Bücher mit dem Tag "böhmen"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "böhmen" gekennzeichnet haben.

34 Bücher

  1. Cover des Buches Shadow of Night - Wo die Nacht beginnt (ISBN: 9783764533359)
    Deborah Harkness

    Shadow of Night - Wo die Nacht beginnt

    (532)
    Aktuelle Rezension von: Veezi

    Matthew und Diana fliehen vor Ihren Problemen mit der Kongregation und reisen nach England - aber in einer anderen Zeit. Ich habe diese Zeitreise total gefeiert. Mir hat das Setting von London sehr gut gefallen und die Charakterentwicklung von Matthew und Diana fand ich super. Dass sie auch noch auf einen ganz besonderen Vampir treffen, hat mich zutiefst ins Herz getroffen. Einfach wow 

  2. Cover des Buches Der Trafikant (ISBN: 9783036959092)
    Robert Seethaler

    Der Trafikant

    (522)
    Aktuelle Rezension von: tlow

    Franz Huchel wird von seiner Mutter mit 16 in die große Stadt Wien geschickt. Als Kind vom Land erlebt er ab der ersten Minute immer wieder neues und man begleitet ihn beim Erwachsenwerden. Seine Arbeit in der Trafik ermöglicht ihm den Kontakt zu Sigmund Freud, der ihn vom ersten Moment an fasziniert. Die beiden haben immer wieder Kontakt und Freud wird zum Ratgeber und Freund. Zudem begegnet ihm die erste Liebe. Als sich die politische Situation immer weiter zuspitzt muss Franz immer neue Entscheidungen treffen und es war wirklich eni spannendes Zusammenspiel aus Charakterentwicklung und historischem Hintergrund.

    Ich habe die realistische Darstellung Wiens und der politischen Veränderungen sehr genoßen. Nichts wirkte geschönt oder verkürzt und man kann immer mal wieder weiter recherchieren, wenn die Zeit und die Ereignisse im Roman voran schreiten. Auch das ehrliche Porträt des alten Sigmund Freuds hat mir gut gefallen. Der Charakter wirkt greifbar und passt in seine Zeit, wobei einen manche seiner Weltanschauungen stutzen lassen und zum Nachdenken und Nachrecherchieren anregen. 

    Der Roman lässt sich aber auch ganz ohne weitere Recherche genießen. Franz wird im Laufe des Geschehens immer reifer, seine Erfahrungen verändern ihn und er zweifelt immer wieder, stellt Dinge in Frage und hinterfragt scheinbar gegebenes. Er ist mutig, steht für sich ein, trifft aber auch immer wieder auf Grenzen des Möglichen. Dadurch fühlt er sich nahbar an und man kann viele seiner Entscheidungen besser verstehen und mitfühlen. 

  3. Cover des Buches Tyll (ISBN: 9783499268083)
    Daniel Kehlmann

    Tyll

    (311)
    Aktuelle Rezension von: jasreads

    In mehreren Episoden gibt Kehlmann Einblick in die Grauen aber auch in die Alltäglichkeiten und die Banalitäten des 30jährigen Krieges. Tyll tritt dabei weniger als Hauptcharakter sondern eher als Klammer in Erscheinung, die die Episdoen miteinander verbindet. 

    Dieses Buch liegt schon lange auf meinem Lesestapel und obwohl Kehlmann großartig und auch unterhaltsam schreibt wie immer, habe ich mir schwer getan in das Buch hineinzukommen. Das liegt vorallem daran, dass es keinen klassischen roten Faden gibt sondern immer nur Ausschnitte aus dem Leben verschiedener Figuren erzählt werden. Dadurch lernt man diese nicht wirklich kennen und auch Tyll war nicht so recht für mich zu greifen.

    Dennoch ein interessantes, außergewöhnliches Buch, das Menschlichkeit in vielen Facetten zeigt.

  4. Cover des Buches Das Vermächtnis der Wanderhure (ISBN: 9783426513880)
    Iny Lorentz

    Das Vermächtnis der Wanderhure

    (723)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Maries Zeit als Wanderhure scheint vorbei und mit ihrem Michel hat sie eine kleine Tochter. Sie erwartet bereits ihr zweites Kind und das passt ihrer Erzfeindin Hulda überhaupt nicht. Diese hat schon sechs Töchter und muss nun einen Jungen zur Welt bringen. Marie wird entführt und die Kinder vertauscht und so bleibt Michel zurück und glaubt, dass Marie tot ist. Diese wiederum irrt umher und wird nach Russland verschleppt. Sie trifft auf Feinde und Freunde. Iny Lorentz Reihe über die Wanderhure ist überall beliebt und jeder Band kommt auf die Bestsellerlisten. Ich fand es langweilig, sehr einfach geschrieben und sehr leichte Kost. Wer über die Historie etwas erfahren will sollte Sabine Weigand, Brigitte Riebe, Rebecca Gablé oder Ulrike Schweikert wählen. Wer einen leichten Roman mit leichtem erotischen Touch sucht, soll ruhig die Wanderhure wählen.

  5. Cover des Buches die Kastellanin (ISBN: 9783828996984)
    Iny Lorentz

    die Kastellanin

    (791)
    Aktuelle Rezension von: Michael_Gray

    Marie ist jetzt glücklich mit Michel verheiratet und erwartet ein Kind. Doch dann muss Michel in den Krieg gegen die Hussiten ziehen. Durch seinen Mut wird er zum Ritter geschlagen. Nach einem Gemetzel ist Michel verschollen und wird für tot erklärt. Marie soll nun wieder verheiratet werden und flieht von der Burg. Als es einen neuer Heerzug gegen die Hussiten gibt schließt sich Marie mit dem Marketenderin diesen an. Immer in der Hoffnung das Michel vielleicht noch lebt----  Eine gelungene Fortsetzung der Wanderhure, wieder toll von Anne Moll gelesen

  6. Cover des Buches Europareise (ISBN: 9783958620483)
    Diverse

    Europareise

    (17)
    Aktuelle Rezension von: Edelstella

    Einfach wunderbar diese Europareise bekannter Autoren, erschienen beim Audio-Verlag, hörbar auf 8 CD's, besprochen von bekannten Synchronstimmen.


    Der Hörgenuß dieser Reise ist von ganz besonderer Art:

    Da umgarnt mich Goethe voller Romantik und entführt mich nach Italien, insbesondere nach Rom und Neapel und ich kann es riechen und sehen und fühlen. Barenberg nimmt uns mit und wir nehmen ihm den Goethe ab, er ist es gar. Wunderbar.

    Stefan Zweig hat mich besonders mit der Beschreibung der Großartigkeit von Oxford gefangengenommen und ich möchte einfach da mal hin. Till Hagen hat das gut umgesetzt und mich träumen lassen. Bei Zweig wünsche ich mir immer, auch über so eine wortgewaltige Sprache zu verfügen.


    Und dann eine Reise nach Norwegen auf den Spuren Nansens, besser gesagt auf seinen Schneeschuhen. Welch positive Lebenseinstellung, was für ein Elan und wie großartig die Schneewelt dort beschrieben wird. David Nathan hat hier seine Stimme geliehen. So frisch wie der Schnee selbst.


    Ich fand auch Heines Ausflug nach Polen sehr gut. Das Land aus Sicht des einfachen Bauern und deren Verhältnis zu den Edelleuten und wiederum deren Stellung zu Frankreich und Rußland.

    Sehr wissenswert und wertschätzend. So wie es Heines Art war!


    So kann man immer weiter schwärmen, auch wenn man Dickens durch Frankreich begleitet und sich so manches Schmunzeln nicht verkneifen kann.


    Was haben diese großen Menschen für Strapazen auf sich genommen und trotzdem sind sie an ihnen gewachsen und wir dürfen die jeweiligen Zeiten und Sehenswürdigkeiten durch ihre Augen betrachten und oft geben sie Raum, uns ein eigenes Bild zu machen.

    Ein Kulturgenuß der Lust macht, den nächsten Zug zu nehmen und hinaus in die Welt zu schreiten und der Neugier auf weitere Werke der großen Erzähler/innen macht.

    Selbst der Umkarton der CD's ist sehr elegant gestaltet, zeigt er doch meines Erachtens eine Bühne mit Vorhängen für den nächsten Aufzug! Ich vergebe 5 Sterne und eine klare Empfehlung, wenn man ein besonderes Geschenk für einen verehrten Menschen braucht.



  7. Cover des Buches Nachts unter der steinernen Brücke (ISBN: 9783423140751)
    Leo Perutz

    Nachts unter der steinernen Brücke

    (47)
    Aktuelle Rezension von: claudiaZ

    Der Roman enthält viele Einzelepisoden, die sich letztendlich zu einem Gesamtbild fügen. Zwischendurch kann es etwas schwierig werden, den Überblick zu behalten. Denn die einzelnen Kapitel springen zeitlich hin und her. Trotzdem ist das Buch für mich unbedingt lesenswert.
    Die Haupthandlung spielt in Prag zu Zeiten des Kaisers Rudolf II. und beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Kaiser und den Prager Juden. Zunächst geht es um Geld, das dem Kaiser fehlt, da er einen kostspieligen Lebensstil hat. Es werden zum Beispiel Kunstschätze aus dem europäischen Ausland angeliefert und im Garten der Burg Raubtiere gehalten. Es geht aber auch um eine Liebesgeschichte, die auf magische Weise erblüht und den Kaiser seine Regierungsgeschäfte vergessen lässt. 

  8. Cover des Buches Nora Bendzkos Galgenmärchen / Kindsräuber (ISBN: 9783741897238)
    Nora Bendzko

    Nora Bendzkos Galgenmärchen / Kindsräuber

    (34)
    Aktuelle Rezension von: Ambermoon

    Prag, 1620: Krieg, Hunger und ein Geist mit dem Namen »Rumpelstilzchen« suchen die Stadt heim. Wo immer er erscheint, verschwindet ein Kind.
    Alene, die die Gabe besitzt, die Geister der Toten zu sehen, ist ihm bereits vor einem Jahr begegnet. Nun ist sie selbst schwanger. Gequält von der Angst, ihr Kind verlieren zu können, schlägt sie sich im zerrütteten Prag durch. Aber sie scheint nur ein Spielball höherer Mächte zu sein: Wieso tritt ihr lang verlorener Kindheitsfreund Patrik Emil wieder in ihr Leben? Warum will er sie zum König von Prag bringen? Alene muss nach Antworten suchen … doch ihr bleiben nur drei Tage. Denn Rumpelstilzchen hat ihren Tod prophezeit.
    Eine dunkelfantastische Thriller-Adaption zur Zeit des 30-jährigen Krieges, angelehnt an das bekannte Märchen der Brüder Grimm: »Rumpelstilzchen«...
    (Klappentext) 

    ♜♜♜♜♜

    ">>Dir bleiben drei Tage. Drei Tage, in denen du herausfinden musst, was sich hinter dem Kindsdieb verbirgt. Schaffst du das nicht, wird dein Kind nicht nur gestohlen: Es wird sterben, und du mit ihm...<<"
    (S. 218)

    Prag anno 1620 und der 30-jährige Krieg hat gerade begonnen. In dieser zerrütteten Welt schlägt sich Alene als Spinnerin und Strohbinderin durch, um sich und ihren kranken Vater zu ernähren.
    Alene ist auch im Besitz einer besonderen Gabe - sie kann die Geister von Verstorbenen sehen und so sieht sie auch immer diesen gruselig aussehenden Jungen, der immer ein Liedchen singt. Jedes Mal, wenn er auftaucht, verschwindet in Prag ein Kind. Als ob das nicht alles schon schlimm genug wäre, wird Alene mit ihren sechzehn Jahren auch noch schwanger.
    Armut, Hunger und Sorgen zerren an ihr, als plötzlich ein Freund aus Kindheitstagen wieder in ihr Leben tritt. Dieser eröffnet ihr ein Angebot, welches persönlich vom Königspaar an sie gerichtet ist und alles verändert. Alles, bis auf die Angst vor Rumpelstilzchen, denn dem ist sie nun näher als ihr lieb ist. Doch so leicht lässt sich Alene nicht unterkriegen. Sie will nun endlich wissen, wer oder was hinter diesem Rumpelstilzchen steckt.

    Jeder kennt das Märchen "Rumpelstilzchen" von den Gebrüdern Grimm und auch in diesem Buch gibt es eine schöne Spinnerin, einen König und eben das Rumpelstilzchen. Man erkennt das Märchen auch durchaus wieder und doch hat die Autorin etwas gänzlich Neues erschaffen und das nicht nur die Storyline und die Charakterzüge der Figuren betreffend. 

    "Völlig steif stand sie da, mit aufgerissenen Augen hinter den Gärtner starrend, auf das, was nur sie sehen konnte. Es drang vor Matyas aus der Burgwand: Verdrehte Arme und ein schlanker Körper in einem Kleid, das von durchgestoßenen Knochen zerfetzt war - als würde etwas von innen die Knochen nach außen drücken."
    (S. 156)

    Bei den Galgenmärchen dieser Autorin ist manches nie wie es anfangs erscheint, vor allem was die Figuren betrifft. Bei ihr werden die Märchen und deren Figuren durchgeschüttelt, umgestülpt und neu zusammengesetzt und das auf herrlich düstere und grausame Art und Weise.
    Mit dieser Märchenadaption hat mich Nora Bendzko jedoch völlig aus den Socken gerrissen, so unglaublich düster, spannend und faszinierend zugleich kommt "Kindsräuber" daher.
    Es eröffnet sich hier einem nämlich ein absolut fesselnder Märchen-Thriller mit Gänsehauteffekt. Dies alles eingebettet in eine unglaubliche Atmosphäre, welche das historische Setting ebenso betrifft, wie auch die Grundstimmung. All das umgibt einen, sobald man die erste Seite gelesen hat und endet erst mit der letzten Seite und dem Zuschlagen des Buches.

    "Alene sagte nichts dazu. Stumm sah sie auf den langen Schatten, den der forteilende Prinz warf, sowie ein Stückchen Sonne durch die Sturmwolken bracht; ein Schatten so dunkel wie das Schweigen, das die verschwundenen Kinder umgab."
    (S. 152)

    Der Schreibstil ist flüssig, klar und so manche Settingbeschreibung nahezu lyrisch.
    Die Figuren sind durchwegs authentisch gezeichnet, wobei man bei manchen nicht so wirklich weiß woran man ist und die bis zum Ende undurchsichtig bleiben.
    Die Story selbst ist fesselnd, spannend und, wie schon erwähnt, düster und beklemmend, wobei sich einem manchmal durchaus die Nackenhaare aufstellen. Das Ende hält eine unglaubliche Wendung bezüglich Story und auch der ein oder anderen Figur bereit.

    Fazit:
    Kennt Ihr das Gefühl, wenn das Ende eines Buches naht, Ihr nicht wollt, dass es endet und Ihr deshalb plötzlich langsamer liest, um das Ende hinauszuzögern? Für manche sind das Wohlfühlbücher, für mich war es dieses düstere Galgenmärchen. Die Protagonistin würde noch Stoff für so einige Bücher hergeben, was vor allem an ihrer Gabe liegt.
    Ich war schon von Bendzkos "Bärenbrut" und "Wolfssucht" begeistert, doch mit "Kindsräuber" hat sie einen großen schriftstellerischen Schritt gemacht und das erkennt man auf jeder Seite. Zum Glück habe ich noch ein ungelesenes Galgenmärchen dieser Autorin im Regal stehen, welches ich mir wohl demnächst gönnen werde.

    © Pink Anemone (inkl. Song der Autorin, Leseprobe)

  9. Cover des Buches Eiskalter Hund (ISBN: 9783453438699)
    Oliver Kern

    Eiskalter Hund

    (43)
    Aktuelle Rezension von: Melanie_Ludwig

    Inhalt

    Fellinger ist ein kerniger Typ: Grantelig und geradeaus. So, wie die Leute eben sind. Dort, wo er lebt. In einer Kleinstadt im Bayerischen Wald. Fellinger wollte immer Polizist werden. Hat nicht geklappt. Sein Knie. Und überhaupt. Jetzt ist er Lebensmittelkontrolleur. Eines Tages beschwert sich ein anonymer Anrufer über das chinesische Restaurant im Bezirk. Vor Ort stellt Fellinger fest, dass die schwarze Soße eklig, aber unbedenklich ist. Ganz anders sieht es da im Kühlhaus aus. Dort hängt ein toter Hund am Haken. Heikel wird die Sache, als sich herausstellt, dass die Halterin verschwunden ist. Fellinger fängt an zu ermitteln … und hört nicht mehr auf!


    Fazit

    Leider konnte das Buch mich nicht überzeugen. Fellinger  ist ein möchtegern Ermittler der sich immer wieder in Gefahr begibt. Es war OK doch leider nicht mehr

  10. Cover des Buches Sherlock Holmes und die Dokumente der Miss Adler (ISBN: B01EVKF2YI)
    John Hall

    Sherlock Holmes und die Dokumente der Miss Adler

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Frank1

    Klappentext:

    Sherlock Holmes und Doktor Watson auf Mission, den König von Böhmen zu retten.

    Wie ein Jahr zuvor müssen Holmes und Watson erneut ein kompromittierendes Foto, das Miss Adler (nun Mrs. Norton) und den König von Böhmen zeigt, wiedererlangen.

    Denn das Bild wurde Mrs. Norton von Karl, dem unehelichen Bruder des Königs, und dessen Cousin Gottfried gestohlen, der gleichzeitig der rechtmäßige Thronfolger Böhmens ist.

    Das Bild ist das einzige Beweisstück einer einstigen Liebesbeziehung und bedroht nun aufgrund seiner diskreditierenden Wirkung einen wichtigen Friedensvertrag: Dankt der König nicht ab, gelangt das Foto an die Öffentlichkeit, der Friedensvertrag könnte platzen und das Land könnte in einem Bürgerkrieg versinken.

    Doch sobald Sherlock und Watson in Böhmen ankommen, werden sie in einen Strudel aus Lügen, Intrigen und Komplikationen hineingezogen und Lösung des Problems scheint weit entfernt. Können die beiden den Fall lösen, ehe die Feinde des Königs mit ihren Machenschaften Erfolg haben?


    Rezension:

    Diese Geschichte stellt eine Fortsetzung der Original-Holmes-Story um Irene Adler und den König von Böhmen dar. Diesmal nimmt die ehemalige Miss Adler, mittlerweile verheiratete Mrs Norton selbst Kontakt zu Sherlock Holmes auf, da sie – nunmehr glücklich verheiratet – die Sache endgültig zu den Akten legen und ihren ehemaligen Geliebten vor Schaden bewahren möchte. Da sich das Corpus Delicti allerdings schon in falschen Händen und wahrscheinlich sogar schon in Böhmen befindet, bleibt Holmes und seinem treuen Helfer nichts anderes übrig, als sich schnellstens dorthin zu begeben und den König persönlich zu kontaktieren.

    Der Autor selbst weist im Vorwort korrekterweise darauf hin, dass Böhmen im fraglichen Zeitraum in Wirklichkeit Bestandteil des Habsburgerreiches war und es somit im Gegensatz zur literarischen Vorlage Arthur Conan Doyles keinen König von Böhmen gab. Trotzdem begeht er in seiner Fortsetzung selbst erhebliche geographische Fehler. Beispielsweise fährt der Zug mit Holmes und Watson bei Sonnenuntergang am Rande des Schwarzwaldes entlang, welche noch am selben Tag ihr Abendessen in Wien einnehmen. Das ist selbst mit dem heutigen ICE nicht zu schaffen, viel weniger mit den Zügen in den 1890ern. Und wieso sollten eilige Reisende auf dem Weg von der Kanalküste nach Böhmen überhaupt einen Umweg über Wien machen?

    Dabei trifft John Hall (eventuell ein Pseudonym eines deutschsprachigen Autors, da nirgends ein Übersetzer erwähnt wird) den Stil des Originals recht gut. Holmes und besonders Watson erscheinen stellenweise allerdings etwas out of character. Trotz dieser kleinen Einschränkung liest sich das Buch sehr gut und kann allen Sherlock-Holmes-Fans empfohlen werden. Das Ende des Buches dürfte den Leser jedoch überraschen, zumal es für die Handlung eigentlich unnötig ist.


    Fazit:

    Statt eines gänzlich neuen Abenteuers die Fortsetzung eines bekannten – Freunden des Original-Holmes kann es recht sein.



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  11. Cover des Buches Marlenes Geheimnis (ISBN: 9783453359499)
    Brigitte Riebe

    Marlenes Geheimnis

    (151)
    Aktuelle Rezension von: rapoed

    Die Autorin schafft es mit ihren Büchern immer wieder tiefe Spuren bei mir zu hinterlassen, so auch wieder mit dieser bewegenden Familiengeschichte.
    Als Nane zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva an der Ort ihrer glücklichen Kindheit zurück kommt, ahnt sie nicht, dass sich auch in ihrem zukünftigen Leben etwas gravierend verändern muss. Hier in Rickenbach, am wunderschönen Bodensee hat sie sich immer wohlgefühlt und bedauert zutiefst, dass sie sich die letzten Jahre so wenig um ihre Großmutter gekümmert hat. Von Marlene, der Schwester ihrer Mutter erhält sie einen Brief und Aufzeichnungen ihrer Oma, diese Aufzeichnungen haben es in sich, und haben auch mich emotional aufgewühlt. Nach und nach erfahren wir in Rückblenden, was Eva und Marlene in längst vergangen Zeit, der Zeit des 2. Weltkrieges und der erfolgten Vertreibung aus dem Sudetenland, auf kilometerlangen Flucht alles durchstehen mussten. Das ist so bewegend, berührend, geht tief unter die Haut. Steht die Geschichte doch für unzählig erfahrenes Leid und macht deutlich was es heißt, von heute auf morgen alles zu verlieren, Vertriebene, Flüchtlinge zu sein. Der tägliche Kampf ums nackte Überleben. Hunger, Elend, Erniedrigungen, Ablehnung, schutzlos zu sein. Mit aller Kraft kämpft Eva mit klein Marlene um einen neuen Anfang am Bodensee. Ein Heimatgefühl kann neu entstehen, es ist nicht zwangsläufig da wo man geboren wurde. Integriertät, Anerkennung, berufliche und persönliche Verwirklichung, voneinander lernen und tief empfundene Liebe, helfen sich in einer neuen Umgebung wohl zu fühlen, lassen neue Wurzeln wachsen.
    Brigitte Riebe hat uns mit diesem außerordentlich starken Roman all das näher gebracht. Öffen wir die Augen und unsere Arme auch für all die Menschen, die vor ungewollten Krieg fliehen müssen, zeigen wir Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft. Gemeinsam können wir etwas bewegen. Jeder Mensch hat es verdient glücklich zu sein, ganz gleich wo er eine neue Heimat findet.
    Für mich war diese Geschichte äußerst tiefgreifend, authentisch, gut recherchiert, nachwirkend und sie wird mir im Gedächtnis bleiben.
    Für mich war es ein ausgesprochen bewegendes und tiefgründiges LeseHighlight.

  12. Cover des Buches Die Schattenschrift (ISBN: 9783453317277)
    Dana Carpenter

    Die Schattenschrift

    (29)
    Aktuelle Rezension von: annlu

    *Engel oder Hexe oder einfach nur sonderbar, von adeliger Abstammung oder auch nicht. Gott hatte sie zu einem Soldaten erkoren, trotz allem, was Ottokar gesagt hatte.*


    Böhmen im 13. Jahrhundert: Maus ist im Kloster aufgewachsen. Sie weiß nicht, woher sie stammt – nur, dass sie anders ist. Mit ungewöhnlichen Gaben versehen ist sie sicher, selbst keine Seele zu haben. Als das Schicksal den jungen König Ottokar an ihre Seite bringt, ändert sich Maus Leben grundlegend. Immer wieder muss sie sich die Frage stellen, wer sie eigentlich ist und ob Gutes oder Böses von ihr kommt.



    Die Geschichte beschriebt den Weg der jungen Maus. Nach dem Klappentext hatte ich sie mir ganz anders vorgestellt. Sie kennt zwar ihre Fähigkeiten – seien es die natürlichen, als auch die weniger natürlichen – ist aber vor jugendlichem Zweifel nicht gefeit. Genauso wie ihre Abstammung liegt auch die Herkunft ihrer Gaben im Dunkeln. Die Tatsache, dass die Nonnen sie nicht in der kirchlichen Gemeinschaft aufgenommen habe, genauso wie das Auftauchen böser Schattenwesen gaben manchen Szenen einen Gruselfaktor, der mich Schlimmes für Maus Schicksal befürchten ließ. Auch Maus selbst wird immer wieder von ihren Fähigkeiten überrascht, meist allerdings im negativen Sinn.


    Die Geschichte beginnt im Kloster. Dadurch, dass Maus dort aufgewachsen ist, aber auch dadurch, dass in dieser Zeit alle sehr gottesfürchtig sind, spielt der Glaube eine große Rolle im Buch – auch dann noch, als Maus zusammen mit dem jungen König nach Prag zieht. Die Stimmung des Buches ändert sich immer dann, wenn Ottokar auftaucht. Maus schließt ihn immer mehr ins Herz, sodass ihre Freude, Zeit mit ihm zu verbringen sich in der Erzählung widerspiegelt.


    Ihre Reise bringt Maus nicht nur dem König näher. Sie muss auch mit den Schattengestalten ihrer Vergangenheit kämpfen und sich den Intrigen am Hof stellen. So wechseln sich spannende, düster-geheimnisvolle, aber auch emotionalere Handlungsstränge ab, die die Geschichte zu einer interessanten Mischung machen.


    Fazit: Die Geschichte ist eine Mischung aus historischem Roman und Liebesgeschichte mit einem düster-mysteriösem Fantasyanteil, die mir gut gefallen hat – auch wenn nicht immer alles positiv ausgeht.

  13. Cover des Buches Die Zuckerbaronin: Marthas Geheimnis (ISBN: 9783404189632)
    Martina Sahler

    Die Zuckerbaronin: Marthas Geheimnis

    (39)
    Aktuelle Rezension von: mabuerele

    „...Etwa fünf Meter unter ihnen lag Barbara auf dem Felsen. Ihr Blick war gebrochen, aus der Schädelwunde lief das Blut auf den Stein. Auf der Brust funkelte das Medaillon, dass Korbinian ihr einst geschenkt hatte...“


    Im Prolog ist Korbinian mit seiner Familie auf Schmuggeltour in Böhmen. Bei der Flucht vor dem Gendarmen stirbt seine Frau.

    Das Autorenduo hat einen spannenden historischen Roman geschrieben. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Er gibt die historischen Verhältnisse gut wieder.

    Wir schreiben das Jahr 1908. Seit dem Unfall sind etliche Monate vergangen. Korbinian geht weiter auf Schmuggeltour. Das Saccharin, das sie aus der Schweiz holen, ist begehrt, denn Rübenzucker können sich viele nicht leisten. Ihn begleiten Benno und seine älteste Tochter Martha.

    Sehr detailliert wird beschrieben, wie der Schmuggel funktioniert. Die Schmuggler gelten im Volk als Helden. Manch ein Gendarm guckt weg und bekommt dafür seine Zuckerration für die Familie.

    Eingebunden in die Geschichte ist die Erfindung des Saccharins durch die Chemiker Fahlberg und Remsen.

    Auf dem Erntedankfest tanzt Martha mit Alexander Wallendorf. Seinen Vater gehört die örtliche Zuckerfabrik, in der er Rübenzucker herstellt. Damit sind mindestens zwei Konflikte vorprogrammiert. Benno hatte gehofft, dass Martha seine Frau wird. Außerdem darf Alexander nichts von Schmuggel erfahren. Und dann gibt es noch die Pläne von Alexanders Vater.


    „...Inwieweit diese Pläne Alexanders eigenen Vorstellungen entsprachen, musste sich zeigen...“


    Außerdem muss Alexander sehr schnell feststellen, dass Martha eine junge Frau ist, die sich weder Vorschriften machen lässt, noch bereit ist, sich zu verbiegen. Hier treffen zwei Welten aufeinander. Hinzu kommt, dass sich auch Gwendolyn, Marthas jüngere Schwester, in Alexander verliebt hat. Der Freund der Schwester aber ist für sie tabu. Doch Gwendolyn distanziert sich immer mehr vom Geschäft des Vaters. Sie hat damals den Tod der Mutter hautnah erlebt.

    Wie wird das Leben die Karten mischen? Wie werden die Eltern auf die Wünsche der Kinder reagieren?

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es verfügt über einen hohen Spannungsbogen und gibt die Konflikte realistisch wieder.

  14. Cover des Buches Die Teufelsbibel (ISBN: 9783838703862)
    Richard Dübell

    Die Teufelsbibel

    (109)
    Aktuelle Rezension von: Sommerkindt
    Die Geschichte ist interessant ja aber viel zu langatmig.
    Mal abgesehen davon entführt der Autor den Leser in eine dunkle brutale Welt, in der das Wohlergehen der Menschen auf dem Wohlwollen anderer beruht. Weder die Kirche noch das normale Volk scheint den geringsten Begriff von gut oder böse zu haben bzw. nur in geringen Mase.
    Anfangs ist man von den vielen Protagonisten überfordert. Erst im Laufe der Geschichte klamüsert sich heraus wer wohin gehört.
    Wer historische Romane mag kann ich dieses Buch nur empfehlen alle anderen nur wenn sie grad Langeweile haben und mal in eine andere Zeit eintauchen will.
    Und die Geschichte hat eine wirklich überraschende Wendung.
    Es werden mehrere Handlungsbögen aufgebaut, was auch daran liegt das sich die Geschichte so zieht. Aber wenn man erstmal Blut gleckt hat bleibt man dran. Man braucht einfach nur einen sehr langen Aten.

  15. Cover des Buches Abschied von der Heimat (ISBN: 9783785727577)
    Gabriele Sonnberger

    Abschied von der Heimat

    (29)
    Aktuelle Rezension von: eva_caro_seidel

    Die fünfjährige Erika wird von ihren Eltern zur Tante nach Böhmen geschickt, ein schreckliches Schicksal, zumal die Kleine ihre Mutter sehr vermisst. Dass wir die Gedanken einer Fünfjährigen klar strukturiert präsentiert bekommen, ist nicht ganz überzeugend, die weiteren Ereignisse, die aus Sicht der heranwachsenden Erika gezeigt werden, schon.

    Eine ganz unsympathische Figur ist Coele, der Erikas Leben maßgeblich prägt und später als überzeugter Nazi noch mehr Unheil stiftet als in seiner Jugendzeit.

    Erika gewinnt ihre strenge, unnachgiebige Tante lieb. Nicht nachvollziehbar ist, dass Erika bei einem Treffen mit der Mutter wieder bei der Tante bleiben muss, obwohl die Mutter eigentlich geplant hatte, Erika zur Familie heimkehren zu lassen. Die Mutter, die sich gegenüber der Tante nicht durchsetzen kann, obwohl es um ihr eigenes Kind geht? Schwer zu glauben.

    Ansonsten gewinnt man einen sehr guten Eindruck von Erikas Leben in Hohenfurth, die Geschichte fesselt einen. Erikas mutiger Einsatz für den Widerstand ist bewundernswert und sorgt für Spannung.

    Insgesamt - trotz winziger Schwächen - eine klare Leseempfehlung.

  16. Cover des Buches Die schöne Philippine Welserin (ISBN: 9783839213513)
    Brigitte Riebe

    Die schöne Philippine Welserin

    (60)
    Aktuelle Rezension von: Tine13

    Die Augsburger Patriziertochter Philippine Welser sieht auf ihr ereignisreiches Leben zurück. Die bürgerliche Kaufmannstochter trifft 1556 bei einem Aufenhalt in Böhmen auf den Kaisersohn Erzherzog Ferdinand II. von Habsburg. Die beiden jungen Leute verlieben sich und verbinden sich durch eine heimliche Trauung. Doch schon vor der Hochzeit gibt es einen heimtückischen Giftanschlag auf die Braut. Philippine wird von diesem Erlebnis geprägt und ihre Ängste werden nicht unbegründet sein, wie sie uns in ihrem Tagebuch mitteilt! 

    Die Autorin Brigitte Riebe erweckt in ihrem Buch „Die schöne Philippine Welserin“ eine sehr spannende und interessante Frauengestalt der Spätrenaissance zum Leben. Philippine genannt Pippa, hat geschafft was damals unvorstellbar war, als Bürgerliche hat sie einen hochgestellten Adeligen geheiratet, doch zu ihrem großen Unglück durfte davon niemand wissen! Diese Abmachung trägt einen großen Anteil an ihrem Seelenfrieden und der Konstellation ihres Familienlebens bei. Kurz vor ihrem Ende erzählt uns Pippa ihre ziemlich "Gift-getränkte Lebens- und Liebesgeschichte", teils natürlich auch fiktiv, aber immer spannend. Die Autorin beherrscht es den Leser zu faszinieren, die Zeit und ihre historische Fassade gekonnt darzustellen. Gelungen recherchiert und toll dargeboten ist auch die Heil- und Kräuterkundigkeit in Kombination mit den einzelnen Kapiteln. 

    Mein Fazit: Da ich die Darstellung interessanter historischer Personen sehr liebe, war das genau der richtige Roman für mich:) Gelungene Unterhaltung kombiniert mit Geschichtswissen! Liest sich großartig:)

  17. Cover des Buches Die Bogenschützin (ISBN: 9783442474868)
    Martha Sophie Marcus

    Die Bogenschützin

    (42)
    Aktuelle Rezension von: buchfeemelanie

    Genre: historischer Roman

    Erwartung: Ein spannendes Buch mit toller Atmosphäre erleben

    Meinung:

    Das Cover finde ich gut und passend. Den Schreibstil empfinde ich als gut. 

    Der Einstieg in das Buch ist mir leicht gefallen. Hedwig ist mir sympathisch und ich mag ihren Charakter. Sie ist sich selbst und ihren Prinzipien treu - auch wenn sie das oft genug in Schwierigkeiten bringt. Das war zu dieser Zeit schon eher die Ausnahme. Die Atmosphäre ist gut beschrieben.

    Allerdings konnte mich nur der Anfang begeistern. Später war es mir zu unübersichtlich mit den offenen und verborgenen (politischen) Ansichten und die Personen und ihrer Beziehungen zueinander. Das hat mir etwas die Leselust genommen. 

    Fazit. Daher nur 3 Sterne

  18. Cover des Buches Willa Cather, Meine Antonia. Roman (ISBN: 9783730612781)
    Willa Cather

    Willa Cather, Meine Antonia. Roman

    (11)
    Aktuelle Rezension von: SiCollier

    Der alte Mann lauschte, und sein Lächeln war so voller Traurigkeit, so voller Mitleid mit allem, daß ich es niemals wieder vergaß. (Seite 47)


    Meine Meinung

     

    Es sei zugegeben, daß ich den Namen Willa Cather noch nie gehört hatte, als ich auf dieses Buch gestoßen bin. Mit vielen Lorbeeren versehen hatte ich hohe Erwartungen an das Buch. Nun, ausgelesen, weiß ich nicht so recht, was ich vom Buch halten oder genauer: wie ich es einordnen soll.


    Um eines gleich vorweg zu vermerken: es hat mir durchaus gut gefallen. Auch wenn ich nicht so ganz nachvollziehen kann, weshalb der Roman als „Klassiker“ oder gar „Meisterwerk“ gilt. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase las es sich sehr gut; die Autorin gibt anschauliche Beschreibungen und hat einen flüssigen Erzählstil.


    Meine Irritation hinsichtlich des Buches rührt daher (aber vielleicht interpretiere ich auch falsch), daß ich das Gefühl habe, als ob der Roman aus Sicht einer Städterin mit einer leicht (und manchmal stärker) verklärten Sicht auf das Landleben früherer Zeiten geschrieben ist; die Autorin hat ja ihr Leben lang das Leben in der Großstadt (New York) bevorzugt. Die Härte des Lebens an der Frontier konnte ich beim Lesen des Buches nicht nachvollziehen; auch wenn sie von schweren Zeiten und Problemen schrieb, hatte ich das Gefühl, als ob alles wie von selbst gehen würde. Ohne größere Schwierigkeiten - aber das war damals ganz sicher nicht so. Das gipfelte darin, daß ich während des gesamten „Buches 3“ den Eindruck bzw. das Gefühl hatte, daß das auch in einer Stadt in Deutschland zu der Zeit hätte spielen können, wozu die ausführliche Theaterbeschreibung sicherlich ihren Teil beigetragen hat.


    Das ganze Buch empfand ich von einer melancholischen Grundstimmung getragen. „Erinnerung“ ist das Stichwort, das mir schließlich auf Seite 268 kam, immer wieder Erinnerungen - das ganze Buch ist eigentlich eine einzige Erinnerung an eine längst verflossene Zeit und vor allem Jugend. Daher auch der „helle Schein“, die Verklärtheit, die allenthalben aus der Erzählung hervorlugt. Das Ganze kulminiert als Höhepunkt (des Buches?) für mich in dem Absatz auf S. 296f (Anaconda-Ausgabe): „Ich lag noch eine lange Weile wach, bis der Mond auf seiner Bahn über den Himmel langsam an meinem Fenster vorbeigezogen war. (…)“. Als ob das Buch auf diesen Absatz hin geschrieben worden wäre.


    Ein Gesamturteil fällt mir, auch einige Zeit nach dem Lesen, immer noch schwer. Der Roman hat sich gut und angenehm gelesen und mir durchaus einige schöne Lesestunden bereitet. Und auch, wenn ich gerne Bücher lese, die am Ende gut ausgehen und/oder im Amerika des „Wilden Westens“ spielen, hat mich dieses Buch, obwohl beide Faktoren erfüllt sind, letztlich bis zu einem gewissen Grad unschlüssig zurück gelassen. Ich kann das nicht genau an etwas festmachen; vielleicht habe ich zu viele Bücher über jene Zeit gelesen und zu viele Western gesehen, so daß ich über weite Strecken das Gefühl hatte, hier wurde alles „weichgespült“. Für die Zeit der Frontier zu weich. Vielleicht aber habe ich auch nur eine falsche Vorstellung und alles falsch aufgefaßt. Wer weiß das schon.


    Sollte ich den Roman in einem Wort beschreiben müssen, würde ich allerdings deren drei benötigen: Melancholisch-wehmütige Erinnerung.

     

    Mein Fazit

    Eine melancholisch-wehmütige Erinnerung des Erzählers an seine Jugendzeit. Auch wenn mich das Buch nicht ganz überzeugen konnte, werde ich es vermutlich ein zweites Mal lesen. Was eigentlich dann doch für das Buch spricht.

     

  19. Cover des Buches Auf dem Jakobsweg durch Böhmen, das Österreichische Mühlviertel und Südostbayern nach Innsbruck (ISBN: 9783866863286)
  20. Cover des Buches Gesicht im blinden Spiegel (ISBN: 9783701312795)
    Brita Steinwendtner

    Gesicht im blinden Spiegel

    (2)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint

    Im Sommer 1866 ziehen drei blutjunge Heeresmusiker begeistert in den Krieg. Es ist die Entscheidungsschlacht bei Königgrätz im Deutschen Krieg - die preußische Armee besiegt in der Schlacht, in der über 400.000 Soldaten aufeinander treffen, die Armeen Österreichs und Sachsens. Zwei der jungen Heeresmusiker lassen ebenfalls ihr Leben auf dem Schlachtfeld, der Dritte - Johannes Czermak - wird schwer verwundet und mit schwer entstelltem Gesicht von einem Johanniter gefunden und gerettet.

    In der kleinen Welt Nordböhmens, in Neustadt an der Mettau, kommt der Gymnasiast Czermak langsam wieder zu Kräften. Durch die schlimme Gesichtsverletzung muss er seinen Wunschtraum eines erfolgreichen Trompetenspielers aufgeben und wird Kunstschmied. Durch seine handwerklichen Fähigkeiten, sein kaufmännisches Geschick und eine künstlerische Begabung macht er seinen Weg. In seiner kargen Freizeit wendet er sich dem Cello zu und beweist auch darin großes Können. Czermak lebt in einer Zeit der wachsenden Nationalitätenkonflikte, der bröckelnden Habsburgermonarchie und tiefgreifender gesellschaftlicher und technischer Umwälzungen. Der gezeichnete Kunstschmied lehnt sich nicht gegen sein schweres Schicksal auf, sondern lernt damit zu leben und wird damit durch sein Leben im Verzicht zu einer Person, die seine Würde wahrt und seinen Lebenssinn findet.

    1916 finden wir Johannes "Jan" Czermak in Venedig, wo er seinen Neffen Antonin besucht, der dort als Musiker lebt. Dort, in jener wundervollen Stadt, könnte sich für den Mann sehr spät das Glück des Lebens erfüllen... Doch es tobt wieder ein Krieg...

    Die österreichische Autorin Brita Steinwendtner (* 1942) offeriert mit "Gesicht im blinden Spiegel" einen Historien/Familien/Liebesroman. In ihrer Absage an den Nationalismus und Völkerhass präsentiert sie uns ein "Stück Mensch", "einen Krüppel, eine ungeliebte Spottfigur", die dank lebensbejahender Kraft lernt, mit den Defiziten zu leben und somit zu einer Figur wird, die man einfach lieben MUSS! Die Versuche von Johannes, seinen eigenständigen Weg im Leben sowie Wertschätzung und Liebe zu finden, sind dank einer empathischen und wundervollen poetischen Sprache sehr oft tief berührend dank der Herzlichkeit und einer ausgezeichneten Recherche. 

    Eine uneingeschränkte Leseempfehlung - ein Buch über "neue Lebensentwürfe in der Fremde und vom Heimkommen. Ein Roman über die Liebe und die Wiederkehr des Sommers"!

  21. Cover des Buches Morphium, Mokka, Mördergeschichten (ISBN: 9783839225028)
    Gerhard Loibelsberger

    Morphium, Mokka, Mördergeschichten

    (30)
    Aktuelle Rezension von: MissRose1989

    Das Cover des Buches ist etwas speziell, es gefällt sich nicht jedem, passt sich aber vom Aussehen her sehr gut in die anderen Bände der Nechyba-Saga mit ein. Es ist eben kein klassisches Buchcover. 

    Gerhard Loibelsberger präsentiert in diesem Buch 13 Kriminalkurzgeschichten, die im Alten Wien um 1900 angelegt sind. Die Charaktere sind vor allem sehr gut in die Zeit eingepasst, auch das Wien in der Zeit sind gut widergespiegelt. 

    Jede der 13 Geschichten hat einen anderen Handlungsort und so erleben wir viel von Wien, aber erleben auch immer wieder neue handelnde Charaktere, nur Joseph Maria Nechyba ist immer der Ermittler und bietet damit den Drehpunkt in den Geschichten. Ein weiterer elementarer Punkt in jeder Geschichte ist das Essen, das ist in jeder Geschichte mit eingebaut und teilweise sind es wirklich spannende Gerichte.  

    Die Geschichten setzen sich zusammen aus realen und fiktiven Personen und so werden auch die Geschichten im Zeitraum zwischen 1873 bis 1917 zusammengetragen. 

     Gerhard Loibelsberger hat einen schönen flüssigen Schreibstil, der sich sehr gut lesen lässt, auch fliessen immer wieder typisch wienerische Begriffe in seine Geschichten mit ein. Für alle, die damit nicht so vertraut sind, findet sich am Ende des Buches ein Glossar. 

    Da wir in den 13 Geschichten immer wieder historischen Persönlichkeiten begegnen, ist deren Auflistung zu Beginn des Buches wirklich gut, so kann man nachlesen, wenn einem ein Erzbischof oder ein Name in der Geschichte nichts sagt, kann man da schnell nachschlagen. 


    Fazit:

    Gerhard Loibelsberger hat eine kleine Sammlung von 13 kurzen Kriminalgeschichten geschrieben, die man sehr gut lesen kann und die sich stilistisch sehr gut in die Zeit einpassen und bei der man viel vom Wien um 1900 lernen kann. Der wienerischer Charme kommt auch in der Sprache zu tragen und auch davor muss man sich nicht fürchten, weil das Glossar hinten im Buch ist sehr aufschlussreich. 

  22. Cover des Buches NG Spirallo Prag (ISBN: 9783829732826)
  23. Cover des Buches Gruselkabinett - Folge 79 (ISBN: 9783785748947)
    Theodor Hildebrand

    Gruselkabinett - Folge 79

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Pegasus1989

    Obwohl Vampire eigentlich nicht meine Lieblingsfabelwesen sind, muss ich doch sagen, dass diese Geschichte ganz gut gelungen ist. Spannend gemacht mit viel düsterem Grusel und unheimlicher Atmosphäre. Ist zwar jetzt nicht die beste Folge dieser Serie, jedoch dennoch gut gelungen. Die Handlung ist gut nachvollziehbar und auch das gewisse Etwas in Sachen Sympathie für derartige Gruselgeschichten fehlt hier nicht.

  24. Cover des Buches Die Memoiren des Sherlock Holmes: Der griechische Dolmetscher, Der Flottenvertrag & Das letzte Problem (ISBN: 9783844525816)
    Arthur Conan Doyle

    Die Memoiren des Sherlock Holmes: Der griechische Dolmetscher, Der Flottenvertrag & Das letzte Problem

    (22)
    Aktuelle Rezension von: Elenas-ZeilenZauber
    ‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
    Wow, 21 Stunden Sherlock Holmes, die kann man nicht am Stück hören. Also ich konnte es nicht und haben deshalb 3 Monate dafür gebraucht. Immer mal wieder habe ich 2 bis 3 Stories gehört und dann wieder pausiert. Kalkofe liest hervorragend und bringt vor allem die typisch arrogante Holmes-Art wundervoll rüber.
    Die Stories sind nicht wirklich spannend. Ich war eher neugierig, wie Holmes die Lösung herleitet. Häufig war ich selber auf die Lösung gekommen.
    Daran merkt man auch, dass die Original-Stories von Doyle schon ein paar Tage auf dem Buckel haben. Sie sind nicht so ausgefeilt wie aktuelle Krimi- oder Thriller-Stories, doch auf jeden Fall unterhaltsam.
    Der Schreibstil des Autors ist fließend und man kann sich dem Hörbuch einfach so ergeben. Es ist alles hübsch ohne Kanten, aber das machte es für mich auch auf Dauer langweilig.
    Kalkofe hat auf jeden Fall die 21 Stunden gerettet und ich vergebe knappe 3 Holmes-Sterne

    ‘*‘ Klappentext ‘*‘
    Mehr Sherlock Holmes war noch nie!
    Vom "Skandal in Böhmen" bis zum "Letzten Problem", dem spektakulären Sturz des Meisterdetektivs in den Schweizer Reichenbachfällen: Hier sind alle Sherlock-Holmes-Stories aus Conan Doyles Abenteuern und den Memoiren in einer Edition versammelt. Ungekürzt, in hochgelobten Übersetzungen und vor allem in der kriminalistisch-meisterlichen Interpretation von Oliver Kalkofe.
    Die Edition enthält: "Ein Skandal in Böhmen", "Die Liga der Rotschöpfe", "Eine Frage der Identität", "Das Rätsel von Boscombe Valley", "Die fünf Orangenkerne", "Der Mann mit der entstellten Lippe", "Der blaue Karfunkel", "Das gesprenkelte Band", "Der Daumen des Ingenieurs", "Der adlige Junggeselle", "Die Beryll-Krone", "Die Blutbuchen", "Silberstern", "Das gelbe Gesicht", "Der Angestellte des Börsenmaklers", "Die ‚Gloria Scott‘", "Das Musgrave-Ritual", "Die Junker von Reigate", "Der Verwachsene", "Der niedergelassene Patient", "Der griechische Dolmetscher", "Der Flottenvertrag", "Das letzte Problem".
    Gelesen von Oliver Kalkofe. Zu hören ist außerdem ein zehnminütiges Interview mit Sir Arthur Conan Doyle aus dem Jahr 1928, in dem er von Sherlock Holmes sowie von seiner Begeisterung für den Spiritismus spricht.

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