Bücher mit dem Tag "biographie"

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1.027 Bücher

  1. Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9783730609828)
    Leo Tolstoi

    Anna Karenina

    (1.100)
    Aktuelle Rezension von: Malte_Hermann

    Wenn ich Leo Tolstois „Anna Karenina“ lese, spüre ich von der ersten Bahnhofsszene an ein leises Grollen unter den Füßen: metallisches Zischen, neugierige Blicke, ein Vorzeichen von Unheil. Anna tritt für mich wie ein warmer Lichtkegel in eine kalte Gesellschaft; ihr Blick auf Wronskij entzündet eine Liebe, die zugleich Befreiung und Sturz bedeutet. Ich folge ihr durch Salons, Waggons und Gerüchte, durch die starre Höflichkeit von Petersburg und die klatschenden Kreise Moskaus. Ihr Ehemann Karenin wirkt korrekt wie ein Protokoll: Er schützt die Form und übersieht den Menschen. Ich schäme mich stellenweise über eine Welt, die Skandal wittert, aber Mitgefühl spart. (Mehr zu Anna Karenina: https://love-books-review.com/de/anna-karenina-von-leo-tolstoi/ )

    Parallel gehe ich mit Lewin über Felder. In Gesprächen mit Bauern, in Mühen und Zweifeln sucht er Sinn, Gott und Arbeit zu verbinden. Zwischen abgewiesenem Antrag, Rückzug und Rückkehr wächst in mir Ruhe: In Kittys Blick und der Geburt des Kindes erkennt Lewin eine demütige, leise Wahrheit. Diese zweite Geschichte erdet die erste; sie zeigt mir, dass Glück nicht flackert wie Feuerwerk, sondern glüht wie eine kleine Flamme, die man gegen Wind schützt.

    Je weiter ich lese, desto enger wird Annas Raum. Eifersucht, Schlaflosigkeit, Morphium und die Unmöglichkeit einer ehrlichen Zugehörigkeit lassen ihre Sprache spröde werden. Am Ende schneiden die Zugräder durch meine Gedanken: ein Entschluss, grausam klar. Ich bleibe erschüttert und zugleich dankbar, weil Tolstoi mir beides schenkt – das Porträt einer Gesellschaft, die Menschen zu Rollen verengt, und die Ahnung, dass Sinn im einfachen Guten liegt. Anna bleibt ein brennender Schatten; Lewin, ein stilles Versprechen von Alltag und Gnade.

  2. Cover des Buches Gesamtausgabe (ISBN: 9783596710775)
    Anne Frank

    Gesamtausgabe

    (2.747)
    Aktuelle Rezension von: daisys_library

    Die 5-Sternebewertung dient lediglich der Bewertung der Darstellung und der Wertschätzung dieses überaus wichtigen Dokuments der Geschichte, da Menschenleben nicht zu bewerten sind. 

    Mir fehlen doch echt die Worte, als ich die letzten dokumentierten Worte von Anne Frank gelesen habe und mir bereiten sie eine unendliche Gänsehaut. Ich will und kann mir nicht annähernd vorstellen, welche Ängste sie durchgestanden haben muss als sie und die restlichen Mitbewohner des Hinterhauses erwischt wurden. 

    An Anne ist wirklich so eine tolle, junge, bewundernswerte, starke, zielorientierte, vorausschauende, kluge, talentierte,  liebenswerte Frau verloren gegangen. Man kann sich nur ausmalen wie die Welt wohl geworden wäre, wenn sie die Zeit in Bergen-Belsen überlebt hätte. Die Welt wäre ein besserer Ort geworden, defintiv. 

    Es war wirklich beeindruckend zu lesen und in jedem ihrer geschriebenen Worte zu spüren wie unfassbar fortschrittlich sie schon in ihrem Alter war, sowohl sprachlich als auch gedanklich und es war so interessant mitzuerleben wie sie zu einer starken, mutigen jungen Frau herangewachsen ist, unter Umständen die wir uns in unserem privilegierten Leben nicht annähernd vorzustellen vermögen. 

    Liebe Anne, wenn du nur wüsstest und selbst sehen könntest, was du mit deinen geschriebenen Gedanken und Worten erreicht hast, noch so viele Jahre nach deinem Ableben. Du hast es geschafft, du wirst auf ewig unvergessen bleiben und in Millionen Herzen fortleben, mit deinem unfassbaren Talent und deiner unsterblichen Seele.

  3. Cover des Buches BECOMING (ISBN: 9783442316472)
    Michelle Obama

    BECOMING

    (372)
    Aktuelle Rezension von: wortknaeuel

    Ganz ehrlich: ich habe mir diese Autobiografie vor drei Jahren als eBook gekauft, weil sie Fotos enthält und ich meinen neuen eReader mit Farbdisplay testen wollte. Dann fehlte mir allerdings die Motivation zum Lesen, denn ich erwartete für mich sperrige Themen wie Politik und ein bisschen Rassismus verpackt in (angesichts des Buchcovers) oberflächliche Frauenmagazin-Sätze. Aus aktuellem Anlass nahm ich es jetzt doch mal zur Hand – und konnte es gar nicht mehr beiseitelegen.

    Michelle Obama schildert ihre Lebenserfahrungen sehr eindrücklich und empathisch. Von ihrer Kindheit in der South Side Chicagos der 60er/70er Jahre, einem Bezirk mit Arbeiter-Familien, das sich zunehmend zum Problemviertel wandelt und aus dem man flieht, wenn man das Geld dafür hat. Ihr Großwerden in einer liebevollen Familie mit liberalen Eltern, die großen Wert auf Bildung legen und ihr viel Freiraum geben, sich zu entfalten. Ihre Erkenntnis, wie wichtig Selbstermächtigung ist, für sie als Frau, als Schwarze, als Arbeiter-Kind. Wie sie mit viel Fleiß und Ehrgeiz den Weg in die Downtown Chicagos schafft und als junge Anwältin den neuen Praktikanten Barack Obama unter ihre Fittiche nimmt. Und natürlich, wie sie an seiner Seite den steinigen Weg ins Weiße Haus beschreitet, um als FLOTUS Vorbild für andere zu sein und vor allem auch die oft Übersehenen und Übergangenen zu Selbstermächtigung zu ermutigen. Sie erzählt von ihren Selbstzweifeln und Phasen, in denen sie sich mutlos, orientierungslos und frustriert fühlte, dann aber entweder aus eigener Kraft oder durch hilfreiche Mentoren herausfindet.

    Ich war fasziniert, wie offen sie über das Auf und Ab ihres Lebens spricht – genau das macht sie so relatable. Michelle Obama ist vielleicht deshalb so charismatisch, weil sie authentisch, ehrlich und nahbar ist. Sie steigt vom Podest herab, auf dem sie als First Lady eher widerwillig stand, um mit der Leserin ein Gespräch auf Augenhöhe zu führen. Dabei wirkt sie unglaublich motivierend und inspirierend, denn ihre positive Einstellung ist ansteckend. Gerade jetzt, in Zeiten des zunehmenden Hasses, Egoismus und toxischer Männlichkeit: unbedingt lesenswert!

  4. Cover des Buches Ich bin dann mal weg (ISBN: 9783890296005)
    Hape Kerkeling

    Ich bin dann mal weg

    (4.111)
    Aktuelle Rezension von: Andreia22
    Das Buch von HaPe liest sich gut und manchmal fühlt man sich sogar mit Ihm auf dem Weg.
    Man ist dann auch fast sowas wie weg.
    Ich habe den Weg, Pardon, daß Buch gerne gelesen. Es ist nicht besserwisserisch oder aufdringlich, vielmehr wirft es Fragen auf, für die HaPe seine Antworten hat und der Leser seine finden kann, aber nicht muss.
    Und eine Geschichte über neue Freundschaften ist es auch noch obendrein.

    Ich fand es sehr interessant 


  5. Cover des Buches Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück (ISBN: 9783944442402)
    Robert Scheer

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

    (42)
    Aktuelle Rezension von: parden
    EIN PERSÖNLICHES MAHNMAL...

    Robert Scheer liebte seine Großmutter. Dies ist an und für sich nichts Besonderes, doch eigentlich ist es ein Wunder, dass es den Autor überhaupt gibt. Denn eigentlich hätte seine Großmutter Pici nicht überleben, nicht heiraten und keine Familie gründen dürfen. Denn dies war der Plan von Hitler und seinen Schergen. Doch als einzige ihrer weitverzweigten jüdischen Familie überlebte Pici ("die Kleine") seinerzeit die Gräuel des Holocaust.


    "Die Weisen sagen, das Ziel des Lebens sei das Leben selbst. Dem folgend habe ich das Ziel erreicht. Denn ich lebe noch." (S. 56)


    Zum 90. Geburtstag seiner Großmutter beschloss Robert Scheer, diese nach ihren Erlebnissen zu befragen, damit ihr Zeugnis bewahrt bleibt. Und wo Pici jahrzehntelang geschwiegen hat, öffnete sie sich ihrem Enkel gegenüber und gab Auskunft über helle und dunkle Jahre ihrer Vergangenheit.

    Die ersten zwei Drittel des Buches erzählen von Picis Familie und ihrer Kindheit in Rumänien. Dort wohnte die Familie ungarischer Juden und lebte vom Holzhandel des Vaters. Arm, kinderreich, aber zufrieden, so wie viele andere Menschen der kleinen rumänischen Stadt auch. Als etwas langatmig habe ich diese Schilderungen zeitweise empfunden, aber andererseits als durchaus legitim - holte sich Pici auf diese Art noch einmal alle Mitglieder iher großen Familie in ihre Erinnerung zurück, alle in den Jahren des Holocaust ums Leben gekommen.

    Die schlimmen Erlebnisse Picis nach dem Verlust ihrer Heimat in den 40er Jahren nach der Machtergreifung Hitlers nehmen entsprechend etwa ein Drittel des Buches ein. Die Vertreibung ihrer Familie aus der kleinen rumänischen Stadt, die Erfahrungen im Ghetto, die Deportationen in verschiedene Konzentrationslager, die Kälte, die Hitze, der Hunger, die Unmenschlichkeit, die Angst, die Krankheiten, das Trauma, der Tod - Dinge, über die es sicher auch nach 70 Jahren noch schwerfallen dürfte zu sprechen.

    Was mich bei der Lektüre verblüffte, waren die großen Erinnerungslücken Picis, die viele schreckliche Erlebnisse und Details ausgeblendet zu haben scheint.


    "Und auch für die folgenden Zeiten gibt es solche kleinen Momente, die völlig in meinem Gedächtnis fehlen, aber nicht so, dass ich sie nach Jahren vergessen hatte, sondern so, als hätten sie nichts mit mir zu tun gehabt. Vielleicht, weil mein Verstand dies alles nicht nachvollziehen konnte und von sich wegschob..." (S. 90)


    Entsprechend rudimentär erscheinen denn auch teilweise die Erinnerungen, Spotlights der Schrecken, wobei die Schilderungen selbst nahezu nüchtern erscheinen. Dennoch kommt das Grauen beim Leser an, die Bilder lassen sich ncht verdrängen, die Unfassbarkeit der Erinnerungen bricht sich Bahn. Zahlreiche in den Text integrierte Fotos (viele aus dem Privatbesitz des Autors) unterstreichen das Geschriebene, geben dem Erzählten ein Gesicht und verankern das Grauen in der Realität.

    Der Schreibstil ist einfach, erinnert zeitweise an einen ungeübten Schulaufsatz. Doch vieles ist in wörtlicher Rede wiedergegeben und dokumentiert so eher das Gespräch zwischen dem Enkel und seiner Großmutter Pici als dass es literarisch aufgearbeitet ist. Dieses Stilmittel der wörtlichen Rede unterstreicht in meinen Augen die Authentizität der Erzählung.

    Neben den bereits erwähnten Fotos gibt es - vor allem in dem vielseitigen Anhang - auch zahlreiche Kopien von alten Briefen, Dokumenten und Listen, die die Erinnerungen Picis in Raum und Zeit des Holocaust verankern. Hier hätte ich mir eine bessere Qualität der Darstellung gewünscht, denn viele der genannten Quellen waren durch eine blasse und verschwommene Kopie für mich tatsächlich kaum leserlich, was ich wirklich bedauerlich fand.

    Robert Scheer hat mit diesem Buch nicht nur seiner geliebten Großmutter ein Denkmal gesetzt, sondern mit Picis Erinnerungen auch ein persönliches Mahnmal geschaffen. Ein Buch 'Gegen das Vergessen', das sehr persönliche Einblicke gewährt.


    © Parden
  6. Cover des Buches Queen Victoria (ISBN: 9783806237849)
    Julia Baird

    Queen Victoria

    (65)
    Aktuelle Rezension von: Jollymare

    Queen Victoria – Julia Baird

    Biographie, wbg Theiss, 598 Seiten

    Inhalt:
    Sie wächst als zukünftige Königin in absoluter Abgeschiedenheit auf. Ihr Onkel sitzt auf den englischen Thron und hat keine Nachfolger. Daher ist es ihr Schicksal die nächste Königin von England zu werden.
    Das einsame Kind träumt sich durch die Kindheit und entwickelt einen sehr ausgeprägten Eigensinn, der ihr auch im vorgeschrittenen Alter nicht abhandenkommt. Als sie früh den Thron besteigen muss sind viele anscheinend Wohlmeinende Personen in ihrer Nähe. Doch erst durch die Heirat mit Albert von Sachsen-Coburg und Gotha kann sie sich von ihrer Übermutter und den politischen Ratgebern distanzieren. Die Ehe der jungen Königin mit Albert steht unter einem guten Stern. Sie bekommen viele Kinder und bis zum frühen Tod ihres Mannes kann sie das Eheleben genießen. Obwohl die die Königin über das halbe Weltreich ist, bestimmt in der Familie Albert das Geschehen und sie ordnet sich freiwillig unter.
    Nach dem frühen Tod ihres Mannes betreibt sie eine zukunftweisende Heiratspolitik bei der sie die führenden Königshäuser zusammenführt. Deutschland, Russland, Dänemark. In vielen Beispielen werden die politischen und familiären Ränkespiele der Herrscherin verdeutlicht.
    Eine große Frau ihrer Zeit und ein Vorbild bis heute.

    Cover:
    Nicht besonders Originell aber trotzdem sachdienlich. Die Verarbeitung ist wie immer gut. Ein Lesebändchen wäre bei einem solch umfangreichen Buch noch von großem Vorteil gewesen.

    Fazit:
    Eine Biographie nach meinem Geschmack. Keine Königin hat ihrer Zeit mehr den Stempel aufgedrückt als diese imposante Frau. Diese Biographie erfüllt alle Ansprüche. Historisch Detailliert hat Julia Baird das Leben, die politischen und historischen Personen sowie der Kontext in der Geschichte zusammengeführt. Nur an wenigen Stellen wird der Erzählfaden nicht spannend genug gehalten. Dokumentiert durch die Bilder entsteht beim Leser ein Roter Faden, dem man gerne durch die Epoche folgt. Damit gehört diese Queen Victoria Biographie für mich zu den besten der letzten Jahre.

  7. Cover des Buches Katerina - Schatten der Vergangenheit (ISBN: 9781946332073)
    Jennifer Wego

    Katerina - Schatten der Vergangenheit

    (45)
    Aktuelle Rezension von: Ruby2000
    Also ich hatte das Glück an der Leserunde teilnehmen zu dürfen.
    Dafür erstmal ein riesen Dank an Jennifer Wego.

    Ich muss leider sagen dass ich anfangs nicht wirklich rein kam in die Geschichte, doch nach und nach gings.
    Ich fand es toll dass man als Leser sich selbst "ausdenken" konnte wer die Ich-Perspektive erzählt. Ist die Person Weiblich oder doch eher Männlich??
    Für mich war es eindeutig eine Frau!
    Die beziehung zwischen der Hauptfigur und Victor war einzigartig. Diese hat mir glaube ich am besten gefallen.
    Der "Privatdetektiv" und sein Handeln haben mich richtig wütend gemacht.
    Die letzen Seiten habe ich praktisch verschlungen!

    Das Ende hat mich erlich gesagt schokiert. Ich war einfach nur sprachlos. Mehr kann man dazu leider nicht sagen.

    LG Ruby ♥

  8. Cover des Buches Die sieben Männer der Evelyn Hugo (ISBN: 9783548069562)
    Taylor Jenkins Reid

    Die sieben Männer der Evelyn Hugo

    (796)
    Aktuelle Rezension von: suma

    Die sieben Männer der Evelyn Hugo war wieder eine Art fiktive Biografie, die im Buch erzählt wurde. 

    Die Charaktere im Buch blieben ausser Evelyn für mich teilweise zu flach. 

    Die Idee dahinter fand ich allerdings spannend und der Schreibstil war angenehm. 

    Allerdings konnte mich der Plottwist nicht so überraschen, trotzdem war es eine interessante Geschichte.

  9. Cover des Buches Bob, der Streuner (ISBN: 9783404609345)
    James Bowen

    Bob, der Streuner

    (979)
    Aktuelle Rezension von: deidree

    Meine Rezension bezieht sich nur auf den ersten Teil des Buches, also auf „Bob, der Streuner“. Ich mag Katzen sehr gerne, daher hat mich das Cover direkt angesprochen. 

    Die Beziehung von James Bowen und Bob kommt in der Geschichte gut rüber. Auch, dass sich James plötzlich für ein anderes Individuum als sich selbst zu kümmern hat und dafür die Verantwortung übernimmt, hat mir gut gefallen.

    Jedoch fand ich es etwas mühsam zu lesen, was die beiden Tag für Tag so machen. Irgendwie hatte das dann den Beigeschmack von Bericht erstatten. Schon klar, dass sich der Alltag eines Straßenmusikers und Zeitungsverkäufers nicht wesentlich ändern kann. Dennoch wurde mir mit der Zeit fad beim Lesen. 

    Die schönen Stellen zwischen James und Bob haben sich in Grenzen gehalten. Natürlich ist die positive Entwicklung von James, die durch Bob hervorgerufen wurde, erfreulich. Sie zeigt auch auf, dass der Mensch nicht unbedingt ein Einzelgänger ist. 

    Für mich hat das Buch eine schöne Botschaft, aber zu lesen fand ich es etwas – ja, leider – mühsam. Den zweiten Teil „Bob und wie er die Welt sieht“ werde ich noch etwas zurückstellen.

     

  10. Cover des Buches Das Leben und das Schreiben (ISBN: 9783453442979)
    Stephen King

    Das Leben und das Schreiben

    (402)
    Aktuelle Rezension von: lisaliest

    Schon der Aufbau dieses Sachbuchs ist besonders: Zwei biografische Abschnitte rahmen die Tipps über das Schreiben ein. 

    Ich bin kein Stephen-King-Fan und habe auch bisher kein Buch von ihm gelesen, weil Horror und Thriller nichts für mich sind. Und trotzdem habe ich insbesondere den ersten biografischen Abschnitt über seine Kindheit und über seinen Werdegang zum Autor verschlungen. King ist dabei schonungslos direkt und zeigt, wie ausdauernd er gewesen war, bevor er erfolgreich wurde. 

    Der Werkzeugkasten, den er im Abschnitt „Das Schreiben“ vorstellt, ist pragmatisch und gibt konkrete Tipps, wie man die eigenen Texte verbessert, einen passenden Agenten findet, die Verlagswelt besser versteht und vieles mehr.

    Die Kernbotschaft für jeden angehenden Autor: viel lesen und viel schreiben. Er selbst hält sich an das, was er predigt. King gehört zu den produktivsten Autoren weltweit. Bis heute hat er über 60 Bücher und 100 Kurzgeschichten geschrieben. 

    Sein Buch ist eine Pflichtlektüre für alle Menschen, die Belletristik schreiben möchten, aber auch für alle jene, die auf unterhaltsame Weise mehr über die Welt der Autoren lernen wollen.

  11. Cover des Buches Die Geisha (ISBN: 9783328100454)
    Arthur Golden

    Die Geisha

    (2.944)
    Aktuelle Rezension von: Liselotte91

    Ganz nett zu lesen. Für mich jedoch zu langwierig.
    Die Geschichte tröpfelt für mich oftmals sehr dahin, wogegen das Ende dann viel zu schnell abgespeist wird.
    Die unzähligen Beschreibungen und Vergleiche mit der Natur und co. werden so oft gemacht, das es mich persönlich wirklich sogar genervt hat.
    Die Geschichte ist sonst sehr informativ, an manchen Stellen traurig aber auch ab und an etwas humorvoll.
    Alles in Allem ein netter Roman mit teilweise schönen Momenten, der aber deutlich hätte kürzer ausfallen können.

  12. Cover des Buches Katharina von Bora & Martin Luther (ISBN: 9783451068836)
    Maria Regina Kaiser

    Katharina von Bora & Martin Luther

    (30)
    Aktuelle Rezension von: Rose75

    Da ich von der Autorin schon die Roman-Biographie  "Xanthippe - Schöne Braut des Sokrates" mit viel Freude gelesen habe,  war ich sehr neugierig auf dieses Buch mit der  Lebensgeschichte von Katharina von Bora (1499 - 1552).

    Die Erzählung beginnt mit einem   jungen Mädchen, das als Waise in die Obhut ihrer Tanten ins Kloster Mariathron übergeben wurde. Dort lernte sie lesen, schreiben und rechnen.  So gut es ging, verbrachte sie viel Zeit in der klostereigenen Landwirtschaft.   Aus Überzeugung wurde sie eine Braut Christi und ein späterer Aufstieg zur Priorin und Äbtissin zeichnete sich schon früh ab.   Durch einen Zufall bekamen sie und  Mitschwestern  Schriften des Ketzers Luther in die Hände.    Katharina fühlte sich sofort angesprochen davon und ihre Gelübde waren nur noch eine Last für sie.   An Ostern 1523  fliehen neuen  Nonnen aus dem Kloster Mariathron und finden Zuflucht in Wittenberg bei Martin Luther höchstpersönlich.  Katharina war dabei und über die Zeit entwickelte sich eine Beziehung zum Doktor Luther. 

    Frau Kaiser hat sehr glaubwürdig, den historisch - reformatorischen  Zeitgeist, die  Armut der einfachen Leute, den Bauernkrieg   und die Pest,  mit dem  Lebenslauf von Katharina von Bora verbunden. 

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich würde gerne weitere Biographien dieser Art lesen. 

  13. Cover des Buches HERKUNFT (ISBN: 9783442719709)
    Saša Stanišić

    HERKUNFT

    (283)
    Aktuelle Rezension von: Veezi

    Erster Punkt: Es soll eine autobiografische Erzählung sein, aber der Autor sagt auch, dass manches so vielleicht passiert ist und anderes wiederum seiner Fantasie entspringt. Da bin ich schon direkt raus. Ich hätte dieses Buch auch niemals gelesen - war ein Buch vom Buchclub. Und ich bin an sich offen für neue Geschichten. Aber dieses Buch hat mir teilweise den letzten Nerv geraubt. Er schreibt "es reicht ein Gedanke um sich auf etwas neues zu konzentrieren und dem neuen Gedanken hinterher zujagen" und so ist dieses Buch geschrieben. Regt mich jetzt noch auf. Man hat keine Struktur - es wird zwischen Zeiten, Orten und Menschen hin- und hergesprungen wie bei einem Flipperspiel. Absolut nicht meins. Die Story an sich ist ganz okay, aber auch da gibt es einige Aspekte, die ich absolut nicht nachvollziehen kann und keine Ahnung wie sowas den Buchpreis gewinnen konnte. 

  14. Cover des Buches Freiheit (ISBN: 9783462005134)
    Angela Merkel

    Freiheit

    (37)
    Aktuelle Rezension von: Lerchie

    Angela Merkel berichtet in ihrer Autobiographie über ihr Leben in 2 Staaten, zunächst in der DDR und dann in der BRD. Sie erzählt von ihrem Leben im unfreien Teil Deutschlands, wo sie, zwar im Westen in Hamburg geboren, jedoch in der DDR aufgewachsen ist. Und sie erzählt vom Fall der Mauer, als ihr politisches Leben begann. Wir haben teil an ihren Treffen und Gesprächen mit den Mächtigsten der Welt und wir erfahren anschaulich und präzise wie Entscheidungen getroffen wurden. Das Buch bietet einen einzigartigen Einblick in das Innere der Macht. Es ist ein Plädoyer für die Freiheit.

     

     

    Meine Meinung

    Hier kann ich nicht schreiben, dass das Buch sich leicht und flüssig lesen ließ. Denn Politik ist etwas schwerere Kost als ein Roman. Doch mochte ich Angela Merkel schon immer. Außerdem war es dals Zeit (2005) dass endlich mal eine Frau im Kanzleramt das Sagen hatte. Und Angela Merkel war definitiv die Richtige dafür. Aber zuerst musste si ja mal erwachsen werden. Geboren in Hamburg zogen ihre Eltern mit ihr in die DDR. Angela war gerade mal sechs Wochen alt. Ihr Vater war evangelischer Pfarrer und war der Meinung, dass er im Osten mehr gebraucht würde als im Westen. So verstand ich, warum Frau Merkel, obwohl eben im Westen geboren, in der DDR aufwuchs. Ihre Kindheit war glücklich, sie kannte es ja auch nicht anders. Und doch musste sie sich mehr als andere anstrengen, damit sie als Pfarrerstochter überhaupt das Abitur machen  und danach auch noch studieren durfte. Sie war gegen Ende der DDR-Zeit im DA (Demokratischer Aufbruch). Damit begann ihr politisches Leben, das mit der Aufgabe der Kanzlerkandidatur im Jahr 2021 endete. Sie erzählt in dieser Autobiographie, oft sehr detailliert, von dieser Zeit mit ihren Höhen und Tiefen. Die Begegnungen mit ausländischen Politikern sind sehr interessant. Man erfährt, wann sie sich durchsetzen konnte, aber  auch wann sie nachgeben, bzw. eben Kompromisse schließen musste. Angela Merkel gesteht auch Fehler ein, die sie gemacht hat, niemand ist fehlerlos. Am Ende gibt es viele Bilder, auch von ihrer Familie, ihrer Kindheit, aber auch von politischen Zusammenkünften aus ihrer Amtszeit. Vieles ist aus ihrer Erinnerung wiedergegeben, doch auch vieles den entsprechenden Protokollen entnommen. Am Ende finden wir ein Abkürzungsverzeichnis, sowie ein Personenverzeichnis. Ich habe am Anfang geschrieben, dass ich das Buch nicht so leicht lesen konnte. Ich musste immer mal ab und zu unterbrechen, wohl auch um das Gelesene zu verarbeiten. Daher habe ich an diesem Buch um einiges länger gelesen, als ich sonst für diese Seitenzahl brauche. Aber es hat mir sehr gut gefallen, es war auch spannend, auch wenn ich schon das Eine oder Andere durch die Nachrichten wusste. Aber es war interessant zu erfahren, wie sie manches geschafft hatte. Und sie hat es geschafft! Von mir bekommt dieses Buch eine Leseempfehlung und fünf Sterne.

  15. Cover des Buches Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (ISBN: 9783551359414)
    Christiane F.

    Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

    (2.330)
    Aktuelle Rezension von: Moidlvomberch

    ich weiß gar nicht was ich zu diesem Buch großartig schreiben soll, außer dass ich finde, dass dieses Buch ein absolutes Muss für jeden sein sollte

    klasse erzählt, einfach anders, absolut intensiv und tiefgreifend, schockierend, ehrlich - einfach krass

    und genau deshalb absolut gut und ein absolutes muss zum lesen!

    ganz klare Leseempfehlung!

  16. Cover des Buches Die Geschichte des Sitting Bull. (ISBN: 9783938305959)
    Erik Lorenz

    Die Geschichte des Sitting Bull.

    (21)
    Aktuelle Rezension von: Ellaa_

    Meine Meinung:
    •Achtung! Enthält Spuren von Spoilern!• Dieses Buch steckt voller Details, die mit Liebe und viel Mühe ausgearbeitet wurden- das merkt man mit jeder Seite. Wir begleiten den Häuptling Sitting Bull auf seinen Weg als kleinen Jungen- bis hin zum erwachsenen Mann und als Beschützer seines Volkes. Ich kann schonmal sagen: Hin- und wieder hat man definitiv einen Kloß im Hals! Eine tragische, bewegende Geschichte.

    Cover: Das Cover des Buches hat mir sofort gefallen. :)
    Wir sehen zunächst das stolze Gesicht eines Mannes- hohe Wangenknochen, sein alterndes Gesicht voller Ernst und Anmut, welches uns entgegenblickt. Rechts kann man einen Adler erkennen, weiter links einen Soldaten mit blauer Uniform auf braunem Pferd. Alles Dinge die uns in diesem Buch begleiten werden.
    Unten ist ein Tal abgebildet- sehr grün, mit einem Fluss und umgeben von Fels und Gestein.
    Das Ganze wirkt wie gemalt- was es defintiv auch wurde. Ein super schönes Cover, welches zum Stöbern einlädt. Noch ein absolutes Pluspünktchen, sind die unzähligen, teils atemberaubenden Illustrationen! Egal ob es kleine Abbildungen von z.b. Friedenspfeifen sind oder abstrakte, riesige Bilder zu Schlachten. Hier kommt garantiert jeder auf seine Kosten. :)

    Schreibstil: Der Schreibstil war insgesamt gut verständlich und hat mir daher ganz gut gefallen. Wie für eine Biographie typisch, (auch wenn sie geschichtenhaft aufgezogen wurde) ist alles sehr sachlich geschrieben worden.
    Hier gibt es wenig Emotionen, aber ich mochte das distanzierte erzählen dennoch gerne. Es ist unparteiisch, obwohl man trotzdem die tiefe Bewunderung des Autors herauslesen kann. Kein Wunder bei so einem herausragenden Häuptling, der soviel für sein Volk geleistet hat.

    Idee: Die Idee des Buches hat mir sehr Gut gefallen.
    Das Buch lässt sich in eine Einführung, einen Hauptteil und ein Nachwort gliedern.
    Die Einführung fande ich wirklich sehr schön. Wir lernen einen Jungen und seinen Großvater kennen, der ihm, jetzt wo er alt genug ist, seine Stammesgeschichte erzählen möchte. Er soll die Traditionen lernen und die Geschichte des größten aller Häuptlinge erfahren: Des Sitting Bull.
    Anhand von bemalten Stücken, die noch von Sitting Bull selbst gemalt wurden, erzählt der Großvater also seine Geschichte.
    Und wir gelangen direkt in den Hauptteil.
    Sitting Bull hat sich bereits als Kind und Jugendlicher einen Namen gemacht- er antwortet besonnen, entscheidet klug und kann schon erhebliche Erfolge in einzelnen Aufgaben erzielen. Schon mit jungen Jahren darf er an der wichtigen Büffeljagd teilnehmen, wo er auch sogleich einen tödlichen Schuss erzielen kann.
    Nicht so wie andere, nimmt er nicht den nächstbesten Büffel- welches eine Kuh mit Kalb gewesen wäre, sondern entscheidet sich um. Eine weise und hochachtungsvolle Entscheidung, wie man es auch in der weiteren Geschichte von ihm gewohnt ist. Sein Volk wird nämlich unmittelbar bedroht: Blauröcke (Soldaten) und somit auch "Weißgesichter" töten die für sie lebensnotwendigen Büffel, stehlen ihr Land und es kommt immermehr zu Übergriffen.
    Jeder einzige Ureinwohner muss sich Angst um seine Zukunft machen. Eine nie dagewesene Bedrohung kommt direkt auf sie zu.. und wir begleiten Sitting Bull auf diesem Umschwung und lebensveränderten Werdegang.
    Insgesamt ist die Geschichte herrlich erzählt worden- die einzelnen Etappen werden künstlerisch untermalt und gut herübergebracht. Ab und an hat mir jedoch die Tiefe und Emotion etwas gefehlt. Ich habe mir eine Story gewünscht, in der man noch das Lagerfeuer knistern hört und sich tief in alles hineinfühlen kann, dass war jedoch nur teilweise der Fall. Schade- denn das Buch hat wie schon erwähnt, locker leichte Romanzüge an sich.


    Kapitel: In diesem Buch steigerte sich die Spannung von Kapitel zu Kapitel. Obwohl man weiß, wie die Geschichte letzten Endes ausgehen wird, fiebert und leidet man doch mit den "native americans" mit. Die kleinen Lichtblicke und die große Hoffnung hat mich zutiefst berühren können. Es ist glaube ich kein Geheimnis, dass ich großen Respekt vor diesen Leuten habe. Ihre Verbundenheit mit der Natur, ist für mich ein Vorbild. Ihre Art zu Leben ein Rätsel, aber auch unheimlich spannend.
    Das Ende zeigt auf, dass doch zum Schluss einiges von ihrer Kultur verloren gegangen ist- nicht, weil sie dass so wollten, sondern weil sie mehr oder weniger dazu gezwungen wurden. Jedoch sind sie dabei, dass wissen darum wieder weiterzugeben.. und das ist auch gut so. Wie schade wäre es, wenn nichts von ihren Traditionen übrig bleiben würde.

    Charaktere: In diesem Buch lernen wir völlig verschiedene und unzählige Charaktere kennen.
    Der wichtigste Charakter ist die Hauptfigur Sitting Bull.
    Sitting Bull ist ein unheimlich faszinierender Mann. Vom Springenden Dachs (Kindername), erarbeitet er sich schnell den Namen Sitting Bull (soviel wie: Der Bulle der sitzend über die Herde wacht). In seinem Leben gibt es auf und ab's an denen wir teilhaben dürfen. Wir lernen z.B. das es völlig normal ist, dass die Ureinwohner gleich mehrere Frauen hatten und alle unter einem Zelt wohnten. Auch Sitting Bulls Frauen und Kinder werden kurz angeschnitten.
    Eine sehr wichtige Person in seinem Leben ist z.B. Sein Vater: Jumping Bull. Allgemein kann man sagen, dass sein Vater und einige seiner männlichen Verwandten ihm sehr wichtig waren. Mit ihnen beratschlagt er sich und tauscht sich aus. Bekommt wichtige Tipps und Anmerkungen. Auch sein Adoptivbruder ist sein ein und alles.
    Die Frauen spielen bei ihm keine zentrale Rolle, wie es mir scheint.

    Mein Fazit: Ich vergebe herzliche 4 Sterne. Dieses Buch ist ein Werk, welches das Leben des großen Häuptlings Sitting Bull beleuchtet und herrliche Einblicke in das Leben der Ureinwohner Amerikas bietet.
    Wir dürfen Traditionen, Sitten und Bräuche miterleben und sind sogar in der Lage Vergleiche zu früher und heute anzustellen. Eine eher traurige Bilanz die definitiv nicht kalt lässt.
    Kommt auch ihr auf die Reise Sitting Bulls mit?

  17. Cover des Buches Ich bin Malala (ISBN: 9783426788271)
    Malala Yousafzai

    Ich bin Malala

    (294)
    Aktuelle Rezension von: Slothready

    Malala Yousafzai kämpft mutig dafür, dass alle Menschen die Chance auf Bildung haben, Lesen und Schreiben lernen dürfen und in Freiheit und selbstbestimmt leben können. Sie kämpft  mit allen Mitteln, riskiert dabei ihr eigenes Leben und wird von den Taliban beinahe getötet. In "Ich bin Malala" erzählt sie ihre Geschichte. Sie erzählt ihre Kindheit im Tal Swat in Pakistan, sie berichtet über die Verhältnisse dort und den Kampf der Menschen ums Überleben, sie erzählt von dem Tragischen Zwischenfall, bei dem sie beinahe gestorben wäre, von ihrem Weg zurück ins Leben und von ihrem Neubeginn im sicheren England.

    Das Buch ist ein beeindruckendes Zeugnis eines sehr mutigen Mädchens. Es eröffnet neue Perspektiven und lässt einen die Gegebenheiten in Pakistan, das Leben der Menschen dort und die Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben, etwas besser verstehen. Es hat mich mit Respekt dem jungen Mädchen gegenüber erfüllt, das für Dinge kämpft, die für uns selbstverständlich sind und es ließ mich dankbar zurück, dass ich in einem Land leben darf, in dem der Zugang zu Bildung für alle möglich ist, in dem Frieden herrscht und in dem die Menschen nicht täglich aufs Neue bedroht werden. 

    Der Inhalt von "Ich bin Malala" war großartig und beeindruckend, der Schreibstil war leider zu langatmig und und durch die vielen Eigennamen etwas mühsam zu lesen. Man hätte auch das ein- oder andere Kapitel ruhig etwas kürzer fassen können. Insgesamt war es aber ein tief bewegendes Buch, das einem neue Blickwinkel eröffnet und das ich sehr gerne weiterempfehle, um so manches Geschehen auf der Welt besser verstehen zu lernen.

  18. Cover des Buches Der Lukas Rieger Code (ISBN: 9783959671705)
    Lukas Rieger

    Der Lukas Rieger Code

    (39)
    Aktuelle Rezension von: DerMedienblogger
    „[…] selbst ein Stück Pizza kann verbinden.“ (S.196, „Der Lukas Rieger Code“)



    Mit diesem passenden Zitat möchte ich die Rezension über die Biographie des achtzehnjährigen deutschen Musikers, der v.a. durch seine Social-Media-Kanäle Berühmtheit erlangt hat und oftmals auch als „der deutsche Justin Bieber“ tituliert wird, beginnen. Vorneweg, ich habe nichts gegen den jungen Künstler, der sich schon viel Hass im Internet gegenüber stellen musste. Ich finde seine Musik ganz in Ordnung; einige Tracks sind ein echter Ohrwurm, andere kommen etwas zu belanglos daher, als dass sie mich emotional mitreißen könnten. Mit recht niedrigen Erwartungshaltungen bin ich an das Buch herangegangen, da es nicht wirklich gute Resonanzen erhalten hat. Wie ich mit der Biographie des jungen Musikers zurechtgekommen bin, das möchte ich euch im Folgenden mitteilen.





    Worum geht’s?

    Lukas Rieger ist ein Phänomen: Die Mädchen liegen ihm zu Füßen; seine Musik wird auf YouTube 3,7 Millionen mal geklickt; er ist 18 und kann tagsüber nicht mal mehr in einem Snipes-Shop unbehelligt Schuhe kaufen, ohne dass die Security eingreifen muss. Er ist ein Star und Teenie-Schwarm. Er ist "der deutsche Justin Bieber". Aber welcher Mensch verbirgt sich hinter diesem Jungstar? Was treibt ihn an? Was macht ihn aus? Wie hat er den Pop-Olymp erklommen? In "Der Lukas Rieger Code" erzählt er selbst ganz privat, wie er das alles geschafft hat, wie wichtig ihm Freunde und Familie sind und was er sich von der Zukunft verspricht.





    Was lässt sich darüber sagen?

    „Ein Star muss ein Produkt präsentieren können, und das besser als alle anderen." (S.106, „Der Lukas Rieger Code“)



    Man kann von ihm halten, was man möchte, aber in seinem vorliegenden Werk berichtet er seinen bisherigen Lebensverlauf glaubwürdig aus seinen eigenen Augen. Er erklärt uns seine Welt und seine Weltansichten sehr ehrlich und direkt, ohne dabei scheu zu werden vor Informationen bzw. Handlungsstränge, die ihn vielleicht nicht im besten Licht darstellen.



    Über den Schreibstil lässt sich ebenfalls streiten. Einerseits vertieft es die „persönliche Note“, die Lukas in seinem Werk an den Tag legt, da er sich ziemlich direkt ausdrückt. Es fühlt sich teilweise wirklich so an, als würde der Jugendliche wirklich mit dem Leser kommunizieren, wie in einem alltäglichen Gespräch. Andererseits musste ich zahlreiche Male die Augen verdrehen, denn die Anzahl, in welcher in dem Buch die Worte „krass“, „geil“, „Shit“ etc. auftauchen, lässt sich genauso als Formulierungsschwäche anbringen. Wäre „Der Lukas Rieger Code“ ein Schulaufsatz, dann wären die kompletten Seiten rot angestrichen, aus den Gründen „ständige Wiederholungen“ und „fehlendes Ausdrucksvermögen“.



    Außerdem bin ich fast erschrocken über die Werte, die der jugendliche Musiker seinen Lesern mit auf den Weg geben möchte. Seine Wertevorstellungen in der heutigen Gesellschaft stützen sich auf Angaben der Social-Media-Welt wie Likes oder Viewers.



    „Nach all der Zeit und Mühe kam ich dann schließlich auf tausend Likes, aber das war eigentlich ein Witz und hat mich nie wirklich zufriedengestellt.“ (S.162, „Der Lukas Rieger Code“)



    Im folgenden Satz vertieft sich dieser Gedanke ebenfalls:

    „Und ich freue mich jeden Tag unglaublich darüber, wenn ich sehe, dass ich ein Foto poste, und ich sehe, dass es über 100.000 Likes bekommt in kurzer Zeit. Das ist eine tolle Bestätigung für all den Aufwand, den ich seit Jahren betreibe.“ (S.181, „Der Lukas Rieger Code“)



    Zudem verstärkt sich zunehmend der Eindruck, dass es dem Protagonisten des Buches – und somit auch unserem Erzähler – nicht um die Musik an sich geht und die Gefühle, die er darüber transportieren möchte, sondern immer nur um Zahlen. Er will mehr Zuschauer, mehr Follower, mehr Singles- oder Alben-Verkäufe.



    „Ich bin [noch] abhängig von Instagram – und dem System dahinter.“ (S.182, „Der Lukas Rieger Code“)



    Darüber hinaus ist es ihm äußerst wichtig, dass viele Leute ihn kennen und seine Musik anhören und „fresh“ finden (auf ungefähr jeder Seite vorliegenden Buches aufzufinden). Diesen Wunsch vertieft er auf zahlreichen Seiten, widerspricht sich selbst jedoch im nächsten Kapitel wieder:

    „Ich selbst sehe mich eigentlich als einen ganz normalen Jungen und überhaupt nicht als Star.“ (S.235, „Der Lukas Rieger Code“)



    Die Reihenfolge, in welcher Lukas Rieger seine verschiedenen Lebensabschnitte erzählt, wird mir bis zum Ende nicht geläufig. Die erste Hälfte berichtet er chronologisch, mit einigen Zeitrückblenden, in der zweiten Hälfte jedoch entdeckt man als Leser überhaupt keine Struktur mehr hinter dem Erzählten. Es gibt jetzt nur noch thematische Überschriften, welche die darauffolgenden Kapitel aufgreifen, und diese fördern keine neuen Erkenntnisse zutage. Der Autor wiederholt ständig schon aufgestellte Thesen, ohne etwas Neues zu ergänzen.



    „Ich bin Musiker, und ich möchte auch vorne stehen und nicht zugucken, wie andere gepusht werden, während ich warte und hoffe, irgendwann selbst dran zu sein.“ (S.122, „Der Lukas Rieger Code“)



    In der ersten Hälfte fand ich das, was er zu erzählen hatte, teilweise sogar ziemlich spannend, weil man als Leser wirklich den berühmten „Blick hinter die Kulissen“ bekommen hat. V.a. an den Stellen, an denen er über die Castingshows wie „Das Supertalent“ oder auch „The Voice Kids“ berichtet hat, war mein Interesse geweckt. Auch beweist er an einigen Stellen die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Er erkennt mit Schrecken, dass er in seinem außergewöhnlichen Leben, für das er sich entschieden hat, andere Werte als „normal“ erachtet, als andere Gleichaltrige.



    „Wenn ich eine weiße Hose will und mir unsicher bin, dann bestelle ich halt drei Stück, die mir gefallen, und dann wird schon eine dabei sein, die tatsächlich auch perfekt sitzt.“ (S.251, „Der Lukas Rieger Code“)



    Letztendlich bleibt bei mir ein zweigespaltener Nachgeschmack kleben. Einerseits hat er in der ersten Hälfte Interessantes zu erzählen, sodass man wirklich mit Interesse dabei ist. Andererseits aber stört mich als Leser der Schreibstil, der zwar modern ist, aber dann dennoch etwas zu dick aufgetragen wurde, die Werte, die uns der Autor mit auf den Weg gibt und in seinem Akt der Selbstreflexion nicht auflöst und die unstrukturierte Erzählweise in der zweiten Hälfte, die sehr zu meiner Langeweile beigetragen hat. Außerdem ist der angesetzte Preis von glatten 18,-€ für ein broschiertes Buch mit nicht einmal dreihundert Seiten viel zu hoch.





    Wie gut ist es?

    „Der Lukas Rieger Code“ ist gewiss für diejenigen, die sich für den jungen Künstler, der zweifelsohne seine Daseinsberechtigung hat und für das, was er bereits erreicht hat, meinen Respekt verdient, interessieren, sehr interessant. Alle anderen sollten hier wahrscheinlich lieber die Finger davon lassen.
  19. Cover des Buches Die Asche meiner Mutter (ISBN: 9783641118655)
    Frank McCourt

    Die Asche meiner Mutter

    (896)
    Aktuelle Rezension von: Valmontbooks

    McCourt schreibt über Armut, Krankheit und Demütigung, aber er tut es ohne Weinerlichkeit. Seine Sprache ist trocken, fast beiläufig, was die Wirkung umso stärker macht. Man spürt, dass er nichts beschönigt, aber auch nichts aufbläst. Gerade die kindliche Perspektive, mit der er die Grausamkeiten beschreibt, macht das Buch so glaubwürdig. Es geht nicht darum, Mitleid zu erzeugen, sondern zu zeigen, wie Überleben aussehen kann. Das Buch ist traurig, komisch und klug, aber nie berechnend. Es gehört zu den wenigen autobiografischen Romanen, die ihre Wirkung nicht aus dem Leid, sondern aus der Art ziehen, wie sie davon erzählen.

  20. Cover des Buches Die Poesie des Tötens (ISBN: 9783939990277)
    Andrea Fehringer

    Die Poesie des Tötens

    (21)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ich habe mich ab den ersten beiden Kurzgeschichten in die »Die Perspektive des Zwielichts« verliebt und kann sie nur empfehlen. So eine witzige Idee! Jeweils zwei Storys gehören zusammen, beide Male sind dieselben Figuren beteiligt, aber sie erleben völlig andere Geschichten. Skurrile Ideen, schräge Details, sehr gute Sprache. Dieses Buch ist schlicht das, was man sich von anderen öfter wünschen würde: ein Vergnügen zu lesen. Man legt es nicht mehr aus der Hand, bis man durch ist, und dann möchte man von vorne anfangen. Ich habe damit jetzt schon ein paar gute Weihnachtsgeschenke. Was für eine Freude. 

  21. Cover des Buches Splitterfasernackt (ISBN: 9783426784884)
    Lilly Lindner

    Splitterfasernackt

    (441)
    Aktuelle Rezension von: Bibi13

    Eine Freundin hat mir dieses Buch empfohlen, weshalb ich es mir gekauft habe. Lilly Lindner ist eine fantastische Autorin, die wunderbar mit Worten umgehen kann. Aufgrund der schwere des Themas und des Schreibstil ist dieses Buch nichts, was man einfach so runterliest und abschaltet. Aber das soll es auch nicht sein. Gerade die sprachliche Gewandheit fordert den Leser, genauso wie das Thema.

  22. Cover des Buches Die Magnolienfrau (ISBN: 9783793423249)
    Sabrina De Stefani

    Die Magnolienfrau

    (42)
    Aktuelle Rezension von: Kiki77
    „Die Magnolienfrau“ von Sabrina de Stefani beschreibt ihre eigene Lebensgeschichte. Angefangen mit der Kindheit im Gips Bett, bei der Oma, die sich liebevoll und aufopfernd um Sabrina kümmert. Wobei man hier fragt, wo ist die Mutter? Diese holt Sabrina dann in die Schweiz, wo sie im Internat die Schule beendet. Schon die Gefangenschaft im Gips Bett, als auch die Regeln im Internat engen Sabrina ein und sie benötigt Freiheit. Sie lässt alles hinter sich und zieht in die Welt. Arbeitet da wo sie gerade ist, stellt Schmuck her und verkauft auf Märkten. Trotz aller gelebten Freiheiten hat sie nach wie vor den Drang frei zu sein und überwindet den inneren Schweinehund und geht nach Indien. Mit einer sehr einfachen Lebensart und geistiger Erfüllung findet sie hier ihre große Liebe. Doch dann landet sie unschuldig im Gefängnis und möchte nur noch frei sein.
    Ein sehr schönes und abenteuerreiches Buch. Für mich sind viele Passagen in Indien nicht nachvollziehbar. Wahrscheinlich weil man ein luxuriöses Leben gewöhnt ist. Das Buch ist toll geschrieben und macht neugierig, wie das Leben von Sabrina weitergeht.
  23. Cover des Buches Wüstenblume (ISBN: 9783426789858)
    Waris Dirie

    Wüstenblume

    (1.582)
    Aktuelle Rezension von: Jacky95

    Das Buch hat mich tief bewegt und nachhaltig beeindruckt. Die Lebensgeschichte der Autorin, die aus der somalischen Wüste stammt und es trotz schwerster Kindheitserfahrungen – insbesondere der Genitalverstümmelung – bis ins internationale Modelbusiness geschafft hat, ist eindrucksvoll und schockierend zugleich. Ich habe beim Lesen nicht nur viel über eine mir fremde Kultur erfahren, sondern auch über den unermüdlichen Kampf einer Frau, die sich nicht unterkriegen lässt und ihre Stimme gegen Ungerechtigkeit erhebt. Das Buch hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, hinzusehen, zuzuhören und sich für Menschenrechte einzusetzen. Es ist nicht nur eine Biografie, sondern auch ein kraftvoller Appell für Veränderung.


  24. Cover des Buches Der Junge muss an die frische Luft (ISBN: 9783492312394)
    Hape Kerkeling

    Der Junge muss an die frische Luft

    (391)
    Aktuelle Rezension von: SeverusNyssen

    Der Junge muss an die frische Luft“ ist nicht einfach nur eine Autobiografie, sondern eine liebevoll erzählte Erinnerung an die prägenden Jahre des jungen Hape Kerkeling. Von der ersten Seite an nimmt er seine Leser*innen mit in die Welt des Ruhrgebiets der 1970er-Jahre – eine Welt voller Currywurstbuden, Nachbarschaftsleben, rauer, aber herzlicher Menschen und einer Familie, die ebenso Halt wie Bruchstellen bereithält.


    Besonders beeindruckend ist, wie Kerkeling es schafft, kindliche Perspektive und erwachsene Reflexion miteinander zu verweben. Man liest von seiner frühen Begabung für Humor und Imitation, von ersten kleinen Auftritten vor der Familie, und spürt zugleich die Schattenseiten seiner Kindheit: die Depression und den viel zu frühen Tod seiner Mutter, die Leere, die dieses Ereignis hinterlässt, und die Suche nach einem Platz im Leben. Trotz dieser Schwere verliert das Buch nie seinen leichten Ton – es gibt immer wieder Szenen, die zum Schmunzeln bringen, weil sie mit feinem Humor und Selbstironie geschildert sind.


    Das Faszinierende ist, dass Kerkeling weder verklärend noch bitter schreibt. Er blickt ehrlich zurück, ohne zu urteilen. Gerade dadurch entsteht eine Nähe, die berührt: Man fühlt mit dem kleinen Hans-Peter, wenn er in der Enge der Wohnung nach Luft schnappt, aber auch, wenn er durch seine Fantasie ganze Wohnzimmer in Bühnen verwandelt.


    „Der Junge muss an die frische Luft“ ist ein Buch, das zeigt, wie aus Schmerz Kreativität wachsen kann, wie Humor zum Überlebensmittel wird und wie Erinnerungen – so traurig sie auch sein mögen – getragen sind von Liebe und Dankbarkeit. Es ist ein sehr persönliches Werk, das nicht nur Fans von Hape Kerkeling anspricht, sondern alle, die Geschichten über Kindheit, Verlust und die Kraft des Humors schätzen.


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