Bücher mit dem Tag "briefroman"
73 Bücher
- Bram Stoker
Dracula
(1.176)Aktuelle Rezension von: HenriLMatosDracula funktioniert auf einer Metaebene, die über Horror hinausgeht. Der Graf ist eine Metapher für jede externe Kraft, die in ein Bewusstsein eindringt und es langsam überschreibt — die Opfer verlieren nicht ihr Leben, sondern zuerst ihre Identität. Was Stoker beschreibt, ist die Auflösung von Grenzen zwischen Selbst und Anderem, die Infiltration von innen heraus. Als Horrorgeschichte ist das Buch ein Klassiker; als Identitätsstudie ist es unterschätzt.
- Cecelia Ahern
Für immer vielleicht
(2.865)Aktuelle Rezension von: Melanie_HoppeIch hab schon einige Bücher von Cecelia Ahern gelesen und mag ihre Geschichten sehr gerne. Eine herz zerreißende Geschichte und eine never Endingen Story mit happy End. Einfach toll. Ein großes Kompliment das es nur aus Briefen, Emails und Chat verlaufen besteht. Es ließ sich super toll und flüssig lesen.
- Johann Wolfgang von von Goethe
Johann Wolfgang von Goethe, Die Leiden des jungen Werther
(1.670)Aktuelle Rezension von: franzi__Franzi_Ich habe bereits einige historische und literarisch wichtige Romane gelesen oder gehört. Goethe jedoch wollte ich ganz bewusst lesen. Mir Zeit nehmen. Zeile für Zeile habe ich Die Leiden des jungen Werther erlebt – und noch viel mehr.
Man begegnet den gesellschaftlichen Ansichten der damaligen Zeit, erkennt zugleich das moderne Denken Goethes. Man erlebt Landschaften, soziales Miteinander, Gefühle in ihrer ganzen Intensität. Eine Sprache, die uns heute nicht mehr alltäglich erscheint und in die man sich zunächst wieder einfinden muss.
Die heute ungewohnte Sprache verlangt Geduld und Aufmerksamkeit. Sie erlaubt kein flüchtiges Lesen, sondern zwingt zur Entschleunigung: Man liest nicht „drüber“, sondern hinein. Anfangs sperrig, entwickelt sie nach und nach eine unerwartete, fast intime Wirkung.
„Übrigens befinde ich mich hier gar wohl, die Einsamkeit ist meinem Herzen köstliches Balsam in dieser paradiesischen Gegend, und dieser Jahreszeit derJugend wärmt mit aller Fülle mein oft schauderndes Herz. Jeder Baum, jede Hecke ist ein Strauß von Blüten, und man möchte zum Mainkäfer werden, um in dem Meer von Wohlgerüchen herumzuschweben und alle seine Nahrung darin finden zu können.“
(Johann Wolfgang von Goethe, Die Leiden des jungen Werther)
- Stephen Chbosky
Das also ist mein Leben
(1.328)Aktuelle Rezension von: EmiLyCharlie ist zurückhaltend, beobachtet lieber, als im Mittelpunkt zu stehen, und macht sich über vieles Gedanken, was andere vielleicht einfach ausblenden würden. Genau das hat ihn für mich zu einer interessanten Hauptfigur gemacht.
Die Geschichte wird komplett in Briefform erzählt, was zunächst etwas ungewohnt war. Nach kurzer Zeit hatte ich aber das Gefühl, Charlies Gedankenwelt sehr nah zu sein. Seine Freundschaft mit Sam und Patrick, die ersten Erfahrungen des Erwachsenwerdens und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben wirken authentisch und emotional.
Besonders gefallen hat mir, dass das Buch viele ernste Themen anspricht, ohne dabei überladen zu wirken. Hinter der eher ruhigen Handlung steckt deutlich mehr, als man anfangs vermutet. Nach und nach setzt sich ein größeres Bild zusammen und gerade das Ende hat der Geschichte für mich noch einmal zusätzliche Tiefe verliehen.
An manchen Stellen brauchte ich etwas Zeit, um mit Charlies Gedankensprüngen und der Briefform warm zu werden. Sobald ich aber in der Geschichte angekommen war, hat mich das Buch emotional immer stärker mitgenommen.
Insgesamt ein einfühlsamer Coming-of-Age-Roman über Freundschaft, Verlust, Identität und das Erwachsenwerden, der noch lange nach dem Lesen im Kopf bleibt.
- Isabel Abedi
Lucian
(1.679)Aktuelle Rezension von: KaciIsabel Abedis Jugendbuch "Lucian" erzählt eine fesselnde Geschichte von Liebe, Geheimnissen und Schicksal. Die Protagonistin Rebecca wird von einem geheimnisvollen Jungen namens Lucian in ihren Träumen heimgesucht, der keine Vergangenheit hat und keinerlei Erinnerungen besitzt. Ihre Verbindung wird jedoch auf eine harte Probe gestellt, als sie plötzlich getrennt werden und sich mit den Folgen dieser Trennung auseinandersetzen müssen.
"Lucian" ist zweifelsohne ein schönes Jugendbuch, das mit seiner ungewöhnlichen Liebesgeschichte und seinem mysteriösen Plot fesselt. Die Verbindung zwischen Rebecca und Lucian wird mit jeder Seite intensiver und man kann nicht anders, als mit den beiden mitzufiebern. Allerdings gibt es auch einige Längen in der Handlung, die die Spannung ein wenig abbauen. An einigen Stellen zieht sich die Geschichte und es dauert, bis die Handlung wieder Fahrt aufnimmt. Nichtsdestotrotz bleibt "Lucian" ein lesenswerter Roman, der mit seinen mysteriösen Elementen und der emotionalen Tiefe der Geschichte punktet. Die Beziehung zwischen Rebecca und Lucian ist faszinierend und die Fragen um ihre gemeinsame Vergangenheit und die Geheimnisse, die sie teilen, halten die Leserinnen und Leser in Atem.
Fazit: "Lucian" von Isabel Abedi ist ein schönes Jugendbuch mit einem tollen Schreibstil, der mit einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte und mysteriösen Elementen fesselt. Trotz einiger Längen in der Handlung bleibt die Geschichte interessant und mitreißend. Fans von romantischen Jugendromanen mit einer Prise Mystik werden mit "Lucian" sicherlich auf ihre Kosten kommen.
- Mary Shelley
Mary Shelley, Frankenstein. Ein Schauerroman
(637)Aktuelle Rezension von: Lyn0371Ich habe das Buch gelesen, weil ich wissen wollte, wie die Original-Geschichte eigentlich hinter den ganzen Adaptionen aussieht, und ich bin nicht enttäuscht worden. Das Buch hat eine sehr interessante Art, die Geschichte zu erzählen. Der Kapitän eines Forschungsschiffs schreibt in Briefen an seine Frau, was er erlebt hat, und gibt darin die Geschichte von Frankenstein wieder, den er im Meer in der Arktis aufgelesen hat. Frankenstein wird an keiner Stelle kritisiert oder als schlechte Person bezeichnet, im Gegenteil. Aber trotzdem wird über die Geschichte klar, wer hier das echte Monster ist. Es sind schon deutlich klügere Worte über das Buch verloren worden als meine, aber ich würde es auf jeden Fall empfehlen zu lesen, vor allem, wenn man das Gefühl hat, dass in vielen modernen Büchern die Leser*innen nicht mehr wirklich selbst denken müssen, sondern alles auf dem Silbertablett serviert bekommen.
- Lilly Lindner
Was fehlt, wenn ich verschwunden bin
(521)Aktuelle Rezension von: trollchenWas felhlt, wenn ich verschwunden bin
Herausgeber ist Fischer Sauerländer, 2017 und hat 400 Seiten.
Kurzinhalt: »Warum isst du nicht mehr, April?«
April ist fort. Seit Wochen kämpft sie in einer Klinik gegen ihre Magersucht an. Und seit Wochen antwortet sie nicht auf die Briefe, die ihre Schwester Phoebe ihr schreibt. Wann wird April endlich wieder nach Hause kommen? Warum antwortet sie ihr nicht? Phoebe hat tausend Fragen. Doch ihre Eltern schweigen hilflos und geben Phoebe keine Möglichkeit, zu begreifen, was ihrer Schwester fehlt. Aber sie versteht, wie unendlich traurig April ist. Und so schreibt sie ihr Briefe. Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.Meine Meinung: Ich liebe die Bücher Autorin, dies sind einfach so emotional und mit so viel Herzschmerz geschrieben, dass man immer nah am Weinen ist. Diese Bücher muss man selbst lesen , um dies zu erahnen, wieviele gefühle hier drin stecken. Im grossen und ganzen geht es um Magersucht, ich kenne sehr vieel, die aus dieser schiene nicht mehr herauskommen, weil sie sie sich selbst gar nicht mehr richtig sehen und ihnen ist egal, was andere dazu sagen. Aber was bleibt wirklich von einem, wenn man so eine Krankheit hat und sie evtl. nicht besiegen kann? Ich kann es nur aus nächster Nähe sehen, wenn unsere Patienten es leider nicht so hinbekommen, wie es sein sollte. ( Ich arbeite in der Psychiatrie)
Mein Fazit: Einfach nur wow, herzerwärmend und super toll geschrieben. Jeder Satz ein Meisterwerk der Gefühle. Ich vergebe 5 top Sterne und kann das Buch jedem wärmstens empfehlen.
- Daniel Glattauer
Gut gegen Nordwind
(5.626)Aktuelle Rezension von: PatriciaVellardBrillant ist zu kurz gegriffen. Glattauer beginnt seinen Roman mit einem ganz alltäglichen Schreibfehler. Jedem kann das passieren. Aber wer dieses Buch gelesen hat wünscht sich, dass sich einem bei einem lapidaren Fehler auch so eine Romanze auftut. Und noch mehr: zwei Charaktere, die unterschiedlich sind und doch zusammenpassen. Man fiebert mit, zögert, geht forsch voran....und dann haut einen das Ende einfach um.
- Walter Moers
Die Insel der Tausend Leuchttürme
(129)Aktuelle Rezension von: P_GandalfIch liebe die Geschichten aus Zamonien und den ausufernden Schreibstil von Walter Moers, insbesondere die ersten Bände.
Hildegunst von Mythenmetz als Erzähler überrascht immer wieder mit seinen Beschreibungen und irrsinnigen Abhandlungen. Aber trotzdem hat mich der Roman nicht wirklich in seinen Bann gezogen. Im Gegenteil, die ersten hundert, zweihundert Seiten fand ich über weite Strecken eher ermüdend.
Erst mit dem Besuch der verschiedenen Leuchttürme kommt erste Spannung auf und man freut sich, dass neben absurden Hummdudeln, Küstengnomen und anderen exzentrischen Bewohnern von Eydernorn so etwas wie Handlung aufkommt. Doch dann flacht die Geschichte wieder über weite Strecken ab und erst mit dem Finale, dem Untergang der Insel nimmt der Roman wieder Fahrt auf.Werke wie Rumo, Ensel und Krete oder die 13 1/2 Leben des Kaptän Blaubär haben eine ganz andere Qualität. Daher von mir nur 3 Sterne.
- Zsuzsa Bánk
Schlafen werden wir später
(64)Aktuelle Rezension von: Lucinda4Zwei langjährige Freundinnen, eine Lyrikerin und 3-fache verheiratete Mutter und eine von ihrem Mann verlassene Deutschlehrerin, die über Annette von Droste-Hülshoff forscht, tauschen sich in zahlreichen E-Mails über ihre Sorgen und Nöte aus. Probleme von Familienmutter wie Alleinstehender werden ehrlich angesprochen, das ist toll. Und eigentlich mag ich Zsuzsa Banks ruhige, stimmungsvolle Schreibe sehr, aber bei diesem Buch ist es einfach irgenwann zu viel Stimmung, zu viel vielsilbige Adjektive, zu viele kursiv gesetzte Literaturzitate. Als Briefwechsel zwischen Freundinnen ist es bestimmt wunderbar, als Buch mit fast 700 Seiten wird es irgendwann sehr zäh.
- Alice Walker
Die Farbe Lila
(358)Aktuelle Rezension von: Sanni_KozDas Buch "Die Farbe Lila" von Alice Walker ist eine Geschichte von Leid und Traurigkeit, Kampf, Unterstützung, Hoffnung und Freude.
Das Buch sind Briefe - die sich aber mehr wie ein Tagebuch anfühlt. Man erlebt die Erfahrungen der Hauptcharaktere aus erster Hand.
Die weiblichen Charaktere sind eine Inspiration zur Unterstützung, sowie der Kampf auf der Suche nach Gleichbehandlung, Chancengleichheit und Respekt. Es lehrt zudem Bedeutung von Ausdauer, Belastbarkeit und Selbstdefinition.
Ich musste mich zuerst an den ungewöhnlichen Schreibstil gewöhnen. Doch die Thematik vom Buch ist erschreckend und faszinierend zugleich.
- Mary Ann Shaffer
Deine Juliet
(323)Aktuelle Rezension von: Pondofwords"Deine Juliet" ist ein charmanter und bezaubernder Briefroman. Die Geschichte ist nicht nur berührend, sondern voller Charme & Witz und diese Mischung hat es echt ausgemacht.
Kurz zur Story:
Die Handlung spielt in London in den 40er Jahren, also nach dem zweiten Weltkrieg, dessen Nachwirkungen auch eine Rolle in dem Buch spielen. Die Schriftstellerin Juliet bekommt einen ungewöhnlichen Brief von Dawsey Adams, einen Bauern von der Kanalinseln Guernsey. Er hat ein gebrauchtes Buch gekauft, das ihr gehörte, und ihre Adresse darin gefunden. Von da an beginnt ein reger Briefwechsel zwischen den beiden. Juliet erfährt über ihn von den "Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf". Ein Buchclub, den einige Inselbewohner gegründet haben, um sich über die schweren Kriegsjahre hinweg zu helfen. Je mehr Juliet die Briefe liest, desto mehr lernt sie über Dawsey und die anderen Inselbewohner und ist so angetan von ihnen, dass sie beschließt dorthin zu reisen.
Was mich total gefangen hat ist die herzliche Freundschaft zwischen Juliet und den Inselbewohnern. Die einzelnen Charaktere sind alle auf ihre Art einfach so nett und mit so viel Hingabe geschrieben worden. Ich hatte während dem Lesen dauerhaft dieses warme Gefühl im Bauch, einfach weil ich die Geschichte so schön fand.
Und was die Geschichte auch besonders macht ist der Humor, der immer wieder durchblitzt. Die Briefe, die Witze und die kleinen Eigenheiten der Charaktere sorgen dafür, dass man immer wieder lächeln muss. Gleichzeitig gibt es aber auch diese tiefen, bewegenden Momente die einen richtig ins Herz treffen. Die Erinnerungen an den zweiten Weltkrieg und die Einzelschicksale der Inselbewohner sind so berührend, dass man die Nachwirkungen des Krieges förmlich spüren kann.
Alles in allem ist "Deine Juliet" ein wunderbares Buch, das einen warm umfängt. Ich kann es wirklich nur jedem empfehlen!
- Ocean Vuong
Auf Erden sind wir kurz grandios
(188)Aktuelle Rezension von: MirarimMEINUNG
Ganz ehrlich: Wäre dieses Buch nicht Teil unseres Buchclubs gewesen, hätte ich wahrscheinlich zwischendurch aufgehört. Und die zweite Wahrheit ist aber: Ich bin sehr froh, dass ich so ein bisschen “gezwungen” war, es weiter zu hören.
Ocean Vuong hat seiner Hauptfigur Little Dog eine besondere Erzählstimme gegeben. Im Grunde genommen sind all das Briefe an seine Mutter, zusammen gestückelt in einem Buch. Aber es sind keine klassischen Briefe mit “Liebe… Dein…”, oder die eine Geschichte immer komplett erzählen. Vielmehr sind es Ausschnitte und Erinnerungen, die ausformuliert sind. Genau das hat auch zu einem sehr poetischen Stil geführt. Das Buch zu lesen, ist mir etwas schwer getan, zum Anhören (bei einer Tätigkeit, bei der man auch gut zuhören kann), war es aber super. Auch, weil es wirklich gut vorgelesen war.
Faszinierend fand ich, dass man beim Lesen/Hören die ganze Zeit denkt, dass es autobiografisch ist - meines Wissens nach, ist das aber nicht so. Durch die Direktheit in den Briefen und die Eindrücklich und Nähe, in der erzählt wird, entsteht dieser Eindruck aber sehr.
Genau diese Schilderungen gehen oft wirklich nahe und hallen nach. Ich finde insbesondere auch deshalb, weil Little Dog selber in einem Brief schreibt, dass er das nur aufschreibt, weil seine Mutter das wahrscheinlich selbst nie lesen können wird - dementsprechend ehrlich und zum Teil auch genau waren die Beschreibungen.
Insgesamt sind viele Bilder zurückgeblieben. Es waren spannende Gedanken und Beschreibungen. Ein für mich sehr eindrückliches Buch.
KLAPPENTEXT
Ein Roman, der die amerikanische Identität neu definiert. Und der Brief eines Sohnes an die vietnamesische Mutter, die ihn nie lesen wird: Die Tochter eines amerikanischen Soldaten und eines vietnamesischen Bauernmädchens ist Analphabetin, kann kaum Englisch und arbeitet in einem Nagelstudio. Sie ist das Produkt eines vergessenen Krieges. Der Sohn, ein schmächtiger Außenseiter, erzählt – von der Krankheit der Großmutter, den geschundenen Händen der prügelnden Mutter und seiner tragischen ersten Liebe zu einem amerikanischen Jungen. Ocean Vuong schreibt mit traumhafter Klarheit von einem Leben, in dem Gewalt und Zartheit aufeinanderprallen.
- Pierre Ambroise François Choderlos de Laclos
Gefährliche Liebschaften
(122)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderSie schreiben sich Briefe und es geht um Liebe, Verrat und Hintergehen. Man gibts ich Aufgaben und möchte den Anderen damit ins Bett bekommen und man benutz unschuldige junge Frauen und Männer, um deren Verlangen zu schüren. Skandalös damals und wirkt immer noch und ist so vielschichtig und auch spannend. Dabei, auf der anderen Seite, aber auch so richtig bitter Böse. Gebrochene herzen und Sehnsucht nach dem Tod sind Ergebnisse ihres Tuns.
- Martina Hefter
Hey guten Morgen, wie geht es dir?
(249)Aktuelle Rezension von: Nica_101Dieses Buch hat mich nicht abgeholt. Es ist ein Schreibstil, der mir nicht liegt. Ein bisschen verworren, viele Gedanken, die ausgesprochen werden und für mich teilweise keinen Sinn ergeben. Es ist keine aufgebaute Story, sondern Gedanken, die einfach kommen und eine Geschichte nur deshalb bilden, weil sie ein Grundkonstrukt aus hin und her geschriebenen Instagram-Nachrichten sind.
Das Buch war nicht nach meinem Geschmack.
- Virginia Evans
Die Briefeschreiberin
(92)Aktuelle Rezension von: kurzundbuchDie Briefeschreiberin von Virginia Evans ist ein Roman, der mich vor allem durch seine ungewöhnliche Erzählweise begeistert hat.
Sibyl von Antwerp ist 73 Jahre alt, pensionierte Juristin, geschieden, hat zwei erwachsene Kinder und lebt allein. Ihr ganzes Leben lang hat sie unzählige Briefe an die unterschiedlichsten Menschen geschrieben und deren Antworten aufbewahrt – an ihre Schwägerin, den Sohn eines Kollegen, Nachbarn, ihren Ex-Mann und viele andere. Nach und nach entsteht aus diesen Briefen das Bild einer sehr eigenwilligen, zugewandten, einsamen und traumatisierten Frau, die gleichzeitig unglaublich lebendig, humorvoll und charakterstark ist.
Besonders gefallen hat mir, wie sich Sibylle allein durch ihre Briefe immer weiter entfaltet. Obwohl sie langsam ihr Augenlicht verliert, verzweifelt sie nicht. Stattdessen entstehen aus ihren Briefen immer wieder Beziehungen, die den Roman für mich spannend machen.
Dazu kommt der sehr persönliche und wortgewandte Schreibstil. Ich hatte das Gefühl, Sibylle mit jedem Brief ein Stück besser kennenzulernen. Gerade diese Mischung aus leisen Tönen, Humor und Menschlichkeit hat den Roman für mich besonders gemacht.
Wer charakterstarke Figuren und ruhige Geschichten mit einer besonderen Erzählform mag, wird an diesem Roman viel Freude haben.
- Helene Hanff
84, Charing Cross Road
(318)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderHelene Hanff ist Bühnenschrifstellerin und sie liebt Bücher und ist immer auf der Suche nach besonderen Ausgaben und kostbaren Literaturerlebnissen. In den 40er Jahren kommt sie zu einer Adresse, von einem kleinen Buchladen in London. sie schreibt und hofft auf Buchnachschub. Der kommt und auch ein Antwortschreiben und sie beginnt ein Austausch von Büchern und es entwickelt sich eine Freundschaft, die über viele Jahre geht und die Anfangs nur die Liebe zur Literatur und den Büchern teilt und dann immer intensiver und inninger wird. Ein großartiges Buch und auch ein Zeitzeugnis der 50er und auch 60er Jahre. Eine Kostbarkeit und zeitlos schön. Auch immer ein tolles und besonderes Geschenk.
- Salih Jamal
Briefe an die grüne Fee
(73)Aktuelle Rezension von: AnjaScDas Buch ist eine Auflistung aus dem Leben des namenlosen Ich-Erzählers und erinnert mich stark an Tagebucheinträge. Er rekapituliert sein Leben, während er oben auf dem Dach sitzt. Wir erfahren nur das, was uns der Protagonist wissen lassen möchte und können bei allem anderen nur mutmaßen. Egal ob es um die tatsächlichen Ereignisse geht oder um die Dinge, die die anderen Beteiligten wohl erlebt haben.
Auf Instagram habe ich unter „Kurz und bündig“ bereits geschrieben:
„Das Buch ist tragisch, es ist manchmal ganz laut, es ist vulgär und dann ist es wieder ganz leise und poetisch. Es ist kraftvoll und beschönigt nichts. Es ist pornös!Das Buch ist wirklich dreckig, es ist direkt und es ist genau das, was wir als Großstandkinder erlebt haben um uns herum: Nutten, Dreck, Suff und Drogen. Was für einen selbstherrlicheren Mist wir getan haben und unbezwingbar haben wir uns gefühlt… Genau wie der Ich-Erzähler in diesem Buch, gut vielleicht nicht genau so.
Das habe ich dem Autor geschrieben, als ich das Buch beendet habe und ich möchte Euch diese Sätze nicht vorenthalten, denn so geht es mir immer noch:
Du nimmst keinen Blatt vor den Mund. Beschreibst Exzesse so präzise, dass man als Leser weiß: Das ist scheisse was Du machst, aber trotzdem feiert man das ein oder andere!
Was Du mit den leisen Tönen im Hintergrund beschreibst, das ist die Seele. Das Gefühl. Die Veränderung. Das, wie der Protagonist fühlt.
Die Reise, die in den Briefen oder ( wie ich es empfunden habe ) Tagebucheinträgen beschrieben wird, ist wie ein Feuerwerk. Mal der Lichtstreif der Rakete am Himmel und dann wieder nur die schwarze verbrannte Hülse. Ich bin abgestoßen und fasziniert zu gleichen Teilen von dem namenlosen Protagonisten. Du weckst all das und doch ist man am Ende ausgesöhnt.Deshalb ist das Buch etwas besonderes.
Von mir bekommt „Briefe an die grüne Fee“ von Salih Jamal 4,5 von 5 möglichen Punkten und eine klare Empfehlung.
- Cathy Bonidan
Das Glück auf der letzten Seite
(121)Aktuelle Rezension von: MscheIch habe das Buch auf dem Krabbeltisch einer großen Buchhandlung gefunden und da es um Bücher (bzw. ein Buch geht) hat es mich angesprochen. Allerdings hatte ich mit französischen Autoren schon schlechte Erfahrungen gemacht, daher ist das Buch auf dem Stapel 'vielleicht weg' bei mir Zuhause gelandet. Nun hab ich mal reingeschnuppert und wurde gleich von der Geschichte gefangen. Ich fand die Idee wirklich inspirierend und gar nicht kitschig. Das 'Rennen' um das Manuskript fand ich eher aufregend und die einzelnen Personen und Geschichten dazu fand ich von lustig bis traurig und einfach gut. Das Buch ist ja nicht mehr ganz Neu und scheinbar in Deutschland kein großer Renner geworden. Das kann ich gar nicht nachvollziehen. Es ist ja ein bisschen so wie Nina George's Monsieur Perdu (was ich liiiiebe). Wirklich schade, ich hätte gerne mehr von der Schriftstellerin gelesen. (Leider kann ich französisch nicht flüssig genug lesen)
- Peggy Hohmann
Der grüne Palast
(75)Aktuelle Rezension von: Hellena92Wien, 1816: Gräfin Lazansky wird beauftragt, Erzherzogin Leopoldine nach Brasilien zu begleiten. Vor ihnen liegt eine aufregende und zugleich beschwerliche Reise ans andere Ende der Welt. Die junge Gräfin ist wenig erfreut, dass auch Fürst Metternich mit von der Partie ist. Der kluge politische Kopf gilt am Hof als skrupelloser Schürzenjäger. Er war es auch, der die Hochzeit mit dem portugiesischen Thronfolger für Leopoldine eingefädelt hat. Was die Frauen nicht ahnen: Seine Beschreibungen des fernen Paradieses erweisen sich als eine große Lüge.
Mein Fazit:
So ein schönes Cover. Das ganze in briefformat zu schrieben war eine schöne Idee. Aber ich hab mich nicht abgeholt gefühlt. Alles wirkte abgehackt und lieblos. Ich war irgendwann so gelangweilt, dass ich abgebrochen habe
- Virginie Despentes
Liebes Arschloch
(47)Aktuelle Rezension von: lakitaund daher weiß man, wenn man sich auf diese Art der Verpackung eines Romans einlässt, worauf man vergeblich hoffen darf. So auch hier und das ist ein echter Nachteil dieses Romans, aber leider nicht zu ändern. Die Email-Korrespondenz der drei Personen, wobei mir lässig zwei gereicht hätten, entwickelt sich natürlich nur Stück für Stück und fließt eher langsam dahin, aber was geschrieben wird, hat es durchaus in sich und hat mich komplett mit der behäbigen Verpackung versöhnt. Die Treffsicherheit mit der Rebecca, eine erfolgreiche Schauspielerin über 50 und Oscar, ein 43jähriger Schriftsteller sich über sich selbst und die Welt äussern ist genial gut. Es sind lauter Punktlandungen und Bonmots voller Esprit und Schärfe und ihr beider sezierender Blick auf unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten ist einfach spannend zu hören. Genau hier benutze ich das Wort spannend, denn mir ging es wirklich so, dass ich erwartungsfroh gelauscht habe, was die beiden sich zu sagen haben. Die dritte Person Zoé, eine radikale Social-Media-Aktivistin unter 30 hätte von mir aus gar nicht dabei sein müssen, sie hat mich eher gestört. Sie allerdings hat in gewisser Hinsicht die Funktion, das Thema MeeToo und Machtmissbrauch in die Emailkorrespondenz zu hieven, denn dergleichen wird dem Schriftsteller vorgeworfen. Von mir aus hätten Rebecca und Oscar klug weiter miteinander schreiben können, ich wäre ihnen noch lange weiter gefolgt, um begierig ihre so zutreffenden Einschätzungen und Bemerkungen über unsere derzeitige Geselschaft zu lesen bzw. zu hören. Für mich war das ein spröde verpackter Roman mit sehr süffigem Tiefgang.
- Anne Youngson
Das Versprechen, dich zu finden
(92)Aktuelle Rezension von: gagijuDiese Buch hat mich wirklich für sich eingenommen, gerade weil es so unspektakulär und ruhig ist. Es ist sicherlich kein Pageturner, aber es hat mich durch schwere Tage begleitet, und ich habe mich jeden Tag darauf gefreut, es wieder in die Hand zu nehmen und ein paar Seiten zu lesen.
Bereits das Cover finde ich wunderschön und sehr zum Inhalt passend. In Rosé, Rosenholz und Bordeaux gehalten, zeigt es die Zeichnung einer Frau, alterslos und auf dezente Art hübsch, mit sanften Gesichtszügen, die an einem Geländer lehnt, die Arme verschränkt, den Blick in sich gerichtet.
Die Geschichte der beiden älteren Menschen, als Briefroman verfasst, hat mich sehr berührt. Langsam und ohne große Dramen lernen sie sich kennen, vertrauen sich, werden sich immer wichtiger, verlieben sich aus der Distanz.
Das ist wunderschön erzählt, mit vielen interessanten Gedanken und philosophischen Einschüben, aber auch sehr pragmatischen alltäglichen Szenen. Gerade diese Mischung macht für mich den Reiz aus.
Das Buch braucht keine riesigen Konflikte, kein Geschrei, um spannend zu sein.
Eine absolute Leseempfehlung für Menschen, die gerne die leisen Töne haben,
- Sarah Fischer
Zeilen ans Meer
(77)Aktuelle Rezension von: Simply_Another_BookaholicWas wäre, wenn eine Flaschenpost nach über 15 Jahren ihren Weg zurück zu ihrer Absenderin findet?
Genau mit dieser außergewöhnlichen Idee beginnt der berührende Roman "Zeilen ans Meer". Der Australier Sam entdeckt beim Joggen eine Flaschenpost, die Lena viele Jahre zuvor am Ende ihres Work & Travel-Abenteuers ins Meer geworfen hat. Ihre Nachricht ist voller Wünsche und Träume für ihre Zukunft. Als Sam ihr den Brief zurückschickt, ahnt keiner der beiden, dass daraus eine ganz besondere Brieffreundschaft entstehen wird.
Besonders begeistert hat mich die Erzählweise, die Sarah Fischer gewählt hat. Die Geschichte wird ausschließlich durch Briefe erzählt, wodurch sich jede Emotion unglaublich authentisch anfühlt. Mit jedem Brief wachsen Sam und Lena ein Stück mehr zusammen und öffnen sich auf eine Weise, die mich tief berührt hat. Gleichzeitig konnte ich mich wunderbar in die Gedanken und Gefühle der beiden hineinversetzen. Ich habe mit ihnen gelacht, gehofft und an manchen Stellen auch schwer schlucken müssen.
Dieses Buch zeigt eindrucksvoll, wie viel Nähe allein durch Worte entstehen kann. Es ist gefühlvoll, poetisch und erzählt eine Liebesgeschichte, die fast ganz ohne persönliche Begegnungen auskommt und gerade deshalb so besonders ist.
Für mich ein wunderschöner Roman über Hoffnung, Träume und die Kraft geschriebener Worte.
- Anne Brontë
Die Herrin von Wildfell Hall
(86)Aktuelle Rezension von: GersBeaInhalt (Klappentext)
Anne Brontë, geboren am 17. Januar 1820 in Thornton, ist am 28. Mai 1849 in Haworth/Yorkshire gestorben.
Die Herrin von Wildfell Hall ist ein eindringliches Plädoyer für die Gleichberechtigung der Frau im Viktorianischen Zeitalter. Der Roman erschien erstmals 1848. Anne Bronte hat hier ein bis dahin tabuisiertes Thema ins Zentrum einer spannenden Handlung gestellt: die Unterdrückung der Frau in der Ehe und ihr Anspruch auf Achtung und Selbstverwirklichung.
Helen, die Heldin des Romans, heiratet gegen den Widerstand ihrer Familie und wider besseres Wissen den gutaussehenden Arthur Huntingdon. Bald aber muß sie erkennen, daß seine Grundsätze und Interessen den ihren gänzlich entgegengesetzt sind, daß sie es mit einem haltlosen Menschen zu tun hat, einem Schürzenjäger, einem Trunkenbold, einem Mann, der von seiner Frau in erster Linie Gehorsam und Nachsicht erwartet. Da sie ihn nach wie vor liebt, sucht sie ihn auf den rechten Weg zurückzubringen. Sie verläßt ihn aber, als ihre Bemühungen scheitern und sie die Demütigungen nicht mehr zu ertragen vermag, um sich mit ihrem Sohn auf den halbverfallenen Landsitz Wildfell Hall zurückzuziehen.
Anne Bronté, die diesen Roman unter dem Pseudonym Acton Bell veröffentlichte, sollte am beachtlichen Erfolg, den nicht nur die Erstausgabe erreichte, nur noch ein Jahr teilhaben.
Meine Meinung
Das Buch gilt als der erste feministische Roman in England. So wird er zu den Klassikern gezählt, aber eher zu den Klassiker aus literaturgeschichtlicher Sicht, denn von seiner Schreibqualität her. Die Struktur in Form von Briefen mit einem eingefügten Tagebuch ist eher ungehobelt, der Schreibstil neigt zu Schwafelei. Eine Kürzung durch einen erfahrenen Lektor hätte ihm sehr gut getan.
Die Heldin, Helen, ist ein Kind ihrer Zeit und zudem extrem leidensfähig. Ihr Pflichtbewusstsein ist verquickt mit einer ergebenen Religiösität.
Ab und zu gibt es einige Dialoge, die mir gefallen haben, Gespräche mit gesellschaftlich spitzen Worten. Interessant war auch viel über die Rechtlosigkeit der Frauen zu der Zeit und ihr Ausgeliefertsein an die Familie und den Ehemann zu erfahren.
Fazit
Bin froh, das Buch geschafft zu haben. So eine Leserunde ist immer ein Ansporn für mich. Die nächsten Monate werde ich keine englischen Biedermeier Klassiker mehr anrühren und um alle Liebesgeschichten einen Bogen machen.
2 Sterne























