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92 Bücher
- Andreas Gruber
Todesfrist
(1.009)Aktuelle Rezension von: Karandi
Dies ist der Auftakt der Todesreihe von Andreas Gruber. Ich habe tatsächlich alle acht Bände geschenkt bekommen und sie lange Zeit vor mir hergeschoben, aber nun den ersten Schritt gewagt – und ich muss sagen, ich bin zufrieden. Mir liegen diese Art von Thrillern etwas mehr, denn sie erzählen eine deutlich tiefgründigere Geschichte.
Es geht nicht einfach nur um einen Serienmörder, der wahllos Menschen abschlachtet, sondern letztendlich um einen Menschen, der schwer misshandelt wurde und bei dem weggeschaut wurde. Einem Menschen, dem hätte geholfen werden können, dem aber nicht geholfen wurde. Man kann sich nur schwer in die Gefühle anderer Menschen hineinversetzen. Mord scheint niemals eine Lösung zu sein, aber solange man nicht selbst Opfer ist, weiß man nie, wie sehr einen eine Straftat – vor allem im Kindesalter – belasten kann.
Ich sehe den Täter hier nicht als einen wahllos mordenden, kranken Psychopathen, der eine Gefahr für seine Umwelt darstellt, sondern vielmehr als ein Opfer, für das seine Umwelt die eigentliche Gefahr war und das letztendlich versucht, diese Welt auf seine Weise davon zu „bereinigen“. Vielleicht ist das eine kontroverse Meinung, dennoch denke ich, dass es unglaublich wichtig ist, genauer hinzusehen, bevor man den Täter einfach verteufelt.
Ich bin gespannt darauf, wie sich die Charaktere Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder in den nächsten sieben Bänden entwickeln werden. Ihre Charaktere stellt Andreas Gruber unglaublich gut dar. Ich werde die Bücher der Reihe zwar nicht direkt hintereinander lesen, aber der Auftakt ist gemacht, und ich bin jetzt schon fast überzeugt davon, dass mir die anderen Teile ebenfalls gefallen werden – vorausgesetzt, sie sind mit derselben Qualität geschrieben wie der erste Band.
Man sollte Autoren eigentlich nicht miteinander vergleichen, da jeder individuell ist. Trotzdem muss ich sagen, dass Andreas Gruber für mich eher in die Richtung von Andreas Winkelmann geht als in die von Sebastian Fitzek. Für Thrillerfans auf jeden Fall eine absolute Empfehlung.
- Andreas Gruber
Todesurteil
(671)Aktuelle Rezension von: Karandi
Das ist das zweite Buch aus der Reihe um Marten S. Sneijder und Sabine Nemez, und ich muss sagen: Ich bin positiv überrascht.
Am Anfang hatte ich tatsächlich leichte Schwierigkeiten, weil ich die Zusammensetzung der Geschichte nicht ganz verstanden habe. Der Einstieg beginnt mit der Entführung, und man begleitet Martin und Sabine die ganze Zeit durch eine Nebenhandlung – oder man denkt zumindest, es wäre eine. Andreas Gruber schafft es aber auf wirklich clevere Weise, die Stränge miteinander zu verbinden. Das Ergebnis ist ein großartiger Plot-Twist.
Hut ab dafür.
Anfangs fand ich das Buch etwas langatmig, und auch später gibt es Passagen, die sich so anfühlen. Gruber hat für mich keinen reißerischen, spannungsgeladenen Schreibstil, sondern eher einen ruhigen, ergebnisorientierten. Aber das Dranbleiben wurde belohnt. Der Einfallsreichtum ist wirklich beeindruckend – mal abgesehen von der erschreckenden Anzahl der Opfer.
Allerdings muss man berücksichtigen, dass es sich um einen Serienmörder handelt, der kein Serienmörder im herkömmlichen Sinne ist. Er ist ein Meister der Manipulation, der andere als Täter nutzt, um seine perfiden Gedanken auszuleben. Dabei sieht er sich selbst als eine Art Vollstrecker der Gerechtigkeit. Ohne Schuldeingeständnis natürlich – aber so ist es meistens, besser gesagt immer, bei Psychopathen. Sie leben in ihrer eigenen Welt, und dieses Buch bringt das sehr gut zur Geltung.
Ich werde langsam warm mit Andreas Gruber und habe noch sechs Bände aus der Reihe vor mir. Wenn sie genauso clevere Elemente enthalten wie Todesurteil oder eine tiefere Botschaft wie Todesfrist, bin ich wahrscheinlich dankbarer dafür, die Reihe geschenkt bekommen zu haben, als ich anfangs dachte.
Wie in den meisten meiner Rezensionen vermeide ich bewusst Spoiler dazu, wer der Täter war.
Für mich ist es ein Vier-Sterne-Buch. Da Thriller eigentlich nicht mein Genre sind – zumindest nicht diese Art von Thriller – würde ein Fan der Reihe es wahrscheinlich mit fünf Sternen bewerten. Eine klare Empfehlung.
- Andreas Gruber
Todesmärchen
(604)Aktuelle Rezension von: Karandi
Ich muss sagen: Nachdem ich nun den dritten Teil der Todes-Reihe gelesen habe, erkenne ich langsam ein Muster bei Andreas Gruber. Ich weiß natürlich nicht, wie es sich in den anderen fünf Bänden verhält, aber hier bin ich der Sache relativ schnell auf die Schliche gekommen.
Natürlich tauchen wir wieder tief in die Psychologie des Menschen ein. Wie schon im vorherigen Werk ist der eigentliche Kopf hinter den Morden nicht derjenige, der sich selbst die Hände schmutzig macht, sondern jemand, der seine Lakaien und Anhänger für sich arbeiten lässt. Andreas Gruber zeigt dabei unglaublich gut, wie leicht Menschen zum Bösen verführt werden können. Das Erschreckende an solchen Ideen ist für mich immer, wie nah sie an der Realität sind.
Was die Geschichte selbst angeht, ist sie durchaus originell aufgebaut. Die Morde werden so inszeniert, dass sie auf der Vergangenheit von Maarten S. Sneijder aufbauen, der in diesem Buch gewissermaßen den Stoff für die Verbrechen liefert. Er und der eigentliche Täter haben eine gemeinsame Vorgeschichte, die den Fall maßgeblich prägt.
Auch hier lesen wir wieder zwei parallele Handlungsstränge, die am Ende zu einem Ganzen verschmelzen. Dieses Muster konnte ich bereits in Todesurteil erkennen, weshalb ich gespannt bin, ob es sich auch in den übrigen Büchern der Reihe fortsetzt. Gerade aufgrund dieser Erzählstruktur bin ich dem Kern der Geschichte allerdings recht früh auf die Spur gekommen.
Man muss allerdings sagen, dass es bei Andreas Gruber – zumindest meinem Empfinden nach – nicht immer diese klassische Auflösung gibt, bei der am Ende der Mörder gefasst wird und alles wieder in Ordnung ist. Stattdessen beschäftigt er sich mit deutlich tiefergehenden Aspekten, und genau das schätze ich an ihm als Thrillerautor. Hier geht es nicht einfach nur darum, dass jemand Menschen ermordet und anschließend verhaftet wird. Vielmehr geht es um die menschlichen Abgründe, um die Frage, was Menschen antreibt, welche Einflüsse sie prägen und wie ihr Umfeld sie beeinflusst.
Auch die Figur Hannah spielt dabei eine interessante Rolle. Obwohl mich Gruber in Bezug auf sie zeitweise etwas auf Glatteis geführt hat, erscheint vieles im Nachhinein doch recht offensichtlich.
Das ist allerdings wirklich nur als konstruktive Kritik gemeint – nicht, dass mir jetzt noch eingefleischte Andreas-Gruber-Fans aufs Dach steigen.
Alles in allem ist Todesmärchen für mich ein gelungenes Buch. Immer wieder hört man, wie wichtig es sei, die Reihe in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, da spätere Bände Ereignisse aus den vorherigen aufgreifen und man sich sonst ungewollt spoilern könnte.
Das fand ich besonders amüsant, weil ich mir tatsächlich das letzte Buch der Reihe bereits selbst gekauft hatte. Als ich davon einem Kollegen erzählte, hat er mich regelrecht ermahnt, die Reihe von Anfang an zu lesen – und tatsächlich so tief in die Tasche gegriffen, dass er mir die sieben vorherigen Bände geschenkt hat. An dieser Stelle also noch einmal vielen Dank, auch wenn er auf dieser Plattform leider nicht vertreten ist.
Daher empfehle ich das Buch durchaus weiter. Allerdings sollte man meiner Meinung nach den vollen Lesegenuss mitnehmen und wirklich beim ersten Band beginnen.
Von mir gibt es vier Sterne. Für Fans dieses Genres entspricht das vermutlich eher einer Bewertung von fünf Sternen, da Thriller normalerweise nicht zu meinen bevorzugten Genres gehören.
- Andreas Gruber
Todesmal
(392)Aktuelle Rezension von: Karandi
Das Buch hat meiner Meinung nach zwar den typischen Andreas-Gruber-Charme, und für seinen Ideenreichtum vergebe ich gerne vier Sterne. Dennoch muss ich zugeben, dass der Aufbau seiner Geschichten häufig einer ähnlichen Struktur folgt – oder besser gesagt, zwei wiederkehrenden Mustern.
Zum einen begegnen wir Tätern, die ihre Morde selbst begehen, deren Taten aber in einer persönlichen Vorgeschichte begründet sind. Sie sind nicht einfach nur Täter, sondern waren zuvor selbst Opfer ihrer späteren Opfer. Zum anderen gibt es die psychopathischen Gegenspieler, die so geschickt agieren, dass sie ihre Verbrechen nie selbst ausführen, sondern andere für sich handeln lassen.
Im fünften Band der Reihe wird dieses Schema zumindest ein wenig aufgebrochen. Die Nonne, die ankündigt, innerhalb von sieben Tagen sieben Morde zu begehen, wirkt weder krankhaft psychopathisch noch skrupellos. Im Gegenteil: Die Morde führen die Ermittler zu noch größeren Verbrechen, und erneut zeigt sich, dass die Opfer der Taten selbst eine dunkle Vergangenheit haben. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen immer mehr. Als Leser stellt man sich zwangsläufig die Frage: Wer darf in solchen Fällen Richter spielen? Und ab wann ist es gerechtfertigt, Gesetze zu brechen, um womöglich noch größere Verbrechen zu verhindern oder aufzuklären?
Das Buch ist spannend geschrieben. Besonders gefallen hat mir die Entwicklung von Sabine Nemez, die inzwischen selbst angehende Kriminalbeamte ausbildet und deutlich gereifter wirkt. Natürlich kehrt auch Maarten S. Sneijder zurück, wenn auch erst nach einigem Zureden und nachdem er selbst einige Zugeständnisse machen muss. Auch seine Persönlichkeit entwickelt sich weiter. Er wird zunehmend emotionaler und öffnet sich seinem Team gegenüber.
Mir fehlen noch drei Bücher dieser Reihe, und ich muss leider zugeben, dass meine Erwartungshaltung inzwischen nicht mehr besonders hoch ist. Ich befürchte, dass die nächsten Bände einem ähnlichen Muster folgen werden, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
Ich möchte das Buch auf keinen Fall schlechtreden. Im Gegenteil: Die Geschichte ist originell konzipiert. Es handelt sich nicht um einen gewöhnlichen Thriller, in dem lediglich ein Täter gefasst werden muss. Andreas Gruber hat in allen bisherigen Bänden bewiesen, dass er tiefer in die Materie eintaucht und seine Leser zum Nachdenken anregt. Das empfinde ich als große Stärke seiner Romane.
Trotzdem komme ich langsam an einen Punkt, an dem ich die Bücher eher aus Pflichtbewusstsein lese, um die Reihe angemessen zu Ende zu bringen. Gleichzeitig kann ich gut nachvollziehen, warum gerade Thrillerfans dieses Buch häufig mit fünf Sternen bewerten. Wer das Genre liebt und nicht genug von komplexen Kriminalfällen und moralischen Grauzonen bekommen kann, findet bei Andreas Gruber reichlich Lesestoff, der über weite Strecken bestens zu unterhalten weiß.
Von mir gibt es daher gut gemeinte vier Sterne.
- Andreas Gruber
Todesreigen
(450)Aktuelle Rezension von: Karandi
Ich fand diesen Teil wirklich gut, auch wenn ich sagen muss, dass er dem ersten Band in einigen Punkten sehr ähnelt. Irgendwann scheinen die Möglichkeiten für völlig neue Ideen natürlich begrenzt zu sein. Das ist aber keineswegs negativ gemeint, sondern lediglich eine Beobachtung. Denn wie schon im ersten Teil haben wir es nicht mit einem klassischen Serienmörder zu tun, der wahllos Menschen tötet. Stattdessen erleben wir erneut einen Täter, der einst selbst Opfer war und sich zur Aufgabe gemacht hat, dort Gerechtigkeit walten zu lassen, wo der Rechtsstaat versagt hat – oder in diesem Fall sogar ein Organ des Rechtsstaats, nämlich das BKA, selbst Schuld auf sich geladen hat.
Wir erleben also einen großen Rachefeldzug, und hier zeigt Andreas Gruber einmal mehr seinen Einfallsreichtum. Besonders spannend fand ich die Art und Weise, wie die Morde inszeniert werden. Sie sehen wie Selbstmorde aus und sind so geschickt geplant, dass zunächst kaum Verdacht auf Fremdeinwirkung fällt. Erst die Verbindung der Opfer zueinander ruft unsere bekannten Ermittler auf den Plan.
Außerdem wurde mir in diesem Band immer deutlicher, wie sehr die einzelnen Teile der Reihe miteinander verknüpft sind. Den ersten Band kann man zur Not noch als eigenständigen Thriller lesen, spätestens beim vierten Teil merkt man aber, dass man die Reihenfolge einhalten sollte. Wir erleben einen suspendierten Maarten S. Sneijder, der sich zunächst aus den Ermittlungen heraushalten möchte, gleichzeitig aber deutlich mehr über die Hintergründe weiß, als er anfangs zugibt.
Ich muss sagen, dass Maarten für mich immer mehr zur eigentlichen Schlüsselfigur der Reihe wird, während Sabine Nemez für mich die Heldin der Geschichten bleibt. Besonders interessant fand ich, dass Sneijder auch in diesem Band wieder mehr über die Hintergründe weiß, als er zunächst preisgeben möchte. Dadurch wirkt er oft wie jemand, der den Ermittlungen mehrere Schritte voraus ist und die Handlung maßgeblich mitlenkt, auch wenn Sabine im Mittelpunkt der eigentlichen Ermittlungsarbeit steht.
Insgesamt bleibt zu sagen, dass es wieder ein starker Thriller geworden ist. Anders als bei den ersten drei Bänden empfand ich diesen als sehr zügig zu lesen. Die Handlung entwickelt sich schnell, und ich hatte das Gefühl, nur so durch die Kapitel zu fliegen. Ob diese tatsächlich kürzer waren oder es einfach am Erzähltempo lag, kann ich allerdings nicht mit Sicherheit sagen.
Besonders gefallen hat mir auch die Entwicklung der Beziehung zwischen Maarten und Sabine. Ihr Zusammenspiel geht diesmal ein Stück über das übliche Geplänkel hinaus. Durch die Ereignisse, die Sabine widerfahren, entsteht eine emotionalere Ebene zwischen den beiden. Darauf möchte ich aber nicht näher eingehen, um nicht zu viel zu spoilern.
Meine Empfehlung ist daher ganz klar: Wer die ersten drei Bände gelesen hat, sollte auch hier zugreifen. Ich bin jetzt bei der Halbzeit der Reihe angekommen und bin sehr gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.
Vier Sterne.
- Marc-Uwe Kling
VIEWS
(539)Aktuelle Rezension von: JoanaMariaIch tue mich mit der Bewertung von Views wirklich schwer. Denn eigentlich macht das Buch vieles genau so, wie es vermutlich soll. Es ist unbequem, schwer zu ertragen und seine Gesellschaftskritik funktioniert für mich. Gleichzeitig fand ich es weder besonders spannend noch habe ich es gerne gelesen und mit dem Ende kann ich mich überhaupt nicht anfreunden.
Dabei sind die Themen unglaublich aktuell und wichtig. Besonders die Frage „Was können wir überhaupt noch glauben?“ fand ich stark. Auch wie sich die Situation gesellschaftlich immer weiter hochschaukelt, wie schnell Empörung entsteht und welche Dynamik das Ganze entwickelt, ist erschreckend realistisch geschrieben. Rassismus, Radikalisierung, soziale Medien, KI und unser Umgang mit vermeintlichen Wahrheiten stehen dabei klar im Vordergrund.
Und genau deshalb finde ich die Vermarktung als Thriller etwas schwierig. Für mich ist Views viel mehr Gesellschaftskritik in Romanform als ein klassischer Thriller. Ich fand es nicht besonders spannend und hatte auch keinen wirklichen Lesesog. Die eigentliche Geschichte bleibt für mich eher dünn und dient vor allem dazu, die gesellschaftlichen Entwicklungen und Themen zu transportieren. Ich hätte mir eine ausgeklügeltere Handlung gewünscht, die das Ganze noch stärker trägt.
Mein größtes Problem bleibt aber das Ende. Ich verstehe, warum Marc-Uwe Kling sich für einen so offenen und unbequemen Abschluss entschieden hat. Funktioniert hat er für mich trotzdem überhaupt nicht. Gerade nach einem ohnehin schon schweren Buch hätte ich zumindest gerne gewusst, wie es mit den Figuren weitergeht.
Vielleicht ist Views am Ende also ziemlich genau das Buch, das es sein möchte. Es soll unbequem sein, aufrütteln und sicherlich kein Wohlfühlroman sein. Und genau das schafft es auch. Ich gehe mit seiner Gesellschaftskritik mit und finde die aufgeworfenen Fragen wichtig und gelungen. Gleichzeitig hätte ich mir als Roman einfach mehr Geschichte und als Thriller deutlich mehr Spannung gewünscht.
Deshalb lande ich trotz meines sehr zwiegespaltenen Leseerlebnisses bei 4 Sternen.
- Andreas Gruber
Todesschmerz: Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez 6 - Thriller
(189)Aktuelle Rezension von: Holla_Die_WaldfeeIn seinem sechsten Fall wird das BKA-Ermittlerduo Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez mitten in brisanten internen Ermittlungen um einen BKA-Maulwurf überraschend nach Norwegen versetzt. Sie sollen den rätselhaften Mord an der deutschen Botschafterin aufklären. Was wie eine diplomatische Blockade der norwegischen Behörden beginnt, entwickelt sich schnell zu einem brandgefährlichen, hochkomplexen Fall, bei dem das gesamte Team ins Visier eines eiskalten Killers gerät.
Das Buch ist durchgehend spannend. Es verzichtet komplett auf Längen oder langweilige Passagen. Das Tempo wird stetig voran getrieben.
Andreas Gruber legt anfangs viele lose Fäden aus. Am Ende führt er diese meisterhaft und logisch zusammen
Der gewohnt flüssige und packende Schreibstil sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Das dramatische Finale wartet mit einem Cliffhanger auf, der die Vorfreude auf den Nachfolgeband nochmal unheimlich steigert.
Keine Kritikpunkte, 5 Sterne, absolute Leseempfehlung!
- Andreas Gruber
Todesrache
(201)Aktuelle Rezension von: Karandi
Ich muss sagen, die Reihe wird zum Ende hin wirklich immer besser. Der ganz einfache Grund dafür ist, dass Andreas Gruber mit den Mustern der ersten Bände konsequent bricht. Meine Befürchtung, nichts Neues mehr erwarten zu dürfen, wurde damit komplett über Bord geworfen.
In diesem Band greift er so viele neue Facetten auf, die mich wirklich überrascht haben. Wir erkennen hier nicht mehr die typische Methodik der ersten Bücher. Statt eines klassischen Serienmörders stehen eine große kriminelle Organisation und deren vielschichtige Machenschaften im Mittelpunkt. Aus den unterschiedlichsten Gründen wird gemordet: Alte Rechnungen werden beglichen, vergangene Verbrechen gesühnt und gleichzeitig Zeugen ausgeschaltet. Die Morde sind dabei kalt, erbarmungslos und dienen einem größeren Plan.
Ich muss tatsächlich sagen, dass dieses Buch aufgrund seiner Spannung und auch der Geschichte um Sabine – auf die ich aus Spoilergründen nicht näher eingehen möchte – für mich bisher der beste Band der Reihe ist. Da mir nur noch ein Teil fehlt, könnte es am Ende sogar mein persönlicher Favorit bleiben.
Ich werde das Buch auch diesmal mit 4,5 von 5 Sternen bewerten. Ausschlaggebend dafür sind die Dynamik, die Brisanz der Handlung und die durchgehend hohe Spannung.
Besonders hervorzuheben ist auch die Entwicklung von Maarten Sneijder. Zu Beginn erleben wir ihn als gebrochenen Menschen. Er wirkt antriebslos, ohne die Entschlossenheit und Motivation, die wir aus den vorherigen Bänden kennen. Doch dieser Eindruck täuscht. Als es darauf ankommt, sammelt er all seine Kräfte, wächst über sich hinaus und wird erneut zum starken Anführer seines Teams. Mit Bedacht, Kalkül und großer Weisheit versucht er herauszufinden, was mit Sabine geschehen ist. Auch auf diesen Handlungsstrang möchte ich nicht näher eingehen, um potenziellen Leserinnen und Lesern nichts vorwegzunehmen.
Ich kann nur sagen, dass dieser Band hervorragend umgesetzt ist und von mir eine klare Leseempfehlung erhält. Allerdings muss man fairerweise erwähnen, dass das Buch nur dann seine volle Wirkung entfaltet, wenn man die sechs vorherigen Bände gelesen hat. Die Reihe erzählt eine zusammenhängende Geschichte, und insbesondere die Entwicklung der Beziehung zwischen Sneijder und Sabine lässt sich nur dann vollständig nachvollziehen.
Da die ersten sechs Bände ebenfalls auf einem hohen Niveau sind, sehe ich das jedoch nicht als Nachteil, sondern vielmehr als zusätzlichen Anreiz, die gesamte Reihe zu lesen.
Ich bin jetzt sehr gespannt auf den letzten Band und freue mich darauf zu erfahren, wie Andreas Gruber diese außergewöhnliche Reihe zu Ende führt.
- Andreas Gruber
Todesspur
(125)Aktuelle Rezension von: Karandi
Am Ende hatte ich also doch recht behalten und Andreas Gruber greift die Methodik der ersten Bände wieder auf. Das war zwar trotzdem unterhaltsam und deshalb gibt es von mir auch vier Sterne, aber für mich fühlt es sich ein wenig wie ein “Back to Basics” an.
Es werden zwei Handlungsstränge erzählt, die später zusammenlaufen. Eine Protagonistin agiert dabei als Schlüsselfigur und hat etwas sehr Mysteriöses an sich. Sie verfolgt ihre ganz eigenen Interessen, aber man weiß nie so genau, ob sie Freund oder Feind ist – vielleicht sogar eine Terroristin. Das lässt sich lange Zeit nicht eindeutig sagen.
Generell geht es um eine neue RAF-Gruppe, die Terroranschläge plant und verübt. Außerdem lernen wir einen Doktor kennen, der praktisch der Kopf hinter den Psychopathen ist und psychisch labile Menschen dazu bringt, seine Morde für ihn auszuführen. Im Grunde also ein allseits bekanntes Schema.
Dass dies nicht der letzte Band der Reihe sein kann, wird mit dem Ende des Buches ebenfalls deutlich. Wir haben hier nicht das klassische Räuber-und-Gendarm-Prinzip, bei dem am Ende der Bösewicht gefasst wird. Stattdessen endet die Geschichte eher wie ein Cliffhanger und für mich nicht wie ein würdiger Abschluss einer so langen Reihe.
Von daher hat mich die Information, die mir gestern eine Buchfreundin zukommen ließ, auch nicht überrascht: Es wird noch einen weiteren und gleichzeitig letzten Teil geben, der in zwei Bücher aufgeteilt wird. Da ich die Reihe nun bis zum vorerst letzten Band durchgezogen habe, werde ich natürlich auch dort zugreifen, sobald die Bücher erscheinen.
Zu Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder gibt es diesmal gar nicht so viel Neues zu sagen. Sabine ist mittlerweile eine äußerst kompetente Ermittlerin, die sich über die vergangenen Bände hinweg enorm weiterentwickelt hat. Und Maarten ist sich seinem Charakter treu geblieben, was ich bei ihm tatsächlich sehr schätze. Besonders gefällt mir, dass er sich in die Köpfe der Psychopathen hineinversetzen kann. Er versteht Psychologie, weiß, wie Menschen denken, die außerhalb gesellschaftlicher Normen agieren, und kann sein Gegenüber hervorragend lesen. Das macht ihn zu einer unglaublich wichtigen Figur der Reihe und ist letztendlich auch immer der Schlüssel dazu, die Bösewichte zur Strecke zu bringen.
Ich bin mir sicher, dass der letzte Teil ein großes Finale bereithalten wird, und bin tatsächlich sehr gespannt darauf. Natürlich kann ich dieses Buch empfehlen. Wenn man die sieben Bände davor bereits gelesen hat, erübrigt sich diese Empfehlung wahrscheinlich ohnehin, denn dann ist man sowieso längst im Sneijder-Universum angekommen. Mir hat das Buch auf jeden Fall Spaß gemacht und ich freue mich darauf, wenn der letzte Band erscheint.
- Andreas Pflüger
Endgültig - Thriller (Jenny Aaron 1)
(213)Aktuelle Rezension von: San_KellerInsgesamt fand ich die Geschichte um die blinde Polizistin Aaron sehr spannend.
Allerdings musste ich mich erst in die Story einfinden und dranbleiben. Anfangs hatte ich meine Probleme mit dem Schreibstil des Autors. Die kurzen Sätze, die Flut an Infos und Verweise auf Zitate usw. sowie die häufigen Wechsel der Ereignisse, Perspektiven und Zeitpunkte (Vergangenheit oder Gegenwart) haben oft dazu geführt, dass ich nochmal zurückblättern musste um nachzulesen, wie das gemeint war oder ob ich etwas überlesen habe. Was definitiv im Paperback einfacher ist als beim Lesen von einem E-book.
Da ich im Urlaub war bin ich an der Geschichte drangeblieben und konnte es in einem Rutsch durchlesen. Daheim hätte ich es vielleicht abgebrochen, weil viele versteckte Informationen verloren gehen wenn man nicht dranbleibt und es dann schwierig wird die Hintergründe/Zusammenhänge zu verstehen.
Klar ist so ein Buch auch immer ein wenig weg von der Realität - aber hin und wieder hab ich mich schon gefragt, was unter der Hand so alles passiert, von dem der normale Bürger keine Ahnung hat.
Also für den ersten Band gebe ich 3,5 Sterne aufgerundet auf 4 Sterne.
- Axel Petermann
Im Kopf des Bösen - Ken und Barbie
(200)Aktuelle Rezension von: Engelchen07Ich mag True-Crime Geschichten.
Das Buch hat mich aus diesem Grund auch gleich angesprochen. Der Klappentext klang vielversprechend und das Buch hat mich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht.
Die Geschichte beginnt gleich voller Spannung im Rhein werden in Beton eingegossen Leichenteile einer jungen Frau gefunden, ist es die seit einem Tag vermisste junge Frau? Der Rechtsmediziner gibt Entwarnung es ist nicht die vermisste junge Frau. Sophie Kaiser und Leonhard Michels vom BKA Wiesbaden werden informiert und begleiten die Suche nach der Vermissten.
Der Fall war von der ersten bis zur letzten Seite einfach nur spannend und hat mich absolut gefesselt. Sophie, die unter dem Asperger Syndrom leidet ist eine sehr fokussierte und trotzdem sehr sympathisch Ermittlerin, Leonhard Michels macht sie zu einem tollen Ermittlerteam.
Der Schreibstil ist flüssig und man fliegt nur so durch die Seiten.
- Michael Tsokos
Zerbrochen
(150)Aktuelle Rezension von: NicoleK1975Dr. Fred Abel kehrt nach einer längeren Auszeit wieder zurück zur Arbeit. Es liegt ein neuer Fall auf den Tisch: eine Gruppe wohlhabender Senioren ist einem Anschlag zum Opfer gefallen. Eine einfache Aufgabe für den Start.
Ich war sofort wieder begeistert und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die meisten der bekannten Charaktere konnte ich gut leiden. Die Spannung war von Anfang an vorhanden und ich fieberte mit.
Abels Kinder kamen zu Besuch und auf der Arbeit gibt es einen neuen Fall: der Darkroom-Killer hat wieder zugeschlagen. Außerdem hat Abel noch mit den Dämonen seiner Verletzung zu kämpfen. Auch dieses Mal gibt es wieder einen Kollegen, der Bock baut und auf der Pressekonferenz Namen verrät.
Als dann auch noch seine Kinder gekidnappt wurden, stellte sich die Frage: war es der von ihnen beobachtete Drogendeal? Oder der Serientäter, der es auf Abel abgesehen hatte? Oder die Gangster aus Guadeloupe, die die Zwillinge vor ihrer Abreise beobachtet haben? Oder doch der transnistrische Oligarch aus der Vergangenheit?
Die Ermittlerin für die Entführung der Zwillinge machte den Eindruck, dass sie nicht ernsthaft agierte. Sie überging Abels Hinweise und schoss sich auf einen Fall von Menschenhandel an Flüchtlingen ein, die man einfach nicht erwischen kann. Vermutlich sind die Kinder inzwischen außer Landes und als Sexsklaven verkauft oder zwangsverheiratet worden. Egal, ob der Vater ein BKA-Mann und mit diversen dubiosen Machenschaften vertraut ist oder nicht, so wie sie mit Abel umgesprungen ist, gehört sich nicht! Empathielos und besserwisserisch ist sie auf kein vernünftiges Argument eingegangen und ist nur auf ihrem Ansatz herumgeritten.
Was dann noch alles ans Licht kam, war erstaunlich! Ich lag mit meinen Vermutungen nicht immer richtig. Aber ich hatte während dem Lesen die unterschiedlichsten Gefühle: Sorge, Freude, Argwohn, Unglauben, Hoffnung, Wut und Erleichterung.
Ich kann auch diesen 3. Band um Dr. Fred Abel mit gutem Gewissen empfehlen und freue mich schon auf den nächsten Teil! Ich gebe diesem sehr guten Buch gerne sehr gute 4 Sterne.
- Andreas Pflüger
Geblendet - Thriller (Jenny Aaron 3)
(90)Aktuelle Rezension von: San_KellerDer dritte Band der Reihe um die blinde Polizistin Aaron fand ich am schwächsten.
Der Autor bleibt seinem Schreibstil treu, was ich gut fand. Die Story ist an sich auch wieder spannend, weil man sich schon sehr früh überlegt, wer wird wohl am Schluss noch dabei sein und wer nicht.
Den Schluss fand ich dann einfach zu schnell, zu unübersichtlich und auch zu unbefriedigend.
Also 3 Sterne, aber die Reihe hat mir insgesamt sehr gut gefallen.
- Marc Raabe
Die Nacht
(226)Aktuelle Rezension von: Silberhauch04Ich hatte tatsächlich vergessen den dritten Teil zu lesen und dann hielt ich schon Teil 4 in den Händen. Nele war mittlerweile in Elternzeit und hatte so ihre Probleme damit, da sie ihre Arbeit vermisste und ihr Lebensgefährte sie am liebsten nur zu Hause hätte. Art kümmerte sich immer mehr um Milla, deren Mutter Dana vor einiger Zeit verschwunden war und deren Omas Demenz sich immer mehr verschlimmerte. Art gab die Suche nach Dana nicht auf und bat eine mächtige Person um Hilfe. Und dann ging es auch schon Schlag auf Schlag los. Es wurde die Leiche eines Richters auf einem früheren Campingplatz gefunden und dann noch mehrere Skelette. Außerdem wurde auch noch seit 15 Jahren Danas jüngerer Halbbruder Rocco vermisst, was aber in keiner Akte auftaucht. Wie hängt das alles zusammen?
Auch der dritte Teil der Reihe hatte mich wieder überzeugt. Die Kapitel aus der Sicht von Dana und ihrer Vergangenheit waren sehr spannend. Man fieberte die ganze Zeit mit. Jetzt bin ich froh, dass ich sofort mit dem vierten Teil anfangen kann.
Fazit:
Ein starker dritter Teil der Reihe.
- Michael Tsokos
Zerrissen
(191)Aktuelle Rezension von: Phillippe_Quinter„Zerrissen“ ist erneut ein packender Thriller aus der Reihe um Rechtsmediziner Dr. Fred Abel und für mich einer der emotionalsten Bände überhaupt. Schon die Thematik rund um die misshandelte Nichte von Sabine Yao hat mich tief berührt. Verbrechen an Kindern sind immer schwer zu ertragen, und Michael Tsokos versteht es, dieses Thema mit grosser Eindringlichkeit aber auch mit Respekt und Empathie zu schildern.
Sein Schreibstil ist gewohnt präzise und spannend, zugleich aber menschlich und mitreissend. Ich musste beim Lesen immer wieder innehalten und durchatmen so realistisch und beklemmend wirkt die Darstellung. Auch der parallele Handlungsstrang rund um Lars Moewig und die libanesischen Drogen-Clans bringt Tempo und Härte in die Geschichte und sorgt für die typische Tsokos-Mischung aus True Crime und Thriller.
Für mich ein absolut gelungener Band, der lange nachhallt.
Ein kleiner Hinweis: Wer empfindlich auf Gewaltdarstellungen – insbesondere gegenüber Kindern – reagiert, sollte sich auf schwierige Szenen einstellen.5 von 5 Sternen
- Klaus-Peter Wolf
Ostfriesenangst
(172)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerEine Schulklasse hat mit ihrem Lehrer eine Wattwanderung gemacht. Und ist ohne ihn zurückgekommen. Da gibt es zwei Möglichkeiten, denkt sich Ann Kathrin Klaasen. Entweder war er ein verantwortungsloser Mensch, der seine Klasse in große Gefahr gebracht hat, und dabei selbst ums Leben gekommen ist. Oder ein paar teuflische Schüler haben die Situation ausgenutzt, um einen unliebsamen Lehrer loszuwerden… Für Ann Kathrin Klaasen und Frank Weller stellt sich bei ihren Ermittlungen die Frage: Sind die halbtoten Kinder am Strand von Norddeich Täter oder Opfer?
Meinung:
Klaus Peter Wolf ist mit seinen Ostfriesenkrimis schon in aller Munde, kaum einer kennt ihn nicht und seine Bücher/Filme.
Ich liebe seine Bücher einfach. Sie spielen dort, wo ich lebe. Wenn ich denke, das ich auch schon mal auf der Insel war, dort im Watt oder in dem Cafe ten Kate in Norden oder.....dann denke ich oft- hier war der Täter auch, hier wurde die Leiche gefunden usw..
Das macht die Krimis so real und wirklich. Er schafft es einfach, das man sich total hineinversetzten kann. Das auch Personen , Orte, Geschäfte usw.. aus diesen Büchern wirklich gibt, finde ich schon toll. Zuanfang hat es mich etwas gestört, es kam mir eher wie Schleichwerbung vor für Ostfriesland vor. Aber man sieht daran auch, das der Autor diese Region einfach liebt. Und was wäre Cafe ten Kate ohne die Ostfriesenkrimis??
Das hier ist Band sechs. Ich lese sie nicht der Reihe nach, sondern so wie ich lust drauf habe. Den Teil habe ich auch bereits im TV gesehen.
Da jeder Band in sich abgeschlossen ist ( außer die Triologien über Rupert und Dr. Sommerfeldt), verpasst man nicht wirklich etwas. alles wichtige wird erzählt und wer die Bücher kennt, kennt auch die Charakteren schon.
Ich mag Ann Karhrin, Weller und ja- auch nach langem, den Rupert. Obwohl ich den zuanfangs total blöd fand und den Hype um ihn nicht verstehen konnte. Aber langsam erreicht es auch mich.
Er frischt mit seiner Art eben alles auf.
Die Jugendlichen in diesem Teil haben es teilweise auch faustdicke hinter den Ohren, aber war wirklich einer von ihnen der Täter oder sind sie nur in etwas hineingeraten?
Lest selber...
- Arne Jensen
Eine vergessene Schuld
(28)Aktuelle Rezension von: Eva_GDer pensionierte Verfassungsrichter aus Karlsruhe Rudolf Heppner hat in den letzten beiden Jahren viele kontroverse Diskussionen über politische Grundsatzthemen ins Leben gerufen. Denn auf seiner Homepage und in den sozialen Medien ist er ständig präsent und zieht die Aufmerksamkeit des rechten, aber auch des linken Lagers auf sich. Als er als Gast in einer Talkshow eingeladen ist, wird ein Attentat auf ihn verübt. Der verkleidete Mann hat sich unter falschen Tatsachen in das Firmengebäude geschlichen und dann mit einer Waffe auf den ehemaligen Richter gezielt. Dass dieser überlebt hat, war wohl genauso geplant, doch warum hat dieser Anschlag überhaupt stattgefunden? Die Ermittler Harry Glaser und Filippa Andrescu stehen vor einem Rätsel. Denn was ist das Motiv, soll es weitere Anschläge geben und wer war überhaupt der Täter oder die Täterin? Um Rudolf Heppner besser verstehen zu können, wird ihnen eine Kriminalpsychologin zur Seite gestellt, die hinter die Fassade des alten Mannes blicken soll. Aber auch sie kämpft gegen eine innere Schuld gegenüber ihrem jüngeren Bruder, sodass sie lange nicht weiß, ob sie diesen Fall tatsächlich übernehmen und ausführen kann.
Arne Jensen hat in diesem Roman das Thema der Schuld in den Mittelpunkt gestellt. Auf mehreren Zeitebenen dreht sich alles um unterschiedliche Personen und deren Anteil am Zeitgeschehen. So wurde der ehemalige Richter Rudolf Heppner zwar im Heute zum Opfer eines Attentats, hat er aber doch in seiner Vergangenheit durchaus Schuld auf sich geladen, die ihn vielleicht noch bis in die Gegenwart beeinflusst. Neben dem Jahr 2023, in dem die Ermittlungen und der Anschlag stattfinden, gibt es auch noch die Jahre 1944/45, wo ein Halbjude als Marinesoldat in den Niederlanden dient und die Jahre 1969/70, als Rudolf Heppner als 17-jähriger eigene Wege geht und die Vergangenheit des Vaters ihn einholt. Auch der Krieg in Syrien 2001 findet Erwähnung und spielt eine Rolle im Geschehen. Diese vielen Zeitebenen verbinden sich im Verlauf des Romans zu einem Ganzen und sorgen für eine tiefgründige Handlung.
Ich war sehr gespannt auf das Buch und hatte eigentlich keinerlei Erwartungen, denn das Thema der Schuld ist ja ein sehr großes und breites. Allerdings hat der Roman beinahe zwei Drittel gebraucht, um mich endlich zu fesseln und dazu zu bringen, weiterlesen zu wollen. Denn gerade anfangs habe ich mich häufig gefragt, wozu es die beiden Zeitebenen (Gegenwart und 1944) braucht. Das kenne ich aber auch von anderen Romanen und war gespannt, wann die Fäden wohl zusammenlaufen. Leider konnten mich aber zu diesem Zeitpunkt auch die Gegenwart mit den polizeilichen Ermittlungen und der Geschichte rund um Rudolf Heppner nicht packen, denn irgendwie war mir immer zu wenig los und alles hat sich in die Länge gezogen. Die vier Sterne bekommt das Buch letztendlich nur, weil es im letzten Drittel tatsächlich noch spannender wurde und ich den Roman dann auch beenden wollte.
- Andreas Gruber
Todesreigen
(60)Aktuelle Rezension von: ButtaIch liebe diese beiden einfach und auch wenn Sabine und Tina zusammen arbeiten. Es ist durchgehend spannend, tiefgründig. Es ist interessant wie sie diesmal intern ermitteln und einen alten Fall lösen, dabei Korruption aufdecken. Es zeigt sich dass nicht alles schwarz oder weiß ist. Außerdem mag ich den Autor.
- Andreas Pflüger
Niemals − Thriller (Jenny Aaron 2)
(125)Aktuelle Rezension von: San_KellerAuch den zweiten Band der Reihe um die blinde Polizistin Aaron fand ich spannend und gut geschrieben.
Mittlerweile habe ich mich mit dem Schreibstil vom Autor vertraut gemacht. Wie bereits im ersten Band wird man mit einer Flut von Infos, Handlungssträngen, Charaktere und Perspektiven konfrontiert. Da ich an der Geschichte dranbleiben und zeitnah zu Band eins lesen konnte, war es kein Problem. Leider hatte ich es nur auf E-Book, was ein zurückblättern (was ich häufiger machen musste um nachzulesen wie was wo war) schwieriger.
- Andreas Gruber
Todesfrist
(84)Aktuelle Rezension von: mandalottiIch habe zwar schon einige Teile der Reihe gehört, aber erst jetzt Teil 1. Muss sagen, dass es wirklich ein guter Auftakt der Reihe ist. Es war spannend und auch wirklich interessant. Morde, die sich an bestimmten anderen Geschichten orientieren fand ich schon immer spannend und hier wurden sie wirklich gut umgesetzt.
- André Georgi
Die letzte Terroristin
(54)Aktuelle Rezension von: Phil_GWahre Elemente der deutschen Zeitgeschichte werden mit erfundenen Handlungen gemischt. Was im Kampf zwischen dem BKA und der RAF wirklich geschah und was der Fantasie des Autors entsprungen ist, erkennt man nicht.
Die Menschen kommen zu Wort, ihre Gedanken und Ängste. Ohne Einteilung in Gut und Böse sondern als Menschen mit ihren Schwächen und Stärken. So wird die Geschichte greifbar und lässt vergessen, dass sie einen wahren Hintergrund hat, der für Deutschland eine Zeit lang prägend war.
Immer wurde ich mir dessen bewusst und recherchierte im Internet wie es „wirklich“ war, bevor ich weiterlesen konnte. - B. C. Schiller
Immer wenn du tötest (Ein Fall für Targa Hendricks 2)
(88)Aktuelle Rezension von: Ellysetta_RainInhalt (dem Klappentext entnommen):
»Immer wenn du tötest, bin ich bei dir…«
In einem stillgelegten Schlachthaus findet die Berliner Polizei die Leichen von drei jungen Menschen, allesamt blond und blauäugig. Ihre Körper sind bizarr in Szene gesetzt und fast vollständig ausgeblutet. Der Verdacht fällt auf Freya von Rittberg, eine exzentrische Künstlerin, die mit dem Blut ihrer Fans Gemälde malt. Doch jemand aus Regierungskreisen scheint eine schützende Hand über Freya und ihre einflussreiche Familie zu halten.
Das BKA sieht sich gezwungen, seine beste Undercover-Ermittlerin einzusetzen: Targa Hendricks. Die furchtlose Einzelgängerin heuert bei Freya als Bodyguard an. Sie hat nichts zu verlieren, bis Freya ihre einzige Schwäche entdeckt…
Meinung:
Dies ist der zweite Teil der Reihe, mit dem man theoretisch auch starten könnte, da die wichtigsten Infos genannt werden, aber die Einhaltung der Reihenfolge bietet sich doch eher an, vor allem auch im Hinblick auf Targas Familiengeschichte, die stückweise enthüllt wird.
Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Das Buch ist aus der Sicht des allwissenden Erzählers geschrieben. Dadurch erhält man zwar Einblicke bei den verschiedenen Charakteren, aber so ist die Distanz zu Targa, die sowieso schon distanziert ist und autistische Züge aufzuweisen scheint, noch größer. Die Nebencharaktere blieben für mich größtenteils blass, bis auf Targas Adoptivmutter und ihren Vorgesetzten.
Spannung erhält das Buch nicht nur durch Targas Fall, sondern auch durch die Suche nach ihrem unbekannten Vater. Targas Familiengeschichte wird Stück für Stück enthüllt, aber es bleiben noch viele Fragen offen. Sehr schön fand ich die Beziehung von Targa zu ihrem Hund namens Hund (da sich Targa Namen nicht merken kann). Zudem sorgt Targa für einige Lacher, wenn sie Anweisungen oder Sprüche zu wörtlich nimmt.
Einiges ist zwar sehr vorhersehbar, aber es gibt auch so noch ein paar Überraschungen, vor allem das Ende mit dem sehr unerwarteten Cliffhanger, so dass ich sehr neugierig auf die Fortsetzung bin.
Insgesamt hat mir dieser Teil besser gefallen als sein Vorgänger, somit gibt es aufgrund der oben genannten Kritikpunkte 4 von 5 Sternen und ich bin gespannt auf die Fortsetzung(en), vor allem im Hinblick auf Targas Familiengeschichte.
Fazit:
Insgesamt ein sehr guter Krimi/Thriller mit einer ungewöhnlichen Ermittlerin, deren Familiengeschichte Stück für Stück enthüllt wird.
- Chris Meyer
Der Blutkünstler (Tom-Bachmann-Serie 1)
(332)Aktuelle Rezension von: _lxrxnx_Der Blutkünstler” hat mich von Anfang an richtig in die Geschichte gezogen. Durch die verschiedenen Perspektiven hatte ich das Gefühl, den Figuren ständig über die Schulter zu schauen. Erzählt wird nicht nur aus der Sicht von Tom Bachmann, sondern auch aus seiner Vergangenheit, aus der Perspektive des Täters und einer weiteren Figur, auf die ich aus Spoilergründen nicht näher eingehen möchte. Genau diese Mischung hat für mich dafür gesorgt, dass die Geschichte lebendig wirkt und ich mich als Leser mitten im Geschehen gefühlt habe.
Besonders gut gefallen haben mir die kurzen Kapitel. Dadurch entsteht ein hohes Tempo und ständig passiert etwas, das einen dazu bringt, noch “ein Kapitel” weiterlesen zu wollen. Chris Meyers Schreibstil ist angenehm flüssig und gleichzeitig sehr bildhaft. Vor allem die Tatorte und die Verbrechen werden detailliert beschrieben. Wer bei brutalen Thrillern eher empfindlich ist, sollte das im Hinterkopf behalten. Für mich hat es allerdings gut zur düsteren Atmosphäre gepasst und den Fall noch intensiver wirken lassen.
Tom Bachmann fand ich als Hauptfigur sehr interessant. Anfangs wirkt er ziemlich kühl, distanziert und schwer greifbar. Je mehr man jedoch über seine Vergangenheit erfährt, desto besser versteht man seine Art und sein Verhalten. Dadurch gewinnt er im Laufe der Geschichte deutlich an Tiefe. Ich bin zwar noch nicht komplett mit ihm warm geworden, sehe aber großes Potenzial für die kommenden Bände und bin neugierig, wie er und sein Team sich weiterentwickeln werden.
Auch der eigentliche Fall konnte mich überzeugen. Zwischendurch war ich mir zwar einmal ziemlich sicher, den Täter entlarvt zu haben, habe diese Vermutung dann aber wieder verworfen. Umso schöner war es, dass mich die Auflösung am Ende trotzdem noch überraschen konnte. Die Ermittlungen waren spannend aufgebaut und ich wollte die ganze Zeit wissen, wie es weitergeht. Besonders die Kapitel aus Tätersicht fand ich unglaublich fesselnd, weil ich Einblicke in die Gedankenwelt des Mörders in Thrillern immer besonders spannend finde.
Einen kleinen Abzug gibt es dennoch. Ich hätte mir gewünscht, dass das Profiling noch etwas stärker im Mittelpunkt steht. Außerdem wirkte das Ende im Vergleich zum restlichen Buch auf mich etwas zu schnell abgehandelt und hätte für meinen Geschmack noch etwas mehr Tiefe vertragen.
Insgesamt ist “Der Blutkünstler” aber ein wirklich gelungener Auftakt der Reihe. Spannend, atmosphärisch und stellenweise ziemlich verstörend, ohne dabei nur auf blutige Szenen zu setzen. Wer düstere Thriller mit Serienkillern, mehreren Perspektiven und einem Ermittler mit Entwicklungspotenzial mag, sollte sich dieses Buch definitiv anschauen. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterlesen.























