Bücher mit dem Tag "bombay"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "bombay" gekennzeichnet haben.

67 Bücher

  1. Cover des Buches Der geheime Zirkel I, Gemmas Visionen (ISBN: 9783423716833)
    Libba Bray

    Der geheime Zirkel I, Gemmas Visionen

     (633)
    Aktuelle Rezension von: HeartofHope

    Diese Buchreihe begleitet mich bereits seid einigen Jahren. Als Teenager habe ich sie verschlungen, doch dann leider wieder abgegeben. Jetzt als Erwachsene wusste ich lange den Titel nicht mehr, sodass es reine Glücksache war, als ich sie endlich wieder entdeckt hatte.

    Bevor ich das Cover bewerte, möchte ich anmerken, dass ich noch die ältere Auflage besitze, es seid 2016 eine Neuauflage mit anderen Covern gibt. Das Cover beinhaltet helle Farben und schöne Ornamente, welche man erst auf den zweiten Blick sehen kann. Dazu erhält man einen guten ersten Blick auf das imposante Gebäude der Akademie. Was mir nicht ganz so gefällt ist das Leserzitat oben links auf dem Cover, so etwas gehört für mich unter den Klapptext. Dominiert wird das Cover allerdings durch das Gesicht einer jungen Dame, was ich zur Geschichte ziemlich passend finde, da sie den oberen rechten Rand einnimmt, wirkt es tatsächlich so, als schaue sie von oben auf das Gebäude hinab, was, da es in der Geschichte um Visionen geht, sehr passend ist. 

    Das Setting spielt im 19. Jahrhundert in England, einer Welt, in welcher höhere Töchter tatsächlich noch nur hübsch anzusehen und gebildet sein sollen, mit einem tadellosen Benehmen und einem reichen Ehemann. Genau daher spielt diese Geschichte auf dem Gelände der Spence Akademie. 

    Schon bereits auf den ersten Seiten des Buches erkannte ich, dass Gemma wohl eher nicht dem erwarteten Typ von Frau entspricht. Sie ist aufmüpfig, störrisch und möchte unbedingt den Zwängen der Gesellschaft entfliehen. Doch gleichzeitig hat sie ein unglaublich großes Herz, was sie auch sehr liebenswert macht. Sie war ein so passender Hauptcharakter und verlieh der Geschichte nochmal einen ganz eigenen Flair. Ihre Freundinnen Felicity, Pippa und Ann waren da doch komplett gegensätzlich. Felicity, ein verwöhntes Mädchen, welches es gewöhnt ist, immer genau das zu bekommen, was sie wollte, war diejenige, welche Gemmas Gewissensbisse zunichte machen konnte, welche harte Entscheidungen traf, wenn es darauf ankam. Ich bin überzeugt, dass sie im Inneren doch ein sehr gebrochenes Mädchen ist und sehr gespannt, was ich in den folgenden Bändern noch über sie erfahren werde. Pippa war bereits eine Dame, wie man sie zu der Zeit erwartet hätte. Kultiviert, liebenswürdig und vor allem unglaublich schön. Gerade die Freundschaft mit den Mädchen ermöglichte es ihr, endlich einmal aus ihrem Gefängnis aus Vorgaben, Regeln auszubrechen und frei zu sein, sodass sie eine tolle Charakterentwicklung zu einer unglaublich starken und mutigen Frau machte. Bei Ann hoffe ich ebenfalls noch eine große Charakterentwicklung, ich denke, dass hinter ihrer verschlossenen Fassade ganz großes Potential steckt.

    Die Handlung war eigentlich durchgehend spannend. Gleich zu Beginn der Geschichte wurde klar, dass vor Gemma ein sehr großes Geheimnis verborgen wurde, welches unglaublich die Neugier wecken konnte, sodass ich einfach nur weiterlesen wollte. Der Spannungsbogen war für mich relativ weit oben. Es gab öfters Szenen, in welchen ich mit den Mädchen mitgefiebert habe, mit ihnen gelitten habe. Natürlich gab es auch etwas leichtere Momente, welche mir aber trotzdem sehr gefallen haben, da man hier noch etwas mehr über die Mädchen und ihre eigenen Probleme erfahren konnte. Auch fand ich die Atmosphäre der Akademie einfach nur toll. Hier passte einfach alles zusammen. Die Wendungen der Geschichte konnte ich zwar einigermaßen vorhersagen, doch das störte mich nicht, da ich mich trotzdem vollkommen in der Story verlieren konnte. Das Buch weckt auf alle Fälle Neugier auf die nachfolgenden Bücher und ich bin so gespannt, was mich da noch erwarten wird. 

    Der Schreibstil der Autorin war wirklich sehr angenehm. Da es eine Geschichte vor allem für Jugendliche ist, fand ich ihn nicht anspruchsvoll, aber auch nicht kindlich, eben genau richtig. 

    Mein Fazit:

    Hier konnte ich in eine wirklich tolle Geschichte aus dem 19. Jahrhundert eintauchen. Ich habe einfach alles an diesem Buch geliebt. Das Setting war wirklich sehr gut umgesetzt, gerade das Reich zwischen den Welten war so bildlich und magisch beschrieben, aber auch die Atmosphäre in der realen Welt habe ich sehr genossen. Die vier Mädchen Gemma, Felicity, Ann und Pippa waren gleichzeitig so gegensätzlich, konnten sich aber nachdem ihre Freundschaft entstanden war, ganz genau ergänzen. So unterstützten sie sich, machten sich gemeinsam Mut und konnten alle endlich einmal über ihren Schatten springen. Gerade Gemma mit ihrer störrischen, aber doch auch liebevollen Art konnte ich direkt in mein Herz schließen. Gerade bei Ann vermute ich einen wirklich starken Charakter hinter ihrer schüchternen, verschlossen Art, sodass ich sehr stark hoffe, dass sie in den folgenden Bändern etwas aus sich herauskommen wird. Die Handlung konnte mich sehr schnell fesseln. Ich wollte unbedingt wissen, welchem Geheimnis Gemma und ihre Freundinnen auf die Schliche gekommen waren. Für mich war der Spannungsbogen immer relativ weit oben und auch die Szenen, welche etwas ruhiger waren, gefiehlen mir sehr gut, denn so erfuhr man einfach noch mehr über die Mädchen. Dieser Auftakt der Triologie ist wirklich gelungen, ich hatte bei diesem Buch ein sehr großes Lesevergnügen. Auf die beiden nachfolgenden Bände bin ich sehr gespannt und ich freue mich schon darauf, die verbleibenden beiden Bücher lesen zu können. Von mir gibt es heute mal wieder eine ganz klare Leseempfehlung!!!


  2. Cover des Buches Schiffbruch mit Tiger (ISBN: 9783596196982)
    Yann Martel

    Schiffbruch mit Tiger

     (1.014)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Worum geht's

    Pi Patel, der Sohn eines indischen Zoodrektors und praktizierender Hindu, Moslem und Christ erleidet mit einer Hyäne, einem Orang-Utan, einem verletzten Zebra und einem 450 Pfund schweren bengalischen Schiffbruch. Bald stehen sich nur noch zwei gegenüber - Pi und der Tiger

    Cover

    Ein schönes Cover, wobei ich die ältere Ausgabe des Covers schöner finde.

    Meine Meinung

    Eins vorweg: Ich habe dieses Buch bei Seite 280 abgebrochen. Ich hatte so meine Probleme mit diesem Buch, was 1.) daran lag, dass die ersten 120 Seiten nur über Zoo und Religion geredet wird und dadurch 2.) kaum Spannung in diesen ersten 120 Seiten und auch in den folgenden ist kaum Spannung vorhanden. Yann Martel schreibt alles so genau, was mich bei einigen Sachen einfach gar nicht interessiert. Auch seine Vergleiche mag ich nicht.

    Fazit

    Ich empfehle dieses Buch nicht, da sich das Vorgeplänkel einfach sehr lange zieht und der eigentliche Schiffbruch (worum es ja eigentlich geht) eher Nebensache in diesem Buch ist.

    1 von 5 Sternen!


  3. Cover des Buches Zwei an einem Tag (ISBN: 9783036959375)
    David Nicholls

    Zwei an einem Tag

     (3.671)
    Aktuelle Rezension von: Jenny_Fabienne

    Das Buch hat mir unglaublich gut gefallen. Die beiden Hauptcharaktere werden sehr gut erklärt und bauen sich zu zwei Charaktern auf, mit denen man mitfiebern kann. Man kann sich extrem gut in die Geschichte hineinempfinden und die Liebe der beiden zueinander wird auch super toll erklärt. 

    Noch ein Tipp am Ende: Lest erst das Buch und schaut dann den Film. Ist immer besser ;)

  4. Cover des Buches Shantaram (ISBN: 9783442473083)
    Gregory David Roberts

    Shantaram

     (202)
    Aktuelle Rezension von: AHa

    Shantaram ist für mich ein Jahrhundertbuch - eines der besten Bücher, die ich bisher in meinem Leben gelesen habe. Es ist wunderschön, zugleich traurig, voll Poesie, kurzweilig, aber tiefgründig. Ein Buch, das verzaubert! Mit 1.142 Seiten ist es etwas umfangreicher - aber auf keiner Seite langweilig.

    Es ist eine Liebeserklärung an Bombay (seit 1996 Mumbai) und an das dortige Volk. Es macht an vielen Stellen deutlich, wie glücklich "einfaches" Leben macht. 

    Ich denke gerne an die Zeit zurück, zu der ich dieses Buch las. Und ich werde es noch weitere Male lesen!

  5. Cover des Buches Geheime Tochter (ISBN: 9783462044454)
    Shilpi Somaya Gowda

    Geheime Tochter

     (166)
    Aktuelle Rezension von: monerl
    Meine Meinung
    Dieses Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen! Im Wechsel lernen wir Kavita und Somer kennen. Zwei unterschiedliche Frauen aus verschiedenen Kulturen, die unterschiedliche Vorstellungen und Erwartungen ans Leben haben. Was sie eint ist der Wunsch nach Kindern. Und was sie verbindet, ist das Mädchen Asha.

    Asha wurde von ihrer Mutter Kavita ins Waisenhaus gebracht. Sie wollte, dass wenigstens ihre zweite Tochter eine Chance auf ein Leben erhält. Und so erhält Asha, die in eine Familie aus ärmsten Verhältnissen hineingeboren wurde, durch ihre Adoption die Möglichkeit ein amerikanisches Mädchen zu werden, mit allen Optionen auf ein schönes und wundervolles Leben.

    Asha wird Teil der Familie von Somer und Krishnan, einem Ärzteehepaar, das sich jahrelang nach Kindern gesehnt hat. Spannend hierbei ist, dass Somer aus Amerika und Krishnan ursprünglich aus Indien stammt. Seine Herkunft verbindet ihn tiefer mit Asha, was im Laufe der Zeit eine immer größer Rolle spielen wird. Denn Asha und Krishnan sieht man ihre Herkunft bzw. ihr Anderssein an.

    Der Autorin gelingt sehr schön und emotional die Themen “Anderssein“, “Ausgrenzung“, “Suche nach den eigenen Wurzeln” zu beleuchten. Aber auch die Fragen wie z.B. “Was ist Heimat?“, “Was ist Liebe?“, “Was sind Eltern?” spielen eine große Rolle. Die Konflikte, die sich in Somers amerikanisch-indischer Familie Bahn brechen, berührten mich sehr. Ein jeder hat mit seinem Schicksal zu kämpfen, muss Vorurteile überwinden, um die Liebe zu finden.

    Mit viel Fingerspitzengefühl und angenehmer Sprache hat Shilpi Somaya Gowda ihren Roman geschrieben. Dabei öffnet sie für den unerfahrenen Leser ein Tor zu Indien und seiner Kultur und den dortigen Problemen. Man liest von Armut, der Unterdrückung von Frauen, der Gewalt ihnen gegenüber und von den geringen Möglichkeiten für Frauen sich ein selbstbestimmtes Leben zu gestalten.

    Die Autorin lässt alle wichtigen Personen zu Wort kommen und wir können ihren Blickwinkel einnehmen. Sehr gut gefallen hat mir dabei das Denken von Kavitas Mann Jasu zu erkunden. Erschien er mir zu Beginn sehr stumpf, egoistisch und schwach, so änderte ich zum Ende hin meine Meinung über ihn. Alle Protagonisten erfahren eine Entwicklung, zu der sie das Leben mehr oder weniger gezwungen hat. Das macht das Buch deshalb so besonders, realitätsnah und somit glaubwürdig.

    Auch das Ende driftet nicht, obwohl auch das eine oder andere Klischee bedient wurde, in den eigentlich erwarteten “Kitsch” über, sondern bildet auch hier die Realität ab. Genau so hätte es sich wahrscheinlich zugetragen. Das nahm mich noch mehr für die Geschichte ein und ich bewunderte Shilpi Somaya Gowda für ihren Mut, SO eine Geschichte geschrieben zu haben, die mir am Ende einen Kloß im Hals bescherte!

    Zum Hörbuch
    Ich habe das Buch gelesen und gehört. Es hat mir großen Spaß gemacht, Sabine Arnold als Sprecherin kennenzulernen. Ihre ruhige Stimme, die eine angenehme Klangfarbe hat, passte sehr gut zur Geschichte. Das Hörbuch ist für Hörbuchliebhaber ebenso absolut empehlenswert!

    Fazit
    Dies ist ein Buch, das ich nicht so schnell vergessen werde: interessant, spannend, kulturübergreifend, sensibel und authentisch. Trotz allem hat es mir Lust gemacht, Indien und seine Frauen kennenzulernen. Ich hoffe auf viele weitere Bücher aus der Feder von Shilpi Somaya Gowda.
  6. Cover des Buches Zirkuskind (ISBN: 9783257229660)
    John Irving

    Zirkuskind

     (245)
    Aktuelle Rezension von: Samaire

    Farrokh Daruwalla ist ein Mann auf der Suche nach seiner Identität. In Kanada ist er zu sehr Inder, in Indien zu sehr Kanadier. Dennoch kann er nicht von Indien lassen, auch wenn er es eigentlich hasst. Grund dafür ist auch sein Ziehsohn John D., der in Indien ein großer Bollywood-Star ist. Eine Tatache, an der Dr. Daruwalla nicht ganz unschuldig ist. Als in dem elitären Duckworth Club ein Mitglied ermordet wird, gerät der Doktor mitten in eine Mordserie, die mehr mit ihm zu tun hat, als ihm lieb ist.

    John Irving goes Indien und ich muss gleich vorweg sagen: Ich habe jede einzelne Seite genossen. Natürlich gibt es viel, was man von Irving kennt, die gewohnt starke Frauenrolle ist natürlich auch dabei, dennoch war es, dank des exotischen Settings, etwas neues. Die Geschichte, die gegen Ende zu einem wahren Kriminalfall wird, ist in keiner Minute langweilig und ich kann das Buch nur besten Gewissens jedem empfehlen, der Irving kennt und natürlich auch jedem, der ihn noch nicht kennt. Ein gewisser Hang zur Absurdität muss, wie eigentlich bei jedem Irving, aber gegeben sein.

  7. Cover des Buches Golden House (ISBN: 9783570103333)
    Salman Rushdie

    Golden House

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Insider2199

    "Weil eine Welt ohne Mysterien wie ein Bild ohne Schatten ist".

    Der 1947 in Bombay (heute Mumbai), Indien geborene Autor studierte in Cambridge Geschichte, arbeitete anschließend am Theater und als freier Journalist und schafft seinen Durchbruch 1981 mit „Mitternachtskinder“, das 2008 zum „Best of the Booker“ gekrönt, dem besten Buch, dass in den letzten 40 Jahren den „Booker Prize“ gewonnen hatte. Sein bekanntestes Werk sind die „Die satanischen Verse“, 1988, weil daraufhin Khomeini ein „Fatwa“ (Todesurteil) über den Autor verhängt hatte. Der vorliegende Roman ist mein erster (und sicher nicht mein letzter) von ihm.

    Inhalt (Klappentext): Nero Golden kommt aus einem Land, dessen Namen er nie wieder hören wollte, seit er mit seinen drei erwachsenen Söhnen vor ein paar Jahren nach New York gezogen ist und sich eine junge Russin zur Frau genommen hat. Der junge Filmemacher René wohnt im Nachbarhaus und ist fasziniert von der Familie, die ihm besten Stoff für ein Drehbuch liefert: Aufstieg und Fall eines skrupellos ehrgeizigen, narzisstischen und mediengewandten Schurken, der Make-up trägt und sich die Haare färbt. René wird Zeuge und in einer folgenschweren Episode sogar Teilhaber des dekadenten Treibens im Golden House, dessen Besitzer nicht nur den Vornamen mit Kaiser Nero teilt ... 

    Meine Meinung: Der Roman beginnt mit folgendem „Mannschen“ Endlossatz – und ich führe diesen hier als Kostprobe an, um zu veranschaulichen, welchen sprachlichen Lesegenuss das Buch verspricht:

    „Am Tag der Amtseinführung des neuen Präsidenten, als wir Sorge hatten, er könnte, während er Hand in Hand mit seiner außergewöhnlichen Frau durch die jubelnde Menschenmasse ging, ermordet werden, als so viele von uns wegen der geplatzten Hypothekenblase kurz vor dem wirtschaftlichen Ruin standen und als Isis noch eine ägyptische Göttin war, traf ein ungekrönter etwa siebzigjähriger König mit seinen drei mutterlosen Söhnen aus einem fernen Land in New York City ein, um seinen Palast im Exil zu beziehen, dabei verhielt er sich, als gäbe es an dem Land oder an der Welt oder an seiner eigenen Geschichte nichts auszusetzen, und begann wie ein gütiger Herrscher, seine Nachbarschaft zu regieren – doch trotz seines charmanten Lächelns und der Fähigkeit, seine Guadagnini-Geige von 1745 zu spielen, trug er ein schweres, billiges Parfüm, den unverkennbaren Geruch von krasser, despotischer Gefahr, diese Art Duft, der uns warnt, hüte dich vor diesem Kerl, denn er könnte jeden Augenblick deine Hinrichtung anordnen, wenn du zum Beispiel ein T-Shirt anhast, das ihm nicht gefällt, oder wenn er mit deiner Frau schlafen will.“

    Im Kern geht es bei dieser Story um das Thema „Identität“, denn Nero Golden lässt seine Vergangenheit hinter sich, um mit seinen Söhnen in NY ein neues Leben zu beginnen und dabei streift er sein altes Ich ab und hüllt sich in Schweigen. Der Autor verbindet dieses Thema mit einer Gesellschaftskritik, denn die USA besteht ja zum großen Teil auch aus einem Mischmasch unterschiedlicher Völker, die als „Amerikaner“ zusammenleben. Dabei kommt vor allem Donald Trump sehr schlecht weg, den Rushdie mit einem grünhaarigen Joker mit grellen, roten Lippen vergleicht (in Anlehnung an Batman mit einer Hillary Clinton als „Batwoman“):

    „Außerhalb des Hauses herrschte die Welt des Jokers, die Welt, deren Realität mittlerweile in Amerika so viel wie eine Art radikaler Unwahrheit bedeutete: Verlogenheit, Protz, Scheinheiligkeit, Vulgarität, Gewalt, Paranoia, und ein Wesen mit weißer Haut, grünen Haaren und grell, grell roten Lippen sah von seinem dunklen Tower auf all das herab.“

    Aber es geht thematisch auch um den Film – Rushdie bringt hier zahlreiche Anspielungen auf Filme! – , denn der Ich-Erzähler (René) ist ein Drehbuchautor, der beschließt, aus seinen Erlebnissen mit seinem Nachbarn, Nero Golden, einen Film zu machen, sprich ein Drehbuch zu schreiben. Irgendwann kann der Leser nicht mehr unterscheiden, was Wirklichkeit und was Fiktion ist – und gerade dies macht auch den Reiz des Romans aus!

    In diesem Roman wird es nie langweilig! Interessante Figuren, ein überaus unterhaltsamer Plot mit überraschenden Wendungen, gewürzt mit dem Film-Thema und angereicht mit beißender Gesellschaftskritik machen das Buch zu einem puren Lesevergnügen. Dass man dabei inhaltlich vielleicht nicht alles verstehen mag, das ist ein Umstand, über den man getrost hinwegsehen kann.

    Fazit: Ein anspruchsvoller Roman, thematisch abwechslungsreich (Realität vs. Fiktion, Film, Gesellschaftskritik) mit komplexer Figurenzeichnung und interessantem Plot. Auch wenn man inhaltlich nicht alles verstehen mag, ist das Buch sprachlich ein Hochgenuss und fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Ich werde sicher noch weitere Romane des Autors lesen, vergebe die vollen 5 Sterne und empfehle das Buch v.a. an Film- und NY-Liebhaber.

  8. Cover des Buches Die Dame mit der bemalten Hand (ISBN: 9783946334767)
    Christine Wunnicke

    Die Dame mit der bemalten Hand

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Literaturwerkstatt-kreativ

    „Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:

    „Die Dame mit der bemalten Hand “ von Christine Wunnicke

    Bombay, 1764

    „Indien stand nicht auf dem Reiseplan und Elephanta, diese struppige Insel voller Schlangen und Ziegen und Höhlen mit den seltsamen Figuren an den Wänden, schon gar nicht. Carsten Niebuhr aus dem Bremischen ist hier gestrandet, obwohl er doch in Arabien sein sollte. Ebenso Meister Musa, persischer Astrolabienbauer aus Jaipur, obwohl er doch in Mekka sein wollte.

    Man spricht leidlich Arabisch miteinander, genug, um die paar Tage bis zu ihrer Rettung gemeinsam herumzubringen. Um sich öst-westlich misszuverstehen und freundlich über Sternbilder zu streiten (denn wo der eine eine Frau erkennt, sieht der andere lediglich deren bemalte Hand).

    Es könnte übrigens alles auch ein Fiebertraum gewesen sein. Doch das steht in den Sternen.“


    Fazit:

    Was soll ich sagen, diese kleine Buchperle habe ich einfach mal so zwischendurch von meinem Liebsten geschenkt bekommen und er hat mit diesem doch sehr außergewöhnlichem Buch meinen Lesenerv absolut getroffen. Christine Wunnicke verzaubert von der ersten bis zur letzten Seite. So, dass die 165 Seiten recht schnell gelesen sind. Allerdings handelt es sich um keinen Roman im herkömmlichen Sinne, den man einfach mal eben so herunterliest, manche Stellen musste ich schon zweimal lesen, damit sich der Inhalt besser erschließt, auch habe ich parallel das ein oder andere nachgeschlagen, um manch geschichtlichen Kontext besser zu verstehen und  einordnen zu können.

    Auf eine Lesereise in längst vergessene Zeiten wurde ich mitgenommen, wo Reisen wirklich noch Abenteuer bedeutete und man nicht wusste, ob man wieder sicher den Heimathafen erreichen wird. Und so strandet Carsten Niebuhr (deutscher Mathematiker, Kartograf und Forschungsreisender) auf einer kleinen Insel und es kommt zu einer Zusammenkunft, wo unterschiedlichste Weltbilder, Gesellschaften und Kulturen aufeinander treffen und es zu heiklen, brenzligen, aber auch durchaus humorvollen Situationen kommt. 

    Christine Wunnicke ist eine begnadete Geschichtenerzählerin, die auf hohem literarischen Niveau  versteht eine poetische, feinfühlige und detaillierte Geschichte zu erzählen und uns Lesende gleichzeitig auf eine sehr informative historische Zeitreise mitnimmt.


    Ein historischer, sehr faszinierender und durchaus auch humorvoller Roman!




    Die Rezension ist auch auf meinem Blog zu lesen:

    https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2021/09/19/die-dame-mit-der-bemalten-hand-von-christine-wunnicke/



  9. Cover des Buches Ein Elefant für Inspector Chopra (ISBN: 9783548288468)
    Vaseem Khan

    Ein Elefant für Inspector Chopra

     (23)
    Aktuelle Rezension von: RAMOBA79
    Inhalt:
    Am Tag seiner Pensionierung stolpert Inspector Chopra gleich über zwei mysteriöse Ereignisse: Das erste ist der rätselhafte Fall eines ertrunkenen Jungen, dessen Tod niemanden zu kümmern scheint. Die zweite Überraschung ist ein Babyelefant. Chopra nimmt sich beider an. Ohne seine Polizeimarke, dafür aber mit tatkräftiger Unterstützung von Elefantenbaby Ganesha, sucht er jeden Winkel Mumbais nach dem Mörder des Jungen ab. Er muss bald feststellen, dass sowohl an seinem Fall als auch an seinem neuen Schützling mehr dran ist, als es auf den ersten Blick scheint.

    Das Buch ist flüssig und gut geschrieben. Der Autor hat mich überzeugt durch seine detailgetreue Beschreibung der Stadt in der er spielt und der Beschreibung der Charaktere. Ich habe mich sofort in Ganesha verliebt, sowie Poppy, die Frau des Inspectors (i. R.). :)
    Der Inspector geht trotz Rente, auf Gangsterjagd und seine Frau denkt er hat eine andere. Ich fand dieses Buch so liebenswert und durch die Krimiakzente gefährlich und hinter das wie und warum zu kommen schon spannend.
  10. Cover des Buches Das Gleichgewicht der Welt (ISBN: 9783596512621)
    Rohinton Mistry

    Das Gleichgewicht der Welt

     (216)
    Aktuelle Rezension von: hamburgerlesemaus

    Rohinton Mistry erzählt eine Geschichte, die in den 70er Jahren in Indien während des Ausnahmezustands spielt. Ohne Erbarmen, grausam, humorvoll und rührend erzählt und immer wenn man denkt, es geht nicht mehr schlimmer, setzt setzt der Autor noch einen nach.
    Am Ende steht eines fest: Die Welt ist nicht im Gleichgewicht!

    🐭🐭🐭🐭🐭/5

  11. Cover des Buches Der Weltensammler (ISBN: 9783423135818)
    Ilija Trojanow

    Der Weltensammler

     (162)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    INHALT: Als Inspiration für diesen Roman diente das Leben und Schaffen des Weltreisenden Richard Francis Burton, der Mitte des 19. Jahrhunderts für die britische Krone Indien, Arabien und Afrika erforscht hatte. Dafür erlernte er dutzende Sprachen und begab sich nicht selten in Lebensgefahr. Sei es durch die wochenlangen Gewaltmärsche durch die ostafrikanische Steppe auf der Suche nach den Quellen des Nils, im Kampf mit Fieber und Seuchen, oder durch die Pilgerfahrt nach Mekka, verkleidet als Moslem, worauf für Nichtmuslime die Todesstrafe steht. Burtons grenzenloser Ehrgeiz und der unerbittliche Konkurrenzkampf mit anderen Forschern treiben ihn immer weiter ins Unbekannte…

    FAZIT: Vorab – Trojanow ist ein großartiger Stilist. Die verschiedenen Charaktere, Perspektiven, Stimmen, Atmosphären, alles toll geschrieben. Dennoch, ich weiß nicht woran es lag, ließ mich die Geschichte irgendwo auf der Hälfte fallen. Ich kam dann auch nicht mehr richtig rein, hab das Buch noch brav ausgelesen, blieb aber seltsam unberührt. Burtons Lebensgeschichte ist beeindruckend und ich lese solche biographischen Romane eigentlich auch sehr gern, aber hier blieb der Ofen aus… Zwei Sterne? Drei Sterne? Irgendwo da…

    *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

  12. Cover des Buches Der Duft von Sandelholz (ISBN: 9783426506301)
    Laila El Omari

    Der Duft von Sandelholz

     (52)
    Aktuelle Rezension von: Krimifee86

    Zum Buch: Elisha ist unsterblich in den jungen Arzt Damien verliebt. Und er auch in sie, nur leider ist er durch ein Versprechen bereits an eine andere Frau versprochen und auch Elisha wurde von ihren Eltern verlobt. Schaffen die beiden es trotz aller Widrigkeiten zueinander zu finden? Ein klassischer Indienroman, der in die Zeit der englischen Kolonialherrschaft entführt und den Leser in eine unbekannte und faszinierende Welt tauchen lässt.

     

    Das Cover: Mir gefällt das Cover okay. Es ist in meinen Augen viel zu schlicht und auch irgendwie so nichtssagend. Ich stelle mir Indien immer wahnsinnig bunt und farbenprächtig vor, davon jedoch lässt das Cover nichts erkennen. Schade, im Laden wäre ich sicherlich weiter gelaufen. 2/5 Punkte.

     

    Die Story: Die Story ist eigentlich relativ schnell erzählt: Zwei Liebende, die aus gesellschaftlichen Gründen nicht füreinander bestimmt zu sein schein und es irgendwie schaffen müssen, gegen alle gesellschaftlichen Konventionen doch noch zusammenzufinden. Aber natürlich wird auf den knapp 700 Seiten noch viel mehr erzählt und die Familiengeschichten von Elisha und Damien über Jahre ausgebreitet. Zum Teil interessant und spannend, zum Teil aber auch viel zu viele Wiederholungen und deshalb langweilig. Erst als noch ein Spion ins Spiel kam, nahm die Geschichte für mich endlich Fahrt auf. 3/5 Punkte.

     

    Die Charaktere: Elisha ist die Protagonistin des Romans und am Anfang mochte ich sie sehr gerne, aber leider hat sie für mich im Laufe der Story an Faszination verloren. Statt erwachsen zu werden, verhält sie sich immer mehr wie ein bockiges Kleinkind und bringt ihre Familie damit in große Gefahr. Das genaue Gegenteil von ihr ist ihre Schwester May, die ich am Anfang merkwürdig fand und dann immer mehr schätzen lernte. Gerne hätte es mehr um sie gehen dürfen als um die dritte Schwester Charlotte, die alles andere als eine Sympathieträgerin war. Damien mochte ich auch nicht sonderlich, habe ich doch seine Motive oftmals nicht verstanden. Ein toller Charakter in dem Buch war aber Shalina. Sie hätte gerne eine größere Rolle spielen und stärker in Erscheinung treten dürfen. 2/5 Punkte.

     

    Der Schreibstil: Der Schreibstil von Laila El Omari ist okay. An manchen Stellen war ich voller Spannung und musste unbedingt wissen, wie es wohl weitergeht, an anderen Stellen eher gelangweilt. Der Autorin gelang es nicht, die Spannung konsequent aufrecht zu erhalten. Nichtsdestotrotz war es ein einigermaßen kurzweiliges Lesevergnügen. Bemängeln muss ich jedoch,dass das Land Indien für mich sehr blass geblieben ist. Das ist schade, denn in vielen anderen Romanen wird die bunte Welt in den schillerndsten Farben gezeichnet. Die Autorin hat sich für meinen Geschmack zu sehr auf die englische Kolonialgesellschaft konzentriert – die Mischung der beiden Welten ist ihr kaum gelungen. 3/5 Punkte.

     

    Fazit: „Der Duft von Sandelholz“ ist ein ziemlich klassischer Indienroman, der ins Indien der Kolonialzeit entführt und eine Liebesgeschichte vor diesem Hintergrund aufzeigt. Der Autorin gelingt es dabei leider oft nicht, die Spannung zu halten, denn sie driftet ab in Unwesentliches. Auch sind nicht alle Charaktere besonders gut gezeichnet und auch die Schönheit Indiens wird nur angedeutet. 3/5 Punkte.

     

    Kurzmeinung: Ein klassischer Indienroman, der die Kolonialzeit anhand einer Liebesgeschichte schildert und in fremde Welten entführt.

     

    Mehr von mir zu den Themen Bücher, Essen, Reisen, Fotos, Geocachen, Disney, Harry Potter und noch vieles mehr gibt es unter: https://www.facebook.com/TaesschenTee/

  13. Cover des Buches Die satanischen Verse (ISBN: 9783442746590)
    Salman Rushdie

    Die satanischen Verse

     (107)
    Aktuelle Rezension von: BluevanMeer

    Salman Rushdie spielt mit verschiedenen Mythen, religiösen Ideen, religiösen Überlieferungen, Überzeugungen, Mysterien und verwebt in seine Geschichte die unterschiedlichsten Sagen und Erzählungen aus verschiedenen Religionen. Das ergibt einen unterhaltsamen und ausschweifenden Roman, der es wirklich in sich hat. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, aber ganz ehrlich: richtig nacherzählen worum es geht und Knotenpunkte aus diesem wilden und wunderbaren Roman herauszudestillieren, ist mir verdammt schwer gefallen. Daher nun in groben Zügen eine Beschreibung dieses Feuerwerks der Literatur.

    Die Hauptprotagonisten sind zwei muslimische Männer, Gibril Farishta und Saladin Chamcha, die 111 Tage lang (die 111 ist übrigens eine Zahl sein, die auf die Dreifaltigkeit verweist) in einem von islamistischen Terrorist*innen entführten Flugzeug verbringen, bis die Terrorist*innen das Flugzeug in die Luft sprengen und beide, aneinandergeklammert, durch die Luft fliegen und zum Glück überleben. Doch dann geschehen seltsame Dinge. Während Gibril sich nach und nach in den Erzengel Gabriel verwandelt, wachsen Saladin bald ein Pferdefuß und Teufelshörner. Der Kampf gut gegen böse, Engel gegen Teufel, ist damit eingeläutet. Erzählt wird die Geschichte von einer gesichtslosen und doch scheinbar göttlichen Instanz, die sich selbst als Teil der "höheren Mächte" sieht. 

    "Was konnten sie auch erwarten? Einfach aus dem Himmel zu fallen: dachten sie, so etwas hätte keine Nebenwirkungen? Sie hatten das Interesse höherer Mächte erweckt, das hätten sie eigentlich merken müssen, und diese Mächte (ich spreche natürlich von mir selbst), haben eine boshafte, ja fast schon gemeine Art, mit Sturzflügen umzugehen. Und noch etwas, lassen Sie mich das klarstellen: ein großer Fall verändert den Menschen." (180)

    Farishta und Chamcha stehen sich also als Erzfeinde gegenüber, vom Himmel gefallen sind beide, aber nur Gibril verwandelt sich in einen Engel, der nicht nur Wunder vollbringen kann, sondern dessen Heiligenschein auch die dunkelste Nacht erleuchtet. Kein Wunder, erinnert sein Name Gibril doch an den Erzengel Gabriel.

    Zudem hatte Gibril schon früh Kontakt zur Göttlichkeit, in verschiedenen Bollywoodfilmen verkörperte er immer wieder unterschiedliche hinduistische Götter. Er verliebt sich in Alleluja, eine jüdische Bergsteigerin, die in den höchsten Höhenmetern, wenn sie ganz nah am Allmächtigen zu sein scheint, zu religiöser Ekstase fähig ist. 

    Saladin Chamchawalla verdient sein Geld als Stimmenimitator, im Moment für  den synchronisiert er Ketchupflaschen und Knabbergebäck, und ist ebenfalls Schauspieler. In England lebt er seit seiner Jugend, seine muslimische Herkunft lehnt er ab, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass er ein sehr schwieriges Verhältnis zu seinem Vater hat.

    Während sich die beiden Abgestürzten zu einer alten Dame, Rosa Diamond, retten, entscheiden sich die Richtungen, in denen sich ihre Lebenswege entwickeln werden. Der Heilige in spe, Gibril,  nutzt seine Chancen und verrät den Mann mit Pferdefuß. Saladin wird deshalb von rassistischen Polizisten zusammengeschlagen und erlebt die ganze Palette an Polizeigewalt, die man sich vorstellen kann. Das ist so fies zu lesen, das man nur noch Mitleid mit dem Teufelshorn haben kann. Gibril hingegen, nutzt seine wundersamen Fähigkeiten und verhilft Rosa Diamond zu einer göttlichen erotischen Vision. Rosa Diamond hat es also noch gut getroffen, sie ist eine verschwiegene Figur, die verspricht, niemandem von Gibril zu erzählen. Übrigens sind in vielen Beichtstühlen Rosen eingraviert, denn "Sub Rosa" (unter der Rose) teilte man im Mittelalter den katholischen Priestern seine Beichte mit.

    Saladin erfährt, dass seine Frau eine Affäre mit seinem Freund Jumpy Joshi hat (immerhin war er fast ein Jahr verschwunden) und ist am Boden zerstört. Immerhin hat er den Flugzeugabsturz, die Polizei und das Krankenhaus überlebt (wo sich übrigens noch andere verwandelte Menschen aufhalten) - nur um dann in einem Zimmerchen von Bekannten untergebracht zu werden. Weil er immer mal wieder aus dem Fenster sieht, bildet sich bald im Viertel eine Art Teufelskult um den Mann mit den Hörnern, der das Viertel in Chaos und Verwüstung stürzt. Zudem erfährt Saladin, dass seine Frau von ihrem Geliebten ein Kind erwartet. Saladin hat nur noch ein Ziel: er will sich an Gibril rächen, den er für sein Unglück verantwortlich macht. Aber Gibril geht es auch nicht gerade rosig: er wird zu einem riesigen Macho und stresst Alleluja. Zudem kann Gibril bald nicht mehr entscheiden, wer er ist: ein Erzengel oder ein Mensch?

    Neben dem Hauptkonflikt der beiden Protagonist*innen, wird die Erzählung immer wieder durch Gibrils Träume unterbrochen, die ins Märchenhafte kippen. In seinen Träumen geht es um die Stadt Jahila, eine Stadt aus Sand, in der die Menschen 360 unterschiedliche Götter und Göttinnen verehren, bis der Prophet Mahound kommt, seines Zeichens ursprünglich Kaufmann, und den Menschen, wenn es um den richtigen Glauben geht, mal ein bisschen auf die Sprünge hilft. In Jahila lebt auch das Mädchen Aischa, das vom Erzengel Gabriel als Prophetin ausgewählt wurde. Als Symbol ihrer Göttlichkeit wird sie von einem Schwarm von Schmetterlingen begleitet. Ihr ganzes Dorf Titlipur folgt ihr (wie auf einer Pilgerreise) nach Mekka, denn Aischa hat den Menschen versprochen, dass sie das Meer für sie teilen wird. Die todkranke Mischa Sahil sucht Hoffnung und Heilung bei Aischa, ihr Mann glaubt nicht an Aischas Versprechungen und versucht die restlichen Pilger immer wieder zur Umkehr zu bewegen. Aischa hat noch einen extrem frauenfeindlichen und radikalen Gegenspieler, einen Imam, der um seinen eigenen Einfluss bei den Gläubigen fürchtet und natürlich den mächtigen Propheten Mahound, der passenderweise immer dann eine Vision bekommt, sobald seine Anhänger*innen ihn kritisieren. 

    "Tod der Kaiserin Aischa und ihrer Tyrannei, dem Kalender, den Vereinigten Staaten, der Zeit! Wir suchen die Ewigkeit, die Zeitlosigkeit Gottes. Seine stillen Wasser, nicht ihren strömenden Wein. Verbrennt die Bücher und vertraut dem BUCH, zerreißt die Papiere und hört das WORT, wie es der Engel Gibril dem Verkünder Mahound offenbart und wie es euer Deuter und Iman erläutert hat." (S.281)

    Es ist schon bezeichnend, dass Engelchen und Teufelchen in der Romankonstruktion eigentlich Schauspieler sind und Gibril wie ein Schlafwandler zwischen den Welten hin und hergeistert und in diesem ganzen Chaos irgendjemand - von ganz weit oben - die Puppen tanzen lässt. Die Menschen können nur reagieren. Das nennt man dann wohl Schicksal. Und wenn Gott einmal nicht nur als Erzählinstanz auftaucht, sondern als Figur im Text, dann sitzt er mit schütterem Haar auf Gibrils Bett und hat vor allen Dingen Schuppen. Solche Parodien muss man erst einmal in eine Romanform gießen. Hinzu kommt, dass alle Propheten und Ausgewählten in diesem Text an keiner Stelle halten, was sie versprechen. Während Mahound die Menschen offen betrügt, schickt Aischa ihre Anhänger letztlich ins Wasser, wo sie ertrinken. Denn natürlich gelingt es ihr nicht, das Meer zu teilen. Magischer Realismus mit einer gehörigen Portion Religionskritik, auch das steckt in diesem Buch. 

    Kurz nach Erscheinen des Romans, am 14. Februar 1989, rief Ajatollah Chomeini über Radio Teheran eine Fatwa gegen den Schriftsteller und all diejenigen aus, die den Text, der eine Beleidigung des Propheten darstelle, verbreiten und übersetzen. Rushdies japanische Übersetzer, Hitoshi Igarashi, wurde 1991 ermordet, sein italienischer Übersetzer Ettore Capriolo und sein norwegischer Verleger Wililam Nygaard wurden bei Anschlägen schwer verletzt. 

    Wie so oft, und das ist mir bei diesem Text besonders aufgefallen, fehlte mir das Wissen über die religiösen Anspielungen, die über das Christentum hinausgehen. Hinzu kommt, dass ich diesen Roman über einen Zeitraum von sechs Monaten gelesen habe. Ich konnte ihn nicht einfach weglesen - dafür war er zu komplex, zu kompliziert und gleichzeitig auch ein Stück Roman, das ich mir einfach aufsparen wollte. Weil ich gar nicht wollte, dass dieser Roman zu ende geht. Im Satanic Verses Pose Festum, einer Festschrift, die im Jahr 2000 erschienen ist, schreibt der syrische Philosoph Sadik Al-Azm, dass die Einzigartigkeit des Romans darin bestehe,  „den muslimischen Osten und den säkularen Westen zum allerersten Mal in eine religiöse, politische und literarische Kontroverse“ zu bringen und beide so auf einer höheren Ebene miteinander zu verbinden. Die satanischen Verse werden für ihn zum "transkulturellen, transnationalen und transkontinentalen Welt-Roman par excellence". Denn es geht nicht nur um Religionen. Ein Großteil der Handlung passt in jede typische Geschichte einer Großstadt, denn sie spielt in London, es geht um Migration, um Identitäten und natürlich auch um Liebe. Von den verschiedenen Liebesgeschichten, die erzählt werden, endet eine sogar glücklich.

    Hallelujah!

  14. Cover des Buches Unentschlossen (ISBN: 9783833304941)
    Benjamin Kunkel

    Unentschlossen

     (66)
    Aktuelle Rezension von: rallus
    "Ich schätze, sein oder nicht sein ist die Frage. Damit hatte keiner gerechnet. Aber offenbar ist für manche Leute die Entscheidung, alles zu beenden, die erste wichtige Entscheidung ihres Lebens. Natürlich auch die letzte."

    Dwight ist Ende 20 und furchtbar unentschlössen. Als Student der Philosophie hat er sicher eine Erklärung. "Unentschlossen zu sein, ist der Ersatz für die eigene Unsterblichkeit.", So ein bekannter Philosoph.Dwight ist beliebt und organisiert die nächste Abschluß-Collgeparty. Nachdem die Collegeschönheit und Exfreundin Natasha ihm antwortet, dass sie kommt - oder nicht, erkennt er darin eine Geistesgemeinschaft und möchte sofort zu ihr nach Ecuador reisen.
    Dort angekommen trifft er Natasha und Brigid, verliert Natasha sofort wieder und macht sich mit Brigid durch den Dschungel um mit ihr über die Konsumgesellschaft und die allgemeine Unentschlossenheit der Menschheit zu diskutieren.

    "Überleg dir wie du dich in einer Konsumgesellschaft fühlst, in der man dich ständig um kleine Mengen von Wünschen bittet und sie vergeudet, so dass du nie genug Leidenschaft für eine einzige Sache aufsparen kannst."

    Dwight hat vor der Reise eine Medizin gegen seine Unentschlossenheit bekommen. Abulinix soll ihn heilen. Im Dschungel spürt er schon die ersten Resultate!

    "Als wir in der Abenddämmerung in Banos ankamen, stürmte ich in die Hombres Toilette an der Bushaltestelle und pinkelte mit mächtigem Strahl in das stinkende Pissoir. Es tat unheimlich gut, den leidenden Inhalt meiner Blase freizulassen. Dann wich meine Qual einem halben Glücksgefühl, und ich überlegte, wie gern ich doch pinkelte, und eigentlich auch nieste, schiss, Ohrenschmalz aus den Ohren oder Rotz aus der Nase popelte, ejakulierte oder spuckte, und wie gern ich mich sogar übergab, wenn mir schlecht war - all diese Dinge. Vielleicht wurde ich nie ein kluger und entschiedener Mensch, aber wenigstens lag ein ganzes Leben des Ausscheidens und anderweitigen Entsorgens vor mir, und wie konnte ich mit der Aussicht auf diesen kostenlosen , moralisch wertfreien und im Übermaß vorhandenen Genuss mein widerliches Leben auf Erden jemals bedauern? Ich bin das Gift in mir, dachte ich, und es ist herrlich, es loszuwerden."

    Unentschlossen war im Jahre 2007 DER Debütroman aus Amerika. Unentschlossen ist sicher witzig, in manchen Situationen auf den Punkt gebracht und sprachlich rasant. Was der Roman nicht ist, ist eine Gesellschaftskritik. Zu unscharf sind die Kritiken und zu sehr ironisiert in die Witzwatte verpackt, als dass man sie greifen oder ernst nehmen kann.

    Wenn man sich davon befreit mehr in diesem Buch zu sehen, erlebt man ein herrliches Leseerlebnis, mit sehr schönen pointierten Seitenhieben auf die amerikanische Gesellschaft. Einfach ein Buch was durch seine Sprache Lust aufs Lesen macht.
  15. Cover des Buches Wo der Himmel leuchtet (ISBN: 9783442491025)
    Jenny Ashcroft

    Wo der Himmel leuchtet

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Bluejellow

    Cover: Das Cover ist sehr schön und im nachhinein finde ich es sehr passend und sogar etwas erdrückend von den Emotionen, das es ausstrahlt. Die Farben passen ebenfalls perfekt.


    Geschichte: Maddy entdeckt zwischen all den Leuten auf der Silversterfeier in Bombay einen Mann, der sie sofort in den Bann zieht. Doch dann verschwindet er spurlos. Am Tag darauf erhält er von diesem mysteriösen Mann einen Brief, sowie das Feuerzeug, dass sie verlor. Dadurch entsteht eine Bekanntschaft, die Maddy prägen wird. Doch ihre Mutter gefällt das nicht, denn Sie sieht den Chirugen Guy an ihrer Seite, auch wenn er viel älter ist als sie. Was Maddys Schicksal ist, kann nur sie selbst bestimmen.

    Eine wirklich gelungene und emotionale Geschichte über Liebe, Verlust und die Zeit, die damals spielte. Ich konnte öfters gut mitfühlen und die Stimmung der besonderen Kulissen kam sehr oft gut rüber. Dazu kommt, dass alles so gut zusammengepasst hat. Auch die Charaktere, die Dialoge und der Plot war sehr gut gestaltet.


    Charaktere: Maddy und Luke sind zwei sehr starke Protagonisten, die Spaß und Lebensfreude ausstrahlen. Es war unmöglich, sie nicht zu mögen. So wie die Nebencharaktere, hatten auch die Protagonisten eine tolle Hintergrundgeschichte und viel Charakter. Selbst Guy musste man auf eine gewisse Art mögen, obwohl er eher das Gegenteil von Luke war. Die Emotionen der Charaktere kam sehr gut rüber und ich konnte dadurch manchmal richtig mitfühlen.


    Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin war wirklich toll, auch wenn er besonders war. Sie nutzte viel indirekte Rede und auch Klammerkommentare. Sie schrieb aus der sicht verschiedene Charaktere aus der Er/Sie-Perspektive, wobei die Protagonisten der Hauptfokus der Erzählsicht waren. Es war von den Begriffen leicht zu lesen und schwierigere Wörter wurden kursiv markiert, leider aber nicht wirklich erklärt.


    Fazit: Eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die sich lohnt. Perfekt für den Sommer, oder wenn man sich im Winter den Sommer ersehnt. Allerdings ist es keine leicht zu verdauuende Lektüre, denn hier gibt es viel Emotionen und Herzblut. Schade, dass die Geschichte von Maddy vorbei ist. Eine klare Leseempfehlung von mir.

  16. Cover des Buches Letzter Mann im Turm (ISBN: 9783423142496)
    Aravind Adiga

    Letzter Mann im Turm

     (20)
    Aktuelle Rezension von: haberland86
    Ich habe dieses Buch vor einigen Jahren auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt und war vom interessanten Klappentext, sowie dem tollen Schreibstil der ersten Buchseiten total begeistert. Als ich „Letzter Mann im Turm“ nun vor einigen Wochen zu lesen begann, erwartete ich ein Indienepos, das mich sowohl inhaltlich als sprachlich begeistern würde. Außerdem hoffte ich, einen Einblick in den indischen Alltag zu bekommen und dieses exotische Land dadurch besser kennenzulernen.
    Vor allem im letzten Punkt wurden meine Erwartungen voll und ganz erfüllt.

    Aravind Adiga machte es mir mit seiner bildhaften Sprache (sowie den Übersichtskarten am Anfang und Ende des Buches) leicht, in dieses faszinierende und kontrastreiche Land einzutauchen. Ich konnte Mumbai mit seinen Farben, Gerüchen, dem Prunk und der bitteren Armut förmlich vor mir sehen.
    Die ersten 200 Seiten flogen nur so dahin, bis der erste Rausch nachließ und mich die großartige Sprache nicht mehr über die stagnierende Entwicklung der Geschichte hinweg trug.

    Die Ausgangslage ist sehr spannend – eine Hausgenossenschaft erhält ein großzügiges Angebot eines Immobilienhais, der das allmählich verfallende Gebäude der Vishram Society abreißen möchte, um dort moderne Luxusapartments zu bauen.
    Für die Bewohner ist das die einmalige Chance, der Unterschicht zu entfliehen und am Aufschwung ihres Heimatlandes zu partizipieren. Dafür müssen aber alle Bewohner dem Angebot innerhalb einer gesetzten Frist zustimmen. Da nicht alle Bewohner ihre Wohnung verlassen wollen, selbst wenn sie noch so viel Geld geboten bekämen, ergibt sich ein interessanter Konflikt, der durch die menschliche Gier sogar lebensgefährlich werden kann.
    Auch die Bewohner der Vishram Society bieten einen interessanten Querschnitt der indischen Gesellschaft. Hier wohnen Christen, Hindus und Moslems friedlich miteinander. Es gibt Pensionäre, Lehrer, Selbständige und solche, die ihr Geld mit zwielichtigen Geschäften verdienen. Solche die alleine wohnen, zu zweit  oder als Familie.

    Irgendwann hatte ich aber das Gefühl, dass der Autor die Geschichte, einem Bollywood-Film gleich, unnötig in die Länge zog. Weniger wäre, meiner Meinung nach, hier mehr gewesen.
    Irgendwie quälte ich mich durch 250 langatmige Seiten, bis es auf den letzten 50 Seiten für einen kurzen Moment noch einmal spannend wurde. Den vorhersehbaren Epilog hatte ich allerdings nicht gebraucht und wäre froh gewesen, das Buch ein paar Seiten eher beenden zu können.

    Da ich über Aravind Adiga und „Letzter Mann im Turm“ viel Positives gelesen und gehört hatte, blieb ich am Ende enttäuscht zurück und würde das Buch, trotz sprachlicher Stärke, kein zweites Mal lesen.

    Die vollständige Rezension findet sich auf meinem Blog.
  17. Cover des Buches Der kleine König von Bombay (ISBN: 9783423249171)
    Chandrahas Choudhury

    Der kleine König von Bombay

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Tasmetu
    Ich habe ja schon lange keine richtig schlechte Rezension mehr geschrieben, weil ich einfach weiß, dass so etwas die Autoren - die ja auch nur Menschen sind - verletzt. Aber in diesem Fall hoffe ich einfach, dass der Autor niemals Deutsch lernt oder diese Rezension einfach nie zu Gesicht bekommt.
    Denn der Schreibstil war zwar okay und manche Gedankengänge waren so gut und vor allem so schön umschrieben, dass ich doch einige Zitate herausschreiben konnte. Aber der Hauptcharakter. So einen egozentrischen Waschlappen habe ich ja noch nie in einem Buch erlebt.
    Abgesehen davon, dass der Plot eigentlich ziemlich... sinnlos? platt? nicht vorhanden? war und ich bei jeder Seite darauf gewartet habe, dass man nun erfährt auf was diese Geschichte jetzt hinauslaufen soll (es ist nie passiert), hätte ich den Hauptcharakter gerne angezündet.
    Sein Name ist Arzee und er ist kleinwüchsig. Soweit, so gut, daraus hätte man (v.a. mit Indien/Bombay als Kulisse) richtig was machen können. Aber nein. Es geht nur darum wie uneeeeeeendliiiiich schwer er es im Leben hat - zumindestens steht das auf jeder Seite. Er bemitleidet sich eigentlich pausenlos selbst und benimmt sich dabei wie Klischee-Frauen aus Mario Barth Witzen.
    Die einzigen Pausen davon sind entweder Beschreibungen vom Kino, der einzige Moment, in dem er es wirklich schwer hatte (der vermutlich ein Plot Twist sein sollte, der aber ohne jeden Kontext daher kam und vollkommen deplatziert wirkte) und - ganz wichtig - die Momente, in denen er zeilenlang schreibt, dass er jetzt ein neuer Mensch ist/wird und dass er alles hinter sich lässt und alles anders wird und sein neues Ich jetzt dran ist ... und ungefähr eine halbe Seite später ist alles wieder so wie vorher: Er macht aus einem nicht vorhandenen oder sehr kleinen Problem eine Tragödie, in der die ganze Welt nur ihn, Arzee, den armen armen aaaarrrmmmen Arzee, hasst. Die ganze Welt ist nur zu ihm schlecht.
    Kotz.
    Und das wiederholt sich immer und immer und immer wieder. Wenn wenigstens der Plot, oder doch BITTE wenigstens der Schluss gut gewesen wäre. Aber nein.
    Das Buch, dessen Klappentext sich wirklich vielversprechend angehört hat, war für mich ein absoluter Reinfall, was zu 95% an Arzees Selbstmitleid, Egoismus und Scheuklappendenken gelegen hat. Schade.
    PS: Den zweiten Stern gibt es nur für die Zitate

    Mehr auf: http://wp.me/p5aiIx-Yp


  18. Cover des Buches Rupien! Rupien! (ISBN: 9783462304961)
    Vikas Swarup

    Rupien! Rupien!

     (312)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Es beginnt vielversprechend, der Protagonist wird gerade gefoltert und kann nicht glauben, dass er gerade die Quizshow WER WIRD MILLIARDÄR gewonnen hat. Genauso wenig wie die Folterer, das Fernsehstudio, seine Anwältin, die ganze Welt. Da hatte mich der Autor schon und ich wollte unbedingt wissen, wie Mohammed Thomas es bloß geschafft hat, die Fragen richtig zu beantworten.

    Die Anwältin rettet ihn von der Folter, bringt ihn zu sich nach Hause und beginnt mit der Aufnahme und Mohammed erzählt seine Geschichte. Dabei wird jede Frage als ein Kapitel dargestellt, also insgesamt Fünfzehn Kapiteln, in denen er zuerst ein Teil seiner Lebensgeschichte erzählt, dann mit der Anwältin redet und anschließend das Video von der Show abspielt.

    Die ersten paar Fragen waren noch interessant zu folgen, aber mit jeder einzelnen Frage wurde ich aus der Geschichte hinausgeworfen, da die Reihenfolge der Fragen nicht mit der Reihenfolge der Geschehnisse verläuft. In einer Frage ist er ein Kind, in der nächsten ein Erwachsener, in der anderen wieder ein Kind und diesmal an einem völlig anderen Ort mit völlig anderen Menschen und in der nächste ist er wieder bei den gleichen Menschen wie in Frage zwei zusammen und das erschwert es, der Geschichte zu folgen, weil ich nicht weiß, was für eine Bedeutung die Figuren haben und ob sie wirklich eine Rolle spielen. Bei der sechsten oder siebenten Frage wurde mir das alles dann doch zu blöd und ich habe mich dazu entschieden, das Buch abzubrechen.

    Die Figur selbst ist wirklich sympathisch, ich habe ihn gleich zu lieben gelernt, ihn gemocht, ihm das Beste gewünscht und ich war froh darüber, dass er die Show gewonnen hat und sicherlich glücklich wird. Der Stil ist leicht zu lesen, es ist simpel gehalten, aber authentisch und gut. Aber das Zickzackmuster des roten Fadens hat den Lesespaß ruiniert und den Spannungsbogen mehrmals so hart durchbrochen, dass es mir schlussendlich egal wurde, wie er die Antworten auf die Fragen wissen konnte.

  19. Cover des Buches Der weiße Tiger (ISBN: 9783406715099)
    Aravind Adiga

    Der weiße Tiger

     (156)
    Aktuelle Rezension von: Ingrid_Menzel

    Balram, "der Weisse Tiger", stammt aus einem Dorf im Zentrum Indiens, aus einer der untersten Kaste Indiens. Normalerweise kann niemand von einer Kaste in die andere wechseln. Einmal hineingeboren - ein Dasein für immer! So haben  ausschließlich  die Mitglieder der oberen Kasten Glück und Erfolg im Leben. 

    Balram hat "Glück", als er als Fahrer für einem Reichen nach Delhi verschlagen wird. Eine neue Welt für ihn, wo die Jagd nach Alkohol, Geld, Frauen und Macht als das große Lebensziel ausgegeben und gefeiert wird. Balram ist und bleibt Diener und erkennt, dass damit nur der große Hühnerkäfig aufrecht erhalten wird, wie er es im Kleinformat in seinem Dorf erfahren hat. 

    Balram hat Charisma  und Temperament. Er weiß mit seinem Umfeld umzugehen und ist bei seinem Herrn sehr beliebt.  Was aber nicht bedeutet, dass er sich in seiner Rolle wohlfühlt und er damit zufrieden ist, wie dieser ihn entlohnt. Eine eigene Zukunft könnte er sich damit nicht aufbauen. 

    Eines Tages entdeckt er in einem Zoo einen Tiger. Nicht irgendeinen Tiger, sondern einen weißen Tiger, das Lebewesen, was in jeder Generation im Dschungel nur einmal auftaucht. In einem Käfig aus Bambusstäben lebt er in Gefangenschaft. Balram reagiert wie hypnotisiert, als er die Blicke des Tigers in ihn eindringen spürt, wie unter einem Bann - Magie pur! . Er weiß, dass er mit seinem Leben  nicht weitermachen kann, ohne sich aus seinen Fesseln zu befreien. 

    Ein quirliger, bunter, aufregender, ja, provozierender Roman, anrührend und amoralisch zugleich, in autobiographische Briefepisoden gekleidet ... Keine exotischen Indienbilder, sondern die knallharte Realität der indischen Gesellschaftsstrukturen und der verzweifelte, wenn auch fragwürdige Versuch, sich auf die eigene Kraft zu stützen, um ein bisschen mehr Gerechtigkeit zu schaffen. 

    Absolut lesenswert!

    Inzwischen wurde dieser Roman auch verfilmt, und zwar in dem  Filmdrama von Ramin Bahrani, das am 6. Januar 2021 in Las Vegas seine Weltpremiere feierte und derzeit bei NETFLIX ausgestrahlt wird.


  20. Cover des Buches Im Schatten des Berges (ISBN: 9783442487660)
    Gregory David Roberts

    Im Schatten des Berges

     (15)
    Aktuelle Rezension von: wandablue
    Endloses Geschwafel.
    Lin, Shantaram genannt, möchte aus der kriminellen Sanjay Company aussteigen. Dass dies nicht ganz einfach sein wird, kann man sich denken. Das Ganze spielt im früheren Bombay und das Beste, was ich von diesem Roman sagen kann, ist, dass man das Menschengewusel der Großstädte in Indien wirklich gut nachvoll-ziehen kann. Atmosphärisch ist der Roman gut aufgestellt.

    Ob der Autor aber auch gut schreiben kann, muss jeder selber beantworten, der das Buch liest. Ich meine, er hat einen zähen Plot entwickelt mit zahlreichen Verästelungen und einem Irrenhaus an Personal, einer Staffage, die für die Handlung unerheblich ist.

    Lin will aus der kriminellen Vereinigung aussteigen und trifft seine alte Jugendliebe wieder. Seine aktuelle Gespielin wird glücklicherweise vom Autor (für den Leser schmerzlos) entsorgt. Dass Lin die derzeitige Partnerin eigentlich nicht liebt und dann doch und dann doch wieder nicht, weil er immer und ewig nur Karla liebt, ist nur einer der ärgerlichen Punkte des Romans. Das Paar Karla/Lin ist nämlich unerträglich langweilig.

    Was dem Roman abgeht und was ihn letztlich nichtssagend macht, sind die fehlenden Personenzeichnungen. Keiner dieser Hunderte von auftretenden Personen hat ein Leben. Sie bekommen schnell einige Eigenschaften verpasst und verschwinden wieder. Es ist viel Bewegung im Roman, alle laufen, fahren, rennen, gewissermaßen sinnfrei von A nach B nach C, D bis Z.

    Ich habe 500 Seiten gelesen und es passiert nichts. Dh. natürlich passiert was, man wechselt die Lokalitäten, trinkt und dealt und dröhnt sich voll und ist voller wichtiger Scheinaufträge und Scheinaktivitäten. Aber nichts davon ist wesentlich, der Zug fehlt. Es ist beliebig.

    Der Erzählstil ist sehr pathetisch und personalisiert quasi alles, das Licht, den Wind, die Jahreszeiten, die Natur. Der Autor flicht pseudophilosophische Betrachtungen und Lebensweisheiten in seine Erzählung ein, die, bei Licht betrachtet, hohle Nüsse sind.

    Eines versteht der Autor perfekt: er sagt mit vielen Worten gar nichts.

    Fazit: Ein ziemlich hohler Roman mit viel Blendwerk. Ich habe nach 500 Seiten das Handtuch geschmissen.

    Kategorie:  Unterhaltung
    Verlag: Goldmann, 2017

  21. Cover des Buches Bollywood - Die besten Filme & ihre Stars (ISBN: 9783898805711)
    Christian Lukas

    Bollywood - Die besten Filme & ihre Stars

     (3)
    Aktuelle Rezension von: natti_Lesemaus
    Als Bollywood Fan ein tolles Exemplar für mich. Bunt wie Bollywood ist.
    Eine tolle zusammenstellung von Stars, Filmen und rund um bollywood.
    Alles gut zusammengestellt, ein tolles Nachschlagewerk für alle, die ddiese Filme und ihre Stars lieben.
  22. Cover des Buches Holy Freaks (ISBN: 9783426790816)
    Joannis Stefanidis

    Holy Freaks

     (14)
    Aktuelle Rezension von: ulrikerabe
    Buntes Menschentreiben am Bahnhof von Bombay. Joannis Stefanidis begegnet dort der Neuseeländerin Amy, die er von nun an seine „schöne Hippieprinzessin“ nennt. Beide sind nach Indien gekommen, in dem Wunsch Heilung zu finden. Doch wenn die beiden sofort physisch getrennte Wege gehen, bleiben sie über die Jahre in ständigem E-Mail Kontakt. 

    Es ist die Suche dem Sinn im Leben, nach der Erleuchtung, dem Karma, nach transzendentalen Erfahrungen. Es sind viele Episoden, teils heiter, teils nachdenklich stimmend, die Joannis erzählt. Will Joannis zunächst nur seinen lästigen Tinnitus loswerden, begibt er sich über die Zeit in einen Erleuchtungsrausch. Immer wieder begibt sich der Berliner Joannis Stefanidis, den einige vielleicht als Übersetzer der Eragon Bücher kennen, nach Indien, Sri Lanka, Thailand, aber auch nach Peru. Yoga in allen Formen, Ayurveda, Mediation, Schamanen, es gibt fast nichts was er nicht ausprobiert. Es ist ein Ausbrechen aus dem grauen und kalten Alltag des homo digitalis. 

    So stellt er sich die Frage: „WELCHEN SINN HAT DAS ALLES EIGENTLICH?“, und gibt gleich zu bedenken: „An dieser Frage haben sich schon ganz andere Kaliber die Zähne ausgebissen. Und wahrscheinlich kann dieses Rätsel nur jeder für sich selbst lösen. Vielleicht gibt es ja gar nicht die eine erleuchtende, die ultimative Antwort, sondern nur all die kleinen, persönlichen Wahrheiten, die man in lebenslanger Mühsal selbst herausfinden muss.“

    Immer bleibt er respektvoll den (vor allem) asiatischen Weisheiten, den uralten Methoden der Sinnfindung gegenüber, nimmt eher sich selbst nicht ganz ernst und wird niemals betulich. Einzig den Untertitel zum Buch „..wie Shiva mir die Braut ausspannte“ fand ich unpassend.

    Auf seinen Reisen lernt er die unterschiedlichsten Menschen kennen, Menschen die wie er auf der Suche sind und deren Heilsboten, guten wie weniger guten. Aber er erzählt auch von den Ärmsten der Armen, von der Kehrseite der wunderbar faszinierenden exotischen Gegenden, die Joannis bereist. 

    Nett fand ich am Schluss einen Überblick über all die erlesenen Stationen und wie es mit den Menschen, denen Joannis dort begegnete, weiter ging. Damit findet dieses Buch einen runden Abschluss.
  23. Cover des Buches Der Pate von Bombay (ISBN: 9783746624839)
    Vikram Chandra

    Der Pate von Bombay

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Shantaram (ISBN: 9781433270192)
    Gregory David Roberts

    Shantaram

     (2)
    Aktuelle Rezension von: EmmaZecka
    Gestaltung
    Bei Shantaram handelt es sich um den ersten Band einer Dilogie, also einer Reihe, die aus zwei Teilen besteht. Beide Hörbücher sind in einer CD Box untergebracht. Ihr kennt diese CD Boxen mit Sicherheit: Meist sind die Hörbücher hineingepresst und man bekommt die einzelnen Bände kaum aus der Box. Bei Shantaram hingegen bin ich von der CD Box sehr angetan. Ich muss sogar etwas aufpassen, dass mir die Hörbücher nicht aus Versehen herausfallen. Es ist aber unglaublich angenehm, eine CD Box zu haben, bei der man die Hörbücher entnehmen kann, ohne Angst haben zu müssen, die Hörbuch Hülle oder die CD Box zu zerstören.

    Kommen wir nun zum Sprecher: Das Hörbuch wird von Jürgen Holdorf gelesen. Er hat eine tiefe Stimme, die auch etwas älter klingt. Zu Beginn hat es mich etwas verwirrt, weil ich so nicht recht wusste, wie alt unser Protagonist, den alle nur Lin Baba nennen, wirklich ist.
    Ich hatte mich aber schnell an Holdorfs Interpretation der Geschichte gewöhnt. Besonders gut gefallen haben mir die Darstellungen mancher Charaktere, denen er den indischen Akzent gegeben hat. Außerdem hat er Lins Einsamkeit stimmlich gut herausgearbeitet.
    Bei der Gestaltung gibt es also eine volle Punktzahl.

    Inhalt
    Der Inhalt von Shantaram verwirrte mich etwas. Einerseits fand ich den Anfang unglaublich stark. Normalerweise lernen wir einen Protagonisten ja am Anfang der Geschichte oder während der Krise kennen, die er in der Geschichte durchleben und verarbeiten muss. Unser Protagonist Lin Baba hat hier das erste und wichtigste Kapitel seines Lebens aber schon hinter sich: Er ist aus einem australischen Gefängnis ausgebrochen. Dort saß er wegen mehrer Raubüberfälle eine lange Haftstrafe ab. Diese hatte er begangen, um seine Heroinsucht zu finanzieren. Von seiner ersten Krise bekommen wir also überhaupt nichts mit.

    Was mich also verwirrte war Folgendes: Ich wusste lange nicht, worauf die Handlung in Shantaram hinausläuft. Wir begleiten Lin wie er sich in Indiens Hauptstadt orientiert und erste Kontakte knüpft. Dann scheint sich die Geschichte in zwei Handlungsstränge aufzuteilen, die fließend ineinander übergehen, aber nacheinander abgearbeitet werden.

    Lin freundet sich schnell mit dem einheimischen Prabaker an. Prabaker ist Stadtführer und zeigt Lin nicht nur die beliebten Plätze der Touristen, sondern auch Plätze von Indien, die den Touristen eher verborgen bleiben. So lernen wir als Leser die indische Kultur etwas besser kennen, beginnen Verhaltensweisen zu verstehen und vielleicht im Ansatz auch besser nachvollziehen zu können. Dieser Handlungsstrang zeigt uns das alltägliche Leben in Prabakers Heimat. Mir hat dieser Teil der Geschichte sehr gut gefallen, weil wir hier in eine fremde Kultur eingeführt werden und scheinbar banale Erlebnisse für viel Bewegung innerhalb der Handlung sorgen und die Eigenschaften unserer Charaktere auch gut hervorheben.

    Doch leider deutete sich schnell ein anderer Handlungsstrang an. Lin lässt sich mit zwielichtigen Gestalten ein. Hier kommt es zu verschiedenen Machtkämpfen innerhalb und außerhalb Indiens. Zum einen erstaunte mich hier, wie naiv Lin an die Sache heranging. Da er bereits im Gefängnis war, wunderte es mich, dass er die Machtstrukturen von Banden nicht zu durchschauen schien oder nicht wahrnahm, wann die Gruppen begannen, ihn zu vereinnahmen. Teilweise war er von Intrigen betroffen, brauchte aber - übertragen auf das Hörbuch - Stunden um dahinterzukommen, während ich schnell wusste, wer ihm hier Böses wollte. Ich ertappte mich auch dabei, wie er mir als Protagonist stellenweise auf die Nerven ging, weil ich eine völlig andere Herangehensweise bzw. Vorstellung davon hätte, wie ich seine Probleme lösen würde, wenn ich in einer ähnlichen Situation wäre. So bin ich davon ausgegangen, dass er froh ist, es aus dem Gefängnis heraus geschafft zu haben und das sein Interesse daher sehr gering ist, sich wieder mit kriminellen Leuten einzulassen. Hingegen schien das für ihn kein großes Problem darzustellen.

    Zudem begann ich etwas über das Buch zu recherchieren und fand heraus, dass Gregory David Roberts selbst über mehrere Jahre in Indien gelebt hat und ebenfalls aus dem Gefängnis ausgebrochen war. Shantaram ist vermutlich also eine Art Autobiografie. Allerdings bin ich mir unsicher, ob es sich wirklich um eine Autobiografie handelt, oder Fiktion und Wahrheit hier miteinander vermischt werden.

    Wenn wir also mal davon ausgehen, dass das Buch größtenteils fiktiv ist, könnte ich anmerken, dass es den kriminellen Handlungsstrang für die Geschichte meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte. Außerdem enthielt Shantaram ein paar Längen, die man aber schlecht kürzen konnte, da sie für den Gesamtzusammenhang der Geschichte wichtig sind.

    Wenn es sich hier aber wirklich um eine Autobiografie handelt, kann ich diese Punkte nur bedingt kritisieren, weil er ja nur sekundär etwas dafür kann, wie sein Leben verlaufen ist. Er hat es schließlich so niedergeschrieben, wie es war. Und wenn ich diese Theorie zu Ende denke, gibt uns Shantaram sehr spannende Einblicke in sein Leben bzw. in das Leben von Lin Baba. An entscheidenden Stellen beginnt er häufig zu zweifeln und man merkt hier, dass ihm Ressourcen fehlen. Und diese Aspekte fand ich ebenfalls gut herausgearbeitet.

    Spannung
    Der Spannungsbogen war hier durchaus gemischt. Es gab Phasen, die ich als ruhig und teilweise langatmig empfand und dann gab es Momente, in denen ich unbedingt wissen wollte, wie es bei Shantaram weitergeht.

    Gegen Ende gab es auch Szenen, die wahrscheinlich dazu dienen sollten, den Höhepunkt des Spannungsbogens darzustellen. Diese Szenen betrachtete ich etwas augenrollend, weil ich das Gefühl hatte, dass sie sich vom eigentlichen Inhalt der Geschichte entfernten und eine Wiederholung von vorangegangener Szenen waren.

    Schreibstil
    In der ersten Hälfte des Buches gefiel mir Gregory David Roberts Schreibstil wirklich gut. Er tritt während der ganzen Handlung als allwissender Erzähler auf und berichtet immer wieder von seiner Vergangenheit oder deutet an, dass Ereignisse in der Gegenwart schwierige Auswirkungen auf seine Zukunt haben. Mich machte das ziemlich neugierig auf die Geschichte des Lin Babas.

    Allerdings begannen mich einige Elemente des Schreibstils zunehmend zu nerven. Ich habe ja bereits von den Längen im Roman berichtet. Diese kommen unter anderem zustande, weil uns Protagonist Lin viel über die Charaktere erzählt, denen er begegnet. Er trifft auf eine Person und schildert uns erst einmal in einem kurzen Abriss deren Biografie. So sollen die Charaktereigenschaften der Person geklärt werden. Ich hätte es schöner gefunden, wenn die Eigenschaften der Person im Kontakt mit Lin dargestellt werden. Außerdem sorgte das Element dafür, dass ich nicht wusste, welche Charaktere jetzt wichtig waren und welche nicht.

    Gregory David Roberts überzeugt in Shantaram aber auch mit vielen sprachlichen Bildern, die uns Indien, seine Kultur etwas näher bringen. Gerade im ersten Teil von Shantaram hat mir die Atmosphäre sehr gut gefallen.

    Gesamteindruck
    Der Anfang von Shantaram hat mich sehr fasziniert und neugierig auf die Geschichte gemacht. Allerdings flachte die Handlung für mich mit der Zeit etwas ab und ich fragte mich, warum unser Protagonist so viele Umwege gehen muss. Allerdings spiegelt das natürlich auch das Leben.

    Das Hörbuch ging mir fast etwas zu lang. Es hat eine Laufzeit von etwa 45 Stunden. Und ich kann wirklich nicht ganz nachvollziehen, woran das liegt, dass mich die Länge hier gestört hat. Schließlich höre ich immer wieder längere Hörbücher. Wie bereits erwähnt, lässt sich der Inhalt jedoch schlecht kürzen.

    Zusammenfassend kann ich sagen, dass Shantaram spannende Elemente enthält und ich wahrscheinlich auch in den zweiten Teil rein hören werde. Ich empfehle bei der Lektüre nicht den Mut zu verlieren und das Buch einfach zu pausieren, wenn einem die Geschichte über den Kopf wächst. 

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