nicht.

    Lisa Klein hat sich ein großes Projekt vorgenommen, dem zolle ich meinen Respekt. Sicherlich ist es nicht leicht, einer Geschichte treu zu bleiben und sich dennoch die Freiheiten zu nehmen, etwas Neues und Eigenes daraus zu machen. Leider ist es aus meiner Sicht in diesem Fall nicht gut gelungen. Die Umsetzung hat mir das Lesen erschwert und so habe ich mich mehr durchgequält als mit Freude gelesen.

    FAZIT: Ich mag es sehr, bekannte Geschichten aus anderer Perspektive zu sehen, gerne aus der weiblichen. Hier habe ich mich jedoch schwer getan bei der Geschichte zu bleiben, wegen der Sprache und den Klischees.
  17. Cover des Buches Der Pinguin meines Lebens (ISBN: 9783596036028)
    Tom Michell

    Der Pinguin meines Lebens

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Forti
    "Der Pinguin meines Lebens" macht auf den (meinen) ersten Blick nicht viel her: das Coverbild wirft immer mehr Fragen auf, je länger man es betrachtet (Photoshop fail), und auch der Titel klingt seicht und einfallslos. Immerhin der Klappentext verspricht eine interessante Geschichte, verschweigt aber, dass es im Buch auch zu einem guten Teil um die Erlebnisse eines jungen englischen Lehrers im Argentinien der 1970er Jahre geht, was ich fast genauso spannend finde wie die Geschichte des liebenswerten Magellanpinguins Juan Salvado. Das Buch liest sich gut und flüssig.
    Insgesamt eine schöne, interessante, andere Geschichte - Lesempfehlung!
  18. Cover des Buches Hildegard von Bingen (ISBN: 9783451382390)
    Maria Regina Kaiser

    Hildegard von Bingen

     (22)
    Aktuelle Rezension von: VioCo

    Ich bin ein großer Fan von Hildegard von Bingen. Sie war so eine interessante, intelligente und fortschrittliche Frau.

    Man kann 1-1 ihre Rezepte, Heilmittel und Tips heute noch umsetzen. So faszinierend.

    In diesem Buch wird total schön das Leben von Hildegard beschrieben. Von Kindheit an bis zu ihrer Hauptschaffenszeit.

    Ihre Geschichte wurde von Maria Regina Kaiser sehr anschaulich und fesselnd wiedergegeben. Sie findet die richtigen Worte und den richtigen „Ton“ den Charakter von Hildegard in seiner Gänze zu erfassen, sodass man als Leser ein vielschichtiges Bild ihrer Person bekommt. Sie wird nicht nur als Naturheilerin sondern auch als Weise, Ratgeberin, Philosophin und natürlich Gläubige gezeigt.

    Ein alles in allem sehr gelungenes und zu empfehlendes Buch über Hildegard von Bingen und ihr Leben.

  19. Cover des Buches Die Hebamme (ISBN: 9783825152369)
    Edvard Hoem

    Die Hebamme

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Gise

    Marta Kristine Andersdatter Nesje beschließt bereits in frühesten Kindheitstagen, dass sie Hebamme werden möchte. Sie übt diesen Beruf im 19. Jahrhundert fünfzig Jahre lang aus. Ihre Geschichte wird erzählt von ihrem Ururenkel Edvard Hoem.

    Es ist eine ganz andere Zeit, in der Marta Kristine lebt und ihre Träume umzusetzen versucht. Ihr Leben ist viel von Armut geprägt, doch ihr Ziel verliert sie nie aus dem Blick. Der Autor versetzt den Leser in eine ganz andere Zeit, in der nur eine starke Frau sich als Hebamme durchsetzen konnte. In vielen Details werden Bilder aus der damaligen Zeit heraufbeschworen, man kann sich das karge Leben damals gut vorstellen. Manches allerdings gerät in meinen Augen etwas zu ausführlich.

    Dieses Buch erzählt eine interessante Geschichte über eine Hebamme, eine starke Frau, die ihren Lebenstraum auch in widrigen Zeiten umgesetzt hat. Nacherzählt nach dem Schicksal einer Frau, die tatsächlich gelebt hat, wirkt das Buch sehr authentisch. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.


  20. Cover des Buches Ich schreibe Ihnen im Dunkeln (ISBN: 9783406697180)
    Jean-Luc Seigle

    Ich schreibe Ihnen im Dunkeln

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Book-worm
    Jean-Luc Seigle beschreibt das Leben eines französischen Mädchens während der deutschen Besatzung. Sie ist sehr auf ihren Vater fixiert und um ihm zu gefallen, geht sie eine  Beziehung zu einem deutschen Arzt ein.
    Was sie erlebt, nachdem Frankreich befreit wurde und die Besatzer abgerückt sind ist ,kaum zu beschreiben.
    Sie wird sich von den Misshandlungen und Demütigungen nicht mehr erholen. Als sie dann Jahre später an einen Mann gerät, der sie aufgrund ihrer Vergangenheit erneut demütigt und verlässt, bringt sie ihn um.
    Nachdem sie ihre Strafe verbüßt hat, verliebt sie sich erneut und hofft auf ein besseres Leben. Aber wieder holt sie die Vergangenheit ein, sie sieht keinen Ausweg mehr und bringt sich um.


    Fazit: Ein Buch, was man zwischendurch schwer erträgt und eine Geschichte die man nicht vergisst.
  21. Cover des Buches Gegen alle Regeln (ISBN: 9783426214305)
    Ariel Levy

    Gegen alle Regeln

     (47)
    Aktuelle Rezension von: GAIA
    Mal ganz was anderes. Auf dieses Buch bin ich durch ein Interview im ZEIT Magazin gekommen. Die Autorin ist selbst Reportage-Journalistin und hat hier ihre eigene Geschichte niedergeschrieben. Im Reportage-Stil ist auch das Buch gehalten. Die autobiografische Geschichte der bisexuellen Autorin verfolgt man sehr interessiert und bekommt dadurch einen Einblick in lesbische Beziehungen in den USA. Besonders dramatisch ist inhaltlich der Kinderwunsch mit Schwangerschaftsgeschichte der Autorin. Es wird jedoch nie übertrieben emotionalisiert geschildert. Hier liegt die Stärke des Textes. Es wird nie mitleidserhaschend sondern immer mit Abstand beschrieben. Sehr interessant. Negativ muss ich das Cover bewerten. Wer sich diese Gestaltung hat einfallen lassen? Ob es einfach nur farblich auffallen sollte? Da hätte ich mir ein seriöseres Design gewünscht.
  22. Cover des Buches Lotte Lenya und das Lied des Lebens (ISBN: 9783596000623)
    Eva Neiss

    Lotte Lenya und das Lied des Lebens

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Lealein1906

    Ich muss zu geben, dass ich Lotte Lenya davor noch nicht kannte, aber deswegen fand ich es umso spannender, über sie lesen zu dürfen. Das Buch hat mir auch sehr gut gefallen, die Stationen von ihrem Leben sind gut ausgesucht, deswegen gebe ich vier Sterne.

    Lotte Lenya lernt in den 20er Jahren ihren Mann Kurt Weill, einen Komponisten, der ihr schauspielerisches und musikalisches Talent fördert. Die beiden lernen Bertolt Brecht kennen und erlangt Bekanntheit durch die Rolle der Seeräuberin Jenny in der Dreigroschenoper. Doch nicht alles läuft so rosig.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, allein die Aufteilung in drei verschiedene Akte. Es ist gut geschrieben, auch wenn man manchmal vielleicht nicht so sehr in der Geschichte drin ist, wie bei anderen Büchern. Aber trotzdem ist die Geschichte spannend, man fühlt sich mit Lotte direkt verbunden und sie hatte ja auch ein sehr bewegtes Leben. 

    Ich habe mich sehr gefreut, Lotte kennenzulernen und würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

  23. Cover des Buches Zwei Herren am Strand (ISBN: 9783423144681)
    Michael Köhlmeier

    Zwei Herren am Strand

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania
    Zwei große Persönlichkeiten, wie sie verschiedener wohl nicht sein könnten, treffen in diesem Roman von Michael Köhlmeier aufeinander: Ein weltberühmter, vielleicht DER bekannteste Schauspieler der Welt Charlie Chaplin und eine Ikone der Politik, die sich höchst persönlich in den Krieg mit Hitler stürzte: Winston Churchill.
    Beide litten zeit ihres Lebens unter Depressionen der schweren Art. Sie lernen sich durch einen ungewöhnlichen Zufall kennen. Keiner zeigt dem anderen, dass er weiß, wer sein Gegenüber ist und doch gehen sie gemeinsam spazieren und finden das erste Mal wirkliche Hilfe in ihren dunkelsten Stunden. Sie versprechen sich gegenseitig immer für den anderen da zu sein, obwohl der eine in Großbritannien, der andere in den Staaten lebt. Beide sind außergewöhnliche Männer und vor allem lernt man sie in diesem Buch kennen, auch unabhängig voneinander.
    Das war dann leider auch der Punkt, der mich ein wenig enttäuscht hat. Ich hätte mir mehr zu der Freundschaft und den Gesprächen gewünscht, mehr miteinander. Stattdessen geht es seitenweise über die anderen im Umfeld von Churchill und Chaplin. Deren Freundschaft selbst kam mir leider ein bisschen kurz. Die Passagen ihrer Gespräche waren toll, aber zu selten.
    Dennoch erfährt man einiges über den Staatsmann Churchill, seine Familie, vor allem seine innig geliebte Tochter.
    Chaplins größte Stütze in den Staaten ist einer seiner Hausangestellten. Interessant bei Churchill sind die Informationen über seine Filme. Was er sich dabei denkt bzw. gedacht hat, was er innovativ erreichen wollte.
    Alles interessant, aber doch etwas anders als erwartet.
    Dennoch eine interessante, vielleicht etwas düstere Freundschaft, wie sie in dieser Form sicherlich besonders und sehr selten ist.
  24. Cover des Buches Die Fotografin (ISBN: 9783492311762)
    William Boyd

    Die Fotografin

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Seitenwandlerin

    ÜBER DAS BUCH

    Amory Clay durchlebt die unruhigen Zeiten und politischen sowie gesellschaftlichen Wandel des 20. Jahrhunderts. 

    Durch ihren Onkel, einen Fotografen, entdeckt sie schon als junge Frau ihre Leidenschaft für Fotografie, die sie ihr Leben lang begleiten wird. Geprägt ist ihr Leben auch von den Kriegen der Epoche, welche nicht nur schonungslos die Gesundheit und Leben der Männer in ihrer Familie einfordern, sondern auch sie selber als Kriegsberichterstatterin an die Front bringen. 

    Inmitten all der politischen und gesellschaftlichen Ereignisse führt Amory Clay auch privat ein bewegtes Leben.

    Das Buch beschreibt - von der Kindheit bis ins Alter - mitreißend und detailliert ausgestaltet ihren Lebensweg vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen und Themen.


    MEINE MEINUNG

    Vor allem bietet das Buch einen spannenden Einblick in das 20. Jahrhundert. Durch die mitreißende Erzählweise erlebt man hautnah mit, was in diesem Jahrhundert geschah und wie sich das auch auf das Leben der "Normalbevölkerung" ausgewirkt hat. Für historisch interessierte Leser auf jeden Fall empfehlenswert.

    Auch die Figuren sind glaubwürdig gestaltet, sodass man sich in ihre Sichtweise gut hineinfinden kann und mit ihnen mitfiebert.

    Das Thema Fotografie steht dabei weniger im Mittelpunkt als der Titel es hätte erwarten lassen. Vielmehr nimmt auch Amorys Privatleben einen großen Teil der Geschichte ein - darunter auch diverse Romanzen und Dreiecksbeziehungen. So viel "Beziehungsdrama" hatte ich nicht erwartet und fand diese Handlungsstränge teilweise etwas unnötig und langatmig. 


    Insgesamt ein gut geschriebenes Buch mit einem interessanten Setting und  authentischen Figuren - das sich aber dennoch etwas zieht und dem eine Kürzung auf die wesentlichen Handlungsstränge nicht geschadet hätte...



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