Bücher mit dem Tag "biologie"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "biologie" gekennzeichnet haben.

262 Bücher

  1. Cover des Buches Der Schwarm (ISBN: 9783462005103)
    Frank Schätzing

    Der Schwarm

    (5.449)
    Aktuelle Rezension von: Tessa587

    Warum habe ich solange gebraucht bis es durch gelesen habe? Weil es sehr schwierige Biologische Erklärungen gab die mich zu Tode gelangweilt haben! Das Buch ist super keine Frage, mit 20% weniger Fachausdrücken und dadurch auch weniger Seiten, würde ich es als annährend perfekt erachten. Konnte manche Kommentare über das Ende schlecht nachvollziehen. Ich fand es gar nicht so abwegig, das es so kommt wie es am Ende passiert ist.

  2. Cover des Buches Die Geschichte der Bienen (ISBN: 9783442717415)
    Maja Lunde

    Die Geschichte der Bienen

    (1.085)
    Aktuelle Rezension von: i1arie

    Ich muss gestehen, dass „Die Geschichte der Bienen“ schon über 4 Jahre bei mir im Schrank lag. Jetzt allerdings habe ich mich bereit für den Roman von Maja Lunde gefühlt.

    In dem Roman geht es vereinfacht gesagt um Bienen. Die Geschichte der Bienen wird von drei Generationen betrachten. Dem 1870er, dem 2007 und der 2098. Konkret der Vergangenheit, der Gegenwart und auch der Zukunft.

    Es geht um die Beginne der Bienen und der Imkerei. Das spielt vorwiegend in der Vergangenheit. Wie die Bienen nützlich sind und wie man als Menschen und Bevölkerung von ihnen profitiere kann.

    Die Gegenwart betrachtet das Absterben der Bienen durch Krankheiten. Diese sind ausgelöst durch den Klimawandel und haben Auswirkungen auf die Welt und Lebensmittel.

    Der letzte Abschnitt ist die Zukunft. Hier sind die Bienen schon gestorben und es gibt keine mehr. Die Gesellschaft muss die Pflanzen händisch bestäuben, um noch den Prozess am Laufen halten zu können.

    Es ist wirklich sehr spannend und zeigt die Tragweite der Bienen und auch die Folgen mit dem Verlust dieser. Wirklich eine sehr wichtige Lektüre, welche gelesen werden sollte.

    Auf dem Cover ist eine kleine süße Biene abgebildet. 

  3. Cover des Buches Der Gesang der Flusskrebse (ISBN: 9783446273252)
    Delia Owens

    Der Gesang der Flusskrebse

    (1.459)
    Aktuelle Rezension von: Schanin

    Der Schreibstil von Delia Owens ist sehr klar und flüssig, sodass man immer weiter lesen möchte. Die Marschlandschaft, in welcher der Roman spielt, wurde sehr bildhaft beschrieben und auch die Gefühlswelt und Einsamkeit von Kya wird sehr atmosphärisch zum Ausdruck gebracht. Mir hat es gefallen, dass verschiedene Themen in diesem Roman Platz gefunden haben: Der Leser erfährt viel über die Natur, begleitet Kya von Kindsbeinen an bis zum Erwachsenalter, und ein Kriminalfall durch den Tod von Chase ist ebenfalls Teil der Handlung. Die Zeitsprünge haben mich nicht gestört, es wurde so noch mehr Spannung erzeugt. Ich fand das Buch sehr außergewohnlich und kann es definitiv weiter empfehlen. 

  4. Cover des Buches Unsichtbare Frauen (ISBN: 9783442718870)
    Caroline Criado-Perez

    Unsichtbare Frauen

    (125)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77


    Der Großteil der Menschheitsgeschichte ist eine einzige Datenlücke. Beginnend mit der Theorie vom Mann als Jäger räumten die Chronisten der Vergangenheit der Frau in der Entwicklung der Menschheit weder in kultureller noch in biologischer Hinsicht viel Platz ein. Stattdessen galten männliche Lebensläufe als repräsentativ für alle Menschen. […] Doch das Problem ist nicht nur, dass etwas verschwiegen wird. Die Leerstellen und das Schweigen haben ganz alltägliche Folgen für das Leben von Frauen. […] Die von Männern nicht berücksichtigten frauenspezifischen Faktoren betreffen die verschiedensten Bereiche. Dieses Buch wird jedoch zeigen, dass drei Themen wieder und wieder auftauchen: Der weibliche Körper, die von Frauen geleistete, unbezahlte Care-Arbeit und Gewalt von Männern gegen Frauen.


    Wenn es um die Sicherheit bei Autounfällen geht, werden die dazugehörigen Vorrichtungen abgestimmt auf Körpertypen, die auf männlichen Modellen beruhen; ebenso ist es bei verschiedenen besonderen Kleidungsstücken wie etwa schusssicheren Westen. Regale werden so konstruiert, dass ein durchschnittlicher männlicher Körper das oberste Brett erreichen kann. Räumdienste in Städten räumen priorisiert die Straßen frei, statt die Fußgänger- und Fahrradwege, die sehr viel öfter von Frauen frequentiert werden.

    Dies sind nur einige anschauliche Beispiele, fast noch harmlos. Zu ihnen gesellen sich die großen Ungleichheiten bei der Bezahlung, die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Reaktionen auf männliche und weibliche Körper in der Öffentlichkeit und, auf einer abstrakten Ebene, das generelle Fehlen eines weiblichen Faktors in den Erhebungen von Daten zu jeglichem Thema. Dabei wird nicht nur die unbezahlte Care-Arbeit von Frauen systematisch unterschlagen, sondern elementare und nachweislich feststellbare Bedürfnisse von Frauen bleiben unberücksichtigt. So kommt es zu der Welt in der wir leben – einer Welt, die für Frauen ein wesentlich problematischerer und unzureichend eingerichteter Ort ist als für Männer. Und auch das allgemeine Narrative dieser Welt, mit allen darin zusammengeführten Geschichten von Erfolg, Glück, etc. ist meist männlich.


    Die Folge dieser zutiefst männlich dominierten Kultur ist, dass männliche Erfahrungen und Perspektiven als universell angesehen werden, während weibliche Erfahrungen – also die Erfahrungen der Hälfte der Weltbevölkerung – als, nun ja, Randerscheinung wahrgenommen werden. […] Deshalb auch ergab 2015 eine Studie über Wikipedia-Einträge in mehreren Sprachen, dass Artikel über Frauen Wörter wie »Frau«, »weiblich« oder »Dame« enthalten, während Artikel über Männer nicht »Mann«, »männlich« oder »Herr« umfassen (weil das männliche Geschlecht stets unausgesprochen unterstellt wird).


    Gerade was die Entwicklungsgeschichte der Menschheit betrifft, haben wir meist die männliche Geschichte und die Errungenschaften für die Männer vor Augen – Frauen haben von der Athener Demokratie ebenso wenig profitiert wie von Renaissance und Aufklärung, trotzdem werden sie als übergreifende Errungenschaften gefeiert (die emanzipatorischen Bewegungen gelten dagegen dezidiert als Errungenschaften nur für Frauen). Diese aufs Männliche fixierte Weltsicht wird, wie Criado-Perez sehr umfassend darlegt, für universell gehalten, während eine weibliche Perspektive meist als ideologisch (!) aufgeladen gilt und mit diesem Argumente auch oft beiseitegeschoben wird.


    »Unsichtbare Frauen« erzählt, was geschieht, wenn wir die Hälfte der Menschheit einfach vergessen. Es zeigt, wie die geschlechtsbezogene Datenlücke Frauen im Lauf eines mehr oder weniger normalen Lebens schadet – hinsichtlich der Stadtplanung, der Politik oder der Arbeitsplätze.


    Es ist in der Tat ein Mammutwerk, das die Autorin hier vorgelegt hat, und das mit jeder vorgebrachten Statistik, mit jedem neuen Themengebiet, auf das Criado-Perez zu sprechen kommt, fundamentaler wird. Man kann es, so behaupte ich, nicht ohne teilweises Entsetzen und Erschrecken lesen. Dass die Macht- und Bezahlstrukturen in unseren Gesellschaften ungerecht sind, ist bereits in einer breiteren Öffentlichkeit angekommen. Dieses Buch aber zeigt, wie tief die Wurzeln, Vorstellungen und Mechaniken, die diese Strukturen stützen und von ihnen hervorgebracht wurden, in alle Winkel des Alltags reichen. Von den einfachsten Wahrheiten bis zu den komplexesten Diskriminierungen ist dabei alles enthalten – viele Geschichten über die repräsentative Abwesenheit von Frauen in allen (für sie) wichtigen Bereichen.

    Jede/r sollte zumindest einen Blick in dieses Buch werfen. Vor allem Männer und besonders die, die glauben, sie lebten nicht in einer sexistischen Welt und hätten einen objektiven Blick auf die Dinge (oder ein objektiver Blick würde ihnen täglich präsentiert).


    Studien haben gezeigt, dass die Überzeugung, man selbst sei objektiv oder nicht sexistisch, zu weniger Objektivität und mehr sexistischem Verhalten führt.


  5. Cover des Buches Das geheime Leben der Bäume (ISBN: 9783453604322)
    Peter Wohlleben

    Das geheime Leben der Bäume

    (211)
    Aktuelle Rezension von: Baumfreund

    Wie man unschwer erkennen kann habe ich selber eine große Faszination von Bäumen und Wald und spüre die Kraft die diesen innewohnt. Peter Wohlleben bricht die Lanze Erkenntnisse festzuhalten, die andere vielleicht erahnt haben oder spüren können, aber nicht wissenschaftlich fundiert festhalten und erklären konnten. Wie sehr der Wald kommuniziert hat selbst mich überrascht.

  6. Cover des Buches Homo Deus (ISBN: 9783406831591)
    Yuval Noah Harari

    Homo Deus

    (165)
    Aktuelle Rezension von: KlausvanBingen

    War das Vorgängermodell noch in weiten Teilen spannend und informativ hat dieses Buch leider ans Ende vom ersten im negativen Sinne angeknüpft. Es gibt eigentlich kaum etwas richtig Fesselndes, sondern nur noch Phrasen, die sich unendlich oft wiederholen.

    Zudem erschienen mir einige Behauptungen wissenschaftlich kaum haltbar und ich musste das Buch irgendwann genervt abbrechen. Leider sein Geld nicht wert...

  7. Cover des Buches The Love Hypothesis – Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe (ISBN: 9783987511141)
    Ali Hazelwood

    The Love Hypothesis – Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe

    (880)
    Aktuelle Rezension von: Kaci

    Hach… ich liebe einfach die Bücher von Ali Hazelwood 🥹 Der Schreibstil ist wie immer super flüssig, humorvoll und einfach perfekt für zwischendurch. Man fliegt nur so durch die Seiten und fühlt sich direkt wohl in der Story.

    Adam ist für mich wirklich die ultimative Green Flag 🥹 Olive mochte ich auch total gern, auch wenn mich ihr mangelndes Selbstvertrauen an einer Stelle echt genervt hat. Gerade als Holden ihr erzählt, dass Adam schon lange in sie verliebt ist, und sie direkt davon ausgeht, dass sie unmöglich gemeint sein kann… da hätte ich sie kurz schütteln können 😅

    Ansonsten hat mir die Geschichte richtig gut gefallen – süß, witzig und mit genau der richtigen Portion Romance. Ich freue mich jetzt schon total auf die Verfilmung und darauf, das nächste Buch von Ali Hazelwood von meinem SuB zu befreien!

    Für mich wieder ein richtiges Wohlfühlbuch: 4,5 Sterne ⭐⭐⭐⭐✨

  8. Cover des Buches Die Welt ohne uns (ISBN: 9783492319393)
    Alan Weisman

    Die Welt ohne uns

    (190)
    Aktuelle Rezension von: Julia_x3

    Der Titel des Buches ist treffend für den Inhalt. Das Buch ist sehr wissenschaftlich gehalten und die Erklärungen zu manchen Dingen sind sehr weitreichend. Es wurde alles schön einfach erklärt aber was es für mich echt schwer gemacht hat waren die Sprünge. Es gibt in dem Buch verschiedene Bereiche, die erläutert werden. Nach einer Weile ist das Schema klar. Es wird erst erklärt wie sich manches heutzutage zusammen setzt und im Anschluss wird erklärt, was damit passiert, wenn es keine Menschen mehr geben würde und dann kommt man teilweise auf Geschichten der Vergangenheit zurück oder oder. Es geht darum was passiert wenn wir die Erde mit unseren Fortschritten alleine lassen würden. 

    Das dabei nicht alles rosig aussieht kann man sich denken. Es war ein faszinierender Ausflug in eine Welt ohne die Menschen und es ist beruhigend zu wissen, dass alles seinen Weg geht, ob mit oder uns, schneller oder langsamer. Vor allem auch, das alles seinen natürlichen Kreislauf entspricht. Die Geschichte wiederholt sich, so kann man es zusammen fassen.

     

  9. Cover des Buches Smillas Gespür für Schnee (ISBN: 9783446286405)
    Peter Hoeg

    Smillas Gespür für Schnee

    (694)
    Aktuelle Rezension von: Favole

    Smilla, halb Grönländerin, halb Dänin, ist eine verletzlich aggressive, über große Strecken unsympathische und für mich kaum nachvollziehbare Protagonistin. Sie erinnert in Ihrer Art an die Klischees von Autismus, auch wenn es wohl nicht so ist. 

    Dazu kommt eine langsam vorangehende Handlung in drei Abschnitten (Die Stadt, Das Meer, Das Eis), die vor allem in der ersten Hälfte des Buches ständig durch Rückblenden in Smillas Kindheit, ihre Auseinandersetzung mit Geschichte und Kultur Grönlands, durch zusätzliche Zeit- und Ortssprünge in der Gegenwart und durch philosphische und naturwissenschaftliche Betrachtungen und Erklärungen unterbrochen wird. Das macht das Lesen langsam und anstrengend. Ich habe sicher nicht alles verstanden, wenn auch die Handlung mit Tathergängen und Motiven durchaus klar herausschaut. 

    Es hat nicht viel gefehlt und ich hätte das Buch abgebrochen. Ich bin dran geblieben und vor allem nach der guten Hälfte des Buches, ab dem Meer-Abschnitt, wurde es spannender, auch weil vor allem die Rückblenden und Unterbrechungen deutlich weniger wurden. Ich hatte es sehr auf ein erlösendes und rundes Ende gehofft, aber irgendwie wäre das dem Buch wohl nicht gerecht geworden. Es ist nicht gänzlich offen. Der Fall ist in gewissem Maße abgeschlossen und doch bleibe ich als Leser ein wenig ratlos im kalten Eis zurück. 

    Alles in allem ist es kein schlechtes Buch. Es ist anspruchsvoll und das macht es per se nicht einfacher, es zu mögen. Ich bin froh, dass ich bis zum Ende durchgehalten habe, kann aber nicht sagen, ob und wem ich es empfehlen würde.

  10. Cover des Buches Marianengraben (ISBN: 9783847901990)
    Jasmin Schreiber

    Marianengraben

    (452)
    Aktuelle Rezension von: bibliophilara

    Das Motto für die Lesechallenge im April lautet: „Lies ein Buch aus einer Liste, die du dir für 2026 geschrieben hast“. Auf meiner persönlichen Liste stehen Bücher, die ich als Rezensionsexemplare zugeschickt bekommen, die ich aber nicht sofort gelesen habe. Ein Roman, der nun seit vier Jahren darauf wartet, von mir gelesen und rezensiert zu werden, ist „Marianengraben“ von Jasmin Schreiber. Der Debütroman erschien 2020 und wurde schnell zum Bestseller. Doch die schweren Themen Tod und Trauer haben mich lange abgeschreckt, ich habe mich nie wirklich bereit für diese Art von Lektüre gefühlt. Die Lesechallenge ist dabei echt ein Segen, denn sie motiviert mich jeden Monat zu Büchern zu greifen, die auf meinem SuB schon Staub angesetzt haben. 

    Paula ist etwa Anfang 20, als ihr jüngerer Bruder Tim bei einem Badeunfall verstirbt. Sie ist so tief in ihrer Trauer gefangen, dass sie nicht mehr in den Alltag zurückfindet und in Depressionen verfällt. Ihr Therapeut ermutigt sie dazu, nachts auf den Friedhof einzubrechen, um Tims Grab ungestört besuchen zu können. Doch dort ist sie nicht alleine, sondern trifft auf Helmut, der heimlich die Urne seiner geliebten Frau Helga ausgräbt, um ihre Asche in den Alpen zu verstreuen. Etwas widerwillig lädt Helmut Paula ein, ihn auf seiner Reise mit dem Wohnmobil nach Süddeutschland und Österreich zu begleiten. Auf ihrem gemeinsamen Roadtrip lernt Paula langsam, ihre tief sitzende Trauer zu bewältigen, aber dabei nicht zu vergessen, dass der Tod zum Leben dazugehört. 

    „Dein allerallerallerliebstes Tier war der Gespensterfisch – bei dir mussten es immer mindestens drei ‚aller‘ sein, wenn dir etwas ganz besonders wichtig war.“, ist der erste Satz des ersten Kapitels. Als Erstes fällt auf, dass das Kapitel nicht klassisch mit einer „1“ beginnt, sondern mit „11000“. Denn in 11.000 Metern Tiefe im westlichen Pazifik liegt mit dem Marianengraben der tiefste Punkt der Erde. Dies soll eine Metapher für den emotionalen Zustand der Protagonistin Paula sein. In knapp über 250 Seiten und 25 Kapiteln sollen die allmählich sinkenden Zahlen (10430, 9950, 9720) Paulas langsamen Aufstieg aus dem Marianengraben und damit aus der Depression symbolisieren. So entsteht eine Art Countdown, der im letzten Kapitel mit der Null endet. Spannend ist auch, dass Paula hier aus der Ich-Perspektive im Präteritum erzählt, aber auch einen Adressaten hat, den sie die ganze Geschichte über mit „Du“ anspricht. Auch wenn sie die Hauptfigur ist, steht ihr verstorbener Bruder Tim stets im Zentrum ihrer Gedanken.

    Paula ist im Roman schätzungsweise 24 Jahre alt. Ihr genaues Alter wird nicht genannt, aber man erfährt, dass Tim im Alter von 10 Jahren gestorben ist und dass dies zum Zeitpunkt der Handlung bereits zwei Jahre her ist. Paula hat ein abgeschlossenes Masterstudium in Biologie. Wenn sie direkt nach dem Abitur in Regelstudienzeit studiert hat, kann sie also nicht viel jünger als 24 sein und hätte damit einen Altersunterschied von zwölf Jahren zu Tim. So ein großer Unterschied zwischen Geschwistern ist zwar selten, aber durchaus möglich. Sie beschreibt sich als 1,63m groß und 80kg schwer. Ich hatte beim Lesen immer wieder den Eindruck, dass Schreiber selbst viel von sich in Paula gesteckt hat, so sind beide z.B. Biologinnen. Paulas Persönlichkeit habe ich wahnsinnig schnell ins Herz geschlossen. Sie ist anfangs zwar still, antriebslos und von ihrer Depression gelähmt. Mit der Zeit entdeckt man aber viele andere Facetten an ihr. Sie hat einen trockenen, fast schon makaberen Humor, den ich sehr erfrischend fand. Unter ihrer zynischen Oberfläche ist sie aber auch empathisch und anderen gegenüber sehr feinfühlig. Sie nimmt Stimmungen intensiv und zügig wahr, eine Fähigkeit, die ich wirklich bewundernswert finde. Ihre Vielseitigkeit macht sie zudem besonders glaubwürdig. Für mich ist Paula jetzt schon eine der liebenswürdigsten Protagonistinnen des Jahres!

    Schreibers Schreibstil ist einfach und klar. Die Sprache ist schnörkellos, aber bildhaft. Bei mir hat sich schnell eine Sogwirkung entfaltet und auch, weil der Roman recht dünn ist, lässt er sich zügig weglesen. Das Tempo ist wechselhaft mit immer wieder ruhigeren, reflektierenden Passagen, dabei aber nie langweilig. Die Atmosphäre ist meist traurig und melancholisch, allerdings nie hoffnungslos. Themen wie Depression und Trauer werden auf wunderbare Weise mit schrägem Humor und einer tröstenden Wärme gemischt, die dieses Buch zu etwas ganz Besonderem machen. Es fühlt sich stellenweise wie ein luftiger, sommerlicher Roadtrip mit zwei ungleichen Weggefährten an, ähnlich wie bei „Tschick“. Zwar mag der Plot stellenweise vorhersehbar sein und manchmal etwas zu inszeniert wirken, das tut dem Lesefluss aber keinen Abbruch.

    Besonders wichtig für die Geschichte ist auch die Dynamik zwischen Paula und Helmut. Sie treffen anfangs eher unfreiwillig aufeinander und werden durch eine Aneinanderreihung von Zufällen Begleiter auf einem Kurzurlaub. Anfangs misstrauen sich die beiden, vor allem Helmut zeigt sich emotional distanziert und übellaunig. Mit der Zeit nähern sie sich jedoch an und Helmut wird zum entscheidenden Katalysator für Paulas Trauerbewältigung. Er bringt ihr bei, dass Trauer kein Zustand ist, den man besiegt, sondern einer, mit dem man zu Leben lernt. Auch Helmut hat in seinem langen Leben viele geliebte Menschen verloren und bietet, wenn auch etwas murrend, Paula eine Schulter zum Ausweinen an. Er zeigt ihr, dass sie nicht alleine aus dem Marianengraben auftauchen muss. Denn manchmal braucht es jemanden, der bereits dort unten war und weiß, wo die Taschenlampe liegt.

    Im Roman ist der Tod ein omnipräsentes Leitmotiv, der sich weit über Tims Tod hinaus durch den Handlungsverlauf zieht. Seien es Helmuts Geschichten über verstorbene Familienmitglieder, tote Tiere am Straßenrand oder ein Besuch auf einem Friedhof. Per biologischer Definition ist Leben zeitlich begrenzt und endet immer mit dem Tod. Und auch Paula lernt, dass der Tod zum Leben dazu gehört und dass man die kostbaren Momente erst dann wirklich zu schätzen weiß, wenn man sich dessen Endlichkeit bewusst macht. Das Ende ist dann noch einmal traurig, aber gleichzeitig versöhnlich. Mich persönlich hat der Roman durch eine schwierige Phase im Leben begleitet. Vielleicht ist mir Paulas Geschichte deswegen so ans Herz gewachsen, dass ich ein paar Mal mit den Tränen kämpfen musste.

    Seit fast einem Jahr habe ich kein Highlight mehr gelesen, aber „Marianengraben“ hat diese Durststrecke für mich beendet. Der Roman überzeugt durch seine kluge Struktur, die emotionale Tiefe und eine Protagonistin, die gleichermaßen verletzlich wie liebenswert ist. Jasmin Schreiber gelingt es, schwere Themen wie Trauer und Depression mit feinem, teils schwarzem Humor und einer leisen Hoffnung zu verweben, ohne dabei kitschig zu wirken. Auch wenn die Handlung stellenweise vorhersehbar ist, tragen die besondere Erzählweise, die intensive Figurenzeichnung und die schräge Dynamik zwischen Paula und Helmut mühelos über kleinere Schwächen hinweg. Für mich ist das Buch nicht nur literarisch gelungen, sondern auch persönlich bedeutsam. „Marianengraben“ ist ein stilles, warmes und nachhaltiges Leseerlebnis, weshalb ich hier endlich mal wieder alle fünf Federn vergeben kann. Aufgrund diesen herausragenden Eindrucks habe ich mir Schreibers „Da, wo ich dich sehen kann“ auf die Wunschliste gesetzt. Auch, wenn ich mit dem Kauf wohl noch warten werde, bis das Taschenbuch erscheint.

  11. Cover des Buches Autorität. Auslöschung. Akzeptanz. (ISBN: 9783956142703)
    Jeff VanderMeer

    Autorität. Auslöschung. Akzeptanz.

    (173)
    Aktuelle Rezension von: HenrikeSchwenn

    Nach einer unerklärlichen Katastrophe ist die Area X ein Sperrgebiet unter der Aufsicht der Southern Reach, einer geheimnisvollen Behörde. Alle Versuche, Licht ins Dunkel zu bringen, sind ins Leere gelaufen.

    Der erste Band folgt einer namenlosen Biologin auf einer der zahlreichen Expeditionen in die Area X. Schon bald stößt das Team auf einen Tunnel, der sich ins Erdreich schraubt, und rätselhafte Botschaften aus Pilzsporen. Nach und nach werden die Forscherinnen dezimiert.

    Im zweiten Band wechselt die Perspektive zu John Rodriguez, genannt Control, dem neuen Direktor der Southern Reach. Er versucht, sich in der Behörde zurechtzufinden, doch scheitert an unerklärlichen Vorkommnissen und Intrigen.

    Im dritten Band laufen die Handlungsstränge zusammen und man erfährt mehr über die Entstehung der Area X, die Southern Reach und das Schicksal der Figuren.

    Mich hat die Reihe sofort in ihren Bann geschlagen, wenn auch keine der Figuren sehr zugänglich oder sympathisch war. Man wird abrupt in die Handlung geworfen und bekommt erst nach und nach mehr Informationen über die Charaktere, was es schwer macht, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Man muss sich einfach auf die Stimmung im Sperrgebiert einlassen: Die scheinbar paradiesische, unberührte Natur, in der jedoch nichts so ist, wie es scheint. Weder der Tier- und Pflanzenwelt noch den anderen Expeditionsteilnehmern ist zu trauen. 

    Der Wechsel vom ersten zum zweiten Band bildet einen harten Kontrast, nicht nur in der Erzählperspektive, sondern auch vom Schauplatz her. Aus der fremdartigen Wildnis kommt man plötzlich in eine kafkaeske Behörde voller Bürokratie, Geheimnisse und Wahnsinn. Ich kann mir vorstellen, dass das manchen Leser stört, mir hat es aber nichts ausgemacht. Dadurch werden die Parallelen zwischen der bedrohlichen Wildnis und der bedrohlichen Behörde deutlich.

    Die Trilogie wird von den grundlegenden Themen Einsamkeit, Misstrauen und Kontrollverlust durchzogen. Im Angesicht einer unbegreiflichen Bedrohung hat die Menschheit eine ebenso unbegreifliche und bedrohliche Behörde errichtet. Man kann nichts und niemanden trauen und nichts ist, wie es scheint. Welche Motive haben die Figuren? Erleben sie gerade wirklich etwas oder wurden sie nur hypnotisiert? Ist eine Mauer wirklich eine Mauer oder ein lebender Organismus? Warum ist der einzige Überlebende der ersten Expedition so versessen darauf, immer neue Expeditionen in die Area X zu schicken? Sind die Figuren überhaupt noch sie selbst oder wurden sie durch Doppelgänger ersetzt?

    Langsam bauen sich Spannung und immer stärkeres Unbehagen auf, was vor allem an kleinen Einzelheiten liegt. Woher kommt der ekelhaft süßliche Geruch, den nur Control wahrnimmt? Ist es der gleiche Geruch, den der frührere Leuchtturmwärter in der Area X wahrgenommen hat, kurz bevor die Katastrophe ausbrach? Was hat es mit der harmlos aussehenden Pflanze auf sich, die aus der Area X in die Southern Reach gebracht wurde, und die scheinbar unsterblich ist? All diese Details vermitteln das Gefühl einer unbegreiflichen, unaufhaltsamen Macht, die sich langsam ausbreitet. Man kann sie nicht verstehen und nicht bekämpfen, man kann sich nur mit ihr arrangieren.

    Am Ende bleiben die meisten Fragen offen. Ich kann mir vorstellen, dass man dieses Buch am besten mehrmals liest, um alle Einzelheiten zu erfassen.

  12. Cover des Buches Darm mit Charme (ISBN: 9783957131782)
    Giulia Enders

    Darm mit Charme

    (92)
    Aktuelle Rezension von: Sunsy

    Dieses Thema ist faszinierend und wirklich wichtig für uns alle, denn wenn der Darm gesund ist, fühlt sich der ganze Mensch gut. Die Autorin bringt uns alles rund um den Darm so routiniert, einfühlsam und plastisch, oft sogar recht witzig zu Gehör, dass es wirklich Freude macht, zuzuhören.

    Ich befasse mich ja schon länger mit dem Thema, habe auch einem Kongress per Internet beigewohnt, bei dem ich viel gelernt habe und auch gleich das nötige Equipment bestellen konnte, um selbst fermentieren zu können. Vieles habe ich ausprobiert und bin bei drei Dingen hängen geblieben: selbstgemachtem Joghurt mit lebenden Kulturen, Kombucha und Kimchi. 

    Mir hat das Hörbuch wirklich ausgezeichnet gefallen, vieles kommt so auch viel verständlicher rüber, als wenn man auf einem Kongress den Wissenschaftlern zuhört. Die Autorin liest selbst und so gut, als würde sie nichts anderes tun, als Hörbücher einzulesen. Klasse, wirklich!

    Meine Bewertung: 10/10 Punkte.


    https://sunsys-blog.blogspot.com/2025/05/gehort-darm-mit-charme-giulia-enders.html

  13. Cover des Buches Das geheime Netzwerk der Natur (ISBN: 9783453605619)
    Peter Wohlleben

    Das geheime Netzwerk der Natur

    (36)
    Aktuelle Rezension von: sbalunzia

    „Was passiert, wenn wir unbedacht ein Rädchen entnehmen, haben wir anhand zahlreicher Beispiele gesehen. (…) Es kommt zu einer Kettenreaktion, die das ganze System verändern kann.“ Dieser prägnante Abschnitt aus dem zweitletzten Kapitel fasst für mich die Essenz des Buches auf eindrucksvolle Weise zusammen.

    „Das geheime Netzwerk der Natur“ von Peter Wohlleben ist ein äußerst lehrreiches und faszinierendes Buch. Trotz seiner wissenschaftlichen Tiefe gelingt es dem Autor, komplexe Zusammenhänge verständlich darzustellen und die vielschichtigen Beziehungen innerhalb der Natur durch Beispiele zu veranschaulichen. Wohlleben beleuchtet Themen wie den Einfluss von Rehen und Hirschen auf den Flusslauf, die Gründe, weshalb Glühwürmchen leuchten, die erstaunliche Kommunikation zwischen Bäumen und Pilzen, die Entwicklung der Natur über Millionen von Jahren wird thematisiert und er zeigt auf, wie unser menschliches Eingreifen all dies beeinflusst.

    Ich habe das Buch in kleinen Happen über mehrere Wochen hinweg gelesen. Besonders bereichernd war mein Engagement in einem Bergwaldprojekt während dieser Zeit. Nach diesem praktischen Einsatz konnte ich das Buch mit anderen Augen betrachten und die Zusammenhänge noch viel intensiver nachvollziehen. Wohllebens Werk schafft ein tiefes Verständnis für die Natur und die Bedeutung anderer Lebewesen in unserem Ökosystem. Es regt dazu an, über unser Verhältnis zur Natur nachzudenken und die Verantwortung, die wir tragen, ernst zu nehmen.


    Für mehr Rezensionen: Instagram -> book_recommender_sbalunzia

  14. Cover des Buches The One – Finde dein perfektes Match (ISBN: 9783453321380)
    John Marrs

    The One – Finde dein perfektes Match

    (433)
    Aktuelle Rezension von: Sarah_Quandt

    Achtung Spoiler!:)

    "The One" spielt in einer Zukunft in der man sein passendes Match anhand einer DNA Probe ermitteln lassen kann. Denn jeder Mensch hat einen genetischen Gegenpart. Ob Single oder Vergeben viele Menschen nutzen die Chance ihren potentiellen Seelenverwandten zu finden.
    Aber passt es dann wirklich zu 100%?


    Ich bin sehr gut in "The One" reingekommen. Der Roman ist in einem tollen Schreibstil verfasst und es fällt schwer mit dem Lesen aufzuhören.

    In The One geht es um 5 verschiedene Protagonisten die Mithilfe des Gentests versuchen ihren Seelenverwandten zu finden. Leider mit der ein oder anderen Schwierigkeit und unvorhersehbaren Wendungen. Ich glaube bei einem Match hab ich den Ausgang geahnt, bei den anderen wäre ich nicht drauf gekommen 😁

    Es hat mir großen Spaß gemacht den Roman zu lesen und wenn ihr mal eine etwas andere Liebesgeschichte lesen möchtet, dann seit ihr hier richtig 🤩
    Kann das Buch wirklich sehr empfehlen!🌟

  15. Cover des Buches Der Hals der Giraffe (ISBN: 9783518467909)
    Judith Schalansky

    Der Hals der Giraffe

    (268)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Auf Der Hals der Giraffe bin ich durch das Interview mit Carolin Hagebölling aufmerksam geworden. Leider kann ich ihre Begeisterung nicht in Gänze teilen, dazu ist das Leseerlebnis zu ambivalent. Es beginnt bereits mit dem Untertitel: Bildungsroman. Der ist schlichtweg irreführend, denn hier entwickelt sich niemand, nicht einmal der geneigte Leser. Und auch in einem übertragenen Sinne ist es kein Bildungsroman, also kein lehrendes Buch, denn dazu sind sowohl die vermittelten biologischen Grundlagen zu banal und vor allem teilweise schlichtweg überholt und damit falsch. Um dies zu erkennen, muss man allerdings schon minimale Kenntnisse in Biologie haben, womit sich das Vermitteln von Grundlagen aufheben würde. Hinzu kommt, dass der Roman ohne echte Handlung auskommt, was bereits nach wenigen Seiten zu einer gewissen Eintönigkeit führt. Und dann ist da noch die Protagonistin, deren Gedankenwelt dermaßen abstoßend ist, dass ich mich durchgängig gefragt habe, warum irgendjemand das überhaupt lesen wollen würde. Nun kommt aber leider hinzu, dass Judith Schalansky eine großartige Schriftstellerin ist. Leider? Ja, denn sonst hätte ich den Roman zerreißen können, was er inhaltlich auch verdient hätte. Aber sprachlich ist der Hals der Giraffe herausragend, so dass ein Verriss nicht im Ansatz in Frage kommt.

    Ohne das sprachliche Vergnügen wäre es eine Tortur Inge Lohmark, Mittfünzigerin und Gymnasiallehrerin für Biologie und Sport im ländlichen Vorpommern, länger als ein paar Seiten zu begleiten. Nun mag man die drei Kapitel, die drei Tagen im Schuljahr entsprechen, als satirisch, spritzig oder gar witzig verklären, dazu muss man dann aber auch Vergnügen an Abwertung und Demütigung haben. Denn Lohmark, deren Gedanken wir ertragen müssen, macht nichts anders als andere Menschen in bester Misanthropie stereotyp wahrzunehmen und dann abzuwerten. Das macht in etwa so viel Vergnügen wie einem Wutbürger zu lauschen. Nun gut es gibt natürlich auch Menschen die finden Don Alphonso von der FAZ, Henryk Broder oder Dieter Nuhr witzig. Mir geht das ständige Erheben über andere, das „lustig machen“, was nichts anderes ist als Polemik und damit die Waffe der geistig Schwachen, ziemlich auf die Nerven.

    Sprachliches Highlight – Inhaltliches Nogo

    Natürlich sind dann schnell die wertkonservativen Verständigen zur Hand. Das ist doch eine psychologische Studie, die Schalansky hier vorlegt. Das will ich ja auch gar nicht in Abrede stellen. Das Psychogramm ist hervorragend und erschreckend real. Aber es bleibt dabei: Warum soll ich so etwas lesen? Was habe ich davon? Wer das unterhaltend findet, findet wohl auch GNTM spaßig. Bildet es mich? Nicht mehr als irgendwelche Äußerungen von AfD Anhängern. Ich fand auch Sarrazin oder Pirinçci weder bildend noch unterhaltsam. Geht es darum mein Mitgefühl zu schulen? Sollen wir Leser lernen die Sorgen und Nöte der „Abgehängten“ zu verstehen? Nun ja. Niemand wird gezwungen ein Sozialdarwinist und Chauvinist zu werden. Das würde diejenigen abwerten, die in den gleichen Verhältnissen leben und nicht zum Hassmenschen werden. Soll ich lernen wie solch „verknöcherte“ Persönlichkeiten mit mangelnder Sozialkompetenz zu dem werden, was sie sind? Das sei vorweggenommen, das lernt man nicht. Denn wie bereits erwähnt: es ist kein Bildungsroman. Lohmark ist, wie sie schon immer war.

    Es gibt jedenfalls Grund genug, warum man sich das Lesen des Romans sparen kann. Wäre da nicht, ja, wäre da nicht dieses grandiose Sprachvermögen von Judith Schalansky. Ich habe selten diese Authentizität von Gedanken gelesen, inklusive assoziativer Abschweifungen. Wir sitzen im Kopf von Lohmark. Wir bekommen keine Essenz ihrer Gedanken geliefert, sondern das Rohmaterial. Es hätte eigentlich nur noch gefehlt, dass zwischendurch einfach nur gesummt wird oder die Gedanken kurz ganz weg sind. Diese sprachliche Meisterleistung verbunden mit der präzisen Einfühlung und Beobachtungsgabe von Schalansky (so sie sich denn hoffentlich nicht lediglich selbst beobachtet hat) macht aus einem langweiligen misanthropen Egotrip eines der außergewöhnlichsten weil ambivalentesten Bücher der letzten Jahre.

  16. Cover des Buches Rendezvous mit einem Oktopus (ISBN: 9783257261561)
    Sy Montgomery

    Rendezvous mit einem Oktopus

    (69)
    Aktuelle Rezension von: AQua

    Sy Montgomery, die mir bisher kein Begriff war, wurde mir bei einer Gesprächsrunde über Lieblingsbücher im Deutschlandfunk Kultur wärmstens empfohlen. "Rendezvous mit einem Oktopus" ist mein erstes Buch von ihr. Vielleicht ist dieses Buch als Start mit der Autorin unglücklich, denn es wurde nicht ersichtlich für mich, wer sie überhaupt ist, außer jemand, der Tiere mag und grade eine Obsession für Oktopusse hat. Einmal wöchentlich fährt sie ins Aquarium und hält ihre Arme in den Tank, um sich von den Saugnäpfen des jeweiligen Tieres küssen und schmecken zu lassen. Dabei erfahren die Lesenden manches Interessantes über diese intelligenten Tiere. Der Blurb von Peter Wohlleben hatte mich jedoch etwas völlig anderes erwarten lassen: "Wer dieses Buch gelesen hat, versteht die Seele der Ozeane." Deswegen war ich sehr enttäuscht, dass es in erster Linie über Oktopusse in Gefangenschaft und die Begegnungen von Menschen und Tieren im Aquarium geht. Mir hat sich auf jeden Fall bei der Lektüre keine Seele des Ozeans offenbart. Schade.

  17. Cover des Buches Nenne drei Hochkulturen: Römer, Ägypter, Imker (ISBN: 9783548376653)
    Lena Greiner

    Nenne drei Hochkulturen: Römer, Ägypter, Imker

    (83)
    Aktuelle Rezension von: Woertergarten

    Lehrer soll der schönste Beruf der Welt sein. Auf jeden Fall erleben Lehrer einige lustigen Situationen, wie dieses Buch es beweist. Schüler sind eine unversiegbare Quelle für witziges Material, das die Autorinnen fleißig gesammelt , kategorisiert und in mehreren Bänden veröffentlicht haben.

    Die Schülerantworten sind nach Fächern sortiert, so dass man dieses Buch in kleinen Häppchen für Zwischendurch genießen kann. Schreibfehler und Fehlleistungen liefern einige witzigen Sätze. Weitere Antworten zeugen von der Kühnheit oder der Kreativität einiger Schüler. Allerdings beweisen eine Mehrheit von klaffenden Wissenslücken unserer Kinder, die nach drei Jahren Pandemie zwischen Schulschließungen und Online-Unterricht wahrscheinlich noch nicht aufgefüllt wurden. 

    Erwähnenswert ist auch das Cover: da hat sich jemand mit der Gestaltung wirklich Gedanken gemacht. Der Titel von Band 2 als „b.)“ einzugeben ist ein toller Einfall.

    Mit diesem Buch verbringt man eine nette Zeit. Jedoch hat es bei mir am Ende keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Deswegen die durchschnittliche Bewertung.

  18. Cover des Buches Twisted Fate, Band 1: Wenn Magie erwacht (ISBN: 9783473402199)
    Bianca Iosivoni

    Twisted Fate, Band 1: Wenn Magie erwacht

    (286)
    Aktuelle Rezension von: Series-Magic

    Zwischen Magie, Dämonen und moralischen Grauzonen entfaltet sich hier eine Geschichte, die vieles anders macht, als man es aus klassischer Fantasy gewohnt ist. Besonders spannend fand ich, dass Magie in diesem Auftakt nicht einfach nur bekanntes Genre-Muster bleibt, sondern mit eigenen Ideen und neuen Ansätzen erzählt wird. Auch der Umgang mit Dämonen und magischen Kräften hebt sich angenehm von vielem ab, was man sonst in diesem Bereich liest.

    Gut gefallen hat mir außerdem, dass neben der eigentlichen Handlung auch größere Themen mitschwingen. Vor allem die Organisation, die nur in Schwarz und Weiß denkt und alles verurteilt, was sie nicht versteht, bringt eine interessante Ebene in die Geschichte. Gerade dadurch wirkt manches überraschend nah an der Realität – nur eben in einem anderen, fantastischen Kontext.

    Erzählerisch ist das Buch insgesamt gut gemacht und lässt sich angenehm lesen. Die Welt wirkt durchdacht, die Grundidee ist stark und der Auftakt macht neugierig darauf, was noch kommen könnte. Allerdings hat die Geschichte für mich in der zweiten Hälfte etwas nachgelassen. Die Spannung, die vorher aufgebaut wurde, konnte nicht ganz gehalten werden und wirkte stellenweise eher abgeschwächt. Dadurch hatte das Buch für mich zwischendurch ein paar kleinere Längen.

    Trotz dieser Schwächen hat mir der Auftakt insgesamt gut gefallen. „Twisted Fate – Wenn Magie erwacht“ ist ein Fantasyroman mit einer interessanten Idee, eigenen magischen Konzepten und Themen, die über das Fantastische hinausweisen. Nicht in jedem Moment gleich stark, aber dennoch ein lesenswerter Reihenstart.

  19. Cover des Buches Das Mysterium der Tiere (ISBN: 9783746635002)
    Karsten Brensing

    Das Mysterium der Tiere

    (25)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76
    ‚Am Ende werden Sie sich vermutlich fragen: Was unterscheidet uns denn noch von Tieren? Nicht viel, doch so viel kann ich verraten: Wir Menschen haben eine klitzekleine Eigenart, auf der unser Erfolg als Art beruht, und dies ist nicht unsere Sprache. Am menschlichen Thron wird somit nicht gerüttelt, doch in der Welt, in der Sie nach der Lektüre dieses Büchleins leben, werden Sie und alle anderen Menschen nicht mehr allein sein, sie werden gemeinsam mit anderen ihrer selbst bewussten und fühlenden Wesen leben, und vielleicht grüßen Sie von nun an höflich den einen oder anderen Raben in ihrer Nachbarschaft.‘ (Seite 13)

    Der Meeresbiologe und promovierte Verhaltensforscher Karsten Brensing erzählt in seinem Buch ‚Das Mysterium der Tiere‘ von Bärtierchen und Bettwanzen, Randy Thornhill und Craig Palmer, Bonobos und Delfinen, Oxytocin und Vertrauen, Gerüchen und Immunsystem, Buckelwalen und Musik, Laubenvögeln und optischer Täuschung, Sprache und Tanz, Infraschall und Ultraschall, Umweltschutz und Sozialverhalten, Spaßgesellschaft und Spielen, Tüpfelhyänen und Vetternwirtschaft, prozeduralem und deklarativem Gedächtnis, Trauer und Tod, Objektpermanenz und Logik, Belohnungsaufschub und Impulskontrolle, Selbstbewusstsein und Theory of Mind, Big Five und Persönlichkeit, Vernunft und Verlustaversion, Drogen und Alkohol sowie das Verhältnis zwischen Mensch und Tier.

    Obwohl ich mich schon sehr intensiv mit der im Buch behandelten Thematik auseinandergesetzt habe, hat ‚Das Mysterium der Tiere‘ meine Kenntnisse in den oben genannten Themen noch ausweiten und mir viel Wissen über Tiere vermitteln können.

    Im Buch bin ich zudem auf viele Dinge gestoßen, die ich noch aus meinem Psychologie-Studium kenne, wobei es damals natürlich um menschliches Verhalten, die menschliche Gefühls- und Gedankenwelt ging. Brensing verwebt in seinem Buch (sozial-) psychologische Erkenntnisse mit der Erlebniswelt von Tieren, was einerseits dazu führt, dass man mehr über die Psyche des Menschen lernen kann, und andererseits Parallelen zu anderen Tieren aufgezeigt werden.

    Brensing verwendet bei seinen Ausführungen anschauliche Beispiele und deckt ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Befunden und Beobachtungen aus dem Alltag ab. Dass er begeistert von seinem Thema und fasziniert von Tieren ist, merkt man auf jeder Seite seines wunderbaren Buches, das zudem leicht verständlich geschrieben ist und durch Farbfotos ergänzt wird.

    Ich kann ‚Das Mysterium der Tiere‘ sehr empfehlen und freue mich außerdem, dass die Themen Tiere und Verhaltensbiologie derzeit so stark bei den Verlagen vertreten sind, da ich es essentiell finde, über Tiere, ihre Fähigkeiten, ihre Empfindungen und ihre Leidensfähigkeit aufzuklären.
  20. Cover des Buches Darwin (ISBN: 9783328103127)
    Jürgen Neffe

    Darwin

    (27)
    Aktuelle Rezension von: MartinA

    Wer davon ausgeht eine Biografie von Charles Darwin zu lesen, wird vielleicht am Anfang etwas enttäuscht werden. So ging es mir (manchmal hilft es sich genauer über ein Buch zu informieren, und sich nicht vom Titel blenden zu lassen), aber Jürgen Neffe gelang es schnell mich mit seiner Reise in den Bann zu ziehen und auch wenn man das eine oder andere biografische über Darwin erfährt (bekanntes und weniger bekanntes) so sind es doch die Spuren, die der große Naturforscher hinterlässt die heute noch beeindrucken.
    Neffe versucht Darwins Reise auf der Beagle nachzufahren, um Darwin zu entdecken, Darwin zu erleben und zu sehen, welchen Einfluss der Forscher heute noch hat. Neffe trifft Darwinfans und andere, die eine Beziehung zu Darwin haben.
    Neffe gelingt eine lesenswerte und fesselnde Mischung aus Reisebeschreibung, Wissenschaftsgeschichte und Darwin-Biographie, die auch aktuelle Fragen wie Überbevölkerung oder Klimawandel anreißt. Ganz aktuell ist das Buch dabei nicht (mehr), da es bereits 2010 erschienen ist und Neffes Reise 2007 war. Nichts desto trotz wird kurzweiliges Eintauchen in Darwins Welt von gestern und heute geboten.

  21. Cover des Buches Ameisen küssen nicht (ISBN: 9783499234835)
    Kerstin Engel

    Ameisen küssen nicht

    (68)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Isa ist 32 Jahre alt und Biologin. Ihr Fachgebiet ist die Erforschung von Ameisen. Isa wird für einen Forschungspreis nominiert. Einer ihrer Konkurrenten ist Ben, ein Primatenforscher. Die beiden sind grundverschieden und können sich nicht ausstehen, was sich im Laufe der Geschichte natürlich ändern wird...

    Ich habe mich mit diesem Buch wunderbar unterhalten gefühlt. Isa und Ben sind wirklich so unterschiedlich wie Tag und Nacht, und ihr Schlagabtausch ist dabei sehr unterhaltsam.

    Es ist alles ein bisschen überspitzt dargestellt, das muss man vermutlich mögen, aber ich habe die Lektüre sehr genossen. Die Geschichte ist unterhaltsam, humorvoll und hin und wieder auch romantisch. 

    Ein schönes Buch für vergnügliche Lesestunden. Hiermit kann man wunderbar den Alltag vergessen, da es sich leicht und flüssig lesen lässt und man sich ein bisschen berieseln lassen kann. 

  22. Cover des Buches Und sie fliegt doch (ISBN: 9783548612812)
    Dave Goulson

    Und sie fliegt doch

    (21)
    Aktuelle Rezension von: AndreaEwert

    Ich habe dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen. Dave Goulson schildert eindrucksvoll das Leben der Hummeln. Alle, denen ich dieses Buch danach geschenkt habe, gestalteten ihren Garten daraufhin  hummelfreundlicher. Wieder ein Beweis dafür, dass Wissen, spannend verpackt, Wertschätzung für jedes Individuum bringt. Also bleiben wir neugierig, offen und positiv - wie Dave Goulson!

  23. Cover des Buches Auf der Suche nach dem verlorenen Glück (ISBN: 9783406803765)
    Jean Liedloff

    Auf der Suche nach dem verlorenen Glück

    (46)
    Aktuelle Rezension von: Natascha_W

    Das Buch "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück" erzählt die Lebensweise der Yequana-Indianer, welche eine komplett andere Herangehensweise ans Leben haben als die meisten Menschen in der heutigen Zeit. Vor allem der Unterschied bei der Kindsaufzucht wird deutlich klar.

    Es ist empfehlenswert das Buch vor dem ersten Kind zu lesen, da man ansonsten mit schweren Schuldgefühlen zu kämpfen haben wird. Denn das Buch erklärt u.A. wieso wir unseren Kindern mit guter Absicht dennoch ihr Leben schwer machen und die Erziehung zu lebenslangen Problemen führen kann. Ich bin überzeugt davon, dass die Ansätze des Buches der Wahrheit entsprechen und wir dringendst unser System verändern müssen!

    Auch wenn das Buch recht altmodisch geschrieben und manchmal schwer zu verstehen ist, kann ich es nur jedem empfehlen zu lesen. Vor allem aber spätestens dann, wenn Nachwuchs ansteht.

    Meine liebsten Textstellen:
    - Babys sind in der Tat zu einer Art Feind geworden, den die Mutter besiegen muss. Weinen muss ignoriert werden, um dem Baby zu zeigen, wer der Herr ist.
    - Damit will ich nicht sagen, dass der "Wilde" von Geburt an intelligenter ist als wir, jedoch glaube ich wirklich, dass das natürliche Potential unserer Geisteskräfte durch den von einer Verzerrung der Persönlichkeit ausgehenden Druck beschädigt werden kann.
    - Eine still dasitzende Mutter wird ihr Baby durch Gewohnheit dazu bringen, das Leben als langweilig und langsam zu betrachten.
    - Harry Harlow machte aufsehenerregende Experimente, die die Wichtigkeit enger Umarmung durch die Mütter für die psychologische Entwicklung von Affenkindern bewiesen.
    - Ein ängstlicher Blick, ein Wort darüber, was die Mutter denkt: "Lass das nicht fallen!", oder ein Versprechen: "Pass auf, du fällst gleich!" können das Mädchen - obwohl dies seinem Selbsterhaltungstrieb und seinem Nachahmungsbestreben entgegenwirkt - schließlich zum Gehorchen veranlassen, so dass es den Teller fallen lässt und / oder vom Stuhl stürzt.
    - Ein Beispiel dafür ist das "Casanova-Syndrom", das einen Mann zu dem Versuch treibt, sich seine Liebenswertheit durch zahlreiche Eroberungen zu beweisen.
    - Die Erwartung, ihre Suche nach Liebe müsse durch ihren eigenen liebesbedürftigen Säugling endlich belohnt werden, ist die Tragik vieler Frauen.
    - Selbsthass, der sich daraus ergibt, dass einem in der Frühkindheit nicht das Gefühl eigener Richtigkeit vermittelt wurde, ist eine der Hauptgrundlagen für irrationalen Hass.

  24. Cover des Buches Lady Trents Memoiren 1 (ISBN: 9783959815031)
    Marie Brennan

    Lady Trents Memoiren 1

    (156)
    Aktuelle Rezension von: vobabooks

    „Die Naturgeschichte der Drachen“ ist der 1. Band von Lady Trents Memoiren, geschrieben von Marie Brennan und übersetzt von Andrea Blendl. In diesem ersten Band blickt Lady Trent zurück auf ihre jungen Jahre und wie ihre Faszination für Drachen begann. 

    4.5 ⭐️ Eine schöne cozy Fantasy Geschichte, die ich sehr gerne gelesen habe. Lady Trent hat einen gewissen Charm und ihre fiktive Biografie hat mein Interesse geweckt, ich freue mich schon auf die Folgebände. Ich bin gespannt auf Lady Trents weitere Abenteuer und Forschungsreisen. Abgesehen von der großen Drachenliebe liest es sich wie die historische Biografie einer Wissenschaftlerin, die Drachen sind das primäre Fantasyelement. Das Erzähltempo ist gediegener, es wird recht ausführlich und detailliert erzählt. Ich kann mir vorstellen, dass es Fans von Emily Wilde gut gefallen könnte. 

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