Bücher mit dem Tag "brandstiftung"
157 Bücher
- Sebastian Fitzek
Das Geschenk
(974)Aktuelle Rezension von: Alfeme1989Ich habe das Geschenk von Sebastian fitzek als Hörbuch gehört. Ich mochte den Sprecher sehr und die Geschichte ist spannend, etwas verwirrend, und die vielen Wendungen machen es richtig interessant und das bis zum Ende. In welchem Zusammenhang die einzelnen Protagonisten stehen kommt immer nach und nach ans Licht.
- Sarah Sprinz
Dunbridge Academy - Anytime
(442)Aktuelle Rezension von: jackysbuecherregalWar die Dunbridge Academy bisher ein Ort, an dem vieles leicht war und man sich gegenseitig aufgefangen und verstanden hat, Hilfe gerne angenommen wurde, so haben die Protas, Olive und Collin, diese im dritten Band abgelehnt. Im Vergleich zu den anderen Protas, waren die Beiden eine schöne Abwechslung.
Mir hat es gefallen, dass ihre Wut so thematisiert wurde und auch andere Emotionen ihren Platz gefunden haben.
Zudem haben hier die Familien eine größere Rolle eingenommen, als das bei den vorherigen Bänden der Fall war.
Natürlich war auch das Wiedersehen mit den Protas der ersten zwei Bände toll und ich freue mich immer, wenn die Mitternachts-Party-Crew zusammen auf den Plan tritt.
Die Story generell hat mir wieder sehr gut gefallen und ich freue mich, noch weitere Bände der Reihe lesen zu dürfen.
- Nicholas Sparks
Mein Weg zu dir
(732)Aktuelle Rezension von: bookniine6„Mein Weg zu dir“ wird aus einer Erzählerperspektive in der dritten Person erzählt. Für mich war es das erste Buch von Nicholas Sparks. Insgesamt war es eine sehr schöne, emotionale und berührende Geschichte.
Allerdings fällt es mir persönlich in dieser Perspektive oft schwer, mich vollständig in die Gefühlswelt der Figuren hineinzuversetzen. Dadurch wirkten einige Passagen etwas langatmig und an manchen Stellen fiel es mir schwer, der Handlung durchgehend zu folgen.
Trotzdem hat mich die Geschichte insgesamt bewegt und gut unterhalten. Vor allem das Ende hat mich emotional wirklich abgeholt. Ich hatte sogar feuchte Augen.
Da es bereits eine Verfilmung des Buches gibt, werde ich mir diese vermutlich auch bald anschauen.
Fazit: Für alle, die mit der Erzählerperspektive in der dritten Person gut zurechtkommen, ist „Mein Weg zu dir“ auf jeden Fall eine Empfehlung. Eine gefühlvolle, rührende Geschichte, die nachhallt.
- Nele Neuhaus
Im Wald (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 8)
(641)Aktuelle Rezension von: reading_squirrel3.5 Sterne
Vermutlich ist meine Erwartungshaltung einfach falsch. Für mich sind Nervenkitzel à la Andreas Gruber und raffiniert aufgelöste, ineinander verstrickte Fälle, wie man sie aus dem Norden kennt, ein unverhandelbares Muss bei Krimis. Ich muss gestehen, dass ich in diesem Buch beide Punkte etwas vermisst habe.
Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis Leben in die Geschehnisse kommt und ich musste teils ziemlich mit mir selbst ringen, um weiterzulesen. Dann steht aber auf einmal plötzlich alles Kopf - lieben wir! Ansonsten sind die Kapitel angenehm gegliedert und nicht zu lange; Man erhält in den einzelnen Kapiteln Einblicke aus unterschiedlichsten Sichtweisen, was ich von anderen Autoren so nicht kenne und wiederum den eher laschen Spannungsbogen etwas hoch zieht. Das Ermittlerduo harmoniert gut, auch wenn es für mich jetzt nicht unbedingt die einprägsamsten Hauptfiguren sind.
Ich möchte die Reihe zu einem späteren Zeitpunkt definitiv weiterverfolgen, ungeachtet dessen, dass mir dieser Teil nicht so hundertprozentig zugesagt hat.
- Simon Beckett
Flammenbrut
(887)Aktuelle Rezension von: LadyMuffinchenDie junge und derzeit erfolgreiche Selbstständige Kate hegt einen Kinderwunsch. Jedoch hat sie nach einer sehr unglücklichen Beziehung kein Interesse an einer weiteren Beziehung und so fehlt ihr der Partner. Doch sie will mittels Spender schwanger werden. Dabei gefällt ihr der Gedanke sich den Spender selbst auszusuchen, aber keine Verpflichtungen zu haben. So lernt sie den scheinbar perfekten Kandidaten kennen...
Wer hier einen klassischen Beckett im Stil von David Hunter oder auch von Voyer erwartet, wird hier wahrscheinlich eher enttäuscht werden, so wie ich. Flammenbrut lässt allein aufgrund des Titels bereits früh vermuten, worauf die ganze Geschichte hinauslaufen wird.
Kate ist als Protagonistin schwierig. Ich konnte viele Gedanken und Handlungen absolut nicht nachvollziehen, kamen sie mir doch irgendwie wenig rational oder generell durchdacht vor. Ihr Entschluss ein Kind zu empfangen finde ich nicht verwerflich und die Idee eines Spenders auch nicht, aber ihr Weg dahin war unrealistisch inszeniert... Sie erscheint mir eher impulsiv und Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu treffen, dann ist sie auf einmal sehr anstrengend, indem sie viel überlegt und tief an stellen buddelt, wo sie dann doch nur falsch an der Oberfläche kratzt und nicht aufs Offensichtliche schaut. Ein schwieriger Charakter, der auch seltsam mit ihren Freunden umgeht...
Dann haben wir da Alex, wo von Anfang an klar ist, dass er nicht der ist, der er zu sein scheint. Und es ist auch generell offensichtlich, dass er wohl eine Verhaltensauffälligkeit hat. Aber bis auf Kates Freundin scheint das niemand wahrzunehmen. Das die Geschichte demnach vorgemalt wurde und zumindest für mich irgendwie auch keine Überraschung auftaucht, empfand ich als sehr schade.
Die Handlung war also vorhersehbar und leider auch etwas langatmig. So hätte man Kates Vorgeschichte ruhig kürzer fassen können. Und auch die Liebesgeschichten oder was es auch war - zwischen Alex und Kate war irritierend lang für das, was es am Ende ergab. Tatsächlich fand ich dennoch, dass das Thema der Pyromanie gut aufgegriffen wurde, ebenso der dezente Hinweis, dass man darüber eigentlich zu wenig weiß oder eher dieser Thematik zu wenig Beachtung schenkt und im Zweifel von unserer Gesellschaft auch die falschen Behandlungsmöglichkeiten angedeiht werden.
Der Schreibstil ist im Großen und Ganzen der Beckett den man kennt. Flüssig und gut geschrieben, doch der Lesefluss scheiterte hier einfach an der Story, sehr schade. Dennoch hat der Thriller, welcher für mich keiner war, es geschafft, dass ich am Ende ein wenig Spaß hatte und wenn ich ganz ehrlich sein soll, hat mir Alex auch etwas leid getan. Hätte eine richtige Therapie vielleicht doch noch helfen können? Wer weiß.
Insgesamt ein Buch, welches mich teilweise unterhalten konnte und durch die Thematik auch mal etwas Abwechslung brachte 🚒
- Daphne du Maurier
Rebecca
(450)Aktuelle Rezension von: HenriLMatosRebecca ist ein Meisterwerk des psychologischen Unbehagens. Die namenlose Ich-Erzählerin ist nicht nur namenlos, sie ist identitätslos. Sie existiert in Manderley als Nachahmung einer Frau, die sie nie gekannt hat, und jeder um sie herum hilft dabei, dieses Phantom lebendig zu halten. Du Maurier hat etwas beschrieben, das tiefer geht als Eifersucht: die Auslöschung eines Selbsts durch die bloße Existenz eines anderen. Psychologisch präzise und atmosphärisch unübertroffen.
- E. Lockhart
Lügner-Reihe, Band 1 - We Were Liars. Solange wir lügen.
(553)Aktuelle Rezension von: LuisaChristineCadence Sinclair hat die perfekte Familie: Sie sehen immer gut aus, sind immer kontrolliert und haben Geld. So viel Geld, dass sie die Sommer gemeinsam auf einer Privatinsel verbringen, in dem jede Tante mit ihrer Familie ein Haus bewohnt. Cadence freut sich das ganze Jahr auf die Sommer mit ihren Cousins und Cousinen (und Gat, einem Freund der Familie). Als eines Sommers eine Tragödie passiert, die Cadence ihr Gedächtnis verlieren lässt, bröckelt die Fassade der perfekten Sinclairs.
Der Schreibstil ist ein bisschen ungewöhnlich, teilweise fühlt es sich die Poetry an. Trotzdem trägt er durch die Geschichte und macht neugierig. Beschrieben werden die Sommer auf der Insel, nach dem Alter von Cadence (Sommer fünfzehn, Sommer sechzehn) das war für mich zu Beginn ein bisschen verwirrend, aber wenn man einmal verstanden hat, ist es durchaus sinnvoll. Der Beginn der Geschichte ist auch ein bisschen langatmig, es wird viel aus den Sommern wiederholt.
Die Dynamik der Figuren hat mir sehr gefallen, die Kinder auf der einen Seite und die erwachsenen auf der anderen. Man erkennt die Entwicklungen und wie jeder Sommer anders wird. Langsam entdecken die Kinder die Fassade, die von den Erwachsenen aufrecht erhalten wird und merken, dass das Leben nicht so perfekt ist. Der Unfall von Cadence wird umfassend thematisiert und als Leser kann man sich selbst eine Geschichte spinnen, wie es dazu gekommen ist.
Die Auflösung am Ende ist wirklich überraschend und ich will auf keinen Fall etwas verraten: Jeder sollte sich sein eigenes Bild machen. So viel kann ich sagen: Ich würde es noch einmal lesen, um die Zeichen zu finden. Das Ende nimmt richtig Fahrt auf und ich bin in Gedanken alles nochmal durchgegangen. Das kam sehr überraschend und wirklich gut gemacht!
- Bov Bjerg
Auerhaus
(363)Aktuelle Rezension von: rkuehneEine schöne und wirklich ganz klassische Coming-of-Age Geschichte. Frieder versucht sich das Leben zu nehmen, scheitert und soll oder will nach dem Klinikaufenthalt nicht mehr alleine wohnen und zieht mit einigen seiner Schulfreunde in ein altes Bauernhaus seines Opas. Das Auerhaus. Grundsätzlich solide Geschichte, auch gut geschrieben, aber der Funke ist zu mir nicht übergesprungen, ich hab kaum Bindung zu den Figuren gewonnen und daher verbleibt es im Mittelmaß.
- Henning Mankell
Mörder ohne Gesicht
(1.010)Aktuelle Rezension von: Alina35„Mörder ohne Gesicht“ hat mich von der ersten Seite an gepackt. Der Fall ist spannend aufgebaut, atmosphärisch dicht und entwickelt eine stetige, fast unheimliche Sogwirkung. Die Ermittlungen wirken realistisch, die Figuren sind glaubwürdig gezeichnet und die Wendungen sitzen genau an den richtigen Stellen. Besonders beeindruckt hat mich, wie konsequent und präzise die Spannung gehalten wird – kein Durchhänger, kein unnötiger Ballast. Für mich ein fesselnder Krimi auf hohem Niveau, der zeigt, warum dieses Buch als Klassiker gilt.
- Celeste Ng
Kleine Feuer überall
(334)Aktuelle Rezension von: GwhynwhyfarDer Anfang: «In jenem Sommer redeten alle in Shaker Heights darüber, wie Isabelle, das jüngste Kind der Richardsons, endgültig durchdrehte und das Haus abfackelte. Während das ganze Frühjahr über die kleine Mirabelle McCullough Gesprächsthema gewesen war – beziehungsweise, je nachdem, auf welcher Seite man stand, May Ling Chow –, gab es endlich neuen aufregenden Gesprächsstoff.»
Es brennt! Fassungslos steht Elena Richardson im Bademantel und den Tennisschuhen ihres Sohnes draußen auf dem Rasen und starrt in die Flammen. Ihre jüngste Tochter hat in jedem Schlafzimmer Feuer gelegt. Shaker Heights, der wohlhabende Vorort von Cleveland, Ohio, hier ist es sauber, ruhig und völlig ungefährlich, Golf-, Reit-, Tennis-, Segelclub. Ein strukturiertes Straßennetz, beste Schulen; vom Außenanstrich der Häuser bis zur Höhe des Rasens ist alles vorgeschrieben, eine Scheinidylle. Rasen! Gemüse im Garten ist nicht erlaubt. Ordnungsfanatismus, Ordnung ist das ganze Leben! Wie konnte es zu diesem Unglück kommen? Gehen wir zurück zu dem Tag als das unkonventionelle Mutter-Tochter-Paar Mia und Pearl Warren zur Miete in eine der Wohnungen der Richardsons einzieht …
«‹Izzy nimmt alles ernst. Zu ernst. Das ist ihr Problem.›
‹Der Witz daran ist›, sagte Lexi eines Nachmittags, ‹dass Izzy in zehn Jahren bei Springer auftreten wird.»
‹In sieben›, widersprch Trip. ‹Höchstens acht. Jerry hol mich aus dem Knast.›
‹oder Hilfe meine Familie will mich einweisen›, sagte Lexi.
Elena ist Journalistin, die für das heimische Provinzblatt zu schreibt, was eigentlich nicht ihr Lebensziel gewesen ist. Aber das wundervolle Shaker Heights ist ihre Geburtsstadt und ihr Mann ist ihr gefolgt, ein gut verdienender Anwalt im Ort geworden. Sie haben vier Kinder zur Welt gebracht, Lexie (17), Trip (16), Moody (15) und Isabelle (Izzy, 14), ein ansehnliches Haus gebaut – der amerikanische Traum ist perfekt. Natürlich haben alle Kinder völlig verschiedene Charaktere, doch Izzy, die Jüngste bereitet Sorgen. Rebellisch, gesellschaftskritisch, sie lässt Äußerungen fallen, die ihre Umgebung zu Schnappatmung bringt; sie lässt sich zu Aktionen hinreißen, die ihr mächtigen Ärger einbringen. Moody ist von der gleichaltrigen Pearl fasziniert, von ihrem Lebensstil, dem Vagabundenleben. Denn Pearls Mutter Mia ist Künstlerin. Sie fotografiert, zerlegt die Fotos, bearbeitet sie und gestaltet etwas Neues daraus. Sie leben von der Hand in den Mund; besorgen sich Möbel vom Sperrmüll, Bekleidung aus Secondhandläden, und wenn ihnen eine Stadt nicht mehr gefällt, ziehen sie weiter. Pearl wiederum, die sich nun täglich bei den Richardsons aufhält, beneidet Moody um diese Familie, die ein gemütliches Leben ohne Sorgen führt. Ein festes Heim, eine Heimat. Das hatte ihre Mutter ihr versprochen: Wir suchen einen Ort, an dem wir bleiben! Pearl soll in Ruhe ihre Schule abschließen können. Und Shaker Heights ist der perfekte Ort, um für immer zu bleiben.
«Während der Nachmittage mit Pearl begriff er allmählich, wie ihr unstetes Leben ausgesehen hatte. Sie reisten mit leichtem Gepäck: zwei Teller, zwei Tassen, eine Handvoll bunt zusammengewürfeltes Besteck, jeder einen Seesack mit Kleidern und natürlich Mias Kameras. Im Sommer fuhren sie mit offenen Fenstern, weil der Golf keine Klimaanlage hatte; im Winter fuhren sie nachts bei aufgedrehter Heizung. … Um die Privatsphäre zu wahren, hängten sie ein Laken von der Hecktür über die Kopfstützen der Vordersitze wie ein Zelt. Zum Essen hielten sie am Straßenrand und aßen, was sie hatten, aus der Papiertüte: Brot und Erdnussbutter, Obst, manchmal Salami oder ein Peperoniwürstchen, wenn es gerade im Angebot war. Manchmal waren sie nur ein paar Tage unterwegs, dann wieder eine Woche, bis Mia einen passenden Ort fand, an dem sie eine Weile blieben.»
Pearl, die mit allen Kindern der Richardsons befreundet ist, mit jedem auf eine andere Weise, gehört bald zur Familie. Und dann macht Elena Mia das Angebot, bei ihr im Haushalt stundenweise zu arbeiten. Izzy ist fasziniert von Mia und sie will fotografieren lernen, Kunst schaffen; und Mia zeigt ihr, worauf es ankommt. Die beiden Familien sind eng miteinander verfochten. Wie es so ist im Leben, es passieren Dinge, die nicht geplant sind – Geheimnisse, Missverstandenes, schwelende Eifersucht … Bereits im zweiten Satz in diesem Roman begegnen wir Mirabelle McCullough – die am Ende das Fass zum überlaufen bringt …
«eine Utopie zu schaffen. Ordnen – und Verordnen, für Ordnung unerlässlich – galt den Shakern als Schlüssel zu Harmonie. Sie hatten alles verordnet: die angemessene Zeit, um morgens aufzustehen, die angemessene Farbe der Vorhänge, die angemessene Haarlänge für Männer, die angemessene Art, wie man die Hände zum Gebet faltet (den rechten Daumen über den linken). Die Shaker waren fest überzeugt, wenn sie jede Kleinigkeit planten, könnten sie ein Stück Himmel auf Erden schaffen, einen kleinen Zufluchtsort, und die Gründer von Shaker Heights hatten genauso gedacht. In Werbeannoncen zeigten sie Shaker Heights hoch oben auf einem Berggipfel am Ende eines Regenbogens, mit Blick auf das schmutzige Cleveland. Perfektion war das Ziel.»
Ein vielschichtiges Familien-Psychogramm von zwei Familien, dazu ein Kleinstadt-Psychogramm. Eine erstickende Kleinstadtidylle, in der der ein freundlicher, freiheitsliebender Paradiesvogel auftaucht. Eine alleinerziehende Mutter, die dem Bürgertum ganz ohne Absicht ihr Spießertum offenbart, aufdeckt, dass dieser ganze Luxus nur verdeckt, was darunter brodelt, dass er letztendlich nichts wert ist. Diese Stadt hat viele Pläne, Regeln, Gesetze. Mia zu ihrer Kunst gefragt, antwortet: «Ich fürchte, ich habe keinen Plan. Aber den hat eigentlich niemand, auch wenn alle das Gegenteil behaupten.» Der Stich ins Wespennest. Izzy sprengt ihre Ketten: «Sie sann nach Möglichkeiten, um sich zu rächen. Und sie suchte sich die Beste aus.» Zu viel Neugier, Kontrollsucht, Geheimnisse, Intrigen, Rache und ein paralleles Drama in der Stadt machen die Geschichte zu einem spannenden Roman, den man nicht aus der Hand legen mag. Ein Drama, das ist auf der ersten Seite klar. Aber was brachte Izzy dazu? «und Izzy ließ das Streichholz auf das Bett ihrer Schwester fallen und rannte zur Tür hinaus.» Mit feiner Beobachtungsgabe nähert sich Celeste Ng empathisch ihren Protagonist:innen, den Müttern und den Kindern. Die auktoriale Perspektive erlaubt dem Leser den Einblick. Wir kennen die Geheimnisse aller Beteiligten. Und das macht es spannend. Wann fliegt wer auf und was mag das auslösen? Bitterböse und gesellschaftskritisch. Es gibt hier keine fiesen Charaktere – im Gegenteil, letztendlich hat man Verständnis für jeden Einzelnen – und was sich hier entblättert ist großes Kino! Empfehlung!
«Seit ihrer Jugend hatte sie einen Plan gehabt und ihn minutiös eingehalten … Sie hatte, kurz gefasst, alles richtig gemacht und sich ein gutes Leben aufgebaut, ein Leben wie sie es sich wünschte, wie alle es sich wünschten. Und jetzt kam diese Mia, eine vollkommen andere Frau mit einem vollkommen anderen Lebensstil, die sich ohne Entschuldigungen ihre eigenen Regeln setzte.»
Celeste Ng, geboren 1980, wuchs in Pittsburgh, Pennsylvania, und in Shaker Heights, Ohio, auf. Sie studierte Englisch in Harvard und Kreatives Schreiben an der University of Michigan. ›Was ich euch nicht erzählte‹ stand genauso auf der Bestsellerliste wie ›Kleine Feuer überall‹, das auch als Miniserie verfilmt wurde. Celeste Ng lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Cambridge, Massachusetts.
- Celeste Ng
Kleine Feuer überall
(46)Aktuelle Rezension von: JorokaHinter manch schicker Hausfassade und Bewohnern mit demonstrativ symbolisch vor sich her getragener moralischer Monstranz verbirgt sich eine Scheinheiligkeit, die vor allem eigenes Versagen kaschieren soll. Der Finger zeigt immer auf die anderen. Selbst ist man gut situiert, sozial engagiert und gefühlt selbstverantwortungsbefreit.
Mia und und ihre 15jährige Pearl lassen sich ausgerechnet in dieser gutbürgerlichen Umgebung nieder nach vielen Jahren des Umherziehens, schnellem Zeltbraus und Kontaktabbrüchen. Doch dem Schein nach, haben Sie nun Anschluss an eine Familie gefunden, die ihnen eine neue Heimat bieten möchte und sie zunächst mit offenen Armen empfängt.
Doch auch Mia hat eine zum Teil unrühmliche Vergangenheit, die sie wieder einholt, obwohl sie eigentlich moralisch nicht so verwerflich gehandelt hat. Der Stein kommt ins Rollen, als ihre asiatische Arbeitskollegin ihr kleines Baby aus Überforderung vor einer Feuerwache ablegt und sie zu deren 1jährigen Geburtstag eingeladen wird. Denn die zukünftigen Adoptiveltern sind auch obengenannter Schicht zuzurechnen und mit der Wohnungsgeberin eng befreundet.
Es brauchte nicht lange, um von dieser außergewöhnlichen Geschichte gefangen zu werden. Zum Schluss hin konnte ich gar nicht mehr aufhören weiter zu hören. Britta Steffenhagen verleiht mit ihrer unbeschwerten und sehr jugendlich klingenden Stimme dem Hörbuch eine gewisse Leichtigkeit und Frische, trotz zum Teil schwerer Themen.
Es handelt sich um eine ungekürzte Lesung mit über 11 Stunden Laufzeit.
Fazit: packender als die meisten Krimis und Thriller, absolut empfehlenswert, 5 Sterne mit *
- Lucy Clarke
Der Sommer, in dem es zu schneien begann
(397)Aktuelle Rezension von: AlinchenEva und Jackson sind noch nicht einmal ein Jahr verheiratet, als Jackson beim Angeln im Sturm das Gleichgewicht verliert und im Meer ertrinkt. Eva ist fassungslos und geschockt und weiß nicht, wie sie ohne Jackson weiterleben soll. Da keine Leiche gefunden wird, tut sie sich mit dem Abschließen schwer. Um Jackson noch nachträglich besser zu verstehen, fliegt Eva nach Tasmanien, um seinen Vater, seinen Bruder und die Orte seiner Kindheit kennen zu lernen. Doch obwohl sie die Gegend sofort mag, sind Dirk, Jacksons Vater, und Saul, sein Bruder, merkwürdig kurz angebunden und wollen sich kaum mit ihr unterhalten. Und dann erzählen sie ihr auch noch von einem völlig anderen Leben als dem, was Jackson Eva immer erzählt hat. Eva beginnt, das Geheimnis zu erforschen.
Das Buch ist aus wechselnden Perspektiven geschrieben, wodurch der Leser zwar einerseits mehr weiß als Protagonistin Eva, doch gleichzeitig werden oft nur Andeutungen zu Jacksons Leben gemacht, wodurch man weiterhin im Dunkeln bleibt.
Obwohl ich irgendwann geahnt habe, worauf das Buch hinaus läuft, gab es immer noch Überraschungen, die ich so nicht habe kommen sehen. Sehr spannend, wenn auch traurig.
- Anna Schneider
Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
(120)Aktuelle Rezension von: Annabell95Die Johannifeuer in den Bergen des Karwendels sollen eigentlich vor Unheil schützen. Doch diesmal breiten sich die Flammen unheilvoll aus. In der Nähe von Bad Tölz wird ein Auto absichtlich in Brand gesetzt, der Fahrer kommt ums Leben. Noch bevor Oberkommissarin Alexa Jahn den Fall durchdringen kann, erschüttern weitere Brandanschläge die Region, auch jenseits der österreichischen Grenze. Gemeinsam mit Bernhard Krammer versucht sie ein Muster zu erkennen. Wer steckt hinter den Feuerattacken, welches Motiv treibt die Täter an, und warum taucht an einem Tatort ein Kräuterbündel auf, das laut Volksglauben böse Kräfte fernhalten soll? Sie müssen unter Zeitdruck ermitteln.
"Grenzfall - Ihre Spur in den Flammen" ist Band 5 der Grenzfall-Reihe mit dem deutsch-österreichischen Ermittlerduo. Vorkenntnisse aus dem vorherigen Bänden sind empfehlenswert, da dieser Teil nahtlos an den Vorgängerband anknüpft. Es lässt sich aber auch ohne gut lesen, da hier recht viel aus dem vorherigen Fall nochmal wiederholt wird.
Die beiden Hauptprotagonisten sind mir schon aus den Vorgängerbänden bekannt und ich konnte direkt wieder eine Bindung zu ihnen aufbauen. Ich fand es auch schön zu lesen, wie sich ihre Geschichte weiterentwickelt.Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Man begleiet Alexa auf deutscher Seite sowie Krammer auf der österreichischen Seite bei den Ermittlungen. Außerdem gibt es eine unbekannte Frau, deren Perspektive zunächst rätselhaft bleibt. Die abwechselnden Perspektiven sorgen wieder für Dynamik.
Die Spannungskurve verläuft über weite Strecken eher flach. Vieles plätschert dahin, ohne dass die Handlung wirklich Fahrt aufnimmt. Lange Zeit stehen die Nachwirkungen aus dem vorherigen Fall und die Beziehung zwischen Alexa und Krammer im Vordergrund. Dadurch geraten die aktuellen Ermittlungen etwas in den Hintergrund. Erst im Finale zieht die Spannung und das Tempo an. Dann bekommt man auch leichten Nervenkitzel zu spüren.
Trotz, dass es gemächlich zugeht, lässt es sich durch den Schreibstil flüssig und angenehm lesen. Die bildhaften Beschreibungen der Schauplätze lassen das Setting lebendig werden. Auch die Figuren wirken authentisch und greifbar. Die Einbindung aktueller gesellschaftlicher Themen wie steigende Immobilienpreise und deren Auswirkungen auf die Bevölkerung wurden gut in die Handlung eingebunden.
Mein Fazit:
Ein Krimi mit gemächlicher Spannung, aber mit authentischen Figuren und durch die Perspektivwechsel viel Abwechslung. Die Handlung entwickelt sich jedoch lange nur zögerlich und rückt die aktuellen Ermittlungen zugunsten der Vorgeschichte in den Hintergrund. Trotzdem lesenswert für alle, die die Reihe verfolgen. - Viveca Sten
Tod in stiller Nacht
(82)Aktuelle Rezension von: Lene_PauliEs gibt in dieser Reihe wirklich gute Folgen, diese gehört für mich nicht dazu.
Natürlich berühren Kriminalfälle zwangsläufig auch gesellschaftliche Probleme Wenn man aber wie hier geschehen, wirklich in jedem Erzählstrang ein neues gesellschaftliches Problem aufmacht, jeder Protagonist mit Problemen beladen ist, die wiederum unterschwellig auf gesellschaftliche Missstände hinweisen... dann ist das einfach zu viel. Wenn man darüber hinaus für seine politische Überzeugung einen Schauplatz konstruiert, ist das zusätzlich ärgerlich. Denn ein Krimi, vor allem eine Folge einer Serie, ist kein literarisches Werk in dem gesellschaftliche Probleme eingehender erörtert werden. Ein Krimi ist letztendlich immer eindimensional. Wenn die Autorin etwas über nationalistische Strömungen, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, ungerechte Aufgabenverteilung in der Ehe , Verwicklungen der internationalen Finanzwelt usw. schreiben möchte, dann doch bitte in einer oder mehreren Abhandlungen, die dann etwas ausgearbeiteter sind. In einem Krimi, der ja nichts anderes ist als Unterhaltungsliteratur, fühlt man sich einfach nur belehrt und genervt. Denn ausgearbeitete Gedanken finden hier keinen Platz und es bleibt das Gefühl 'Die Welt ist schlecht und keiner weiß warum'. Zwei interessante Punkte gibt es dennoch,: die ausgeklügelte Mordmethode und die Beschreibung von Bankgeschäften und den Machenschaften innerhalb der Hierarchie einer Bank. Nur ist das einfach zu wenig.
- Lucy Score
Things We Left Behind (Knockemout 3)
(178)Aktuelle Rezension von: AukjeAlle haben Respekt und fürchten den harten Geschäftsmann Lucian Rollins, bis auf seine beiden besten Freunde Knox & Nash Morgan und die Bibliothekarin Sloane Walton. Lucian und Sloane verbindet ein gemeinsames Geheimnis und obwohl sich beide nicht ausstehen können und sich immer streiten, verbindet sie doch noch etwas mehr. Als Sloane bedroht wird weicht ihr Lucian nicht mehr von der Seite und beide begreifen das sie die körperliche und emotionale Nähe nach und nach nicht mehr ignorieren können. Auch die harte Schale von Lucian beginnt in der nähe von Sloane nach und nach zu brechen.
Dieses Buch ist der dritte und finale Teil der Knockemout Reihe. Nachdem der zweite Teil mir nicht so gut gefiel war dieser schon wieder viel besser. Das liegt wahrscheinlich an den beiden Hauptcharakteren Sloane und Lucian die sich seit dem ersten Band immer schon angegiftet haben, man aber sofort wusste das zwischen beiden irgendetwas läuft. Da ich beide sofort mochte, gefiel es mir nun ihre Geschichte zu erfahren. Auch die anderen Charaktere sind wieder alle dabei und man erfährt wie es in ihrem Leben weitegeht. Ein Buch das man nicht unbedingt gelesen haben muss, dass aber Spaß beim Lesen macht.
- Tina Frennstedt
COLD CASE - Das gebrannte Kind
(75)Aktuelle Rezension von: holdesschafEine perfide Brandserie, die bereits mehrere Todesopfer forderte, versetzt die Gegend in Angst und Schrecken. Noch dazu setzt der Brandstifter jedesmal Feuermelder außer Kraft und nummeriert die betroffenen Häuser. Beim letzten Anschlag überleben jedoch die Bewohner und eine Zeugin berichtet von Musik, die sie im Haus gehört hat, bevor die Flammen um sich schlugen. Ermittlerin Tess Hjalmarsson setzt dieses Detail sofort mit einem Fall in Verbindung, der nie aufgeklärt wurde und einem kleinen Jungen seine Mutter raubte. Damals kümmerte sich Tess rührend um das Kind, konnte aber nicht für Gerechtigkeit sorgen. Ist der Täter von damals wieder aktiv? Das Cold Case Team setzt alles daran, den oder die Verantwortlichen zu ermitteln, bevor wieder ein Feuer ausbricht.
Die Cold Case Reihe lese ich sehr gern, schon allein, weil ich ungeklärte Morde aus der Vergangenheit sehr spannend finde. Sie sind immer eine besondere Herausforderung, denn die meistern Spuren und Hinweise sind tatsächlich kalt, bevor neue Details oft neue Ermittlungsansätze möglich machen. Dies ist auch in "Das gebrannte Kind" der Fall. Tess ist sofort alarmiert, als sie von der Verbindung der neuen Brandserie zu ihrem alten, unglösten Fall hört. Das damalige Opfer hatte einen Sohn, der Tess sehr ans Herz gewachsen war und dem sie Gerechtigkeit für seine Mutter versprach. Dieses Versprechen möchte sie nun unbedingt einlösen, obwohl der Junge bereits erwachsen ist. Tatsächlich ergeben sich Verbindungen zwischen den aktuellen Opfern und durch die Bedrohung gibt es Zeugeneaussagen, die damals fehlten. Das klingt alles sehr spannend und lange bleibt unklar, wer für die Brände damals wie heute verantwortlich ist. Dennoch wird an gewissen Stellen zu viel verraten, was den Ausgang des Thriller vorhersehbar macht. Zudem passen für mich einige Handlungsweisen nicht so gut zu Tess, was daran liegen kann, dass sie persönlich zu eingebunden in den Fall ist. So ganz nachvollziehen kann ich das Motiv des Täters leider auch nicht.
Das alles macht den Thriller zwar nicht uninteressant, aber er kommt eben nicht an seine beiden Vorgänger heran und ist eher mal etwas für zwischendurch, wenn man seinen Kopf nicht zu sehr anstrengen, aber trotzdem einen Kriminalfall lesen will. Die Brutalität des Täters ist allerdings schon grenzwertig, wenn auch nicht so von Blut und Gedärmen überströmt, wie manch andere Serie. Hier ist es mehr die Perfidität, mit der die Opfer in ihren Häusern angezündet werden. Wer so etwas nicht gut verdauen kann, greift lieber zu einem anderen Buch. Für mich solide 3 Sterne. Da ich den nächsten Band bereits gelesen habe kann ich versprechen, dass er wieder mehr Spannung bereithält.
- Yrsa Sigurdardottir
Feuernacht
(110)Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseiteWas mich an Yrsa Sigurðardóttir immer wieder fesselt, ist dieses typisch isländische Gefühl von Kälte, Weite und unterschwelligem Grauen – und genau das trifft mich in Feuernacht sofort wieder. Schon die ersten Seiten haben etwas Beklemmendes: ein Brand in einem Behindertenheim, fünf Tote, ein junger Mann mit Down-Syndrom, der als Täter feststeht – aber irgendwie spürt man sofort, dass hier etwas nicht stimmt. Genau dieses Misstrauen, dieses leise Unbehagen, ist es, das mich durch den ganzen Roman begleitet hat.Was Sigurðardóttir hier erzählt, wirkt nicht wie ein klassischer Whodunit, sondern vielmehr wie ein schleichendes Auseinanderdriften verschiedener Wahrheiten, die erst nach und nach sichtbar werden. Dóra, die ich in den früheren Bänden ohnehin schon gern begleitet habe, wirkt hier noch ein bisschen wacher, vorsichtiger, gleichzeitig viel persönlicher. Man spürt deutlich, wie sehr sie sich von dieser Geschichte berühren lässt, ohne dass es je kitschig oder sentimental wird. Sie geht ihren Weg – mal behutsam, mal mit einer fast schon sturen Hartnäckigkeit –, und gerade das macht sie so glaubwürdig.
Besonders beeindruckt hat mich, wie konsequent Sigurðardóttir die Themen Behinderung, Ausgrenzung und institutionelle Verantwortung in die Handlung einwebt, ohne sie zu überhöhen oder moralisch zu verkleistern. Man erfährt hier viel über Lebenswelten, die man sonst selten in Krimis liest. Und das tut weh. Man merkt sehr schnell, dass der Brand nicht nur ein Verbrechen gegen fünf Menschen war, sondern auch ein Angriff auf ihre Würde – und auf das fragile System, das sie eigentlich schützen sollte.
Atmosphärisch funktioniert Feuernacht für mich besonders stark in zwei Bereichen: Erstens in der bedrückenden Darstellung der psychiatrischen Einrichtung, in der Jakob lebt; zweitens in den unheimlichen Szenen rund um den Spukfall, der auf den ersten Blick völlig losgelöst wirkt – und dann doch langsam seine Verbindung bekommt. Yrsa schafft es einfach: diese leisen, irritierenden Momente, die einen kurz frösteln lassen. Nie übertrieben, nie Effekthascherei, sondern diese typisch nordische Art, in der das Übernatürliche als Möglichkeit einfach im Raum stehen darf.
Auch die Struktur des Romans mochte ich: die parallelen Handlungsstränge, die immer wieder aufeinander zulaufen, ohne dass man jemals den Faden verliert. Es gibt Wendungen, die ich früh erahnt habe, und andere, die mich auf den letzten Metern doch kalt erwischt haben. Vor allem das Ende hat mich überrascht – nicht, weil es einen Schockmoment liefert, sondern weil es in seiner Logik erschreckend plausibel wirkt. Genau die Art Auflösung, die einem erst mal durch den Kopf schießt und dann nachhallt.
Was mich zusätzlich gepackt hat, sind die kleinen Menschlichkeiten, die Yrsa immer wieder einbaut: Dóras alltägliche Momente, Probleme, Begegnungen. Nichts davon nimmt übermäßigen Raum ein, aber es erdet die Geschichte und hält die düstere Grundstimmung im Gleichgewicht. Der Humor ist typisch isländisch: trocken, knapp, fast beiläufig – und genau deshalb wirkungsvoll.
Wenn ich Feuernacht in die Reihe einordne, dann gehört es für mich zu den stärkeren Bänden. Vielleicht nicht ganz so brachial atmosphärisch wie Geisterfjord – aber dafür thematisch dichter, gesellschaftlich härter und erzählerisch subtiler. Es ist ein Buch, das weniger auf Schock setzt als auf das stille Entsetzen, das entsteht, wenn man erkennt, welche Abgründe hinter scheinbar „normalen“ Fassaden lauern. Und die Tatsache, dass ein junger Mann mit Down-Syndrom im Mittelpunkt steht, macht das Ganze noch so viel tragischer – und gleichzeitig umso wichtiger.
Unterm Strich ist Feuernacht für mich ein klug aufgebauter, intensiv erzählter Island-Krimi, der Spannung, gesellschaftliche Relevanz und eine Prise Mystery perfekt miteinander verbindet. Ein Buch, das man nicht einfach nach dem letzten Satz weglegt, sondern das einem noch ein paar Tage im Kopf bleibt – und das ist meistens das beste Zeichen.
- Lisa Jackson
Greed - Tödliche Gier
(15)Aktuelle Rezension von: RihannaMonaIch habe bisher alle Bücher von Lisa Jackson gern gelesen, aber dieses Buch ist sehr enttäuschend.
Vor zwanzig Jahren brannte das Wohnhaus der Familie Dillinger ab. Der Patriarch Ira Dillinger war entsetzt und erschüttert über den Verlust seines Bruders, der dabei ums Leben kam. Die Familie bricht auseinander und jeder geht fast immer seinen eigenen Weg. Dann springt die Geschichte in die Gegenwart und Iras Frau ist gestorben. Angeblich sind alle sehr traurig darüber, deswegen ist es schwer zu verstehen, dass Ira schon 10 Monate später wieder heiraten will. Die Auserwählte ist Pilar, die nur halb so alt ist wie Ira und früher mal die Geliebte von Iras Sohn Colt war. Colt will an der Trauung nicht teilnehmen, aber ira zwingt ihn dazu, damit er auch seinen mit Pilar gemeinsamen Sohn Rourke kennenlernt, von dem er bisher nichts wusste. Kann das gut ausgehen?
Ich hatte mich gefragt, wie es sein kann, dass drei Autorinnen einen Roman schreiben. Aber die unterschiedliche Schreibstile haben sich nicht ausgewirkt, da wahrscheinlich alle einen Part geschrieben haben. Aber die Story fing zwar spannend an, zog sich dann aber doch in die Länge und die vielen Hauptprotagonisten waren dadurch nicht sehr gut herausgearbeitet.
Fazit: Es gibt wesentliche spannendere Bücher von Lisa Jackson. Trotzdem werde ich Teil 2 lesen, um zu erfahren, wie es mit der Familie weitergeht.
- Stephan Ludwig
Zorn - Lodernder Hass
(82)Aktuelle Rezension von: OHanfEs ist immer wieder großartig wie Stefan Ludwig es schafft seine Krimis so Athmosphärisch dicht mit seinem wunderbaren Schreibstil mit Leben zu füllen! Die Handlungsbögen sind jeder Zeit nachvollziehbar und die Karaktere werden extrem gut gezeichnet insbesondere Zorn&Schröder die man beim lesen regelrecht spürt! Toller Spannungsbogen! Absolut eigensinniger großartiger Humor! Und wiedermal Dank an Stefan Ludwig für Top Unterhaltung und ich freue mich auf Teil 8! Ist wie immer natürlich meine Meinung.
- Ilsa J. Bick
Atemnot
(152)Aktuelle Rezension von: Kitty_CatinaJenna ist sechzehn und hat in ihrem Leben schon viel erlebt. Ihr Vater ist ein Neurotiker, ihre Mutter Alkoholikerin und ihr einziger Halt, ihr Bruder Matt, ist im Irak. Nach einem Aufenthalt in der Psychiatrie beschließen ihre Eltern, sie wieder auf die Schule zu schicken. Dort lernt sie den attraktiven Chemielehrer Mitch Anderson kennen, der sofort merkt, dass auf ihr eine Last liegt und sich um sie kümmert.
Mir fällt es noch immer schwer, dieses Buch so zu beschreiben, dass es ihm auch gerecht wird und trotzdem will ich es hiermit versuchen.
Erstmal zum Schreibstil der Autorin. Dieser ist sehr einfach gehalten und dennoch passt er perfekt zum Buch, denn hier erzählt die Protagonistin selbst ihre Geschichte einem Kommissar namens Bob, der sie ganz am Anfang des Buches aus einer misslichen Lage befreit hat, von der man vorerst aber nicht erfährt, was geschehen ist.
Wie man denken könnte, geht es bei der Geschichte um eine Schüler Lehrer Beziehung, die nicht sein darf. Doch weit gefehlt, denn es geht um viel mehr. In erster Linie geht es nämlich um die Gefühle einer Jugendlichen, um ihre inneren Dämonen und um das sinnbildliche Ertrinken, einer Metapher dafür, wie kaputt die Seele eines Mensch eigentlich sein kann. Dabei ist der Roman eher ruhig, ohne große Spannung, dafür aber sehr tiefgründig und melancholisch und selbst das Ende ist nicht dieses "und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage".
Jenna ist ein Außenseiter, was man schon am Anfang sehr schnell mitbekommt und ihr fällt es schwer, mit der Welt um sich herum klar zu kommen. Sie ist gebrochen und man merkt ihr ihre Traurigkeit an, wenn man zwischen die Zeilen sieht. Sie war mir weder sympathisch, noch unsympathisch, sondern jemand, den es eher zu verstehen gilt, als zu mögen. Mr. Anderson hingegen ist ein sehr angenehmer Charakter, den ich von Anfang an mochte. Wer hätte nicht gern einen so verständnisvollen und hilfsbereiten Lehrer!? Jennas Eltern, vor allem ihre Mutter taten mir mehr leid, als dass ich sie nicht mochte. Warum sie sich so verhalten, wie sie es tun, versteht man erst im Laufe der Geschichte und lässt noch einmal ein ganz anderes Licht auf sie fallen. Trotzdem kann und darf man ihr Verhalten nicht gut heißen.
Alles in Allem hat Ilsa J. Bick aber alle Charaktere sehr gut geschrieben und durchdacht. Man merkt, dass sie selbst Kinder- und Jugendpsychiaterin ist, denn sie hat wirklich Ahnung von dem, was sie da schreibt.
Ich mochte dieses Buch wirklich sehr. Nicht nur dass ich "kaputte" Charaktere und melancholische Geschichten mag, die Autorin hat es auch noch geschafft, hier beides so realistisch zu verstricken, dass es Spaß gemacht hat, diesen Roman zu lesen. Ich bin mir auch sicher, dass mir die Geschichte noch lange im Gedächtnis bleiben wird. - Thomas Enger
Vergiftet
(77)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerHenning Juul, der Journalist, gerät wieder in das dunkle, brutale und kriminelle Milieu Oslos. Immer noch treibt ihn die Frage seines Lebens um, wer hat den Brand in seiner Wohnung gelegt bei dem sein kleiner Sohn Jonas ums Leben kam? Mit dem Häftling Tore Pulli, der aus dem Knast heraus Kontakt zu Juul aufnimmt, könnte das Rätsel gelöst werden. Der Deal steht, doch leider kommt es anders wie gedacht. Juul soll herausfinden wer Pulli in eine Falle gelockt hat, da er unschuldig wegen Mordes im Gefängnis sitzt. Und somit gerät Juul wieder einmal in brenzlige Situationen und sein Leben steht auf dem Spiel. Ein Stoß und alles ist vorbei. Dieser zweite Band konnte mich mehr überzeugen, da der Plot spannender und einfacher zu überblicken war und vorallem die Personen konnten mich diesmal in ihren Bann ziehen, das hatte mir im Debüt etwas gefehlt. Trotz allem bin ich der Meinung, das noch Luft nach oben ist, aber ich habe mich gut unterhalten gefühlt.
- Gail Honeyman
Ich, Eleanor Oliphant
(64)Aktuelle Rezension von: izzy_booksGail Honeymans „Ich, Eleanor Oliphant“ ist eine warmherzige, zugleich schmerzlich ehrliche Geschichte über Einsamkeit, Trauma und die Suche nach Verbindung. Eleanor, exzentrisch und isoliert, lernt durch unerwartete Freundschaft, dass Heilung möglich ist. Humor und Herz balancieren meisterhaft – ein Roman, der bewegt, ohne kitschig zu werden.
- Viveca Sten
Tödliche Nachbarschaft
(58)Aktuelle Rezension von: SchneeweheDie Geschichte läuft etwas langsam los. Das Setting wird nach und nach aufgebaut, bis es zum richtigen Ermitteln kommt, dauert es eine ganze Weile. Dann wird es jedoch spannend. Insgesamt ist das Buch gut. Da der Fall für mich aber etwas unrealistisch wirkte, bleibt es bei "gut" und nicht sehr gut. Insgesamt entspricht das Buch dem, was man von der Autorin gewohnt ist: Spannung ist da, aber es wird nicht zu brutal und die Geschichten der Hauptpersonen spielen neben dem Fall auch eine wichtige Rolle.
Ich werde auch den nachfolgenden Fall lesen.
- Michael Tsokos
Abgefackelt
(226)Aktuelle Rezension von: LesebegeisterteDer Rechtsmediziner Paul Herzfeld wird vorübergehend versetzt, da er von seinem letzten Fall noch sehr angeschlagen ist. In der neuen Stelle ist der Vorgänger durch ein Feuer umgekommen. Die Umstände des Feuers sind äußerst dubios. Herzfeld beginnt auf eigene Faust der Sache auf den Grund zu gehen. Dann wird eine Leiche am Strand gefunden. Ist der Mann Schneider, jener Mörder der Pauls Leben für immer verändert hat?
Der Thriller wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Schnell ist klar, der Tod von Herzfelds Vorgänger war kein Suizid, sondern Mord. Durch seine Nachforschungen gerät Paul schnell selbst in das Visier des Mörders. Denn die eiskalte Auftragskillerin schreckt vor nichts zurück.
Fazit: Die Sektionen der Leichen werden sehr detailliert beschrieben, somit nichts für schwache Nerven. Kurze, knackige Kapitel, spannender Schreibstil. Der Leser hetzt von einem Ort zum nächsten. Actionreicher Showdown inklusive. Also ein sehr lesenswerter Thriller. Ich bin schon sehr gespannt auf das nächste Buch.























