Bücher mit dem Tag "blind"
105 Bücher
- Cassandra Clare
City of Ashes
(4.930)Aktuelle Rezension von: angies_bücherIch bin bei den Büchern ein kleines bisschen hin und her gerissen, weil ich sie einerseits toll und spannend finde, es mir aber teilweise zu dramatisch bzw unglaubwürdig ist. In diesem Band zum Beispiel was am Ende mit Simon Passiert (will hier nichts verraten). Trotzdem bin ich so neugierig, dass ich auch den nächsten Band sicher lesen werde :-)
- Sebastian Fitzek
Der Augensammler
(5.415)Aktuelle Rezension von: EllenKnorrWieder einmal eine komplett durchdachte Sache von Herrn Fitzek. Die Hintergrundgeschichte des Täters, der Plot und die Protagonisten waren super dargestellt und sinnhaft. Den Täter konnte man aber vorher schon erahnen (wenn man zwischen den Zeilen gelesen hat), was dem Leseerlebnis aber keinen Abbruch getan hat.
Ich mochte es besonders, dass sich der Autor so mit dem Thema "Blindheit" auseinandergesetzt hat. Es war interessant einen Einblick in die Welt von Alina zu erhalten. Von mir eine klare Leseempfehlung.
- Sebastian Fitzek
Der Augenjäger
(2.243)Aktuelle Rezension von: MoidlvomberchAls ich schließlich zu „Der Augenjäger“ gegriffen habe, hat mich Sebastian Fitzek wieder völlig kalt erwischt. Während ich anfangs skeptisch war, ob die Geschichte nach dem „Augensammler“ überhaupt noch an Intensität gewinnen kann, wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Besonders die Rückkehr der blinden Ermittlerin Alina Gregoriev hat mich sofort wieder gepackt, da ihre Perspektive den Horror auf eine ganz subtile, fast körperliche Art greifbar macht.
Ich fand es faszinierend und gleichzeitig absolut verstörend, wie das Motiv der Augen diesmal auf die Spitze getrieben wird. Die Vorstellung, dass jemand die Lider seiner Opfer entfernt, damit sie den Horror ununterbrochen mit ansehen müssen, hat mir mehr als nur eine schlaflose Nacht bereitet. Die Handlung ist so rasant konstruiert, dass ich mich ständig dabei ertappt habe, wie ich meine eigenen Theorien über den Täter über den Haufen werfen musste. Für mich war dieses Buch ein absoluter Adrenalinkick, der mir gezeigt hat, dass die dunkelsten Abgründe oft dort lauern, wo man sie am wenigsten vermutet.
- Sebastian Fitzek
Playlist
(815)Aktuelle Rezension von: Kathi2108Ein solider Fitzek , fand ich spannend bis zum Schluss . Die Story war an der einen oder anderen Stelle etwas an den Haaren herbei gezogen , aber im Grunde trotzdem fesselnd . Konnte es kaum weglegen . Die Playlist hab ich mir mal stellenweise angehört , war jetzt aber nicht so mein Geschmack .
Man muss auch nicht zwingend die Vorgänger gelesen haben . - Anthony Doerr
Alles Licht, das wir nicht sehen
(448)Aktuelle Rezension von: AukjeDie erblindete Marie-Laure flieht 1944 von Paris nach Saint-Malo mit ihrem Vater, ein Angestellter des 'Muséum National d'Histoire Naturelle'. Sie fliehen zu ihrem etwas zurückgezogenen und kauzigen Onkel Etienne. Nichts ahnend hat ihr Vater entweder das Original oder eine Fälschung eines wichtigen Diamanten dabei auf dem so etwas wie ein Fluch liegt, der dem Museum gehört und ihm während der Kriegszeiten der 2. Weltkriegs anvertraut wurde. Parallel landet ein Waisenkind aus dem Ruhrgebiet eher aus Zufall bei einer Spezialeinheit der Wehrmacht. Wie sich herausstellt hat Werner Hausner eine Affinität für alles Technische und wird daher von der SS gefördert. Als Marie-Laure's Vater von den deutschen verschleppt wird ist sie nun auf sich allein gestellt und Werner's Auftrag ist es nun den Sender der heimischen 'Résistance' in Saint-Malo zu finden und dabei stößt er auf Marie-Laure.
Ich muss zugeben das ich mich zu Anfang des Buches schwer getan habe in die Geschichte zu finden und die magische Grenze der 100 Seiten beschlossen habe. Aber dann wurde das Buch interessanter und ich war in der Geschichte drin. Es ist unheimlich tragisch und immer nachvollziehbar was die einzelnen Charaktere durchleben und man hofft die ganze Zeit auf eine Art Happy-End für beide. Es ist wirklich schön wie die Charaktere aufeinander stossen. Unheimlich berührend!
- José Saramago
Die Stadt der Blinden
(563)Aktuelle Rezension von: Spoky313Die Stadt der Blinden bietet grundsätzlich ein sehr interessantes und ungewöhnliches Setting. Die Idee eines plötzlichen kollektiven Erblindens und der daraus resultierenden gesellschaftlichen Umbrüche ist auf den ersten Blick sehr spannend und hat ein hohes erzählerisches Potenzial.
Im Verlauf des Buches hat mich jedoch insbesondere der extrem abrupte und drastische gesellschaftliche Wandel irritiert. Dass nahezu alle Menschen plötzlich blind werden und die Gesellschaft so schnell in sich zusammenfällt, wirkte für mich stellenweise schwer nachvollziehbar.
Auch das Verhalten der Frau, die als einzige weiterhin sehen kann, hat bei mir Fragen offen gelassen. Insbesondere war für mich nicht ganz nachvollziehbar, warum sie sich nicht deutlicher sichtbar gemacht oder ihre Fähigkeit konsequenter eingesetzt hat, um die anderen zu unterstützen.
Während des gesamten Lesens habe ich mich zudem immer wieder gefragt, welche Intention der Autor mit dieser Geschichte verfolgt und was genau man als Leser am Ende mitnehmen soll. Diese Frage hat sich für mich bis zum Schluss nicht wirklich zufriedenstellend beantwortet.
Erschwerend kam hinzu, dass der Schreibstil mit sehr langen, verschachtelten Sätzen arbeitet, was den Lesefluss teilweise deutlich verlangsamt hat. Eine klarere Struktur mit kürzeren Sätzen hätte das Verständnis für mich erleichtert.
Das Ende wirkt zudem sehr abrupt und hinterlässt eher ein Gefühl der Unvollständigkeit als eine in sich runde Auflösung.
Insgesamt bleibt für mich eine eher enttäuschende Leseerfahrung, weshalb ich 2 von 5 Sternen vergebe.
- Thomas Harris
Roter Drache
(577)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
Ein Serienkiller verbreitet Angst und Schrecken. Bereits zwei Familien sind im zum Opfer gefallen und das FBI tappt weiterhin im Dunkeln und hat keinerlei Hinweise, die Rückschlüsse auf die Identität des Täters zulassen. Deshalb beschließt das FBI für diesen Fall Will Graham hinzuziehen, denn diesem herausragenden Ermittler ist es einst auch gelungen den berühmten Serienkiller Hannibal Lecter zu stoppen. Das hat ihn damals aber beinahe das Leben gekostet und auch diesmal gerät Will schon bald in Lebensgefahr…
Der Wahnsinn hatte das Haus durch jene Tür auf Schuhen der Größe elf betreten. Während er im Dunkel am Frühstückstisch saß, konnte er diesen Wahnsinn spüren wie ein Bluthund, der an einem Hemd eine Fährte aufnimmt. (S. 19/20)
Meine Meinung:
Ich habe die Hannibal-Lecter-Bücher nicht in der richtigen Reihenfolge gelesen, sondern als erstes „Das Schweigen der Lämmer“ (Band 2) gelesen, weil ich den Film so toll fand. Ehrlich gesagt hatte ich die Befürchtung, dass Band 1 eventuell nicht mit „Das Schweigen der Lämmer“ mithalten kann, aber da lag ich zum Glück falsch. „Roter Drache“ ist so spannend und mitreißend, dass ich es vielleicht sogar noch etwas besser als „Das Schweigen der Lämmer“ gefunden habe. Das Buch zählt auf jeden Fall zu den besten Thrillern, die ich bisher gelesen habe und ich finde es ist zu Unrecht deutlich unbekannter als „Das Schweigen der Lämmer“.
Das Buch hat mich schon mit einer der ersten Szenen in seinen Bann gezogen und von sich überzeugt: Man begleitet den FBI-Agenten Will bei einer nächtlichen Tatortbegehung und das wird außergewöhnlich atmosphärisch und eindrücklich beschrieben. Wie Will in seinen Gedanken den Tathergang und die Gedanken des Täters rekonstruiert wird richtig gelungen beschrieben. Es gibt so einige andere Thriller und Krimis die es nicht schaffen einem die tatsächliche Tat so eindrücklich vor Augen zu führen wie es das hier die bloße Schilderung der Tatortbegehung vermag.
Für viel Spannung und Abwechslung sorgt die Tatsache, dass man die Geschehnisse nicht nur aus Sicht des FBI erlebt, sondern parallel auch immer wieder in die Gedankenwelt des Täters eintaucht und Einblicke in dessen Leben bekommt. Während das FBI noch im Dunkeln tappt weiß man als Leser bereits auf welch unerwartete Art der Täter seine Opfer auswählt und hofft sehnlichst, dass ihm das FBI noch rechtzeitig auf die Spur kommt. Es hat einen besonderen Gruselfaktor, wenn man mitbekommt wie der Täter ein ganz normales und unauffälliges Leben führt und ihn die Leute in seiner Umgebung für einen harmlosen und anständigen Kerl halten. Vor allem um eine sehr sympathische und liebeswerte Person bangt man sehr, denn diese gewinnt den Täter immer mehr lieb und ahnt nicht in welche Gefahr sie sich damit begibt.
Die FBI-Ermittlungen werden richtig toll und packend beschrieben. Es ist interessant und faszinierend zu verfolgen wie gut es Will gelingt sich in die Gefühls- und Gedankenwelt des Täters hineinzuversetzen und wie er auf dieser Grundlage Rückschlüsse auf dessen Persönlichkeit und sein Verhalten zieht. Trotzdem bangt man sehr, ob das reichen wird den Täter zu schnappen, weil dieser nun mal ein intelligenter Psychopath ist, der ohne erkennbares Motiv mordet, weshalb folglich sämtliche Anhaltspunkt fehlen, die dem FBI in „Standard-Mordfällen“ zu Verfügung stehen. Klar ist nur eines: Beim nächsten Vollmond wird der Täter wieder zuschlagen. Ich mochte ich es, dass es sich um einen von den „guten alten Thrillern“ handelt: Die Ermittler müssen noch weitgehend ohne Hightech auskommen, Filme müssen noch in Laboren entwickelt werden und der Täter nutzt Zeitungsannoncen um Botschaften zu platzieren.
Will Graham ist ein toller und interessanter Protagonist, den ich sehr ins Herz geschlossen habe. Wills Intelligenz und seine besondere Fähigkeit sich in den Täter hineinzuversetzen und Rückschlüsse auf seine Gedanken, seine Gefühle und sein Handeln zu ziehen machen ihn zu etwas Besonderem. Will ist aber trotzdem bescheiden geblieben und das macht ihn sehr sympathisch. Es geht Will nicht darum mit Erfolgen anzugeben, sondern er ist einfach ein guter und eher zurückhaltender Kerl, der das Herz am rechten Fleck hat und dem es darum geht sich für das Gute und für Gerechtigkeit einzusetzen. Deshalb habe ich umso mehr Mitgefühl für ihn gehabt als die Geschehnisse außer Kontrolle geraten sind und er selbst ins Visier des Serienmörders geraten ist. Es macht Will nahbar, dass er neben Stärken auch Schwächen hat und dass nicht einfach alles an ihm abprallt. Man erfährt, dass er bei einem früheren Einsatz (= Jagd auf Hannibal Lecter) beinahe gestorben wäre und dass es einige Zeit gedauert hat bis er dieses traumatische Erlebnis verarbeitet hatte. Diese verletzliche Seite lässt ihn menschlich erscheinen und man kann sich gut mit ihm identifizieren. Außerdem zeigt sich gegen Ende des Buches wie einfühlsam Will sein kann. Er spendet nämlich einer sehr niedergeschlagenen Person Trost und diese Szenen war sehr bewegend und schön zu lesen.
Eine weitere große Stärke des Buches ist die vielschichtige Charakterisierung des Täters Francis. Man taucht in die Abgründe seiner Seele ein und erfährt von seinen grausamen Taten und seinen schrecklichen Plänen. Gleichzeitig wird Francis einem aber auch von einer anderen Seite gezeigt, indem man mitbekommt wie er eine Person kennenlernt, die nichts von seiner wahren Natur ahnt und ihm mit außergewöhnlich viel Freundlichkeit und Liebeswürdigkeit begegnet. Das führt dazu, dass Francis sich dieser Person gegenüber von seiner guten Seite zeigt und man als Leser erkennt, dass er nicht einfach nur ein Monster ist. Zudem gibt es ein Kapitel, das einem in die Kindheit von Francis zurückkatapultiert und einem im Schnelldurchlauf einige Schlüsselmomente aus seinem Leben zeigt. Das lässt einem zumindest ein Stück weit verstehen wie aus Francis ein Killer werden konnte. Außerdem verleihen diese Rückblicke der Geschichte mehr Dramatik, denn man kommt nicht umhin sich zu fragen, ob er vielleicht nie zum Mörder geworden wäre, wenn es in seinem Umfeld empathischere Menschen gegeben hätte, die in kritischen Momenten für ihn dagewesen wären.
Die Nebenfiguren werden ebenfalls sehr gelungen charakterisiert – allen voran der ebenso faszinierende und intelligent wie erschreckende Hannibal Lecter, der ein fähiger Psychiater mit langjähriger Berufserfahrung, aber zugleich auch ein Massenmörder ist. Es sorgt für Gänsehautmomente wie Will sich Lecters besonderer Ausstrahlung nicht entziehen kann, wie er sich von Lecter durchschaut fühlt und wie er den Eindruck hat, dass es Lecter gelingt bis in sein Innerstes vorzudringen. Darüber hinaus ist auch der skrupellose und ehrgeizige Skandalreporter Freddy Lounds eine Nebenfigur, die die Handlung bereichert hat.
Insgesamt punktet die Handlung mit einer über das ganze Buch hinweg aufrecht erhaltenen Spannung. Man wird mit Wendungen überrascht, die man so nicht hat kommen sehen. Der Täter ist relativ schwer einzuschätzen und man kann sich nicht sicher sein was er als nächstes tun wird. Das Ende des Buches hält auch nochmal einen Überraschungsmoment bereit. Überhaupt fand ich das Ende sehr gelungen, weil es einen aufregenden und mitreißenden Showdown gibt. Zugleich hat das Ende letztlich aber auch sehr bewegende und nachdenklich stimmende Momente zu bieten.
Ich finde es übrigens ein bisschen schade, dass Will in keinem der anderen drei Bände nochmal in Erscheinung tritt. Ich hätte ihn gerne nochmal „wiedergetroffen“.
Vergleich mit den beiden gleichnamigen Verfilmungen von 1986 bzw. 2002:
Nach dem Lesen des Buches habe ich mir die beiden Verfilmungen angesehen. Schon die Verfilmung von 1986 fand ich gelungen, aber die von 2002 übertrifft diese nochmals erheblich. Beide Verfilmungen halten sich sehr genau an das Buch und schaffen es dieses in absolut gelungener Weise auf die Leinwand zu bringen. Die Verfilmung von 2002 hat mir noch besser gefallen, weil ich die Darstellung von Hannibal Lecter und von Francis Dolarhyde noch beeindruckender, überzeugender und buchgetreuer fand. Zudem wird die Beziehung zwischen Francis und Reba besser verdeutlicht und die Charakterisierung von Francis fällt vielschichtiger und tiefgründiger aus. Gut fand ich auch die Idee, dass beide Verfilmungen den Täter in „Zahnfee“ umgetauft haben, weil ich den im Buch verwendeten Namen nicht gut fand. Zu guter Letzt fand ich es auch schön, dass die beiden Verfilmungen damit enden, dass Will zu Molly und Kevin zurückkehrt. Im Buch zerbricht hingegen die Beziehung zu Molly und Graham ist am Ende alleine und muss ohne familiären Rückhalt mit seinen Erlebnissen fertig werden.
Ein Hinweis für Fans der Krimiserie „The Mentalist“:
„The Mentalist“ ist eine meiner Lieblingsserien und überraschenderweise gibt es ein paar Parallelen zwischen dieser Serie und dem vorliegenden Buch, die bei mir die Frage aufkommen ließen, ob die Serienmacher sich vom Buch haben inspirieren lassen. In beiden Fällen hat der Täter ein Faible für William Blake: Im Buch ist der Täter von Blakes Gemälde „Der große rote Drache und die mit der Sonne bekleidete Frau“ fasziniert, während es dem Täter in der Serie Blakes Gedicht „Der Tiger“ angetan hat. Der Täter im Buch nennt sich „Roter Drache“ und der Täter in der Serie „Red (= Roter) John“. Sowohl in der Serie als auch im Buch ist der Täter darüber erbost wie respektlos in den Medien über ihn gesprochen wird, weshalb er sich durch eine Gewalttat rächt. Zudem macht in beiden Fällen eine blinde Frau unwissentlich die Bekanntschaft des Täters ohne dass ihr klar ist mit was für einer gefährlichen Person sie es in Wahrheit zu tun hat. Außerdem nutzen sowohl Hannibal Lecter als auch Patrick Jane einen Gedächtnispalst um ihre Erinnerungen zu strukturieren.
Fazit:
Dieses Buch ist ein großartiger Thriller, der mich durchweg begeistern konnte, weil er richtig spannend und mitreißend ist. Mit dem FBI-Agenten Will Graham hat man einen tollen Protagonist mit dem man sehr mitfiebert und den man ins Herz schließt. Aber nicht nur Will Graham wird sehr gelungen charakterisiert: Auch der Täter bekommt ein Gesicht indem er sehr vielschichtig charakterisiert wird.
Das Buch hat mir überraschendere Weise vielleicht sogar noch ein bisschen besser gefallen wie das ebenfalls sehr empfehlenswerte „Das Schweigen der Lämmer“.
Inzwischen habe ich alle vier Hannibal-Lecter-Romane gelesen und für mich sind „Roter Drache“ und „Das Schweigen der Lämmer“ eindeutig die Highlights der Reihe. „Hannibal“ und „Hannibal Rising“ fand ich dagegen leider vergleichsweise enttäuschend.
- Ursula Poznanski
Vanitas - Schwarz wie Erde
(500)Aktuelle Rezension von: Olaf_RaackDass Blumen mehr sind als eine Wohltat für die Augen, den Geruchssinn oder in ausgesuchten Fällen auch für den Geschmack, ist hinlänglich bekannt. Blumen besitzen eine Sprache, stehen für Liebe, Trauer oder eben auch für Warnungen ... Da trifft es sich gut, dass die Protagonistin Carolin bei einem Floristen arbeitet – Sie kennt die Bedeutungen, die Botschaften, die Kommunikation durch Kombinationen in den Gebinden. Außerdem bilden sie einen wichtigen Bestandteil ihrer Verbindung zu den Lebenden, denn Carolin ist tot und ihr Name nur ein weiterer Baustein, um sie vor ihrem alten Leben zu schützen.
Doch die Vergangenheit holt einen bekanntlich immer wieder ein. Und sei es nur, für einen Gefallen, einen Job, einen Abstecher in das alte Leben und eine Erinnerung an die eigenen Fähigkeiten. Diese werden zum Einsatz gebracht, eingeschleust in das Umfeld von drei konkurrierenden Baufirmen und seltsam gehäufte Todesfälle auf deren Baustellen. Doch ist das alles? Und wie frei lässt es sich spitzeln, wenn die eigenen Dämonen einen nicht loslassen?
Ich wusste lange nicht recht, wie ich die Geschichte finde, was sie in mir hervorruft. Doch mit jeder Seite wurde ich tiefer hineingezogen und wollte wissen, wie es weitergeht, was sich noch zuträgt. Das Ende hat mich definitiv darin bestätigt, dass mehr in der Story steckt, als Anfangs zu erahnen war. Es fügt sich, selbst wenn nicht alles aufgeklärt wird – aber deshalb ist es auch ein Dreiteiler, oder?
Was bei mir zudem hängen bleibt, ist, dass es kaum Charaktere gab, die mir wirklich sympathisch gewesen wären. Hier treffen viele seltsame Gestalten aufeinander, was dem Buch einen besonderen Touch und Reiz gegeben hat.
Vanitas ist durchaus eine Empfehlung wert! - Shari Shattuck
Tage wie Salz und Zucker
(158)Aktuelle Rezension von: sydneysider47Im Mai 2016 war ich unterwegs nach Zürich mit der Bahn. Um mir die Fahrtzeit angenehm zu gestalten, habe ich folgendes Buch gelesen:
Tage wie Salz und Zucker
Wie mir das Buch gefallen hat, kann man jetzt nachlesen.
Die Freundschaft zweier ungleicher Frauen – oder: die Handlung:
Ellen Homes ist stark übergewichtig und findet sich unattraktiv. Deswegen freut sie sich, einen Job zu haben, bei dem sie nachts arbeiten muss. Sie putzt in einem Supermarkt.
Selten kommt sie unter Menschen. Dafür verschanzt sie sich gerne in ihrer kleinen Wohnung und beobachtet durch ein Fenster, was ihre Nachbarn machen.
Eines Tages verändert sich ihr Leben schlagartig. Sie lernt Temerity kennen, eine junge charismatische Frau, die blind ist. Ein Mann entreißt ihr ihre Handtasche, will fliehen – und Ellen stellt ihm ein Bein, als sie das gesehen hat. Der Mann stürzt, und Temerity bekommt ihre Handtasche wieder. Sie ist interessiert zu wissen, wer den Handtaschenraub verhindert hat. Ellen und Temerity unterhalten sich miteinander und beginnen von da an, sich immer wieder zu treffen.
Von da an versuchen sie, ihre Welt und die Welt ihrer unmittelbaren Umgebung etwas angenehmer zu gestalten. Ellen weiß beispielsweise, dass Nachbarin Cindy ein Kind erwartet, aber nicht für das Kind wird sorgen können. Ein wohlhabendes Anwaltsehepaar ist interessiert daran, das Kind zu adoptieren – möchte aber einen Rückzieher machen, als sie erfahren, dass das Kind einen Vater mit afrikanischem Migrationshintergrund hat. Und hier kommen Ellen und Temerity ins Spiel, die versuchen, Cindy zu helfen, aus ihrer Ausweglosigkeit herauszukommen.
Auch in Ellens Job läuft nicht alles zum Besten. Kollegin Irina kümmert sich um ein Kind, um das sie sich nicht kümmern will – und wird noch zusätzlich vom Chef erpresst. Als Ellen bemerkt, dass der Chef in zwielichtige Geschäfte verwickelt wird, startet sie eine Aktion, um Irina zu helfen…
Fast schon ein modernes Märchen – oder: meine Leseerfahrung:
Das Buch lässt sich leicht lesen, dank der vielen Dialoge und der oft spannenden Handlung. Einen Ich-Erzähler findet man nicht in dem Buch, und alles ist in der Vergangenheit verfasst – so wie viele Leser es gerne haben.
Sympathisch sind auch beide Hauptcharaktere – Ellen und Temerity – und ihr näheres Umfeld. So hat Temerity einen Bruder, namens Justice, und einen Hund, namens Wicht. „Wicht“ – diesen Namen für einen Hund finde ich außergewöhnlich. Genauso wie den Namen „Maus“ für den Kater von Ellen.
Sicherlich läuft vieles in dem Roman zu glatt, zu berechenbar – und ich sagte mir oft beim Lesen, dass manche Ereignisse nicht so laufen können, wie sie im Buch laufen. Wie können beispielsweise wildfremde Menschen andere Menschen in einem Krankenhaus besuchen, ohne dass andere Leute Verdacht schöpfen?
Andererseits sehe ich diesen Roman als modernes Märchen. Die Freundschaft zwischen Ellen und Temerity hat Auswirkungen auf das Leben der beiden. Und zwar im positiven Sinne. Ellen merkt auf einmal, dass üppiges Essen nicht alles ist im Leben, und man auch von Obst und Gemüse satt werden kann. Das hat sie durch Temerity gelernt, die sie zum Essen eingeladen hat. Ellen merkt auch, dass sie sich nicht verstecken muss – es gibt durchaus Menschen, die sie als sympathischen Menschen wahrnehmen, ohne zu sehr auf Äußerlichkeiten zu achten. Sie lernt viel durch die Gespräche mit Temerity, die zwar nicht sehen kann, aber deren andere Sinne so gut ausgeprägt sind, dass sie Menschen sehr gut beurteilen kann.
Mir hat dieses Buch gut gefallen – es ist kurzweilig, hat aber doch auch Tiefgang. Die Idee, wie man das Leben anderer ein bisschen glücklicher machen kann im Rahmen seiner Möglichkeiten, ist zwar schon alt – aber immer noch aktuell. Man sollte sie auf sein ganzes Leben anwenden.
Mein Fazit:
Das Buch „Tage wie Salz und Zucker“ von Shari Shattuck ist ein gut und leicht zu lesender Roman über zwei unterschiedliche Frauen, die versuchen, das Leben einiger Nachbarn im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein bisschen besser und glücklicher zu machen.
An einigen Stellen war mir die Handlung in dem Buch jedoch zu glatt und zu unwahrscheinlich – deswegen ziehe ich auch einen Stern ab.
Ich vergebe dem Buch „Tage wie Salz und Zucker“ vier Sterne und empfehle es weiter.
- Emma Scott
The Light in Us
(544)Aktuelle Rezension von: Pia_blindeBuchwurminVor Absage sagt: ich habe das Buch aus der Sicht einer tatsächlich Blinden gelesen. Denn ich bin fast blind.
Der Schreibstil hat es mir sehr leicht gemacht, nur so durch die Seiten zu fliegen. Die Charaktere sind von Anfang an wirklich interessant und überzeugen mit einem herzlichen, authentischen und entwickelnden Charakter.Stellenweise war es mir jedoch zu kitschig. Und zu harmonisch. Vielleicht wünsche ich mir aber auch nur so viel Mut wie Noah in diesem Buch. Ich kann es wenig beschreiben.
Besonders schade, finde ich, dass das Klischee mit der Sonnenbrille wieder einmal erfüllt wurde. Keine Ahnung, wo das immer herkommt. viele blinde tragen eine Sonnenbrille. Aber aus anderen Gründen. Ich finde darauf hätte man in diesem Buch eingehen können. Aber im Großen und Ganzen ein wirklich schönes Buch und ich bin froh, dass ich es gelesen habe. - Asuka Lionera
Divinitas
(217)Aktuelle Rezension von: Lilli_AInhalt:
Von den Elfen verachtet und den Menschen gefürchtet hat sich die Halbelfe Fye in die Abgeschiedenheit zurückgezogen. Doch sie wird enttarnt und gefangen genommen und an der Schwelle von Leben und Tod gerät sie in eine uralte Fehde. Wer meint es ehrlich mit ihr – der verfluchte Prinz oder der strahlende Ritter?
Miene Meinung:
Ich hatte das Buch jetzt schon eine ganze Weile bei mir im Regal stehen und habe es dann jetzt doch endlich gelesen. Ich schreibe diese Rezension jetzt so mit gemischten Gefühlen, weil mir das Buch an sich wirklich gut gefallen hat, mich aber trotzdem eine ganze Reihe an Dingen gestört hat. Ich versuche meine Kritikpunkte mal zusammenzufassen:
Insgesamt ist für mich zu viel Handlung auf zu wenige Seiten gedrückt. Das hat zwar den Vorteil, dass keine Längen entstehen, das Gegenteil ist der Fall. Mir kommt es beinah so vor, als würde die Geschichte sehr Rasen. Außerdem ist alles ein wenig durchschaubar.
Was mich ebenfalls ziemlich stört ist der Klappentext, auch wenn man den jetzt nicht unbedingt mit in die Bewertung ziehen sollte. Ich erläutere trotzdem kurz, warum er mich so stört: Natürlich soll durch den Klappentext Spannung erzeugt werden, aber es kommt mir nach lesen des Buches so vor, als passt der Text nicht so richtig zum Buch, und als würde zwei Sätze zutreffen, man sich dann aber beim letzten Satz (bzw. rhethorische Frage) gedacht hat: Okay das ist jetzt ein wenig zu kurz, hängen wir noch was dran. Denn beim Lesen des Buches wird genau drei Seiten nachdem man die zweite der genannten Personen kennengelernt hat klar, mit welchem Namen die Frage beantwortet werden kann. Aber wahrscheinlich rege ich mich gerade zu Unrecht darüber auf und alle anderen fanden den Klappentext super. Ich wollte dennoch kurz meine Meinung darüber kundtun, auch wenn ich das nicht mit in meine Bewertung einfließen lasse.
Auch die Charaktere finde ich in den Grundzügen toll, allerdings sind ihre Handlungen meiner Meinung nach sprunghaft und unüberlegt, was mich hin und wieder ziemlich irritiert hat.
Zum Cover noch kurz ein Wort: Das hat mir tatsächlich auch nicht so sehr gefallen. Mir gefällt die Farbzusammenstellung ganz gut, aber die (in Ermangelung eines besseren Wortes nenne ich es jetzt mal) Collage, bestehend aus dem Wolf und Mensch (bzw. Halbelfe) verziert mit etwas Blumenrankenartigem in der Ecke finde ich jetzt nicht überragend, aber naja jedem gefällt ja etwas anderes.
Außerdem bin ich mir, auch nachdem ich dieses Buch und „Falkenmädchen“, was quasi die Vorgeschichte von „Divinitas“ bildet, in welcher Reihenfolge man die beiden Bücher lesen sollte. Ich habe mit Divinitas angefangen, und halte es auch so herum für richtig, zum einen, weil die Bücher auch in dieser Reihenfolge erschienen sind aber auch, weil man in „Falkenmädchen“ meiner Meinung nach bereits zu viel über den Fluch des Prinzen erfährt.
Was ich allerdings ziemlich gut fand ist die Idee hinter dem Buch.
An sich hat mir die Handlung ziemlich gut gefallen, wenn man von dem oben genannten mal absieht. Die Idee des Fluchs und die Unterdrückung der Halbelfen und was eigentlich dahintersteckt fand ich wirklich super, aber ich denke, dass man da mehr hätte draus machen können.
Der Schreibstil war auch sehr gut zu lesen, und die beiden eben genannten Punkte waren so überwiegend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte, weshalb ich „Divinitas“ auch 4 Sterne gebe, trotz aller Kritikpunkte.
- Joe Hill
Blind
(228)Aktuelle Rezension von: NiWaDer Rockstar Judas Coyne kauft für seine bizarre okkulte Sammlung einen Geist im Internet. Doch er rechnet nicht damit, dass er sich tatsächlich eine übersinnliche Gefahr ins Leben holt.
„Blind“ ist ein temporeicher Horror-Roman, der den Puls beschleunigt und das Herz streckenweise fast zum Überschlagen bringt.
Joe Hill hat einen Rockstar als Hauptfigur erdacht, was meiner Meinung nach ein einfallsreicher Zug ist. Obwohl dem Metal-Musiker Jude Starallüren nicht fremd sind, lässt er den Leser an seinen Gedanken teilhaben, die meistens nicht ungewöhnlich sind. Judes Leben wirkt dem Beruf entsprechend überdreht und trotzdem normal. Er sieht auf musikalisch erfolgreiche Jahrzehnte zurück, ärgert sich über Entwicklungen und wundert sich, wo er nach einer traurigen Kindheit im gesetzten Alter von Mitte Fünfzig mittlerweile steht. Privat war er weniger erfolgreich. Denn er sinnt seinen verflossenen Beziehungen nach.
Da ein Rockstar trotz alltäglicher Gedanken prinzipiell aus der Masse sticht, hat er sich eine merkwürdige Sammlung bizarrer Gegenstände angehäuft. Daher ist er augenblicklich begeistert, als ein Geist über’s Internet angeboten wird und dieser findet rasch den Weg zu ihm.
Es folgt eine rasante Handlung, die mir kaum Zeit zum Atmen ließ. Der Horror stellt sich sofort ein. Joe Hill verschwendet keine Zeit, um seinen Figuren Angst zu einzujagen, sie mit der übersinnlichen Gefahr zu konfrontieren und ihnen ordentlich Feuer unterm Hintern zu machen.
Ich bin eher die Horror-Leserin, die gemächlich an den Schrecken herangeführt werden will. Deshalb habe ich mich etwas überrumpelt gefühlt, als es recht bald in eine geisterhafte Richtung ging. Trotzdem zog mich Hill sofort in die Handlung rein und ich fand es schwierig mich zwischenzeitlich von der Geschichte zu lösen, weil es eindeutig ein Pageturner ist. Dennoch gibt es ab und an ruhigere Passagen, um die Ereignisse zu reflektieren und die weitere Vorgehensweise zu verdauen.
Joe Hill beherrscht das Genre meisterlich. Er kreiert eine tiefgründige Horror-Story, die wie ein schräg klingender Metal-Song aus dem Radio dröhnt, und das Blut des Lesers in Wallung bringt. Die Figuren sind exzellent ausgearbeitet. Die Handlung ist irre komponiert und dennoch ergänzen sich die Noten zu einer bedrohlichen Melodie, die einen Ohrwurm hinterlässt.
Bei Horror finde ich es gut, wenn subtiles Grauen im Vordergrund steht, aber es darf ruhig stellenweise blutig sein. Dieses Element hat Hill genau im richtigen Maß angewandt, wobei es durchaus Szenen gibt, die auf beiderlei Arten gebührlich brutal sind. Hill macht vor Tieren keinen Halt und es gibt Momente, die mich tief getroffen haben.
Es gibt meiner Ansicht nach eine Schwachstelle in der Handlung, die mir nicht logisch erschien. Die Motivation hinter dem Geschehen wird ausreichend beschrieben, greift in die Tiefe und ist insgesamt umfassend dargestellt. Trotzdem blieb bei mir am Ende ein winziger Einwand zurück, was dennoch nur ein kleiner Kritikpunkt an einer ansonsten meisterhaften Story ist.
Alles in allem ist „Blind“ von Joe Hill ein rasantes Horror-Werk, das den Leser auf eine höllische Fahrt auf einer beängstigenden Straße führt.
- Andreas Winkelmann
Blinder Instinkt
(356)Aktuelle Rezension von: Svenja_KotzabNach längere Pause hatte ich Mal wieder Lust auf einen Krimi. Passend zum Wetter gibt es für mich nichts gemütlicheres als sich mit einem spannenden Buch auf dem Sofa einzukuscheln und Seite um Seite zu verschlingen.
Vor zehn Jahren verschwindet das blinde Mädchen Sina. Ihr Verschwinden konnte nie aufgeklärt werden. Und nun ist es wieder geschehen. Ein blindes Mädchen wird entführt und die Kommissarin Franziska Gottlob beginnt ihre Ermittlungen.
Der Klapptext des Buches hat mich angesprochen. Spannung und klare Abläufe haben mich gleich begeistert. Leider würde ich die Geschichte aber nur als mittelmäßig bewerten. Alles ist recht einfach gehalten und auch die verschiedenen Erzählstränge haben mich nur mittelmäßig begeistert. Die Geschichte hat sehr viele Klischees die bedient werden und die Handlung ist recht vorhersehbar. Alles in allem ist die Geschichte dennoch recht Spannend und eignet sich gut für nebenher wenn man mal Lust auf was einfaches hat.
- Andreas Pflüger
Endgültig - Thriller (Jenny Aaron 1)
(213)Aktuelle Rezension von: San_KellerInsgesamt fand ich die Geschichte um die blinde Polizistin Aaron sehr spannend.
Allerdings musste ich mich erst in die Story einfinden und dranbleiben. Anfangs hatte ich meine Probleme mit dem Schreibstil des Autors. Die kurzen Sätze, die Flut an Infos und Verweise auf Zitate usw. sowie die häufigen Wechsel der Ereignisse, Perspektiven und Zeitpunkte (Vergangenheit oder Gegenwart) haben oft dazu geführt, dass ich nochmal zurückblättern musste um nachzulesen, wie das gemeint war oder ob ich etwas überlesen habe. Was definitiv im Paperback einfacher ist als beim Lesen von einem E-book.
Da ich im Urlaub war bin ich an der Geschichte drangeblieben und konnte es in einem Rutsch durchlesen. Daheim hätte ich es vielleicht abgebrochen, weil viele versteckte Informationen verloren gehen wenn man nicht dranbleibt und es dann schwierig wird die Hintergründe/Zusammenhänge zu verstehen.
Klar ist so ein Buch auch immer ein wenig weg von der Realität - aber hin und wieder hab ich mich schon gefragt, was unter der Hand so alles passiert, von dem der normale Bürger keine Ahnung hat.
Also für den ersten Band gebe ich 3,5 Sterne aufgerundet auf 4 Sterne.
- Alex Flinn
Beastly
(914)Aktuelle Rezension von: Maza_e_KeqeKyle Kingsbury ist der gutaussehende und an der Highschool überaus beliebte Sohn eines reichen und berühmten Fernsehmoderators. Er bildet sich eine ganze Menge auf seinen Status ein und lässt es alle spüren, die seiner Meinung nach "unter" ihm stehen. Doch er geht einen Schritt zu weit und wird verflucht...
Das Märchen "Die Schöne und das Biest" ist bekannt und wird hier aus der Sicht des "Biests" erzählt, der im gegenwärtigen New York die Liebe seines Lebens finden muss. Dabei hilft ihm leider nicht einmal das Internet.
Kyle findet eine Online-Chatgruppe für verwandelte "Fabelwesen", in der er sich mit anderen "Personen" austauscht. Diese Gespräche bilden kurze Zwischen-Szenen im Buch und lockern die relativ ernste Geschichte gut auf. Obwohl sie nicht immer fröhlich und witzig sind.
Ich habe das Buch innerhalb eines Tages "verschlungen", was wirklich selten vorkommt. Es spricht eindeutig für die Autorin und ihre Version der Geschichte!
- Rolf Börjlind
Die dritte Stimme
(138)Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecherIch habe mir ja wirklich Mühe gegeben und bis zur Hälfte von den über 500 Seiten gelesen, aber ich bin so gar nicht in die Geschichte rein gekommen. Die Charaktere waren nicht wirklich interessant (obwohl sie das bestimmt hätten sein können) und vier verschiedene Erzählstränge waren einfach zu viel, zu durcheinander erzählt. Für mich war das leider gar nichts, da habe ich in letzter Zeit bessere Krimis gelesen.
- Neil Gaiman
American Gods
(107)Aktuelle Rezension von: Henri3tt3In diesem Hörspiel geht es um einen Roadtrip kreuz und quer durch die USA, um alte und neue Götter, um Liebe, Freundschaft und Familie. Die Inszenierung als Hörspiel ist perfekt gelungen. Ich habe die vielen Stunden gebannt gelauscht und dabei im Garten gearbeitet, gestrickt oder Wäsche aufgehängt. Nur bei den letzten Stunden habe ich irgendwie den Faden verloren und die Story nicht mehr verstanden. Wer war jetzt tot und wer nicht bzw. doch nicht tot oder nicht mehr tot?
Insgesamt ist es auch eher eine Männergeschichte, denn obwohl es sehr viele Charaktere gibt, von denen einige sehr wichtig sind, spielen Frauen immer nur mehr oder weniger kleine Nebenrollen. Sie reden auch kaum miteinander. Diese Welt dreht sich nur um die Männer, dementsprechend kreisen auch die Frauen nur um die Männer. Das ist sehr schade, denn hier wurde viel Potential verschenkt. - Irmgard Kramer
Am Ende der Welt traf ich Noah
(127)Aktuelle Rezension von: Maza_e_KeqeMarlene fühlt sich von ihren Eltern eingeengt und bevormundet. Sie „bricht aus“ indem sie einen fremden roten Koffer als ihren eigenen ausgibt und damit eine fremde Identität annimmt. In einer abgelegenen und abgeschotteten Villa trifft sie auf den blinden Noah, dem ihr Alter Ego das Schwimmen beibringen soll. Schon bald bemerkt sie, dass die Nonne, der Jäger und der Koch, die ihre einzigen Mitbewohner auf dem Anwesen sind, ein Geheimnis verbergen…
Ich konnte leider von Anfang an keine Sympathie für die Ich-Erzählerin und Protagonistin aufbringen. Marlenes Bericht liest sich irgendwie langweilig und -atmig. Daher hätte ich das Buch spätestens nach 100 gelesenen Seiten abgebrochen. Doch die Geschichte war spannend und ich wollte unbedingt wissen, was hinter den Verwirrungen und dem seltsamen Verhalten der Personen steckt. Die Handlung wurde zum Ende hin so verworren, dass ich nur noch den Kopf schütteln wollte, bevor sich alles aufklärte.
Insgesamt ist die Geschichte gar nicht schlecht, nur fand ich den Erzählstil schrecklich anstrengend. Und ich ärgerte mich, dass nicht zumindest in den ersten Kapiteln gesagt wird, wie alt Marlene ist. Dass Noah „in ihrem Alter“ und sie „nicht mehr dreizehn“ ist, half dabei so gar nicht. Spoiler: Sie ist 17.
- Arthur Philipp
Die Dunkelmagierin
(59)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDie junge Bauerntochter Feja wurde unter mächtigen Monden geboren, ihre Macht ist groß, doch davon weiß das Mädchen noch nichts. Auf der Suche nach ihrem Vater, gerät sie an die Magier des Grauen Orden, die ihre Macht erkennen und sie sofort aufnehmen. Nichtsahnend, wird Feja zum Spielball der Intrigen. Als ein Unglück sie und ihre Freunde heimsucht, ist nichts mehr wie es einmal war und Feja aus dem Langwald muss schnell lernen, dass aus Freund gern Feind wird. Die Lage spitzt sich immer mehr zu und als sie im Kerker ihres eigenen Ordens landet, muss sie feststellen, dass viel Macht, nicht immer Gutes bedeutet.
Die Aufmachung des Buches ist sehr schön, mit Karten zu den Handlungsorten, ist es dem Leser möglich genau zu verfolgen, wo Feja sich aufhält und was ihr wo widerfährt. Das Cover Design gefällt mir unglaublich gut und nachdem ich das Buch gelesen habe, sehe ich nun, dass es perfekt auf die Geschichte abgestimmt ist.Der Schreibstil war gut, ab und an musste man sich sehr konzentrieren, um die Sätze richtig zu lesen, aber das tat dem Buch keinen Abstrich. Die Erzählweise aus den verschiedenen Perspektiven, war sehr gut, so konnte man mehr über die Motive der einzelnen Charaktere erfahren.Feja hat mir sehr gut gefallen, ihre kluge, liebevolle und gerechte Art war super und ich habe sie sehr liebgewonnen.Einen Kritikpunkt habe ich leider, denn es waren sehr viele Namen und keine die man irgendwo schonmal gehört hätte, weshalb ich öfter nicht mehr wusste, wo ich die Person zuordnen/einordnen sollte.Nichtsdestotrotz war es ab Seite 1 sehr spannend und ich freue mich auf Band 2 "Die Feuerdiebin" - Sophie Jordan
Die wahre Königin
(280)Aktuelle Rezension von: RoksanaNormalerweise lese ich nicht mehr so viel Young Adult Bücher, dieses jedoch hat mir gefallen.
Das lag vor allem am Schreibstil und am Wordbuilding. Die Charaktere sind einem direkt sympathisch erschienen und grandios finde ich die Tatsache, dass man im ersten Kapitel nicht Mal merkt, dass Luna blind ist! Genial geschrieben. Ich werde Band 2 auch lesen.
- Emma Scott
You are my Light
(93)Aktuelle Rezension von: booklover98Diese Kurzgeschichte ist ein Muss für alle Fans des Buchs rund um Noah und Charlotte. Hier erfährt man mehr über Noahs Zeit, als er Charlottes Tournee folgte und versuchte seinen Frieden mit der Blindheit zu machen und endlich nach vorne blickte. Es ist toll nochmal von den Charakteren zu lesen und man bekommt auch einen Vorgeschmack auf ihre gemeinsame Zukunft. Gelungene Story, wenn auch nicht ganz so stark wie die Hauptgeschichte.
- Antje Babendererde
Julischatten
(206)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIn dieser Geschichte begleiten wir Simona, die am liebsten Sim genannt wird, auf dem Weg erwachsener zu werden. Die Umgebung konnte ich mir, dank der schönen Umschreibung sehr gut vorstellen und versuchte mich in das Leben der Lakota hineinzuversetzen. An manchen Stellen schmunzelte ich über die Fauxpas, in welche Sim immer wieder hinein tappte. Denn mir wäre es durch meine westliche Kultur in manchen Dingen wohl ähnlich ergangen, insbesondere in dem jungen Alter. Simona ist erst sechzehn und das merkt man an ihrem Verhalten, sie war sehr eigenwillig und rebellisch. Aber die Geschichte wurde mit der Protagonistin erwachsener und konnte mich zum Ende hin ganz schön in Atem halten. Zwischendurch wird auch aus der Perspektive der beiden Indigenen Jungen, Jimi und Lukas erzählt, aber da möchte ich nichts vorwegnehmen, da diese spannend sowie schockierend für mich war. Aber eines kann ich verraten, es gibt eine etwas komplizierte Liebesgeschichte, welche zum Schluss mein Herz sehr erwärmte. Gerne hätte ich weiter gelesen und erfahren, wie es weiterging.
Das Buch kann ich definitiv empfehlen.
- Eric Lindstrom
Wie ich dich sehe
(90)Aktuelle Rezension von: Kitty_CatinaEigentlich glaube ich ja, dass ich aus dem Alter für Jugendbücher raus bin und dennoch gibt es solche wie dieses hier, welche auch mir noch etwas zu bieten haben, denn auch, wenn es zum Teil um Probleme einer typischen Jugendlichen geht, fand ich die Tatsache, dass diese blind ist, super interessant, zumal man die Welt plötzlich auch nur noch so sieht, wie sie es tut.
Parker ist dabei eine ganz besondere Protagonistin, die eben nicht nur mit den normalen Problemchen konfrontiert wird, denn neben ihrem Augenlicht hat sie nicht nur ihre Mutter verloren, sondern vor kurzem auch noch ihren geliebten Vater. Gleichzeitig muss sie damit klarkommen, dass jetzt ihre Tante mit Mann und Kindern in ihr Elternhaus gezogen ist, um sich ihrer anzunehmen. Und dann ist da auch noch Scott, mit dem sie eigentlich niemals wieder etwas zu tun haben wollte, der aber dennoch Gefühle in ihr hervorruft.
Trotzdem lässt sich Parker nicht aufhalten und macht, was sie will, sich dem Laufteam anschießen zum Beispiel. Sie ist resolut und ehrlich, manchmal auch etwas zu direkt und vielleicht auch verletzend. Sie traut den Menschen nicht mehr und ist deshalb so, wie sie ist, um sich gegen ungewollte Gefühle abzuschotten. Dennoch wird sie mit der Zeit merken, dass sie ein normaler Teenager ist, mit Gefühlen und eigenen Fehlern. Sie wird lernen, sich zu öffnen und ein Stück weit wieder zu vertrauen.
Bei dieser Entwicklung helfen ihr einige der Menschen um sie herum, vor allem ihre beste Freundin Sarah sowie Molly, welche ihr im Unterricht assistiert. Nicht nur die beiden fand ich großartig, sondern alle Charaktere in diesem Buch, weil sie so schön lebendig geschrieben sind und die ganze Geschichte tragen, ohne, dass es einen bösen Gegenpart gibt.
Zudem fand ich den Schreibstil sehr flüssig und richtig leicht und schnell zu lesen. Dennoch muss man sich auch bewusst sein, dass die Geschichte eher ruhig gestaltet ist und ohne große Spannung. Gerade in der Mitte dümpelte sie etwas vor sich hin.
Alles in allem fand ich das Buch aber wirklich toll, vor allem, weil Parker eine so interessante und besondere Protagonistin ist und ihre Sicht beim Lesen wirklich außergewöhnlich.
- Joe Hill
VOLLGAS und andere Erzählungen
(14)Aktuelle Rezension von: eingemerktMit der Kurzgeschichten-Sammlung von Joe Hill (also dem Sohn von Stephen King) darf sich der Leser an insgesamt 13 Kurzgeschichten erfreuen. Zwei davon hat er gemeinsam mit seinem Vater geschrieben („Vollgas“ und „Im hohen Gras“).
Eine Rezension über ein Buch mit Kurzgeschichten ist ein Wagnis, welches ich bisher nicht eingegangen bin. Aufgrund der Kürze der Geschichten, ist es nur eingeschränkt möglich auf die Inhalte einzugehen, ohne dabei zu spoilern.
Ich versuche aber kurz zu jeder Geschichte - spoilerfrei - etwas zu schreiben:
Vollgas: Entstanden in Zusammenarbeit mit seinem Vater. Eine Rockergruppe wird von einem LKW-Fahrer verfolgt. Die Rangordnung in der Gruppe ist darin auch Theme, ebenso die Beziehung von Vater und Sohn, die beide Teil der Gruppe sind. Es ist nicht zu verleugnen, dass die Geschichte dem alten Horrorfilm „Duell“ nachempfunden ist. Das Ende fand ich verwirrend. 3/5
Das Karussell: Das Setting und der Verlauf haben mir sehr gefallen. Die Gruppe geht unbeschwert auf einen Jahrmarkt und dann wird es zur Mitte übernatürlich und actionreich. 4/5
Wolverton Station: Eine Werwolf-Geschichte. Irgendwie wie ein Fiebertraum. 2/5
An den silbernen Wassern des Lake Champlain: Die Geschichte spielt an einem Strand. Zwei Kinder finden dort einen Dinosaurier. Ob das dem Spiel und der Fantasie der Kinder entspringt, ist Thema der Geschichte. Diese Geschichte hat mir sehr gefallen 5/5
Faun: Hier geht es um 4 durch ihren Reichtum versaute Männer, die auf einer Safari die „Big Five“ erschießen möchten. Sie bekommen im Zuge dessen vom Veranstalter die einmalige Möglichkeit durch eine Tür in eine Fantasiewelt einzutauchen, um dort Trophäen anderer Art zu sammeln. Sehr atmosphärisch und spannend. 4/5
Überfällig: Es geht um einen arbeitslosen Mann, der einen Job in einem Büchermobil annimmt und dort Besuch von bereits verstorbenen bekommt, die Bücher zurückgeben oder neue Bücher ausleihen möchten. Die Dialoge sind recht zäh und es gibt mehrere Themen, die alle aber nur oberflächlich behandelt werden. Die Idee hat mir aber gefallen. 3/5
Meine Welt dreht sich nur um Dich: Die Geschichte spielt in der Zukunft. Ein einsames Mädchen hat Geburtstag und findet am Straßenrand einen Roboter, den man nach Münzeinwurf „mieten“ kann. Dieser ist dann eine Stunde für sie da und die Welt dreht sich für den Roboter in dieser Zeit nur um das Mädchen. Die beiden verbringen eine schöne Zeit und dann kommt mit Vollgas das Finale. Stark! 5/5
Daumenabdruck: Hat mir überhaupt nicht gefallen. Eine Irak-Krieg-Veteranin wird nach ihrer Rückkehr von einem Stalker verfolgt. Es gibt Rückblenden in das Kriegsgeschehen. War nicht meins. 2/5
Der Teufel auf der Treppe: Eine der kürzesten Geschichten in dem Buch. Es geht um einen Mann, der auf einem Hügel wohnt und dort nur über eine lange Treppe hoch- und runter kommt. Dort gibt es eine Abzweigung in die Unterwelt. 3/5
Tweets aus dem Zirkus der Toten: Die Geschichte ist in Tweets geschrieben. Die Tweets behandeln einen Zirkusbesuch, der etwas makaber verläuft. Skurril und anders. Gefällt mir! 4/5
Mums: Das war sowas von langweilig. Ich habe es tatsächlich nur überflogen. Es geht um Samen, mit denen man Mütter pflanzen kann. Keine Ahnung, was ich dazu schreiben soll. 1/5
Im hohen Gras: Das war mich die beste Geschichte in dieser Sammlung. Ein Geschwisterpaar will ein Wochenende mit einem Kurztrip zu verbringen. Bei einer Pause hören sie aus einem hochgewachsenen Grasfeld eine Kinderstimme, die nach Hilfe ruft. Mehr möchte ich nicht verraten. Das Setting ist super und hat total Spaß gemacht. 5/5
Wir geben sie frei: Wie Mums hat mir die Geschichte überhaupt nicht gefallen. Die Geschichte spielt in einem Flugzeug, die Erde unter ihnen wird bombardiert (3. Weltkrieg). Die Dialoge im Flugzeug sind belanglos und politisch angehaucht. Ne danke. 1/5
Ich habe für dieses Buch relativ lange gebraucht, habe es immer wieder unterbrochen und auf andere Bücher gewechselt. So Kurzgeschichten sind für mich „Fluch und Segen“ zugleich. Einerseits liebe ich die Abwechslung, andererseits finde ich es auch anstrengend, sich innerhalb eines Buchs immer wieder in eine neue Geschichte reinzudenken und auch die Motivation zu halten weiterzulesen, gerade wenn man die vorherige Kurzgeschichte nicht so gut fand. Aber die paar Juwelen in "Vollgas" reißen es dann doch wieder raus und ich bereue es überhaupt nicht.
Insgesamt gebe ich dem Buch 3,5 von 5 Sternen.























