Bücher mit dem Tag "brauchtum"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "brauchtum" gekennzeichnet haben.

111 Bücher

  1. Cover des Buches Weihnachten auf der Lindwurmfeste (ISBN: 9783328600718)
    Walter Moers

    Weihnachten auf der Lindwurmfeste

     (161)
    Aktuelle Rezension von: sternenstaubhh

    Dieses Buch ist ein richtiges Schmuckstück und ein wahrer Hingucker in meiner Walter Moers Sammlung. Schon allein die Gestaltung dieses Buches finde ich wunderschön und lädt förmlich zum Schmökern und Lesen ein. Nicht nur der Schutzumschlag auch die Seiten des Buches wurden mit größter Sorgfalt und Kreativität gestaltet. So hält man tatsächlich ein Stück Zamonien in Händen.

    Das Buch selbst ist eine Art langer Brief in dem Hildegunst von Mythenmetz die Traditionen des Hamoulimepp unter die Lupe nimmt. Das dieses Fest mit dem uns bekannten Weihnachten viele Ähnlichkeiten aufweist ist dabei sicherlich kein Zufall. Viele Rituale, die uns bekannt vorkommen, wirken hier plötzlich kurios und eigentümlich. Ob Weihnachtsbaum, Familiengerichte oder Geschenke - hier lernt der Leser das zamonische Weihnachten kennen (und vielleicht ja auch lieben). Natürlich wäre Hildegunst von Mythenmetz nicht Hildegunst von Mythenmetz wenn er sich nicht über diese Traditionen stellen würde und diese mit gewohnt spöttischen Ton wiedergibt. Die taxonomischen Tafeln ab Ende des Buches geben einen tieferen Einblick und können durch die farbigen Illustrationen begeistern. 

    Das Buch ist relativ schmal und man hat es schnell durchgelesen. Der Lesespaß ist hierbei umso größer. Vor allem Walter Moers Fans werden an diesem Buch ihre Freude haben. Ob als Geschenk an sich selbst oder für Walter Moers Leser im Familien- und Freundeskreis - dieses Buch ist einfach ein Muss. 

    Mich hat dieses wunderschöne Buch zur Weihnachtszeit nach Zamonien gezaubert und ich habe diesen Ausflug sehr genossen. 

  2. Cover des Buches Die fantastischen Abenteuer der Christmas Company (ISBN: 9783747800034)
    Corinna Gieseler

    Die fantastischen Abenteuer der Christmas Company

     (95)
    Aktuelle Rezension von: Mandthebooks
    Rezension: (kann Spoiler enthalten)

    Ich lese ja sehr selten Weihnachtsbücher und es ist auch schräg, die Rezension zu schreiben, 3 Monate nachdem ich das Buch gelesen habe😅 Aber nun gut, was soll man machen. Pünktlich an Weihnachten habe ich mich dieser Geschichte gewidmet, vor allem, weil ich das Cover so schön fand und es ein Weihnachtsroman war, der fantastische Elemente enthält.
    Und ich mochte es total, vielleicht, weil das Thema so gut zum Lesezeitpunkt passte und mich deshalb zumindest ein bisschen in Weihnachtsstimmung versetzt hat. Aber ich mochte einen auch vor allem den sprechenden Kater.
    Generell war die Handlung sehr spannend, mir gefiel es sehr, wie Freda versucht, gemeinsam mit einer bunten Truppe die Christmas Company zu retten. Dabei war nicht nur das Setting traumhaft und voller toller Details, es wurden auch die verschiedensten Figuren aus den unterschiedlichsten Weihnachtsgeschichten, Wintermythen, etc. eingebracht. Dadurch begegnete man im Buch immer wieder neuen Elementen und konnte davon durchaus überrascht werden. Und wenn mittendrin nicht nur ein sprechender Kater sitzt, sondern auch ein paar sehe seltsame Weihnachtsmänner von überall auf der Welt, ist das Chaos perfekt und daraus ergibt sich ein spannendes, magisches, weihnachtliches Abenteuer für Groß und Klein!

    5 Sterne
  3. Cover des Buches Das Lied der Arktis (ISBN: 9783550200977)
    Bérengère Cournut

    Das Lied der Arktis

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Uqsuralik war nur ein paar Meter vom Iglu ihrer Eltern entfernt, als mit ohrenbetäubendem Krachen das Eis brach und sie von ihrer Familie getrennt wurde. Zusammen mit dem treuen Familienhund Ikasuk, einem Bärenfell als Schutz vor der Kälte und dem kleinen Messer, das sie ständig bei sich trägt, driftet sie auf einer Eisscholle in der Dunkelheit dahin. Sie weiß, um zu überleben muss sie in Bewegung bleiben, muss nach Robben jagen und auf Hilfe hoffen. Nach Tagen der Einsamkeit naht die Rettung - sie trifft auf einen anderen Familienclan und wird von ihnen aufgenommen. Doch auch da ist sie nicht in Sicherheit, es droht eine andere Gefahr … 

    Bérengère Cournut, geboren 1979 in Asnières-sur-Seine nordwestlich von Paris, ist eine französische Schriftstellerin, Übersetzerin und Lektorin. Sie schreibt seit ihrem zwanzigsten Lebensjahr, zunächst Kinder- und Jugendliteratur, bevor sie ihre Liebe zur Anthropologie, zu fernen Welten und alten Überlieferungen entdeckt. Für „Das Lied der Arktis“ hat sie sieben Jahre lang die Lebensweise der Inuit recherchiert und deren Geschichte studiert. Das Werk wurde 2019 mit dem FNAC-Romanpreis ausgezeichnet. 

    Kein fantasievoll ausgedachter Roman, sondern eine realistisch anmutende Geschichte aus dem Leben der Inuit. Das Buch bietet ungemein spannende Einblicke in eine fremde, brutale, vergangene Kultur, die mir bis dahin völlig unbekannt war. Man erfährt das Geschehen aus Uqsuraliks Perspektive und ist somit hautnah dabei wenn sie auf die Jagd geht, Robben erlegt, ihre Bäuche aufschlitzt, das rohe Fleisch isst und ihr Blut trinkt. Wir erleben mit ihr Zeugung und Geburt, Krankheit und Tod - für die Inuit ganz natürliche Vorgänge – und erschauern, wenn die unberechenbare Natur wieder gnadenlos zuschlägt. 

    Zu erwähnen sind auch die Lieder der Inuit, deren Text immer mal wieder zwischen den einzelnen Abschnitten eingefügt ist. Sie behandeln das aktuelle Geschehen, die Träume und die Hoffnungen der verschiedenen Protagonisten, und erweitern somit unseren Blickwinkel. Ein Glossar mit den gebräuchlichsten indigenen Begriffen und zahlreiche Fotos über die Menschen, Tiere und Natur der Arktis, am Ende des Buches, bereichern die Geschichte und tragen zum besseren Verständnis des Gelesenen bei. 

    Fazit: Ein großartig recherchierter Roman, der durch seine bildhafte Erzählweise besticht und ganz nebenbei auch einiges an Wissen vermittelt. Sehr empfehlenswert! 

  4. Cover des Buches Krampus (ISBN: 9783426653340)
    Brom

    Krampus

     (81)
    Aktuelle Rezension von: phantastische_fluchten

    Über 500 Jahre musste Krampus, der Herr der Julzeit in einem Gefängnis verbringen. Gefangen von Santa Claus, der das Julfest pervertiert und für seine Zwecke missbraucht. 

    Krampus ist sich sicher, dass er eines Tages entkommen und seine alte Macht wieder erlangen wird. Geduldig wartet er auf seine Chance. Der arbeitslose Musiker Jesse hilft ihm dabei unwissentlich und wird in Ereignisse verstrickt, die kaum zu glauben sind.

    Kommentar: 

    Dieses Buch wurde schon sehr oft bei den »Top Ten Thursday« lobend erwähnt, dass ich einfach neugierig wurde und es in meine Suchaufträge aufnahm. Eine liebe Freundin hat es mir dann geschenkt und da Weihnachten vor der Tür steht, habe ich es endlich gelesen. 

    Ich hatte mich vorab nicht genau informiert, um was es geht und erwartete ein Weihnachtsbuch. Doch stattdessen bekam ich Mord, Totschlag, Prügeleien, Diebstahl und noch vieles mehr.  Und was soll ich sagen? Ich war begeistert. 

    Da ich gerne nordische Mythen und Legenden lese, ist mir das »Julfest« durchaus ein Begriff als (aus heutiger Sicht) heidnischer Brauch um die Winterwende zu feiern. Auch in High Fantasy Romanen findet man ab und an Beschreibungen des Festes. Mir war allerdings noch nie so bewusst, wie sehr die christliche Kirche diese alten Riten übernommen und in ihre Religion integriert hat und das sie den Natur verbundenen Krampus durch eine dickliche, joviale Gestalt ersetzt haben. 

    Hier wird das endlich mal klar gestellt und nach Beendigung der Lektüre ist eines gewiss: Der Weihnachtsmann ist bei weitem nicht so nett, wie es den Anschein hat. 

    Brom greift hier weit zurück bis zu Odin und Loki. Er verwebt die alten Mythen und Legenden gekonnt mit der heutigen Zeit und erschafft einen Roman, wie man ihn sicher bisher noch nicht gelesen hat. Mal brutal, mal humorvoll und auch sensibel. Ich mochte vor allem Isabel, zu der Jesse ein freundschaftliches Verhältnis aufbaut, trotz ihrer Andersartigkeit. 

    Jesse ist ein absoluter Looser. Er spielt leidenschaftlich gerne Gitarre und schreibt eigene Songs, doch er glaubt nicht an sich selbst und daher glaubt auch das Publikum nicht an ihn. Er ist ziel- und orientierungslos und lässt sich treiben. Seiner Frau Linda verlässt ihn, da sie für ihre gemeinsame Tochter eine bessere Zukunft wünscht. Dass sie ausgerechnet eine Beziehung mit Polizeichef Dillard eingeht, bereitet Jesse große Sorgen. Dillard kann ihn nicht leiden und  somit steht Jesse auf dessen Abschussliste. Desweiteren ist Dillards erste Frau unter mysteriösen Umständen verschwunden und es geht das Gerücht, er habe sie ermordet. 

    Zu seinen Sorgen um Frau, Kind und Arbeitslosigkeit gesellt sich bald die Sorge, was zur Hölle eigentlich in Boone County los ist.

     

    Ich habe die Hardcover Ausgabe des Buches gelesen, die auch optisch wirklich toll ist. Brom ist Illustrator und arbeitet  für diverse Computerspielhersteller und das sieht man dem Buch an. Sowohl im vorderen als auch im hinteren Buchdeckel finden sich zwei beeindruckende Illustrationen von Krampus und seinen Belznickel. Und im Inneren des Buches sind absolut tolle Bilder von Krampus, Jesse, Isabel, Santa Claus, Perchta, Wipi, Nipi und Makwa beigefügt. Die drei amerikanischen Ureinwohner stehen dem Herrn des Julfestes seit 500 Jahren treu zur Seite. Ihre Liebe und Verbundenheit zur Natur ist mit seiner Identisch und sie haben das gleiche Ziel: Die Welt vor den Menschen retten, sie gesunden und erstarken lassen. Und das geht nur mit den alten Bräuchen und nicht mit einem Trottel, der auf einem Schlitten durch die Gegend fährt, Geschenke verteilt, sich als Gutmensch ausgibt und HOHOHO brüllt. 

    Jedes einzelne Kapitel der schrägen, humorvollen aber auch teilweise brutalen und verstörenden Geschichte wird durch eine Illustration eingeleitet. Da hat sich der Autor sehr viel Mühe gegeben. Für mich ist das ein optisches Highlight. 

    Brom ist nicht nur ein guter Illustrator, er kann auch gut mit Worten umgehen, wie diese Geschichte beweist. Er hat gut recherchiert und bringt dem Leser die alten Riten etwas näher. Vielleicht stellen dann wieder mehr Menschen einen Schuh gefüllt mit Geschenken vor die Tür um Krampus zu zeigen dass er nicht vergessen ist. 

    Falls jemand einen Vergleich möchte, um das Buch besser einschätzen zu können: Mich haben der Stil und der Antiheld ein bisschen an die Bücher von Anonymus erinnert. 

     Fazit: 

    Ich bin froh, dass ich das Buch gelesen habe und ich bin sicher, dass der Kinderdieb von Brom demnächst auch bei mir landet. Eine außergewöhnliche Geschichte in einem wunderschönen Gewand. Nichts für kleine Kinder aber für Erwachsene ein echtes Highlight. 

    Bleibt nur die Frage: Warum gibt es von Vernon kein Bild?

  5. Cover des Buches Cyrus Doyle und das letzte Vaterunser (ISBN: 9783746633374)
    Jan Lucas

    Cyrus Doyle und das letzte Vaterunser

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Annafrieda
    Detektiv Chief Inspector Cyros Doyle kehrt nach 20 Jahre nach Guernsey zurück , um dort eine Stelle anzunehmen. Ihm zur Seite steht Pat, seine ehemalige Freundin. Eines Tages bittet ein Mann mit einem "Clameur de Haro" auf offener Straße um Hilfe. Sein Sohn sitzt wegen des Mordes an seiner Freundin in Haft, lt. Vater angeblich unschuldig. Doyle fühllt sich verpflichtet, den Fall erneut aufzurollen, obwohl seine Vorgesetzten es nicht gerne sehen. Nach einem Mord verdichten sich die Vermutungen, dass es tatsächlich einen Zusammenhang zum damaligen Mord zu geben scheint. 


    Ich hatte vorher noch kein Buch um Cyrus Doyle geslesen und es fiel mir nicht schwer, den Beschreibungen zu folgen. Es ist also keine Voraussetzung, den Vorgänger gelesen zu haben. Der Krimi steigert kontinuierlich sein Tempo, der Spannungsbogen ist verfekt geschlagen. Dazu bedarf es keiner blutigen Szenen, wie hier der Autor beweist. Die Charaktere sind rund, der eine mehr, der andere weniger sympathisch, wie im richtigen Leben. Auch das Zwischenmenschliche ist gut dargestellt, es macht Spaß, mit den Protagonisten mitzufiebern. der Plot selbst ist anschaulich dargestellt. 
    Besonders der Schreibstil hat mir hier besonders gut gefallen. Der Autor Jan Lucas versteht es, den Leser bei Laune zu halten, ihn mitfiebern zu lassen. Und die Beschreibungen von Guernsy hat mich auch mit auf die Reise genommen. Das hat einen großen Teil des Buches ausgemacht, passte hier wunderbar dazu. 
    Alles in allem ein toller Kriminalroman für alle, die auch in diesem Genre die leiseren Töne mögen.
    Von mir Leseempfehlung mit voller Punktzahl.
    Gerne wieder einen Cy Doyle!
  6. Cover des Buches Perchtenjagd (ISBN: 9783710402333)
    Maja Brandstetter

    Perchtenjagd

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    „Perchtenjagd“ ist der Auftakt zu einer Reihe rund um den Gerichtspsychologen Meiberger, der der Polizei mit Rat und Tat zu Hilfe eilt. 

    Es ist Vorweihnachtszeit, als für eine Mutter auf dem Adventmarkt in St. Wolfgang der absolute Albtraum beginnt: ihre 5-jährige Tochter Marie verschwindet während des Perchtenlaufes spurlos. Wenig später wird ein Toter gefunden, der das Lieblingskuscheltier von Marie bei sich hat. Doch dieser Tote wird nicht der Letzte sein. Es scheint, als ob der Täter für sein Krippenspiel „Personal“ sucht. Maria, Josef, die Heiligen Drei Könige und das Jesuskind für die Krippe. Kann die kleine Marie dafür bestimmt sein? Hat sich der Täter vertan?  

    Meiberger hat selbst das Trauma eines verschwundenen Sohnes und versucht deshalb umso eifriger, den Täter zu finden. Dabei entdeckt er Hinweise, die der eher bedächtige Kripochef Nepomuk Wallner und dessen schaumrollensüchtiger Mitarbeiter Ganslinger übersehen haben. 

    Meine Meinung: 

    Ein raffinierter, fesselnder Krimi, der, wie immer, wenn kleine Kinder in den Fängen von Verbrechern sind, einem die Gänsehaut auflaufen lässt.  

    Der Christkindlmarkt und der Perchtenlauf sind nur die Umrahmung für mehrere Morde, die sowohl Meiberger als Leser in Atem halten. Es ist sehr interessant zu lesen, wie Vertrautes und Bekanntes die eigene Wahrnehmung beeinflussen kann. Auch die Wege, wie Meiberger zu seinen Schlussfolgerungen kommt, lassen tief in die menschliche Seele und in deren Abgründe blicken. 

    Nicht ausgespart werden die persönlichen Tragödien von Meiberger. Der verschwundene Sohn Patrik, die Ex-Frau Karo und sein ambivalentes Verhältnis zu Nepo.  

    Der Schreibstil mit seinen lokalen Bezügen und der Beschreibung der Menschen gefällt mir sehr gut.  

    Die Charaktere sind gut gelungen und der Leser tappt ähnlich wie die Polizei lange im Dunkeln. Es gibt zwar die eine oder andere vage Andeutung, wer der Täter sein könnte, aber es dauert eine geraume Weile bis alle Puzzleteilchen an die richtige Stelle fallen. 

    Einen Stern Abzug gibt es, weil es mir ein wenig unrealistisch erscheint, dass nur ein so kleines Team sich mit einer solchen Verbrechensserie beschäftigt. Hier würde in Wirklichkeit wohl eine Soko agieren. 

    Trotzdem warte ich mit Spannung auf den nächsten Fall für Meiberger. Die Vorschau deutet an, dass das Rätsel um das Verschwinden seines Sohnes gelöst wird. 

    Fazit: 

    Ein eher ungewöhnlicher Regionalkrimi, der offenbart, dass das Autorenduo Drehbücher für die TV-Reihe „Meiberger - im Kopf des Täters“ (die ich im Übrigen noch nie gesehen habe) verfasst. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

  7. Cover des Buches Oberwasser (ISBN: 9783596512904)
    Jörg Maurer

    Oberwasser

     (217)
    Aktuelle Rezension von: Lillianne

    Zum Buch
     Nachts in einem idyllischen alpenländischen Kurort: Dunkle Gestalten schleppen eine leblose Person zur Höllentalklamm. Kommissar Jennerwein erhält einen heiklen Auftrag. Er muss einen verschwundenen BKA-Ermittler finden, aber niemand darf wissen, dass er nach  ihm sucht. Während er mit seinem bewährten Team offiziell einem Wilderer nachstellt, forscht er in Gumpen und Schluchten nach dem Vermissten. Derweil erzählen die Einheimischen düstere Legenden von Flößern, die einst das Wildwasser in eine Höhle sog, ein neugieriger  Numismatiker entdeckt kryptische Zeichen auf einer alten Goldmünze, und ein Scharfschütze lauert am Bergbach. Kommissar Jennerwein gerät beinahe ins Strudeln.

    Mein Kommentar

    Es wird ein Wettlauf mit der Zeit und Kommissar Jennerwein setzt wieder mal sein Leben ein, um den Fall zu lösen.
    Bemerkenswert war ein Detail im Fall von Psychterror: Man nimmt einen Flashmob und lässt das Ballettensemble in privaten Kleidern zwischen gaffenden Passanten die Ensemblemitglieder tanzen ... immer mehr. Das führt bei einem Täter unter Stress Wahrnehmungsstörungen. [Seite 273]
    Und auf Seite 368 kommt mir die Verschlüsselungstechnik bekannt vor: Es muss in einem Buch ebenfalls eine Rolle gespielt haben, das ich erst kürzlich gelesen habe. Vermutlich in einem der Harzkrimis ... Es geht um die Chiffriertechnik nach Vignère. Ich bin immer noch bei der Serie ...

  8. Cover des Buches Letzter Fasching (ISBN: 9783709978733)
    Herbert Dutzler

    Letzter Fasching

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Im Ausseerland herrscht Ausnahmezustand – es ist Faschingszeit und landauf landab regieren die Narren. Kurz vor dem großen Umzug erhält die Traditionsgruppe der Trommelweiber, unter deren Kitteln sich ausschließlich  g’standene Mannsbilder verstecken, einen Drohbrief. Der Obmann befürchtet einen Mord. Gasperlmaier soll, obwohl er kein Mitglied ist, als Trommelweib getarnt mitmarschieren.

     

    Leider kann er den Mord an Kurt Sagleitner, dem Chefkoch des Bio-Hotels nicht verhindern. Die Vernehmungen der anderen Trommelweiber gestalten sich als schwierig, weil kaum jemand nüchtern genug ist, der Polizei Rede und Antwort zu stehen. Auch das berufliche Umfeld des Toten lässt auf Verbotenes schließen. Daher wird es Gasperlmaier bald wieder zuviel und Frau Chefinspektor Dr. Kohlross vom Bezirkskommando Liezen übernimmt die Leitung der Ermittlungen.

     

    Während Gaspermaier und Kohlross noch jeder kleinen Spur nachgehen, gibt es den nächsten Toten. Nichts ist, wie es scheint und so dauert es eine Menge Schnaps und Leberkäsesemmeln bis die losen Enden zusammengefügt werden können.

     

    Meine Meinung:

     

    Wie gewohnt ist der Krimi wieder in die Gemeinde Altaussee eingebettet. Schrullige und boshafte Dorfbewohner geben sich ein Stelldichein. Der Fasching ist eine Zeit in der viele ungestraft, weil unerkannt, ihre kleinen oder größeren Fehden ausführen können. Ganz nebenbei erfahren wir einiges über die lokalen Bräuche, die bisweilen archaisch anmuten und aus Tradition (?) nur Männern vorbehalten sind. Der emanzipatorische Versuch von Gasperlmaiers Tochter mit der letzten Männerbastion, den Trommelweibern, brechen zu wollen, löst einen ziemlichen Aufruhr aus.

     

    Wie üblich hantelt sich Gasperlmaier von Leberkäsesemmel zu Leberkäsesemmel und muss sich zu Hause mehrfach mit veganem Essen zufrieden geben. Auch Maggy, die unvermeidliche Reporterin der Schilling-Zeitung findet ihren Platz.

     

    Alles so wie immer? Nein, nicht ganz! Denn der Fall präsentiert sich als ein wenig komplizierter als gedacht. Herbert Dutzler ist es gelungen, durch verblüffende Wendungen und falsche Spuren den wahren Täter samt seinem Motiv recht lange zu verschleiern.

     

    Fazit:

     

    Ein gut gelungener Krimi aus dem steirischen Altaussee. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

  9. Cover des Buches Winterblüte (ISBN: 9783548289953)
    Corina Bomann

    Winterblüte

     (179)
    Aktuelle Rezension von: Tanja_Wue

    Im Jahr 1902 hat Johanna eine persönliches Problem. Sie steht zwischen den Wünschen ihrer Familie und ihren eigenen. Gleichzeitig findet ihr Bruder Christian eine Frau am Starnd. Durchgefroren und fast tod. Er nahm sie mit und hat sich schließlich gerettet. Aber der Frau war das wichtigste, was mit ihrem Zweig passiert ist. 

    Eine sehr schöne Geschichte, mit Rätseln und familiären Verstrickungen. 

  10. Cover des Buches Medea (ISBN: 9783518189108)
    Christa Wolf

    Medea

     (137)
    Aktuelle Rezension von: Avalee

    "Die Medea der griechischen Tragödie, die Barbarin, Giftmischerin, die rachsüchtige Mörderin." Das bescheibt den eigentlichen Mythos der "Medea". Man könnte noch "Kindsmörderin" und "Verräterin" hinzufügen, die aus überschwänglicher und plötzlicher Liebe zu Jason handelt und dann bitter enttäuscht wird, ohne sich dabei das "Wilde" nehmen zu lassen. Eben eine dominante Frau, die es nicht unbedingt einfach hat. Aber, wie schon erwähnt, ist das der eigentliche Mythos.

     

    "Medea. Stimmen" erzählt die Geschichte etwas anders. Denn Christa Wolf schreibt nicht direkt den Mythos, sondern versucht darzustellen, wie sich der Mythos entwickelt haben könnte.

    Zum Titel selbst lässt sich sagen, dass "Medea." wohl der Teil ist, dem jedem zeigt, dass es um den Mythos geht. "Stimmen" wurde hinzugefügt, weil die Geschichte von 6 Stimmen erzählt wird. Nämlich aus den Sichten von

    • Medea: Kolcherin. Tochter des Königs Aietes und der Idya. Schwester der Chalkiope und des Absyrtos
    • Jason: Argonaut, Schiffsführer der "Argo"
    • Agameda: Kolcherin. Vormals Medeas Schülerin
    • Akamas: Korinther. Erster Astronom des Königs Kreon
    • Leukon: Korinther. Zweiter Astronom des Königs Kreon
    • Glauke: Korintherin. Tochter des Königs Kreon und der Merope

    Zum Inhalt: Auch in dieser Fassung von "Medea" ist Medea mit Jason verheiratet und hat zwei Kinder. Mit ihrer Entdeckung der Knöchelchen der Tochter (Iphinoe) des Königs (Kreon) von Korinth in einem geheimen Raum des Schlosses und die damit zusammenhängende Geschichte, beginnen diejenigen, die davon wissen, sich gegen sie zu stellen. Denn der schon Jahre zurückliegende Mord der Königstocher wird in Korinth vertuscht. Hier heißt es, sie wäre über Nacht mit einem ansehnlichen Mann durchgebrannt und würde nun andernorts ein glückliches Leben führen. In Wirklichkeit wurde das Mädchen aber geopfert, um die Machtstellung des Königs zu sichern. Dabei war Medea doch extra mit Jason aus ihrer Heimat Kolchis geflohen, weil dort ihr jüngerer Bruder geopfert worden war, um die Stellung ihres Vaters zu sichern und sie mit diesem Umstand und ihren Schuldgefühlen nicht mehr dort leben konnte. Nun, da sie hier in Korinth eine ganz ähnliche (wenn auch geheime) Story in Erfahrung bringt, beginnt ihr Unglück. Dass sie eine sehr selbstbewusste Frau ist, kann ihr dabei auch nicht helfen - außer es besser zu ertragen. Sie wird dem Schloss verwiesen, Gerüchte um den Mord an ihrem eigenen Bruder machen die Runde und sie wird zum Sündenbock für alle schlimmen Ereignisse. Nur ein Gutes findet sich kurzfristig: Sie verliebt sich in einen Künstler.

    Meiner Meinung nach ist dieser Roman eine gelungene Vorgeschichte des Mythos "Medea". Da ich auch die Fassungen des Mythos von Euripides und Grillparzer gelesen habe, ebenso wie eine etwas eigenwilligere Variante von Dea Loher, hatte ich bereits den Grundmythos im Kopf und wusste, was geschehen müsste. Mir hat sehr gefallen, dass diese Version ganz anders erzählt wird und doch in gewisser Weise am Mythos festhält. Hier wird deutlich, wie sehr die Historie durch Hörensagen und Weiterreichen verfälscht werden kann. Beispielsweise ist Medea in "Medea. Stimmen" einfach bewandert, was Heilmittel betrifft und schafft es, viele Leute erfolgreich zu behandeln. Da Medea aber der Sündenbock für alles wird, wird diese eigentlich gute Tatsache für die Korinther natürlich schlecht gemacht und sie wird (auch wegen eines weiteren gerüchtegeschwängerten Vorfalls gegen Ende) zur "Giftmischerin".
    Mir persönlich gefällt zudem die Form eines Romans auch besser als die eines Dramas. Natürlich hat das nichts mit der Geschichte an sich zu tun, denn Dramen können schließlich auch sehr gut sein - aber dennoch ist das ebenfalls ein Pluspunkt für mich.

    Von den mir bekannten für mich persönlich die beste "Medea"-Fassung.

  11. Cover des Buches Bubis Kinnertied. Tüsken Wieken un Wullgras (ISBN: 9783862824700)
    Detlef M. Plaisier

    Bubis Kinnertied. Tüsken Wieken un Wullgras

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Harpo

    Die Originalgeschichte, welche aus den sogenannten Memoiren des Vaters des "Autors", bezogen wurde, hätte eigentlich das Potential zu einer wahrhaft erzählenswerten sein können. Leider macht es der Autor - wir mögen ihn so nennen - einem unmöglich die Geschichte zu genießen. Der Grund: Langweilig und überaus langatmig erzählt. Dazu auch noch schriftstellerisch wenig ausgereifte Stil, der es fast schon zum Kraftakt macht, sich durch das Ganze durchzuarbeiten.

  12. Cover des Buches Maroni, Mord und Hallelujah (ISBN: 9783839215883)
    Manfred Baumann

    Maroni, Mord und Hallelujah

     (13)
    Aktuelle Rezension von: lesefreude_book
    Nach dem ich bei „Glühwein, Mord und Gloria“ zum ersten Mal mit Kommissar Merana in Berührung gekommen bin, verfolgt er mich nun, worüber ich sehr froh bin. Erst vor zwei Tagen habe ich die brandneue Verfilmung von Meranas viertem Fall „Drachenjungfrau“ im Fernsehen gesehen. Auch wenn ich mir den Kommissar etwas älter und dicker vorgestellt habe, freue ich mich, dass mit Manuel Rubey einer meiner Lieblingsschauspieler in die Rolle des Kommissar Merana geschlüpft ist.

    „Maroni, Mord und Halleljuh“ ist ein weiter Band mit vier kriminellen Weihnachtsgeschichten indem Kommissar Merana, Otmar Braunberger und Carola Salman ermitteln. Dabei könnten die Geschichten nicht abwechslungsreicher sein.

    Eigentlich wollte Merana mit seinen beiden Kollegen den Adventabend gemütlich auf dem Salzburg Christkindlmarkt ausklingen lassen. Als dann plötzlich das Christkind mit gezückter Pistole vor ihm steht, gilt es einen seltsamen Mord aufzuklären. Manfred Baumann beweist einmal mehr, dass er mit gezielten Sätzen die herrliche Stimmung und das Wohlgefühlt beim Christkindlmarkt-Besuch ganz einfach ins heimische Wohnzimmer holen kann.

    Mit drei weiteren Geschichten bringt Manfred Baumann Weihnachtsstimmung und erzählt viele Interessante Fakten rund um die Raunächte und die damit verbundenen Bräuche.

    Fazit:

    Vier unterschiedliche Geschichten, die den Leser auf Weihnachten einstimmen und alte Bräuche aufgreifen oder einfach nur unterhalten. Der liebenswerte Kommissar Merana hat mit mir definitiv einen neuen Fan gewonnen!
  13. Cover des Buches Die spinnen, die Finnen (ISBN: 9783548282190)
    Dieter Hermann Schmitz

    Die spinnen, die Finnen

     (63)
    Aktuelle Rezension von: efell

    Dieses Finnenbuch hat mich wirklich gut unterhalten. Ich musste beim Lesen auch viel an unsere letzte Auslandreise 2019 nach Finnland denken - so konnte ich einiges wiedererkennen aber viele Facetten von den Finnen und ihrem Leben lernte ich doch durch dieses Tagebuch neu kennen - die meisten Szenen brachten mich zum Schmunzeln oder berührten mich sehr, z.b. der Bärenspuk, der Sommernachtstanz mit seiner Frau oder das Karaokesingen auf dem Schiff Isabell. Immerwieder baut der Autor geschickt Erlebnisse und Erfahrungen bei anderen Szenen ein, z. B. "Zielen Sie auf das A-Loch des Tieres!
    ein gutes Unterhaltungsbuch mit viel Information über Finnland und ihren Bewohnern.

  14. Cover des Buches Das Geheimnis der Rauhnächte (ISBN: 9783843460569)
    Jeanne Ruland

    Das Geheimnis der Rauhnächte

     (21)
    Aktuelle Rezension von: jeanne1302

    Einführung in die Rauhnächte, Herkunft, Rituale etc. 

    Das Buch ist in zwei Teile geteilt - einmal grundsätzliche Informationen über die Rauhnächte und dann jede Rauhnacht im Einzelnen vorgestellt. 

    Die allgemeinen Infos waren schon interessant, hätte man aber auch etwas weniger machen können, dafür mehr die einzelnen Rauhnächte klarer vorgestellt. An manchen Tagen wurde keine klaren Angaben gemacht - ich habe mich zusätzlich noch im Internet informiert, um z.b. die Bedeutung der Rauhnacht zu erhalten. 

    Für viele Rauhnächte gibt es kleine Aufgaben, Fragen zur Selbstreflexion und Möglichkeiten, die Zeit zu gestalten, Infos und Tipps zum Räuchern etc. - alles für den ersten Eindruck schon ganz in Ordnung. 

    An manchen Tagen gibt es aber eben keine Aufgaben oder Fragen zur Selbstreflexion. Das hat mich gestört, deshalb die weiteren Recherchen im Netz. Schade eigentlich. Das Buch ist an sich sehr gut, man hätte da aber durchaus noch mehr rausholen können. 

  15. Cover des Buches Das große Servus-Weihnachtsbuch: Lieder, Bräuche und Geschichten für einen besinnlichen Advent (ISBN: 9783710402210)
    Sebastian Unterberger

    Das große Servus-Weihnachtsbuch: Lieder, Bräuche und Geschichten für einen besinnlichen Advent

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Tigerluna

    Das große Servus Weihnachtsbuch ist von Sebastian H. Unterberger.


    Das Cover ist strahlt in einer Pracht von Goldornamenten auf dunklem Hintergrund. Das gesamte Buch spiegelt dies wieder und ist wirklich in einem einzigartigen Layout gestaltet.


    Es ist voll von Weihnachts- bzw. Adventsliedern, Geschichten und Bräuchen.


    Der Schreibstil ist offenherzig und ehrlich. Das gefällt mir gut.


    Leider gibt es für mich aber einen großen Minuspunkt: viele Lieder sind von einem so starken Dialekt geprägt (ich denke es handelt sich hier um Österreichische Dialekte?), dass ich diese weder lesen geschweige denn singen könnte. Das ist sehr schade.
    Trotzdem alles in allem ein schönes Weihnachtsbuch für die ganze Familie.

  16. Cover des Buches Maria, ihm schmeckt's nicht (ISBN: 9783844522792)
    Jan Weiler

    Maria, ihm schmeckt's nicht

     (91)
    Aktuelle Rezension von: Monice

    "Maria ihm schmeckt`s nicht!" von Jan Weiler,


    ein Buch mit viel Humor. Mir persönlich hat der Stil sehr gut gefallen und auch der Humor war sehr passend. Ich glaube jeder ist froh nicht einen solchen Schwiegervater zu haben, aber er hätte hier nicht fehlen dürfen. Der rote Faden rund um die Hochzeit und die Italienische Familie hat sehr gut gepasst und wurde auch sehr konsequent durch gezogen. Für mich genau das richtige zum lachen zwischen durch.
    Die Kapitel waren, sehr angenehm aufgeteilt, so das es sich Thematisch sehr passend aufgeteilt hat. Es war erst das zweite Buch von Jan Weil er für mich, aber definitiv nicht das letzte.

    Zum Inhalt:
    Eine Hochzeit für Jan und Sara, das lässt sich sein Schwiegervater nicht zweimal sagen und schon ist die Familie in Italien informiert. Das dort die ein oder andere, mehr oder weniger Gute Nachricht auf sie wartet ahnt keiner als sie sich auf den Weg nach Italien machen. Doch in Italien soll sich alles verändern und vor allem das Ende steht wohl doch nicht so fest, wie gedacht.

  17. Cover des Buches Montedidio (ISBN: 9783548611877)
    Erri De Luca

    Montedidio

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Der 13jährige Erzähler arbeitet schon früh in der Werkstatt von Meister Erricos, zusammen mit dem Schuster Don Rafaniello, der hier eine NIsche gefunden hat, um "die Schuhe Neapels zu reparieren. Der Junge hat einen wertvollen Besitz, einen Bumerang, den er von seinem Vater geschenkt bekommen hat. Er trainiert unablässig auf den Tag zu, an dem dieser Bumerang fliegen wird. Mit den Übungen wird er zum Mann, die Muskeln stählen sich und diese Entwicklung wird von Maria unterstützt, die zwar gleichaltrig, aber dennoch viel erwachsener ist. Der Junge wird ihr Verlobter. Alles arbeitet auf die Neujahrsnacht hin, an dem der Bumerang zum ersten Mal fliegen soll. Fliegen will an diesem Tag auch Don Rafaniello, unter dessen großem Buckel sich Flügel befinden, wie er dem Jungen erklärt.
    Eine große Liebesgeschichte aus Neapel in der Nachkriegszeit, erzählt von einem Autor, der seine wunderschönen Sätze wie aus einem Füllhorn über den Leser ausschüttet. Liebe, wahre Gefühle und echte Zuneigung können jederzeit die bösen Mächte besiegen ist sein Credo und das vermittelt er in einer Sprache, die an Musik in ihrer perfektesten Ausführung erinnert. Ein Buch, das keinen Satz zu viel enthält, dessen Zutaten geeignet sind, ein Stück Literatur für die Ewigkeit zu schaffen. Ruhe und Gelassenheit sollte man sich nehmen, wenn man dieses Werk geniessen will.
  18. Cover des Buches Groumdeifl (ISBN: 9783740809966)
    Fabian Borkner

    Groumdeifl

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    In ihrem 4. gemeinsamen Fall tauchen die Versicherungsdetektive Agathe Viersen und Gerhard Leitner in die Welt des Brauchtums ein.  

    Endlich sind die Baumaschinen auf der Hauptstraße abgezogen und die Oberflächen fertiggestellt, als ein Wasserrohrbruch gemeldet wird. Also, auf muss die Straße erneut aufgerissen werden. Allerdings findet man nicht nur ein schadhaftes Wasserrohr, sondern auch die, als Teufel kostümierte Leiche von Harry Spiegler. Während sich die Kriminalpolizei wie gewöhnlich um die Tat und den Täter kümmern wird, sollen die beiden Versicherungsdetektive herausfinden, ob der Rohrbruch eine Folge des Vergrabens der Leiche war oder nicht und ob, die Versicherungsgesellschaft Schadenersatz leisten muss. 

    Meine Meinung: 

    Für mich ist das der erste Fall der beiden Versicherungsdetektive. Diese Perspektive ist interessant. Agathe und Gerhard gehen ähnlich wie die Polizei vor, befragen Freunde, Bekannte und Verwandte des Opfers. Doch was sie dabei erfahren, zeigt, dass Harry Spiegler alles andere als ein Sympathieträger war. Gleich mehrere Personen hätten einen Grund, ihn zum Teufel zu wünschen. 

    Bei den Ermittlungen tauchen wir gemeinsam mit Agathe und Gerhard in das Brauchtum von Perchten und Passen ein. Das ist als Hintergrund eines Winter-Krimis eine gute Kulisse. Ich persönlich kann diesen lärmenden Gruppen nichts abgewinnen. Der Titel „Groumdeifl“ heißt nichts anderes als „Grubenteufel“. Bei uns in Österreich würde man wohl „Gruamteifl“ sagen. 

    Die Arbeitsweise der beiden Versicherungsdetektive erfordert vollen Körpereinsatz, bei dem Gerhard auch nicht davor zurückschreckt, ein Verhältnis mit der Ex-Freundin des Opfers einzugehen. Hier ist es gut, dass er kein Polizist ist, denn das ist meiner Ansicht nach höchst unprofessionell. 

    Fazit: 

    Ein Oberpfalz-Krimi, der vom besonderen Lokalkolorit lebt, aber nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat. Daher gibt es nur 3 Sterne.

  19. Cover des Buches Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück (ISBN: 9783944442402)
    Robert Scheer

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

     (42)
    Aktuelle Rezension von: parden
    EIN PERSÖNLICHES MAHNMAL...

    Robert Scheer liebte seine Großmutter. Dies ist an und für sich nichts Besonderes, doch eigentlich ist es ein Wunder, dass es den Autor überhaupt gibt. Denn eigentlich hätte seine Großmutter Pici nicht überleben, nicht heiraten und keine Familie gründen dürfen. Denn dies war der Plan von Hitler und seinen Schergen. Doch als einzige ihrer weitverzweigten jüdischen Familie überlebte Pici ("die Kleine") seinerzeit die Gräuel des Holocaust.


    "Die Weisen sagen, das Ziel des Lebens sei das Leben selbst. Dem folgend habe ich das Ziel erreicht. Denn ich lebe noch." (S. 56)


    Zum 90. Geburtstag seiner Großmutter beschloss Robert Scheer, diese nach ihren Erlebnissen zu befragen, damit ihr Zeugnis bewahrt bleibt. Und wo Pici jahrzehntelang geschwiegen hat, öffnete sie sich ihrem Enkel gegenüber und gab Auskunft über helle und dunkle Jahre ihrer Vergangenheit.

    Die ersten zwei Drittel des Buches erzählen von Picis Familie und ihrer Kindheit in Rumänien. Dort wohnte die Familie ungarischer Juden und lebte vom Holzhandel des Vaters. Arm, kinderreich, aber zufrieden, so wie viele andere Menschen der kleinen rumänischen Stadt auch. Als etwas langatmig habe ich diese Schilderungen zeitweise empfunden, aber andererseits als durchaus legitim - holte sich Pici auf diese Art noch einmal alle Mitglieder iher großen Familie in ihre Erinnerung zurück, alle in den Jahren des Holocaust ums Leben gekommen.

    Die schlimmen Erlebnisse Picis nach dem Verlust ihrer Heimat in den 40er Jahren nach der Machtergreifung Hitlers nehmen entsprechend etwa ein Drittel des Buches ein. Die Vertreibung ihrer Familie aus der kleinen rumänischen Stadt, die Erfahrungen im Ghetto, die Deportationen in verschiedene Konzentrationslager, die Kälte, die Hitze, der Hunger, die Unmenschlichkeit, die Angst, die Krankheiten, das Trauma, der Tod - Dinge, über die es sicher auch nach 70 Jahren noch schwerfallen dürfte zu sprechen.

    Was mich bei der Lektüre verblüffte, waren die großen Erinnerungslücken Picis, die viele schreckliche Erlebnisse und Details ausgeblendet zu haben scheint.


    "Und auch für die folgenden Zeiten gibt es solche kleinen Momente, die völlig in meinem Gedächtnis fehlen, aber nicht so, dass ich sie nach Jahren vergessen hatte, sondern so, als hätten sie nichts mit mir zu tun gehabt. Vielleicht, weil mein Verstand dies alles nicht nachvollziehen konnte und von sich wegschob..." (S. 90)


    Entsprechend rudimentär erscheinen denn auch teilweise die Erinnerungen, Spotlights der Schrecken, wobei die Schilderungen selbst nahezu nüchtern erscheinen. Dennoch kommt das Grauen beim Leser an, die Bilder lassen sich ncht verdrängen, die Unfassbarkeit der Erinnerungen bricht sich Bahn. Zahlreiche in den Text integrierte Fotos (viele aus dem Privatbesitz des Autors) unterstreichen das Geschriebene, geben dem Erzählten ein Gesicht und verankern das Grauen in der Realität.

    Der Schreibstil ist einfach, erinnert zeitweise an einen ungeübten Schulaufsatz. Doch vieles ist in wörtlicher Rede wiedergegeben und dokumentiert so eher das Gespräch zwischen dem Enkel und seiner Großmutter Pici als dass es literarisch aufgearbeitet ist. Dieses Stilmittel der wörtlichen Rede unterstreicht in meinen Augen die Authentizität der Erzählung.

    Neben den bereits erwähnten Fotos gibt es - vor allem in dem vielseitigen Anhang - auch zahlreiche Kopien von alten Briefen, Dokumenten und Listen, die die Erinnerungen Picis in Raum und Zeit des Holocaust verankern. Hier hätte ich mir eine bessere Qualität der Darstellung gewünscht, denn viele der genannten Quellen waren durch eine blasse und verschwommene Kopie für mich tatsächlich kaum leserlich, was ich wirklich bedauerlich fand.

    Robert Scheer hat mit diesem Buch nicht nur seiner geliebten Großmutter ein Denkmal gesetzt, sondern mit Picis Erinnerungen auch ein persönliches Mahnmal geschaffen. Ein Buch 'Gegen das Vergessen', das sehr persönliche Einblicke gewährt.


    © Parden
  20. Cover des Buches Brot backen, wie es nur noch wenige können (ISBN: 9783710401695)
    Christine Metzger

    Brot backen, wie es nur noch wenige können

     (5)
    Aktuelle Rezension von: MissStrawberry

    Dieses Buch beinhaltet nicht einfach nur Rezepte für Brote mit Hefe oder Sauerteig, es erzählt im Grunde die Geschichte des Brotbackens. Hier wird ganz von vorne begonnen, mit dem Getreide und der "Erfindung der Landwirtschaft“. Das finde ich nicht nur alles super interessant und wichtig, sondern auch hilfreich für den Umgang mit dem Brotteig und dem Backen. Je mehr man von etwas weiß, desto besser kann man es verstehen und dann eben auch machen.

     

    Sehr schön finde ich, wie die „Protagonisten“ portraitiert werden. Vom Bauer über den Müller bis zum Bäcker, jeder einzelne ist wichtig für das Gelingen des leckeren und nahrhaften Brotes. Auch Bräuche werden nicht vergessen und vorgestellt. Natürlich wird auf die unterschiedlichen Getreidesorten und Mehltypen ebenfalls eingegangen. Bevor ich mich näher mit Brot und den Arten, es zu backen, beschäftigt hatte, hat mich das alles gar nicht so interessiert. Seit ich die Unterschiede kennengelernt habe, nutze ich für alles, was ich backe, das „richtige“ Mehl, denn es ist erstaunlich, welche Unterschiede das am Ergebnis tatsächlich macht! In diesem Buch wird sehr gut und informativ darauf eingegangen. Ebenso auf Hefe und Sauerteig, wobei es auch ein Rezept für den selbst hergestellten Sauerteig (bzw. das Ansatzgut) gibt.

     

    Nach ganz viel wunderbar geschriebener Information folgen ab Seite 160 siebzehn Brot-Rezepte. Diese sind klassisch aufgebaut und gut gekennzeichnet, ob mit oder ohne Sauerteig. Die Erklärungen sind verständlich und nachvollziehbar. Nur was „zu Franzosen formen“ bedeutet, ist mir nicht so ganz klar. Ich gehe davon aus, das sind lange schmale Brote, ähnlich den Baguettes.

     

    Für mich ist dieses Buch ein sehr informatives Nachschlagewerk, das mich tief in die Geheimnisse guten Brotes eingeführt hat und mein Verständnis für die Zutaten und die Techniken sehr vergrößert hat. Noch immer stehe ich auf Kriegsfuß mit Sauerteig, doch dafür kann das Buch nichts. Sauerteig und ich, wir werden wohl in diesem Leben einfach keine Freunde mehr. Dennoch backe ich sehr gerne Brot (eben mit Hefe) und finde das wunderbar entspannend. Kein Genuss ist größer, als der von selbstgebackenem Brot!

     

    Mir gefällt, wie die Autorinnen dem Leser dies alles näher bringen und dass viele andere Menschen zu Wort kommen. Natürlich sind auch die vielen Fotos ein Pluspunkt. Ich bin ein visueller Mensch und ziehe aus der Kombination Bild/Wort die meisten Informationen und kann sie so besser abspeichern. Ja, ich bin begeistert: fünf Sterne!

  21. Cover des Buches Viva Polonia (ISBN: 9783492306737)
    Steffen Möller

    Viva Polonia

     (101)
    Aktuelle Rezension von: Forti
    Steffen Möller lebt seit 1994 in Polen und hat sein erstmals 2008 erschienenes Buch "Viva Polonia" nun überarbeitet und neu herausgegeben.

    Das Buch ist eine Mischung aus Autobiographie und Beobachtung. Steffen Möller schreibt von seinem Leben in und mit den Polen. Dabei sagt er selbst, dass seine Charakterisierung Polens subjektiv ist - es ist nun mal auch keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern ein unterhaltendes Sachbuch, das aber dennoch Gehalt hat. Ich finde es ein interessantes Buch, das sowohl Polen-Kenner als auch Neulinge mit Gewinn lesen können.

    Geschrieben ist das ganze sehr kurzweilig, intelligent und sympathisch.
  22. Cover des Buches Die Apokryphen (ISBN: 9783860474747)
    Erich Weidinger

    Die Apokryphen

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Hypochrisy
    Due Apokryphen, die verborgenen Bücher der Bibl, das sind all jene Schiften, die keine allgemeine Anerkennung in der Kirche gefundenhaben und deshalb auch nicht in die Bibel aufgenommen wurden. Dennoch haben die alt- und neutestamentlichen Apokryphen oder die Pseudoepigraphen, wie sie in der Protestantischen Kirchen genannt werden, eine große Wirkungsgeschichte...
  23. Cover des Buches Das Ei (ISBN: 9783791372860)
    Britta Teckentrup

    Das Ei

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Zwillingsmama2015

    Wenn man das Buch bin den Händen hält ist man einfach nur begeistert - zumindest wir. Vielleicht gibt es ja auch Leute, die sich nicht ganz so für Eier begeistern lassen - aber vor allen Dingen mein Sohn liebt Eier. Und nein, noch isst er sie nicht - er will sie einfach anschauen oder spekulieren, was daraus schlüpft. Seine Zwillingsschwester hat ein Urmel erwartet oder mehrere - denn wie sollte es anders sein - wir haben Hühner und brüten auch ein zweimal im Jahr selber.
    Ich denke jetzt kann man seine Liebe zu Eiern verstehen ♥

    Es war wirklich toll, als wir das Buch geöffnet haben und ich gefragt habe, was er da sieht und immer wieder die begeisterte Antwort "Eier" mit einem strahlenden Lächeln auf dem Gesicht kam - natürlich wird er erst später erkennen, wie schön und künstlerisch dieses Buch eigentlich ist. Aber jetzt habe ich es schon erkannt und finde es ganz schön, dass Buch zur Hand zu nehmen und zu schmökern, denn es geht nicht nur um das Hühnerei.
    Es geht um die verschiedenen Formen und Farben, um die Größenunterschiede bei Eiern und bei den Vögeln, es geht um Baumeister unter ihnen und auch um andere eierlegende Tiere.

    Aufgebaut ist es meistens gleich: Auf der einen Seite ist eine wunderschöne Zeichnung und auf der anderen Seite gibt es dann die Informationen - so schön knapp gehalten, dass Kinder auch nicht mit Informationen überladen werden.

    "Das Ei" ist ein wahrlich künstlerisches Kinderbuch über das Ei und alle Themen, die damit zusammenhängen - wunderschön bebildert, naturnah und sehr informativ!

  24. Cover des Buches Dies ist kein Adventskalender (ISBN: 9783551311702)
    Nikki Busch

    Dies ist kein Adventskalender

     (6)
    Aktuelle Rezension von: thursdaynext
    Der bisher größte Adventsbuchflop den wir je hatten. Die kids hielten gerademal die ersten Seiten durch um sich dann sehr schnell zu verflüchtigen. Wir suchen sie noch immer...............

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