Bücher mit dem Tag "boheme"

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59 Bücher

  1. Cover des Buches Im Café der verlorenen Jugend (ISBN: 9783423142748)
    Patrick Modiano

    Im Café der verlorenen Jugend

     (136)
    Aktuelle Rezension von: janaobrist

    Zum Inhalt des Buches will ich nicht viel sagen, weil dass ist erstens schwierig zu erklären und ich will euch nicht die Magie dieses Buches wegnehmen. Denn das hatte es wirklich, eine ganz eigene Atmosphäre, man ist wirklich in Paris förmlich eingetaucht und dass war mega schön. Doch es ist schon recht anspruchsvoll zu lesen finde ich. In jedem Kapitel oder Teil erzählt eine neue Person und da muss man erstmal checken wer das nochmal ist. Es war so schwierig weil wirklich 30 Namen oder so vorkamen und habe die wirklich immer ein wenig verwechselt. Aber an sich muss man das Buch glaube ich einfach mal gelesen haben und irgendwie hat es mich schon noch mitgenommen, vorallem der Schluss war echt krass, aber er war auch perfekt er hätte nicht anders sein dürfen.

  2. Cover des Buches Rendezvous im Café de Flore (ISBN: 9783746632711)
    Caroline Bernard

    Rendezvous im Café de Flore

     (77)
    Aktuelle Rezension von: Woerterkatze

    Caroline Bernard führt uns direkt zweimal nach Paris. Beim ersten Mal entdecken wir Paris mit Vianne, einem fünfzehnjährigen Mädchen, das am liebsten Botanikerin im Jardin de Plants in Paris würde, aber leider bei streng konservativen Eltern zur Zeit der Belle Epoque aufwächst. Zusammen mit Marléne entdecken wir Paris in der heutigen Zeit, sie ist mit Jean-Louis verheiratet und feiert in Paris den zehnten Hochzeitstag, einer nicht glücklichen Ehe.

    Im Wechsel zwischen Vianne und Marléne lernen wir Paris kennen und Caroline Bernard gelingt es das Flair von Paris mit ihrem Schreibstil einzufangen. Das Flair der Belle Epoque und auch das Flair des heutigen Paris.

    Lernen wir mit Vianne zunächst das Paris der ausgehenden zwanziger Jahre kennen und ihre Entbehrungsreiche Zeit nach ihrem Weggehen von der heimatlichen Provinz im Süden Frankreichs. Vianne findet in Clothilde schnell eine Freundin und gemeinsam arbeiten sie als Wäscherinnen in Paris. Eine harte Arbeit, die ihr aber ihre Existenz in Paris sichert. Auf ihren Streifzügen begleiten wir sie durch Paris entlang der Seine, dem Montmatre, der Sacre Coeur und natürlich in den Jardin des Plantes. Der Ort an dem Vianne am liebsten arbeiten würde.
    Beim Fest der Wäscherinnen lernt sie den jungen englischen Maler David Scott kennen und lieben. Er ist aus gutem Haus, einziger Sohn eines Fabrikbesitzers und versucht sich im Paris der 20er Jahre als Maler. Neben Größen wie Picasso, Matisse und Chagall hat er es schwer. Wie Künstler so sind ist er auch exzentrisch, das tut allerdings Viannes Liebe keinen Abbruch und manchmal habe ich mir so gedacht, dass sie ihn ändern will, was ihr allerdings nicht gelingt.
    Durch David Scott lernt sie auch den künftigen Direktor des Jardin de Plantes kennen und vielleicht erfüllt sich ja ihr Lebenstraum von der Arbeit als Botanikerin.

    Ein anderes Bild von Paris begegnen wir zusammen mit Marléne, die in einer unglücklichen Ehe mit Jean-Louis gefangen ist, und ihren zehnten Hochzeitstag in Paris verbringt. Sie hat dort schon an der Sorbonne studiert, aber ihr Studium nicht beendet, da ihre Mutter krank wurde. Wieder zu Hause in Südfrankreich lernt sie nach einer unglücklichen Liebe Jean-Louis kennen und bleibt schließlich dort. Gefangen in einem Beruf, den sie nicht liebt, in einer Ehe, in denen sich beide nichts mehr zu sagen, denn zu unterschiedlich sind ihre Wesen und mit sich hadernd über ihr Leben und den verpassten Chancen reisen sie nach Paris in die Stadt der Liebe. Was ein Neuanfang für ihre Ehe werden soll, endet in einem Desaster. Zumindest was die Ehe betrifft, aber nicht was Marlénes Leben angeht.
    Nach einem heftigen Streit am Hochzeitstag gehen sie just an dem Tag getrennte Wege, während Jean-Louis mit einer sehr guten Bekannten auf der Oldtimerautomesse weilt, geht Marléne ins Museum d’Orsay. Dort entdeckt sie sich auf einem Gemälde wieder. Sprachlos und überrascht betrachtet sie es und kommt zu der Erkenntnis, dass es eine Verwandte von ihr sein muss. Aber wer? Denn eine weibliche Verwandte von ihr hat nie in Paris gelebt? Oder gibt es in ihrer Familie ein Geheimnis? Zusammen mit dem Auktionator Etienne, der sie auf die gemeinsame Unverwechselbarkeit zwischen der Frau auf dem Gemälde und ihr anspricht, macht sie sich auf die Suche nach der unbekannten Frau.

    Caroline Bernards “Rendezvous im Café de Flore” lebt von der Lebendigkeit der Charaktere und dem Flair von Paris. Sie hat es ohne weiteres geschafft mich sowohl ins Paris der Belle Epoque mit seinen Künstlern in Montmartre und Montparnasse zu entführen als auch in das Paris der Jetztzeit. Ich habe das Gefühl an der Seine entlang zu spazieren, mit Marléne und Etienne auf den Spuren ihrer Ahnin zu wandeln, in einer Boulangerie ein Baguette zu kaufen oder auf den Blumenmärkten um die Sacre Coeur den Duft der Vielzahl von Blumen zu riechen. Ebenso bildhaft kann ich mir den Jardin des Plantes und das Café de Flore vorstellen. Caroline Bernard beschreibt Paris so bildhaft als wäre ich da und ich habe immer wieder das Gefühl auf der Pontes des Arts zu stehen und die Liebesschlösser an dem Geländer zu betrachten oder mit Vianne und David in den Bars von Paris unterwegs zu sein.

    Neben dem ganzen Flair besticht der teilhistorische Roman auch durch seien Charaktere. Vor allem Vianne und Marléne waren mir von der ersten Zeile an sympathisch. Zwei tolle Frauen.
    Vianne ist mutig und neugierig. Sie sieht es nicht ein, dass Leben ihrer Mutter führen zu sollen, nur weil sie ein Mädchen ist. Sie will in die Welt hinaus und wagt schon im Teenageralter den Absprung nach Paris. So kämpferisch wie sie ist, hat sie aber auch die Fähigkeit sich auf andere einzulassen. Zu Beginn ihrer Beziehung zu David ist sie noch verunsichert und zurückhaltend, das ich auf ihr jugendliches Alter schiebe. So tough wie sie ist, nimmt sie sich im Hinblick auf David sehr zurück und stellt ihre Interessen hintenan. Womit sie auch oft hadert.
    David ist exzentrisch und eigenbrötlerisch. Seine Malerei steht für ihn an erster Stelle und danach kommt lange Zeit nichts. Erst dann Vianne, dennoch ist er in der Lage zu lieben, was manchmal etwas eigenartig und befremdlich rüber kommt. Vor allen dann, wenn er erst Vianne wegstößt und danach ängstlich kauernd vor ihr sitzt, aus Angst das sie ihn verlassen könnte.

    Marléne ist ein bisschen wie Vianne, aber im Gegensatz zu ihr lebt sie ihre Träume und Sehnsüchte nicht. Harmonie geht ihr über alles und vor allen vor ihren eigenen Wünschen. So lässt sie sich viel von ihrem Mann Jean-Louis gefallen, der sie lieblos behandelt und erst in Paris und durch das Gemälde findet sie den Mut ihre Wünsche zu realisieren.
    Jean-Louis, oh ja Jean-Louis, selten war mir ein Charakter so zu Wider, wie dieser. Ein Ekelpaket höchster Güte. Marléne ist seine Frau und hat sich so zu benehmen, wie es für ihn angenehm ist. Was er sagt und tut ist Gesetz. Er verhält sich lieblos ihr gegenüber, macht ihr Paris mies, verunglimpft sie am Telefon und benimmt sich egal in welcher Situation wie ein Kotzbrocken. Bis zum Ende habe ich keine einzige gute Seite an ihm gefunden.
    Ganz der Gegenpart dazu ist Etienne. Er ist ein weltoffener, romantischer und vielseitig interessierter Mann. Mit ihm kann Marléne reden und er tut ihr gut.

    Der Großteil von  “Rendezvous im Café de Flore” erzählt von den beiden Liebesgeschichten, die mehr als nur den Rahmen des Buches ausmachen. Ein kleiner Teil erzählt aber auch von Frankreich im Zweiten Weltkrieg  von der Résistance. Auch der historische Teil ist sehr gut dargestellt und oft lief mir ein Schauder über den Rücken.

    Fazit

    “Rendezvous im Café de Flore” ist ein wundervoller kurzweiliger Roman über Paris. Mit jeder Zeile habe ich gemerkt wie sehr Caroline Bernard die Stadt verehrt und ihr Roman ist eine Hommage an diese wundervolle Stadt. Eingebettet in einem historischen Hintergrund hat sie die Lebensgeschichte von zwei Frauen, die sich nie begegnet sind, aber so unheimlich viel gemeinsam haben. Ein wundervoller Roman über Paris, die Liebe und die Selbstbestimmung. Absolut lesenswert!

  3. Cover des Buches Die Tänzerin von Paris (ISBN: 9783746633169)
    Annabel Abbs

    Die Tänzerin von Paris

     (68)
    Aktuelle Rezension von: BookloveArya

    Inhalt: Lucia Joyce ist eine junge aufstrebende Tänzerin im Paris von 1928. Ihr Vater, der begnadete Schriftsteller James Joyce, bemüht sie als seine Muse und nimmt sie vollkommen in Beschlag. Ihrer Mutter, sehr konservativ, ist ihr Tanz ein Dorn im Auge. Lucia sieht sich immer wieder gezwungen, zu versuchen, gegen ihre Eltern aufzubegehren, was ihr nicht immer gelingt. 

    Cover: Das Cover ist dem Inhalt entsprechend, eher historisch angehaucht und zurückhaltend gestaltet. Aber trotzdem ansprechend, wenn einem biografische Romane gefallen. 

    Protagonisten: Lucia ist der Dreh und Angelpunkt des Buches, da es auch um ihr Leben geht. Zu Beginn ist es etwas verwirrend in ihre Gedanken einzutauchen, da nicht alles klar wird, wie sie es meint. Im Laufe des Buches versucht sie immer wieder, sich zu entwickeln, wird aber immer wieder von ihrer Mutter oder ihrem Bruder Giorgio zurück in alte Muster geworfen. Sie kann sich nie so richtig aus den Fängen ihrer Familie herauskämpfen, was schwierig zu bewerten ist, da es zu der Zeit meistens wirklich so gewesen ist. Daher liegt es mir in dieser Rezension tatsächlich fern, Lucia an sich zu bewerten, sondern nur ihre Eigenarten hervorzuheben. 

    Als zweiten Hauptprotagonisten könnte man wohl ihren Vater nehmen, da auch er eine zentrale Rolle in ihrem Leben spielt, auf ihn will ich aber nicht weiter eingehen, da seine Welt noch schwieriger zu verstehen war, zu Anfang jedenfalls bis man sich in das Buch eingelesen hat.

    Handlung: Lucias Tanzausbildung und ihr Freiheitsdrang wird sehr gut dargestellt. Die Handlung folgt einem logischen roten Faden. Auch wenn die Zeitsprünge hin und wieder etwas irritierend waren auf den ersten Seiten. Glücklicherweise steht über jedem Abschnitt wann und wo der Leser sich befindet. Die Handlung ist ebenfalls sehr gut recherchiert, es ist zwar ein fiktionaler Roman, aber die Autorin hat auch biografische Aspekte eingebaut und zuvor eindeutig ihre Hausaufgaben gemacht, was das Buch zu einem angenehmen Leseerlebnis gemacht hat.

    Schreibstil: Die Autorin schreibt durchaus etwas anspruchsvoller zwischendurch, hat aber einen angenehmen Schreibfluss, was das Lesen sehr leicht macht. Ich kam sehr flüssig durch das Buch und finde den Stil der Autorin sehr gekonnt.

    Fazit: Einen biografischen Roman zu bewerten, ist schwieriger als eine ganz erfundene Geschichte, aber alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich kam sehr schnell durch die Seiten, nachdem ich ersteinmal drin war. Ich empfehle es auf jeden Fall jedem, der in Richtung Tanz und Geschichte interessiert ist oder auch einfach nur eine wunderbare Geschichte für zwischendurch sucht.

  4. Cover des Buches Die Muse von Wien (ISBN: 9783746633923)
    Caroline Bernard

    Die Muse von Wien

     (63)
    Aktuelle Rezension von: Lesefee2305

    „Ich will etwas werden im Leben, etwas Großes und dazu gehört ein großer Mann.“

     

    „Die Muse von Wien“ ist ein historischer Roman von Caroline Bernard. Er erschien im Mai 2018 im Aufbau Verlag und gehört zu der Buchreihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“.

    Alma Schindler – verliebt in Gustav Klimt, schließlich verheiratet mit Gustav Mahler. Eine junge Künstlerin mit viel Talent und Sinnlichkeit, die sich für die Liebe und gegen ihre Leidenschaft entscheidet…

     

    Alma ist eine interessante und kluge Frau. Gerade in jungen Jahren ist sie ein wenig flatterhaft, hat dabei aber einen starken eigenen Willen. Sie wirkt verzogen und egoistisch, aber irgendwie auch sympathisch und schutzbedürftig. Zudem sprüht sie vor Lebensfreude und Energie, ist nicht auf den Mund gefallen und kämpft für ihre Liebe.

    Als sie schließlich Gustav Mahler kennenlernt, ist ihr Herz schnell an den deutlich älteren Mann verschenkt und verloren. Entgegen den Willen ihrer Eltern heiratet sie ihn schließlich und akzeptiert damit seine Forderung: Ihre eigene Kunst darf neben seiner nicht existieren. Sie muss für ihn und seine Kunst da sein, ihre eigene hat in diese Ehe keinen Platz. Obwohl Alma bisher nur wenig Rücksicht auf die Gefühle anderer genommen hat, kann sie diese Forderung verstehen und akzeptieren. Ihre Liebe ist so groß, dass sie ihr eigenes Talent aufgibt und fortan für Mahler lebt: „Die Liebe, neben der ihre Musik verblasste.“. Dabei hat sie sich eigentlich so viel mehr gewünscht. Sie wünschte sich, selbst eine große Komponistin zu werden, zweifelt dabei aber auch immer wieder an ihrer Rolle als Frau. Sie hält Frauen für zu gefühlsbetont, als dass sie wirklich Genies sein könnten. Eine Ansicht, die vermutlich zu dieser Zeit (Ende 19. / Anfang 20. Jahrhundert) viele vertraten…

    Caroline Bernard beschreibt in ihrem biografischen Roman Almas Leben an der Seite von Gustav Mahler. Es wird deutlich, wie groß Almas Gefühle für ihren Mann waren, wie sehr sie ihn geliebt hat, aber auch, wie sehr sie unter ihm gelitten hat. Dennoch gibt sie ihn nie auf und kämpft für die Beziehung. Auf eine Art hat sie mich absolut begeistert und fasziniert. Ihre Kraft, ihre Liebe, ihre Fähigkeit die eigenen Wünsche hinten an zu stellen. Auf der anderen Seite habe ich total gelitten, da sie so viel aufgeben musste und zudem so viel Leid erfuhr.

     Der Schreibstil des Romans ist leicht, die Geschichte insgesamt gut lesbar. Die personale Erzählperspektive vermittelt mehrere Perspektiven gut und anschaulich. Almas innere Zerrissenheit, ihr Hadern mit ihrer Rolle als Gustavs Frau, ihre Gedanken, ihre Gefühle – alles ist genial und perfekt dargestellt. Dennoch bin ich mit dem Erzählstil insgesamt nicht gut zurechtgekommen. Teilweise werden Rückblicke eingebaut, die aber nicht ganz eindeutig als solche zu erkennen sind und irgendwie als rückblickende Erklärung in die Gegenwart eingebaut werden. Die Zeitsprünge in der Handlung waren für mich nicht immer gut nachvollziehbar, weswegen ich an manchen Stellen etwas verwirrt war. Zudem konnte die Handlung mich nicht wirklich packen. Die Seiten zogen sich leider etwas träge dahin und erst zum Ende des Romans wurde es wieder ein wenig spannender.

    Vielleicht passt genau dieses Muster auch zu Almas Gefühlen und daher perfekt zu dem Roman, mir fiel das Lesen dadurch allerdings sehr schwer und ich musste mich sehr quälen weiterzulesen. Dies fand und finde ich sehr schade, da ich durchaus der Meinung bin, dass es der Autorin gelungen ist, einen großartigen Einblick in das Leben von Alma Schindler zu geben und sie uns als Frau und als Künstlerin näher zu bringen. Ihre Zeit an der Seite von Gustav Mahler wird eingängig beschrieben, es wird deutlich, was für eine Frau sie war und womit sie zu kämpfen hatte.

     

    Mein Fazit: Leider konnte ich mich nicht vollständig in die Geschichte einfinden und war stellenweise sehr gelangweilt. Dabei finde ich die Geschichte von Alma Schindler insgesamt gut dargestellt und berichtet, die damalige Rolle der Frau anschaulich umrissen - allerdings an vielen Stellen zu zäh und langatmig. Daher kann ich leider nur 3 von 5 Sternen vergeben und empfehle den Roman eher den Lesern, die biografische Romane mögen und sich für Alma Schindler interessieren!

  5. Cover des Buches Tanz des Vergessens (ISBN: 9783426515914)
    Heidi Rehn

    Tanz des Vergessens

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Siko71
    Lou will nach dem Tod ihres Verlobten Curd ein neues Leben beginnen und stürzt sich in die Arbeit als Täschnerin. Die Wirren des Krieges lässt sie so manche schwere Situation bestehen. Sie geht dann schließlich nach Berlin, wo sie die alten Freunde Judith und Max wiedertrifft. Ih Leben in Berlin verläuft ebenfalls nicht immer nach Plan, nach Alkoholexzessen und Drogenkonsum behegt sie beinahe noch einen Mord. Ab da an ändert sich ihr Leben und es öffnen sich neue Horizonte.

    Ein bewegendes Frauenschicksal in den 20er Jahren. Der Schreibstil ist ausgesprochen flüssig und man kann in die Handlung eintauchen. Ich habe die Stunden des Lesens sehr genossen und kann daher volle Punktzahl geben.
  6. Cover des Buches Die Tochter des Uhrmachers (ISBN: 9783453360594)
    Kate Morton

    Die Tochter des Uhrmachers

     (165)
    Aktuelle Rezension von: Monalisa73

    In Kate Mortons Buch "Die Tochter des Uhrenmachers" hat sie wieder einmal Vergangenheit mit der Gegenwart fantastisch verknüpft.

    Birchwood Manor ist ein verwunschenes Haus, dass gelegen in wunderschöner Natur mit Wald und Wiesen. Außerdem gelangt man unweit vom Grundstück zu einer  Flussbiegung der Themse. 

    Um dieses Haus ranken sich Mythen, Glaube, Freude und Schicksal. 

    Es kommt 1862 in den Besitz von Edward Radcliffe, ein sehr talentierter Maler seiner Zeit, der im gleichen Jahr seine Künstlerfreunde dort hin einlädt, den Sommer dort zu verbringen.

    Doch so verheißungsvoll es auch begonnen hatte endet alles in einer Tragödie. Seine Verlobte ist tot und sein Modell verschwunden.

    2017 entdeckt Elodie Winslow, eine junge Archivarin aus London, die Sepiafotografie einer atemberaubend schönen Frau und die Zeichnung eines Hauses. Elodie kommt das Haus bekannt vor, doch sie kann sich zunächst keinen Reim darauf machen. Sie beginnt ihre Nachforschungen und hofft auch das Geheimnis der Frau auf dem Foto herauszubekommen....


    Es ist eine mitfühlende Geschichte, die in kleinere Geschichten geteilt ist. Es verzaubert einen beim Lesen, wie ein Märchen und doch spielen große Gefühle, großer Schmerz, Verluste, Ängste, Sehnsüchte, Leid und Schuldgefühle der Protagonisten. Dadurch bekommt man einen besonders intensiven Eindruck von den Menschen, um die es im Buch geht.  

    Ich bin bereits Fan der Autorin, weil ihre Bücher so spannend und interessant sind. 

      

  7. Cover des Buches Die Mittagsfrau (ISBN: 9783596175529)
    Julia Franck

    Die Mittagsfrau

     (390)
    Aktuelle Rezension von: Bibi1999

    Helene wächst zu Zeiten des ersten Weltkrieges auf. Während des zweiten Weltkrieges bekommt sie einen Sohn und bringt ihn und sich durch die Kriegsjahre. Nach dem Krieg als alles möglich schien, lässt sie ihn alleine am Bahnsteig zurück. 

    Das Buch umfasst 430 Seiten. Das Buch beginnt mit dem Prolog, welcher einige Jahre später spielt, wie das erste Kapitel beginnt. 

    Der Start in die Geschichte fällt leicht. Verwirrend ist jedoch, dass die wörtliche Rede nicht als solche gekennzeichnet ist. Dadurch kam ich relativ langsam im Buch voran, da es schwierig war zu erkennen, wann etwas gedacht wurde und wann nicht. Helene war mir sehr sympathisch und ich konnte viele ihrer Handlungen nachvollziehen

    Leider passierte der Inhalt des Klappentextes erst ziemlich zum Schluss der Geschichte, was ich sehr schade fand. Zu diesem Zeitpunkt war mir Helene auch nicht mehr wirklich sympathisch. Die Emotionen waren etwas kurzgehalten. Zwischendurch war es leider etwas ziehend.

    Abschließend betrachtet war es ein nettes Buch für zwischendurch, welches meine Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte.

  8. Cover des Buches Madame Hemingway (ISBN: 9783746628912)
    Paula McLain

    Madame Hemingway

     (97)
    Aktuelle Rezension von: Vespasia

    Nachdem ich „Hemingway und ich“ gelesen habe, wo Hemingways dritte Frau, Martha Gellhorn, im Vordergrund steht, musste ich mir einfach auch dieses Buch zulegen. Zum Glück bin ich endlich dazu gekommen, es auch zu lesen. Hemingways erste Frau, Hadley, ist ein ganz anderer Typ Frau als Martha. Auch Hemingway scheint sich in den Jahren etwas verändert zu haben, weshalb es sicher auch interessant wäre, die Bücher direkt hintereinander zu lesen.

    Paula McLain schreibt in der ich-Form und haucht Hadley damit direkt Leben und Persönlichkeit ein. Auch, wenn man natürlich immer bedenken muss, dass es sich um einen Roman handelt und nicht alles zu einhundert Prozent authentisch sein kann, finde ich diese Perspektive hier doch gut gewählt. Man kommt Hadley als Person gleich zu Anfang schon sehr nahe, kann ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen und lernt mit ihr zusammen schließlich Ernest Hemingway kennen. Hemingway ist ein wirklich interessanter Charakter; als er Hadley kennenlernt, ist er noch sehr jung und doch schon sehr exzentrisch, eigentlich schon unsympathisch. Diese erste Ehe wird von McLain mit viel Liebe zum Detail dargestellt und lässt sowohl Hadley als auch Ernest zum Vorschein kommen und für den Leser greifbar werden. Auch die Zeit wird eindrucksvoll beschrieben: das Paris der 20er Jahre, das Leben der Künstler, auf die Hadley trifft… all das wird von der Autorin zu einer angenehm lesbaren und unterhaltsamen Geschichte verwoben. Natürlich sollte man schon Interesse an Hemingway als Person haben, um dieses Buch in vollen Zügen genießen zu können, aber auch ohne großartiges Vorwissen kann man das Buch lesen. Für den Einstieg habe ich ein wenig gebraucht, sobald dieser hinter mir lag, habe ich die Lektüre aber sehr genossen.

    Interessant war auch, dass einige Passagen aus Ernests Sicht geschrieben waren (wenn auch nicht in der ich-Form). So wurden die Lücken gefüllt, die Hadley nicht füllen konnte. Diese Abschnitte fand ich durchaus gelungen, da sie Einblicke in Ernests Gedankenwelt brachten. Gerade weil seine Perspektive wesentlich schwerer nachzuvollziehen war und er auch eine sehr schwierige Person gewesen zu sein scheint, fand ich den Perspektivwechsel sinnvoll. Auch zu seinen Werken finden sich einige interessante Stellen im Buch, wenngleich Hadley doch die Hauptperson ist und sein Schaffen eher hintenansteht. Jedenfalls hat das Buch mir spontan Lust gemacht, „Paris – Ein Fest fürs Leben“ und „Fiesta“ zu lesen.

    Am Ende gibt es für den interessierten Leser auch noch ein Kapitel zu den Quellen sowie ein Interview mit der Autorin, die das Buch noch abrunden. Wer also Interesse hat, nach der Lektüre noch ein wenig weiterzuforschen (und das halte ich für nicht unwahrscheinlich), bekommt die Gelegenheit dazu. Hier wird auch noch einmal klar, dass sich durchaus einige Fakten im Buch versteckt haben und sich die Autorin viel Mühe mit der Recherche gegeben hat.

     Fazit: Gut geschriebener Roman über Hadley Richardson und Ernest Hemingway – zwei interessante Persönlichkeiten, die in einer interessanten Zeit gelebt haben.

  9. Cover des Buches Just Kids (ISBN: 9783596188857)
    Patti Smith

    Just Kids

     (85)
    Aktuelle Rezension von: Cornelia_Ruoff

    „Just Kids“ von Patti Smith

    Mit diesem Buch habe ich bei MonerlS-bunte-Welt auf der Linkparty Juli mitgemacht!

    Wer sind Patti Smith und Robert Mapplethorpe?

    Das Oeuvre des Künstlers ist mit den Begriffen Sex und Exzess, Begierde und Dominanz untrennbar verbunden, was ihn auch heute noch zu einem der höchst umstrittenen, aber dennoch größten Fotografen unserer Zeit macht.

    Wikipedia

    Robert Mapplethorpe (1946 – 1989)

    Robert Mapplethorpe ist ein amerikanischer Fotograf und bildender Künstler. Es begann mit einer Polaroid Kamera. Zu Beginn der Achtzigerjahre ließen sich viele Prominente von ihm fotografieren: Andy Warhol, Paloma Picasso, Peter Gabriel, Richard Gere und einige andere.

    Robert Mapplethorpe wählte oft kontroverse Themen. Berühmt wird er durch seine Akte, die oft homoerotischen Motive, klassisch aber auch aus dem BDSM-Bereich, die oftmals mit der Zensur zu kämpfen hatten. Seine Schwarz/Weiß Fotografien sind ästhetisch, wenn auch oft mit einem polarisierenden Hintergrund. 


    Im Dezember 1988, als bekannt geworden war, dass er sich mit dem HIV-Virus infiziert hatte, verkaufte er Fotos im Wert von 500.000 US-Dollar. Mit dem Geld gründete er die Robert Mapplethorpe Fundation. 

    „Es wurde vieles über Robert gesagt, und so vieles ist noch zu sagen. Junge Männer werden seinen Gang imitieren. Junge Mädchen in weißen Kleidern werden um seine Locken weinen. Man wird ihn verdammen oder verehren. Seine Exzesse geißeln oder romantisch überhöhen. Am Ende wird man die Wahrheit in seinem Werk finden, der eigentlichen Verkörperung des Künstlers. Sein Werk wird nicht vergehen. Es entzieht sich dem menschlichen Urteil. Denn die Kunst besingt Gott und ist letztlich sein.“

    Smith, Patti. Just Kids (German Edition). Kiepenheuer & Witsch eBook. Kindle-Version. Robert Mapplethorpe (1946 - 1989)

    Patti Smith

    Patti Smith gilt heute als Godmother des Punks. Tatsächlich aber hat sie in den Sechzigerjahren als Lyrikerin begonnen. Erst 1975 hat sie mit ihrer Band das erste Album „Horses“ aufgenommen. Das war der Anfang! Es folgte „BecauseThe Night belongs to Lovers“, eine Singleauskopplung von Easter, die in Zusammenarbeit mit Bruce Springsteen entstand. Für Tribute of Panem nahm sie den Song „Capitol Letter“ auf.

    In vielen ihrer Texte verarbeitet sie ihr Leben und auch ihre Verluste. Ja, die ist Eine Lyrikerin, die ihre Worte mittels Rockmusik transportiert.

    Sie ist Lyrikerin, Punk- und Rockmusikerin, Singer-Songwriterin, Fotografin und Malerin.

    Sie las Charles Baudelaire und Arthur Rimbaud. Musikalische Vorbilder waren Jimi Hendrix, Brian Jones und Jim Morrison.

    Sie kannte sie alle, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Alan Ginsberg, Kurt Cobain oder John Coltrane, Andy Warhol. Aber nur wenige ihrer Helden leben noch.

    Ihr Mann – der MC5-Gitarrist Fred Sonic Smith starb 1994. Patti Smith kehrte nach Jahren der Zurückgezogenheit zurück auf die Bühne und dort findet man sie heute noch.

    Übrigens gibt es zwei ganz tolle Coverversionen den Rockklassikern „Smells Like Teen Spirit“ der Band Nirvana und „Gimme Shelter“ der Rolling Stones.

    Mein Lieblingslied ist „Hey, Joe“.

     



    REZENSION "JUST KIDS" VON PATTI SMITH


    Wie wurde ich auf „Just Kids“ aufmerksam?

    Ich habe „Eine Frau schaut auf Männer, die auf Frauen schauen. Essays über Kunst, Geschlecht und Geist“ von Siri Hustvedt gelesen und rezensiert. Dieses Buch animierte mich, den Spuren der einzelnen Essays zu folgen. Insbesondere das Essay, „Mapplethorpe / Almodóvar: Punkte und Kontrapunkte“ weckte den Wunsch in mir, mich eingehender damit zu beschäftigen. Im Rahmen der Recherche zu Robert Mapplethorpe kam ich zu Patti Smith und diesem Buch.


    „JESUS DIED FOR SOMEBODY’S SINS BUT NOT MINE.“

    Aus „Gloria“ Written by Patti Smith and Van Morrison



    Als Patti Smith Robert Mapplethorpe begegnete, waren die beiden noch weit davon entfernt Ikonen der Kunst oder Musik zu sein. Beide waren aber schon mit der Leidenschaft zur Kunst durchdrungen. Die Kunst war ihr Leben. Ohne Kunst war ihr Leben für die beiden nicht zu meistern.

    Robert Mapplethorpe hatte seine sexuelle Identität noch nicht gefunden. Sex war in dieser Beziehung nicht der Bezugspunkt. Ihre Beziehung hatte etwas viel Tiefgründigeres. Sie waren für einander Ankerpunkte, die einander erdeten.

    Einer von beiden passte immer auf den anderen auf. Lange Zeit wohnten die Beiden im legendären Chelsea Hotel. Robert Mapplethorpe dröhnte sich oft mit psychedelischen Drogen wie LSD zu. Ohne Patti Smith wäre er weitaus früher gestorben.

    Später würde er sagen, dass die Kirche ihn zu Gott, das LSD aber zum Universum geführt habe. Er sagte auch, Kunst habe ihn zum Teufel geführt, und Sex habe dafür gesorgt, dass er dort blieb.

    Smith, Patti. Just Kids (German Edition) . Kiepenheuer & Witsch eBook. Kindle-Version.

     

    Künstlerhotel

    Im Chelsea Hotel übernachteten beziehungsweise wohnten zahlreiche Musiker, Schriftsteller und Künstler wie Salvador Dalí, Thomas Wolfe, Arthur Miller, Dylan Thomas, Charles R. Jackson, Nico, Bob Dylan, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Catherine Leroy, Falco, Valerie Solanas und Leonard Cohen (der dem Hotel mit dem Lied Chelsea Hotel #2 auf dem Album New Skin for the Old Ceremony ein musikalisches Denkmal setzte).

    Das Chelsea ist vor allem in den 1960er-Jahren durch die New Yorker Underground-Kunstszene (unter anderem Andy Warhol) bekannt geworden, die das Hotel als „Spielwiese“ für ihre Film- und Kunstaktivitäten entdeckt hatten.

    Das Hotel wurde durch Andy Warhols Experimentalfilm The Chelsea Girls (1966) weltweit bekannt. Viele Maler haben ihre Hotelrechnungen mit ihren Bildern bezahlt, die teilweise noch heute im Foyer hängen. Für Patti Smith war das Hotel „wie ein Puppenhaus in der Twilight Zone, mit Hunderten von Zimmern, von denen jedes ein eigenes kleines Universum barg.“

    In die Schlagzeilen kam das Hotel, als im Oktober 1978 mutmaßlich der Punk-Musiker Sid Vicious im Zimmer Nummer 100 seine Freundin Nancy Spungen erstach und im folgenden Februar im selben Zimmer an einer Überdosis verstarb. 

    Wikipedia

    Because The Night Belong To Lovers

    Because the Night belong to Lovers - Take me now, baby, here as I am - Pull me close, try and understand - Desire is hunger is the fire I breathe - Love is a banquet on which we feed -

    Patti Smith und Bruce Springsteen

    Die Jahre ziehen vorüber und hinterlassen viele Opfer. Menschen, wie Martin Luther King wurden ermordet. Menschen, wie Jim Morrison und Janis Joplin töteten die Drogen. Andere töteten sich selbst. Die Lebenden müssen mit den Erinnerungen an die, die es nicht geschafft haben, weiterleben.


    Mein letztes Bild von ihm glich also dem ersten. Ein schlafender Junge, von Licht umspielt, der seine Augen aufschlug und mir mit seinem Lächeln sagte, dass wir niemals Fremde füreinander gewesen waren.

    Smith, Patti. Just Kids (German Edition) . Kiepenheuer & Witsch eBook. Kindle-Version.

    Eigentlich möchte ich gar nicht mehr viel dazu sagen – das Buch spricht für sich selbst.

    Der Schreibstil von Patti Smith hat mich beeindruckt. Patti Smith hat mich als Mensch bewegt. Ihr Leben und wie sie ihr Leben reflektiert und annimmt. Sie hält ihre Person in diesem Buch ganz zurück und dient oft als Nebendarstellerin. Es geht in erster Linie, um die gemeinsame Zeit mit Robert Mapplethorpe.

    Patti Smith schreibt genauso, wie man sie aus ihren Songs kennt. Manchmal mit staunender Ehrfurcht, manchmal mit unnachahmlicher Begeisterung, die fast schon kindlich wirkt, düster, aber vor allem mit Hingabe. „Hingabe“ lautet auch der Titel ihres 2019 erschienenen Buchs, das soeben auf meiner Leseliste landete.

    Ich fühle mich bereichert, Patti Smith nicht nur als Musikerin, sondern auch als Lyrikerin kennengelernt zu haben.“

    Connie Ruoff schreibblogg.de



  10. Cover des Buches Die Toten Hosen (ISBN: 9783498073794)
    Philipp Oehmke

    Die Toten Hosen

     (48)
    Aktuelle Rezension von: Radermacher

    Locker geschrieben und amüsant, hat mich das Buch sehr gut unterhalten. Sprachliche Feinheiten habe ich nicht erwartet, ebenso wenig Tiefgang. Dennoch gab es einige emotionale Kapitel, die auch zum Nachdenken anregten. Insbesondere die Schilderung des Todesfalles auf dem "1.000 Konzert" und der Reisen in die DDR und hinter den eisernen Vorhang.

  11. Cover des Buches Wir müssen über Kevin reden (ISBN: 9783492310512)
    Lionel Shriver

    Wir müssen über Kevin reden

     (186)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Als ich das Buch kaufte, dachte ich noch, Kevin wäre ein normaler Teenager, vielleicht in sich verschlossen, ein Außenseiter, der die laschen Waffengesetze Amerikas ausnutzt und so einen Amoklauf begeht. Stattdessen ist er ein Psychopath, der von kleinauf durch und durch böse war. Dadurch kann die Mutter mit Leichtigkeit jegliche Schuld von sich weisen und auf das Kind deuten, das keine andere Entwicklung zu erwarten hatte. Da macht sich die Autorin vieles einfach, übergeht einen wirklich wichtigen Konflikt und sorgt dadurch schließlich dafür, dass ich ab Seite 300 gelangweilt das Buch zur Seite gelegt habe.

    Für den Amoklauf gibt es keinen richtigen Grund. Es musste passieren, weil das Kind so oder so einen Mord begangen hätte und das macht das Buch grottenschlecht. Kevin ist kein normaler Teenager, sondern eine Ausgeburt der Hölle.

    Hinzu kommt auch, dass die Mutter stark um die Sache herumredet. Sie labbert uns förmlich voll und das hat für mich den Spannungsbogen mehrmals brechen lassen. Der Stil ist schön, das gefällt mir, aber alles wird dermaßen in die Länge gezogen, dass mir das auch irgendwann egal war. Interessante Szene werden nur ganz knapp gezeigt. Das wird nur angeschnitten, damit die Mutter wieder ihre ganzen Gedanken über den Leser ergießen kann und das strapaziert die Geduld und wie gesagt, irgendwann war mir alles egal. Ich wollte einfach nicht mehr weiterlesen und habe es abgebrochen.

    Der Stil ist wundervoll. Das muss man ihr gönnen. Sie schreibt in einer schönen Sprache, erzählt gekonnt, zeichnet Bilder, zeigt uns die Figuren, zeigt uns ein ganzes Leben und gleichzeitig macht sie aus einem Baby ein wahres Ungeheuer, das von der Geburt an gegen die Mutter war. Das ist etwas, was ich schwer glauben kann, denn mal ehrlich, welches vier Jahre alte Kind kann so ein Ungeheuer sein? Oder noch besser: Welches Baby kann gleich nach der Mutter die eigene Mutter dermaßen hassen, dass es lieber hungert?

  12. Cover des Buches George Sand und die Sprache der Liebe (ISBN: 9783746636238)
    Beate Rygiert

    George Sand und die Sprache der Liebe

     (20)
    Aktuelle Rezension von: verruecktnachbuechern

    1831 bricht George Sand als Frau in Männerkleidern mit den alten Traditionen. Gegen den Fluss schwimmend, veröffentlicht sie unter einem männlichen Namen Bücher und wird berühmt. In ihren Büchern verarbeitet sie ihre eigenen Lebenserfahrungen. 


    Das Cover ist so wunderschön. Es passt sehr gut zu denn anderen Covers dieser "Reihe". Man erkennt sofort die französische Architektur im Hintergrund und die farbenstarke Frau im Vordergrund macht neugierig. 


    Ich habe dieses Buch gelesen, weil ich die Reihe der starken und wichtigen Frauen in der Geschichte sehr mag. 

    Den Namen George Sand hatte ich irgendwann mal gehört, aber wusste nichts wirklich mit ihm anzufangen. Das hat sich durch diese Buch zum Glück geändert.


    Die Autorin nimmt uns in einem unterhaltsamen und interessanten Buch mit und gibt dem Leser einen Einblick in das Leben von George Sand. Gemeinsam begleiten wir sie von 1831 bis 1839. Acht Jahre lang sind wir an ihrer Seite und dabei wird es nicht einmal langweilig. 

    Es ist spannend zu lesen, was für einen Willen sie hat, wie emanzipiert sie ist und wie sehr sie akzeptiert, dass nicht immer alles einfach ist. Schon früh forderte sie die gleichen Rechte für Frauen und Männer, George Sand, in ihren Männerklamotten, war ihrer Zeit meilenweit voraus. 


    Der Schreibstil ist flüssig zu lesen. Lebendig und bildhaft bekommt man ein gut recherchiertes Bild. Man reist in das 19. Jahrhundert, lernt dabei die Pariser Bohème kennen und taucht ein in ein nicht ganz einfaches Leben. 


    Das einzige was mich gestört hat war das Ende. 

    Gerade Bücher, die auf echten Menschen basieren, brauchen nicht immer ein Happy End. 


    "George Sand und die Sprache der Liebe" hat mich mitgenommen, begeistert und ich habe beim lesen sogar neue Fakten über die Pariser Welt im 19. Jahrhundert gelernt. 



    Leseempfehlung.


    Ich habe das Buch  von NetGalley bereitgestellt bekommen und bedanke mich herzlich dafür.

  13. Cover des Buches Holzfällen (ISBN: 9783518380239)
    Thomas Bernhard

    Holzfällen

     (113)
    Aktuelle Rezension von: HerrWellner
    Ich bin erst durch den Roman "Schwarzer Frost" auf Thomas Bernhard aufmerksam geworden, bezieht sich der Protagonist in dem Buch doch immer wieder auf Bernhard und Holzfällen bzw den Untergeheer (auch von Bernhard). Und in der Tat, der misanthropische Erzählstil, die kammerspielartige Gesamtsituation, die vielen Ausbrüche, die nicht selten einfach nur saukomisch sind - das hier ist fraglos das Original.
  14. Cover des Buches Schmetterlingsherz (ISBN: 9783864300295)
    Mascha Matysiak

    Schmetterlingsherz

     (30)
    Aktuelle Rezension von: SweetSmile

    Zum Inhalt: 

    Fotos, Fashion, Flirten!

    Mimis Freund Lukas hat sich in eine andere verknallt! Um sich abzulenken, macht sie ein Praktikum bei einer Berliner Modefotografin. Dort trifft sie nicht nur schräge Designer und langbeinige Models, sondern auch den coolen Chris. Mit ihm soll Mimi spannende Foto-Locations suchen, was ihr Herz endlich wieder höher schlagen lässt. Doch dem schönen Model Lola gefällt die Idee gar nicht. Denn sie ist selbst heimlich in Chris verliebt und setzt alles dran, ihn für sich zu gewinnen …

     

    persönliche Wertung: 

    Schon das Cover von "Schmetterlingsherz" hat mich sehr begeistert, ich finde es spiegelt die Geschichte super wieder und vor allem ist es perfekt auf die angesprochene Altersgruppe abgestimmt! Auch der Schreibstil konnte mich gleich überzeugen. Das Buch lässt sich super gut und sehr flüssig lesen, ich habe gleich einen Zugang zur Geschichte gefunden und mich wohl mit ihr gefühlt. :)

    Mimi mochte ich von Anfang an sehr gern! Ich konnte mich gleich super in sie hinein versetzten und kann voll verstehen, warum sie unbedingt viele Kilometer Entfernung zwischen sich und ihren Ex-Freund Lukas bringen wollte. So ein Tapetenwechsel ist in so einer Situation meiner Meinung nach absolut das Beste!!! 

    Mascha Matysiak beschreibt die neuen Eindrücke, die Mimi in Berlin sammelt wirklich toll und schafft es, den Leser mit in die Hauptstadt zu ziehen... Genau so stelle ich mir das Leben in Berlin vor - super interessante und weltoffene Leute, verrückte Typen und Großstadtflair. 

    Die Protagonisten im Buch sind gut beschrieben und sehr sympathisch. Wenn ich in Mimis Alter wäre würde ich sehr gern mit ihr tauschen. 

     

    Fazit: 

    Ein tolles Buch mit einer super schönen Geschichte - passend für junge Mädchen, da es sich mit ihren Sorgen beschäftigt und aus ihrer Sicht erzählt.

  15. Cover des Buches Die Känguru-Trilogie (ISBN: 9783548376233)
    Marc-Uwe Kling

    Die Känguru-Trilogie

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Orisha
    "Ham Se den Neuen jesehen?" fragt sie. - Ich nicke.
    "Na, der ist ja wohl och nich von hier, wa?"

    Als sein neuer Nachbar vor der Tür steht, um sich die Zutaten für Eierkuchen zu borgen, staunt Marc-Uwe nicht schlecht. Denn vor ihm steht ein Känguru. Was er nicht ahnt, die beiden werden beste Freunde. Das Känguru zieht bei ihm ein und fortan leben sie gemeinsam und haben sich dem Kampf gegen den Kapitalismus verschworen.

    Doch sie haben die Rechnung ohne ihren neuen Nachbarn gemacht – den Pinguin, den Antagonisten des Kängurus – das zumindest glaubt das Känguru. Da man den Kampf gegen den Kapitalismus, die Bohéme und die Bonzen, gegen Rechtspopulisten und die Langeweile nicht alleine gewinnen kann, holen sich beide Hilfe. Ein Fightclub wird gegründet und das Asoziale Netzwerk ins Leben gerufen, um sie in ihrer Mission zu unterstützen. Sie feiern Erfolge doch auch einige Rückschläge, die am Ende von Band 2 vor allem das Känguru einholen.

    Das zwingt beide, neue Wege zu gehen. Wege, die beide um die ganze Welt führen - auf der Suche nach dem Pinguin und dessen geheime Machenschaften. Der Weg führt sie hin zu einem dritten Mitstreiter, dem Shredder, und hin zur Offenbarung des Kängurus. Doch die letzte Schlacht hat gerade erst begonnen.

    Klings Känguru ist längst Kult. Um so mehr war es an der Zeit, sich endlich dem letzten Band der Trilogie zuzuwenden und dabei gleich noch einmal Band 1 und 2 Revue passieren zu lassen. Und es hat sich gelohnt. Leichtfüßig, frech und mit intelligentem Witz positioniert Kling seine Gesellschaftskritik und lässt dabei kein Thema aus: den aufkeimenden Rechtpopulismus, Gentrifizierung, die Hipster-Bewegung, Integration, Vegetarismus und das kapitalistische Konsumverhalten. Alle kriegen ihr Fett weg, und immer mitten drin, das Känguru mit seinen linken, marxistischen Weltansichten und Marc-Uwe, der versucht als „Kleinkünstler“ zu leben. Klings Realsatire ist dabei so gut positioniert und pointiert, dass es schon weh tut. Denn er zeichnet ein Portrait unserer Zeit und von Berlin in all seinen Facetten und hält der Gesellschaft schonungslos den Spiegel vor.

    Fazit: Realsatire, die manchmal schon weh tut, weil sie so wahr ist. Lustig, leichtfüßig und dennoch auf den Punkt gebracht, trifft sie den Nerv unserer Zeit. Lesenswert.
  16. Cover des Buches Als Hemingway mich liebte (ISBN: 9783455000443)
    Naomi Wood

    Als Hemingway mich liebte

     (42)
    Aktuelle Rezension von: Arizona

    Ernest Hemingway und seine Frau Hadley verbringen ihren Urlaub in Südfrankreich, an ihrer Seite die gemeinsame Freundin Pauline, die seine Geliebte ist. Sie wird später seine Ehefrau Nr. 2, und sie wird nicht die letzte Frau an seiner Seite sein, er brachte es insgesamt auf 4 Ehen. 

    Interessant zu lesen ist es, wie schwierig das Leben mit einem genialen Schriftsteller sein kann, denn wie so oft liegen Genie und Wahnsinn dicht nebeneinander. So sind Menschen schnell fasziniert von seiner charismatischen Art, jedoch ist es schwierig sein Interesse auf Dauer zu binden.

    Gut geschrieben und unterhaltsam wird das Leben mit den vielen Reisen und dem elitärer Freundeskreis  geschildert.
  17. Cover des Buches Erinnerungen an eine Ehe (ISBN: 9783518465493)
    Louis Begley

    Erinnerungen an eine Ehe

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Quacki24

                


     Dies war das schlechtbewertetste Buch auf meinem SUB. Wenn man mit wenigen Erwartungen dran geht, wird man eher überrascht. Das ist mir mit diesem Buch passiert.
    Louis Begley hat mich mit seinem Schreibstil dermaßen gefangen genommen, dass ich einen Riesenspaß bei einer Geschichte gehabt, die mich wohl ansonsten eher kalt gelassen hätte. Ich werde auf jeden Fall schauen, was der Autor noch geschrieben hat.
    Lieblingszitat: Man muss mit jemandem leben, um zu erkennen, dass man ihn nicht ausstehen kann!
  18. Cover des Buches BOHÈME (ISBN: 9783946112587)
    Jonas Zauels

    BOHÈME

     (12)
    Aktuelle Rezension von: c-m-mondstein

    Angezogen von dem mit vielfältigen Assoziationen belegten Titel und dem in tiefroter Bühnenvorhangfarbe gestalteten Einband, zieht der Roman Bohème von Jonas Zauels den Leser in die Gassen der Pariser Kulturszene. 

    Es ist ein Eintauchen in die Welt der Künstler: exzentrisch und voller Leidenschaft. Schein und Sein, oder wie der Klappentext verrät „Kunst und Künstlichkeit“, liegen dicht beieinander. Quasi rauschhaft zerrt die treibende und gleichermaßen hemmende Sehnsucht nach Anerkennung und Erfolg die Figuren zueinander hin und voneinander weg. Unstet und durch den Schleier von Alkohol und Drogen schlingernd, suchen die Protagonisten ihre eigene Identität und ihren Platz in oder jenseits der Gesellschaft. 


    Ein Roman, der in bildreicher, lebendiger Sprache den Leser in eine besondere Facette der „Stadt der Liebe“  eintauchen lässt. 


  19. Cover des Buches Fool on the Hill (ISBN: 9783423195171)
    Matt Ruff

    Fool on the Hill

     (379)
    Aktuelle Rezension von: dominona

    Ich mag Matt Ruff eigentlich sehr und ich habe viel Gutes über seinen Erstling gehört, aber, aber, aber... So witzig, wie ich einige Figuren auch finde, hat mich die zerstückelte Schreibweise und die fehlende Identifikation bald sehr müde gemacht und wenn ich beim Lesen anfange, über ein anderes Buch nachzudenken und wie sich das wohl liest, dann stimmt etwas nicht und ist das stärkste Anzeichen dafür, dass ich nicht bei der Sache bin. 

    Ich kam hier auch nicht an Ruffs Schreibweise heran und einzig um das Schicksal zweier Figuren zu verfolgen waren mir noch zu viele Seiten übrig. Dieses Buch fühlt sich auch nicht so an, als müsste ich es zu einem späteren Zeitpunkt nochmal in die Hand nehmen. Ich bin mir auch unsicher, wem ich es empfehlen soll, weil es sich für mich völlig anders las als alles, das später von Ruff kam, eher wie ein Versuch, ein Märchen, eine Idee, die durchaus gute Ansätze zeigt, aber letztendlich nicht trägt, jedenfalls für mich. 


  20. Cover des Buches Stille Tage in Clichy (ISBN: 9783644005877)
    Henry Miller

    Stille Tage in Clichy

     (80)
    Aktuelle Rezension von: Pashtun Valley Leader Commander
    oh werte leser, wenn der dvd-player streikt; der kühlschrank kaputt ist, die butteer aus ist- keine möglichkeit besteht dieses edle miclhprodukt in brandoesker weise zu malträtieren, ja nur dann sollte der geneigte, reife leser nach diesem elaborate greifen. ja nur der reife leser...jene adoleszenten konsumenten würden nach der lektüre dieses dünnen gefälligen gut zu tranportiwerenden buches ihrer partnerin/ihrem partner doch nur wieder den grund für eine trennung lieferung liefern... insgesamt sind die stellen welche nicht de dehnbarkeit von ringmuskulatur zum inhalte haben die schönen passagen des buches....
  21. Cover des Buches Die Lichter von Paris (ISBN: 9783458363729)
    Eleanor Brown

    Die Lichter von Paris

     (117)
    Aktuelle Rezension von: Minassim

    Das Cover zeigt sich sehe verträumt und romantisch. Eine Frau voller Sehnsucht nach dem Leben,dass sie leben möchte.
    Es spiegelt sich sehr gut mit der Geschichte wieder.

    Das Schicksal verbindet drei Frauen aus drei Generationen.
    Madeleine, von außen betrachtet eine glückliche Frau mit einem gutaussehenden Mann verheiratet,lebt in einem großen Haus und ohne Geldsorgen.
    Doch von glücklich ist sie weit entfernt.
    Nach einem Streit beginnt sie ihr Leben mit Philipp zu überdenken und flüchtet zu ihrer Mutter, zu der sie leider nur ein distanziertes Verhältnis hat.
    Bei der Mutter angekommen erfährt sie dass sie das Familienhaus verkaufen möchte.
    Beim ausmisten des Hauses findet sie auf dem Dachboden alte Tagebücher ihrer Großmutter die Madeleine leider auch nur als kühle Frau kennengelernt hatte .
    Doch als sie anfängt die Tagebücher zu lesen beginnt sie ihre Mutter und Margie mit anderen Augen zu sehen.

    Der Schreibstil ist flüssig und lebhaft ,man ist sofort in der Geschichte drin.

    Die verschiedenen Zeitzonen machen die Geschichte noch lebendiger und spannender.

    Es ist ein grandioses Buch das einem aufzeigt an seine Träume zu glauben und versuchen sollte sie zu verwirklichen.

  22. Cover des Buches Sie kam und blieb (ISBN: 9783499238307)
    Simone de Beauvoir

    Sie kam und blieb

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Barbara62
    Simone de Beauvoir, 1908 in eine gutbürgerliche Familie hineingeboren, war eine der ersten Frauen, die an der Sorbonne Philosophie studierten. Während des Studiums lernte sie Jean-Paul Sartre kennen, dessen lebenslange Begleiterin sie wurde. Die  Grundregeln ihrer Partnerschaft waren sexuelle Freiheit nach allen Richtungen, keine Ehe, getrennte Wohnungen und keine hausfraulichen Pflichten.

    Ihre Debütroman, Sie kam und blieb, aus dem Jahr 1941 erschien erstmals 1943 im von der deutschen Wehrmacht besetzten Paris. Er ist genau in dem Milieu der Pariser Bohème angesiedelt, in dem Beauvoir und Sartre sich damals bewegten.

    Im Mittelpunkt des Romans stehen der Schauspieler und Regisseur Pierre Labousse und die Schriftstellerin Françoise Miquel, die eine Beziehung à la Beauvoir und Sartre führen. Ihr auf volles Vertrauen, Ehrlichkeit, sexuelle Freiheit und die völlige Abszenz von Eifersucht trotz Pierres Affären gegründetes Verhältnis gerät ins Wanken, als Françoise die junge Xavière Pages aus Rouen bei sich aufnimmt. Aus dem Duo wird ein Trio. Doch Xavière akzeptiert die Spielregeln der beiden anderen nicht und spielt sie gegeneinander aus. Sie reizt Pierres Jagdinstinkt und seine Eitelkeit, ist eifersüchtig und drängt Francoise in die Rolle der Rivalin. Als Françoise ihre Eifersucht begreift, sieht sie ihre Existenz gescheitert und es kommt zur Katastrophe.

    Der Roman besteht zum großen Teil aus Dialogen, fast wie in einem Drama. Bei mir hat er Wut ausgelöst, manchmal auf Xavière mit ihrem Egoismus, manchmal auf Pierre und Françoise, die Xavières Spiel viel zu lange nicht durchschauen und zu beherrscht reagieren.
  23. Cover des Buches Montparnasse und Montmatre (ISBN: 9783869640341)
    Dan Franck

    Montparnasse und Montmatre

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Franziska zu Reventlow (ISBN: 9783827013620)
    Kerstin Decker

    Franziska zu Reventlow

     (18)
    Aktuelle Rezension von: TochterAlice
    ging Franziska zu Reventlow, Tochter verarmter Adliger aus Norddeutschland, schon früh und wollte sich in kein Schema pressen lassen, sich keinen Konventionen unterwerfen. Im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert - Franziska starb bereits 1918 im Alter von 46 Jahren kam dies nicht vor und wurde von ihrem Umfeld, allen voran von ihren Eltern, als Zumutung empfunden.

    Von der Familie mehr oder weniger verstoßen, heiratete die intelligente Frau, der die Philosophie und die Literatur näher als herkömmliche weibliche Tugenden waren, früh, wurde aber mit ihrem Mann, der ihr zunächst von Herzen zugeneigt war, auch nicht glücklich.

    Denn sie wollte mehr: sie wollte sich alles nehmen, was ihr Herz begehrte, jedes Vergnügen und damit auch jeden Mann. So fand sie sich bald als Geschiedene und ledige Mutter wieder, umgeben von einer Reihe von Galanen, aber auch Gesinnungsfreunden, von derenf finanzieller Großzügigkeit sie bald vollkommen abhängig war. Offen ging sie durchs Leben, schrieb Romane, philosophierte, schauspielerte - und fand sich doch immer wieder am Rande der Gesellschaft.

    Eine Frau, die ihr eigenes, selbstbestimmtes Leben leben wollte - doch war sie es oft genug selbst, die sich Hindernisse in den Weg legte, es sich schwer und schwerer machte.

    Als schwere Kost empfand ich auch die vorliegende Biographie von Kerstin Decker, die in einem aus meiner Sicht stellenweise sperrigen Stil verfasst wurde. Freunde philosophischer Gedanken kommen möglicherweise auf ihre Kosten, denn zahlreiche Passagen beinhalten diese Thematik.

    Für mich waren die Erläuterungen wenig übersichtlich, mir fehlte ein ausführliches Personenverzeichnis mit Erläuterungen sowie eine Zeittafel zur Einbettung von Franziska von Reventlows Leben in die historischen Entwicklungen jener Zeit. Eine ungewöhnliche Frau - die mir durch diese Lektüre jedoch nicht näher gebracht wurde. Schade!

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